Die Psychologie von „Rechts“


Dieser Artikel als Podcast

Einleitung zu Teil 3

Dies ist der dritte Teil einer Artikel-Reihe darüber, wie wir Verantwortungsfähigkeit entwickeln können. Wohlgemerkt: die Fähigkeit zur Verantwortung. Denn wenn die einmal wiederhergestellt ist, dann kommt die Verantwortung ganz von selbst. Andersherum macht es keinen Sinn: es bringt nichts, nach Verantwortung zu rufen und sie einzufordern, solange die Fähigkeit dazu fehlt.

Um unsere Verantwortungsfähigkeit wieder zu entdecken, müssen wir zuerst einmal unsere derzeitige verantwortungs-gelähmte Situation verstehen. Verantwortung hat etwas mit antworten zu tun. Deshalb müssen wir in diesen ersten Teilen der Textreihe einen Blick dafür entwickeln, worauf wir nun eigentlich zu antworten (und nicht zu reagieren) haben, bevor wir uns den neuen Wegen und Möglichkeiten der Entwicklung und Rückeroberung von Verantwortlichkeit zuwenden können. Das wird dann Inhalt der letzten Teile sein.

In den beiden vorhergehenden Teilen dieser Reihe haben wir uns dafür die zwei wichtigsten Phänomene von blockierter und degenerierter menschlicher Entwicklung angeschaut: den Psychopathen als Ergebnis schwerer, ungelöster Traumatisierungen, der keine Fähigkeit mehr zum Fühlen und zu Empathie hat, und das pseudo-politische Phänomen „Links“ als Ergebnis früher psychischer Entwicklungshemmungen und -defizite, die zu emotionaler, mentaler und sozialer Verwahrlosung, Abhängigkeit und Degeneration führen. In beiden Fällen haben wir es mit – zum Teil extremen – Abweichungen von der gesunden Entwicklung zu tun, die durch gewisse Einflüsse auf den Menschen erzeugt werden. Diese Einflüsse sind Bestandteil der Kultur, die einen Menschen umgibt. Deshalb ist die Entwicklung von Kultur der entscheidende Aspekt für einen Ausweg aus dieser Misere der epidemischen Degeneration. Auf diesen Aspekt zielt diese Artikel-Reihe ab.

In Teil 2 habe ich bereits darauf hingewiesen, dass wir die Abweichungen vom gesunden, integrierten Menschsein als „böse“ bezeichnen können, dabei aber nicht aus dem Auge verlieren dürfen, dass dieses „Böse“ eine Krankheit und Entartung vom ursprünglich Guten ist. Wenn wir diesen Zusammenhang nicht erkennen oder nicht wahrhaben wollen, dann bleiben wir im simplen Schubladen-Denken stecken und verstehen nichts. Wir bleiben dann wirkungslos, weil wir die Verbindung zu uns selbst und unserer ursprünglichen Kraft nicht herstellen, sondern weiter in der mental konstruierten Trennung leben, die eben genau die Ursache unserer 100-jährigen Hilflosigkeit ist: die Trennung von „Gut“ und „Böse“ als separate Entitäten, die sich angeblich bekriegen. Tun sie nicht. Sie hängen voneinander ab und sind nicht gleichwertig: das Gute ist nämlich die Grundlage für das sogenannte Böse. Deshalb kann man Letzteres zu Ersterem zurückführen. So wie man einen Krankheitszustand zu einem Zustand von Gesundheit zurückführen kann. Wir kommen darauf zurück.

Fassen wir noch einmal zusammen aus den ersten beiden Teilen: die instinktiv und angst-gesteuerten Psychopathen streben ausschließlich nach Macht über alles und jeden. Chronisch im Überlebensmodus des Stammhirns gefangen, funktionieren sie nur noch als gefühllose Maschinen ohne Ethik, Werte und Menschlichkeit. Solange niemand sie auf ihrer Maschinenebene stoppt, ist es Teil ihrer Machtstrategie, so viele der gesunden Menschen zu schwächen wie möglich, indem sie deren gesunde Entwicklung möglichst früh, also schon bei Kindern und sogar Kleinkindern, stören und blockieren. So produzieren sie immer mehr „linke“ Menschen, die hilflos und abhängig in den Fängen ihres Kontrollsystems hängen und sich sogar daran festhalten, um einen letzten Rest an Sicherheitsgefühl zu behalten.

So ergibt sich aus den Psychopathen an den Schaltstellen und aus allen Parias von „Links“ als Masse kontrollierter Systemlinge eine groteske Anti-Kultur, die Geist und Menschlichkeit zerstört. Würde die Welt nur noch aus diesen zwei Gruppen bestehen, würde sie innerhalb weniger Tage im puren Chaos untergehen und die Menschheit vernichten, weil beide nur in und von der Zerstörung leben können. Diesen beiden zerstörerischen Kräften im Menschen müssen wir uns stellen: der mechanischen Zerstörung von Leben und Lebendigkeit durch Angst (Psychopath) und der Lähmung und Degeneration durch Entwicklungshemmung und Kulturlosigkeit („Links“).

Mir geht es in diesen ausführlichen Beschreibungen der ersten Teile darum, verständlich zu machen, dass wir den gefühllosesten Psychopathen die Macht über unser Leben und Zusammenleben überlassen haben, indem wir auf unsere eigene verzichtet haben. Erst mit diesem Wissen können wir dann nämlich die Macht zurücknehmen und aus unserer Wesenskraft heraus wieder eine Kultur entwickeln, in der Menschen und vor allem Kinder sich geistig, emotional und sozial gesund und frei entwickeln können. Das Phänomen „Links“ verschwindet dann von selbst und wird durch persönliche Fähigkeiten, Charakterstärke und Selbständigkeit ersetzt.

Diese Aspekte sind natürlich der größte Feind des degenerierten Angst-Systems und werden von ihm mit allen Mitteln bekämpft. Und damit kommen wir zur Antithese des bisher Dargestellten:

Die Psychologie von „Rechts“

Nach detaillierter Analyse des Phänomens „Links“ müssen wir nun noch schauen, was es denn mit „Rechts“ auf sich hat. Eine erste Schwierigkeit dabei ist, dass uns „Rechts“ seit über 70 Jahren von medial gehypten und gesteuerten Wortführern im Sinne maximaler Verwirrung vordefiniert wird.

Z.B. wird uns eingebläut, dass Hitler und die Nazis „rechts“ waren. Wie bitte? Die Nationssozialisten und Faschisten waren rechts? Jaja, das sollen wir glauben. Tatsächlich beruhte das Nazi-System auf „Links“-Ideen und -Motiven, aber um erfolgreich zu sein und an die Macht zu kommen, mussten sie sich von rücksichtlosen und kaltschnäuzigen Psychopathen kapern (d.h. sich mit sehr viel Geld finanzieren) lassen. Natürlich war es umgekehrt: die Machtgierigen haben sich eine „linke“ Masse herangezogen, indoktriniert und instrumentalisiert, um per Masse und Gewalt Intelligenz und Werte zu vernichten. Und seit dem (gewollten und geplanten) Zusammenbruch des letzten werte-basierten Systems wird uns von eben diesen die Parole ausgegeben, die Nazis seien „rechts“.

Merke: die Bösen, die Übeltäter und die Für-schuldig-Erklärten sind „Rechts“, ergo muss „Links“ gut sein. Für jemanden, der lieber nicht so gern selbständig denkt oder es nicht kann, ist das eine ausreichend (einfache) Welterklärung, nach der man sich richten kann.

In der ursprünglichen politischen Verwendung der Begriffe bezeichnete „Rechts“ die konservativen Kräfte, die den Prinzipien der Monarchie zusprachen. Später, im 20. Jahrhundert stand „Rechts“ primär für die Prinzipien der freien Marktwirtschaft und damit in Opposition zu den Ideen der Verstaatlichung und Kollektivierung von Wirtschaft und Eigentum, das von „Links“ angestrebt wurde. Sozialismus und Faschismus sind daher per definitionem totalitäre Umsetzungen von „Links“-Vorstellungen.

Hierarchien der Verantwortung

Was wir als roten Faden durch „Rechts“ erkennen können ist die Betonung des Erhalts von Ordnung und die Bevorzugung einer hierarchischen Ordnung der Verantwortung. Dieser Zusatz ist essentiell: die Hierarchie steht nicht nur für Macht, sondern immer auch und primär für Verantwortung. Das ist der Unterschied zu den „Links“-destruktiven Psychopathen-Systemen, die zwar auch ganz viel Macht und Hierarchien aufbauen, dabei aber „Verantwortung“ nicht können und nicht kennen. Deshalb verstecken sie sich und wollen nicht gesehen werden. Je mächtiger, desto unsichtbarer, unerreichbarer und unverantwortlicher.

Verantwortung bedeutet, ein Gesicht zu haben und zu zeigen, denn Verantwortung kann immer nur der Einzelne übernehmen, der sich zeigt. Das liegt schlichtweg jenseits der emotionalen und psychischen Reifestufe von „Links“. Natürlich wollen sie nicht, dass wir das verstehen. Wir sollen denken: „,Rechts‘ gleich ‚Hierarchie‘ gleich ‚Einer-hat-die-Macht‘ gleich ‚Machtmissbrauch‘“, kurz: „‚Rechts‘ ist Machtmissbrauch, ergo schlecht.“ Dafür wird uns Hitler tagaus-tagein in allen Unterrichtsfächern, im Fernsehen, in Zeitungen, im Kino usw. als einleuchtend böses Beispiel präsentiert.

Das Verantwortungsprinzip von „Rechts“ ist untrennbar mit Integrität und Kompetenz verknüpft. Daran erkennen wir bereits, dass sich eine „rechte“ Haltung entwicklungs-psychologisch gesehen auf eine höhere Reifestufe gründet. Es muss sich um eine Stufe handeln, auf der Individualität und eigene Identität bereits als höhere Werte, als Fundament von Zusammenleben und Kultur wahrgenommen werden – und nicht mehr als Überforderung oder Bedrohung.

Wir haben es hier nicht mehr mit der Reifestufe eines Kleinkindes zu tun, wie wir es in der Analyse von „Links“ gesehen haben, sondern mit einem Schulkind, etwa ab dem 8. Lebensjahr. Denn erst in diesem Alter kann das Kind seinen Selbstbezug und seinen Gruppenbezug miteinander balancieren und die eigenen Fähigkeiten mit dem Gefühl von Zugehörigkeit zu einer Gruppe (z.B. Schulklasse, Fußballmannschaft etc.) verbinden. Es kann sich nun für eine Gruppe und ihre Ziele einsetzen, ohne sich selbst aufzugeben oder die eigene Identität zu verlieren. Das ist der große Unterschied zur Verschmelzung mit einer Gruppe bei „Links“, in der die eigene Identität ersetzt wird durch Zugehörigkeit und Selbstauflösung.

Das Alpha-Prinzip

Das reifere Schulkind kann in der Gruppe und in sozial konstruktiver Weise seine Einzigartigkeit hervorheben. Hervorragend in einer Gruppe oder aus der Masse kann nur derjenige sein, der ein besonderes Talent, besondere Kompetenzen oder gesteigerte Leistungsfähigkeit zeigt. Daraus leitet sich das Alpha-Prinzip ab: der Alpha einer Gruppe ist derjenige, der in Bezug auf die Gruppenfunktion die stärksten Fähigkeiten mitbringt. Im Schachclub ist der beste Schachspieler der Alpha. Im Tanzclub ist der beste Tänzer der Alpha (alle wollen mit ihm tanzen oder sehen zu ihm hin). In der Militär-Kompanie ebenso wie in einem (gesunden) Unternehmen ist der mit den besten Führungsfähigkeiten der Alpha. In einem sozialen Gefüge ist der mit der größten Verantwortungsfähigkeit der Alpha, so wie der Alpha-Wolf im Wolfsrudel. Es ist nicht der stärkste Wolf, sondern der, der am meisten Empathie- mit Durchsetzungsfähigkeit hat. Wölfe finden das prima, weil es ihr Überleben sichert.

Wir Menschen leben nicht in einem beständigen Rudel und benötigen deshalb unterschiedliche Alphas, weil die unterschiedlichen Gruppen und Kontexte, in denen wir uns bewegen, jeweils unterschiedliche Anforderungen stellen. Jede Situation, jeder Kontext und jede gemeinschaftliche Aufgabe benötigt einen entsprechenden Alpha, der jeweils der Bestgeeignetste ist, um diese Gruppe zu führen, und sie beisammen, stark, leistungsfähig und gesund zu halten.

Solidarität der Stärke

Gruppen, Organisationen, Gemeinschaften oder Länder mit Strukturen nach dem Alpha-Prinzip sind deshalb um ein Vielfaches stärker und robuster als mit jeder anderen Gruppenstruktur. Das liegt daran, dass sie auf der Solidarität der Stärke aufbauen und nicht auf der Pseudo-Solidarität mit den Schwächsten und Minderheiten, die ihr Kapital nur aus dem Opfersein schlagen kann und stets auf die stärkeren anderen (und deren schlechtes Gewissen) angewiesen ist. Der Opfer-Kult schwächt eine Gruppe und zerreibt sie. Solidarität der Stärke steigert die Fähigkeiten, die Stabilität und die Effektivität der Gruppe.

Es ist erstaunlich, was in Deutschland in wenigen Jahren ab 1933 in Sachen Leistungsfähigkeit, Autarkie und Selbstbewusstsein erreicht wurde. Weil eine Solidarität der Stärke (wieder) entstand. Wir dürfen so etwas natürlich gar nicht denken, geschweige denn aussprechen, weil man uns verboten hat, überhaupt noch etwas Positives in unserer Vergangenheit zu finden. Vor allem aber wurde die echte Solidarität selbst tabuisiert. Wir dürfen die natürliche Notwendigkeit von Hierarchien gar nicht mehr anerkennen. Es gilt als unmodern, unmodisch, altbacken, was auch immer. Warum wohl? Warum schwärmen heute alle jüngeren Generationen (vor allem die nach 1980 Geborenen) im Chor mit den Bestseller-Autoren und den akademischen Trittbrettfahrern von „hierarchielosen Organisationen“, „flachen Strukturen“, „Teamwork“, „Selbststeuerung“ usw. und wollen partout von Hierarchie und Alpha-Prinzipien nichts mehr hören und wissen? Wer hat unsere Unwissenheit mit soviel unreflektierter Antipathie geimpft gegen gesunde Leistungsstrukturen und Rangordnungen? Ja, sogar gegen Leistung selbst? Ganz bestimmt niemand, der uns stark machen will. Solidarität soll heute nur noch heißen: „Das beste ist, wenn wir gemeinsam schwach und inkompetent sind, uns von niemandem etwas sagen lassen und herumdilettieren wie in der Spielecke im Kindergarten. Und wenn wir Hunger haben, schreien wir nach den anderen, von denen wir sonst nichts wissen wollen“. Woran erinnert und das nochmal?

Erlaubt ist offiziell seit 1945 in Deutschland: Opfer sein, so laut wie möglich nach Hilfe von oben schreien und sich ansonsten im Hamsterrad für „das System“ verausgaben. Verpflichtend dabei ist: zu denken, dass solche Errungenschaften und Leistungen wie in den 1930ern nur unter Opferung von Kultur, Freiheit, Moral, Integrität und Menschlichkeit möglich sind. Ist das tatsächlich so? Wir machen diese Denkvorgaben, diese intellektuellen Tabus und diese verordnete Verblödung so lange mit bis… wir sie eben nicht mehr mitmachen.

Das väterliche Element

Wenn wir in der prägenden Entwicklungsphase für Solidarität und Leistung (etwa 8 bis 14 Jahre) zu wenig gefördert, gehemmt oder sehr autoritär gedrillt werden, dann entstehen jene Versionen von „Rechts“, in denen die Suche nach oder sogar die Abhängigkeit von einem „starken Führer“ chronisch fixiert und zur Basis einer ganzen Lebensphilosophie werden. Dann geht es immer darum, anerkannt, geführt und gefördert zu werden. Wir erkennen darin zum einen die natürliche Sichtweise des Kindes, das vom Erwachsenen Unterstützung braucht und erwartet, und zum anderen das Vater-Prinzip. Das Element des Väterlichen (das natürlich auch von einer Frau und Mutter gelebt werden kann) steht für die Förderung durch Herausforderung, Ermutigung und Anerkennung. Es ist das Komplementär zum mütterlichen Element von Geborgenheit, Einbettung, Versorgung und Raumgebung, wie wir es im 2. Teil schon umrissen hatten. Beide Elemente haben nichts mit dem Geschlecht zu tun. Ein Mann kann beide ebenso in sich tragen und vermitteln wie eine Frau. Allerdings gibt es biologische Parameter, die den Ausdruck des einen oder anderen Prinzips jeweils erleichtern oder erschweren.

Beide Prinzipien werden gebraucht: in den ersten Lebensmonaten vor allem das mütterliche, dann mit zunehmendem Alter des Kindes die Ergänzung vom väterlichen, das immer mehr an Bedeutung gewinnt, je mehr das Kind sich mit der Welt auseinandersetzt und in der Welt wirkt. Das Bedürfnis nach führendem Vater-Prinzip wächst in der Kindheitsentwicklung mit dem Beginn der Krabbelphase erst langsam an und zielt auf Selbständigkeit und Selbstwirksamkeit ab. Dazu gehören auch: Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung, Selbstkompetenz, Selbstpositionierung. Parallel dazu bedeuten diese Fähigkeiten auch die Ablösung aus dem Mutterfeld, um mehr und mehr Autonomie und Selbst-Abgrenzung zu finden. Dieser Prozess dauert insgesamt ca. 20 Jahre – wenn es gut läuft. Und er ist so fragil, dass er immer in Gefahr ist, unterbrochen zu werden, so dass man auf einer Stufe stehen bleibt und alle weiteren Reifestufen nur noch als Überforderung und Selbst-Bedrohung erlebt.

Wir können z.B. in der Rückwärtsorientierung zum Mütterlichen steckenbleiben, wenn das unterstützende Vater-Prinzip fehlt. Dann erleben wir die Herausforderungen von Separation, von Eigenständigkeit, von offener Welterkundung und von Konfrontation mit dem Unbekannten als überwältigende Bedrohung und werden einen Charakter und eine Lebensphilosophie entwickeln, die uns davor schützen und all das von uns fernhalten. Je nachdem, ob das Väterliche als abwesend, schwächlich, überfordernd oder sogar gefährlich erlebt wird, entwickeln sich unterschiedliche psychische Defensivmechanismen dagegen, die sich irgendwo einfinden zwischen hoffnungsvoller Sehnsucht und radikaler Angst und Ablehnung. Dann fehlt allerdings auch die Unterstützung der progressiven Kräfte in uns und wir begegnen jeder Herausforderung mit regressiven Reaktionen: zurück in die Sicherheit, Passivität und Anspruchslosigkeit im Mutter-Raum.

Mit anderen Worten: wir müssen das Vater-Prinzip positiv erlebt haben oder zumindest unser Bedürfnis danach positiv wahrnehmen können, um ein positives Verhältnis zu machtvoller Führung zu bekommen. Ansonsten misstrauen wir jeglicher führenden und fordernden Macht oder bekämpfen sie sogar. Positive Führung beruht auf dem Prinzip des alten lateinischen Sponsorings, in dem der Ältere den Jüngeren großzügig fördert und sich für dessen Entwicklung verantwortlich fühlt. Dafür muss eine hohe persönliche Reifestufe erreicht sein, die durch die Phasen des Egoismus komplett hindurch gegangen ist, um zu einem eigenen, authentisch-verinnerlichten Altruismus zu gelangen. Durch die Verneinung von Egoismus, Individualisierung und Besonderheit, wie sie von „Links“ gewünscht wird, ist Altruismus nicht erreichbar, sondern höchstens fremdgesteuerte, willenlose Selbstlosigkeit. Jemand, der kein Ego hat, kann es auch nicht zurücknehmen. Jemand, der kein starkes Ich hat, kann sich auch nicht zur Verfügung stellen. Gesunder Altruismus beruht auf gesundem Egoismus und die Reihenfolge der Entwicklung muss dafür eingehalten sein. Wer zu früh im Altruismus gefördert wird und zu wenig Unterstützung für Egoismus bekommt, der bleibt unselbständig, bedürftig und abhängig. Aus dieser Position kann er dann auch niemand anderen stark machen, sondern immer nur weitere Abhängigkeiten herstellen.

Die Hierarchie von Förderung und Treue

Positive väterliche Führung erzeugt auf natürliche Weise ein Echo von Dankbarkeit, Loyalität, Selbstbewusstsein, Stolz und Verantwortungsbewusstsein. Durch ein Sponsor-Verhältnis zwischen Förderern und Geförderten entsteht eine natürliche Hierarchie dieser Merkmale, in der verantwortliche Fürsorge von oben nach unten und dankbare Loyalität zurück nach oben fließen.

Echte Autorität, Stolz und Solidarität in den gemeinsamen Werten machen eine solche hierarchische Ordnung widerstandsfähig und leistungsfähig – in jedem menschlichen Feld. Wir hören diese Begriffe auch von „Rechts“, während sie von „Links“ scheinbar abgelehnt und verhöhnt, in Wirklichkeit jedoch gar nicht verstanden und deshalb gehasst werden.

Menschen lernen und entwickeln sich dadurch, dass sie die Dynamiken und Strukturen, die sie erleben, als psychische Struktur und Dynamik in sich selbst verinnerlichen. Wir werden, was wir erleben. Dieses Verinnerlichen findet vor allem in der Kindheit statt und kristallisiert sich dann in dem, was wir „Charakter“ oder „Persönlichkeit“ nennen. Dabei lernt und verinnerlicht das Kind unterschiedliche Aspekte seiner Erfahrung und seiner Umwelt je nach der Entwicklungsphase, in der es sich gerade befindet. Ein Zweijähriges achtet zum Beispiel nicht auf Meinungen und reagiert auch nicht auf Nuancen in den sozialen Geschlechterrollen. Ein sechsjähriges Kind hingegen saugt beides in sich auf wie ein Schwamm und bildet daraus sein Verständnis der sozialen Welt. Dafür ist es bei Weitem nicht mehr so sensibel dafür, ob es mal für zwei Stunden alleingelassen wird.

Wenn wir in einer hierarchischen Ordnung aufwachsen und leben, verinnerlichen wir diese Ordnung in uns. Wenn wir im Chaos leben, wird unser Innenleben entsprechend chaotisch. Dann fühlen wir uns im Chaos mehr zuhause als in der Ordnung, auch wenn es uns darin schlecht geht. Wenn wir in Vernachlässigung aufwachsen, dann verinnerlichen wir diese und vernachlässigen uns und unser Inneres selbst. Mit so einer Prägung später im Leben etwas Neues zu lernen, ist dann sehr mühsam, weil unser Nervensystem eher am Gewohnten festhält als sich dem Besseren zu öffnen.

In dem Maße, in dem Menschen eine klare, verlässliche Ordnung verinnerlicht haben, sind sie sortierter, entscheidungsfähiger, unabhängiger und damit leistungsstärker. Das ist eine alltags-psychologische Binsenweisheit. Solche Menschen können schlichtweg mehr erreichen. Den Unzufriedenen, die diese Ordnung nicht in sich tragen und dafür keine Anstrengung machen wollen, bleiben zwei Energiequellen für Aggression und Gegenbehauptung: Neid und Hass. Mit dem Neid werden sie nach „Gerechtigkeit“ schreien und haben wollen, was andere sich erarbeitet haben, ohne dafür etwas tun zu müssen. Der Hass wird sie jegliche Ordnung, Erfolg und Stärke bekämpfen lassen, damit sie ihre reale Unterlegenheit nicht sehen müssen.

Deshalb werden sie auch stets gegen „Rechts“ kämpfen, solange man ihnen sagt, dass das der Inbegriff dieser Werte und Stärken ist. Das sollte uns bekannt vorkommen und es geht darum, die Beweggründe hinter diesem Verhalten zu erkennen. Dieses Fordern und Beanspruchen, ohne selbst zu geben, funktioniert nur solange andere die Ordnung aufrechterhalten, denn im Chaos der Hungrigen und Inkompetenten könnte man niemanden mehr bekämpfen, keine großen Reden mehr schwingen und keine Empörungs-Aufführungen mehr veranstalten – man ginge einfach zugrunde.

Extremes „Rechts“ und falscher Führerkult

Auch in der Entwicklungsstufe von Gruppensolidarität und in der Ausrichtung auf eine führende Alpha-Figur kann man stecken bleiben. Das kann passieren, wenn Kinder und Jugendliche entweder einen hyper-dominanten und autoritären Vater über sich haben oder wenn die Vaterrolle so schwach und autoritätslos vertreten ist, dass das Kind sein Bedürfnis nach einem fördernden Mentor nur in übertriebene Wunschfantasien und Hoffnungen projizieren kann.

Erstere Variante fanden wir noch vorherrschend in der preußischen Erziehung am Anfang des letzten Jahrhunderts, das die Menschen gegenüber dem Vaterelement unterwürfig machte und blind für den Unterschied zwischen echter und aufgesetzter Autorität. Nur so konnten sie einem irren Fanatiker wie Hitler zujubeln, wie Alice Miller es so akkurat herausgearbeitet hat.

Der bedeutungs- und wirkungslose Vater ist die typische und prägende Variante seit den 1970ern, in denen der Feminismus die Deutungshoheit erobert hatte und nicht nur Vaterschaft, sondern im Grunde jede Männlichkeit mit korruptem Patriarchat gleichgesetzt und zum Abschuss freigegeben hatte. Die Väter duckten sich weg und verschwanden in ihrem Job, hinter der Zeitung, in der Garage, im Sport oder zuweilen in gesprächsoffenen Männergruppen. Wenn ihre Söhne und Töchter dann alt genug waren, sich für außerordentliche Leistungen zu interessieren, bemühten sich viele Väter darum, gute „Kumpels“ und fordernde „Coaches“ zu werden. Aber die Kinder wollen nicht gefordert werden, sondern gefördert! Sie sehnen sich danach, in ihren eigenen Talenten gesehen und unterstützt zu werden. Stattdessen lernten sie, dass sie gute Noten, Sportmedaillen oder den „richtigen“ Berufswunsch vorlegen mussten, um überhaupt irgendeine Anerkennung vom Vater zu erhalten. Wenn sie aber die Erfahrung machten, dass es „nie gut genug ist“, dass Vater so oder so kein Interesse an ihnen hat, dann konnte es eben passieren, dass sie in der Suche nach dem Vater und Führenden stecken blieben.

Da aber jegliche politische Ideologisierung dieser Vatersuche seit 1945 völlig verpönt und tabuisiert war, konnte man – außer in einigen bedeutungslosen karnevalesken Neo-Nazi-Garagen-Inszenierungen – nur in der Wirtschaft die Hierarchie und patriarchale Förderung finden, für die man sich allerdings in die Manege von Leistungs-, Karriere- und oft skrupellosem Konkurrenz-Kampf werfen musste. Ansonsten blieb für die feinsinnigeren Vater-Sucher noch die anstrengungsfreie und konsumfreundliche Welt der Gurus und pseudo-religiösen Personen-Kulte, für die der New-Age-Markt seit den 68ern ein immer größeres Angebot lieferte. Oder man blieb im Dorf und blieb in der Kirche mit ihren patres und Pastoren.

Darin erkennen wir eine Extremisierung, sprich Entwicklungsblockade von „Rechts“ durch ein grundlegendes Vater-Defizit, die nur deshalb so schwer zu identifizieren ist, weil das Vater-Prinzip von Verantwortung, Förderung und Loayalität und jede Suche danach aus dem öffentlichen und politischen Feld komplett verbannt und tabuisiert wurde. Abgesehen von ein paar strategisch aufgestellten Abschuss-Attrappen und von oben gesteuerten Bauernfängern gehört die Leitung alleine „Links“, das mit sich selbst redet und „Demokratie“, „Parteien“ und „Volksvertretung“ vorgaukelt.

Die Suche nach Hier-archie (göttlicher Ordnung), Führung, Sinn und emotional eigentlich nach Anerkennung, Selbstfindung und Selbstpositionierung in der Gesellschaft wurde dermaßen ent-politisiert und de-sozialisiert, dass sie nur noch als Selbstverwirklichung jeder-für-sich oder – noch aggressiver – ich-gegen-die-anderen gelebt werden konnte.

Wirklich „rechts-radikal“ sind darin diejenigen geworden, die selbst dann noch an einem Mentor, Vorgesetzten, Vorbild, Priester, Lehrer oder sonst einer Vaterfigur festhalten, wenn er oder sie ihnen bereits schadet, ihre Entwicklung blockiert, ihre Identität zersetzt, ihren Willen und ihre Talente übergeht oder sie sogar missbraucht. Wenn die selbstgewählte Ersatz-Vaterfigur also gegen ihre Natur und ihre Werte agiert und sie im blinden Gehorsam Moral, Eigenständigkeit und Verantwortung aufgeben. Krank daran ist, dass der falsche Vater aus dem Mündel eine Maschine macht, keinen aufrichtigen Menschen. Das Bedürfnis nach einem Leitenden wird fehlgeleitet in die Hörigkeit, naive Gefolgschaft und Selbstaufgabe.

So entstehen jene kranken Hierarchien von Pflicht statt Verantwortung, von Kontrolle statt Vertrauen und von Angst statt Loyalität, die nicht frei und solidarisch machen, sondern unterwürfig und abhängig. Also jene Strukturen aus Selbstunsicherheit und Missbrauch, wie sie in den letzten Jahren immer mehr in allen möglichen Bereichen der Gesellschaft aufgedeckt wurden: in der Kirche, in „Glaubensgemeinschaften“, bei Ärzten und Therapeuten und ihren Patienten, bei selbsternannten „Heilern“ und ihren Anhängern und überall, wo Menschen in Abhängigkeitsbeziehungen miteinander arbeiten. Besonders zu nennen ist dabei das unüberschaubare Netzwerk der Bruderschaften, Logen, Orden und Geheimbünde, die strengst hierarchisch strukturiert und kontrolliert sind. Diese lichtscheuen Macht-Zirkel nach dem Ponzi-Schema funktionieren nur mit Menschen, die einen authentisch fördernden Vater nie hatten. Sie suchen ihr Leben lang das Protektorat des Mächtigeren, um ein Stück vom Macht- und Kontroll-Kuchen zu erlangen. Und sie gehen dafür – wörtlich – über Leichen.

Oh, wir glauben, wir hätten die Nazi-Zeit mit ihren Vater-Projektionen und ihren dunklen Unterdrückungsstrukturen überwunden! Fest die Augen zugedrückt, Kinder, damit ihr nicht seht, was ihr nicht sehen wollt: diese Strukturen haben sich nur ins Unsichtbare hinter die Kulissen zurückgezogen, um von dort noch verheerender und giftiger zu wirken. Wir haben nichts davon überwunden, sondern nur aus dem Blick verdrängt. Dadurch sind die pervertierten Kräfte von „Rechts“ nur umso wirkmächtiger geworden. Weder geistig noch emotional oder sozial haben wir auch nur begonnen, diese Kräfte zu integrieren und zu heilen.

Deswegen besteht der Anfang zu etwas wirklich Neuem und zu Genesung darin, hinzuschauen und all das bloß eifrig Weggeschobene und frenetisch Weggewünschte ans Licht zu holen. Wie sonst könnten wir – blind – jemals Verantwortung lernen?

Zusammenfassung

Jetzt können wir zusammenfassen: „Links“ sucht eine (Er)Lösung und „das Gute“ im Mutter-Prinzip während „Rechts“ auf das Vater- und das Alpha-Prinzip ausgerichtet ist. Der Einfluss des väterlichen Elements folgt entwicklungspsychologisch auf den des mütterlichen, d.h. es wird erst in einer fortgeschrittenen Phase bedeutsam. Dieses spätere, väterliche Element fördert die Polarität und Begegnung in der Abgrenzung und schließt das vorhergehende Mutterprinzip in sich mit ein. Es kann dafür eine integrierende Verantwortung übernehmen. Das Väterliche umschließt das Mütterliche und erhält es.

„Links“ möchte Verantwortung und das Persönliche loswerden, weil es sich nach Entlastung und Verschmelzung sehnt. „Rechts“ will und fordert Verantwortungsübernahme des Einzelnen, der Person. Das sind verschiedene Entwicklungsstufen: der Säugling, das Kleinkind einerseits und das Schulkind und der Jugendliche andererseits.

Wir können sagen, dass jeder von uns einmal „Links“ war und dem etwa ab dem dritten Lebensjahr entwachsen ist – die einen mehr, die anderen weniger –, um eine höhere Reifestufe zu erlangen, die aber natürlich die frühere Stufe umfasst, auf ihr aufbaut und sie erweitert. Was wir als politische oder gesellschaftliche Haltung „rechts“ nennen, ist die höhere Entwicklungsstufe, die die Sicht von „Links“ überwunden hat.

Wir sehen an dieser Analyse aber auch, wie unsinnig und irreführend diese Bezeichnungen von „Links“ und „Rechts“ und jede Art solcher Dichotomien sind. Um die Phänomene hinter diesen Bezeichnungen zu verstehen, müssen wir die natürliche Abfolge und Dynamik von Reifestufen und das potentielle Stehenbleiben auf einer Stufe verstehen. Das Gerede von „Links“, „Rechts“ und „Mitte“ ist dann vollkommen überflüssig. Dieses spaltende, pseudo-objektive Vokabular sollten wir genauso überwinden wie die frühen Entwicklungsstufen selbst.

Nichts an diesen Stufen ist pathologisch. Falsch ist nur, kindliche Perspektiven mit Meinungen, politischen Interessen oder diskussionsfähigen Weltanschauungen zu verwechseln. Bedürfnisse, Emotionen, Wünsche oder Fantasien sind keine Meinungen und schon gar keine gesellschaftlich relevanten Standpunkte. Auch nicht, wenn sie als theoretische Traktate, wortreiche Ideologien, Parteien oder „Politiker“ auftreten. Ein Mensch mit der Haltung eines Kleinkindes braucht keine Diskussionsplattform oder Machtposition, sondern Entwicklungshilfe und Betreuung.

Pathologisch wird das Ganze aber, wenn solche Menschen Macht über andere, über Systeme und vor allem über Gewalt bekommen und damit das notwendige Regulativ verlieren. In diesem Zustand leben wir gesellschaftlich und politisch seit über hundert Jahren. Gesunde, weiterentwickelte, verantwortungsfähige Menschen müssen das Regulativ wieder übernehmen. Das steht nun an.

Wo wir jetzt stehen und was als Nächstes kommt

Wir erleben gerade den Anbruch einer neuen Epoche, in der das väterliche Element wieder in gesunder Weise hervorkommt und wirksam wird. Ohne dass die meisten es hätten benennen können, sehnen sich die Menschen schon seit Jahrzehnten immer dringender danach. Der Zerfall unserer Werte und Kultur lässt sich ganz leicht mit dem sukzessiven Verlust der maskulinen Kraft der Werterhaltung und des Schutzes erklären.

Eine der politisch ausgeschlachteten Reaktionen auf den Verlust von Väterlichkeit war der Feminismus, der es aber nie geschafft hat, sich von seiner Destruktivität und seinem Hass zu lösen, die aus der Enttäuschung über diesen Mangel an Vaterkraft entsprungen sind. Aus dieser verzweifelten und aussichtslosen Revolte der Frauen, die sich in dieser Strömung bestärkt fühlten, wurden nur ein hilfloser Kampf gegen Männer, eine kompensatorische Maskulinisierung der Frauen am Allgemeinen (besser: Neutralisierung und Verleugnung von Weiblichkeit) und damit eine zusätzliche Spaltung der Gesellschaft zwischen Männern und Frauen und sogar Jungen und Mädchen. Das hat uns alle noch weiter geschwächt.

Noch verheerender wirkte sich das Vakuum von Vaterkraft jedoch auf die Jungen und Männer aus. Ohne positive Identifikations-Figuren wurden sie immer mehr in die paradoxe Lage gedrängt, für den Kampf gegen alles Männliche am meisten belohnt zu werden. Also für die Selbstverleugnung. Dieses gesellschaftliche Double-bind hat deutliche Spuren hinterlassen: wir sehen immer mehr erwachsene „Männer“, die das Männliche mehr ablehnen als suchen, ohne es überhaupt zu kennen geschweige denn zu verstehen. Sie sind gezwungen, in einer prä-pubertären Anti-Haltung zu verharren und erwachsen-Sein zu spielen, indem sie gegen alles sind – besonders gegen alles, was nach maskuliner Kraft und Verantwortlichkeit aussieht. Dadurch bleiben sie – bestenfalls – Jungen oder – schlimmer noch – geschlechtslose Unentschiedene, die in einen aussichtslosen Kampf gegen ihre eigene Entfaltung verheddert sind. So waren wir kurz davor, Männlichkeit komplett abzuschaffen. Derart widernatürlich sind wir bereits geworden.

Die davon geprägten Generationen (etwa ab Jahrgang 1980) werden es sicher nicht leicht haben, sich an neue gesunde Zustände zu gewöhnen, die so gar nicht den ihnen eingepflanzten Ideologien entsprechen.

Ich schreibe dies am ersten März 2020. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir auf deutschem Boden real und greifbar erleben, wie es ist, wenn verantwortliche Männlichkeit auf die gesellschaftliche Bühne zurückkehrt und für Recht und Gesundheit sorgt wie Odysseus mit Pfeil und Bogen bei seiner Rückkehr zu seiner treuen Penelope. Den ungebetenen Freiern und korrupten Schmarotzern, die sich gegen jedes Recht und jede Moral überall breit gemacht haben, wird dabei kurzerhand der Prozess gemacht – im juristisch korrekten Sinne des Wortes und mit militärischer Bestimmtheit. Wir werden durch direkte Erfahrung wieder verstehen, warum wir die männliche Kraft der Abgrenzung und der Verteidigung brauchen, damit Werte und Integrität erhalten bzw. wieder aufgerichtet werden können; und auch warum Kampfbereitschaft und Militär notwendige Teile unseres gesellschaftlichen Immunsystems sind. Das wollen die selbsternannten „Pazifisten“ und Anti-Patriarchaten natürlich nicht wahr haben, sondern lieber weiter selbstgefällig und marihuana-verqualmt die bequeme Versklavung, phlegmatische Unterwerfung und lustlose Verblödung aufrechterhalten, die sie als „Frieden“ propagieren.

Wir haben enorme Veränderungen vor uns. Wir stehen bereits mitten drin in ihren Anfängen. Das Kranke und Degenerierte, das wir gewohnt sind „oben“ und als „Führung“ zu sehen, wird komplett fortgeräumt werden müssen und einen Platz zugewiesen bekommen, der unseren natürlichen und gesunden Werten entspricht. Das sind die Werte, die unsere menschliche Entwicklung und das Individuum in seiner Entfaltung fördern und unterstützen. Diese Werte brauchen maskulinen Schutz und beherzte Umsetzung.

Während wir so von den feindlichen, parasitären Elementen befreit werden, kommen wir langsam zur Besinnung und zu mehr und mehr Ermutigung, diese Chance zur Gesundung zu nutzen, mitzugestalten und zu erhalten.

Im nächsten Artikel wird es um die Verwirrungen und die hinderlichen emotionalen sowie mentalen Angewohnheiten gehen, die wir dafür abschütteln müssen, bevor wir befähigt sein können – und andere befähigen können – Führung und Verantwortung zu übernehmen.

Für die Fortsetzung mit Teil 4 hier klicken.

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4 Kommentare
  1. mahdian
    mahdian sagte:

    Doch sollte das Männliche nicht zurückfallen in Zeiten der Missachtung des Weiblichen bzw. sollte es sowohl seine positive Männlichkeit leben wie zugleich das Weibliche gleichermaßen in seiner Weiblichkeit und seinen weiblichen wichtigen Aspekten achten auf Augenhöhe.

    “Dein Verlangen soll nach dem Manne sein und der soll Dein Herr sein” – das kirchlich verbriefte Recht, dass auf’s Schlimmste von den Männern missbraucht wurde und noch wird, führte erst zu diesen schlimmen Zuständen – und wurde vermutlich auch zu genau diesem Zweck erfunden, um die Menschen und besonders den Mann von seiner wahren urweiblichen Lebenskraft abzuspalten und verrohen zu lassen und dadurch wiederum die urweibliche Kraft in Gestalt der Frau / des Mädchens zu schwächen und Hass zwischen den Geschlechtern hervorzubringen.

    Wir alle haben das Weibliche wie das Männliche in uns – Anima und Animus – und nur, wenn beide im Inneren wie Außen in gegenseitiger Achtung und Akzeptanz in vollkommener Harmonie sind, kommt der Mensch in seine wahre Stärke, denn die urweibliche Kraft, die Anima, ist die wahre Lebenskraft im Mann wie in der Frau – wie in allem. – Das Urweibliche ist das Leben selbst in allem.

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  2. Ralph Mertes
    Ralph Mertes sagte:

    Dieses Prinzip lebe ich seit 1973 , seit dem ich Judo mache und habe seit 1975 durch Kinder Judo Training die Erfahrung gemacht und gelebt . Seit 1973 bin ich auch aus der Kirche . Weil ich diese negative System erkannt hatte .

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  3. Detlev Arenthold
    Detlev Arenthold sagte:

    Sehr geehrter Herr Alsleben,

    Danke für diese äußerst mutigen und wahrhaftigen Gedanken, die mich sehr berührt haben.
    Schon seit ich selbständig denken kann, habe ich die Aufteilung in “links” und “rechts” für eine eher gesäßgeografische Verortung gehalten. Dank Ihrer Ausführungen sehe ich mich in meiner heutigen
    Betrachtung dieser Verortung eher bestätigt. Als Kind der 1950er Jahre habe ich in West-Berlin eine
    perfekt von den “Sieger”mächten indoktrinierte(n) Schuldbildung/Geschichtsunterricht erhalten, die/der
    mich seinerzeit wenig begeisterte. Später habe ich durch private/berufliche Er-leb-nisse erfahren, wie der
    “Hase” wirklich zu laufen scheint. Also stieg ich hinab in den Kaninchenbau: was ich vorfand, widersprach
    allem, was mir beigebracht wurde, löste Erstaunen und Entsetzen in mir aus und führte letztendlich dazu,
    daß ich nichts mehr glaubte, was mir vorgeführt wurde. Heute kann ich mich in diesem kollektiven Prozess aufhalten, ohne in Panik zu geraten. Ich bin bei mir, bereit, in die Freiheit zu wechseln und freue mich auf das
    uns allen Bevorstehende.

    Ich möchte Ihnen nochmals für Ihre ausführlichen Texte auf Ihrer Website danken und Sie ermutigen,
    in diesem Sinne fortzufahren. Ich empfinde Ihre Worte als Bereicherung meines Lebens.

    Alles Gute und Liebe für Sie in dieser transformatorischen Zeit.

    HerzLichte Grüße
    Detlev Arenthold

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  1. […] notwendigen männlichen Alpha-Qualitäten und das fürsorglich-väterliche Prinzip, von denen im dritten Teil dieser Reihe schon ausführlicher die Rede war und die wir im jetzigen Zustand unserer Gesellschaft am […]

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