Teil 1: Der dreifaltige Mensch


Anfang des Artikels gelesen von Andreas Eggebrecht (vollständiger Audio-Artikel als Produkt s.u.)

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Menschsein

Das intelligenteste und komplexeste System unserer Realität ist der menschliche Organismus.

Zu seinen außerordentlichsten Eigenschaften gehört das Potenzial, sich selbst studieren zu können, genauer gesagt das Potenzial, die Fähigkeiten zu entwickeln, ein vollständiges Bewusstsein seiner selbst inklusive dieses selbstreflektierenden Bewusstseins zu erlangen.

Es kann daher mit gutem Grund behauptet werden, dass das Studium des Menschen das höchstmögliche Studium überhaupt ist. Es ist auch unschwer festzustellen, dass es das schwierigste und aus vielen weiteren Gründen seltenste und am meisten gemiedene oder verkannte Studium ist. Verkannt und gemieden wird das Menschenstudium nicht bloß durch vereinnahmende andere Fächer von Welt- und Objektuntersuchungen, sondern vor allem durch die Beschränkung und Fragmentierung dessen, was wir „Mensch“ nennen, auf kleine und kleinste, stets nur isoliert betrachtete Teilaspekte wie z.B. körperliche Besonderheiten, psychische, emotionale, mentale, soziale oder moralische, genetische, ontologische, historische oder kulturelle Aspekte.

Durch diese Reduktion nur auf Inseln des Beobachtbaren wird der Mensch objektifiziert und nur als zusammengesetztes Phänomen betrachtet – also als ein Sammelsurium von scheinbar endlosen und unübersichtlichen Einzelaspekten, die sich nie zu einem sinnvollen Gesamtbild zusammenfügen lassen. Den in diesem Strom schwimmenden Forschern, Denkern und Kommentatoren bleibt das „Objekt“ ihrer Betrachtungen fern und fremd. Die Idee, dass sie sich selbst studieren müssten, um „den Menschen“ zu studieren liegt ihnen fern, weil sie schon früher als sie zurückdenken können, darauf trainiert wurden, all ihre Aufmerksamkeit nach außen, auf die Welt der Dinge und Gestalten, zu richten und nur diese Ausrichtung als „wissenschaftlich“ und „richtig“ zu akzeptieren. Für sie zählt nur der Erkenntnisgewinn durch eine Suche, die von ihnen selbst wegführt.

Bedauernswert ist dieses derart eingeeichte Streben nach Wissen durch selbstfremde Objektstudien deshalb, weil es vollkommen blind an dem größten und aufregendsten Mysterium des Menschseins – und letztlich des Kosmos insgesamt – vorbeiläuft. Verhängnisvoll ist es, weil es uns mit dem Köder einer Fortschrittsillusion an der Nase (und im Kreis) herumführt und uns unfähig macht, das zu erkennen, was uns wirklich erfüllen, also auch unser Streben nach Sinn beantworten und uns zu vollständigen Menschen machen würde. Denn Selbsterkenntnis ist kein bloßes Extra-Potenzial des Menschseins, sondern als Kernaspekt seines Wesens eine Notwendigkeit für seine wesentliche Vervollkommnung.

Wie können wir erfüllt sein, wenn wir uns nicht auf dem Pfad der Vervollkommnung unsres Wesens bewegen? Und wie könnten wir vollkommen sein, wenn wir nicht allem voran unsere innersten Wesenspotenziale verwirklichten?

Es geht also nicht darum, alle möglichen menschlichen, wesenhaften oder individuellen Potenziale zu verwirklichen, sondern die wesentlichen. Es muss entgegen aller quantitativen Maßstäbe um die qualitative Ausrichtung auf das Höchste – das ist das Wesentlichste – gehen, sobald wir das Ultimative als den unzweifelhaften, unverrückbaren Referenzpunkt für uns suchen. Alles andere kann und muss dem folgen und nachrangig behandelt werden. Und müssen wir dafür nicht als erstes nach dem höchsten, allem anderen übergeordneten und alles ordnenden Referenzpunkt Ausschau halten? Wie sonst wollen wir jemals zu absoluter und unerschütterlicher Sicherheit gelangen?

Was wir psychische oder später auch geistige Entwicklung nennen, muss zunächst einmal die Verfeinerung unserer Ausrichtung und Strukturierung anhand von neuen, nicht-weltlichen Referenzpunkten sein. Es sind unsere zunächst instinktiven, dann emotionalen, dann sozialen und schließlich mentalen, ethischen und metaphysischen Referenzpunkte, die sich ändern. Alles, was den Titel einer Lehre oder Bildung für den Menschen verdienen will, muss darauf ausgerichtet sein, seine Orientierungs- und Referenzpunkte zu verfeinern und zu entwickeln. Alles andere ist nichts als Dressur, Bevormundung und Versklavung und nicht menschengerecht.

Menschwerdung heißt, zunehmend Geist zu verkörpern. Also Zugang oder Empfangsfähigkeit zum Geistigen zu entwickeln, das Geistige mental und moralisch, das heißt epistemologisch, ethisch, ästhetisch und politisch über das Physische und Biologische zu stellen und dann schließlich Repräsentant des Geistigen zu werden. Denn wenn nicht der Mensch potenziell dieser Repräsentant von Geist auf Erden ist und werden kann, was dann?

Um Missverständnisse zu vermeiden, sei hier nochmals darauf hingewiesen, dass mit „Geist“ und „Geistigem“ nicht jene mentalen Beschäftigungen und Sammelaktivitäten gemeint sind, die intellektuell überspannte Menschen sich selbst und ihresgleichen so gern als „geistig“ attestieren, um ihre persönlich bevorzugten Ablenkungsstrategien und Ruhelosigkeiten zur Spitze einer fiktiven Hierarchie zu definieren. Gemeint ist damit auch nichts, das üblicherweise mit Religion, Glaubensgemeinschaften oder sonst irgendwelchen ideologisch fundierten Kollektiv-Beeinflussungen verknüpft wird.

Der Intellekt und somit auch der Verstand – das ist die wahrnehmungs- und realitätsangebundene Verwendung des Intellekts – sind Teil des biologischen, körperlichen Menschen und für sich genommen nicht geistig. Da aber nun mal jede Funktion und jeder Apparat des Körper-Menschen seine eigene Eitelkeit hat, neigt der geistig unbeeinflusste Intellekt zur Selbsterhöhung und Selbst-Verabsolutierung, so wie sensationelle Gefühle stets dazu tendieren, sich für „selig“ oder „göttlich“ zu halten, und außerordentliche Körper-Erfahrungen sich gerne als „spirituell“ oder „transpersonal“ verkaufen. Je nach mechanischem Schwerpunkt hat jeder seine eigenen Präferenzen und fixen Vorstellungen, wie er das für ihn Gewohnte und Angenehme ganz automatisch mit Etiketten moralischer und philosophischer Tugendhaftigkeit versieht, um das eigene Bild von sich selbst hoch zu halten.

Weder unser Körper mit seinen noch so überwältigenden Zustandserfahrungen, noch unsere umwerfendsten Gefühle oder unsere überweltlichsten Gedanken können die Dimension des Geistigen erreichen. Nur das Geistige kann sie „von oben“ prägen und über sich selbst als in sich geschlossene und blinde Funktionen hinausführen. Wer diese Daumenregel versteht, wird eine Ahnung davon bekommen, wie viel angeblich „Geistiges“ oder „Spirituelles“, „Überweltliches“ oder „Geistliches“ tatsächlich ungeistig und ohne Berührung mit Geist ist.

Der vorliegende Artikel soll als erster Teil einer voraussichtlich dreiteiligen Reihe bei der Sortierung und Orientierung im Bezug auf die geistige Dimension des Menschseins helfen.

Psychologie

Die praktische Beschäftigung mit der Möglichkeit, ein vollständiger Mensch zu werden, ist Psycho-Logie: die Logik und Lehre von der Seele.

Seele soll hier verstanden sein als die Zwitter-Instanz, die den Menschen als körperliches Wesen mit dem Menschen als geistiges Wesenverbindet, die also den Aspekt des Körperseins mit dem des Geistseins verknüpft und so den Körper-Menschen vergeistigt und ihn unter die direkte und bewusste Herrschaft der geistigen Dimension stellt.

Dafür muss diese vermittelnde und verbindende Zwischen-Instanz, die Seele, von eben jener Doppelnatur sein, durch die sie sowohl genetisch-biologisch-physisch bestimmt wird als gleichzeitig auch teilhat an der Dimension zeitloser Wesenhaftigkeit. Sie ist also kein Naturphänomen, auch wenn sie in das Natürliche eingebettet ist, sondern sie ist das Produkt individueller, absichtlicher Umformung und Verfeinerung des natürlichen Körpers und seinen Funktionen. Die Seele ist ein Kunstprodukt. Sie entsteht nicht mechanisch aus einer „genetischen Anlage“, sie entsteht aus keiner physiologischen oder existenziellen Notwendigkeit oder Selbstverständlichkeit heraus und sie ist daher nicht Teil des (biologischen) Lebens, auch wenn sie vom Leben mit beeinflusst wird und sich in ihm gestaltend auswirkt. Sie ist das Kind der kreativen Vereinigung von Körper-Mensch und Geist-Mensch und also das Ergebnis eines spezifischen schöpferischen Prozesses.

Echte Psychologie können wir daher nur verstehen als die Wissenschaft von diesem Prozess der Seelenerschaffung und Seelenförderung. Sie muss eine Wissenschaft sein, die sowohl den genetisch-biologischen als auch den geistigen Menschen erfasst und die darüber informiert, wie dieser „Apparat“ ihrer Vereinigung, das Amalgam eines geistkörpernden Menschen, das wir dann als „beseelten Menschen“ bezeichnen, richtig, d.h. den objektiven Gegebenheiten des derart zweinaturigen Menschen entsprechend hervorgebracht wird.


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Version 25.11.2023

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