Trevi Brunnen

Gesunde Machtarchitektur
Rationale Annäherungen an soziale Hierarchien der Verantwortung


Prolog

Dieser Text war ursprünglich als eigenständiger Artikel außerhalb der „Ordo-ab-Chao“-Reihe gedacht. Er sollte eine Idee weiter ausführen, die bisher in der Ordo-Reihe und vorhergehenden Artikeln nur vage anklang. Während also der bisher geplante dritte Teil der Reihe noch „auf sich warten ließ“ und bloß als Skizze existierte, entstand – ich sollte eher sagen: drängte sich dieser vorliegende Artikel auf – zunächst scheinbar als Nebenbeitrag. Erst in den letzten Fertigstellungsschritten dieses Textes wurde mir plötzlich klar, dass hier bereits der konsequent folgerichtige und erwartungsgerechte dritte Teil der Ordo-Reihe entstanden war. Möge der Leser dies ebenso sehen.

Das längere und etwas verirrte Warten auf eine anders imaginierte Fortsetzung der Reihe, das in eine Richtung lauerte, aus der bisher noch nichts Obligates zu vernehmen war, wird jedoch kaum umsonst gewesen sein.

Im Grunde entpuppen sich die Texte dieses Blogs zunehmend als Antworten auf Fragen, die erst einen gewissen Grad an Relevanz (für eine kleine Auswahl Interessierter) erreichen müssen, bevor eine quasi öffentliche Antwort dieser Form hier gewagt werden kann. Dass manche Antworten geliefert werden müssen, lange bevor die eigentlichen zugrundeliegenden Fragen gestellt werden, wird in diesem Text ausreichend begründet. Verantwortung umfasst eben auch die Verpflichtung, essentielle Antworten zu geben, gerade weil die Fähigkeit zum Erfragen und Antwortsuchen erst dadurch provoziert und gefördert wird. Entgegen aller Alltagslogik stehen psychologisch die Antworten am Anfang, nicht die Fragen.

Eine Frage führt uns nicht zu einer neuen Antwort. Ihre Funktion ist es vielmehr, die Irrtümer und Illusionen aufzulösen, die uns vom Erkennen einer neuen Antwort abhalten. Somit bleibt die Frage elementar wichtig für jegliche Erkenntnis, jedoch anders als in der Schule gelernt, wo uns die Frage als Bogen verkauft wurde, der den Pfeil des Intellekts, richtig abgeschossen, ins Ziel schießt. Wenn wir in dem Bild vom Bogenschützen bleiben wollen, so ist die aufwärts suchende Frage als Nebelwand zu verstehen, durch die hindurch wir das Ziel verschwommen erahnen, aber nicht exakt lokalisieren und treffen können. Es ist die Auflösung des Nebels durch längere konzentrierte Bestrahlung (durch das Sonnenlicht des Verstandes), die dazu führt, dass jener Nebel, den wir „Frage“ nennen, sich hebt und verdunstet, so dass das unbewegte Ziel klarer erkennbar wird.

Da jedoch die meisten durchaus ernsthaft Suchenden nicht einmal den Nebel sehen können, sondern ihr Blick von hochauflösend-brillanten Fantasiekonstrukten gänzlich in der falschen Richtung gefesselt ist, bleibt es ein beachtlicher Verdienst an den Menschen, sie auf den Nebel aufmerksam zu machen und seinem Mysterium näher zu bringen. Dies mag geschehen über Fragen, die noch zu durchschauen, oder durch Antworten, die erst noch zu erfragen sind.

Beides ist Aufgabe des Lesers wie jedes aufrichtigen Denkers, der über die intellektuell jugendlichen Anwandlungen hinaus ist, sich Ideen nur einverleiben zu wollen und stattdessen zu dem erwachseneren Zugang bereit ist, sich von förderlichen Ideen einverleiben zu lassen.

Die große Herausforderung jedes Autors in diesem Geiste ist es, bedachtsam auszuwählen, was gesagt werden kann und was nicht. Ohne das genaue Wissen über die Empfänger eines Textes und ohne die Möglichkeit, Botschaften an die Reaktionen des Empfängers anzupassen, ist höchste Vorsicht geboten in der Auswahl der Information und ihrer Form. Vieles kann aus Sicherheitsgründen in diesem Format nicht gesagt werden, zumindest nicht in der Klarheit und Ausführlichkeit, die es für ausgewählte vorbereitete Leser verdient hätte. Die Gefahr besteht weniger für den Leser als für die Botschaft. Fehlendes Verständnis ist weitaus ungefährlicher als Missverständnisse, die an die Illusion gebunden sind, man hätte schon abschließend richtig verstanden. Je umfassender und allgemeingültiger eine Auskunft ist, desto gefährlicher sind ihr Missverständnis und ihre Verzerrung.

Die unheilvollsten Missverständnisse sind daher die auf philosophischer Ebene, also auf der Ebene der Prinzipien und Grundprämissen des Denkens, wie dieser Artikel noch ausführlich zeigen wird. Sie werden daher seit jeher zu Recht wie Geheimnisse behandelt und gehütet. Nun, da wir an einem Entwicklungspunkt der geführten und ordentlich beschützten sozialen Regeneration angekommen sind, ist es jedoch sinnvoll, an gewisse Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten zu erinnern, um sie gegen die eingefleischten falschen Grundannahmen und das ideologisch vergiftete Denken neu durchzusetzen und wirksam zu machen.

Inhalt dieses Artikels

Dieser Artikel widmet sich der Frage nach der Struktur und den Prinzipien der Steuerung menschlicher Kollektive und Gemeinschaften, was letztlich die Frage ist, wie „die Welt“ funktioniert.

Er beantwortet nebenbei auch die folgenden Fragen:

  • warum die meisten Menschen nicht „aufwachen“ können, auch wenn man ihnen alle Informationen und Erklärungen unter die Nase reibt;
  • wie es kommt, dass selbst die Vollzeit-Aufklärer kein Gesamtbild vermitteln können, sondern nur unbefriedigende Fragmente (wofür sie sich gegenseitig schwer verdächtigen);
  • ob unser kultureller, moralischer und geistiger Niedergang tatsächlich von gemeinen Erzschurken verursacht wurde, die es zu identifizieren gilt;
  • wer oder was das ist, gegen das wir im Überlebenskampf sind (waren);
  • was es brauchte, um die Menschheit zu retten und warum niemand es früher hätte tun können;
  • weshalb uns seit Hunderten von Jahren nicht nur der Zugang zum rationalen Denken fehlt, sondern alles, was mit dem Vater-Prinzip, mit Ordnung, Geist, Verantwortung und vertikaler Förderung zusammenhängt;
  • und warum es ein so positiv zu bewertendes Zeichen ist, dass die Leseranzahl pro Artikel dieses Blogs seit dem Hinzufügen einer Bezahlschranke auf weniger als ein Zehntel der bisherigen Leser gesunken ist.

Der ganze erste Teil des Textes baut auf der Erkenntnis auf, dass 10% einer Gemeinschaft ausreichen, um die gesamte Gemeinschaft zu prägen, ihr eine Richtung zu geben und ihre Möglichkeiten sowie ihre Grenzen zu bestimmen. Wer die Implikationen dieser Erkenntnis versteht, der kann die nächsten zwanzig Seiten überspringen. Bisher hat sich allerdings im semi-öffentlichen Biotop der Aufklärung noch niemand gezeigt, der dies versteht, was ausreichend Grund zu der Annahme gibt, dass dieses Verständnis in der Breite noch gänzlich fehlt.

Hat man diese grundlegede Landkarte menschlicher Zivilisations- und Gemeinschaftsstruktur einmal begriffen, so werden all die ansonsten irritierenden, befremdlichen und rätselhaften Gegebenheiten und Geschehnisse plötzlich nicht nur verständlich und erklärbar, sondern auch zu Teilen eines kohärenten Gesamtbildes, in dem die Dinge nicht anders sein könnten als so, wie wir sie erfahren. Das Bedürfnis nach und der Maßstab für eigenes Verstehen ist sehr unterschiedlich – in Abhängigkeit von der mentalen Entwicklung eines Menschen. Wer jedoch nach einem umfassenderen Verständnis des Weltgeschehens und seiner Rahmenbedingungen strebt, der wird feststellen, dass es ohne solche Landkarten wie der hier im Folgenden aufgefalteten gar nicht möglich ist, zu einem integrierenden Begreifen zu gelangen.

Leiden tun unter einem Mangel an Begriff nur sehr wenige. Die meisten bemerken ihn gar nicht weiter – eben weil ihnen dafür der Begriff fehlt. Die wenigen begreifenden Leidenden jedoch tragen eine erhöhte Verantwortung, ihrem inneren Ruf nach Überblick und Durchblick zu folgen. Verantwortung nicht primär gegenüber anderen, sondern gegenüber ihrem eigenen Wesen, das eben diese Anlagen mitbringt.

Nicht verstehen zu wollen ist keine Sünde, sondern bloß ein schweres Defizit und Handicap. Den Drang nach Verständnis jedoch zu marginalisieren, zu ignorieren oder gar zu unterdrücken ist eine schwere Sünde und wird auf der ausschlaggebenden psychischen Ebene entsprechend schwer bestraft. Dies mag als Erklärungshinweis genügen, warum unter dem kulturellen und moralischen Zusammenbruch der letzten Jahrzehnte die meisten gar nicht und nur so wenige extrem litten. Die bisher gut gepolstert- und gepufferten werden auch leiden, jedoch nicht an mangelndem Verstehen, sondern an den Konsequenzen ihrer Irrtümer.

Dies und vieles Weitere sollte für den gewogenen Mitdenker am Ende dieses Artikels Sinn und ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Möge es denen nutzen, die anderen zu nützen bereit sind.

Anti-Hierarchie

Das fatalste und kritischste Problem des modernen Zeitgeistes ist, dass er keine geistige vertikale Hierarchie, d.h. keine geistige und psychisch-moralische Ordnung kennt und zulässt. Die abstrakte und sehr prinzipielle Idee der Hierarchie an sich ist ursächlich nicht angegriffen und ersetzt worden, sondern sie ging schlichtweg verloren. Sie ist eine Erkenntnis, die gewonnen und aktiv erhalten werden muss, sonst entgleitet sie dem Bewusstsein – sowohl des Einzelnen als auch eines Kollektivs. Dieses Wissen ist abhanden gekommen, es wurde vergessen. Wie das passieren konnte und welche Konsequenzen das bis heute hatte und hat, werden wir später noch genauer beleuchten.


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Version 17.7.22

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