Mentale Tiefenbohrungen, Entkleidungen und Querverbindungen hinter den Kulissen der Theateraufführung genannt „Welt“.

Wie wir nach 100 Jahren Lektionen
jetzt in die Verantwortung kommen


Gesamter Artikel als Podcast

17 Jahre lang habe ich mich nun Schritt für Schritt daran gewöhnt, dass wir grundsätzlich nichts glauben dürfen. An jeder Ecke wird uns allerhand Unsinn und Falschwissen angedreht – aus welchen Gründen auch immer. Daher ist meine wichtigste Bitte an dich als Leser, dass du nichts glaubst von dem, was ich schreibe. Nimm es als Anregung zum Selber-Denken, Nachprüfen und Ausprobieren. Glauben statt Wissen bringt überhaupt nichts und ist immer falsch.

Ich fing damals an zu verstehen, dass viele wichtige, sogar lebenswichtige und angeblich „wissenschaftliche“ Sachverhalte in Wirklichkeit ganz anders sind als uns in der Schule erzählt wird und – viel wichtiger – als sie von der Allgemeinheit inklusive der sogenannten „Fachleute“ und „Forscher“ als „richtig“ geschluckt, akzeptiert und wiedergegeben werden – ohne jeden Zweifel. Später wurde mir dann immer klarer, dass im Grunde alles falsch ist, was unser Weltbild und -verständnis ausmacht.

Ich meine das wörtlich und exakt so: die Menschen in der westlichen Welt leben in einem Weltbild, das so gut wie keine Verbindung mehr zur Realität hat. Und in die Realität, die ich damit meine, schließe ich auch die Realität unserer menschlichen Natur, unserer Psyche und unseres Geistes mit ein; also unser reales, echtes Potenzial als Menschen und unsere wahre, authentische Identität. Wir leben vor uns hin ohne das geringste Wissen darüber. Wir haben keinen Zugang zu uns selbst, wie wir wirklich sind und worum es in unserem Leben geht. Stattdessen glauben wir Dinge, die vollkommen falsch, erfunden und erlogen sind und halten das für Wissen. Wir beschäftigen uns damit, reden darüber, treffen Entscheidungen daraus, haben Sorgen und Hoffnungen und machen alle möglichen emotionalen Achterbahnfahrten durch– ganz besonders aber haben wir permanent und latent Angst.

Denn das falsche Pseudo-Wissen ist so gestaltet, dass es uns in der Welt nicht nur chronisch verunsichert und orientierungslos, sondern bedroht, wertlos und hilflos fühlen lässt. Und wir haben nichts anderes im Kopf. Dadurch ergibt sich eine enorme Abspaltung und Trennung zwischen Wirklichkeit – zu der unser Körper sowie unser echter Wesenskern gehören – und unseren Vorstellungen, Gedanken und Weltanschauungen, in denen unser Bewusstsein mental gefangen ist. Diese Spaltung läuft nicht nur durch jeden von uns, sondern auch durch jede Gruppe, Institution, Organisation und die ganze Gesellschaft. Es gibt ein steuerndes (oft kaum bekanntes, unsichtbares) „Oben“, an dem sich alle und alles ausrichten, und ein ausgeliefertes, unwissendes, hilflos mitlaufendes „Unten“. Die Trennung zwischen „Oben“ und „Unten“ führt zum Realitätsverlust von beiden.

Manche haben eine Ahnung von dem Wirklichen, das sie ja sind und in sich tragen, treffen dann aber auf ihrer Suche nach echtem Wissen sehr schnell auf einen der freundlich lächelnden Vertreter von ‚FFF‘ (Falschwissen, Fremdbestimmung & Fehlleitung), der sie mit ein paar Scheinwahrheiten und Glückskeksen einfängt und in eine der Verwirrungs-Richtungen leitet, die speziell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Sucher zurechtgeschnitten sind. Vom Yoga-Retreat über „spirituelle Kartensets“ bis zur Aufklärung über Ufos oder lieber Aktionen für „Klimaschutz“ zum Selbermachen ist alles dabei, was uns beschäftigen und ablenken kann – von uns selbst. Stets werden ein paar Krümel echtes Wissen mit einer abstrusen und klebrigen Ideen-Pampe verrührt, die bestenfalls noch von einem wirklich Wissenden richtig aufgeschlüsselt werden könnte. Aber sie ist wertlos.

Wenn Wissen Macht ist, dann sind falsches Wissen und Unwissen Ohnmacht. Darum geht es in der Artikel-Reihe, die ich hiermit eröffne: um Wege in die Selbst-Ermächtigung und die Ablösung aus der Ohnmacht für uns Menschen in der westlichen Welt.

Auf in die Zukunft! – worum es hier geht

17 Jahre gehe ich schon der Frage nach, was hier eigentlich los ist und vor allem: was wir anders machen können. Und ich bin zu Antworten gekommen, die ich nirgendwo so ausgesprochen fand. Das hat mich lange gewundert. Jetzt scheint es angezeigt zu sein, sie aufzuschreiben und in die Welt zu schicken. Mögen sie dort ihre eigenen Wege finden.

Wer etwas verändern, mitmachen und anfangen möchte, der muss beim „Ich“ starten und jedes „Wir“ beiseite lassen. Das kann schon ein erster schwieriger Schritt sein. Aber es gibt Antworten und es gibt Auswege. Sie sind nur gut versteckt und leicht zu übersehen. Dafür spreche ich den Einzelnen an. Der Einzelne kann alles verändern.

Dies ist der erste Artikel und damit der Beginn einer Artikel-Reihe, die etwas anderes will als eine weitere Analyse unserer Misere, eine weitere historische Aufklärung, „wie es wirklich war“ oder eine weitere resignierte Klage über den allgemeinen Verfall zu bieten. Denn das Moratorium unserer echten Wesensentfaltung, in dem wir solchen Zeitvertreiben frönten, ist vorbei! Zuletzt haben die jungen Orientierungslosen die alte Hoffnungslosigkeit als Freitags-Ferienprogramm lautstark auf den Punkt gebracht: „Wir haben keine Zukunft!“ und „Es hat eh alles keinen Zweck mehr!“ – sie sind das Endprodukt von jahrzehntelanger Wesenslähmung – die jetzt zu Ende ist.

Die Zukunfts-Amnesie ist nun vorbei, denn die gewohnten Gefängnistore werden gerade von außen geöffnet und wir stehen mitten drin im blendenden Gegenlicht gewaltiger Veränderungen, die uns vorgesetzt werden als neue Tatsachen. Oder besser: als Zerschlagung des miefigen und chaotischen Gefängnisses namens „freiheitliche demokratische Grundordnung“ mit all ihren lähmenden und wesens-entkräftenden Begleiterscheinungen, die uns über Jahrzehnte im geistigen Koma hielten. Jetzt bekommen wir Zukunft und müssen lernen, unsere grüblerisch-prokrastinierende Pseudo-Beschäftigung mit unserer „Vergangenheit“, die nur eine Geschichte zur Selbstbeschämung war, hinter uns zu lassen und an die frische Luft zu kommen.

Geistiger Krieg

Wir befinden uns in einem geistigen Kampf, der entscheidet, ob die positiven Entwicklungskräfte die Oberhand gewinnen, die Individualität, Einzigartigkeit und Freiheit fördern, oder ob wir noch weiter unter die Dominanz der Entgeisterung gelangen, die jeden Menschen nur als Teil einer Masse, eines Systems und einer Struktur behandelt. Und dadurch Entwicklung unmöglich macht.

Viele glauben, wir leben im Frieden, weil sie keine Bomben hören und keine Soldaten sehen. Tatsächlich leben wir in der fast vollständigen geistigen Sklaverei und Unterdrückung. Der Krieg ist weder gewonnen noch beendet. Dieser Krieg gegen das Individuum ist in Wirklichkeit ein Krieg gegen den Geist und gegen menschliches Potenzial. Diese Unterdrückung findet in den Behandlungsräumen der Medizin, auf den Marktplätzen der Wirtschaft, in den Unterrichtsräumen unserer Bildungsstätten, an den Tischen der Politik und im Rampenlicht der Medien statt. Also in jedem Bereich unserer Gesellschaft. Wer will noch sagen, dass er sich da raushält oder nicht mitmacht? Wer möchte da noch den toleranten Pazifisten mimen? Wer anderes als die Betäubten und Unterworfenen?

Sich selbst als Einzelner zu betrachten ist bereits eine Entscheidung, auf welcher Seite man steht. Sich selbst als Einzelnen zu reflektieren ist eine Kriegserklärung an die Ströme der Kollektivierung und Vereinnahmung. Sich als Einzelner zu positionieren ist schon der Kampf gegen Totalität, Fremdbestimmung und Auflösung in der gesichtslosen Masse.

Friedenszeiten werden für uns erst beginnen, wenn wir wieder Soldaten sehen können. Denn eines, was wir wieder einsehen und lernen müssen ist, dass Werte und Gutes aktiv geschützt und verteidigt werden müssen.

Für uns steht es dabei als erste Aufgabe an, geistig mitzukommen und psychisch
nachzureifen, um dem Neuen gewachsen zu sein. Das geht zunächst nur einige von uns an, die die Führung und die langsame „Übersetzung“ für die anderen leisten. Denn ihre zweite Aufgabe wird dann sein, Verantwortung und Führung zu übernehmen. Zwei Muskeln, die wir nun schon seit drei Generationen nur noch spärlich im engen Gefängnishof der „Wirtschaft“ betätigen konnten, die aber weitgehend atrophiert sind.

Solch eine Führung kann in kürzester Zeit eine geistige und ethische Infrastruktur aufbauen – zuerst in uns selbst und dann äußerlich und ganz konkret sichtbar in der Gemeinschaft. Sie wird aufgebaut aus Verantwortungsbewusstsein und individueller Freiheit. Unser Leben kann dann wieder durch solch eine gesunde Infrastruktur fließen, geordnet werden und sich entfalten. Sonst haben wir den Kräften der Regression und Zerstörung nichts entgegenzusetzen.

Wir müssen dafür eine Menge alter Gewohnheiten und verklebter Bequemlichkeiten loswerden. Wir werden eine Freiheit an die Hand bekommen, für die wir erst noch kompetent werden müssen.

Dieser Text soll Inspirationen und Hinweise zu solch einer Infrastruktur geben. Er soll greifbar machen, was wir einsehen und verstehen und wie wir uns umstellen müssen, um dem Neuen nicht nur gewachsen zu sein, sondern vielmehr selbst daran zu wachsen und eine neue Welt von Entfaltung und geistiger Entwicklung aufzubauen und zu erhalten.

Es wird einige bittere Pillen zu schlucken geben, denn wir werden Dinge sehen und erkennen müssen, die wir bisher vermieden haben zu sehen. Aber das gehört zum Erwachsenwerden dazu: zu erkennen, dass wir Verantwortung tragen müssen für das, was passiert und auch für das, was passiert ist. Aber Verantwortung ist nicht Schuld, dazu kommen wir später noch.

Die schlechte Nachricht zum Bevorstehenden ist: es wird anstrengend und viele werden sich ziemlich strecken müssen; viele werden Schwierigkeiten haben, mitzukommen. Die gute Nachricht ist: wir müssen nur unser eigentliches Wesen freilegen und die Kraft unserer eigenen Anlagen und Talente wiederentdecken. Das wird eine Menge Freude und Wohlfahrt mit sich bringen, die wir gar nicht mehr für möglich gehalten haben in unseren Dämmerzellen. Anstrengung und Belohnung gehen Hand in Hand. Wir müssen nicht die Welt retten, sondern nur uns selbst. Wir müssen nichts zurückerobern außer uns selbst. Die nun anstehende Einsicht, dass kein Kollektiv in der Welt entfremdeter und fremdbestimmter ist als wir, sowie die anstehenden realen Herausforderungen unserer eigenen Genesung werden uns ausreichend Demut und Bescheidenheit lehren und uns gleichzeitig von falscher Scham und Minderwertigkeitskomplexen befreien. Auch das geht Hand in Hand.

Wir können jetzt nicht mehr dem mentalen Kurzschluss verfallen, dass wir bereits diejenigen seien, an denen die Welt zu genesen hat. Dieses lichtbringende Wesen ist noch zu weit weg von uns, um für uns in Reichweite zu sein, geschweige denn verkörpert zu werden. Aber der Ruf danach ist vorhanden. Auf ihn gilt es zu antworten. So kommen wir Schritt für Schritt in Verantwortung.

Aufbau dieser Text-Reihe

Aufgrund der Länge werde ich den ganzen Text in einzelne Artikel unterteilen, die der Reihe nach erscheinen werden und auch für sich selbst stehen. Die Artikel folgen der Gliederung in drei Abteilungen.

In Abteilung 1 geht es um die Situation, in der wir uns befinden und von wo aus wir also anfangen müssen. Wir müssen einen Blick für das kulturelle und gesellschaftliche Trümmerfeld bekommen, in dem wir uns bewegen.

Abteilung 2 widmet sich den Erkenntnissen, die wir brauchen, um unsere Situation zu verstehen und einen neuen Standpunkt außerhalb von ihr zu begründen.

Es wird in dieser Abteilung um die wichtigsten Hemmnisse für unser Wesen und unseren Geist gehen, die wir erkennen und durchschauen müssen: (1.) das Phänomen „Links“, (2.) der angebliche, sogenannte „Schuldkomplex“, (3.) die zerstörerische Dynamik von „Geld“, (4.) die Borniertheit der akademischen Welt und der sogenannten „Elite“, (5.) die Verwirrung durch Pseudo-Spiritualität und (6.) Angst als tiefsitzende Blockade von Lebensenergie und Steuerelement des kranken Systems.

In Abteilung 3 kommen wir dann zu den konkreten Herausforderungen und Aufgaben, die sich für uns daraus ergeben, und wie wir uns gemeinsam und jeder einzelne für sich konkret darauf vorbereiten können. Ich erkläre, wie wir Verantwortungsfähigkeit und Führungsstärke entwickeln können, indem wir bessere Landkarten des menschlichen Geistes erstellen, eine gesunde Ego-Entwicklung fördern, unsere Wahrnehmung verfeinern und die wichtigsten Antagonisten von Angst stärken.

Im Moment schreibe ich noch an den einzelnen Teilen. Sollte sich im Laufe des Schreibens etwas im Aufbau ändern, aktualisiere und ergänze ich das hier in der Übersicht.

Bereit? Legen wir los…

Trümmerhaufen, vor denen wir stehen

Vor uns liegen große Aufgaben. Wie 1945 stehen wir vor einem riesigen Trümmerhaufen, wo wir bis gestern noch unsere Heimat und unser Tagesgeschäft hatten und uns sicher fühlten. Doch diesmal ist der Trümmerhaufen ein geistiger: zersplittert und zerfasert liegen vor uns die leblosen Reste von Verstand, Moral, Herzlichkeit und sozialer Intelligenz. Diesmal sind wir selbst die Ruinen. Unser Innenleben, unsere Herzen und unsere Kraft für Glaube, Liebe und Hoffnung sind zerrissen und durchlöchert. Diesmal ist unsere Gesellschaft das gekenterte Wrack und unsere Werte, unsere sozialen Fähigkeiten und unser menschliches Potenzial liegen zertreten und verdreckt am Boden.

Dieses desaströse Ergebnis eines langen Krieges ist jetzt, im Februar 2020, nur für eine kleine Minderheit deutlich erkennbar, für die Mehrheit aber bereits fühlbar als ein Empfinden von „So geht es nicht weiter“ und „Das alles hier hat keine Zukunft“. Die meisten Menschen in Deutschen Landen sind sich nicht bewusst, dass wir seit Jahrzehnten im Krieg sind, oder besser gesagt, dass dieser Krieg seit über hundert Jahren ununterbrochen geführt wird. Sie sind gerade deswegen Opfer dieses Krieges und in einer schlimmeren Lage als jemals ein geschundenes Volk, denn sie (er-) kennen nicht einmal mehr ihre Feinde, so blind sind sie geworden; sie sind unfähig, die Bedrohung zu orten, unter der sie leben, und sind damit ihren Feinden auf Gedeih und Verderb ausgeliefert wie eine Herde verirrter Schafe.

Denn dieser Krieg ist seit 75 Jahren im Wesentlichen kein materieller mehr, in dem es um Territorium, Gold oder Wirtschaftsmacht geht, sondern ein psychischer, in dem es um Macht und geistige Kontrolle geht und der daher auf Bewusstsein gerichtet ist. Bewusstsein ist das, was wir – als Potenzial – überhaupt noch übrig haben. Über alles andere haben wir bereits jegliche Kontrolle verloren und werden kontrolliert. Es würde die meisten innerlich schock-gefrieren lassen, wenn sie sehen könnten, wie kurz vor dem Ende jeglicher Menschlichkeit wir bis vor kurzem standen – und was das bedeutet hätte. Diejenigen, die am lautesten demonstrieren und zur Revolution aufrufen, haben keine Ahnung, was wirklich vor sich geht und mit welchem Gegner sie es zu tun haben. Ihre Naivität schützt sie vor der Wirklichkeit, in der sie hoffnungslos verstrickt und gefangen sind. Alle Demonstrationen und Aufstände werden von der Gefängnisleitung überwacht und genehmigt, oft sogar organisiert.

Es geht also um Bewusstsein. Bewusstsein ist die kostbarste Währung im Universum. Und es gibt Kräfte, auf die Bewusstsein so wirkt wie Sonnenlicht auf einen Vampir: tödlich. Diese Rumpelstilzchen leben davon, dass man sie nicht „beim Namen nennen kann“, d.h. dass man sie nicht als das erkennt, was sie sind. Sie müssen demnach dafür sorgen, dass Bewusstsein (Licht) auf einem geringen Niveau gehalten wird.

Damit das alles nicht nach Bilderbuch-Verschwörung oder Science-Fiction-Thriller klingt, will ich ganz deutlich machen, dass es sich hier um psychische Kräfte handelt, die zur Natur des Menschseins gehören und die also in uns allen wirken. Es geht nicht um einen Mister X, der à la James Bond irgendwo in einem Bunker sitzt und versucht, die Weltherrschaft an sich zu reißen, sondern um etwas viel Umfassenderes und Subtileres, nämlich den Widerstreit zwischen unbewussten und bewussten Kräften im Menschen. Das heißt also in jedem von uns – auch in dir.

Falls du nicht weißt, wovon hier die Rede ist oder schon deine Schublade „Blödsinn“ aufziehst, ist das kein Beweis, dass es diesen Krieg nicht gibt. Es könnte sogar im Gegenteil ein Hinweis darauf sein, dass du in diesem Krieg zu den bisherigen Opfern gehörst. Denn Unwissenheit kann ein Zeichen für Mangel an Bewusstsein sein. Desinteresse, Mangel an Neugier, Vorurteile, Vermeidung und alle Arten der kognitiven Dissonanzreduktion (s. dazu weiter unten) sind ein ganz sicheres Zeichen für niedriges Bewusstsein.

Dieser Artikel ist für diejenigen geschrieben, die auf die Seite der Bewusstseinsentwicklung wechseln oder anderen helfen wollen, aus der Bewusstseinsblockade heraus auf die andere Seite zu gelangen; und für die, die sich berufen fühlen, aus eigener Initiative am Aufräumen des geistigen Chaos oder am Wiederaufbau von Kultur und (Selbst-)Bewusstsein mitzuwirken. Für sie soll das Folgende Hinweise und Denkanstöße geben, um Holzwege, die ein oder andere Sackgasse und Sich-im-Kreis-Drehen zu vermeiden.

Bewusstseinsentwicklung

Bewusstseinsentwicklung ist ein sehr fragiler Prozess. Er hängt wie alle lebendigen Entwicklungsprozesse vom Milieu, also von der Umgebung ab. Ein Kind, das in einer Umgebung von achtsamen, aufrichtigen und mental wachen Erwachsenen aufwächst, wird ein anderes Bewusstsein entwickeln als ein Kind, das von Unachtsamkeit, neurotisch-egozentrischem Verhalten oder emotionaler und mentaler Dumpfheit umgeben ist.

Das moderne Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) ist keine Krankheit von Kindern, sondern ihre natürliche Reaktion auf ein Aufmerksamkeits-Defizit der Umgebung. Genauer gesagt ist es die Reaktion auf ein Resonanz-Defizit. Kinder brauchen Resonanz, um sich sicher zu fühlen, eine stabile Integrität und schließlich eine resiliente und lernfähige Psyche zu entwickeln. Resonanz heißt, dass das Kind bemerkt, dass die wichtigen Erwachsenen auf seine Signale so eingehen, dass es sich stimmig und passend anfühlt. Durch diesen „Dialog“ zwischen sendendem Kind und zurücksendenden, das Kind spiegelnden Erwachsenen entsteht das Bewusstsein des Kindes. (Selbst-) Bewusstsein ist ein innerer Dialog, der zunächst gelernt wird durch diese reale Beziehungserfahrung, dieses synchronisierte Hin-und-her von Signalen.

Die Humanistische Psychologie und ihre Schwester, die New-Age-Pseudo-Spiritualität verstehen das nicht. Sie gehen davon aus, dass wir Bewusstsein und „unser Selbst“ in uns finden, ganz so wie ein Pflaumenbaum im Pflaumenkern steckt, den man nur hervorholen muss. Diese Analogie aus dem Pflanzenreich wird dem Menschen nicht gerecht, weil vegetatives Wachstum nicht zu (individuellem) Bewusstsein führt. Menschliches Bewusstsein ist supra-vegetativ und sogar supra-animalisch.

Unser Gehirn ist also darauf ausgelegt, Bewusstsein für uns selbst durch den Kontakt mit anderen zu entwickeln. Das Kind lernt sich selbst nur durch die Augen und die Reaktionen der Mutter und des Vaters (also durch die Bindungspersonen) kennen. Das gleiche Phänomen können wir später im Leben wieder erleben, wenn wir verliebt sind: wir „sehen den Himmel in den Augen des anderen“ oder „finden uns selbst in den Augen des anderen wieder“. Das ist im wörtlichen Sinne richtig. Es ist das Phänomen, dass wir plötzlich jemanden vor uns haben, in dessen Art, wie er uns anschaut, wir erkennen können, dass dieser andere uns sieht – und zwar einen tiefen Teil in uns, den wir sonst nicht gesehen fühlen. Deshalb fühlen wir uns „erkannt“.

Das Ganze geht sogar noch einen Schritt weiter: wir sehen dann nicht nur, wie der andere uns sieht, sondern auch das gegenseitige Sich-gesehen-Fühlen. Diese Verschachtelung nennen wir Intimität oder „tiefe Verbindung“ und sie beruht auf der phantastischen Fähigkeit unseres Gehirns, subtilste Schwankungen in der gegenseitigen Synchronisierung (z.B. im Ausdruck von Emotionen und deren Beantwortung) zu registrieren und daraus abzulesen, ob der andere fühlt, was wir fühlen, und ob er fühlt, dass wir ihn fühlen. Wer z.B. letzteres nicht gelernt hat, der muss immer nachfragen: „Liebst Du mich noch?“. Diese Frage kommt uns seltsam vor, wenn wir davon ausgehen, dass man das doch fühlen kann. Aber das muss unser Gehirn eben erst über viele Jahre und tausende von guten Mikro-Erfahrungen lernen. Vor allem aber muss es dafür häufig genug die reale Erfahrung gemacht haben geliebt, d.h. gesehen und gespiegelt, zu werden.

Interessant für unser Thema sind nun drei Aspekte dieser Entwicklungsdynamik: Erstens können wir unser Selbstbild nur aus dem heraus entwickeln, was wir (in den ersten drei Lebensjahren) von außen gespiegelt bekommen haben. Das ist der Grund, warum die meisten von uns sich selbst im großen Ganzen so sehen, wie die Eltern sie als Kleinkinder gesehen haben. Wir wundern uns, warum wir mit uns selbst so ungeduldig sind, uns minderwertig oder nicht liebenswert fühlen, davon überzeugt sind, dass etwas mit uns nicht stimmt, uns etwas fehlt oder wir nie etwas gut genug machen – nun, diese Selbstbilder hat unser Gehirn kreiert, indem es die Blicke und Reaktionen unserer Eltern aufgesaugt hat. Wenn wir auf die Welt kommen, weiß unser Gehirn nichts über uns selbst. Wir lernen uns erst durch andere kennen.

Der zweite interessante Aspekt ist, dass man dieses Gefühl, „wirklich gesehen zu sein“ nicht manipulieren kann. Die Wahrnehmung des Gehirns für die Unterschiede zwischen „echt“ („wirklich gesehen werden“) und „unecht“ („nicht wirklich gesehen werden“) ist so fein und so komplex-umfassend, dass sie sich durch kein noch so raffiniertes und trainiertes Verhalten täuschen lässt. Solange wir diesen Unterschied wahrnehmen können, wissen wir immer sofort – innerhalb von Sekunden – ob jemand uns sieht und uns meint oder ob er nur so tut.

Der dritte wichtige Aspekt ist, dass die Erfahrung “sich gesehen fühlen“ die Grundlage für Empathie, also Einfühlungsvermögen, ist. Denn nur durch die Spiegelung im anderen lernt mein Gehirn, dass mein Gegenüber auch Gefühle hat (so wie ich), Gedanken (so wie ich), Intentionen (so wie ich), Bedürfnisse und Wünsche (so wie ich) usw. Diese Fähigkeit, den anderen als psychisches, fühlendes Wesen wahrzunehmen und darin eine verbindende Gemeinsamkeit („Brüderlichkeit“) zu spüren, nennt man in der Psychologie Mentalisierung. Und diese Mentalisierung ist die Grundlage für Selbst-Empathie, also der Fähigkeit, eigene Emotionen und Gefühle wahrnehmen, benennen und regulieren zu können. Wir sind zuerst empathisch mit anderen und dann daraus empathisch mit uns selbst.

Entwicklungsstörungen: kein Selbst, keine Fühlen

Ich beschreibe hier das Ideal der Entwicklung. Die meisten Menschen auf unserem Planeten entwickeln diese Mentalisierung nur rudimentär. Ihr Verhalten wird üblicherweise durch Gewohnheiten und Angst vor Strafe, d.h. vor schlechtem Gewissen, gesteuert. Auch wenn es „empathisch“ aussieht, kann es durchaus bloß das sein, was sie gelernt haben, „was man eben tut“. Durch sehr frühe, vorgeburtliche oder Säuglings-Traumata kann die gegenseitige Signal-Synchronisierung gestört und damit die Basis von Empathie blockiert werden. Solche Menschen müssen sich dann bereits als Kleinkind in einer Welt orientieren, mit der sie kaum über eigene Impulse und Signale in Kontakt gehen können. Deshalb verkümmern diese Signale dann und diese Menschen verlieren dementsprechend ihre Fähigkeit sich einzufühlen und sich selbst zu fühlen.

Da, wo ein gesundes Kind zunächst ein körperliches, dann emotionales und später mentales Selbst entwickelt, ist bei diesen Menschen dann im Extremfall – nichts. Das ist schwer vorstellbar und im Kontakt, wenn man diese Leere in so einem Menschen bemerkt, äußerst unheimlich und erschreckend. Denn da ist tatsächlich niemand. Wir haben den Eindruck, mit einer sprechenden Hülle zu tun zu haben, die äußerlich zwar wie ein Mensch aussieht, aber keine echte Resonanz auf Signale von Menschlichkeit (Gefühle, Intentionen, Stimmungen) zeigt. Solche „selbstlosen“ Menschen werden je nach ihren sonstigen Funktionsfähigkeiten als autistisch, Borderline oder psychopathisch bezeichnet. Dies sind jedoch bloß unterschiedliche Stufen, wie gut derjenige eine Person oder Persönlichkeit simulieren und damit im sozialen Leben irgendwie funktionieren kann. Solche Menschen fallen zuweilen in unseren unpersönlichen Systemen und Organisationen gar nicht besonders auf, sie können darin sogar sehr erfolgreich sein.

Eine echte Beziehung jedoch ist mit so einem Menschen nicht möglich, denn dafür müsste es in ihm ein Selbst geben, an das man andocken kann. Solche Menschen können Beziehungen, soziales Verhalten, sogar Gefühle usw. simulieren, indem sie mühsam und akribisch lernen, das Verhalten von fühlenden und sozialen Menschen zu imitieren. Sie sind in einem permanenten Modus von „So-tun-als-ob“ und kennen es auch nicht anders.

Ihr konstantes Problem dabei ist, dass sie die fühlenden und sozial verbundenen Menschen um sich herum nicht verstehen können. Diese sprechen eine Sprache, die sie nicht dekodieren können und die vor allem keinen Sinn zu machen scheint, denn ihr eigener Antrieb ist prä-emotional und rein instinktiv: Überleben und das eigene Sicherheits-Empfinden sicherstellen und vergrößern.

Fühlende Menschen tun Dinge, die aus dieser kalten emotionslosen Sicht, die rein vom Stammhirn aus gesteuert wird, nicht nur sinnlos, sondern fatal erscheinen. Sie lachen z.B. heiter über einen Witz oder lächeln, wenn sie eine befreundete Person wiedersehen; sie geben Geld für etwas so Sinnloses wie Musikkonzerte aus oder gehen stundenlang mit jemandem Hand-in-Hand am Strand spazieren; sie schauen sich alte Fotosammlungen an, vergessen die Zeit über einem Liebesroman oder treffen sich in kleinen Gruppen und sprechen darüber, wie es ihnen geht. Vor allem aber haben fühlende Menschen Dinge, die für Psychopathen überhaupt nicht greifbar und verständlich sind: ein Gewissen, Empathie und Sinn für Solidarität.

Das Problem für Psychopathen ist nun, dass fühlende Menschen nicht berechenbar und deshalb schwer kontrollierbar sind. Das versetzt sie ständig in Alarmbereitschaft, weil sie sich dauernd durch dieses Ungewisse bedroht fühlen. Was ist also automatisch ihr Bestreben? Sie versuchen, die anderen Menschen berechenbarer zu machen. Und das funktioniert nur, indem sie deren Fühlen soweit wie möglich reduzieren und sie dazu zwingen, ebenfalls nur auf Stammhirn-Niveau zu funktionieren. Und dafür gibt es viele Möglichkeiten, die der erfolgreiche Psychopath von heute über Generationen und Jahrhunderte von Versuch-und-Irrtum entwickelt und verfeinert hat.

Versetzen wir uns zum besseren Verständnis als nächstes einmal in einen Psychopathen.

Crashkurs: Bewusstsein und Kultur zerstören

Wenn ich ein Psychopath bin, stehe ich chronisch unter Angst. Angst entsteht überall dort, wo in uns der natürliche Fluss von Impulsen, Gefühlen und Entfaltung unterbrochen ist. Die Blockade der emotionalen Entwicklung durch schwere Traumata, mit denen der Körper nur durch eine komplette Abspaltung des Fühlens fertig werden kann, sorgt dafür, dass ich chronisch unter Angst stehe und dadurch permanent zu zwei Dingen getrieben werde: zur Suche nach mehr Sicherheit und mehr Kontrolle. Letzteres zeigt sich dann zwischenmenschlich in meiner Besessenheit von Macht und Machtgewinn. Etwas anderes interessiert mich nicht wirklich. Allerdings werde ich mit keiner noch so großen Macht, Kontrolle und körperlichen Sicherheit jemals zufrieden sein, denn die Angst in meinem System wird dadurch gar nicht weniger.

Fühlende, soziale Menschen rufen aufgrund ihrer Unberechenbarkeit besonders viel Angst in mir hervor. Am liebsten würde ich sie alle vernichten, aber das ist ungünstig, denn ich brauche sie für verschiedene Zwecke meines Selbsterhalts und zum Ausleben meiner Gier nach Macht. Mein Verstand ist scharf wie ein Messer und ebenso meine Beobachtungsfähigkeiten und mein Gedächtnis. Denn Gefühle, Gewissen, Moralvorstellungen oder Mitgefühl habe ich nicht, so dass sie meine kalte Klarheit und Zielgerichtetheit nicht beeinflussen können, wie sie es bei gesunden Menschen tun. Ich arbeite nur mit meinem Verstand und dem Instinkt des Stammhirns. Ich bin wie ein Reptil mit brillantem menschlichem Verstand, der durch kein Gefühl getrübt oder eingeschränkt wird. Mir fehlen bloß Fühlen, Herz und soziales Bewusstsein. Aber das kann ich lernen, durch Verhalten zu simulieren. Die meisten bemerken den Unterschied eh nicht.

Wie bringe ich nun aber die fühlenden, emotional bewussten Menschen unter meine Kontrolle? Ich muss immer wieder zwei Dinge erreichen: erstens muss ich sie so traumatisieren, dass ihr Fühlen abgeschaltet ist, und muss dann dafür sorgen, dass sie es nicht wieder zurückgewinnen, sondern stattdessen nach meiner Pfeife tanzen, d.h. sich an dem orientieren, was ich ihnen vorgebe. Das ist leicht erreicht, indem ich ihr Empfinden von Sicherheit mit meinen Vorgaben verknüpfe. Ich biete ihnen also nach jedem Trauma meine bevorzugte Variante von Sicherheit an, dann werden sie alles annehmen und meine Kontrolle nicht nur akzeptieren, sondern sich sogar an sie klammern und sie mit Zähnen und Klauen verteidigen.

Da mein System äußerlich, physisch und politisch für mehr Sicherheit sorgt, werden sie ihm mehr vertrauen als ihrem eigenen Gefühl und ihrer Intuition. Alles, was dann noch aus ihrem Gefühl aufsteigt, erleben sie als verwirrend verunsichernd, so dass sie sich umso fester an mein Sicherheitssystem klammern. Das habe ich fest im Geld verankert, so dass die Menschen längst reflexartig „Geld“ mit „Sicherheit“ gleichstellen. Geld gibt ihnen ein Sicherheitsgefühl, wovon sie immer mehr brauchen, weil ich das System immer wieder destabilisiere und die Menschen verunsichere.

Aus diesem immer engeren Teufelskreis kommen sie nicht mehr heraus, solange niemand ihnen das Vertrauen in ihre eigene Wahrnehmung und ihre innere Sicherheit wieder zugänglich macht. Die natürliche Neigung zum Gesunden, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, habe ich in früheren Zeiten dadurch kontrolliert, dass ich die Lebensverhältnisse immer mal wieder ins Chaos bringe. Ich habe dafür (und nur deshalb) Revolutionen, Wirtschaftseinbrüche, Crashs und Kriege organisiert. Später kamen die technischen Möglichkeiten für künstliche „Naturkatastrophen“ hinzu, da ließ ich die Menschen durch Erdbeben, Flutwellen oder Tornados ins Chaos stürzen. Das ist heute in der westlichen Welt kaum noch nötig. Die Menschen haben keinen Kontakt mehr zu ihrem eigenen, inneren Sicherheits-Zentrum sind daher komplett abhängig von äußeren Umständen und dabei sogar noch extrem instabil – also ganz leicht zu lenken. Für akute Fälle habe ich die Schlägertrupps der völlig Desorientierten als ‚Antifa‘ organisiert, ansonsten erledigen kleine Terroristengruppen die Einschüchterungs- und Vernichtungsjobs unter der Leitung der Geheimdienste. Für den Durchschnittsbürger reichen allerdings meine frei erfundenen Zeitungsmeldungen und emotional aufgebauschten Tagesthemen.

Sobald ich genug Menschen in dieses System von Angst und Kontrolle verwickelt habe, wird daraus ein Selbstläufer. Die Versklavten werden von sich aus immer neue Sklaven heranziehen. Dann können wir anfangen, die Gesellschaft und Kultur nach meinen Angst- und Kontroll-Prinzipien umzubauen, mit dem Ziel, dass Mitgefühl und menschliches Selbstbewusstsein erst gar nicht mehr entstehen können. Wir wollen sie möglichst früh im Keim ersticken.

Der Zwang in die Regression

Der entscheidende Mechanismus dafür ist, dass wir die Menschen immer mehr daran hindern, ihrer natürlichen Entwicklung (Progression), also ihrer biologisch-seelisch-geistigen Entfaltung zu folgen. Wir zwingen sie immer mehr in die Regression, d.h. ins Verharren und Steckenbleiben auf frühen Entwicklungsstufen. Dafür müssen wir sie nur ausreichend und früh genug traumatisieren, denn ein Trauma führt dazu, dass die Entwicklung gestoppt wird.

Zunächst müssen wir die gesunde sexuelle Entwicklung verhindern, denn in der Sexualität liegt die größte Freiheits- und Bewusstseinskraft des Menschen. Ein sexuell freier Mensch ist geistig nicht mehr manipulierbar. Die Energie der Sexualität (Kreativität) ist das einzige auf dem Planeten, das jeglicher weltlichen Macht überlegen ist. Wenn (politische, intellektuelle) Macht gegen Sexualität antritt, verliert Macht immer und Sexualität gewinnt. Zumindest auf lange Sicht. Wir können sie also nicht zerstören, aber wir können sie so fragmentieren und verwirren, dass sie sich nicht mehr entfalten kann. Das machen wir so: zuerst tabuisieren wir Sexualität bis die Menschen verinnerlichen, sie sei „schlecht“ und „böse“. Dadurch spalten wir die instinktive Energie vom Herzen ab (Prinzip: (zer)teile und herrsche). Dann sorgen wir dafür, dass Jugendliche und Kinder immer früher von der herzlosen Sexenergie überschwemmt, überaktiviert und am besten traumatisiert werden. Sie werden dann kaum jemals wieder eine Chance haben, ein gesundes Selbstbewusstsein und geistige Integrität zu erlangen.

Von da aus müssen wir die Menschen nur auf immer früheren Entwicklungsstufen blockieren und stoppen.

Statt gesunder Solidarität der Stärke, fördern wir schon bei Schulkindern unter permanentem Leistungsdruck die Spaltung in einerseits Solidarität mit den Schwächsten und anderseits isolierte Einzelkämpfer. So sind beide leicht zu kontrollieren. Dann zerstören wir die Fähigkeit der vorhergehenden Entwicklungsstufe, sich eine eigene und neue Meinung aus Informationen und im Dialog zu bilden, indem wir immer nur eine Meinung als richtig gelten lassen und jede Form von Diskurs unterbinden. Dann widmen wir uns der Stufe der Vorschulkinder und verwirren die Bewusstwerdung der natürlichen Geschlechtsidentität. Wir reden den Menschen ein, es gäbe viel mehr als zwei Geschlechter, die sowieso nur ein theoretisches Konstrukt ohne physische Realität seien. Das funktioniert tatsächlich, wenn man das Denken und Glauben der Menschen möglichst früh von ihrer Biologie und körperlichen Selbstwahrnehmung abkoppelt. In dem Alter können Kinder Realität und Fantasie noch nicht gut auseinanderhalten. Das ist wunderbar, denn ab jetzt können wir ihnen jede Fantasie, jede Ideologie, jedes noch so absurde Glaubenssystem und jegliche Idee als „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“ verkaufen. Ihre Realität besteht aus unseren Ideen und ihre Fantasie ersticken wir durch eine Überfülle an Bildern, Fernsehen, Computerspiele und permanenter Stimulierung. Dann haben wir sie schon ganz früh willenlos unter unserer Kontrolle und sie haben so gut wie keine Möglichkeit, da jemals wieder raus zu kommen.

Grafik: Auswirkungen von Entwicklungssblockaden je nach Altersstufe und psychischer Entwicklung von der Geburt bis in die Pubertät

Wir haben dann eine Gesellschaft von geistig 3- bis 4-Jährigen, die sich für erwachsen halten, aber in jede Richtung steuerbar sind, in der wir sie haben wollen. Wofür wir Kinder und kindliche Menschen außerdem noch brauchen, dazu komme ich weiter unten noch.

Quantität statt Qualität

Damit das mit der kompletten Kontrolle von Kultur und Gesellschaft auch wirklich funktioniert, erfinden wir möglichst früh schon ein Geldsystem, das alle Wertvorstellungen und Lebensbereiche der Menschen vereinnahmt, so dass auch die Menschen von unserem selbsterfundenen, selbstproduzierten Geld abhängig werden. Wir koppeln jede menschliche Tätigkeit an dieses Geld, vor allem alles Geistige, also insbesondere Bildung, Wissenschaft und Kunst. Nach ein paar Generationen sind die meisten Menschen so Geld-hypnotisiert, dass sie „von allem den Preis kennen, und von nichts mehr den Wert“. Und wir bestimmen die Preise! Alles Wertlose und Geistlose machen wir teuer und erstrebenswert und alles geistig Wertvolle unerreichbar oder unattraktiv. Wir sorgen zum Beispiel dafür, dass die gesammelten Werke von Goethe für fünf Euro und die Bibel (unsere Version der Bibel, wohlgemerkt!) sogar kostenlos zu haben sind – was nichts kostet, kann auch nichts wert sein, nicht wahr? Und wenn jede Musik, jeder Film, jeder Text mit einem Maus-Klick erreichbar sind, dann lässt sich keiner mehr wirklich auf irgendetwas ein und sie sind wirkungslos. Wir zerstören Qualität und Wertschätzung durch Quantität und Übersättigung. Und was uns wirklich gefährlich werden könnte, tabuisieren oder verbieten wir.

Außerdem: Wer über das Geld bestimmt, kontrolliert die Politik und damit die Nationen. Das funktioniert, weil wir nur korrupte und steuerbare Personen nach oben lassen. Wir gründen ein Zentralbankensystem, das wir kontrollieren können und von dem alle Regierungen der Welt abhängig sind. Von dort aus können wir Politiker, Medien und Wirtschaft nach unseren Interessen ganz einfach steuern. Wer unsere Agenda vorantreibt, wird mit Geld überschüttet, wer gegen uns arbeitet, dem entziehen wir alle monetären Mittel.

Dadurch kommen mit der Zeit die unmoralischsten, rücksichtslosesten und perversesten Menschen nach oben in immer höhere Machtpositionen und die gesündesten bleiben ganz unten auf der Ebene gesellschaftlicher Bedeutungslosigkeit.

Schließlich, wenn alles geldabhängig geworden ist und niemand mehr mit Moral und Anstand auf einem Machtposten sitzt, lassen wir das Geld immer knapper werden, so dass die Menschen immer mehr arbeiten müssen um einen immer niedrigeren Lebensstandard zu halten. Das unterstützt auch den permanenten Stresszustand, den wir brauchen, damit niemand Zeit und Ruhe findet, über unser krankes und sinnloses System nachzudenken. Als graue Herren ist es unsere Lebensaufgabe, den Menschen ihre Lebenszeit wegzunehmen, damit sie uns dienen. Die Leute schlucken unsere Parolen, weil sie unter Stress stehen und nicht mehr denken können. „Zeit ist Geld“ sagen wir ihnen. Das ist natürlich Unsinn, aber die Leute glauben es uns. Und wir benutzen für unsere Zwecke das einzige, was ihnen gehört: ihre Lebenszeit.

Wir können ihnen das Blaue vom Himmel erzählen und sie geben es sogar eins zu eins an ihre Kinder weiter. Wir erfinden also eine Geschichte, die unsere Spuren unsichtbar macht und den Menschen jegliches Selbstvertrauen, das Vertrauen in ihre eigene Wahrnehmung und jeglichen Gedanken an Freiheit nimmt. Daraus machen wir die Geschichtsbücher für die Schulen. Wir erfinden Krankheiten, die wir durch Gifte hervorrufen, und dann die passende „Medizin“ dazu, mit der wir die Menschen nach Belieben weiter schwächen und töten können, z.B. durch Impfstoffe oder Chemotherapien. Wir erfinden eine „Psychologie“, die von der Psyche der Menschen völlig ablenkt und den Menschen einredet, sie seien im Grunde nur konditionierte Ratten oder Instinkt-Maschinen, die von außen (also von uns) kontrolliert („kultiviert“) werden müssen. Wir erfinden eine „Genetik“, die die Idee von Geist und Bewusstsein auslöscht. Wir erfinden eine „Spiritualität“, die wir „New Age“ nennen und die die Fähigkeit, sich an echte Spiritualität anzubinden, komplett lähmt. Die New Age-Psychologie und Pseudo-Esoterik funktioniert nach den Prinzipien des Marktplatzes: wer am lautesten schreit oder die neueste Attraktion anbietet, der verkauft am meisten. Und die „spirituelle“ Kundschaft frönt ihres Konsumrausches: täglich frische Erlösungsversprechen – alle mit Anti-Anstrengungs-Garantie. Und keiner bemerkt den Widerspruch und den Betrug.

Die „Sucher“ verlieren sich in diesem Überangebot immer neuer Packungen, auf denen „Entwicklung“ und „Erkenntnis“ drauf steht, in denen aber nur wertloses Verpackungsmaterial und ansonsten Verwicklung und Regression enthalten sind.

Damit haben wir dann auch diejenigen beschäftigt, die trotz unserer „Kultur“ noch Herzqualitäten und eine Intuition für Freiheit in sich tragen. Wir schütten sie mit halbwahren Botschaften aus Channelings, Engelkarten-Sets, Druiden-Märchen oder UFO-Rettungen zu, mit denen sie so sehr beschäftigt sind, dass sie die Bedeutungslosigkeit nicht mehr bemerken. Oh, und wir fördern auch die neuen Borderline-Propheten: all diese Kindmenschen zwischen 14-24, die kein gesundes Ich-Bewusstsein entwickeln konnten und stattdessen ihren andächtigen Zuhörern verkünden, was für Stimmen sie hören. Diese Kinder-Propheten sind bloß „tönende Erze oder klingende Schellen“ (1. Kor, 13:1) und für uns leicht für unsere Agenda zu nutzen. Sie können nicht den geringsten Widerstand leisten und funktionieren, vor allem bei den naiveren Menschen in der Bevölkerung, als sentimentale Hoffnungsträger. Sie verstehen nichts. Sie arbeiten für uns.

Angst als Nahrung

Und jetzt kommen wir noch zu einem besonderen Schmankerl. Als Psychopath kann ich meine Angst wie gesagt trotz all der Kontrolle und Macht nicht loswerden. Ich kann sie nur manchmal ausblenden, indem ich mich in Trancen versetze, in denen ich die Anspannung, das Getriebensein und das Gefühl, bedroht zu werden, mal für ein paar Stunden oder Tage schlichtweg nicht wahrnehme. Deswegen bin ich hochgradig daran interessiert, Techniken zur Herstellung starker Drogen zu entwickeln. Da die wirksamsten Drogen vom menschlichen Körper in Form von Neurotransmittern und Hormonen produziert werden, sind z.B. Blutkonserven für mich sehr interessant, vor allem Blutkonserven von Menschen, die diese Neurotransmitter und Hormone besonders intensiv produziert haben, denn meine eigene Trauma-Konstitution kann nur durch sehr starke Drogen übertönt werden. Dafür braucht es Hormone von stark gestressten Menschen. Sie müssen unter möglichst starker Angst stehen – z.B. aus einer akuten Traumareaktion.

Das Zuführen dieser Stoffe löst in mir ein Hochgefühl von Allmacht und Unsterblichkeit aus. In Wirklichkeit pusten sie nur meinen Verstand weg und versenken mein Bewusstsein ins Stammhirn. Aber diese Trips sind nun mal das Höchste, was ich kenne. Und auch wenn sie mein Nervensystem immer mehr zerrütten und mich fahrig werden lassen, will ich immer mehr davon. Ich bin von diesen Drogenstoffen abhängig und da ich weder Mitgefühl noch ein Gewissen kenne, macht es mir auch nichts aus, Menschen, vor allem Kinder, als Produktionsmaschinen meiner Lieblingsdroge zu halten und sie als solche zu handeln. Menschenhandel ist für mich ohnehin ein Handel wie jeder andere auch.

Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Sadist. Ich habe keine Freude daran, Menschen oder Kinder zu quälen oder zu töten. Freude kenne ich ohnehin nicht. Das „höchste Gefühl“, das ich empfinden kann ist eine vorübergehende Erleichterung, wenn ich mich instinktiv sicher fühle. Es geht mir um die Macht, mit der ich Leben zerstören kann. Es geht mir um das Delirium, in das ich mich versetze, indem ich gegen die Natur des Menschseins handle. Das setzt mich unter den Einfluss extremer psychoaktiver Substanzen. Und für alles andere bin ich zu abgestumpft.

Natürlich muss ich das alles geheim halten. Ich streue nur immer mal wieder Halbwahrheiten ins Volk, damit die Schnüffelnasen auf die falschen Fährten gelockt werden. Ich sorge dafür, dass die Menschen alles, was auf meine Machenschaften hinweisen könnte, als lächerlich, abstrus und irrig von sich weisen ohne jemals darüber nachzudenken. Vergesst nicht: ich bin nicht allein. Wir sind Tausende!

Das was die Menschen so gutgläubig naiv „Staat“, „Regierung“ und „Demokratie“ nennen, ist die von uns aufgebaute Gesamtorganisation, mit der wir die Masse der Menschen (leider nie wirklich alle!) in einem Land täuschen, lähmen und kontrollieren können, so dass wir unter dem Deckmantel von „Politik“ unsere gesetzlosen Geschäfte und Machtzeremonien ganz ungestört durchführen können. Wir sitzen an allen Schaltstellen der Legislative, der Exekutive und der Judikative, der Wirtschaft, der Bildung, der Forschung, der Medien und des „Kulturbetriebs“. Das ganze Konstrukt ist streng hierarchisch aufgebaut durch die Belohnung mit Macht und die Kontrolle über Angst und Erpressung. Es gibt darin nicht mehr den geringsten Raum für individuelle, persönliche Entscheidungen oder den Einfluss von gesunden, ethischen Menschen. Wir Psychopathen sind hoch allergisch gegen solche Menschen und erkennen sie schon aus der Ferne. Die lassen wir niemals auch nur in die Nähe unserer Machtzentren. Uns eint und verbindet unsere Unmenschlichkeit. Wir sind Maschinen und unsere Systeme sind Maschinen und wir wollen alles zu Maschinen machen. Die italienische Mafia ist ein niedlicher Kindergarten im Vergleich zu unserem System.

Damit das ganz klar ist: wir machen keine „Verschwörungen“. Dieses Wort soll nur Verwirrung stiften und jegliche Erkenntnis über unsere wahren Machtstrukturen ins Lächerliche ziehen. „Verschwörungen“ – das sind abenteuerliche und überschaubare Einzelaktionen innerhalb einer Grundordnung. Das haben wir schon lange nicht mehr nötig. Wir sind längst das System der bestimmenden und umfassenden Ordnung! Über die Stufe der Verschwörungen sind wir schon seit über 150 Jahren hinaus. Was wir seit über 100 Jahren immer mehr ausweiten sind unsere ungehemmten Machenschaften. Deshalb lassen wir keine „Machenschaftstheorie“ publik werden. Im zweiten Weltkrieg haben wir die letzte ernstzunehmende Gegenkraft gegen uns komplett gelähmt und unter unsere Kontrolle gebracht – die Deutschen. Seitdem gibt es keine Verschwörungen mehr von uns, denn jetzt gehört uns das ganze System und jeder Winkel im System. Wir haben schon lange die komplette und totalitäre globale Kontrolle.

Ja, wir hatten bis 2016 fast alle Führungsfiguren von Regierungen, Militär, Geheimdiensten, Polizei, Justiz, Medien und Kirche unter unsere Kontrolle gebracht und machten uns schon gar keine Sorgen mehr. Wir waren sicher, die Macht über die Menschen der Welt auf ewig zu haben. Aber dann kamen die, die wir nicht kontrollieren konnten…

Fortsetzung folgt (dann mit Link hier).

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Liebe Frau,
liebes Mädchen,
liebes Weib,

weißt Du es schon?

Weißt Du schon – oder ahnst Du zumindest im Stillen –, dass sehr helle Erwartungen und edle Anforderungen auf Dich gerichtet sind? Und dass Du Trägerin großer Hoffnungen bist?

Ich glaube, Du weißt es. Vielleicht noch nicht in klaren Gedanken, aber Dein Gefühl sagt es Dir. Und ich bin mir sicher, dass Du mich verstehen wirst, wenn ich das Große, zu dem Du gerufen bist, hier bloß zu Deiner Erinnerung und Deiner Erleichterung in Worte fasse. Diese Worte sind keine Aufforderung von mir und vor allem nichts, das Dir Angst machen soll. Nachrichtenbringer (die Griechen nannten sie „Engel“) kommen behutsam und beschwören uns zuallererst so: „Fürchte dich nicht!“

Ich habe vor Kurzem einen Weckruf an die „Dichter und Denker“ geschrieben und dabei vor allem an die Männer gedacht. Als Frau kannst Du natürlich auch Dichterin und Denkerin sein, wenn Dir danach ist. Aber wenn ich Dich an Deine tiefere Aufgabe, Deine Berufung erinnern möchte, dann, glaube ich, muss ich Deinen Blick in eine andere Richtung lenken. Vielleicht ruft Dich etwas ganz anderes, um Dich wirklich zu erfüllen. Ich weiß, auch Du sehnst Dich danach, dass die Dichter und Denker aufwachen, und vielleicht spürst Du schon, dass Dir dabei eine wichtige Rolle zukommt. Hast Du Dir das schon einmal überlegt: dass es ohne Dich vielleicht gar nicht geht?

Ich habe in dem erwähnten Artikel (zu den Männern) gerufen: „Wacht auf!“ und mir war dabei klar, dass ich den vielleicht wichtigeren Teil noch verschwiegen habe: Ihr Frauen seid diejenigen, die uns Männer aufwecken können. Vielleicht müssen. Zumindest werdet Ihr sehr gebraucht, damit die Männer wieder in ihre Kraft kommen. Vielleicht muss sogar der erste Schritt von Euch kommen. Also „Dornröschen“ einmal umgekehrt, aber doch auch ganz anders: Ihr sollt nicht mit Schwert und Muskelkraft Mauern und Dornenhecken überwinden. Dieser Irrtum, dass Ihr männliche Rollen spielen müsstet, damit es besser weitergeht, hat sich längst als fatale Sackgasse entpuppt.

Nein, Du wirst Deine Rolle als Erweckende und Wachmacherin nur finden, wenn Du Dich an Deine weibliche Essenz und Deine innere Stimme anbindest.

Wie das gehen könnte, deutet uns z.B. das Märchen „Zar-Jungfrau“ an, über das Robert Bly und Marion Woodman ein ganzes Buch zusammen geschrieben haben. Darin geht es um das „Einschlafen“ des Mannes und seinen langen Weg der „Wiederauferstehung“, für die er den Kontakt mit dem (Ur-)Weiblichen unbedingt braucht. Seine Geliebte, die Zar-Jungfrau, steht psychologisch gesehen für den weiblichen Teil im Mann, der ihn mit seiner Seele und seiner Ganzheit (als Mann!) verbindet. Doch wie am Ende des Märchens der weibliche Teil an diese Verbindung erinnert werden muss, ist aufschlussreich: der Mann muss eine bestimmte Eiche finden, in der eine Truhe versteckt ist. In der Truhe ist ein Hase. Im Hasen ist eine Ente und in der Ente ist ein ganz besonderes Ei. Denn in diesem Ei findet der Mann schließlich die Liebe und die Erinnerung an die Verbindung von Männlich und Weiblich wieder.

Was bedeuten diese Symbole? Zunächst einmal fällt auf, dass alle Symbole zur Natur des Weiblichen gehören: Ei, Ente und Hase sind ganz alte Symbole für Fruchtbarkeit. „Eiche“ und „Truhe“ stehen für die ebenfalls weiblichen Qualitäten des (Auf-)Bewahrens, des Bergens, der natürlichen Beständigkeit in den Lebenszyklen und für das organische Leben an sich. Die Eiche als Baum können wir außerdem als Symbol für die Wirbelsäule verstehen (diese Bedeutung haben Bäume in vielen Mythologien und alten Symbolen). „Im Baum“ oder „unter den Wurzeln des Baumes“ heißt dann: am unteren Ende der Wirbelsäule. Nun stell Dir vor, Du hast am unteren Ende Deiner Wirbelsäule eine Schatztruhe. Also tief in Deinem Becken. Was könnte das für eine Truhe sein? Und welcher Schatz könnte darin liegen? Wie schon gesagt sind Hase und Ente klassische Symbole für die Essenz von Weiblichkeit und Fruchtbarkeit. Und das Ei sowieso.

Könnte es sein, dass ein Weckmittel für die schlafenden Männer, für die Dichter und Denker, für die Wiedergeburt von Kultur und Schönheit, tief im Becken der Frau sitzt? Also in Deinem Becken? Nur als Gedankenspiel: was wäre dann?

Wenn Du dort Deine Aufmerksamkeit hinlenkst und einmal alle gelernten Konzepte und Bilder beiseite lässt, dann kannst Du vielleicht wahrnehmen, dass dort etwas kaum Greifbares und Vages aber ganz Ursprüngliches in Dir ist, das Dich zu Deiner weiblichen Essenz führen kann und eine Kraft in sich birgt, die enormes Potenzial hat.

Worauf ich Dich aufmerksam machen möchte, ist, dass jene Symbole für Fruchtbarkeit (Hase, Ente, Ei) auf ein sehr kraftvolles Potenzial in Dir deuten, das viel mehr ist als nur Empfänglichkeit, passives Aufnehmen, Tragen und Gebären. Weibliche Fruchtbarkeit wurde zu lange nur so einseitig und zur Hälfte gesehen. Nein, es ist Deine Zeugungskraft.

Es geht um die Wiederentdeckung und das Hervorholen dieser aktiven, hervorbringenden und gestaltenden weiblichen Kräfte und Geheimnisse; Deine tief in Dir verwurzelte Fähigkeit, etwas ins Leben zu rufen. Diese Aufgabe, unsere Welt, Gemeinschaft und Kultur umzugestalten, auf natürliche Weise neu aufzubauen und ins Gleichgewicht zu bringen, braucht vor allem feminine Gaben: uns wieder gesund zu machen und uns wieder empfänglich zu machen für höhere (himmlische) Werte. Diese Aufgaben haben wir alle, Männer und Frauen. Aber Dein Zugang dazu als Frau ist ein besonderer, denn als Frau verkörperst Du Weiblichkeit. Du bist deshalb viel näher an diesen Kräften und Fähigkeiten dran. Du bist die Offenbarung des Weiblichen in einem individuellen Menschen und Körper – das ist Dein Potenzial.

Das Märchen sagt aber auch ganz klar: erstmal ist diese Kraft in mehreren Schichten eingeschlossen und im Unsichtbaren verborgen. Quasi unter extremem Sicherheitsverschluss. So leicht kommt man da nicht dran – und das mag auch gut so sein. Der Weg zum Schlüssel könnte ein Weg der Anstrengungen und Prüfungen sein, damit sichergestellt ist, dass der kostbare Schatz nur in die Hände von reifen Wesen gerät. Die Kraft darin muss erst Schicht für Schicht freigelegt, ent-deckt und erworben werden.

Ich glaube, dass das die Herausforderung an die Frauen ist.

Im Folgenden will ich skizzieren, was das konkret bedeuten könnte und wie Du eigene Schritte gehen kannst, um Dein eigenes Ursprüngliches wiederzuentdecken und (nebenbei) auch eine Helferin für die Wiederherstellung echter Männlichkeit zu werden und die Dichter und Denker wach zu küssen.

Rückwärts gehen

Ich weiß, dass Du unruhig bist. Seit Jahren. Seit Jahrzehnten werden die Frauen immer unruhiger. Und ich weiß dass diese Unruhe ganz leicht in verzweifelte Hoffnungslosigkeit oder zu wütenden Ausbrüchen führen kann. Man hat Dir beigebracht, geduldig zu sein, Dich zurückzuhalten und zu warten. Aus Deinem so gut geübten Warten-Können wurde eine Passivität, die sich längst nicht mehr stimmig anfühlt und die Dir nicht mehr gut tut. Aus der Passivität wurde Bewegungslosigkeit und daraus entstand das Gefühl, nichts tun zu können. Zumindest nichts, das mit Deinem Inneren wirklich übereinstimmt. Und über dieses Gefühl der Lähmung und Unstimmigkeit haben sich über viele Jahre, über Generationen hinweg, Irrtümer, Manipulationen, falsche Anleitungen und betäubende Abwehrreaktionen gehäuft, in deren Wirrwarr Du angeblich Deine „Individualität“ finden oder „deine Persönlichkeit entwickeln“ sollst. Das funktioniert nicht und war auch nie dafür gedacht, dass es funktioniert.

Die erste wichtige Frage aber ist: willst Du das überhaupt? Oder besser: was ist es, das Du wirklich willst? Was ist dein innerster, authentischster und wesentlicher Wunsch für dieses Leben (welches sonst?) und in dieser Welt (in welcher sonst?)?

Du weißt es nicht? Du kannst es nicht sagen oder bist verwirrt?

Dann lass uns erst einmal das Gegenteil tun von dem, was überall angepriesen wird: lass uns rückwärts gehen. Um den reinen, ursprünglichen Anfang von Dir zu finden, muss dieses völlig verhedderte Wollknäuel von Selbstbildern und Weltanschauungen, das wahrscheinlich ebenso lange falsch gewickelt wurde wie Du alt bist, erstmal ent-wickelt werden. Lass uns die ganzen Schubkarren voller falscher Überzeugungen, irrealer Vorstellungen, krankmachender Erwartungen und lähmender Verbote wegschaffen – und Dich darunter freilegen.

Als erstes:

Warte nicht mehr auf die Männer!

Wie lange wartest Du schon? Wie lange wartest Du darauf, dass ein Mann (vielleicht ein ganz bestimmter Mann) Dich so anschaut, dass Du sofort erkennen und fühlen kannst: „Er sieht mich!“? Oder darauf, dass er Dir zu verstehen gibt: „Ich will dich auf meinem Weg an meiner Seite!“? Oder darauf, dass Du Dich bei ihm sicher und gehalten fühlst, egal wie Du Dich bewegst oder nicht bewegst, übersprudelst oder Dich zusammenrollst, wütest oder tanzt?

Ja, ich weiß, Du würdest Dich schon über viel Kleineres freuen, wie z.B. einfach wahrgenommen zu werden, wenn Du über die Straße gehst. Erstaunte oder bewundernde oder sogar erregte Blicke auf Dir zu spüren, die Dich wie Spotlights auf eine Bühne heben, auf der Du leuchtender und noch ein wenig stolzer weitergehen kannst.

Ich kenne viele Frauen, die über dieses Warten sauer und giftig geworden sind. (Man sagt über sie: „Sie sind alt geworden“, aber mit Alter hat das nichts zu tun.) Dieses Sich-nicht-gesehen-Fühlen ist schlimmer als die meisten Kränkungen und schmerzenden Verluste.

Deshalb: hör auf zu warten und die phantastische Hoffnung zu pflegen, dass „eines Tages der rettende Richtige kommt“. Vielleicht kommt er eines Tages tatsächlich, aber bis dahin kannst Du es Dir auch gut gehen lassen und Dich voll und ganz leben.

Dass Du dafür auf die Männer (im Allgemeinen) nicht warten darfst, hat zwei gewichtige Gründe. Zum Ersten haben die Männer eine noch viel größere Lernaufgabe vor sich, wenn sie sich aus den Fängen des modernen Zeitgeistes und der geistigen Versklavung befreien wollen. Das hängt damit zusammen, dass der Materialismus, in dem wir seit über 100 Jahren geistig gefangen sind, und der daraus erwachsene moderne Zeitgeist um ein Vielfaches anti-maskuliner und männerfeindlicher sind als dass sie sich gegen Weiblichkeit und weibliche Entwicklung richten. Das Wissen um die notwendige Initiation ins Mannsein ist in unserer Kultur so gut wie völlig verschwunden, während weibliche Initiationen durchaus noch stattfinden. Das führt dazu, dass Jungen geistig-psychisch kaum noch Männer werden können, Mädchen aber durchaus noch Zugang zum erwachsenen Frausein finden. Auf diese Punkte komme ich weiter unten noch ausführlicher zurück.

Zum Zweiten braucht deshalb die notwendige Entwicklung der Männer in unserer Kultur und Gesellschaft einen ersten Schritt von den Frauen, um zumindest erleichtert wenn nicht sogar überhaupt erst ermöglicht zu werden. Die Kraft der kommenden Entwicklung muss von den Frauen angestoßen und eingeladen werden. Das hat etwas mit dem Einfluss der Frau als Mutter (jedes Mannes), als Geliebte und als Inspiration (sprich: als Muse) zu tun. Auch darauf kommen wir später zurück.

Durchschaue den Verrat und die Täuschung

Du weißt, was eine Mogelpackung ist. Du weißt, was es bedeutet, wenn nicht drin ist, was drauf steht. Wir müssen ein paar sehr verbreitete Mogelpackungen entlarven:

Da ist z.B. der Feminismus. Wann immer etwas mit der Endung –ismus daher kommt, sei sehr wachsam! Der Individualismus bringt lauter Kollektiv-Menschenmit identischen Denkschablonen hervor. Der Fundamentalismus ist eine bodenlose Rücksichtslosigkeit mit aus der Luft gegriffenem Fanatismus. Der Buddhismus mag gute Buddhisten hervorbringen, aber wohl kaum einen Buddha. Der Sozialismus ist die Diktatur der Asozialsten über alle anderen. Idealismus ist in Wirklichkeit: vertrocknete Engstirnigkeit, blind für echte Ideale. Und der heutzutage so viel-beklatschte „Antifaschismus“ tut sich mit den faschistischsten Mitteln von Gewalt und Unterdrückung und Bestrebungen zur Gleichschaltung und Kontrolle unserer Zeit hervor. All diese „-Ismusse“ sind mentale Verbohrtheiten, die von der Realität ablenken und Dich in die Irre führen wollen. Sobald Du hinschaust, kannst Du sehen dass sie fast alle das genaue Gegenteil sind von dem, was sie behaupten, und damit nichts anderes als Lüge und Betrug.

Ebenso geht es dem Feminismus nicht um Femininität – er negiert und zerstört sie. Das haben die meisten Frauen in den letzten 10 bis 20 Jahren längst erkannt und sie haben zum Glück nicht mehr viel übrig für die reißerischen Kampfansagen, die verbitterten Schuldzuweisungen und das heuchlerische Opfergehabe aus den ideologischen Wut-Fabriken. Die Vermännlichung der Frauen und ihr chronisches Gegen-die-Männer-Sein führte zu mehr Konkurrenzgebaren und mehr Ausbeutung in der Wirtschaftsmaschinerie und war in Wirklichkeit eine Verrohung und Spaltung der Gesellschaft als Ganzes. Das hat einigen finsteren Puppenspielern in den politischen und wirtschaftlichen Machtzentren gedient, aber sowohl den Männern als auch Euch Frauen psychisch und sozial sehr geschadet.

Die zweite Mogelpackung, die viel tiefer in unser Denken einprogrammiert ist und leider bisher kaum durchschaut wurde, ist die Überzeugung, wir lebten („immer noch“) im Patriarchat – oder in den Überresten eines Patriarchats. Tatsächlich ist auch hier das genaue Gegenteil der Fall. Aber das sollen weder Frauen noch Männer erkennen.

Ein Patriarch ist ein „väterlicher Herrscher“, der sich und sein Leben für seine Schutzbefohlenen einsetzt so wie der Alpha-Wolf für sein Wolfsrudel. Ein Patriarch steht für Sicherheit, Erhalt der höchsten menschlichen Werte, den Bezug zum Spirituellen und die opferbereite Versorgung der Seinigen.

Das, was wir heute gelernt haben als „Patriarchat“ anzuklagen, ist in Wirklichkeit ein seelenloses Kontroll- und Versklavungssystem, das mit Patriarchen überhaupt nichts zu tun hat. Den heutigen Männern unserer Hamsterrad-Gesellschaft, die zu 99 % in einer geistigen, wirtschaftlichen und psychischen Versklavung leben, vorzuwerfen, sie würden ein Patriarchat aufrecht erhalten, ist so als würde man Erstklässlern vorhalten, sie würden das miserable Schulsystem stützen. Es ist wieder eine der Strategien, um Hass, Zwietracht und Ohnmacht zu säen – um dann die Steuerung zu übernehmen. Es war ein gewiefter Schachzug, Euch Frauen als Waffe gegen die Männer einzusetzen. Verwundet und geschwächt wurden dabei beide Seiten. Diese Strategie hat über hundert Jahre auf allen Ebenen unseres Lebens immensen Schaden angerichtet.

Es ist Zeit, dass wir aussteigen!

Da die Männer in diesem System um ein Vielfaches tiefgehender und massiver traumatisiert, verdreht, entwertet und ausgebeutet wurden, ist es für die Frauen im Moment noch leichter, sich dagegen zu stellen. Und bitte: gegen das System! Nicht gegen die Männer.

Das Wort ‚Patriarch‘ kommt im Übrigen aus dem Griechischen von patḗr (‘Vater’) und ‑archēs (‘Oberhaupt’, zu árchein – ‘der erste sein, Führer sein, herrschen’). Wir leben heute in einer Zeit, in der diese wahre Bedeutung von „Vater“ nahezu als vergessen betrachtet werden muss. Jahrhundertelange Indoktrination gemischt mit unverarbeiteten persönlichen Enttäuschungen und schmerzhaft frustrierten Bedürfnissen haben dazu geführt, dass wir alles, was mit „Vater“ zusammenhängt, misstrauisch, wenn nicht sogar abwertend und verächtlich betrachten. Der „Ehrentitel“ Patriarch für geistliche Oberhäupter der (katholischen) Kirche klingt heutzutage in den Ohren der meisten entweder wie Hohn oder wie eine Bestätigung, dass alles Patriarchalisch-Väterliche eigentlich verkommen und schlecht ist.

Die Denaturiertesten unter den Intellektuellen und Akademikern phantasieren deshalb schon länger von einer Abschaffung der Väter, der Männer oder sogar der Männlichkeit an sich. Wir brauchen solchen widernatürlichen, neurotischen Ausfällen allerdings keine Aufmerksamkeit zu schenken. Sie sind völlig abgekoppelt von Gesundheit, Wahrnehmung, Erfahrung und Seele und führen dementsprechend bloß in die mentale und emotionale Leere.

Das Ergebnis dieser andauernden Propaganda ist jedoch: „Patriarchalisch“ löst in unseren Köpfen reflexartig Assoziationen aus wie „veraltet“, „unmoralisch“, „selbstsüchtig“, „machtgierig“, „tyrannisch“, „gewalttätig“, „missbräuchlich“, „frauenfeindlich“, „schlecht“ und im Grunde: „böse“. Damit ist ein großer Schritt zur Vernichtung von Väterlichkeit an sich getan. Wir müssen einsehen, dass „Vater“ tatsächlich eine Substanz ist, die in den letzten hundert Jahren so knapp wurde, dass sie heute fast ganz fehlt. Darunter leiden Jungen ebenso wie Mädchen.

Die Abwesenheit von Vater-Substanz blockiert die Entwicklung von beiden, allerdings die von Jungen noch etwas früher und grundsätzlicher, weil diese keine psychische Dimension mehr vorfinden, in die sie sich hinein entwickeln können. Mädchen werden auf ihrem Weg zum Frausein zwar etwas später blockiert, müssen dann aber auch irgendwann feststellen, dass ihr Verhältnis zum anderen Geschlecht geprägt ist von Mangel, unerfüllten Bedürfnissen, Manipulation, Misstrauen und Angst. Diese „Vaterwunde“ klafft mittlerweile in allen Generationen so schmerzhaft und entzündet, dass es nicht nur das Verhältnis von Frauen und Männern zerfrisst und vergiftet, sondern unsere Gesellschaft bis in ihre Grundfesten zerreißt.

Als Krönung der Degeneration ist der nächste Schritt in diese Richtung, zunächst alle Männer durch Frauen zu ersetzen und dann überhaupt die Polarität der Geschlechter „abzuschaffen“. Manche Menschen versuchen diese absurde und sinnlose Verrenkung sogar bereits mit aufwendigen und gefährlichen hormonellen oder operativen Manipulationen durchzuführen. Welchen seelischen und emotionalen Preis vor allem die Kinder und Jugendlichen dafür zahlen müssen, werden wir in einigen Jahren noch sehr deutlich erfahren. Wenn Du in solchen abgekoppelten Ideologien die geistige Krankheit erkennen kannst, dann bist Du weitgehend immun, ihnen noch zu verfallen.

Exkurs: die Krankheit geistiger Erschlaffung

Hierfür müssen wir alle erst noch mehr Gespür entwickeln: dass es extrem mächtige psychische Kräfte gibt, die eine solche Degeneration wollen. Sie wollen nicht, dass die Menschen sich geistig entwickeln, emanzipieren und frei werden, sondern streben eine Regression bis aufs animalische Reptilien-Niveau an. Dies ist eine Kraft, die in uns allen wirkt und die sich gegen echte Individualität richtet: sie will sich im lauwarmen Brei des Wir-sind-alle-gleich, im anstrengungslosen Mitschwimmen im Kollektiv, in infantiler Verantwortungslosigkeit, in säuglinghafter Passivität und Abhängigkeit und am liebsten in vorgeburtlicher Bewusstlosigkeit und Indifferenz verlieren und auflösen.

Jeder kennt solche Phasen im Leben, in denen man sich am liebsten nur verkriechen und einrollen, nur vollstopfen und schlafen oder nur dasitzen und jammern möchte. Phasen, in denen es wie eine Überforderung erscheint, überhaupt als Mensch da sein zu müssen. Wenn diese peri-pubertären Tendenzen gegen Individualität und Integrität aber anhalten und übermächtig werden, zersetzen sie den Antrieb zu geistiger und psychischer Entwicklung. Sogar unsere angeborene menschliche Ethik kann dann korrumpiert werden, so dass nur noch der primitive Selbsterhalt zählt, für den es allein wichtig ist, alles und alle um uns herum unter Kontrolle zu halten, damit nichts und niemand uns in unserer Selbstgefälligkeit und der Befriedigung basaler Bedürfnisse stören kann. Die Kultur, die daraus entsteht, nennt sich Materialismus und wir leben seit über 100 Jahren in dieser trüben, geistlosen Suppe.

Allgemeine Symptome dieser Versumpfung sind:

  • Widerwillen gegen und Ablehnung von Hierarchien („Hierarchien sind schlecht“), stattdessen endlose, ergebnislose und vor allem machtlose „demokratische“ Rede-Kreise und Gremien.
  • Widerwillen gegen Maßstäbe und Herausforderungen. Alles muss leicht und sofort zu haben sein. An die Stelle von Lernen und gesundem Wachstum tritt infantile Konsumabhängigkeit.
  • Verlust von Sinn und Bedeutung. Oberflächlichkeit statt Tiefgang.
  • „Social Media“ ersetzt echten Kontakt; man ist „online“ statt „präsent“; abgehackte Kurznachrichten ersetzen direkte zwischenmenschliche Gespräche; endlose TV-Serien ersetzen bedeutsame Geschichten; Alltag statt Sinn.
  • Abschaffung von Unterschieden. Alles ist egal und gleichermaßen wertlos; Geschlechter gibt es nicht.
  • Verfall von Moral und Verantwortung. Folge deinen Impulsen als gäbe es kein Morgen; lüge und betrüge, solange du einen Vorteil davon hast; je schriller und degenerierter du dich verhältst, desto mehr Aufmerksamkeit und Applaus bekommst du; Kinder werden immer früher sexualisiert (zu wessen Bedürfnisbefriedigung?); Gewalt und Unmenschlichkeit werden immer aufwendiger dargestellt und verbreitet in Fernsehen, Kino und sozialen Netzwerken.
  • Aggressiver Kampf gegen jede echte Individualität und Integrität. Freies Denken, eigene Meinungen und vor allem kritisches Nachfragen werden geächtet; Einzelne sind die besten Sündenböcke im System einer anonymen, unzufriedenen Masse.
  • Verlust von Respekt und Ehrfurcht vor der Natur (und ihren Gesetzen).
  • Wir machen uns die Welt widde-widde-wie sie uns gefällt: mit Gentechnik, frühkindlicher Propaganda-Programmierung und täglicher Medien-Illusion; die Realität ist nicht mehr interessant, nur die angenehmste Illusion zählt.
  • Und nach der Entwertung alles Männlichen nun auch das Zerstörungsprogramm für alles Weibliche: die Pille davor, danach, für immer und alle; künstliche Befruchtung und Geburt nur noch mit Kaiserschnitt nach Plan, noch besser aber die Belohnung für „Kinderverzicht“; die Frau als männerverachtende, hypermaskuline Kampfheldin in Hollywood im Verschnitt mit der ewig-jungfräulichen Sex-Puppe; und schließlich die Frau als besonders geförderte Konkurrenz gegen Männer auf dem Arbeits(sklaven)markt.

Diese Liste könnte man endlos fortsetzen. Die Aufzählung sieht nach vielen verschiedenen Problemen aus, tatsächlich gibt es aber nur ein einziges Ursachen-Problem: geistige Erschlaffung. Ein spannungsloser Zustand des sich-Treiben-Lassens und Mitlaufens, der uns auf dem psychischen Niveau eines Kleinkindes fixiert. Die Hauptmerkmale dieses Zustandes sind Kraftlosigkeit und Orientierungslosigkeit.

Und das Wichtigste für Dich ist: all diese hässlichen Tendenzen zerstören gesunde Weiblichkeit und die Möglichkeiten, Weiblichkeit zu entfalten.

Die Befreiung daraus ist möglich durch die Kultivierung Deiner Besinnung auf Dich selbst und Deiner immer neuen Aufmerksamkeit für Deine eigene Mitte, für die Kraft und das Spannungsfeld in Deinem unteren Bauch und Becken. Dort liegt die Quelle sowohl Deiner Stärke als auch Deiner Weiblichkeit. Je mehr Du Dich mit ihr verbindest, desto mehr kommst Du in Deine Kraft.

Und das ist die Grundlage für eine echte Veränderung im Miteinander und in der Begegnung von Männern und Frauen, die von dem kranken System mit all seinen Dogmen und Tabus frei ist.

Weibliche UND männliche Macht

Halten wir fest: das, was uns am meisten fehlt, sind Patriarchen. Männer, die bereit sind, sich als Oberhäupter von Familie oder Gemeinschaft schützend, ordnend und vor allem fördernd zur Verfügung zu stellen. Das ist die männliche Form der Opferbereitschaft, die eine enorme Reife voraussetzt. Mit primitiven Machtspielen, mit Kontrollwahn und rücksichtsloser Selbstbereicherung hat das überhaupt nichts zu tun. Diese werden in einem echten Patriarchat geächtet und verurteilt! Es sind eben jene unmännlichen, materialistisch verbohrten Kleingeister, die uns das Patriarchat genau deshalb verleiden und ausreden wollen, damit sie ihr degeneriertes Milieu weiter ausbreiten können, in dem sowohl männliche als auch weibliche Reife verhindert werden. Dagegen müssen wir uns geistig und emotional immun machen und wieder zurück zu einer gesunden, stärkenden Ordnung finden – jenseits aller gelernten Glaubenssysteme und Ideologien.

Ein großer Schritt in diese Richtung ist es, wenn Du am Nachblöken der Anti-Patriarchat-Parolen nicht mehr teilnimmst und Dir Dein eigenes inneres Bild von einer guten, starken und gesunden Väterlichkeit wiederherstellst. Der nächste Schritt besteht darin, die Entwicklung von Bedingungen für diese männliche Kraft zu fördern und zu unterstützen, wo Du kannst. Das bedeutet zum einen, dass Du Dir Deine Wünsche und vielleicht ganz alten (Kindheits-) Sehnsüchte danach eingestehst und sie formulierst – auch als Erwachsene, als Partnerin, als Ehefrau, als Mutter. Zum anderen bedeutet es, dass Du den Raum und den Platz für einen solchen integeren patriarchalen Mann schaffst und pflegst und darin auch Deine eigene Position mit dem Raum für feminine Macht findest.

Beide ergänzen sich und brauchen einander. Patriarchale Kräfte kümmern sich in erster Linie um die Grenzen eines (gemeinsamen) Territoriums, dessen Schutz und Integrität, während weibliche (matriarchale) Kräfte sich vorzugsweise um das Innere des (gemeinsamen) Territoriums kümmern. Patriarchale Kräfte sorgen eher für Struktur und Festigkeit, matriarchale dann komplementär für Weichheit und Lebendigkeit. All das müssen wir nicht mental lernen. Wir tragen diese Ordnung in uns und können sie intuitiv erspüren, wenn wir uns von falschen Vorstellungen und Zwängen befreien. In der natürlichen Ordnung zu sein, fühlt sich immer besser, freier und stärker an.

Deine eigene Weiblichkeit kannst Du nur voll entfalten, wenn Du bereit bist, Dir den Einfluss Deines Vaters (oder dessen Abwesenheit) bewusst zu machen und Dich mit allen Verletzungen und Wunden in diesem Bereich auseinanderzusetzen. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du all das unbewusst auf Männer projizierst: intellektuell-abstrakt auf „die Männer im Allgemeinen“ oder ganz konkret auf Männer, mit denen Du real zu tun hast. Du kannst dann gegen sie kämpfen oder Dich chronisch als ihr Opfer fühlen. Und Du wirst eine Menge Konzepte und fertige Ideologien finden, mit denen Du Deine unverarbeiteten Emotionen und Projektionen rechtfertigen kannst – auch im Chor mit anderen. Glücklich, erfüllt und zufrieden wirst Du so allerdings nie. Du kannst so nicht einmal in die Nähe davon kommen, Du selbst zu sein, da Du auf diesem Weg keine Verbindung mit Deiner weiblichen Kraft herstellen kannst.

Um mit Deiner Weiblichkeit in Kontakt zu kommen, musst du…

Erwachsen werden

Das heißt, vom Mädchen zum Weib und zur Frau werden. ‚Weib‘ bezieht sich auf Deine Essenz und ist die erwachsene und individuelle Verkörperung von Weiblichkeit als Komplementär zu ‚Mannsein‘ und ‚Männlichkeit‘. ‚Frau‘ bezieht sich dagegen auf die Rolle(n), in der oder in denen Du Deine Weiblichkeit gesellschaftlich lebst, und ist damit das Komplementär zu ‚Herr‘. Heute ist das im Sprachgebrauch etwas durcheinander geraten. Auf die Worte kommt es jedoch nicht an, sondern vielmehr auf die Qualitäten, die dahinter stecken. Daher schreibe auch ich hier im Artikel lieber von und an ‚Frauen‘, obwohl ich tatsächlich diejenigen meine, die vor allem und in erster Linie durch und durch ‚Weiber‘ sind. ‚Frau‘ klingt in unseren Ohren heutzutage jedoch edler und respektvoller.

Vom Mädchen zum Weib zu werden ist kein rein biologischer Vorgang! Es ist ein psychischer Prozess und braucht Unterstützung und Orientierung von außen. Das Mädchen ist noch real und ganz natürlich abhängig von anderen, das Weib steht für sich selbst. Der Übergang vollzieht sich deshalb nicht bloß durch die einsetzende Fruchtbarkeit (wie uns manche Biologen weismachen wollen), sondern durch eine psychische und emotionale Unabhängigkeitserklärung.

Das ist die eigentliche Bedeutung von Emanzipation (vom Lateinischen „ex-“, „manus“, „capere“, also „aus dem Hand-Griff (der Eltern) (heraus) stellen“). Es geht nicht um Gleichberechtigung, sondern um Ablösung, Befreiung und Selbständigkeit. Es geht nicht darum, zu fordern und zu beanspruchen, sondern in die eigene Kraft der Autonomie zu kommen und den eigenen Bezugs- und Orientierungspunkt in sich selbst zu finden.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Ein Mädchen betritt den Raum und fragt sich: „Mögen die anderen mich?“. Ein erwachsenes Weib fragt sich: „Was mag ich an den anderen?“. Das Gleiche spiegelt sich in Deinem Verhältnis zu Männern: bist Du damit beschäftigt, ob ein Mann Dich schön, attraktiv, einzigartig, sexy und bezaubernd findet? Oder schaust Du darauf, was Du an ihm magst? Nach dieser Haltung kannst Du Dich in allen Beziehungen fragen: der zu Deinen Eltern, zu Autoritäten, zu Freundinnen, zu Deinem Chef, zu Kollegen usw.

Die Initiationen ins Frausein umfassen diesen manchmal sehr anstrengenden Weg in die Eigenständigkeit. Von da aus kannst Du Dich dann wieder binden und sogar abhängig machen – aber Du tust es nun aus Deinem freien Wollen heraus. Frauen, die diesen Weg nicht komplett gegangen sind, kämpfen manchmal ihr Leben lang gegen äußere Abhängigkeiten, weil sie innerlich nie wirklich selbständig geworden sind. Weil sie sich in sich selbst nie ganz und gar zuhause und vollständig fühlen, bleiben sie abhängig vom Kämpfen und Widerstand-Leisten, für die sie immer frische Feinde brauchen. Oder sie schlucken ihren Groll herunter und bleiben in der Rolle des Mädchens, das sich immer fügt, anpasst und für die anderen da ist.

Die Kunst des Frauwerdens besteht aber darin, die volle Kraft der Weiblichkeit und Eigenständigkeit zu entwickeln und dabei das innere Mädchen mit seinen Träumen, seiner Leichtigkeit, seiner Weichheit und Hingabefähigkeit nicht zu verlieren. Sonst wirst Du eine robuste, selbständige, „starke“ und vielleicht auch erfolgreiche Frau sein, die jedoch nicht mehr schmelzen und fließen kann. Du kannst Dich dann durchsetzen und ein „Star“ werden, aber Du leuchtest nicht.

Die Initiationen von Jungen ins Mannsein sind übrigens schwieriger, weil sie viel früher schon die Ablösung von der Mutter bewerkstelligen müssen. Während ein Mädchen für ihre weibliche Identität erst als Teenager damit konfrontiert ist und bis dahin bei der Mutter und dem bekannten Weiblichen zuhause ist und sich auftanken kann, braucht der Junge bereits mit fünf Jahren jemanden, der ihn darin unterstützt, sich von der Mutter zu lösen und auf die Seite der Männer zu kommen, um dort seine Identität zu finden und sich mit Männlichkeit aufzutanken. Da das in unserer Kultur immer weniger gelingt, haben Männer es um ein Vielfaches schwerer und bleiben nicht nur psychisch und sozial zunehmend auf früheren Entwicklungsstufen zurück, sondern fühlen sich vor allem unter Männern nie wirklich wohl und zuhause. Da sie das bei den Frauen auch nicht können, etablieren sie keine erwachsene, unerschütterliche männliche Identität in ihrem Inneren. So bleiben sie nicht nur psychisch Jungen, die bloß älter werden, sondern sind in sich dort, wo die meisten Frauen ihre Weiblichkeit spüren können, hilflos und orientierungslos. Also vor allem in der Begegnung mit Frauen, wenn es um männlich-weibliche Polaritäten geht. Der moderne Mann muss diese Spannung, Kraft und Herausforderung deshalb meiden, weil er nicht stabil genug in seiner Polarität stehen kann. Seine Biografie ist dann oft eine Sammlung von Kompensationen und Ablenkungen, die auch sehr destruktiv werden können – zu seinem eigenen Leid und zu dem all der Frauen, die sich in sämtliche Richtungen immer aussichtsloser nach Männern (und damit auch Vätern!) umsehen.

Jungs können nur von Männern initiiert werden. Aber Du als Frau kannst Jungen oder Halb-Männer durchaus auf die Reise schicken, um voll und ganz Mann zu werden. Das kannst Du als Mutter, als Geliebte, als Schwester, als Freundin tun, indem Du erstens ganz klar ausdrückst, was „Mann“ für Dich bedeutet und wie sehr Du Dir „Mann“ wünschst und „Mann“ brauchst; und indem Du zweitens zu allem anderen eindeutig und konsequent „Nein“ sagst. Ich weiß, dass das schwierig ist, aber es funktioniert. Und weiter unten kommen wir noch dazu, wie Du darüber hinaus eine aufweckende Wirkung auf Männer haben kannst.

Die wichtigste Voraussetzung für diese Haltung ist die gute Verbindung zwischen dem inneren Mädchen, Deiner vollen Weiblichkeit und der erwachsenen Frau in Dir. Um diese Verbindung zu stärken und zu halten, musst Du langsam und Schritt für Schritt immer mehr…

Dich sichtbar werden lassen

Viele Frauen haben sich bereits als Teenager angewöhnt, kein Risiko mehr einzugehen und sich lieber unsichtbar zu machen. Es gibt viele verschiedene Arten, das zu tun, aber grundsätzlich sind es zwei Richtungen: entweder Du ziehst Dich komplett nach innen zurück und versteckst alles, was irgendwie Deine Weiblichkeit und Dein Frausein zeigen könnte, oder Du überklebst und übermalst Deine natürliche Weiblichkeit und Deine echten Gefühle durch künstlich aufgesetzte Masken von Pseudo-Frausein. Egal, ob Du Dich dafür entschieden hast, Dich hinter einem Auftreten als „Neutrum“, als „Mann“ oder als „ätherische Luftgestalt“ zu verstecken, oder ob Du in das andere Extrem gegangen bist, um als Schablonen-Weib, als „Sexbombe“ oder „unnahbares Sondermodell“ besonders aufzufallen – beides führt dazu, dass Du nicht gesehen wirst. Warum willst Du das? Um nicht wieder schmerzlich enttäuscht zu werden. Denn Dich zu zeigen und das Risiko einzugehen, (wieder einmal) nicht so gesehen zu werden, wie Du wirklich bist, wie Du Dich innerlich fühlst, das kann weh tun! Und was Du nicht investierst, kannst du auch nicht verlieren. Gewinnen kannst Du in einem solchen Spiel allerdings auch nicht. Auf diese Weise hast Du schon verloren.

Das sind keine rationalen und meist nicht einmal bewusste Entscheidungen, sondern emotionale Reflexe, die sich fest einprägen und mit der Zeit zur fixen Persönlichkeit werden. Kein Grund, sich dafür zu schämen oder schuldig zu fühlen! Aber ein guter Grund, aus diesen kindlichen oder jugendlichen Versteck-und-Schutzgewohnheiten bewusst auszusteigen.

Du wirst selbst am besten wissen, was das für Dich bedeutet. Es fordert eine Menge Mut und beginnt damit, wie Du in den Spiegel schaust: auf welcher Seite des Spiegels bist Du? Auf der Seite, die Du siehst oder auf der, die Du fühlst und spürst? Das ist Deine tägliche Entscheidung zwischen Hölle und Himmel. Hölle ist, die Frau da im Spiegel so zurechtzumachen zu versuchen, dass Sie Deinen inneren Bildern, Vorstellungen und Hoffnungen entspricht.

Der Himmel ist, Dich in Deinem Körper die ganze Zeit zuhause und wohl zu fühlen und der scheinbaren Realität im Spiegel nicht viel Gewicht zu geben. Lippenstift? Aber ja, wenn in diesem Moment das leuchtende Rot Dein inneres Strahlen zum Ausdruck bringt und unterstreicht und es sich daher noch stimmiger anfühlt, Dich so der Welt zu zeigen! Wimperntusche, Eyeliner, Kajal? Klar, wenn es Dir Freude macht, Künstlerin damit zu sein. Puder und Make-up? Ja, wenn Du Dich damit sichtbarer machen willst. Und dann unter Deiner Kleidung, die Deine Weiblichkeit betont, auch noch aufregende Dessous zu frivolen Preisen? Natürlich, wenn Du Deinen Körper damit feierst!

Oh ja, wir Männer lieben Lippenstift und jede Verzierung und Aufhellung von Weiblichkeit – auch wenn die meisten von uns mittlerweile Meister darin sind, das nicht zu zeigen oder sogar zu leugnen! Uns Männern fehlen diese Farben, das Leuchten und Funkeln in dieser modernen (deutschen) Welt der Farblosigkeit. Kein Wunder, dass wir dankbar und fasziniert sind, wenn eine Frau in schönen Kleidern, mit feinem Lippenstift und verspielt glänzenden Ohrringen auftaucht! Aber wir wollen mit Sicherheit keine geschmückten Puppen, sondern Frauen, die sich gerne zeigen, und die Lust haben, ihre eigene Variante von Weiblichkeit voll und ganz zu verkörpern.

Spieglein, Spieglein an der Wand…

Also:

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

„Nun, im Land von Schein und Oberflächenkonkurrenz bist du mit deinem So-tun-also-ob, mit deinen modischen Kleidern, deiner aufwendigen Maske und deiner kühlen Unnahbarkeit die Schönste!

Aber hinter den sieben Irrtümern* bei den sieben Kindlichkeiten** da lebt Schneewittchen, die ganz ursprünglich ist und leuchtet wie Schnee – und die ist tausendmal schöner!“

*) „Mit mir stimmt etwas nicht“, „Ich bekomme eh nie, was ich brauche“, „Ich muss die Kontrolle behalten“, „Ich muss mich anstrengen, um geliebt zu werden“, „Ich bin zu viel für andere“, „Es ist alles meine Schuld“, „Ich bin nicht gut genug“

**) Urvertrauen, Unschuld, Ehrlichkeit, Spontaneität, Neugier, Authentizität, Lebendigkeit

Ich weiß, es sind nicht die Männer, die Dich stressen. Es sind die Blicke und Kommentare der anderen Frauen, vor denen Du Angst hast. Sie sind neidisch und können sehr gehässig und giftig werden. Das ist die größte Herausforderung für Dich: Dich davon nicht klein machen zu lassen. Vor allem: all die schmerzhaften Kindheits- und Jugendprägungen dieser Art abzustreifen und neu und frisch an die Sache heranzugehen. Sie könnten sagen, Du seiest eine Schlampe? Was für ein Kompliment! Ja, entdecke die „Schlampe“ in Dir: erotische Wirkung in Hochpotenz – mit Nebenwirkungen, die Du alle kennen solltest. Sei Dir insbesondere Deiner Wirkungskraft bewusst, die ihre Quelle zwischen Deinen Beinen hat. Sei nicht ihr Opfer sondern ihre Gärtnerin. Betrachte die neidischen Weiber als Schwestern, die Hilfe und bessere Vorbilder brauchen – z.B. Dich. Sei behutsam mit Dir und ihnen, sei freundlich und halte Dich an Dein Verantwortungs- und Ehrgefühl, aber lass Dich nicht von Deiner eigenen Entfaltung zum Weib abbringen.

Schneeweißchen hat noch eine Schwester – Rosenrot. Die beiden sind untrennbar und wissen genau, wer von beiden in welcher Situation die kompetentere ist. Jede Frau hat diese beiden Seiten in sich, auch wenn sie so tut als wäre sie nur „Schneeweißchen“, die höchstens mal „ein bisschen rosa“ ist.

Für die nächsten Schritte wird es hilfreich sein, beide Seiten, Dein helles Weiß und Dein tiefes Rot im Blick zu behalten, um aus beiden Farben Deiner Weiblichkeit heraus schauen und handeln zu können.

Den Augenblick aushalten und verlängern

Wenn Du so in den Spiegel schauen kannst, dann gibt es noch etwas sehr Wirkungsvolles, mit dem Du Dein Leben verändern kannst: gewöhne Dir an, Männer – oder überhaupt jeden – so anzuschauen, dass Du gesehenwirst wie und während Du schaust. Dafür musst Du mindestens drei Sekunden in die Augen des anderen blicken. Das klingt nach einer Kleinigkeit, aber es kann Monate der Übung brauchen, bis es Dir gelingt. Drei Sekunden können eine sehr lange Zeit sein. Also, hab Geduld mit Dir und sei eher neugierig und behutsam als hartnäckig. Mit Gewalt geht es nicht, dann wird es starr und künstlich. Lass Dich überraschen, was Dir beim Probieren in Dir, in Deinen Gefühlen und auch von außen begegnet. Es geht darum, das Sehen und das Gesehen-Werden wieder bewusst zu erleben – mit allem, was dabei passiert. Ohne Diskussion, ohne Forderungen, ohne Vorwürfe und Beschwerden es einfach selbst zu tun. Auch ohne Erwartungen und ohne Ziel. Versuche, den anderen wirklich zu sehen und Dich sehen zu lassen.

Wenn drei Sekunden ganz natürlich geworden sind, dann wirst Du von selbst Lust bekommen, die Zeit zu verlängern und damit zu spielen.

Du wirst bemerken, dass Du auch dafür eine stabile Aufmerksamkeit für Deinen Bauch und Dein Becken brauchst. Das verankert Dich fest in Dir und gibt Dir Sicherheit und einen Boden, den Dir keiner mehr so leicht nehmen kann, auch wenn ungewohnte oder intensive Energien in Dir aufsteigen. Der Weg dorthin geht darüber, dass Du lernst, Dich selbst direkt und ohne Vorstellungen oder Wertungen zu spüren und immer wieder zu diesem Dich-Spüren-im-Körper zurückkehrst.

Und auf diesem Weg wirst Du…

Der Angst begegnen

Es ist mehr als ein Klischee, dass Männer am meisten Angst haben vor der weiblichen Sexualität. Allgemein gesprochen ist da viel dran. Aber wovor habt Ihr Frauen denn am meisten Angst? Vor den (wilden) Männern?

Nein. Ihr habt ebenfalls Angst vor der weiblichen Sexualität. Ihr könnt davor nur nicht so leicht weglaufen oder Euch gegen sie aufspielen, weil sie ja Teil von Euch ist. Das Bedrohliche an der weiblichen Seite von Sexualität ist nicht bloß ihre Unberechenbarkeit, ihre Intensität und Tiefe, sondern ihre Unkontrollierbarkeit. Nichts macht Menschen so sehr Angst wie Kontrollverlust, weil er uns an so viel Überforderndes und Schmerzhaftes erinnert, das wir nicht wieder erleben wollen. Deshalb halten wir so ängstlich an unseren gewohnten Kontrollmechanismen fest.

Kontrolle ist gut. Du solltest so viel Kontrolle wie möglich haben… und dann auch die Kontrolle loslassen können. Wenn Du beides kannst, dann kannst Du etwas, das viele sogenannte „Erwachsene“ verloren haben: Du kannst spielen.

Die schönsten Dinge des Lebens können wir nicht kontrollieren, sondern nur geschehen lassen und genießen. Also müssen wir vor allem die Illusion der Kontrolle loslassen. Hingabe ist nicht das gleiche wie Aufgabe. Kannst Du Dich hingeben ohne Dich aufzugeben oder wegzugeben? Kannst Du willentlich Deinen Willen abgeben und das Leben, den Fluss, die Energie in Dir, Deine Spontaneität und Kindlichkeit oder auch einen eng-Vertrauten einfach machen lassen? Auch das ist eine Sache der Wahrnehmung: zu spüren und zu erleben, dass es sowieso passiert und dass Du nichts tun brauchst. Und dass genau das schön ist.

Wenn Du Dich ohne die gewohnte Kontrolle auf Dich einlässt, wirst Du zwei Aspekten in Dir begegnen, vor denen die meisten Frauen Angst haben und ständig versuchen wegzulaufen: der Leere und der Dunkelheit. Entgegen Deiner Gewohnheit brauchst Du keine Furcht vor ihnen zu haben. Sie tun Dir nichts, sie sind nicht gegen Dich, sie sind sogar Deine stärksten Quellen der Kraft. Kannst Du diese Leere aushalten, ohne sie direkt füllen oder Dich davon ablenken zu müssen? Dann wirst Du zu einem großen Geschenk für andere, weil Du wirklich aufnehmen und Raum geben kannst. Die Leere ist wie ein Hohlraum in einem Instrument: er ist notwendig, damit die Luft frei schwingen und der Ton klingen kann.

Kannst Du auch der Dunkelheit, dem Unkenntlichen und dem Ungewissen in Dir begegnen ohne sie gleich verstehen und beleuchten zu müssen? Dann wirst Du wie ein Fenster sein für das Licht, das Dich von innen ausfüllt und zauberhaft aus Dir heraus strahlt.

Und dann: leuchte!

Du wirst erfahren, dass Du mit dem Hineinfallen-Lassen in Deine Tiefe, in die Dunkelheit und in die Leere eine große und sanfte Macht entwickeln kannst. Es ist keine der männlichen Formen von Macht, die Deiner Natur sowieso eher fremd sind, sondern es ist die Kraft die aus dem kommt, was Du bist. Dafür musst Du nichts tun. Ganz im Gegenteil: weißt Du wie entspannend und wohltuend es ist, nichts zu tun und stattdessen mit dem Rhythmus und dem Fluss des Geschehens einfach nur mitzugehen?

Dafür musst Du nur da sein.

Was bist Du, wenn Du einfach nur da bist?

Ein Licht. Oder besser: ein Leuchten. Wusstest Du das? Ja, Du weißt es. Aber ich sage es nochmal, damit Du Dich wirklich voll und ganz erinnerst: Du bist ein Leuchten.

Dieses Leuchten ist sehr besonders und einzigartig. Es strahlt nicht nur durch Deine Augen, sondern auch aus Deinem Körper und aus der Art, wie Du Dich bewegst. Du kannst das in Dir spüren, wenn Du Dich an die Menschen in Deinem Leben erinnerst, die dieses Leuchten in Dir gesehen haben. Erinnere Dich daran, welche Wirkung Du auf sie hattest und woran Du das sehen konntest. Und ja, da ist es… Es ist genau dieses winzige, kleine, zarte Etwas in Dir, das Du nicht benennen kannst, aber das sich anfühlt wie eine sprudelnde Quelle der Freude. Fast wie Aufregung. Oder wie aufperlende Bläschen in einem Sektglas.

Es ist dieses Leuchten, das Männer aufweckt. Für dieses Leuchten sind Männer bereit, in die Schlacht zu ziehen, Meere und Berge zu überwinden oder Wüsten zu durchqueren, Schlösser und Kathedralen zu bauen, Musik zu komponieren, Gedichte zu schreiben, oder einfach in der Nässe und Kälte Wache zu stehen, zu warten oder die Kinder abzuholen. Oder eben einen Blogartikel zu schreiben.

Also überhaupt aufzustehen und über sich hinaus zu wachsen. Sie tun das nicht für die Mädchen, Frauen und Weiber, sondern wegen ihnen. Sie tun es Deinetwegen.

Das solltest Du wissen. Und Du solltest wissen, dass Dein Leuchten einmalig ist. Je mehr Du Dich einzigartig fühlst, desto stärker ist dieses Leuchten. Umgekehrt: je mehr Du zu sein versuchst wie eine andere oder wie ein geglättetes Photoshop-Bild von Dir, desto weniger leuchtest Du.

Dein Körper leuchtet und das Leuchten ist über Deinen Körper ganz einzigartig verteilt. Manche Frauen leuchten besonders in ihren Schultern, in ihren Haaren, in den Mundwinkeln oder in den Grübchen um das Steißbein. Es ist eine unendliche Vielfalt.

Da, wo Du Dich zufrieden annimmst, nimmt das Leuchten zu. Wo Du Dich selbst nicht magst, nimmt das Leuchten ab. Wenn Du innerlich still bist und der Leere und Dunkelheit in Dir Raum gibst, wird das Leuchten sehr stark. Wenn Du aber dagegen ankämpfst, kann es soweit erlöschen, dass Du nur noch niedergeschlagen bist. Wenn Deine Aufmerksamkeit sehr aufs Denken und Grübeln gerichtet ist, leuchtest Du wenig. Wenn Du Dich in Dein Becken fallen lässt, umso mehr.
Wenn Du Dich beeilst und hektisch wirst, wenn Du versuchst, den Erwartungen anderer gerecht zu werden und Dich nicht mehr wohlfühlst in Deiner Haut… strahlst Du weniger. Je langsamer Du wirst und je wohliger Du im Körper bist…desto intensiver ist Dein Strahlen.

Schönheit und Ekstase

Wenn Du Dich also in Dein Licht und Dein inneres Strahlen hineinfallen lässt und lernst, darauf zu vertrauen, dann wirst Du – ein Stern. Nicht so ein Plastik-Medien-Star, der nur eine glitzernde Hülle präsentiert, sondern ein richtiger, der den Weg leuchtet und in der Ferne ein höheres Ziel setzt, für das es sich lohnt auf die Reise zu gehen und zu kämpfen.

Und das Ziel, an das Du uns erinnern kannst, ist Schönheit.

Schönsein ist etwas anderes als Hübschsein. Schönheit kommt von innen aus Deinem Einklang mit Dir selbst, also daraus, wie gut Du Deinen Körper spüren und Dich darin wohl fühlen kannst, wie Du Dich mit Dir selbst verbunden fühlst und den Raum um Dich mit Deiner Schwingung füllst – egal welche Energien und Kräfte gerade durch Dich hindurch fließen. Dafür musst Du nicht „gut drauf sein“. Du kannst auch müde, verschlafen, traurig, wütend, empört, unsicher oder schüchtern und darin wunderschön sein. Weil Du authentisch bist und nichts von Dir abschneidest oder unterdrückt hältst. Dann zeigt sich Deine Schönheit in Deiner Ausstrahlung und Du wirst magnetisch ohne etwas tun zu müssen.

Aufhübschen kannst Du Dich dagegen nur an der Oberfläche. Du kannst damit im ersten Moment sehr auffallen, aber jede Frau (und auch die meisten Männer) erkennen intuitiv den Unterschied zwischen einer schönen Frau und einer bloß verschönerten. Eine schöne Frau bekommt im ersten Moment wahrscheinlich weniger Aufmerksamkeit als die hübschen, glitzernden, aufgetunten Frauen in ihren Minis und mit den tiefen Ausschnitten. Sie ist mehr ein Geheimnis, das es zu entdecken gilt. Sie muss nicht „sexy“ sein, aber sie ist durch und durch erotisch: magnetisch anziehend und warm (nicht cool). Warum? Weil sie sich selbst in ihrem Körper wohlfühlt und genießt. Sie sucht nicht das Rampenlicht und die Aufmerksamkeit, sondern die Aufmerksamen suchen sie. Sie ist eine unscheinbare Schatztruhe, die man erst öffnen muss, um das Gold in ihr zu finden. Sie ist ein Geheimtipp für Kenner und Liebhaber, denn sie kann Ekstase erleben und andere in Ekstase versetzen.

Und Ekstase ist das, was uns heute am meisten fehlt und wonach wir uns am meisten sehnen. Viele Suchende landen nur bei schlechten Ersatz-Mittelchen von Speed oder Alkohol über Trance-Musik bis hin zu ausgefallenen „Tantra-Retreats“, die zwar kurzzeitig die ängstliche Permanent-Kontrolle abschalten, aber nicht in Ekstase versetzen und den Geist erheben.

Ekstase heißt, dass Du Dich hingeben kannst ohne Dich aufzugeben. Es bedeutet, dass Du Dich von einer höheren und stärkeren Kraft in Schwingung versetzen lassen kannst und nicht an Deiner gewohnten Fassung festhältst. Es bedeutet, dass Du den enormen Kräften in Deinem Becken, Deiner Intuition und Deinem Herzen vertraust, sie zum Ausdruck bringst und verkörperst.

Dann wirst Du einmalig und umwerfend schön sein.

Und mehr noch: Du wirst eine lebendige Erinnerung und Inspiration sein dafür, dass wir Schönheit brauchen, weil sonst etwas in uns stirbt. Was haben wir in den letzten hundert Jahren nicht alles an Hässlichkeiten hervorgebracht: hässliche, unmenschliche Architektur, kalte, menschenverachtende Arbeits-Systeme, grelle Konsumtempel aus Chrom, Glas und Neonlicht, verlotternde Beton-Silos für die noch so empfänglichen Schüler und Studenten, Filme voller Gewalt und Unmenschlichkeit, aufdringliche „Kunstwerke“ ohne Sinn und Ästhetik, psychiatrisch-kranke Inszenierungen in Theater- und Opernhäusern, lieblose und grelle Kinderbücher oder -spielzeuge, gefühllos-monotone „Musik“ und jedes Jahr die immer anti-erotischeren Modestile in Schwarz-Weiß-Grau oder schrillen Farbkombis.

Diese Zerstörung von Schönheit macht uns krank. Du aber kannst das Gesunde und Heilende in Dir wiederentdecken und leben. Du kannst uns allen – vor allem uns Männern – wieder die Wirkung spürbar machen, wenn das Natürliche, Ursprüngliche, Reine sich entfalten kann. Nimm das Hässliche und Unachtsamkeiten nicht mehr passiv als gegeben hin. Gib jedem auch noch so kleinen Impuls in Dir Raum, Deine Umgebung schöner zu machen. Nicht um etwas dafür zu bekommen, sondern weil es Deiner Natur entspricht und Du Dich so zum Ausdruck bringst. Vertraue auf Dein Gefühl. Lehne es ab, nur rational, praktisch, nützlich und zurückhaltend zu sein!

Es wird oft gefragt, wie denn weibliche Führung aussehen mag im Unterschied zu männlicher Führung. Ich schlage vor, weibliche Führung ist eine Führung über Schönheit. Jedes wache Auge, jedes gesunde Herz und jede schwingende Seele jeden Alters sucht nach Schönheit – immer und überall. Es ist daher ganz leicht für Dich, ihr Leitstern zu sein und sie in diese Richtung zu führen – durch Dein Leuchten.

Übernimm die Führung

Siehst Du, ich sage mit keinem Wort, dass Du Dich politisch oder wirtschaftlich engagieren solltest. Ich will nicht, dass Du denkst, Du müsstest in irgendeiner Arena der Männer mitkämpfen, um etwas zu verändern. Dieser Irrtum der Frauen hat uns nur noch weiter in das traurige Fiasko getrieben, in dem wir heute leben.

Jetzt ist es Zeit, dass wir alle – Männer und Weiber – einen anderen Weg gehen.

Also:

Warte nicht auf die Männer,
gehe Du los.
Lass Dich in Deine ursprüngliche Weiblichkeit hineinfallen
und von ihr tragen.
Spür die Kraft in Deinem Becken,
etwas ins Leben zu holen, zu gestalten und zu heilen.
Nimm wahr, dass Du schon vollständig bist
und hab dann den Mut,
Dich voll und ganz auf das Spiel einzulassen:
sei bereit, nur die eine Hälfte der Pole
zwischen Mann und Frau zu verkörpern.
Nur so macht es Freude und ist fruchtbar.
Warte nicht darauf aufgefordert zu werden,
tanze auf Deine Weise!
Sei selbstbewusst und stolz mit allem, was Dich ausmacht
und Du wirst zu einem Magneten
für selbstbewusste Männlichkeit und Schönheits-Sucher;
zu einer Mutmacherin für Freundinnen, Schwestern und Töchter.
Alles, was Du dafür brauchst, hast Du bereits.
Vertraue auf die natürlichen Kräfte in Dir.
Vertraue Deiner Sehnsucht.
Halte nichts zurück.

So wirst Du zu einer einzigartigen Verkörperung der Göttin, genannt: Weiblichkeit. Du wirst auf Deine einmalige Weise eine Muse für Dichter, Denker und Entdecker und verlockst sie zu mehr Fantasie, Mut und männlicher Präsenz. Indem Du ganz Du-selbst bist, inspirierst Du Jungen und Männer wie nichts anderes sie inspirieren könnte.

Und dann werden sie langsam aufwachen und sich umsehen und die Köpfe zusammen stecken, um herauszufinden, was sie als nächstes erfinden und aufbauen können, um Deiner Schönheit und jeder Art Schönheit mehr Raum und eine hellere Bühne zu geben, damit alle sie besser sehen können. Dann bist Du eine Königin im Land der Dichter und Denker.

Deshalb brauchen wir Dich. Übernimm die Führung!

Sei Muse und erinnere uns an Schönheit.

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Im letzten Jahr haben viele Menschen eingesehen, dass es so nicht weitergeht. Dass etwas Grundsätzliches anders und neu werden muss. Es war ein Jahr des Ringens und der wachsenden Ungemütlichkeit bis hin zu erschütternden inneren Zerrissenheiten. Auch wenn die neuen Wege noch für die meisten nicht sichtbar sind, ist doch eines klar: sie wollen keine halbherzigen Sachen mehr. Keine quälenden Kompromisse mehr und kein halbgelähmtes Abwarten.

Ich habe mit Menschen gearbeitet, die deshalb ihren gewohnten Job nicht mehr weitermachen wollen, die aus destruktiven oder fruchtlosen Beziehungen aussteigen möchten, die sich vor allem aber von der Gefangenschaft alter Muster und Stressreaktionen befreien wollen, weil sie keinen Raum für die eigene Entfaltung mehr haben. Sie ersticken im Gewohnten wie unter verkrusteten und verklebten Wickeln und Bandagen. Sie wollen aus der Mumifizierung ihrer Schutz- und Rettungsmechanismen heraus. Und das ist anstrengend.

Vor allem muss endlich alles Herzlose weggeräumt werden. Wie viele Einzelne für sich, so geht dabei auch unsere Gesamtgemeinschaft durch den gleichen Prozess. So gut wie alle Systeme und Institutionen der Öffentlichkeit (vor allem: Regierung und Medien) sind von ihren obersten Führungsspitzen und Leitfiguren herab dermaßen korrumpiert und moralisch degeneriert, dass sie die Kultur, grundlegende menschliche Werte und das friedliche Zusammenleben der Menschen systematisch von innen zerstören. Was von ihnen sichtbar wird ist zunehmend nur noch die Fratze von kaltschnäuzigen, egozentrischen Psychopathen: eine Mischung aus Machtgier und perverser Cleverness, ohne Herz und Gewissen.

Es ist für eine moralisch integere und herzlich-aufrichtige Person schon seit Jahrzehnten unmöglich, innerhalb dieses Systems authentisch zu wirken oder es gar zu verändern. Denn gesunde Menschen werden in diesem etablierten System in die höheren Ränge von Macht und Einfluss nicht zugelassen. Warum nicht? Weil sie nicht manipulierbar und steuerbar sind. Sie lassen sich nicht für die psychopathische Agenda der sogenannten „Eliten“ einspannen. Sie sind zu wenig erpressbar, zu wenig verführbar und zu wenig rücksichtlos.

Das System der Macht (nicht die Macht an sich!) ist dermaßen krank, dass es nicht mehr veränderbar ist. Es ist ein Gräuel und muss daher komplett abgeschafft werden. Die giftige Pflanze namens Alles-kontrollieren-und-vereinheitlichen (ja, der Faschismus trägt heute modisch Grün, kein abgestandenes Braun mehr) hat ihre Wurzeln so tief in unser Leben, unser Denken und unsere Wahrnehmung hinein gegraben, dass die meisten gar nicht mehr erkennen können, was eigentlich noch gesund und richtig und was komplett verdorben, degeneriert und zerrüttet ist.

Es ist sehr viel degeneriert. Mehr als die meisten bereit sind wahrzunehmen.

Wir sind daran gewöhnt, in einem dauerhaften Zustand des Krieges zu leben. Krieg zwischen Ländern – militärisch oder wirtschaftlich – Krieg der Regierungen (der Machtzentren) gegen die Bevölkerung, Krieg der sogenannten „Modernen Medizin“ gegen die Natur und unsere Körper, Krieg der Glaubenssysteme gegeneinander, Krieg der „Bildungssysteme“ gegen den Geist unserer Kinder und der Studenten, Krieg der Medien gegen den gesunden Menschenverstand und Ethik und all die propagandistisch ausgerufenen Kriege wie „Frauen gegen Männer“, „Junge gegen Alte“, „Schwarze gegen Weiße“ oder „Klimaschützer gegen alle anderen

Wir sind es so sehr gewohnt, dass „die Wahrheit“ im Fernsehen gesendet, alles Wichtige in den Zeitungen steht und die einzig „richtige und gute Meinung“ von irgendwelchen moralischen Besserwissern über Facebook vorgegeben und verbreitet wird, dass wir nicht einmal mehr nachfragen. Wozu auch? Wir sind über das Stadium des Zweifels und der Skepsis längst hinaus in einem Zustand dumpf-misstrauischer Gleichgültigkeit und Lähmung – jeder gegen jeden. Wir reden uns raus, indem wir unsere Resignation als kluge Zurückhaltung verkaufen: „Ich halt mich da raus.“ oder: „Das wird schon werden!“.

Die meisten kennen diese Zeile: „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.“ Man muss das für unsere Zeit ein wenig übersetzen:

„Stell dir vor, deine Werte und das, was dir lieb ist, wird angegriffen;
stell dir vor, jemand will Gift in Deinen Körper spritzen;
stell dir vor, dein Freiraum wird zerstört, indem alle Grenzen aufgelöst und überrannt werden;
stell dir vor, deine Integrität wird durch Gleichschaltung aufgelöst…
und du tust so als wäre alles in Ordnung
und lässt die anderen einfach machen.“

Was dann? Die Antwort darauf gibt uns die meist unterschlagene zweite Zeile des Sinnspruchs, die eine Gesetzmäßigkeit offenbart, die viele lieber nicht wahrhaben wollen:

… dann kommt der Krieg zu Dir

 Wir haben uns an die allgegenwärtige Destruktivität schon als Normalzustand gewöhnt und leben, statt uns dieser im Außen zu stellen, innerlich im Krieg mit uns selbst: Kopf gegen Bauch, äußere Maske gegen authentische Wünsche, gelernte Überzeugungen gegen innere Stimme. Und das ist also die Kehrseite unserer Apathie und Verantwortungslosigkeit: dass wir seit über hundert Jahren permanent und ohne Pause in Kriege verwickelt werden, denen wir uns nicht mehr entziehen können. Wir haben uns an den tatenlosen Zustand des Stillhaltens und Die-anderen-machen-Lassens gewöhnt und nun auch unsere Kinder zu Desinteresse, Bewegungslosigkeit und Leidenschaftslosigkeit, zu Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit erzogen. Sie schreien nach Zukunft, weil sie keine Kraft haben, sich diese selbst zu kreieren.

Wie bei einem Computer, der komplett von einem Virus befallen wurde, besteht die einzige Möglichkeit darin, alles zu löschen und ein neues Betriebssystem aufzuspielen. Dabei werden einige Daten verloren gehen, aber nur so wird er überhaupt wieder benutzbar werden. Das Jahr 2020 ist das Jahr, in dem viele vertraute Betriebssysteme komplett neu aufgesetzt werden müssen.

Es wird sehr ungewohnt sein, zum ersten Mal seit einem Jahrhundert die Chance zu bekommen, im Frieden und nicht länger im Krieg zu leben. Das bedeutet eine große Erleichterung und Befreiung. Es bedeutet, dass wir Freiräume erleben werden, auf die wir schon so lange hoffen und warten, dass wir beinahe vergessen haben, dass es sie überhaupt geben könnte.

Es bedeutet aber auch Abschied zu nehmen von narkotischen Bequemlichkeiten und schlafwandlerischen Gewohnheiten. Oft werden wir erst dadurch aufgerüttelt, dass wir in voller Fahrt gegen eine Betonwand krachen und uns nach neuen Wegen und Hilfe von außen umsehen müssen. Wir müssen den Willen entwickeln, uns helfen zu lassen. Und wenn die alte Narkose nachlässt, dann kommen mit dem besseren Spüren auch Schmerzen ins Bewusstsein. Wir werden also auch lernen müssen, mit Schmerzen und Nöten anders umzugehen.

Für diejenigen, die sich mit der Installation des komplett neuen „Betriebssystems“ für unser Land (aktuell: „BRD“ – wird voraussichtlich komplett deinstalliert) noch gar nicht beschäftigt haben, sei hier dringend angeraten, sich auf die möglichen massiven Ausfälle während der bevorstehenden Umstellungsarbeiten unverzüglich vorzubereiten. D.h. Vorbereitungen für ein Leben ohne Systemversorgung für mindestens 14 Tage, besser 1-2 Monate zu treffen. Stichworte: Stromausfall, Ausfall der Telekommunikation, Nahrungsmittelversorgung (s. offizielle Vorgaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und „Notration“), Hausapotheke, persönliche Sicherheit in „chaotischen Zeiten“, unabhängiger Bargeldzugriff, tankstellenunabhängige Mobilität, währungsunabhängige Wertesicherung. Und vor allem: Keine Angst.

Wir sind echte elementare Krisen nicht mehr gewöhnt, aber Krisen sind natürlich-notwendige Phasen der Reinigung und Gesundung. Sich auch in Krisen und einschneidenden Wandlungsprozessen gut versorgen zu können ist eine Kompetenz, die wir Immer-wohl-Versorgten viel zu wenig üben konnten in den letzten 70 Jahren.

Das neue Betriebssystem für die posttraumatische Heilung heißt:

Selbstverantwortung

Selbstverantwortung können wir nur übernehmen, wenn wir unsere innere Stimme hören können. In dem Wort Verantwortung steckt bereits die Idee der Antwort. Also nicht (mechanisch, automatisch) zu reagieren, sondern (intelligent und gewählt) zu antworten. Zu einer Antwort gehört eine Frage. Daher besteht der erste große Schritt in die Verantwortung darin, das Leben und was immer uns geschieht als Frage zu verstehen und uns dieser Frage zu stellen. Dazu gehört auch, uns der schwierigen und herausfordernden Freiheit zu stellen, verschiedene Möglichkeiten zu haben und eben auch Fehler machen zu können.

Also nicht wieder nur nach fertigen Rezepten, Lösungen und „Tipps“ zu suchen, sondern zu erkennen, dass wir so oder so unsere eigenen Entscheidungen treffen müssen. Wenn wir die Entscheidung anderen überlassen – wie wir es gewohnt sind – dann ist das auch eine Entscheidung.

Entscheidungen beruhen auf Unterscheidungen, also der Fähigkeit, Unterschiede so fein wahrzunehmen, dass der bessere Weg einfach erkennbar wird. Wir sagen deshalb auch: „eine Entscheidung treffen“. Wir machen sie nicht, sondern wir treffen sie: „Hallo Entscheidung, schön Dich zu treffen! Du kommst gerade recht…!“. Dafür müssen wir eine gute Wahrnehmung haben, um die Zeichen und Signale einer neuen Richtung zu erkennen und wir müssen uns davon führen lassen können.

Selbstverantwortung beruht deshalb vor allen Dingen auf einer guten Wahrnehmung. Nur wenn wir unsere „innere Stimme“ wahrnehmen können, haben wir ein eigenes Ich und sind nicht bloß Spielball der Umstände oder der Erwartungen anderer. Es geht also darum, dieses Ich, eine stabile innere Mitte aufzubauen, um von dort aus auf die Herausforderungen der Welt antworten zu können.

Diese Mitte ist nicht so sehr ein Punkt, sondern eher eine Verbindungs-Linie, eine Achse wie unsere Wirbelsäule. Sie verbindet unser Bauchzentrum, den Ort unserer Intuition, Willenskraft und Gleichgewichtsfähigkeiten, mit unserem Herzzentrum, das uns Wahrhaftigkeit, Wohlwollen und Treue schenkt, und unserem Kopfzentrum, das uns Klarheit im Verstand, im Ausdruck und im Blick für die Zukunft gibt. Wenn wir diese Achse in uns stärken, entsteht nicht nur die Fähigkeit, sondern auch der Drang zu wachsender Verantwortung für uns selbst. Wir wollen dann unserer eigenen Entfaltung folgen und mit der Welt zusammen etwas erschaffen, das uns erfüllt und Freude macht. Und ein wichtiger/wesentlicher Aspekt davon ist es, dies mit anderen zu teilen. Gesunde, fördernde Beziehungen beruhen darauf, dass wir von dieser inneren Achse aus mit dem anderen etwas zusammen erleben oder erschaffen wollen. Ohne Zwang, ohne Schuldgefühle, ohne Abhängigkeiten. Es ist mehr als Anziehung oder Faszination, es ist eine Verbindung von Ich zu Ich.

Selbstverantwortung fokussiert mehr auf die Zukunft als auf die Vergangenheit. Unsere sogenannte Vergangenheit ist der Teil in uns, der als feste Struktur, als Gewohnheit oder Meinung automatisch und immer gleich wirkt. Veränderungen können wir aber nur bewirken, wenn wir ein Bild von der Zukunft haben, wenn wir innerlich bereits „sehen“ können, wo wir hin wollen, wie wir sein und was wir erleben möchten. Diese eigene vorgestellte Zukunft löst Gefühle in uns aus, die uns dann motivieren und tragen können, so dass die alten Gefühle aus Vergangenem verblassen und nachrangig werden. Dazu zählen vor allem Schuldgefühle, alte Ängste und angestauter Zorn – sie müssen nicht weggeschafft werden, sie klingen ab, sobald wir unsere Aufmerksamkeit auf das jetzt Anstehende und Neue richten.

Das gleiche gilt für Gedanken, Ansichten, Ideen und Vorhaben. Wenn wir uns in all dem aus einem Zukunftsbild von uns selbst heraus eine eigene Richtung geben können, entwickeln wir Willenskraft. Und das ist dann kein Zähne-zusammen-Beißen und Sich-mit-Ellbogen-Durchkämpfen, sondern eine Kraft, die unser Bewusstsein und unsere Wahrnehmung auf das lenkt, was uns wachsen lässt, uns von innen heraus eine neue Form gibt und uns gut tut. So können wir unser Ich-Gefühl aus dem Vergangenen und Festgefahrenen heraus heben und den freien Raum für Neues und für Kreativität nutzen, die uns Vergnügen bereiten.

Für diese Ausrichtung und Herausforderung wünsche ich allen Lesern und Freunden der Catlike-Arbeit Klarheit, Aufrichtigkeit und Mut für das begonnene Jahr 2020!

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Über das Ende einer psychopathischen Inszenierung


Inspiriert von Hans-Joachim Müllers ‘Post von Müller’


Prolog für politisch Enttäuschte und Verwirrte

Man hat uns allen beigebracht, dass die Demokratie die fairste aller Regierungsformen ist. Außerdem hat man uns eingetrichtert, dass wir in einer Demokratie leben. Wir haben beides nie hinterfragt und kombinieren diese beiden Glaubenssätze zu der Überzeugung, dass wir in der fairsten, also der besten Regierungsform aller Zeiten leben.

Wenn das stimmt, müsste diese Regierungsform ja also das Beste aus den Menschen herausholen. Wir müssten von Generation zu Generation immer klüger, immer besser organisiert, immer leistungsstärker und effizienter und vor allem immer zufriedener und gesünder sein.

Die meisten Menschen fragen sich nie, warum es aber ganz im Gegenteil seit Einführung dieser sogenannten „Demokratie“ mit der Kultur unseres Landes rapide bergab geht, warum unsere Wirtschaft im Niedergang ist, warum das Vertrauen der Menschen untereinander und in sich selbst fast auf dem Nullpunkt ist und der Bezug der meisten Menschen zu allem, was als Politik bezeichnet werden kann, geprägt ist durch Misstrauen, ahnungslose Naivität, Desinteresse oder Abscheu. Sie fragen sich auch nicht, wie es in dieser angeblich besten und freiheitlichsten Regierungsform zu einem rapiden Abfall der Bildung, zu einer wachsenden Auswanderungsquote der Leistungselite, zu einer unentwegten Verteuerung des normalen Lebens und stetig steigenden effektiven Steuerlast von über 70% (des Verdienstes) kommen kann.

Und auch nur wenige werden stutzig, warum die meisten Menschen sich überhaupt kaum noch irgendetwas fragen, das über ihren kleinen persönlichen Horizont von Konsum und Alltagssorgen hinausgeht. Dass man keine erhellenden Gespräche oder konstruktiven Dialoge über Politik mehr mitbekommt, geschweige denn führen kann, weil es beim Austausch von Plattitüden und den immer gleichen Denkschablonen bleibt und ansonsten Unwissenheit und Desinteresse herrschen. Müsste eine echte Demokratie die Menschen nicht gerade wacher machen für alles Gemeinschaftliche, für gemeinsame Kultur, Zusammenhalt und solidarische Stärkung untereinander? Eine echte Demokratie bräuchte doch kluge, weitsichtige und umsichtige Bürger, die sich für das Ganze einsetzen?

Was für eine „Demokratie“ soll das denn sein, in der wir nun also leben und immer selbstsüchtiger, rivalisierender, ungebildeter, unpolitischer und orientierungsloser werden? Man sagt uns, dass wir (also die Mehrheit von uns) uns dafür entschieden haben, denn wir können ja… wählen! Man suggeriert uns, dass wir den Abstieg, den Zerfall der Sitten, die wachsende Kriminalität, den wirtschaftlichen Niedergang, die Herrschaft von rücksichtlosen globalen Großkonzernen, stetige Enteignung, Altersarmut, unbezahlbare Verschuldungen, lügende und manipulierende Staatsmedien und die hysterischen Einschränkungen der Meinungsfreiheit selbst gewählt haben.

Um es kurz zu machen: nein, das haben wir nicht gewählt! Dies alles wurde mutwillig und absichtlich inszeniert, gesteuert und durchgesetzt. Gegen unseren Willen und gegen unsere Natur.

Warum aber stellen sich die Menschen solche Fragen nicht? Warum fallen den meisten die eklatanten Widersprüche im System zwischen den Narrativen, die wir seit unserer Kindheit hören, und der Realität nicht auf? Warum benutzen nur so wenige den gesunden Menschenverstand und warum interessiert sich niemand für die Wirklichkeit und die wahren Zusammenhänge?

Weil die Menschen chronisch unter Stress gehalten werden. Stress sorgt dafür, dass das Denken und Reflektieren auf ein Minimum reduziert werden, weil der gesamte Organismus auf primitive instinktive Überlebensprogramme umschaltet. Das ist die permanente Überaktivierung der drei Notprogramme im Stammhirn: Flucht, Angriff oder Sich-Totstellen. Dadurch wird die Wahrnehmung stark eingeschränkt und der Sinn für die Realität kommt abhanden. Jegliche Neugier geht verloren und das Gehirn kann nicht mehr lernen. Es ist ständig überfordert, wird sehr vergesslich und arbeitet nur noch mit einfachen Denkschablonen. Komplexes, zusammenhängendes Denken wird abgeschaltet. Wir verlieren den Überblick. Kleinste Änderungen oder neue Informationen führen sofort zu einem Gefühl der Überforderung, aus dem wir entweder aggressiv werden oder in Lähmung und Duldungsstarre verfallen.

Es ist nicht so, dass die Menschen zu dumm oder zu wenig interessiert sind. Sie sind nur chronisch in einem Zustand mangelnder Reflexionsfähigkeit und können sich nicht mehr interessieren. (Als Kinder konnten sie es noch.) Dieser chronische Stress entsteht durch die stetige (Re-) Aktivierung existenzieller Bedrohungsgefühle. Anders als beim Tier reichen dafür beim Menschen mentale Reize, die zu instinktiven Schutzreaktionen führen. Man muss Menschen nur immer wieder ausreichend verunsichern. Je weniger Selbstvertrauen und Selbstsicherheit ein Mensch in sich trägt, desto leichter ist es, ihn auf solch existenzieller Ebene zu verunsichern.

Und wie vermindert man das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen von Menschen? Man (zer)stört die Beziehung zwischen Eltern und Kindern in den ersten drei Lebensjahren. Zum Beispiel, indem man Eltern immer weniger Zeit lässt für ihre Kinder oder ihre Aufmerksamkeit auf anderes wie z.B. Smartphones zieht, oder indem man Kinder immer früher in die Hände (staatlicher) Gruppenbetreuung gibt; oder indem man immer mehr hochfrequente (Mobilfunk-, W-Lan-) Strahlung erzeugt, die auf wachsende Kindergehirne nachweislich extrem schädlich wirkt; oder indem man Impfstoffe (und dann entsprechenden Impfzwang) erfindet, die das Nervensystem von Kindern angreifen und ihre gesunde Entwicklung verhindern. Kurz: indem man die jungen Körper von Kindern möglichst früh unter biologischen Dauerstress setzt. Dann hat man sehr verlässlich ein paar Jahre später eine ganze Generation von Menschen, die vom einfachen Leben bereits chronisch überfordert und den einfachsten Anforderungen nicht mehr gewachsen sind. Die werden dann ganz bestimmt keine Fragen mehr stellen. Und sie werden alles glauben und an sich reißen, was ihnen ein wenig Orientierung, Ruhe und Sicherheitsgefühl verspricht. Ein Schwarm instabiler, bedürftiger und naiver Wesen, die geistig nicht mehr erwachsen und verantwortungsfähig werden können und die immer getragen werden müssen, aber nicht tragen können.

Sie sind damit dann auch definitiv Demokratie-unfähig. Ich glaube nicht, dass man ihnen dann noch aufwendig (und teuer) suggerieren muss, sie lebten in einer Demokratie. Sie sind so abhängig von Anerkennung und Hilfe von außen und ihre Fähigkeiten, sich selbstkritisch und konsequent für Veränderungen einzusetzen und effektiv untereinander zu organisieren sind dann so unterentwickelt, dass das System sich ganz auf den Erhalt der mentalen Vollversklavung beschränken kann.

Die wenigsten Menschen ahnen, wie nahe wir diesem Zustand bereits sind. Sozialistische und faschistische Systeme sind unter den Gestressten und Überforderten aktuell schon länger wieder hoch im Kurs. Und so würde es weitergehen, wenn nicht… eine Änderung von außen kommt, die das gesamte illusionäre „Demokratie“-Theater und den Zerfall des Geistes stoppt. Es dürfte bereits einleuchten, dass eine solche Rettung gar nicht von innerhalb solch einer „Demokratie“ kommen kann. Sie muss von außen kommen. Dazu später mehr.

Vorhang auf: „Schöne neue Demokratie“

Kommen wir zurück zur Ausgangsfrage: Was ist das für eine „Demokratie“, in der wir leben? Wir können ab und zu lokale und landesweite „Vertreter“ wählen. Die Auswahl wird allerdings gestellt. In erster Linie von Parteien. Parteien sind straff hierarchisch organisierte Institutionen, die von oben nach unten und komplett gesteuert sind. Über den Parteien stehen wiederum Institutionen und Interessengruppen, von denen wir in der Öffentlichkeit nichts hören, weil wir nichts hören sollen. Sie stehen nicht zur Debatte. Vor allem stehen sie nicht zur Wahl, sondern sie steuern das Regierungs- und „Wahl“-System. Mit anderen Worten: wir können nur aus dem „wählen“, was uns angeboten wird. Die vielgepriesene EU wird sogar schon ganz offensichtlich von Figuren geführt, auf deren Positionierung die Bevölkerung keinen Einfluss mehr hat, die aber umgekehrt mehr und mehr die Kontrolle über das Leben der Bürger in Europa übernehmen und die Ländersouveränität auflösen. Was ist ein zentralistisch-sozialistisches System, das alle Bürger überwacht und klein hält und sich „Demokratie“ nennt? Verrat.

Es ist mittlerweile für den interessierten Zeitgenossen nicht mehr schwierig, sich darüber zu informieren und zu erkennen, dass alle Politiker ab einer gewissen Einflussebene von oben ausgewählt und gezielt geführt und gesteuert werden. Wer sich die Mühe nicht machen will, bedenke zumindest einmal die auffällige Tatsache, dass die Protagonisten in Politik und Regierung alle so auffallend stromlinienförmige und monolithisch systemkonforme Persönlichkeiten sind. Sie wirken ausgesprochen gesichtslos, unlebendig und grau. Sie strahlen erstaunlich wenig Individualität, Vitalität und Charakterstärke aus. Sie haben keine eigenen Überzeugungen, sie stehen für nichts und produzieren überwiegend bedeutungslose Worthülsen. Wenn sie etwas sagen, klingen sie substanzlos, verwaschen oder inkompetent. Sie beziehen selten eine klare, konkrete Position und ändern sie nicht selten innerhalb von Stunden. Ihre gesamte Erscheinung ist Ausdruck formloser Opportunität. Nichts an ihnen lässt vermuten, dass sie das Volk oder menschliche Werte tatsächlich vertreten, geschweige denn fürsorglich und altruistisch sein könnten. Allein ihre oft himmelschreiende Inkompetenz und ihr Mangel an Bildung und Anstand machen es unvorstellbar, dass sie für so etwas Komplexes wie Gemeinwohl einstehen könnten. Es sind offensichtlich Figuren in einem Theaterstück, dessen Regisseure wir nicht kennen.

Hin und wieder erfahren wir sporadisch, wie eigennützig, korrupt, unaufrichtig, betrügerisch, destruktiv und unfähig diese Theaterfiguren in den oberen Etagen der Politik sind. Allerdings wird die Öffentlichkeit in nicht allzu ferner Zukunft auch noch lernen und erkennen müssen, dass weite Teile dieses Regierungspersonals hochkriminell und in einem Ausmaß moralisch verdorben sind, wie es sich der normale Bürger gar nicht ausmalen kann. Wir werden dann das Wort „Hochverrat“ wieder in unseren aktiven Wortschatz aufnehmen müssen. Wir werden einige Zeit brauchen, um zu verstehen, dass wir von einem Netzwerk gesteuert werden, in denen skrupellose Psychopathen die Mehrheit bilden, die auch vor organisiertem Menschenhandel und systematischem Kindesmissbrauch der schrecklichsten Sorte keinen Halt machen.

Wie kann es sein, dass ein Volk sich so viel Inkompetenz, Charakterlosigkeit und Kriminalität zur Führung wählt? Ganz einfach: es hat sie nicht gewählt. Es gibt nur die raffinierte Suggestion einer Wahl und eines Mitspracherechts. Wer einmal versucht hat, wirklich mitzusprechen und etwas Positives, Menschenfreundliches, Konstruktives in die Politik einzubringen (z.B. mit Petitionen oder über Bundestagsabgeordnete), der wird erlebt haben, dass es überhaupt keinen Effekt hat. Jeglicher ernsthafte Versuch, von innen oder von unten etwas im System zu ändern, ist vollkommen wirkungslos. Das ist die „Demokratie“, in der wir leben.

Rollentraining: die Dressur der Marionetten

Was vor allem Akademiker nicht verstehen bzw. sich nicht vorstellen können ist, dass wir systematisch und lückenlos belogen und betrogen werden. Nicht hier und da ein wenig, wie jeder zu wissen glaubt, sondern komplett und in allem Grundsätzlichen. Es fordert eine Menge Mut, überhaupt den Gedanken einmal zuzulassen, dass alles, was uns theoretisch und weltanschaulich beigebracht wurde, erfunden und manipuliert ist. Diesen Mut haben nach meiner Erfahrung gerade Akademiker nur selten. Die sogenannte akademische Ausbildung ist eine Vergewaltigung des Geistes und eine Zerstörung des selbständigen, kritischen, vor allem aber aufrichtigen Denkens. Die Universitäten sind mittlerweile mit Ausnahme einiger Einzelpersonen der älteren Generation zu den führenden Institutionen für geistige Amputation degeneriert. Die Schulen ziehen aber schon längst nach, denn das Lehrpersonal kommt frisch ideologisiert, bis in den Kern selbstunsicher, aber intellektuell abgerichtet von den Unis und propagiert die systemkonforme Einheitslehre ganz eigenständig. Die darunter schwelende Selbstunsicherheit und überdeckten Minderwertigkeitskomplexe (beide dürften unter Pädagogen statistische Spitzenwerte erreichen) machen sie zu verlässlichen Soldaten der neuen Ideologie. Denn sie haben ihr nichts entgegenzusetzen! Diejenigen, die noch genug Charakterstärke, gesunden Menschenverstand und kritisches Denken inklusive Selbstreflexion haben, reiben sich zwischen überdrehten Jugendlichen, respektlosen Eltern und immer engeren, kränkeren ideologischen Vorgaben des Bildungsministeriums auf. Denn sie dürfen keine Lehrer sein, die junge Menschen zur Eigenständigkeit (vor allem im Denken) verhelfen sollen, sondern sollen als Botschafter der einen Staatsideologie und einzig richtigen Gutmensch-Moral dienen. Diskussionen und Reflexionen sind unerwünscht.

So wirken Ideologie statt Wissen, Parolen statt Verständnis und Konformität statt Auseinandersetzung immer früher auf die Generationen ein. Aktuell knöpft das System sich die Kinderkrippen vor. Das Ergebnis von alldem? Nicht nur geistige Lähmung, sondern die Zerstörung von Entwicklungspotenzial. Falls die Menschheit ein Experiment in Selbstverblödung durchführen möchte – so sieht es aus. Ein System, dass von charakterlosen Gaunern geführt wird, braucht dumme Mitläufer. Also ist Verdummung eine seiner wichtigsten Aufgaben.

Damit sich der gesunde Menschenverstand nicht zwischendurch doch noch durchsetzt und die Masse die Wirklichkeit hinter den Täuschungen aufdeckt, ist es wichtig, das Gehirn der Menschen täglich mit der Ideologie und dem Theaterspiel „Keine Sorge, die Regierung macht alles gut“ zu überfüttern. Dazu dienen die Medien, also Radio, Fernsehen und die Zeitungen. Nur die besser Informierten wissen, dass diese Medien von nur wenigen (je nach Zählweise drei bis sechs) global agierenden Instituierten gesteuert und gefüttert werden. Das Wissen, wer diese Institutionen steuert, wird immer mehr an die Öffentlichkeit dringen und in nicht allzu ferner Zeit zum Allgemeinwissen gehören. Dann allerdings wird unsere „Demokratie“ bereits Historie sein.

Fazit: die Demokratie-Simulation, in der wir leben, braucht die stetige Stressung, Verunsicherung, Irreführung, Verdummung und Regression der Menschen, um nicht aufgedeckt zu werden. Sie funktioniert nur auf der Basis von Angst. Entweder der geschürten eingebildeten Angst vor „dem Klimawandel“, „den Rechten“, den „Nazis“, den Russen, vor Putin oder Trump, oder vor den real wachsenden Bedrohungen durch De-Industrialisierung (Arbeitsplatzverlust), gewalttätige Flüchtlinge, faschistische Gewalt im Gewand des „Antifaschismus“, lückenlose Überwachung oder eine Flut von drangsalierenden, freiheitsraubenden Gesetzen. Die Botschaft an den Einzelnen ist eindeutig: das System ist stärker und bist Du nicht willig, so braucht es Gewalt.

Exit-Zeichen: Bitte gehen Sie zu den Notausgängen!

Da das ganze System nun aber durch diese Zermürbung und Schwächung immer labiler und sein Personal immer inkompetenter wird, wird auch die Maske der Macht immer durchsichtiger und das Marionettentheater immer absurder. Wir leben in einer Zeit, in der es bereits so brüchig geworden ist, dass viele Menschen anfangen, es zu durchschauen, auch wenn sie noch bis vor kurzem überzeugte Anhänger des Glaubens an Friede, Freiheit, Klimaschutz und Eierkuchen waren.

Und das ist die gute Nachricht: dieses System von Inkompetenz und Degeneration kommt an seine Grenzen, die durch die menschliche Natur gesteckt sind. Ab einem gewissen Ausmaß an Inkompetenz, Lähmung und geistig-psychischer Blockierung ist die Überforderung so groß, dass die einfachsten Mechanismen menschlichen Zusammenseins schlichtweg nicht mehr funktionieren. Die fast vollständige Vernichtung von zwischenmenschlichem Interesse, Austausch und vor allem Vertrauen haben wir bereits erreicht. Unsere Kultur lässt sich weder durch den puren Instinkt des Überlebens noch durch Konsum und Ablenkung aufrecht erhalten. Durch diese Vernichtung von Kultur zerfällt unsere Gemeinschaft in orientierungslose, überdrehte und destruktive Einzelwesen. Wie ein Bienenschwarm ohne Königin sind wir dann den geringsten Manipulationen schädlicher Kräfte ausgeliefert.

Dann können grundsätzlich zwei Dinge passieren: wir fallen zurück auf das Faustrecht und unser Alltagsleben wird von gewaltbereiten Gruppierungen und Terror beherrscht. Das würde eine komplette Auflösung von Ordnung und Organisation bedeuten und zu einer grausamen und unmenschlichen Selbstzerstörung führen. Auf der so verbrannten Erde würde nur ganz langsam nach längerer Zeit und nur zaghaft eine neue Kultur der Menschlichkeit entstehen können. Wahrscheinlicher würden sich jedoch diktatorische und Gewaltsysteme etablieren, die ein Überleben sichern, aber Wachstum und Freiheit auf lange Zeit unerreichbar machen.

Oder aber es taucht von außerhalb des Systems eine Macht auf, die Ordnung, Struktur und Orientierung schafft, in deren Rahmen wieder eine Kultur durch gesunden Menschenverstand, Menschlichkeit, Empathie und vor allem durch ein allgemeines Verständnis für Gemeinschaft und eine Solidarität der Stärke entstehen kann. Nur so könnte das Individuum in seinen Fähigkeiten und Talenten gefördert und eingebunden werden, wodurch in kürzester Zeit eine starke, entwicklungsfähige Gemeinschaft entstehen kann, in der die Freiheit zur Selbstverwirklichung hochgehalten wird. Solch eine Gemeinschaft wäre leistungsstark. Vor allem aber wären die Menschen in so einer Ordnung erfüllt und zufrieden. Nicht durch lähmenden Konsum und Regression auf Kleinkindbedürfnisse, sondern durch Entfaltung ihrer Kräfte und Einklang mit sich selbst.

Wir würden feststellen, dass stressfreie Menschen nicht gegeneinander kämpfen, sondern sich füreinander einsetzen. Das ist unsere Natur. Sogar Tiere, sogar Raubtiere tun dies. Wir würden desweiteren feststellen, dass die allermeisten kein authentisches Interesse an Geld(-vermehrung) haben, weil Geld an sich wertlos ist; dass gesunde, freie Menschen kein Interesse an Macht über andere haben, sondern sich für die Freiheit anderer einsetzen; dass die einfachste Realität erfüllender und hilfreicher ist als jegliche Ideologie und Fantasie; dass wir intuitiv bemerken können, ob ein Mensch gesund oder psychopathisch ist, ob er lügt und sich verstellt oder ob er authentisch und wohlwollend ist – jedes gesunde 5-jährige Kind kann das.

Zurück zur gesunden Ordnung

Wir sehen daran, dass Struktur, Ordnung und Orientierung zuerst da sein müssen, sonst gibt es keinen Anfangspunkt. Die illusionäre Idee hinter der „Demokratie“ wie sie uns vorgegaukelt wird ist, dass eine solche Ordnung sich selbst aus der Unordnung erschaffen kann; dass die Orientierung sich selbst aus der Orientierungslosigkeit findet und dass eine gute gesunde Struktur sich selbst aus der Strukturlosigkeit entwickeln könne. Man muss kein Psychologe, kein Biologe und kein Soziologe sein, um zu verstehen, dass das unmöglich ist und in der Natur nicht vorkommt. Es kann nicht geschehen, weil die entwickelnde, stärkende Kraft fehlt. Kinder können sich nicht entwickeln, wenn sie keine erwachsenen Vorbilder und Förderer um sich haben. Es ist die tägliche Herausforderung durch und die Konfrontation mit Weiterentwickelten, die sie in die Entwicklung bringt. Sonst würde unsere Gesellschaft aus lauter Kleinkindern bestehen. Und tut sie das nicht zunehmend?

Wenn Eltern und Lehrer gestresst sind, dann werden die Kinder gestresst. Wenn jene in neurotischen Glaubenssystemen festhängen, werden diese ebenso darin hängen bleiben. Erwachsene Sklaven erziehen ihre Kinder zu Sklaven. Die Geschichte von dem sich selbst entfaltenden Talent oder Genie ist eben dies: eine erfundene Geschichte, die sich real nicht belegen lässt.

Der Glaube an eine „Ordnung aus dem Chaos“ ist teuflisch, d.h. illusionär. Es ist eine theoretische Chimäre, die nicht auf Erfahrung beruht, sondern auf Ideologie und Wunschdenken. Aus allgemeiner Orientierungslosigkeit kann (ohne einwirkende Kraft von Außen) niemals Orientierung entstehen. Aus Strukturlosigkeit erwächst keine Struktur. Aus Hilflosigkeit entstehen niemals Kraft und Stärke. Die sogenannte Humanistische Psychologie (hat mit dem Humanismus der Renaissance nichts zu tun) hat diesen theoretischen Irrsinn aus den USA in die Welt der Psychotherapie, des Coachings, der Pädagogik und des riesigen Selbsthilfe-Marktes gebracht: „Alles ist in dir drin. Du musst nur genug Raum und Freiheit haben, um ganz authentisch du selbst zu sein, dann kommt alles von alleine aus dir.“ Dadurch entstand das irrige Konzept, dass wir alles in uns finden und nur ausbuddeln und befreien müssen. In der Praxis zeigt sich natürlich, dass das nicht funktioniert. Es funktioniert nur bei Dingen, die einmal gelernt, dann aber blockiert oder zurückgehalten wurden. Die kann man (wieder) befreien. Richtig ist, dass wir für jeden auch nur kleinsten Lern- und Entwicklungsschritt Hilfe und Herausforderung von oben brauchen. Und selbst dann schaffen es nicht alle.

Der Denkfehler liegt darin, die Entwicklung des Menschen mit der von Pflanzen gleichzusetzen. Ein pflanzliches Samenkorn muss nur in die Erde geworfen werden und Wasser, später noch etwas Sonne bekommen, dann entwickelt sich die komplette Pflanze aus dem Samenkorn. Diese Art von Wachstum lassen wir Menschen allerdings bereits nach den ersten embryonalen Wochen hinter uns. Bereits der Fötus im Mutterbauch lebt von der Interaktion mit dem Blut, Stoffwechsel, Herzschlag usw. der Mutter. Später kommt die motorische und emotionale Interaktion hinzu, die ebenso lebenswichtig sind. Dies ist die Wachstumslogik von Säugetieren, die soziale Wesen sind und nur über Interaktion lernen (und sonst sterben). Der Mensch braucht sogar noch eine weitere Dimension: Kultur und Wissen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, damit wir uns geistig entwickeln können.

Unsere Sprache zum Beispiel steckt nicht „in uns“, so dass sie nur freigelegt werden müsste, sondern wir übernehmen sie von anderen. Und dies gilt für alle Kulturtechniken, ohne die wir nicht überlebensfähig wären.

Das Gute ist, dass ein einziges gutes Vorbild reicht, um ein Kind oder einen Jugendlichen an seine Neugier, seinen Lern- und Entwicklungsdrang und an das Gesunde in sich zu erinnern und sie zu fördern, auch wenn sie ansonsten von Degeneration umgeben sind. Wir können das Richtige, das Gute und Gesunde immer wiedererkennen und hochhalten, weil es unserer angeborenen zentralen Kraft und unserem Kern entspricht. Weil wir uns darin immer selbst wiederfinden können. Von da aus braucht es nur noch Förderung und Unterstützung des Wesentlichen in uns.

Der Krawall der Marionetten

Was hat das nun mit unserem gesellschaftlichen Zustand und unserer „Demokratie“ zu tun? Nehmen wir zur Veranschaulichung einmal die junge Generation der heute 20- bis 30-Jährigen: sie ist durch und durch infiltriert von dem Glauben, dass sie Orientierung findet, indem sie sich erstmal und konsequent gegen jede Orientierung von außen wehrt (was paradoxerweise bereits eine Orientierung am Außen ist). Was die anderen, vor allem die älteren Generationen sagen oder machen, ist grundsätzlich abzulehnen. Ein extremes Ergebnis dieser Haltung nennt sich „Antifa“ oder Anti-sonstwas. Das sind Ideologien, die sich aus persönlichen Frustrationen und emotional aufgeladenen Überzeugungen zusammensetzen, die dann auf die Allgemeinheit und „das System“ projiziert werden und gar kein Interesse an der Realität haben. Die Empörten haben keine eigene Richtung, deshalb verklumpen sie sich in Massen und maskieren ihre Hilflosigkeit als trotziges „Dagegen-Sein“ – egal gegen was. So bewahrt sich der Mitläufer einen Rest Identitätsgefühl, indem er schimpft und angreift: „Ich empöre mich also bin ich“. Zum Aufbauen, Weiterführen und Entwickeln fehlen nicht nur Ausdauer und Kompetenzen, sondern bereits viel grundlegender Orientierung und Verständnis, was eigentlich los und was das Problem ist.

Die Kinder aller Altersstufen, die für „Klimarettung“ auf der Straße protestieren, sind ein beispielhafter Auswuchs von Orientierungslosigkeit, in der die Menschen nicht bemerken, dass sie (a) von ihnen unsichtbaren Mächten gesteuert und missbraucht werden, (b) nicht den geringsten Effekt auf das System haben (das System benutzt sie nur), und (c) für etwas schreien und kämpfen, das ihnen nicht nur nicht hilft, sondern ihnen massive Nachteile verschafft. Die inszenierten „Fridays for Future“- Protestmärsche sind eines der offensichtlichsten und absurdesten Beispiele für gelenkte Bewegungen, die Veränderungen propagieren und fordern, mit denen wir in letzter Konsequenz unseren Zusammenhalt, unsere Fähigkeiten, unsere Kultur des Dialogs, unsere Freiheiten und damit unsere Zukunft völlig zerstören. Und die schreienden Kinder der Neuzeit bemerken es nicht. Ihr vollkommen medienabhängiges Engagement wird energetisiert durch verzweifelte echte Bedürfnisse nach Orientierung, nach Gehört-Werden, nach Gemeinschaft, nach mehr Lebensqualität und nach Rückbesinnung auf die Natur – vor allem die Natur, die wir in uns tragen (siehe „Klimahysterie und das Geschrei um heiße Luft“). Bedürfnisse ohne Kompetenz, ohne Übersicht und ohne Verantwortungsfähigkeit jedoch katapultieren Menschen in einen Zustand auf Säuglingsniveau. Aus ihrer Verzweiflung, der Ohnmacht und der massiven Überforderung greifen sie nach der nächstbesten Ideologie, die ihnen vom System – das sie glauben zu bekämpfen – gezielt und fertig angeboten wird. Was für ein trauriger Anblick! Ein Haufen junger Möchtegern-Revolutionäre, die an den Fäden ihrer Unterdrücker hängen, um blindlings diejenigen mundtot zu machen, die ihnen als einzige noch helfen könnten. Sie halten sich für moralische Krieger der Weltrettung und führen dabei den Willen derer aus, die die menschliche und natürliche Welt zerstören wollen. Ihr kompensatorischer Größenwahnsinn hebt die Verbindung zur Realität komplett auf. Deshalb ist es mehr als eine narzisstische Schutzillusion. Es trägt zu offensichtlich bereits psychotische Züge.

Ich glaube, wenn diese Menschen einsehen würden, wie hilflos sie wirklich sind und gegen welche unsägliche Übermacht sie in Wirklichkeit antreten (und sogar von ihr abhängig gemacht, in die Irre geführt und benutzt wurden), dann würden sie in eine schwere Depression kippen. Deshalb sind aktive Freitagsdemos an der frischen Luft vorübergehend die bessere Wahl.

Dieses Phänomen der Verführung in den völligen Selbstbetrug ist exemplarisch für das, was unsere „Demokratie“ ausmacht: die Vortäuschung von Freiheit für immer abhängigere, kindischere und einfältigere Generationen von Sklaven.

Wir steuern und beherrschen unser Zusammenleben nicht. Wir werden gesteuert. Und wir wissen nicht, von wem. Wir bemerken nur, dass es uns immer schlechter geht und wir auf den Abgrund der völligen Desintegration und Fragmentierung zulaufen. Zusammenhang und Zusammenhalt gehen immer mehr verloren. Grenzen verschwimmen oder werden ignoriert. Isolierung, Lähmung und Unverständnis breiten sich aus. Das nennt man Zerfall.

Wie kann dieser Zerfall gestoppt und wieder in Entwicklung und Wachstum umgekehrt werden? Wir wissen jetzt: nicht aus dem Zerfallenden selbst. Nicht von den Schreienden, den Verzweifelten, Strukturlosen oder Desorientierten. Sondern nur von Kräften, die das Gegenteil noch in sich tragen und Zusammenhalt von außen neu installieren können. Wir brauchen Hilfe von außen. Und diese Hilfe muss von einem Ort, aus einer Motivation und durch Menschen kommen, die vom System der Zersetzung nicht vergiftet oder korrumpiert worden sind. Daher werden sie uns anfangs sehr fremd vorkommen. Sie sind zu anders als wir, die wir nur noch den Selbstbetrug kennen. Wir verstehen sie nicht. Man hat uns sogar beigebracht, sie als Feinde zu bekämpfen und alles abzulehnen, was von ihnen kommt.

Und das bedeutet, dass wir umgedreht und gerettet werden müssen, ohne dass wir um unser Einverständnis geschweige denn unsere Mithilfe gefragt werden. Wir müssen gegen unseren degenerierten „Willen“ (so nennen die Menschen die einprogrammierten Ideen und wirren Stimmen in ihrem Kopf) gerettet werden, auch wenn wir strampeln und wild um uns schlagen. Oder wenn wir hilflos gelähmt sind. Es ist wie ein Kaiserschnitt: eine höhere Macht, die wir nicht verstehen können, holt uns aus einer ausweglosen Lage und rettet unser Leben. Wir wissen nicht, wie uns geschieht und sind unseren Helfern keine Hilfe. Anders geht es nicht.

Und sie retten uns trotzdem.

Wenn die Masken fallen: die Welt der Psychopathen

Wir haben gelernt, die „Demokratie“ zu rechtfertigen und zu loben, weil sie angeblich eine Organisationsform ist, in der die Regierung die Interessen des Volkes bestmöglich repräsentiert. Also unsere Interessen. Deshalb auch „repräsentative Demokratie“. Wir haben bereits dargestellt, dass dies in der Realität gar nicht der Fall ist. Und selbst wenn es so wäre wie man uns vorgaukelt, wäre es tatsächlich nur die Repräsentation einer Mehrheit – egal wie ungebildet, rücksichtslos und naiv diese Mehrheit auch sei. Quantität ist dann wichtiger als Qualität und wir hätten das Schlamassel: eine Diktatur der Mehrheit über alle. Allein deswegen schon würde es mit allem schnell und sicher bergab gehen. Denn Gemeinschaften und Organisationen werden nicht durch Masse gut gesteuert, sondern durch Klasse. In der Führung sind Intelligenz und Kompetenz Trumpf, nicht Lautstärke und zahlenmäßiges Übergewicht.

Aber das ist nur ein theoretisches Problem in unseren Köpfen. Unsere „Demokratie“ wurde nämlich genauso wie der märchenhafte Kommunismus und Sozialismus in unsere Köpfe hinein projiziert, um letztlich mit der realen Struktur die Macht- und Kontrollbedürfnisse von Psychopathen zu befriedigen. Dafür haben diese Psychopathen etwas gemacht, was sie besonders gut können, um uns zu verwirren: sie erfanden und erfinden Gedankengebäude und Glaubenssysteme, die zwar bei genauerer Betrachtung unrealistisch sind, aber fantastisch klingen und an kindliche Sehnsüchte anknüpfen. Aber sie machen still und heimlich etwas ganz anders – meistens genau das Gegenteil –, denn ein Psychopath hat kein Gewissen und keine Scham. Deshalb kann er (oder sie) lügen, manipulieren, missbrauchen, verletzen und morden, weil sein Bewusstsein und seine Identität nur auf der Basis des Stammhirns funktionieren. Wichtig ist nur, dass die Strategie funktioniert und sie ihre Ziele erreichen. Das entspricht in etwa dem Bewusstseinsniveau eines Reptils. Ihr Antrieb ist nicht emotional, sondern beruht nur auf instinktivem Selbsterhalt.

Ein Psychopath ist von der Welt der sozialen, fühlenden, empathischen und altruistischen Menschen vollkommen überfordert, weil er sie nicht verstehen, nicht berechnen und nicht kontrollieren kann. Deshalb steht er unter dem Zwang, sie zerstören zu müssen und immer mehr Kontrolle zu gewinnen. Nicht weil es ihm Spaß macht, sondern weil er permanent von Angst und Bedrohungserleben getrieben wird. Solche Menschen sind niemals zufrieden mit einem gewissen Maß an Macht über andere. Sie kontrollieren und zerstören alles Menschliche solange bis sie umfallen oder von außen gestoppt werden. Das ist für fühlende Menschen nicht leicht vorstellbar. Es ist so, als hätte man es mit einer Eidechse oder Schlange in Menschengestalt und mit einem hoch entwickelten, kalt berechnenden Verstand zu tun. Amphibien haben kein Gehirn, um Emotionen zu verarbeiten. Sie können nicht sozial sein, was sie mit Psychopathen gemein haben. Diese können jedoch lernen, mehr oder weniger gut soziales Verhalten zu simulieren, damit sie ihre selbstsüchtigen Ziele besser verfolgen können.

Dies also sind die Schöpfer und Lenker unserer „Demokratie“. Um einzusehen, dass solche empathielosen Machtfanatiker über die letzten 150 Jahre die Steuerung aller weltweiten Gesellschaftssysteme übernommen haben, brauchen wir keine komplizierte Theorie einer Verschwörung, sondern müssen nur Psychologie verstehen: diese Wesen suchen endlos nach Machterweiterung, weil sie sich nie sicher und zufrieden fühlen. Im engeren Sinne können sie sich gar nicht „verschwören“, weil ihnen dazu die Fähigkeit der Loyalität fehlt. Sie benutzen sich nur gegenseitig, solange sie sich brauchen, wie Angehörige der Mafia. Sie kennen keine Verpflichtung, keine Treue und keine Solidarität. Sie gaukeln sie nur manchmal vor, weil sie damit die gesunden Menschen besser über den Tisch ziehen können. Kontrollieren können sie nur über Angst und Drohung, so wie sie selbst nur von Angst gesteuert sind. So arbeiten sie sich rastlos in immer mächtigere Positionen, weil sie keine anderen Werte und Motivationen haben. Sie studieren menschliches Verhalten, Psychologie und schwarze Magie mit einer Akribie und Besessenheit, die sich ein gesunder Mensch nicht vorstellen kann. So erschaffen sie immer raffiniertere Kontrollhierarchien der Angst, Überwachung und Einschüchterung. Da sie keine Hemmung haben und sogar immer geschickter darin werden, gesunde Menschen, vor allem Kinder, schwer zu traumatisieren, können sie sich pathologische Marionetten und Hilfskräfte ihrer Systeme quasi unbegrenzt selbst „herstellen“.

Unter Säugetieren werden solche degenerierten Individuen schnell aussortiert, weil der Instinkt der anderen Tiere sie sofort als nicht integrierbar erkennt und das Rudel oder die Herde sich gegen sie durchsetzt. Aber wir Menschen können von unserem Instinkt weggelenkt und in die Irre geführt werden. Nicht von heute auf morgen, aber über einige Generationen sehr effektiv. Bis wir so verdreht wurden, dass wir diese herzlosen Geschöpfe sogar als „große Persönlichkeiten“, Stars und Erfolgsmenschen bestaunen und beklatschen. Kinder mögen sie noch unangenehm und „sehr seltsam“ finden, aber die Erwachsenen sind von Fernsehen, Hollywood, Medien und dem Theater namens „Politik“ so hypnotisiert worden, dass sie ihre Bauchreaktionen nicht mehr wahrnehmen. Sie sind dann soweit, sich von diesen Gestalten und ihren Kontrollsystemen alles sagen und gefallen zu lassen. Sie glauben eher der Propaganda und Indoktrination als ihrer eigenen Wahrnehmung. Man kann ihnen das Blaue vom Himmel herunter lügen und sie folgen ohne jeglichen kritischen mentalen Reflex.

Das Ende der falschen Vorstellung: echte Freiheit

Was ist nun die Täuschung über unsere „Demokratie“, die sie uns ins Gehirn gesetzt haben? Was ist die Phantasmagorie, die sie uns über alle Kanäle erzählt haben, damit wir von der Wirklichkeit, vom richtigen Denken und unseren Bedürfnissen nach Zusammenhalt abgelenkt werden?

Es ist die unhinterfragte Annahme, dass eine Regierung die Interessen der Menschen vertreten müsse. Das ist falsch. Eine Regierung zum Wohle der Gemeinschaft und jedes einzelnen Menschen hat nur die Aufgabe, die größtmögliche Sicherheit und die größtmögliche Freiheit zur Verfolgung der Interessen ihrer „Schutzbefohlenen“ zu setzen und zu erhalten. Eine Regierung hält den Raum und die Struktur, in denen die Menschen – jeder nach seiner Art – leben und sich entfalten können. Mehr nicht.

Natürlich wollen wir das, das steht außer Frage. Und man erzählt uns ja auch seit 70 Jahren, dass wir auf dem Weg dorthin seien und nur noch ein bisschen Geduld haben und immer mehr Repression aushalten müssen – alles für diesen guten Zweck. So langsam wachen die Menschen jedoch auf und verstehen, dass sie die ganze Zeit an der Nase herum und in eine sozialistische Diktatur geführt wurden. Unsere Ziele und Wünsche sind alle richtig, wir müssen nur den Weg dorthin ändern und wieder echte Verantwortung für sie übernehmen.

Die Idee der „Interessenvertretung“ ist in Wirklichkeit eine Einflüsterung, um Chaos und Verwirrung zu stiften, damit die Masse über emotionale Manipulation und Fehlinformation aus dem Unsichtbaren heraus gelenkt werden kann. Dies ist das Wichtigste: eine Regierung ist keine Interessenvertretung von Teilen der Bevölkerung und sie darf es auch nicht sein. Sie darf nur für das Ganze stehen und muss es schützen. Jeder kann und muss seine Interessen selber vertreten. Und dies sollte eine gute Regierung ermöglichen und fördern. Das heißt, sie fördert Verantwortlichkeit – nicht nur für die Eigeninteressen, sondern für die gemeinschaftlichen.
Das ist das Gegenteil unserer „Demokratie“, in der die Menschen jegliche Verantwortung mittlerweile bis hin zu den einfachsten lebenspraktischen Dingen an Regierung und Institutionen abgeben und sich damit selbst unmündig und hilflos machen. Ein gefundenes Fressen für diejenigen, die alles kontrollieren und lenken wollen.

Wenn wir im Sommer in eine Eisdiele gehen, wollen wir, dass der Verkäufer unsere Lieblingseissorte hat. Die anderen Sorten sind uns egal. Sie stören uns auch nicht. Für ganz unterschiedliche Geschmäcker wird er also viele Eissorten anbieten. Was würde passieren, wenn wir mehrheitlich abstimmen würden, welche Eissorte die meisten essen, damit der arme Eisverkäufer nur noch diese eine Eissorte anbieten darf? Das wäre Eis-Sozialismus.

Wir haben den Fehler gemacht, die Logik des Konsums auf die Regierungsform zu übertragen. Für eine Schattendiktatur ist das genau das Richtige, denn Konsumverhalten ist viel leichter zu manipulieren als der Verstand, Werteüberzeugungen und Verantwortungsdenken. Man hat uns also eingeredet, Regierung und Gemeinschaftsstruktur sei bloß eine Sache der Wünsche und Präferenzen. Man serviert uns ein Buffet von Parteien, aus denen wir wählen dürfen, welche uns gerade am besten schmeckt. Was für ein Service! Und man redet uns dabei ein, wir als (Konsum-)Kunde seien doch König. Nebenbei schlagen sich diese „Könige“ am Buffet auch noch gegenseitig die Köpfe ein, weil jeder an den größten Fleischtopf will. Und vor lauter Schlaraffenland-Träumereien haben wir nicht bemerkt, dass man uns eingelullt hat in unsere kindischsten Fantasien von Vollversorgung und Wahlfreiheit und dass man uns systematisch die Wahl für das eigentlich Gute und Richtige, für echte Freiheit vorenthält. Wir müssten für diese echte Freiheit wieder kämpfen. Aber dafür sind wir nun zu gelähmt, zu bequem und zu orientierungslos.

In jedem Kontext, in dem Menschen zusammen kommen, braucht es immer eine Führung, die die Struktur und den Sinn des Zusammenhalts bestmöglich erhält: in der Schule richtet sich der Lehrer nicht danach, was die Kinder machen wollen, sondern er gibt Aufgaben und Richtungen vor und bietet den Raum, dass jeder möglichst gut lernen kann. Ebenso gibt ein guter Teamleiter die Zielrichtung vor und sorgt für klare Strukturen, gute Kommunikation und das Wohlergehen der Mitarbeiter, damit jeder auf seine Art den besten Beitrag leisten kann. Aber er wird nicht alle vier Monate aus den gerade aktuellen mehrheitlichen Interessen gewählt. Das wäre absurd.

Für ein Volk, ein Land oder einen Staat müssen die Strukturen – bzw. die Regierung als Garant der Struktur – für das Zusammenleben nur zwei Grundbedürfnisse erfüllen: Sicherheit und die Freiheit, größtmögliche Wohlfahrt zu erlangen. Für die Regierung eines Landes sind dies die einzigen zwei Aufgaben. Zur Wohlfahrt gehören auch die Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung, zur Entfaltung und zum freien Wirtschaften. Dadurch entsteht allgemeiner Wohlstand, was wiederum der Sicherheit dient. Für so eine Regierung braucht es Menschen, die diese zwei Grundbedingungen herstellen und fördern können. Sie brauchen dafür vor allem Kompetenz und dann auch Autorität, um diese Notwendigkeiten durchsetzen zu können. Sie müssen nicht gewählt werden. Und sie sollten auch nicht gewählt werden, weil es nicht um Mehrheitsinteressen, sondern um das Ganze geht. Sie vertreten keine Interessen, sondern nur die Grundbedingungen für ein friedliches und prosperierendes Miteinander. Die bestgeeigneten Personen müssen dafür gefördert und ernannt werden. Das ist eine Ehre in der Gemeinschaft und sollte mit Anerkennung, Respekt und Dankbarkeit belohnt werden. Es dürfte unnötig sein zu ergänzen, dass solche Menschen an der Spitze von Strukturen in hohem Maße altruistisch, weitsichtig, verantwortungsbewusst und menschlich einfühlsam sein müssen. Das können also keine macht- und kontrollbesessenen Psychopathen sein. Das wissen wir von Führungspositionen in Unternehmen und dem Wohlbefinden und der Leistungsbereitschaft ihrer Mitarbeiter.

Das ist leicht zu verstehen. Wir müssen nur noch unser eingeimpftes Misstrauen überwinden, mit dem wir glauben, dass Macht immer schlecht sei und dass jeder Mensch, sobald er eine Machtposition inne hat, sie gegen andere missbraucht. Das ist genauso blind wie das naive Vertrauen in eine „Demokratie“, in der alles den Bach hinuntergeht. Wir müssen uns von der Herrschaft dieser Glaubenssätze befreien. Sobald der Blick von ausreichend vielen Menschen frei ist, die Wirklichkeit und die Möglichkeiten in der Wirklichkeit zu sehen, wird das ganz überschaubar und machbar sein.

Wie aber kommen wir dorthin aus dem Zustand der vollkommenen Manipulation und Täuschung?

Natürliche Hierarchie und Alpha-Position

Wenn unsere „Demokratie“ in den Zustand des völligen Zerfalls übergeht – die Phase, in der wir nun seit Mitte 2019 ganz offensichtlich und für die meisten spürbar angekommen sind – dann sind wir reif für einen neuen Schritt: für die Installation einer neuen gesunden Struktur, die uns in unsere Kraft bringt und ohne Vortäuschungen auskommt, weil sie nicht mehr auf dem pathologischen Streben nach Macht und Kontrolle über andere beruht, sondern auf menschlicher Gemeinsamkeit und Fürsorge.

Dafür reicht potenziell schon eine einzige Person, die diese Eigenschaften mitbringt und die Rolle der strukturgebenden und -haltenden Kraft übernimmt. Von ihr aus kann sich das Gesunde kaskadenförmig von oben nach unten durchsetzen. Nur so geht es. Ein Mensch, der fähig ist, Fürsorge, Frieden und individuelle Freiheit zu installieren, wird es leicht haben, dass Gleichgesinnte sich ihm anschließen und dieser Aufgabe (nicht der Person!) dienen. Dadurch entsteht eine Hierarchie der Fürsorge und des Wohlwollens. Die Position an jeder Spitze einer Einheit dieser Kaskade ist die natürliche Alpha-Position. Alpha ist derjenige, der sich mehr für andere als für sich selbst einsetzt und dabei die höchsten Kompetenzen für diese Aufgabe mitbringt.

Wir alle tragen in uns dieses Wissen und erkennen es in dem tief in der Psyche verwurzelten archetypischen Bild des Königs an. Nicht nur Kinder lieben es, wenn am Ende des Märchens der Held ein König wird oder wenn ein König für die allgemeine Anerkennung des Guten, für Ordnung und Wohlstand sorgt. Das ist die symbolisch-bildliche Repräsentation unseres intuitiven Wissens, dass das Gute nur von oben, von einer höheren Ebene, von einem Punkt höherer Integrität, Ordnung und Fürsorge kommen kann. Nicht durch Quantität wie in der zersetzenden „Demokratie“, in der das Gute angeblich von unten kommen soll, sondern durch Qualität, d.h. eine höhere, vorbildliche Integrität.

Wir nennen diese Position traditionell den guten König. Wir können noch einen Schritt weitergehen und über mehreren Königen eine verbindende Spitze sehen, die die gemeinsamen Werte und Kodizes der Könige zusammenführt und repräsentiert: den Kaiser. Über dem Kaiser herrscht das Prinzip der natürlichen und gesunden Ordnung.

Man hat uns beigebacht, dass Könige, Kaiser, Patriarchen, Führer und eigentlich alles Hierarchische gefährlich, falsch und altmodisch, also schlecht sind. Das Wort „Hierarchie“ jedoch heißt wörtlich „Heilige (oder göttliche) Ordnung“. Man hat uns – größtenteils durch Gewalt und Trauma – davon weggedrängt, um uns in eine unheilige, kranke Struktur der Kontrolle und Versklavung einzubinden. Was unten sein sollte ist oben, was oben sein sollte, wird unterdrückt. Man hat versucht, uns blind zu machen, so dass wir nicht mehr zurück finden zur gesunden Ordnung und individuellen Freiheit. Viele von uns sind dabei extrem geschwächt und orientierungslos geworden. Das hindert uns nicht am Wiederaufstehen. Einige wenige werden anderen aufhelfen. Diese werden wiederum anderen aufhelfen und so kann sich eine gute Ordnung durchsetzen, die sich so richtig anfühlt, weil sie auf Menschlichkeit und Empathie beruht. Eigenschaften, die die psychopathische Elite der globalen Herrschaftssysteme nicht haben und nicht verstehen. Deshalb haben sie Angst davor und bekämpfen sie!

Nach wenigen Jahren wird sich keiner mehr so recht erinnern können, dass wir tatsächlich in einer so schwer erkrankten Welt im geistigen Koma lagen.

Tief in unserem Inneren wissen wir, dass ein echter Patriarch, König oder Kaiser das Beste ist, was uns passieren kann. Denn er kann für Frieden im Einklang mit unserer menschlichen Natur sorgen. Von oben nach unten. Wir kommen um dieses tiefe Erbe der Natur nicht herum und können es mit keiner Ideologie und keinem Glaubenssystem austricksen oder ersetzen. Denn in der Natur ist alles hierarchisch. Alles. Darin liegt ihre Kraft, ihr Potenzial und für uns die größtmögliche Freiheit: nicht wirr, blind und beliebig auf eine ungeordnete und orientierungslose Masse zu vertrauen, nur weil sie eine Mehrheit bildet; nicht irgendetwas zu glauben, weil es schön klingt und es dann der Realität mit Gewalt überzustülpen, sondern die Freiheit, unsere wahre Natur zu erkennen und zu entfalten.

Die Wiedergeburt der Freiheit – per Kaiserschnitt

Fassen wir zusammen: wir sind in Ideologien und Kontrollsystemen gefangen, die uns als Menschen und als Gemeinschaft zersetzen und zerstören. Wir nennen das „Demokratie“, sind frustriert, haben aber keine Ahnung, was wirklich von statten geht. Wir sehen die Psychopathen nicht, die unsere Institutionen steuern und Regeln und Strukturen setzen. Wir sind nicht bloß ihre unwissenden Sklaven, sondern haben die Fähigkeit verloren, Freiheit zu denken und zu erkennen. Wir können uns daraus nicht selbst befreien, sondern brauchen Hilfe von außen.

Was jetzt? Gibt es ein erkennbares Potenzial irgendwo auf der Welt, von dem Hilfe in absehbarer Zeit kommen könnte? Ja, das gibt es. Eines aus dem Westen und eines aus dem Osten. Und als größte Rettung und Hilfe für die Wiederherstellung unserer Freiheit wird eine dritte Macht (wieder) auftauchen und wirksam werden, die aus dem lange Geheimen ans Tageslicht treten wird, nachdem sie 75 Jahre darauf gewartet hat. Sie steht uns näher als die Helfer von Ost und West. Männer und Frauen, die sich abgesetzt haben bevor sie vom „Demokratie“-System geschluckt wurden und sich in der Ferne gemeinschaftlich und technologisch darauf vorbereiten, hier mit uns ein weltweites Vorbild für Freiheit und Frieden neu zu errichten. Wir wissen fast nichts über sie, aber wir können davon ausgehen, dass sie sich wohlgesonnen und hilfreich zeigen werden, sobald sie den richtigen Zeitpunkt dafür gekommen sehen.

In den USA hat die Kehrtwende über die letzten zwei Jahre bereits stattgefunden, weil sich dort die gesunden Kräfte aus dem Militär mit dem Präsidenten vereint haben und Schritt für Schritt die Psychopathen und Netzwerke der Korruption und Kriminalität auflösen und bloßstellen. Die Bevölkerung dort hat über diese zwei Jahre angefangen zu verstehen und ist soweit aus der Täuschung aufgewacht, dass sie zum größeren Teil hinter dem Präsidenten und den befreienden Kräften steht.

Auf seine eigene Weise ist auch Russland über die letzten 15 Jahre durch diesen Prozess der Befreiung und Aufklärung gegangen. Beide Mächte haben größtes Interesse, Freiheit und Wohlstand in deutschen Landen und damit in Europa wiederherzustellen. Denn nur so kann die Hierarchie von Frieden und Wohlergehen weltweit etabliert werden. Nur so kann das Versklavungssystem komplett beseitigt werden.

Es ist für die meisten von uns unmöglich geworden, uns Männer als Führer vorzustellen, die wahrhaft altruistisch sind und sich selbst für das Wohl der Menschheit einsetzen statt für Selbstbereicherung und Kontrollwahn. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es solche Männer gibt und dass wir in einer Zeit leben, in der sie die Steuerung der größten Machtmonopole der Welt übernommen haben.

Deshalb werden uns diese beiden Länder bzw. deren Präsidenten unentwegt als Bedrohung dargestellt. Und ja, sie sind eine Bedrohung – für das kranke, korrupte System von charakterlosen Marionetten und für den geistigen Zerfall, was wir naiv „Demokratie“ nennen. Zu unserem großen Glück. Diese Führer wissen aus eigener Erfahrung, dass Ordnung nur von oben kommen kann und dass sie zweifellos auch mit (Waffen-) Gewalt gegen die zersetzenden Kräfte geschützt und verteidigt werden muss. Das ist die (verfassungsgemäße!) Aufgabe des Militärs und grundsätzlich aller Männer, die für ihre Werte, ihre Familie und ihre Gemeinschaft bereit und fähig sind zu kämpfen. Solche Männer stehen im Osten und aus dem Westen bereit, um uns zu helfen, eine neue gesunde Ordnung aufzubauen. Es ist ein Angebot, das wir nicht ablehnen können, weil wir die Fähigkeiten von echter Ablehnung und Zustimmung erst wieder lernen und wertschätzen müssen.

Wir können diesen radikalen Wandel unterstützen, indem wir uns das Urwissen über uns selbst und über menschliche Gemeinschaft vergegenwärtigen und uns von den irrealen Denkschablonen und unreflektierten Meinungen einer mehr als hundertjährigen Indoktrination lösen. Wir wissen aus Erfahrung, dass jedes Gruppenprojekt einen willensstarken Leiter braucht; dass jedes Team eine umsichtige und entscheidungsfähige Führungsposition braucht; dass Organisationen eine Führung an der Spitze brauchen; dass Kinder Eltern und Lehrer brauchen; dass eine Familie ein Oberhaupt braucht, so wie unser Körper ein zentrales Nervensystem und Gehirn braucht. Sonst werden sie erfolglos, schwach, labil und zerfallen. So wie Deutschland und seine „Demokratie“.

Ebenso braucht eine Gemeinschaft eine hierarchische Ordnung, in der das „Gute von oben“ alle Menschen erreichen kann und sie einbindet in gegenseitige solidarische Stärkung und Verantwortlichkeit. Dafür braucht es einen wirksamen und sichtbaren Repräsentanten und Garanten der höchsten Ideale, Ordnung und Identität. Es gab noch nie einen stabilen Zusammenhalt ohne Leitfigur und Führung. Obwohl wir glaubten, dass wir die letzten 70 Jahre freiheitlich, „demokratisch“, „von unten“ mitbestimmen konnten, haben wir unter ausschließlicher Abwärts-Kontrolle und -Steuerung gelebt, unter denen wir die Fäden und Puppenspieler nicht einmal ahnten. Unser tatsächliche Ohnmacht und Lähmung werden jetzt erst sichtbar, wo das ganze Spiel ins offensichtlich Kranke und Wahnsinnige kippt und das durch und durch Unmenschliche und Widernatürliche darin entlarvt werden.

Eine Hierarchie der Fürsorge von oben nach unten stellt eine natürliche Ordnung dar und her und wird uns Frieden, Freiheit und unvorstellbaren Wohlstand bringen. An der Spitze der Hierarchie wird der Repräsentant dieser neuen Ordnung sichtbar sein. Wir könnten die Repräsentanten dieser Ordnung auch wieder „König“ oder „Kaiser“ nennen, sobald wir die Denkverbote der überwundenen „Demokratie“ überwunden haben. Wir können uns dann auch erlauben, uns unmittelbar richtig und gut damit zu fühlen wie Kinder, die ihrem intuitiven Wissen folgen und sich nicht von Ideologien in die Irre führen lassen.

Ein echter König kann nur König sein, wenn das Volk ihn als solchen akzeptiert und hoch hält. Er wird nicht gewählt, sondern (an-) erkannt. Ebenso ein Kaiser. Was in nicht allzu ferner Zeit neu sein könnte in der Menschheitsgeschichte wie wir sie kennen, ist das allgemeine Bewusstsein für die natürliche Notwendigkeit einer solchen gesunden Ordnung mit einem integeren Herrscher als ihren sichtbareren Garanten an der Spitze.
Und das wird dann eine wichtige Ernte für die Menschheit sein, die wir aus über hundert Jahren der Unterdrückung, Entmündigung und Irreführung einfahren werden: die psychische und geistige Reife, uns bewusst für eine gesunde und natürliche Hierarchie zu entscheiden und uns darin einzufügen, sie wertzuschätzen und unsere unmittelbare Verantwortung darin zu übernehmen. Zu unserem eigenen Wohle und zum Wohle des Ganzen.

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Ein Aufruf zum Hinschauen und zur Befreiung des Denkens

Wie kann man ein „normales Gespräch“ führen, das inhaltlich über das persönliche Befinden oder das Wetter hinausgeht, wenn man keinen gemeinsamen Nenner, keine gemeinsame Basis hat? Wie ist ein inhaltlich sinnvolles Gespräch mit jemandem möglich, der an lauter Dinge glaubt, von denen man weiß, dass sie nicht real sind und dass sie erfundene Ideen und haltlose Konzepte sind, die der andere bloß von anderen übernommen hat?

Das geht nur, wenn der andere bereit ist, eine neue Perspektive einzunehmen und seine fest eingefleischten Meinungen beiseite zu stellen. Und genau das ist von blindgläubigen Menschen am wenigsten zu erwarten. Man riskiert bei ihnen viel eher, für verrückt gehalten oder gar als Bedrohung erlebt zu werden.

Also, dann lieber doch nur übers Wetter und ganz persönliche Empfindungen sprechen und ansonsten zu allem Aberglauben bedeutungsvoll nicken.

Denn das, was die Menschen in unseren Breitengraden für die „Realität“ halten, ist mittlerweile so weit entfernt von der überprüfbaren Realität der Fakten, dass eine kommunikative Brücke zwischen Skeptikern oder sogar Fakten-Kennern und den Gläubigen sehr schwierig und unwahrscheinlicher geworden ist. Die Menschen habe sich daran gewöhnt, in Blasen von eingebildeter Pseudo-Realität zu leben und lieber die Wirklichkeit, jede Skepsis und jedes Nachfragen soweit wie möglich von sich fern zu halten.

Was dazu führt, dass wir nicht mehr von und über die Wirklichkeit sprechen können.

Was ist passiert?

Vor über 15 Jahren stieß ich auf ein Buch von Johannes Jürgenson: „Die lukrativen Lügen der Wissenschaft“. Hinter diesem unscheinbaren Titel steckt die humorvolle und dabei intelligente und informationsreiche Aufdeckung der wichtigsten sogenannten „wissenschaftlichen Theorien“ als absichtlich verbreitete, manipulative Lügen. Nun spielt das vielleicht bei Themen wie z.B. der „Relativitätstheorie“ von Einstein keine so große Rolle, weil sie keinen unmittelbaren Einfluss auf unser Leben hat. Aber der eine oder andere wird sich vielleicht schon erschrecken zu erfahren, dass Einstein kein Theorie-Genie, sondern ein ausgefuchster Schummler und Blender war, und dass seine hoch gefeierten Theorien entweder von anderen gestohlen oder überwiegend bloß sinnloser, herbei fantasierter Blödsinn sind, der in der Physik schlichtweg ignoriert wird (denn Blödsinn ist für Real-Techniker wertlos).

Persönlich relevanter wird das Ganze schon, wenn wir erkennen müssen, dass FCKW kein Gift ist, sondern das Schlüsselwort eines Marketing-Tricks, um geschützte Patente zu umgehen und den Kühlschrankverkauf anzukurbeln. Da fangen wir nämlich an zu verstehen, dass wir über die Medien von Wirtschaft und Politik skrupellos nach Strich und Faden belogen und betrogen werden. Und dass kritische Stimmen so systematisch und erfolgreich unterdrückt oder manchmal auch “verunfallt” oder “geselbstmordet” werden, dass es einem kalt den Rücken herunterläuft.

So richtig ans Eingemachte geht es jedoch, wenn wir uns mit persönlich relevanten Themen z.B. aus der Medizin beschäftigen, der wir uns ja gern im guten Glauben ausliefern oder nahestehende Menschen sich ausliefern sehen. Was wäre Deine Reaktion, wenn du ganz ausführlich und logisch erklärt bekommen würdest, dass das, was „Krebs“ genannt wird, keine Krankheit, sondern ein natürlicher Heilungsprozess des Körpers ist und dass es ein Virus namens „HIV“ niemals nachgewiesen wurde? Würdest du dich nicht aufregen?

Jetzt ist der Moment, in dem du anfangen könntest, neugierige und skeptische Fragen zu stellen. Was passiert aber bei den meisten stattdessen? Sie geraten in einen emotionalen Schockzustand und verlieren den Zugang zum Denken. Sie sind emotional überfordert und reagieren auf dem psychischen Niveau eines dreijährigen Kindes, das sich bedroht und alleingelassen fühlt.

Das ist sehr interessant und ich habe es schon mehrfach in meinem Leben miterlebt. Ich glaube, irgendetwas in den Menschen versteht in dem Moment intuitiv, dass gerade ihr gesamtes Weltbild, der Boden unter ihren Meinungen und Entscheidungen, ihr gesamtes mentales Gebäude, das sie über Jahrzehnte aufgebaut haben, ins Wanken gerät. Und was tun sie automatisch? Sie schalten sofort das Denken ab und gehen in den instinktiven Vermeidungsmodus über. Sie reagieren mit ihrer persönlichen Variante von Angriff, Flucht oder Sich-tot-Stellen.

Das kann z.B. so aussehen, dass jemand in einen emotional aufgeladenen Gegenangriff übergeht: „Spinnst du? Was redest Du da für einen Blödsinn! Weißt du eigentlich, wie ignorant und arrogant du bist? Glaubst du tatsächlich so einen Schwachsinn? Was fällt dir ein? Wenn du das nicht sofort zurücknimmst, will ich mit dir nichts mehr zu tun haben!“ Ende des Gesprächs und Anfang der Radikalisierung.
Die gemäßigtere Form blockt bloß intellektuell ab: „Ach, das sind doch alles nur Verschwörungstheorien! Wenn das stimmen würde, hätte ich doch längst davon erfahren (eine narzisstische Illusion als Selbstschutz: ich weiß immer Bescheid, wenn’s wichtig ist). Das hätten doch Wissenschaftler längst aufgedeckt! Wenn das stimmen würde, stände es ja morgen in jeder Zeitung. Also, das ist doch Beweis genug, dass es nicht stimmen kann.“ Sache erledigt und kann vergessen werden.

Der beliebteste Selbstschutz ist aber das totale psychische Ausblenden. Die meisten Menschen haben einen Mechanismus, der dafür sorgt, dass unbequeme Informationen direkt aus ihrem Gewahrsein gelöscht werden, noch bevor sie einen Gedanken oder eine Emotion auslösen können. Man kann ihnen solche Dinge sagen und es ist so, als hätte man nichts gesagt. Oder sie vergessen es sofort wieder. Nicht, weil es bedeutungslos ist, sondern weil sie keine Schublade für die neue Information haben.

Botschaften, die zum Glaubenssystem eines Menschen im Widerspruch stehen, bergen die Gefahr, es zu sprengen. Sie können nicht assimiliert (einverleibt) werden, sondern nur durch Adaption (Anpassung/Umbau) aufgenommen werden. Es ist so, als würde jemand ein riesiges altes Ölgemälde erstehen, das gar nicht in sein kleines Wohnzimmer passt. Für dieses neue Bild müsste er zumindest einige Möbel rauswerfen. Vielleicht muess er sogar anbauen. Oder in eine komplett andere Wohnung umziehen.

Auf geistiger und psychischer Ebene führt Adaption zu Entwicklung, Wachstum, Verfeinerung und Reifung. Nassim Taleb fasst dieses Phänomen und diese Fähigkeiten in seinem gleichnamigen Buch zusammen als „Antifragilität“. Antifragilität macht robuster und gleichzeitig flexibler und intelligenter. Assimilation hingegen bedeutet bloß Verdauung ohne Veränderung: „Ich will so bleiben wie ich bin.“ Da muss man dann auf das schöne Ölgemälde verzichten, weil die Wohnung zu klein ist.

Erreicht uns eine Wahrnehmung, die wir nicht in unsere bestehenden Schubladen einordnen können, weil sie unserem bisherigen Verständnis massiv widerspricht, dann haben wir zwei Möglichkeiten: entweder wir bilden ein neues Verständnis und Denken, die den Widerspruch umfassen und die neue Information integrieren können, oder wir retten bloß unser bestehendes Glaubenssystem und schirmen es gegen jegliche andere Information ab. Die meisten Menschen reagieren ab ihrem achten Lebensjahr mit der zweiten Variante, was dazu führt, dass ihr Weltbild von da an kaum noch weiter wächst, und sie alles nur noch „einsortieren“ – das heißt in ihr Weltbild eines Achtjährigen. Auf heftig widersprüchliche Informationen reagieren sie dann mit einer klassischen Traumareaktion so, als wäre ihr Leben in Gefahr. Also Angriff, Flucht oder Totstellen.

Ich glaube, das liegt daran, dass diese Informationen richtig sind. Denn sonst hätten sie kein Gewicht und keine Bedeutung.

Die interessante Frage ist nun: warum reagieren Menschen – nicht ein paar einzelne, sondern fast alle in unseren Breitengraden – auf eine wichtige Information oder einen Gedanken so, als wäre ihr Leben bedroht?

Die Antwort ist relativ simpel: weil ihr Selbstwertgefühl und ihre Identität zu stark mit ihrem Glaubenssystem verwachsen sind, und sie sich selbst von dem, was sie glauben, nicht unterscheiden können. Ihr Glaubenssystem zu verlieren ist für sie dann so, als würden sie ihre Identität verlieren und zu Nichts werden, den Boden unter den Füßen verlieren, ausradiert werden. Sie sind nicht körperlich gefährdet, sondern psychisch. Es kommt ihnen vor, als würden sie ihre Seele verlieren. Das ist der Grund, warum sie mit den lebensrettenden Notmechanismen des Stammhirns reagieren, denn sie erleben einen Widerspruch als existenzielle Bedrohung.

Wann erscheinen Informationen als existenziell bedrohlich?

Wenn wir keine Fähigkeiten oder Mechanismen haben, um damit umzugehen.

Das mag zunächst seltsam klingen, da doch ein Erwachsener ein ganzes Spektrum an Kompetenzen haben sollte, um mit einer bloßen Information, einem Gedanken oder einer Frage anders umgehen zu können als auf dem Level eines Reptils, das nur Angriff, Flucht oder Sich-tot-Stellen kennt. Es lässt sich aber verstehen, wenn wir bedenken, dass diese menschliche Fähigkeit auch erst entwickelt und gelernt werden muss. Und diese Entwicklung kann schief gehen. Sie kann gestoppt oder zu wenig gefördert werden, so dass das angelegte Potenzial verkümmert.

Wenn ein Kind im Alter von etwa fünf bis zehn Jahren, also in der sensiblen Phase für die Entwicklung seiner Fähigkeiten zum eigenständigen Denken und zum Bilden eigenerMeinungen und Ansichten, nicht genug Dialog, Austausch und vor allem Fragen und Antworten erlebt, dann wird es höchst wahrscheinlich für den Rest seines Lebens diese Fähigkeiten nicht mehr entwickeln und bloß Meinungen sammeln, die andere ihm fertig servieren oder aufzwingen. So ein Kind hat entweder gar keine Meinung oder eben die, die am besten geeignet ist, sein (kindliches) Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Aufmerksamkeit zu erfüllen. Es denkt und prüft nicht, sondern benutzt Meinungen und Glaubenssysteme bloß als Mittel der Zugehörigkeit.

Wenn ein Kind in dieser entscheidenden Lernphase traumatisiert wird, z.B. durch Gewalt (auch verbale), unterdrückende Bevormundung oder auch Vernachlässigung oder Liebesentzug, dann wird es auch in Zukunft alles, was mit Meinung und Verständnis zu tun hat, als existenziell bedrohlich erleben und entsprechend radikal und vehement abwehren. So entstehen Fundamentalismus, Radikalismus und Extremismus. Menschen können in ihren Fähigkeiten zum Denken und Überprüfen traumatisiert werden und retten oder schützen sich dann selbst, das heißt ihre psychische Integrität, indem sie an bestimmten Glaubensinhalten festhalten, die ihnen Sicherheit geben. Z.B. dass man Autoritäten niemals hinterfragen darf. Oder wer „gut“ ist und wer „böse“. Oder was „richtig“ ist und was „falsch“. Sie erkennen ihre Glaubensinhalte nicht als Schutzmechanismus nicht. Sie können auch nicht darüber nachdenken oder es relativieren. Sie können ihre fest eingeschweißten Glaubenssätze nicht einmal im Zusammenhang miteinander sehen. Vor allem aber können sie sie nicht in Frage stellen. Ihr Überlebenstrieb ist mit ihren Meinungen und Glaubensstrukturen so sehr verwachsen, dass sie sie für absolute Realität (sie nennen das „Wahrheit“) halten müssen. Jeden Zweifel daran oder Widerspruch dagegen erleben sie deshalb nicht als mentale Herausforderung, sondern als Angriff auf sie selbst!

Es sei noch angemerkt, dass diese Prägung der Kindheit sich in der Pubertät noch einmal vollkommen ändern kann. In der Teenager-Zeit können wir ganz Neues lernen, Fähigkeiten nachentwickeln, völlig neue Lebensanschauungen und Perspektiven gewinnen und dadurch eben auch einen ganz anderen Charakter entfalten als der, den wir als Kinder entwickelt haben. Es können aber auch bestehende Prägungen vertieft und verstärkt werden, weshalb manche als Jugendliche radikaler und extremistischer werden.

Warum ist das gerade für uns so wichtig?

Weil dieses Prinzip nicht nur für Einzelne gilt, sondern auch für eine Gesellschaft oder ein ganzes Volk. Wenn ein Volk traumatisiert wird – z.B. durch eine brutale Unterwerfung und Unterdrückung – dann kann es seine Fähigkeiten zum eigenständigen Denken, Nachfragen und Reflektieren verlieren. Dafür muss man es in der Zeit der Desorientierung unmittelbar nach dem Trauma so beeinflussen, dass es nur über bestimmte, von außen vorgegebene Meinungen und Anschauungen wieder zu Orientierung und Sicherheit findet. Auf diese Weise werden existenzielle Bedürfnisse dann so eng mit erwünschten Anschauungen verknüpft, dass sie nicht getrennt und reflektiert werden können. Außerdem muss man mit Gewalt das Nachdenken, Nachfragen und Überprüfen unterdrücken. Man muss die Zeit der Angst und des Schreckens nutzen, um das Erleben von Sicherheit und Wohlbefinden mit bestimmten Tabus und Verboten zu verknüpfen.

Man muss nicht viel über die deutsche Geschichte wissen, um zu erkennen, dass exakt das nach dem Zweiten Weltkrieg passiert ist. Und zwar so koordiniert, durchgängig und konsequent – bis heute – dass man weder von einem Irrtum noch einem Zufall ausgehen kann. Wir haben es hier mit einem Programm zu tun, das die Amerikaner „Re-Education“ nannten. Der Wahnsinn und die Absurditäten, die wir heute gesellschaftlich erleben, sind das Ergebnis einer solchen „Umerziehung“ durch die Kopplung von Kriegstraumata und existenzieller Angst mit dem Verbot, darüber zu sprechen, darüber zu forschen oder überhaupt Fragen zu stellen. Wir haben in Deutschland sogar Gesetze, die das Fragen und Forschen zu manchen Themen verbieten. Wir haben massenweise verbotene Bücher dazu (angeblich aus „Jugendschutz“- Gründen). Das allein würde ein aufgewecktes Kind schon stutzig machen: wenn Papa und Mama das Nachfragen und jedes Sprechen zu einem Thema strengstens verbieten, muss etwas im Busch sein!

Damit verkümmert seit 1945 systematisch unsere Fähigkeit, über uns selbst und unsere Geschichte nachzudenken und „Meinungen“ anhand von Realitätsprüfungen zu überarbeiten. Stattdessen werden Meinungen und Anschauungen existenzialisiert, so dass wir auf sie wie auf Bedrohungen unseres Lebens reagieren. Jeder hält sich an den Ansichten fest, die ihm von außen eingepflanzt wurden, um sich sicher zu fühlen. Wir leben immer noch so wie unsere Großeltern zur Besatzungszeit (hat sie je offiziell geendet?). Und das Stockholm-Syndrom macht die Besiegten zu Kollaborateuren gegen sich selbst – bis heute. Wir denken und handeln immer noch im Wahn der „Entnazifizierung“ und suchen Gespenster, um uns abzusichern gegen „das Böse“, das die Sieger uns eingeredet haben. Dahinter aber leben wir in Angst. Und keiner weiß mehr, warum und wovor.

Wir können diesen Zustand als mentales Koma bezeichnen. Darin träumen wir in wirren Bildern und absurden emotionalen Fantasien über die Welt. Aber wir sehen die Wirklichkeit nicht mehr. Wir sehen uns selbst nicht mehr, sondern nur noch die Bilder und Meinungen über uns, die andere uns eingepflanzt haben – zu ihren, nicht zu unseren Gunsten.

Man hat uns z.B. tief eingeimpft, dass Deutschsein gleichbedeutend ist mit asozial, böse und schuldig sein. Das war und ist die Grundlage der „notwendigen Umerziehung“ nach dem zweiten Weltkrieg: der „deutsche Charakter an sich“ ist gefährlich und muss korrigiert werden, weil er sich weigert, sich der globalen (modernen, guten) Geld- und Denkherrschaft zu unterwerfen wie alle anderen Völker. Mit den Deutschen funktioniert die Versklavung nicht so leicht. Wir durchschauen zu viel und hängen zu sehr an geistiger, seelischer und individueller Freiheit. Wir setzen uns sogar für die Freiheit anderer ein. Das schmeckt den Machtbesessenen schon seit vielen Jahrhunderten überhaupt nicht. Ihr Hass auf freie Denker und Forscher ist existenziell, denn wenn diese sie entlarven, verlieren sie die Kontrolle und den Nährboden ihrer kranken unersättlichen Gier nach Macht.

Wenn wir beobachten, denken und uns austauschen können, sind wir kaum besiegbar. Man kann uns dann nicht so einfach gefügig machen und dem weltweiten Sklavensystem eines dumpfen Materialismus’ einfügen. Man musste uns betäuben. Das brauchte zwar ein wenig Zeit, weil wir doch recht zäh an unserem Streben nach Freiheit und Wach-Sein festhielten. Aber zwei Mechanismen funktionierten dann doch: erst schwer traumatisieren und dann als Retter auftreten, der die Versklavung als „Segen“ und „nur zu unserem Besten“ einführt. Damit auch kein neuer Keim von Rebellion und Befreiung entsteht, ist es dann noch sinnvoll, das Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zum eigenständigen Nachdenken und Überprüfen so klein wie möglich zu halten.

Eine der mächtigsten Psychotechniken dafür ist die erzwungene Sexualisierung der Jugendlichen und (mittlerweile ganz offensichtlich) auch der Kinder. Dadurch können in dieser äußerst sensiblen Entwicklungsphase die geistige Reifung und Widerstandskraft sowie die Fähigkeiten zur Individuation so massiv zerstört werden, dass sie später kaum noch Chancen haben.
Von Natur aus wollen Kinder und auch Jugendliche mit erwachsener Sexualität noch nichts zu tun haben. Man muss sie dahin schon mit viel Aufwand und gegen ihren instinktiven und seelischen Widerstand drängen und manipulieren. Genau diese Manipulation und ihre Folgen sind heute bereits so deutlich erkennbar geworden, dass es keines weiteren Kommentars bedarf. Die unter dem Banner der „sexuellen Befreiung“ in Wirklichkeit sexualisierten und neurotisierten Generationen ab den 1970ern geben diese Entwicklungsstörung heute als ideologisch durchprogrammierte Pädagogen und Erzieher ganz selbstverständlich, ohne jegliche Selbstreflexion und mit dem typischen Missionseifer von Neurotikern an Kinder und Jugendliche weiter.

Wenn man Teenager frei lässt und ihnen Raum gibt, wollen sie ihre aufkeimende (sexuelle) Energie zunächst in die Entwicklung von Bewusstwerdung, Selbstverständnis, eigenständiger Orientierung und von Herzqualitäten investieren. Das beste und eingängigste Vorbild dafür finden wir in der „Deutschen Romantik“, die den bisher weltweit kühnsten Versuch unternommen hat, Wissenschaft, Religion und Kunst wieder zu einem großen Ganzen zu vereinen und in harmonischen Einklang miteinander zu bringen, damit der Mensch seine Stellung im Kosmos selbst erkennen und frei leben kann. Es ging in der Romantik um die Förderung und harmonische Verbindung von Verstand, Herz und Körper zu einer individuellen Einheit.

Das ist das natürliche Entwicklungs-Anliegen von jungen Menschen in ihren Zehnern – und von da ab für den Rest ihres Lebens. Nicht das Ausagieren von „Sex“ à la Hollywood oder die Übertönung ihrer Unsicherheiten und Ängste mit narzisstischem Posieren oder pornografischer Überreizung bis zur „coolen“ Abstumpfung. Nein, sie wollen wärmer werden und vor allem ihre eigene Identität und damit ihren eigenen, passenden Platz in der Gesellschaft finden, um als Erwachsene zugehörig zu sein – und nicht in der Anti-Haltung und Rebellion stecken bleiben. Sie wollen – orientierungslos und hilfsbedürftig wie sie noch sind – auch noch nicht Kinder in die Welt setzen. Die Natur fördert in der Zeit die geistige Individualisierung und erst wenn diese weit genug fortgeschritten ist, beginnt die authentische Bereitschaft zu sexuell ernsten Begegnungen – zwischen echten Individuen, nicht zwischen verunsicherten Kindern hinter Masken. Weil sie dann erst diese enorme neue Herausforderung meistern können.

Dieses sehr weite Thema will ich hier nur kurz anreißen, weil es sonst über den Rahmen dieses Artikels hinausgehen würde. Aber wir müssen es  einbeziehen – um Verständnis des allgemein gebrochenen Selbstbewusstseins und der geistigen Lähmung, in der wir nicht nur wie in einer Seuche leben, sondern die die schwer Verblendeten unter uns auch mit großem Eifer verstärken wollen. Traumatisierte Menschen agieren so. Sie wiederholen das, was man mit ihnen gemacht hat, immer wieder mit sich selbst und anderen. Sie können nicht anders. Das ist eine psychische Störung und braucht Heilung – und nicht den „Schutz“ dieser Minderheit.

Jedes Volk hat seine eigenen Talente und Stärken. So wie auch jede Ethnie und jeder Mensch. Die einzige ethische oder spirituelle Schande ist es, diese Talente nicht zu nutzen und zu entfalten. Und wie wir Deutschen unsere wahren Talente seit hundert Jahren, ganz besonders seit 1945, unterdrücken und zurückhalten ist eine Schande.

Für die meisten Deutschen ist diese Selbstverleugnung allerdings schon ganz selbstverständlich in Fleisch und Blut übergegangen. Die Position von zähneknirschender Unterlegenheit, Minderwertigkeit, masochistischer Duldung, verblendeter Selbstaufopferung und infantiler Einfältigkeit sind „normal“. Wir hoffen immer noch, verschont zu werden, wenn wir uns so naiv, blöd, hilfsbereit und gefügig wie möglich darstellen. Sind wir aber nicht. (die „anderen“ wissen das auch). Dadurch entsteht das chronische Gefühl von Schuld und Schlechtigkeit.

Warum Schuldgefühle? Schuldgefühle entstehen immer dann, wenn wir etwas unterdrücken, das in uns steckt und zu uns gehört. Z.B. Impulse, Wünsche, Reaktionen, Meinungen usw. Durch das Unterdrücken entsteht in uns das Gefühl von „Da ist noch etwas übrig, das ich tun wollte (aber ich kann oder darf nicht).“ Meistens entsteht so eine Unterdrückung aus Scham, weil wir etwas nicht mit unserer Identität, mit unserm Bild von uns selbst zusammenbringen können. Scham ist das Gefühl von „nicht passen“, „nicht in Ordnung sein“ und „störend herausragen“.

Solange wir mit Gewalt (z.B. per Gesetz oder sozialer Gängelung) daran gehindert werden, wir selbst zu sein, unsere reale Geschichte, also auch die wahren Intentionen und Zwänge hinter dem ersten und zweiten Weltkrieg zu erkennen und das vollständige Erleben unserer Großeltern, unserer Eltern und von uns selbst zu benennen, werden wir uns schuldig fühlen müssen, nur um nicht die darunter liegende Desintegration und Verwirrung wahrnehmen zu müssen. So funktioniert der psychische Schutzmechanismus, der uns ins geistige Koma versetzt hat. Und blind macht.

Die Frage ist:

Wie können wir aus dem geistigen Koma aufwachen?

Ich knüpfe jetzt nochmal an meine eigenen ersten Erkenntnisse von vor 15 Jahren an. Ich fing damals an einzusehen, dass fast alle Menschen Dinge glauben, die in Wirklichkeit falsch, nachweislich gelogen und absichtlich verdreht sind. Etwa zehn Jahre später war ich dann schon weiter: ich verstand, dass so gut wie alles, das wir zu wissen glauben, falsch ist. Von allem, was wir als „Allgemeinbildung“ und „Konsens“ in unseren Köpfen herumtragen ist das Gegenteil zutreffend oder zumindest näher an der Wahrheit. Das macht es jetzt einfacher: wenn wir von allem das Gegenteil nehmen und alles, was uns bisher erzählt wurde und täglich erzählt wird, um 180° drehen, sind wir der Wirklichkeit schon sehr nahe. Denken und prüfen müssen wir allerdings trotzdem.

Das ist schwer zu verdauen: so gut wie nichts ist so, wie wir es gelernt haben. Ok, die Menschen haben den Glauben an den Weihnachtsmann und den Osterhasen hinter sich gelassen, aber da hört es auch schon auf. Hier ist nicht der Platz, auf viele Beispiele einzugehen, aber nehmen wir eines heraus: was ist wohl der Effekt auf dich, wenn du einsiehst, dass die angeblich schlimmsten Krankheiten gar nicht gefährlich sind, sondern bloß deren „medizinische Behandlung“ (die tödlich sein kann); oder dass man sich nicht anstecken kann, weil „Ansteckung“ nur eine unbelegte und erfundene Hypothese ist, die längst wiederlegt wurde – genauso wie „HIV“ und „AIDS“; oder dass man von der Sonne keine schweren Hautkrankheiten und von Sex keine sog. „Geschlechtskrankheiten“ bekommen kann? Und dass dies auch bekannt ist, aber nicht bekannt gemacht wird – aus ganz abgeschmackten rein wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen? Und dass das all das Erfindungen und Lügengeschichten sind?

Am Rande: glaubst du das? Oder glaubst du genau das Gegenteil? Du sollst nichts glauben! Die „Wissenschaft“ und die Psychopathen in den Chef- und Regierungssesseln wollen, dass du blind glaubst und bitte schön aufhörst, Fragen zu stellen. Sie wollen nur dein Bestes (glaub‘ es ihnen!). Was ist das anderes als eine Kirche, die erwartet, dass du dich an ihre Dogmen hältst, damit du von ihr gesegnet und geführt wirst? Was für ein Segen!

Das hier ist keine Kirche, deshalb die viel schwierige Aufforderung, nichts zu glauben! Das hier sind nur Hinweise für eine neue Abzweigung zu mehr Freiheit – für die, die wollen.

Wenn du also diese ganzen Illusionen und Lügen aufdeckst, dann ist das zuerst ein Schock. Aber wenn du den überwindest und nur noch ein Stück weitergehst,dann hast du plötzlich viel weniger Angst als jemals zuvor. Ganze Brocken von Angst und Depression fallen von dir ab. Keine Angst vor der Sonne, keine Angst vor deinem Körper und irgendwelchen Symptomen, keine Angst vor Sex, vor FCKW, Ozon oder CO², vor unsichtbaren „Nazis“, Außerirdischen oder UFOs, vor Atomenergie, Trump, Putin oder tödlicher Klimaerwärmung.

Und stattdessen entsteht eine innere Freiheit, die sich normal-verängstigte Menschen gar nicht mehr vorstellen können. Wir können darüber spekulieren, was zuerst da war: die Angst oder die menschengemachten Angst-Systeme. Und ob das alles nur ein ungeschicktes Versehen ist oder ob gewisse Interessengruppen nicht vielleicht ganz absichtlich und wissentlich die Angst bei den Menschen schüren, um Freiheit und freies Denken zu unterdrücken. Je mmehr man sich mit den Mechanismen und Ursachen in und hinter den Angst-Systemen beschäftigt, desto wahrscheinlicher ist, dass sie mit Absicht errichtet und aufrecht erhalten werden, das ist aber hier nicht so relevant. Es könnte auch zu sehr entmutigen. Aber eines Tages musst du wissen, mit wem du es zu tun hast, um ihn zu durchschauen und ganz frei zu werden.

Die neue Angstfreiheit bewirkt nicht nur eine tiefe Entspannung und ein stabileres Wohlbefinden, sie schafft auch eine größere Beweglichkeit im Denken, Nachfragen und Aufnehmen von verschiedenen Ansichten. Oh, das entspricht übrigens schon fast der Definition von Intelligenz. Du wirst also intelligenter. Und alles wird leichter.

Vor allem wird die Wahrnehmung freier und feiner, was dazu führt, dass du Nuancen in der Darstellung von Informationen bemerkst. Lügner, Manipulatoren und Vertreter sprechen und schreiben anders als Menschen, die ihre eigene Wahrnehmung authentisch ausdrücken. Das führt dazu, dass du immer schneller und treffsicherer erkennen kannst, wie echt, ehrlich und wertvoll eine Information ist. Du hast wieder mehr die unmittelbare und ganzheitliche Wahrnehmung von gesunden Kindern, die intuitiv spüren, ob jemand lügt. Du muss keine Inhalte analysieren, sondern fühlst Unstimmigkeiten und Brüche in der Art und Weise des Ausdrucks.

Jeder kann das. Wir müssen dafür lernen, das Wie von Darstellungen und Informationen mehr zu beachten als das Was. Unsere Aufmerksamkeit wurde trainiert, nur auf das Was zu achten und das Wie zu ignorieren. Auch deshalb, weil das Wie, mit dem wir überflutet werden so krank und unstimmig ist, dass unser Nervensystem durch permanente Alarmsingale und Widerstände überfordert und betäubt wurde. Unsere menschliche, intelligente Wie-Wahrnehmung wurde gelähmt.

Dann müssen wir auch das Warum erkunden und erkennen: Warum sagt jemand etwas? Warum wird etwas ständig wiederholt? Warum wird es in dieser Art dargeboten? Warum vertritt jemand eine Meinung so emotional oder so radikal oder so missionarisch? Das Warum ist in der Kommunikation wichtiger als das Was.

Wir können immun werden gegen Lügen und angstmachende Theorien, indem wir lernen, diese drei Aspekte zu erkennen: das Wie, das Warum und das Was. Am besten in der Reihenfolge. Dafür müssen wir nur neugierig und offen sein, wie wir es als Kinder alle einmal waren. Es braucht keine komplizierten Theorien oder Trainings dafür. Vor allem geht es darum, unser Denken von den Blockaden der Angst zu befreien und den Mut zu entwickeln, kritisch, skeptisch und unbequem zu sein. Deshalb müssen wir diese ganzheitliche und fühlende Wahrnehmungsfähigkeit vor allem bei Kindern und Jugendlichen fördern, denn dadurch werden sie immun gegen Manipulation, freier und selbständiger. Dadurch wird nicht nur jeder Einzelne bestärkt, sondern auch die Gemeinschaft, denn nichts trennt Menschen so sehr wie Lügen und Angst.

Wir leben im Land der Dichter und Denker. Das war es zumindest einmal. Dichter und Denker sind Menschen, die sich das Leben in Ruhe genauer ansehen. Aus verschiedenen Perspektiven. Immer wieder auch aus einer größeren Distanz zu den Dingen und sich selbst. Sie sind Beobachter, Zuschauer, Bewunderer und Forscher. Sie sind keine Macher und Produzenten, sondern geruhsame Tüftler, nachdenkliche Betrachter und innerliche Genießer. Sie können das materielle und tätige Leben auf eine höhere Stufe heben, indem sie Verbesserungen erfinden, Erleichterungen entdecken, vor allem aber den Sinn für das Wesentliche verfeinern und immer wieder die Beziehung zum Geistigen, zum Fühlen und zum Seelischen herstellen. Dafür sind die Deutschen bis heute weltweit bekannt und haben ihren guten Ruf (, den sie nur selbst nicht wahrhaben wollen).

Wir müssen das wieder entdecken: das Nachdenken, Diskutieren, Meinungen- nebeneinander-Stellen, das gemeinsame Einschätzen von Erfahrungen und vor allem das Ändern und das Weiterentwickeln von Ansichten! Wir müssen wieder neugierig in die Welt hineingehen, den Dingen auf den Grund gehen und alles mal aus der Adlerperspektive als große Gesamtschau sehen. Dafür sind die größten deutschen Dichter und Denker bis heute so berühmt und bewundert.

Der Dichter und Denker auf seiner Erde

Ich gebe ein Beispiel. Wir alle haben in der Schule gelernt: die Erde dreht sich um die Sonne, und die Sonne wirbelt als Sonnensystem mit ihren Planeten durch die unendlichen Weiten der Milchstraße, die wiederum in der endlosen Leere herumwirbelt wie ein Strudel. Ein Dichter und Denker (z.B. ein achtjähriges Kind) schaut sich aber den Sternenhimmel an, der sich seit Abertausenden von Jahren nicht verändert hat, und denkt bei sich: „Wie ist das möglich, wenn wir doch in Hochgeschwindigkeit durchs All rasen sollen? Dann müsste sich der Sternenhimmel doch ständig verändern! Doch nichts ist so fest und still wie die Sterne!“ Die Theorie passt nicht zur Wahrnehmung, und was ist nun falsch – die gelernte Theorie oder die Wahrnehmung? Wenn er diese Frage laut stellt, wird er vielleicht verhöhnt oder angegriffen, vielleicht schämt er sich auch vor den anderen, die ihn laut niederschreien, aber er hat einen  Widerspruch entdeckt und erkennt: „Die Menschen glauben, etwas zu wissen, aber sie schauen gar nicht hin! Sie glauben eher, was Fremde ihnen sagen, als ihren eigenen Sinnen.“

Er stellt fest, dass in früheren Zeiten die Menschen ganz andere Vorstellungen von der Erde hatten, die heute überall nur lächerlich gemacht werden, die aber tatsächlich zur direkten eigenen Wahrnehmung passen. Manchmal, an bewölkten Nachmittagen, sieht er, wie die Sonnenstrahlen durch die Wolken fallen und als breite Lichtstrahlen sichtbar werden. Der Winkel dieser Sonnenstrahlen ist so breit, dass die Sonne unmöglich sehr weit weg sein kann. Was seine Augen sehen und sein Verstand ableitet, ist: „Die Sonne ist viel näher als man uns in der Schule erzählt hat!“ Jetzt versteht er auch, warum die Temperaturunterschiede von Mittag zu Abend und von Sommer zu Winter so stark sind, denn das wäre bei einer riesigen Entfernung der Erde von der Sonne gar nicht möglich. Auch die Größe von Schatten (z.B. von Vögeln oder Flugzeugen), die die Sonne auf die Erde wirft, zeigt ihm, dass diese so geliebte, warme, wandernde Lichtquelle viel näher ist als uns eingeredet wird.

In uralten Texten findet er das Wort „Firmament“, was so viel bedeutet wie „Das Feste“ oder „das Festgemachte“ und das den Himmel bezeichnet, an dem die Sterne, die Sonne und der Mond „festgemacht“ sind. Er denkt: „Könnte vielleicht das, was wir voreilig und unreflektiert als Unsinn abtun, in Wirklichkeit näher an der Wahrheit sein, als all die computergenerierten Bilder und Simulationen, die man uns als „Beweise“ aufbinden will?“ Wir könnten diese Illusionen alle entlarven, wenn wir die richtigen Fragen stellen würden. Wenn wir uns trauen würden…

Der Dichter und Denker aber beginnt nun auch, etwas zu fühlen: er fühlt, dass es etwas ganz anderes bedeutet, in einer Kugel und unter einem sicheren Firmament zu leben, als auf einer Kugel, die angeblich verloren und sinnlos durch den leeren Raum saust. Ihm wird warm ums Herz, denn er fühlt sich geborgen. „Ist das nicht die Erfahrung, die wir alle schon vor der Geburt gemacht haben? In einer Kugel geborgen sein… Werden wir einfach in eine größere Kugel hineingeboren?“, fragt er. Er fühlt sich sicher in der Welt. Er erkennt intuitiv, dass die Sonne für die Erde da ist wie das Herz der Mutter für den Embryo, nicht umgekehrt. „Vielleicht ist die Sonne für den Menschen da!“, ruft er erstaunt, „Der große kleine Mensch, steht im Mittelpunkt eines Kosmos (= Ordnung), der ihn schützt und behütet!“ Und er hat keine Angst mehr, sondern freut sich.

Er ist nur ein wenig traurig, dass die Menschen so sehr an ihrem Angst-Glauben festhalten und diese aufgepfropfte Religion für echte „Wissenschaft“ und „Bescheid-Wissen“ halten. Sie bemerken nicht, das die Angst sie blockiert und dumm und arrogant macht. Sie können sich so wenig freuen und sind so verloren in ihren falschen Annahmen und werden so krank durch irrsinnige Konzepte und Ideen, die sie von ihrer Wahrnehmung und der Natur abtrennen bis sie sogar anfangen, sich gegenseitig und sich selbst zu zerstören in blinder Verzweiflung.

Er wünscht sich, dass sie auch sehen könnten, was vor ihnen liegt und wer sie wirklich sind. Er möchte ihnen zurufen:

Wacht auf, Ihr Dichter und Denker!

Aber natürlich gibt es psychische und weltliche Kräfte, die genau das nicht wollen. Die Angst davor haben, von diesem freien Denken und akribischen, mutigen Forschen, für das die Deutschen so bekannt sind, entlarvt und dadurch entmachtet zu werden. Rumpelstilzchen will nicht erkannt werden, weil es sonst seinen hypnotischen Bann der Angst über die Menschen verliert! Die machtbesessenen, empathielosen Psychopathen an den politischen Schalthebeln, die entseelten Technokraten in ihren Büros und die gewissenlosen Narzissten auf den öffentlichen Bühnen der Medien können die Welt nur solange betrügen und verderben, wie wir nicht sehen, nicht wissen und nicht sprechen. Aber wir könnten wissen! Weil wir sehen, fühlen und benennen könnten.

Die Welt schaut auf uns und hofft, dass wir endlich wieder wach werden, um die Dinge zu benennen, die Prinzessinnen und Kinder zu erlösen und das dumme, dumpfe Leben für Geld, Macht und ängstliche Absicherungen wieder mit höherem Sinn und Seele zu füllen. Um diese Angst-Welt mit Licht, Freude und Wachstum zu füllen. Wir haben die Magie und Medizin dafür, und sie wird dringend benötigt.

Deshalb: Erkennt Eure besondere Fähigkeiten und die Kraft, die darin liegt! Erkennt Eure Aufgabe in der Welt und für die Welt! Kehrt zurück!

Wacht auf, Ihr Dichter und Denker!

Wie wir durch Traumaauflösung als Gemeinschaft zu uns zurückfinden und wieder stark werden können

„Solidarität der Stärke“ bedeutet, sich mit Gleichgesinnten gemeinsam für die Stärken jedes einzelnen einzusetzen. Es bedeutet „Einer für Alle und Alle für Einen“. Es bedeutet auch, Kompetenz- und Leistungsträger im Namen der Gemeinschaft als Vorbilder hoch zu halten und zu fördern, d.h. sich an Stärke und Kompetenz zu orientieren, nicht am Mittelmaß.

Diese Verbindung von Solidarität mit Stärke und vor allem von Solidarität mit der Förderung von Stärken haben wir jedoch verloren.

Wir fördern Schwäche

Wir sind mit dem Gegenteil viel vertrauter: Die Schwächsten sollen die meiste Förderung bekommen! Die Intelligenten, Kreativen, Motivierten und Leistungsstarken sollen zusehen, wie sie alleine klar kommen! Alle Aufmerksamkeit der Verantwortlichen und der Gruppe soll auf die Langsamsten, Schwächsten, Unmotiviertesten, Beschränktesten und Unsozialsten  gerichtet sein. Alle Ressourcen von Zeit, Geld, Unterstützung, Beratung, Ausnahmeregelungen, besonderer Förderung und vor allem privilegierter Rücksicht sollen immer schön nach Schwäche verteilt werden: je weniger jemand leisten kann oder will, desto mehr soll er davon bekommen oder zumindest verlangen dürfen. Die anderen können sich doch gefälligst um sich selbst kümmern, oder nicht? Mit denen müssen wir doch nicht auch noch „solidarisch“ sein!?

Mittelmaß für alle!

Wenn ein Mensch besondere Leistungen erbracht hat, argwöhnen wir reflexartig als erstes einen rücksichtlosen Egoisten oder dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Wenn jemand seine Fähigkeiten oder Errungenschaften zeigt, wollen wir ihn sofort zu schuldbewusstem Schweigen bringen, denn er reizt doch nur den Neid und die Minderwertigkeitsgefühle derjenigen, die weniger haben und können – und das soll nicht passieren, denn sie könnten zornig werden! Wenn jemand etwas Besonderes, Erstrebenswertes oder auch nur Individuelles vorweist, melden sich bei uns gleich konditionierte Skrupel zu Wort und setzen sich im Kollektiv laut und empört für Nivellierung, Mittelmaß und Unauffälligkeit ein – angeblich zum Wohle der Unterprivilegierten.

Das klingt nach Sozialismus und es wäre schön, wenn es sich wenigstens als romantische Politik der Barmherzigkeit herausstellen würde. Stattdessen jedoch entpuppt es sich als Ideologie aus einer Angst-Herrschaft von Scham, Neid und Hass, jenen dunklen Stimmen, die laut werden, wenn Menschen das Gefühl ihrer Würde und Selbstachtung verlieren und sich von Minderwertigkeits­gefühlen und Selbsterniedrigung antreiben lassen. Da lassen Missgunst, Gehässigkeit und Rachegelüste nicht lange auf sich warten und geben den Ton an.

Wenn ohnmächtiger Neid schreit

Solche Menschen sind dann nur noch gegen andere und anderes, sie definieren sich durch ihr „Anti-Sein“: Anti-Kapitalismus, Anti-Atomstrom, Anti-Faschismus, Anti-Männer, Anti-Redefreiheit, Anti-Wettbewerb, Anti-Nationalismus, Anti-Patriotismus, Anti-Grenzen, Anti-Militär, Anti-Diskurs usw. Sie können gegen alles sein, aber sie sind vor allem gegen alles, was mit Stärke, Starksein und Starkwerden zu tun hat. Also eigentlich Anti-Stärke und Anti-Stolz. Sie können nur destruktiv reagieren auf das, was schon da ist. Sie können nicht „für“ etwas sein, bessere Vorschläge machen oder wenigstens eine positive Idee haben. Sie können nur ziellos und verzweifelt das kaputt machen, was nach Kraft und Selbstbewusstsein aussieht. Denn Stolz müssen sie unterdrücken und die Ohnmacht und Scham, die übrig bleiben und sich ausbreiten werden das Erkennungszeichen der neuen Zugehörigkeit: man schreit und zerstört am liebsten anonym und mit vermummten Gesichtern. In der Masse der Beschämten fühlt sich der Einzelne zugehörig und am sichersten, wenn er so gesichtslos wie möglich ist.

Wir können den Effekt so einer Verbundenheit der Schwäche bzw. Ohnmacht auch in Partnerschaften erkennen, in denen sich zwei Menschen nicht gegenseitig in ihren Stärken bestärken und ihre Unterschiede zusammenfügen, sondern sich ständig gegenseitig abwerten, klein halten, beschuldigen, einschränken und so im kleinsten gemeinsamen Mittelmaß enden. Ein trauriger Anblick.

Ich denke, dieser Mangel an Solidarität mit Stärke, Kraft und Kompetenz ist  eines der zentralen Übel,  das an den Wurzeln unserer Gemeinschaft nagt und uns schwach und krank macht: Aber wir sehen diese Ursache unserer Probleme nicht. Wir können sie nicht sehen, weil dieser Schwachpunkt genau auf unserem blinden Fleck liegt. Und dieser blinde Fleck ist wie so häufig das Ergebnis eines Traumas, das unsere Selbstwahrnehmung lähmt und unser Bewusstsein trübt, solange es nicht verarbeitet und als Erfahrung vollständig und wahrheitsgemäß integriert ist.

Die Vermeidungsreaktionen nach Traumata

Über Traumata muss man wissen, dass unser Nervensystem alles, was wir im Zusammenhang mit dem Trauma erlebt haben, damit verknüpfen kann, um es in Zukunft als Warn- und Vermeidungssignal zu nutzen und nicht erneut traumatisiert zu werden. Wenn ich z.B. gerade eine Apfelsine esse, wenn mir etwas Erschreckendes oder Überforderndes widerfährt, kann es sein, dass mein Körper von dem Moment an jedes Mal allergische Reaktionen zeigt, wenn ich Apfelsinen esse. Bei intensiven Traumatisierungen kann es sogar ausreichen, etwas nur von Weitem zu sehen oder sogar nur daran zu denken, um Abwehr- und Schutzreaktionen zu aktivieren.

Besonders fatal ist das natürlich bei Aspekten, die zu einem selbst gehören. Wenn ein Kind in seinen ersten Schultagen für eine Frage oder den Ausdruck einer Meinung bereits so sehr beschämt wird, dass es dies nicht verarbeiten und „wegstecken“ kann, dann kann es passieren, dass es von dem Moment an für den Rest seines Lebens meidet, in Gruppen Fragen zu stellen oder die Meinung auszudrücken. Es kann sogar passieren, dass es das Fragenstellen und Standpunkte-Äußern komplett einstellt und vergisst, warum es das tut. Das ist ein natürlicher, instinktiver Vermeidungsmechanismus, um die Überforderung und Bedrohung der traumatischen Erfahrung nicht wieder zu erleben.

Wenn Stolz tabuisiert wird

Stellen wir uns vor, ein Team von 10-jährigen Kindern macht die schöne Erfahrung, dass es in einem Sportwettbewerb einen großen Preis gewinnt, also für eine starke Team-Leistung belohnt wird. Kurz nach dem Sieg vertritt aber in den Zeitungen eine Gruppe Pädagogen und Politiker die Meinung, diese Sportart sei doch schlecht und unmoralisch, was eine große Diskussion entfacht, auf die hin sich schließlich die Sportinstitutionen beraten lassen und beschließen, diese Sportart nicht mehr anzuerkennen oder sogar zu verbieten. Durch den moralischen Aspekt der neuen Lehre wird sogar tabuisiert, positiv darüber zu sprechen, wodurch der Eindruck von Schlechtigkeit und Verworfenheit noch vergrößert wird. Schließlich kann keiner der Sportler und ihrer Fans mehr nachvollziehen, dass einmal alle so begeistert davon waren.

Was passiert dann mit dem ehemals erlebten Stolz über den Sieg und die gute Teamleistung bei den Kindern der Mannschaft? Er  wird  ebenfalls tabuisiert und emotional in sein Gegenteil verkehrt:. man schämt sich für Sieg und Leistung  und versucht sie  zu verstecken. Und noch drastischer: die Kinder  beginnen, sich ihres Stolzes an sich zu schämen – nicht nur in Bezug auf ihre sportlichen Stärken und Teamleistungen, sondern auf alles. Stolz an sich wird immer mehr tabuisiert, als falsch, schlecht, „unsozial“, böse und verachtenswert betrachtet.

Der Sieg ist jedoch eine historische und biografische Tatsache. Nun müssen die Kinder lernen, ihr eigenes Erleben zu leugnen. Vielleicht verändert sich dazu ihre Erinnerung und sie beginnen sich einzureden, dass sie den Sport eigentlich nie wirklich gemocht haben und irgendwie dazu gezwungen oder „verführt“ wurden. Noch wahrscheinlicher ist aber, dass sie alles damit Zusammenhängende verdrängen und „vergessen“, dass sie diesen Sport überhaupt einmal gemacht haben und darin so erfolgreich waren.

Stolz aber ist ein natürliches, angeborenes Gefühl, und das muss nun verdrängt werden. Nach wenigen Jahren hätten wir in unserem Beispiel Jugendliche, die gar keinen Stolz mehr erleben können und sich stattdessen aus ungreifbaren Gründen selbst hassen. Sie hassen vor allem alles, was sie an die Empfindung von Stolz erinnert und bevorzugen automatisch alles, was Stolz negiert: Anpassung, Selbsterniedrigung, Selbstverleumdung, Selbstbenachteiligung, Unterwerfung, Fügsamkeit, Passivität, Verantwortungslosigkeit und die starke Identifikation mit allem, was Schwäche, Inkompetenz, Unterlegenheit, Abhängigkeit oder Wehrlosigkeit darstellt. Sie müssen eine seltsame Abart von Würde konstruieren, die darin besteht, die eigene Würde aufzugeben und zu verkleinern.

Schwachsein – das neue Ideal

Dann entsteht mit der Zeit ein seltsames Paradox: sie kommen untereinander in einen Wettbewerb der Schwäche, denn nun ist ja Schwachsein das neue Ideal (aus der Negation des Starkseins, aus dem Nicht-stark-sein-Dürfen): wer sich am schwächsten und beschämtesten zeigen kann, bekommt die meiste Aufmerksamkeit, Zuwendung und Förderung. Damit ist die natürliche Funktion der Emotionen bereits komplett pervertiert: wer sich schämt wird Vorbild für alle und wer stolz ist, der soll sich schämen und wird geächtet.

In der Natur ist Scham ein Signal, dass etwas „nicht in Ordnung ist“ und das dementsprechend wahr genommen und kommuniziert wird, damit es in Zukunft besser, z.B. sozialer gemacht werden kann. Stolz signalisiert in der Natur das Gegenteil: etwas ist oder war besonders gut und wichtig oder wertvoll und sollte möglichst von allen Zugehörigen der Gruppe als Vorbild gesehen und hochgehalten werden. Diese Funktionen kann man ganz leicht aus den instinktiven Körperhaltungen ableiten, die diese Emotionen auslösen. Scham: Ich will nicht gesehen werden. Stolz: Ich will ganz besonders gesehen werden.

Kollektives Selbstmobbing und Zerfall

Solange das Trauma nicht bearbeitet und das eigene Erleben darin anerkannt wird, werden die Kinder unseres fiktiven Beispiels später nicht nur sich selbst unterdrücken, sondern auch andere. So entsteht kollektives Selbst-Mobbing, das sich in immer perversere Formen steigern muss, weil jedes Gewinnen (von Aufmerksamkeit oder von Ressourcen) negiert werden muss, während natürlicherweise weiterhin alle danach streben. Die Realität wird doppelbödig und man darf nichts mehr als das zeigen und benennen, was es ist.

Jetzt ist Unterwerfung gleich Macht, Dummheit ist klug, Zerstörung gilt als konstruktiv, Gewinner sind Verlierer, Perversion ist richtig, Asoziales wird sozial belohnt, Ehrlichkeit ist strategisch dumm, Leistung ist ungerecht und muss bestraft werden, Minderheiten bestimmen über die Mehrheit, Unterschiede sind Fehler, Störungen sind der Maßstab und skrupellose Egoisten werden die Vorbilder und Anführer der Gemeinschaft.

Stärke ist Schwäche. Schwachsein ist stark. Diese perverse Logik werden psychisch gestörte Menschen viel besser mitmachen und nutzen können als ein gesunder Mensch, weil sie genug innere Spaltung mitbringen, um sich am Widerspruch nicht zu stören. Sie können A sagen und B tun ohne dabei irgendein Unbehagen zu empfinden.

Merke: in einem kranken System bzw. in einer kranken Gesellschaft sind die Kranken die Könige und die Gesunden die Irren. Eine kranke Minderheit kann so auch eine gesunde Mehrheit steuern und lenken, solange das System nicht angezweifelt und durchschaut wird.

Irre: jenseits der Realität

Der Grund, warum das funktioniert, liegt in der unverarbeiteten Traumatisierung. Aus einem unverarbeiteten Trauma bilden sich (falsche) Überzeugungen, die unter anderem den Zweck haben, den Schmerz des Traumas vom Bewusstsein fernzuhalten. Es etablieren sich völlig absurde und irreale Denkmuster, die zum ungelösten Konflikt des Traumas passen, aber nicht zur gesunden Realität. Diese tief eingravierten Trauma-Überzeugungen wirken unbewusst weiter – sie werden sogar der nächsten Generation weitergegeben, die trotz aller „Rebellion“ und „Befreiung“ auf dieser Schiene bleibt, weil sie unbewusst ist. Man kann etwas nicht durchschauen, wenn man es nicht sehen kann. Und man kann etwas nicht ändern, wenn man es nicht durchschauen kann.

Würden die Jugendlichen in unserem Beispiel sich bewusst machen, dass sie ihre eigenen Erfahrungen und ihren Stolz verdrängt und erstickt haben und dass sie dadurch ein absurdes, widernatürliches System gegen sich selbst errichtet haben, dann könnten sie lernen zu unterscheiden zwischen Damals und Heute, zwischen Stolz und Ungerechtigkeit, zwischen Verantwortung und Schuldgefühlen und zwischen Solidarität und Mitleid. Und dann, nach der Unterscheidung, hätten sie die Freiheit zur Entscheidung: was wollen wir? Was wollen wir wirklich?

Bis dahin geht alles Gesunde, Natürliche, Starke und Aufbauende immer weiter den Bach hinunter und zugrunde.

Kommt jemandem all das irgendwie bekannt vor?

Natürlich brauchen wir eine Solidarität der Stärke!

Unser Problem ist, dass wir Solidarität und Stärke bzw. Starksein getrennt und zu Gegensätzen gemacht haben. Diese Trennung ist unnatürlich und muss deshalb immer wieder künstlich gegen die Natur aufrecht erhalten werden. Ein Wolfsrudel überlebt nur, wenn es die Stärke jedes einzelnen Wolfes anerkennt, einbindet und fördert. Sie folgen dem gesündesten und altruistischsten Wolf als ihrem Alpha-Tier. Nicht dem muskulös stärksten. Was wir „Ökosystem“ nennen ist eine Art Netzwerk  ganz unterschiedlicher Lebewesen, die sich in ihrer Verschiedenheit stärken und im Gleichgewicht halten. Weder gegeneinander noch „alle gleich“. Auch unser Körper besteht aus Organen und Teilen, von denen sich jedes auf seine Art nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Gesamtheit einsetzt, und zwar so, dass jedes andere Teil seine individuelle Funktion so gut wie möglich erfüllen kann. Das ist Solidarität der Stärke und der Unterschiedlichkeit.

Im Schulalter lernen Kinder, Solidarität, nämlich die Zugehörigkeit zu und das Engagement für eine Gruppe, mit individueller Stärke zu verbinden. Im Optimalfall lernt ein Kind in dieser Zeit, dass es sich selbst mit seinen Fähigkeiten in der Gruppe voll und ganz zeigen kann, zur Gruppe gehört und sich entsprechend mit seinen Stärken für die Gruppe und ihren Zusammenhalt einsetzen kann. Dabei hat jedes Kind andere Stärken, was auch gut so ist. Jede Stärke kann der Gruppe zugutekommen und Unterschiede sind willkommen. Ein Kind mag besser zuhören und zusammenfassen können, ein anderes ist besser im Ideen-Sammeln und Visionen-Entwerfen, wieder ein anderes kann sich am besten um das Wohl aller kümmern und ein weiteres ist gut darin, Konflikte oder Problem sichtbar zu machen. Das macht die Gruppe stark. Wenn es gut läuft, dann werden diese Kinder die größte Solidarität mit der größten Leistungs- und Einsatzbereitschaft kombinieren – jedes auf seine Weise – und immer bevorzugen. Nicht bloß, weil sie effektiver sind und mehr Erfolg haben, sondern weil es so schlichtweg mehr Freude macht.

Die unnatürliche Trennung von Leistung und Solidarität

Leider lernen Kinder meistens etwas anderes: nämlich die Trennung ins Entweder-Oder. Entweder du bist richtig gut und erntest dafür eine Menge Neid, Missgunst und Ablehnung. Oder du passt dich an, machst das, was die anderen machen, sorgst vor allem dafür, nie aufzufallen und wirst zu einem Mitläufer, der sich und seine Fähigkeiten in der Gruppe nie direkt und kraftvoll zeigen kann – weil du dann nämlich den Gruppenanschluss verlieren würdest. So entstehen die leistungsstarken Einzelgänger und die leistungsschwachen Cliquen-Mitläufer.

Beide sind extrem schwach und benachteiligt im Verhältnis zu Menschen mit einer Solidarität der Stärke. Das ist es, was gute Teams ausmacht. Sie sind unschlagbar auch gegen eine viel größere Anzahl Einzelner, weil sie viel mehr sind als die Summe ihrer Mitglieder. Viele Teamentwickler wissen das und versuchen, die Menschen im Team dazu zu bringen, die künstliche Trennung von Zusammenspiel und eigener Leistung aufzuheben. Die wenigsten wissen jedoch, gegen welch tiefe Kindheitsprägungen und emotionalen Abwehrsysteme inkl. tief sitzender Ängste und Überzeugungen sie da anarbeiten.

Solidarisch mitleiden?

Solidarität entsteht durch gemeinsame Werte oder Ziele und kommt von „Solidität“, d.h. Festigkeit: eine feste gemeinsame Basis haben. Solidarität bedeutet nicht Mitleid, Barmherzigkeit oder Hilfsbereitschaft! Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben, das alles zu verwechseln und Wortbedeutungen so durcheinander zu werfen. Wer heute nach „Solidarität“ für sich oder andere schreit, schreit meistens nach Hilfe und Anerkennung. „Solidarität!“ wird heute immer dann gerufen, wenn es um Minderheiten, Minderbemittelte oder sogar Außenseiter geht. Nach gemeinsamen Werten schaut da keiner. Es geht nämlich um etwas ganz anderes.

Doch diesen eigenen Widerspruch muss man verdecken: Nach Hilfe ruft man nämlich sinnvollerweise diejenigen an, die stärker oder kompetenter sind oder mehr Ressourcen haben. Nun müssen also die Anti-Kompetenten diejenigen anrufen und bitten, die sie für schlecht und unmoralisch halten. Sie lösen das Problem, indem sie „Solidarität“ zum moralischen Appell machen: „Sei doch jetzt endlich mal solidarisch, du Schwein!“. Die Botschaft ist klar: „Ich bin dir moralisch überlegen und muss dich deshalb nicht bitten, auch wenn du stärker bist! Mit meiner selbstdefinierten Überlegenheit kann ich dir Befehle erteilen und dir Schuldgefühle machen (um meine zu übertönen). So funktionieren Sado-Maso-Beziehungen: Der eine fühlt sich immer im Recht und überlegen und der andere fühlt sich immer schuldig und falsch. Das passt gut zusammen.

Ich bin überzeugt, dass wir die künstliche Polarisierung zwischen sozialem Zusammenhalt und persönlichem Engagement, die sich so tief in uns eingebrannt hat, dass wir sie nicht einmal mehr als Thema erkennen können, erst dann auflösen werden, wenn wir sie wieder in Verbindung denken, fördern und leben können. Erst dann können wir den Ausgang finden aus unserer wahnsinnigen und unnatürlichen Logik einer „Solidarität der Schwäche“ mit all ihren ideologischen Auswüchsen, krankmachenden Nebenwirkungen und zerstörerischen Folgen.

Vom kollektiven Trauma zur kollektiven Verwirrung

Das letzte Mal, dass die Deutschen solidarisch und stark zusammen waren, ist durch unverarbeitete Traumata, Scham und Beschämung, Reflexionsverbote und einfache Schuldschablonen dermaßen tabuisiert und negiert worden, dass wir selbst heute , über 70 Jahre danach, in der vierten Generation, immer noch in der psychischen Klemme stecken: wir halten Solidarität und Stärke an sich für böse. Wir bauen sie in unser undifferenziertes und schuldbeladenes Nachbeten des „Nie wieder!“ einfach mit ein: „Nie wieder solidarisch und stark!“ Am Ende führt das zu dem, was wir aktuell meisterhaft verwirklichen: „Nie wieder solidarisch!“ und „Nie wieder stark!“. Das heißt also: Immer gegeneinander – am besten jeder gegen jeden – und so schwach und unfähig wie möglich! Auf dass die kollektive Verblödung und Selbstverstümmelung uns  von allen Schuldkomplexen erlöse!

Die einzigen Eskapaden aus diesem übergreifenden moralischen Verbotskomplex erlauben wir uns in der Wirtschaft als „Teamwork“ gegen die Konkurrenz für mehr Marktanteile und – symbolisch – im Fußball.

Ich befürchte nur, dass wir uns auch dies immer weniger erlauben. Wir waren ja doch schon wieder zu sehr auf dem Weg, richtig gut zu sein. Zu gut, um noch als schwach gelten zu können. Und in der Welt waren wir doch leider schon wieder erkennbar geworden. „Made in Germany“ roch nicht bloß nach braver Leistung im globalen Klassenzimmer, sondern schon wieder nach Identität – nach einer kollektiven Stärke und bewundernswerter Zusammenarbeit. Genau das alles wollen wir doch vermeiden!

Wer auch immer unsere Gegner sind, sie haben verstanden, dass sie uns nur an genau dieser Stelle mit wenig Aufwand klein halten müssen. Indem sie uns nicht zur Besinnung kommen lassen. Indem sie unsere Verwirrung immer wieder hochhalten und unsere Selbstzerfleischung als die eigentliche große Leistung belohnen und fördern. Indem sie uns keine gemeinsamen Werte und Gruppenidentität finden lassen, sondern jede Zersplitterung und Selbstsabotage loben (während sie selbst wohl zusammenhalten wie die Wölfe).

Zurück zur gemeinsamen Stärke

Um aus dieser vernichtenden Schleife heraus zu kommen, müssen wir vor allem das erkennen. Wir müssen innehalten und uns die Frage stellen, warum wir Solidarität immer nur mit Schwachsein verbinden und warum uns Leistung und Stärke per se unmoralisch und asozial vorkommen. Dann sollten wir nachdenken über Möglichkeiten der echten Solidarität und wie sie funktioniert. Wie sie jedem einzelnen zugutekommt und damit die Gemeinschaft als Ganzes stärkt.

Schließlich sollten wir darüber nachdenken, wem wir zuhören und folgen. Welche Werte wir selbst wirklich haben und hoch halten, wer sie teilt und wer uns mit diesen Werten Vorbild und Führung sein kann.

Wir könnten auch – zumindest intuitiv – die Vorstellung wiederentdecken, dass Zusammenhalt und der individuelle Einsatz für gemeinsame Werte, für eine verbindende Identität und für die Förderung jedes Einzelnen in seiner Stärke einfach am meisten Freude, Zufriedenheit, Motivation und Lebendigkeit schaffen (suchen die Pädagogen und Arbeitgeber nicht ständig überall danach?). Wir könnten wiederentdecken, dass Stärke sich schlichtweg gut anfühlt. Dass Stolz eine natürliche und gesunde Empfindung ist, die wir notwendig zum Leben im Gleichgewicht und in jeder menschlichen Gemeinschaft brauchen. Dass jeder von Natur aus auf seine Weise und zusammen mit Gleichgesinnten stark und stolz sein möchte.

Warum wir Menschen mit Atmosphären-Ängsten
ernst nehmen sollten

Es ist sinnlos, einem Psychotiker zu erklären zu versuchen, er sei nicht Napoleon oder dass da doch gar keine grünen Männchen sind, die ihn verfolgen. Ebenso wenig sind neurotische Menschen für rationale Analysen und Reflektionen zugänglich. Warum? Weil der rationale und reflektive Teil ihres Gehirns von überfordernden Emotionen oder unbewältigenden Empfindungen überflutet und außer Gefecht gesetzt ist. Sie agieren Emotionen in Worten aus, aber ohne sinnvolles Denken. Sie mögen rational klingen, sind es aber nicht.

Ebenso zwecklos ist es, Menschen, die Angst vor Klimaveränderungen oder vor zu warmer Luft haben oder glauben, das Klima werde von („bösen“) anderen Menschen kaputt gemacht, diese Angst mit sachlichen und wissenschaftlich fundierten Argumenten ausreden zu wollen. Es spielt für all die Menschen, die in heller Aufregung und Panik über irgendwelche Katastrophenfantasien sind, keine Rolle, ob diese logisch, naturwissenschaftlich begründet, ja überhaupt physikalisch möglich sind. Denn für sie sind sie bereits begründet. Und zwar nicht faktisch real, sondern emotional.

Emotionen sind immer schneller und früher als Gedanken und Konzepte. Wenn wir Emotionen nicht regulieren und verarbeiten können, dann kreiert sich unsere Großhirnrinde irgendwelche Vorstellungen, die zu den Emotionen passen und verzichtet dafür auf die Wahrnehmung der Sinne und logisch-analytisches Denken. Jede psychische Störung und Persönlichkeitsakzentuierung funktioniert so und ist deshalb irrational, nachteilig und unfrei. Aber die Emotionen zwingen den Menschen in irre Konzepte und Verhaltensweisen, auch wenn er sie selbst störend findet und gerne los sein würde.

Das heißt, wir sollten jede Hysterie und Paranoia ernst nehmen – nicht rational, sondern emotional. Die Bilder und Angstfantasien sind Hinweise auf reale innere und unverarbeitete Emotionen und Empfindungen.

So gesehen haben die Klimahysteriker, die „Fridays-for-Future“-Jugendlichen, die empörten Demo-Mitläufer für sich betrachtet Recht. Sie empfinden das Klima, in dem sie leben als unerträglich. Das diffuse Gefühl, dass sie nicht mehr genug Raum zum freien Atmen haben, dass die Atmosphäre irgendwie vergiftet und bedrohlich ist, dass ihnen Vitalität und Lebensenergie um sie herum fehlen und dass sie unter einem permanenten Druck stehen, der ihnen die Luft abschnürt – diese Gefühle sind echt und ernst zu nehmen.

Gefühle und Körperempfindungen jedoch kennen keine Zeit, das heißt wir können im Gefühl nicht unterscheiden, ob es eine Erinnerung ist oder etwas, das sich auf den jetzigen Moment bezieht. Wir fühlen Gefühle immer jetzt. Auch wenn es Gefühle aus unserer Kindheit sind. So funktioniert Erinnerung. Das gleiche gilt für Körperempfindungen und -erfahrungen. Nur unsere Großhirnrinde, die sich viel später entwickelt, kann lernen, zwischen Jetzt-Gefühlen und Erinnerungsgefühlen zu unterscheiden. Und wenn wir das nicht lernen, interpretieren wir auch Gefühle aus unserer Kindheit als Stimmungen und Reaktionen auf unser aktuelles Leben. Wir suchen uns dann die Rechtfertigung für unsere Empfindungen im Nachhinein. Sie müssen nur gefühlsmäßig passen. Das ist der Grund, warum Menschen fanatisch an den irrigsten Vorstellungen, Glaubenssätzen und Ideologien festhalten: weil das die einzige Möglichkeit darstellt, ihre angestauten und unbewältigten Gefühle und inneren Zustände zu erfassen und auszudrücken. Für sie ist das nicht irre, sondern idiosynkratisch korrekt. Es ist nicht logisch, sondern psycho-logisch.

Hilflose Empörung

Könnte es sein, dass eine ganze empörte und aufgeregte Generation, die sich so leicht zu einer vollkommen irrationalen und verhohlen radikal-politisch motivierten Bewegung verführen lässt, darin schlichtweg ihr bisher unartikuliertes Lebensgefühl endlich ausgesprochen findet? Und zwar mit all der Aktivierung, Wut, verkappten Ohnmacht, Hilflosigkeit, Orientierungslosigkeit, Angst und Verzweiflung, die sie genau so erleben und unausgedrückt in sich tragen und die sie nun als gerechtfertigte Empörung endlich so zur Schau tragen können, dass sie gesehen werden?

Allerdings 15 Jahre oder mehr zu spät. Das Gefühl einer chronisch angespannten und schlechten Atmosphäre und eines permanent aversiven und vernachlässigenden Familienklimas ist nachvollziehbar bei einer Generation, deren Eltern so modern sind, dass sie beide Vollzeit arbeiten oder sich noch während der ersten Lebensjahre ihrer Kinder wieder trennen, alles planen und „zeitmanagen“ – sogar die Geburt, die termingerecht als Kaiserschnitt erledigt wird;  sich in Alleinerziehungs- und Patchwork-Experimenten aufreiben, unter dem inneren Druck stehen, perfekte Eltern zu sein und gleichzeitig gar nicht wissen, wie das geht; mehr Wert auf soziale Außenwirkung als auf echte Präsenz legen und ansonsten massiv unter medial überreiztem Aufmerksamkeitsdefizit leiden.

Wie fühlen sich Kinder unter solchen Bedingungen? Mangel an Kontakt und Aufmerksamkeit führt zu einer Hypotonie oder Verkrampfung der Atemmuskeln, was wiederum dazu führt, dass der Atem nicht voll und tief werden kann. Das fühlt sich dann an wie Nicht-genug-Luft-Bekommen. Asthmatiker erleben eine lebensbedrohliche Extremvariante davon. Solche Kinder werden später ihr Leben lang irgendwelche Probleme mit der Luft haben. Sie leben in dem Gefühl, es sei nicht genug davon da oder sie sei zu schlecht oder zu schwer, um darin gut leben zu können. Weil sie nie erfahren haben, wie es ist, frei und leicht zu atmen und zu leben.

Dicke Luft; Quelle: Pixabay.com
Dicke Luft?

Und Mangel an Atem führt zu Mangel an Sauerstoff. Die Wirkungen davon sind so zahlreich, dass sie einen Artikel für sich ergeben würden. Im Grunde gehen dadurch alle Vitalität, Leistungsfähigkeit und Robustheit in den Keller. Und wie fühlt man sich dann? Ständig lustlos, kraftlos, überfordert, unter Druck und eingeengt. Das Kind rebelliert auch dagegen und versucht, für bessere Bedingungen zu kämpfen. Aber weil das nichts bringt, resigniert es und gewöhnt sich an ein Lebensgrundgefühl von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit.

Kommt uns das nicht bekannt vor? Sind das nicht genau die Stimmungen und Töne, die so viele Teenager in diesen Tagen auf den Straßen kundtun? „Ihr zerstört unsere Zukunft“. Das ist richtig. Nur, wie Alice Miller uns schon ausführlich erklärt hat, an den falschen Adressaten gerichtet. Statt es an ihre Eltern zu richten und dann in die Eigenverantwortung zu gehen, plärren sie ihre alten Säuglings- und Kindheitsgefühle auf der Straße gegen imaginäre „Die-da-oben“ und lassen sich für mediale Inszenierungen missbrauchen und politisch lenken. Bemerken es aber nicht in ihrer emotionalen Besessenheit und kindlichen Naivität.

Umweltzerstörung und Luftverschmutzung sind ernste Probleme, denen man sich ernsthaft, also besonnen und reflektiert, strategisch und klug widmen sollte. Das unreflektierte, affektive Geschrei der Verängstigten und Empörten ist ein ganz anderes Problem und sollte damit nicht verwechselt werden.

Die Botschaft hören und ernst nehmen

Ich schlage vor, dass wir die Schreienden und Verzweifelten ernst nehmen. Nicht unbedingt in dem, was sie sagen, sondern in ihrer Unfähigkeit, sich auf erwachsene Weise auszudrücken. Und in dem, was sie eigentlich ausdrücken wollen:

  • dass sie sich ohnmächtig, übergangen und vernachlässigt fühlen,
  • dass sie Angst haben,
  • dass sie zornig sind und mit ihren überbordenden Gefühlen nicht konstruktiv umgehen können,
  • dass sie vor allem Orientierung suchen und brauchen,
  • dass sie lauter Missstände sehen und zu wenig Kompetenzen für eine Veränderung haben,
  • dass sie Hilfe und Unterstützung brauchen, aber Angst haben, nur wieder manipuliert und benutzt zu werden,
  • dass sie wachsen und nicht ohnmächtig in infantilen Verhaltensweisen stecken bleiben wollen,
  • dass sie verstanden werden wollen auch in dem, was sie nicht oder nur ungeschickt ausdrücken können (z.B. in ihren Emotionen und ihrer Haltlosigkeit)
  • dass sie dafür natürlich von vertrauenswürdigen, integren Erwachsenen unterrichtet, angeleitet und gefördert werden wollen und
  • dass sie dafür Erwachsene brauchen, die mehr Erfahrung und Grenzen repräsentieren, souverän Reibungsfläche bieten und verlässliche Stabilität anbieten können – also auf keinen Fall vor pubertären Ausbrüchen auf die Knie sinken oder sich abwenden,
  • dass sie gerne etwas sehr Wichtiges und sehr Persönliches sagen würden, das alle Menschen angeht,
  • dass sie das auch überhaupt nicht politisch meinen, sondern ganz und gar mit sich selbst beschäftigt sind und
  • dass sie trotzdem doch gerne einen guten, sinnvollen Beitrag leisten würden. So wie jeder.

Das sollten wir hören. Und ernst nehmen. Das könnten die wahren Probleme sein. Inklusive der kindlichen Hilflosigkeit, sich nicht verständlich machen zu können. Ein Teufelskreis. Ja, richtig, das „Klima“, in dem Kinder aufwachsen, ist nachweislich in den letzten Jahrzehnten immer schlechter geworden. ADHS, das Syndrom von Aufmerksamkeitsmangel und Hyperaktivierung („Stress“ im Volksmund) ist für Erwachsene schädlich, aber für Kinder und Jugendliche zerstörend. Das hat nichts mit FCKW, Ozon, CO² oder anderen obskuren Theorien zu tun. Aber erdrückend, giftig, beängstigend und überhitzt ist es ganz sicher für sehr viele.

Wir können „CO²“ und alle Klima- und Umweltthemen symbolisch verstehen und ernst nehmen. Ernst nehmen heißt, auf Emotionen eingehen, nicht nur auf Inhalte. Sie an- und aussprechen: Ok, ihr habt Angst und seid orientierungslos. Ihr seid laut und aufgeregt. Nachfragen: Wovor habt ihr Angst? Was genau braucht ihr? Mehr Sicherheit? Mehr Gehörtwerden? Was gibt euch das Gefühl von Machtlosigkeit oder Ohnmacht? Was genau sucht ihr oder hättet ihr gerne? Welche Wirkung hättet ihr gerne? Wie würde eine Lösung konkret aussehen?

Vor allem müssen wir lernen, die Motivation von der Ideologie zu trennen, und auf die erstere eingehen. Sonst verschärfen wir die neurotische Abspaltung, die Kommunikation unmöglich macht, nur umso mehr. Zu einem Gespräch, einer Auseinandersetzung und zu Beruhigung führt das nicht.

Menschen drücken sich so aus, wie sie können. Babys schreien und strampeln. Dreijährige bekommen einen Wutanfall. Achtjährige plappern jede Theorie nach, die man ihnen einimpft. Jugendliche schließen sich einer Sekte oder Demogruppe an, die für sie spricht. Gesunde Erwachsene vertreten und entwickeln eigene Ansichten im Gespräch, im Austausch und in Kooperation mit anderen. Sie schreien nicht.

Und Kultur beginnt damit, dass man es richtig vormacht.

Gedanken zum Film „Einfach das Ende der Welt“

Der Film „Einfach das Ende der Welt“ (Juste la fin du monde, 2016) ist ein bewundernswertes Kondensat von Beziehungen und Wirkungen, die kaum besser unsere aktuelle gesellschaftliche Situation widerspiegeln könnten. Man kann ihn als eine Abwandlung des Themas „Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“ verstehen: Was passiert, wenn der verlorene Sohn zurückkehrt – und es gibt keinen Vater mehr im Hause? Der Film stellt aber nicht bloß die Frage, er liefert eine – und ich meine: die – Antwort. Und es geht gar nicht um den Sohn, sondern um etwas viel Verheerenderes:

Wie sieht es aus, wenn niemand da ist, wo ein Vater sein sollte?

Da ist zum einen die aufgedrehte Ehefrau und dreifache Mutter als verlorener und hilfloser Rest Eltern. Sie ist zerrissen zwischen ihren verschiedenen Motivationen und Instinkten. Nämlich erstens, den friedlichen Zusammenhalt der Familie wiederherzustellen oder zu retten was davon übrig ist – zur Not auf Kosten der Realitätswahrnehmung und Intelligenz. Dann zweitens, die Rolle des fehlenden Vaters zu ersetzen oder zumindest so zu tun als wäre der Verlust nicht so gravierend, womit sie wiederum gegen die offensichtliche Realität antritt. Und drittens, wenn auch an den Rand ihrer Noch-Kapazitäten gedrängt, der Wunsch, eine attraktive, erotisch-verführerische Frau zu sein. Das billige Make-up und die bunten Maskierungs-Prozeduren, die sie in Eile nach allen Küchenarbeiten für diesen Zweck aufwendet, sind wiederum eine Form der Realitätsverleugnung, nämlich der Realität, dass die Zeit nicht spurlos an ihr vorüber gegangen ist. Sie greift hilflos auf Teenager-Routinen zurück, wo scheinbar nichts anderes zur Verfügung steht.

Dann haben wir das Pärchen „Der älteste Sohn mit seiner Frau“ in seiner konservativen Kostümierung – mit zwei Kindern und regelmäßigen Besuchen bei den Eltern – hinter der allerdings in Wirklichkeit eine Verwicklung aus Verzweiflung, Ohnmacht, Gewalt und Verbitterung steckt.

Die junge Ehefrau und Mutter muss sich in der täglichen Zerreißprobe zwischen emanzipierter und durschauender Intelligenz einerseits und einem emotional völlig zurückgebliebenen Ehemann andererseits bewähren, wobei sie ihren Mann als Erwachsenen zu behandeln versucht, während der sich wie ein Fünfjähriger benimmt. Mit all seiner angestauten Wut und Hilflosigkeit will er am liebsten von allem weglaufen, was er aber wegen seiner kaum kaschierbaren Unsicherheit und Abhängigkeit nicht kann. Also bricht er stattdessen ständig in verbale und physische Gewalttiraden gegen alles und jeden um sich herum aus.

Das Verhältnis der Männer (Brüder) untereinander ist bestimmt durch die Unfähigkeit, auch nur ein einziges aufrichtiges Wort miteinander zu sprechen. Geschweige denn, dem anderen empathisch zuzuhören. Das ist nur indirekt möglich – über die Frauen, die die überlastende Übersetzungsarbeit verweigern wollen, weil und obwohl es ihre größte Hoffnung ist, dass die Männer endlich einmal miteinander reden. Wenn die Männer sich nicht mehr aus dem Weg gehen können, können sie nur eine Zeitlang Signale in hilflosen Gebärden senden oder stumm nebeneinander sitzen, bis irgendwann der Damm bricht und sie in den offene und rohen Kampf übergehen: der aggressive Angreifer und der gelähmte Unterworfene.

Da haben wir die zwei dichotomisierten Männer(stereo)typen der Moderne vor uns: einerseits den gefühllos narzisstischen Macho, der im Grunde asozial ist und Spannungen nur über Brutalität von sich ableiten kann. Und andererseits den gefühlvollen, nachdenklich-introvertierten Jungen, der zwischen den Zeilen – und vor allem den Menschen – lesen kann, dabei aber dermaßen über-femininisiert ist, dass er seine eigenen Entscheidungen in der Passivität, seine Stimme in der Wehrlosigkeit und seine Wirkungsfähigkeit in kindlicher Sentimentalität verliert. Er hat die Seiten vollkommen gewechselt: er hört den Frauen aufmerksam zu, wenn sie über ihre Kinder sprechen, er befolgt ohne jegliche eigene Modulationen die Eingaben der Mutter, wenn sie ihm sagt, wie er sich anderen – wörtlich – mehr zur Verfügung stellen soll; und seine Erotik lebt er – mit Männern. Sind die zwei Brüder zwei entmannte Männer? Nein, es sind zwei Jungen, die nie Männer wurden: der zornige Dummkopf und der verweiblichte Sensible.

Und zuletzt ist da noch die Tochter, die ihren heimgekehrten Bruder nur aus Erzählungen und von Postkarten kennt. Man merkt schnell, dass ihr jeder Boden unter den Füßen fehlt. In ihrer psychisch labilen Situation wird sie wohl kaum jemals die Chance bekommen, wenigstens bis zu einer stabilen Mutterrolle im Sinne der traditionellen Kleinfamilien-Idylle heran zu wachsen. Und als verzweifelt Liebesbedürftige hat sie auch nichts, mit dem sie Männern den Kopf verdrehen könnte (stattdessen wird sie wohl eher an schon schwer verdrehte Männer geraten). Und das wird ihr sogar lieber sein, denn sie will allem, das nach Mann aussieht, den Kopf abreißen. Und dafür hat sie ansonsten nur den aggressiven Macho-Bruder, denn der schwule Künstler-Bruder ist im realsten Sinne des Wortes hinweggehoben und unerreichbar für sie – in die Sphären der abstrakten Ästhetik und der körperlichen Abwesenheit.

Warum muss sie Männliches angreifen? Zum einen als pure Selbstverteidigung gegen die Zerstörungswut ihres Bruders. Dann aber auch, um nicht an die Wunde des Vatermangels zu rühren, die bei einer Frau tiefer reicht und zerstörerischer ist als selbst die meisten aktuellen Bücher zum Thema zugeben wollen. Diese noch junge Frau hat eine Hasskarriere vor sich unter der viele leiden werden, doch sie selbst am meisten. Sie wird sich selbst verleugnen und hassen müssen: „Ich brauche keinen Vater! Ich habe nie einen gebraucht!“ Der Hass könnte dann auch bald ein Ventil nach außen finden, z.B. in der Maxime: „Tod den Vätern!“ oder, weil das dann doch wieder zu konkret ist, doch besser abstrakter, unpersönlicher: „Tod dem Patriarchat!“ Gemeint ist emotional das gleiche. Und wird sie damit nicht in die vordersten und lautesten Reihen aktiver Feministinnen aufgenommen?

Ein Bild unserer Gesellschaft und Zeit

Das Skript des Films wurde geliefert von einem Theaterstück, das mit diesen fünf Protagonisten auskommt. Der eigentliche Protagonist des Stücks – der Vater – ist abwesend, und Abwesenheit ist und bleibt sein Hauptcharakteristikum.

Seine Abwesenheit steht so markant und alles-dominierend in der Mitte des gesamten Films – ich möchte sagen: jeder einzelnen Szene – dass sie sogar noch verstärkt wird durch ihre komplette Tabuisierung unter den Personen. Über sein Wegsein wird (fast) kein Wort verloren . Aber für psychologisch offene Ohren wird den ganzen Film hindurch über nichts anderes gesprochen! Das Thema ist: Abwesenheit von Väterlichkeit. Das lateinische Wort für Vater ist pater. Daraus leitete sich unter anderem die Idee der patria, der Vaterstadt bzw. des Vaterlandes ab, was für die damaligen Sprachnutzer „Heimat“ bedeutete.

Dieser in mehrerer Hinsicht (also bitte mehr als einmal hinsehen!) sehr sehenswerte Film zeigt allegorisch verdichtet die psychologische Gesamtsituation unserer Zeit. Und so einprägsam bis über die Schmerzgrenze, wie er die Personen hilflos um das eine und entscheidende Problem kreisen lässt, so eindeutig und klar verweist er auf den Bedarf, aus dem wir eine echte Lösung als Not-Wendigkeit ableiten können: wir brauchen wieder Väter. Ansonsten sind wir verloren. Als Söhne und dann als Männer untereinander, als Mütter, als Liebende und bereits als Töchter. Wenn das alles verloren ist, was können wir dann noch leben und sein? Zombies im Produktions-Konsumkreislauf? Leistungsträger im Stromnetz der Wirtschaftsmaschinerie? Psychiatrische Patienten, die sich als Bürger ausgeben?

Die Vater-Substanz, die wir brauchen

Was aber fehlt denn nun, was ein Vater, also die Kraft von Väterlichkeit, einbringen würde? Zum ersten Begrenzung, Abgrenzung und Grenzverteidigung. Jemand, der die Autorität hat, zu stoppen und damit Regeln und Werte aufrecht zu erhalten. Und damit also auch jemand, der einen Rahmen setzt und hält. Ein Rahmen von Ge- und Verboten, Regeln und Ansprüchen ist ein psychisches Gefäß, in dem Menschen sich zunächst vor allem einmal sicher fühlen können, weil sie einen gemeinsamen Bezugspunkt haben. Der muss nicht einwandfrei und pädagogisch klug sein, um zu wirken. Er wirkt bindend und verbindend durch sein Ausrichten.

Das zweite, fragilere Element ist die väterliche Aufmerksamkeit. Es ist für die psychische Entwicklung und Gesundheit des Menschen unabdingbar, Aufmerksamkeit im richtigen Moment und in der richtigen Form von außen zu bekommen. Denn nur so lernen wir, Wohlwollen und Sichtbarkeit zu verinnerlichen. Wir werden damit nicht geboren. Und es liegt ein großer Unterschied zwischen der Aufmerksamkeit von der Mutter und der vom Vater – beide hier als archetypische Rollen gegenüber dem Kind verstanden, nicht bloß als Personen. Dazu ließe sich ein ganzes Buch schreiben. Ich will einmal versuchen, den bedeutendsten entwicklungspsychologischen Kern dieses Unterschieds in einem Satz zusammen zu raffen: Die Aufmerksamkeit des Vaters stärkt und fördert die maskulinen Eigenschaften im Kind/Jugendlichen, die für die Ablösung aus der Abhängigkeit von Mütterlichkeit notwendig sind: Differenzierung, damit Ent-Scheidungsfähigkeit, Grenzsetzung, Mut, Konfrontation, Eigen-Positionierung und letztlich Selbständigkeit in der umfassendsten Bedeutung des Wortes.

Die Aufmerksamkeit des Vaters ist wie ein Transportmedium dieser Fähigkeiten. Ihr Potenzial liegt in jedem angelegt, es muss jedoch aktiviert werden, indem es vor allen Dingen gesehen und damitbestätigt und bestärkt wird.

Der Film zeigt, was passiert, wenn diese rahmensetzende Funktion verloren geht. Es führt in kürzester Zeit zu Entgrenzungen auf allen Ebenen: emotional in der unkontrollierbaren Steigerungs-Spirale von Verzweiflung und Zerstörungswut; sozial in der Ausuferung von Gewalt und Verrat; moralisch als Auflösung von bindenden Werten und damit der Basis für Solidarität; familiär in der Zerrüttung von Respekt und natürlichen Rollen; kommunikativ im Auseinanderdriften der Menschen ohne sich noch verständigen und erreichen zu können. Kurz: die Menschen radikalisieren sich in ihren Mustern von instinktivem Selbstschutz. Wir sehen eine Zuspitzung auf rohe Kampf-, Flucht- und Lähmungsreaktionen.

Aber hat man uns nicht eingetrichtert, dass das Mütterliche, Weibliche oder sogar „die Frauen“ dies lindern und verhindern sollen? Wer glaubt das noch? Was kann eine Mutter, eine Frau oder Schwester denn bewirken, wenn die Vaterkraft grundsätzlich fehlt? … um die Talfahrt aufzuhalten? Der Film beantwortet ganz realistisch und deutlich: nichts.