Mentale Tiefenbohrungen, Entkleidungen und Querverbindungen hinter den Kulissen der Theateraufführung genannt „Welt“.

Stellungnahme zu den Karikaturen und Fratzen diverser Anschuldigungen und anderer Dissonanzen


Version: 7.1.23 (ergänzt)

In Bezug auf die Abwertungen, Diffamierungen, Schmähungen und Verleumdungen, die in der “Warnung zum Seelenschutz“ ausführlich dargestellt wurden.

Eilige Klick-Touristen seien vorab schon darauf hingewiesen, dass dieser Text länger ist als die gewohnten Kurznachrichten, dass er Informationen enthält, die der Eitelkeit wenig dienlich sind und dass das Verständnis des Lesers nicht vom Autor abhängt, sondern primär vom Leser selbst.

Wenn du nichts als Bestätigungen deiner bisherigen Anschauungen und Überzeugungen suchst, dann seien diese hiermit angereicht: hiermit werden deine Ansichten, Meinungen, Überzeugungen und Vorurteile freundlich bestätigt.

Dies muss leider genügen, denn ansonsten ist dieser gesamte Blog hier nur für Menschen, die ihre Anschauungen erweitern und lieber nochmal überdenken wollen.

Im Übrigen: viel Glück!

Respekt und Anerkennung für Johannes

Zuvorderst und zur Deklaration meiner Grundhaltung für alles Bisherige und alles noch Folgende: Ich habe größten Respekt vor Johannes, der ganz ohne Frage einer der forschesten und wackersten Männer der Aufklärungsbewegung der letzten 2,5-3 Jahre ist. Er hat Enormes geleistet – und auch ertragen! – für die Erweiterung unseres Wissens über den Zustand und die Perversitäten der Welt da draußen. Auf der Ebene der Fakten-Vermittlung und der logischen Analyse, gerade auch sehr unangenehmer Fakten und Zusammenhänge, hat er mehr geleistet als bisher irgendein anderer im deutschsprachigen Raum. Das muss entsprechend gewürdigt und anerkannt werden!

Ich schlage vor, Johannes als Veteranen in Ehren zu halten und mit gebührendem Respekt zu behandeln. Er hat als Soldat in wichtigen Schlachten an der vordersten Front gekämpft und zum Fortschritt der Aufklärung beigetragen. Vor allen Dingen aber müssen wir davon ausgehen, dass er auch schwere Kriegsverletzungen davon getragen hat, von denen nicht alle vollkommen verheilen werden.

Nun ist sein Einsatz beendet und er mag im Rückblick auf gewonnene und auch auf verlorene Schlachten noch das ein oder andere berichten können oder sich für das Allgemeine und Andächtige einsetzen. Aber der Krieg ist noch nicht zu Ende und die Schlachten finden nun auf Terrains statt, auf denen er nicht agiert. Die Fahne aber, die er einst trug, wird weiter getragen – von anderen.

Neue Reiserouten

Der Abschnitt dieses Wirkens liegt allerdings hinter uns und ist abgeschlossen. Das Material ist vorhanden. Die Entwicklung geht nun an anderer Stelle und auf andere Weise weiter – wiederum nicht für alle, sondern für eine Auswahl der Auswahl.

Das Feld unserer inneren Zustände und Gegebenheiten ist für Johannes vollkommen unkartographiertes Terrain und ihm fehlen sowohl die Werkzeuge, die richtige innere Haltung als auch die notwendige Unterstützung, sich diesem Terrain aufrichtig erkundend zu widmen. Leider hat er sich ab einem gewissen Zeitpunkt verrannt und die für ihn nicht beantwortbaren Fragen mit einem mystisch-religiösen Schablonendenken zugekleistert, das ihn und einige seiner Anhänger zunehmend fanatisch macht. Dieser Prozess, der aus einer uneingestandenen Überforderung entsteht, wurde in mehreren Artikeln dieses Blogs ausführlicher beschrieben. Ich habe dabei niemals Namen genannt, verurteilt oder geschmäht. Mir ging es um die Aufklärung derer, die verstehen wollten, was hier schief läuft und warum. Viele Menschen fragten und fragen danach. Ihr Weg führte von Johannes‘ Kanal zu Catwise – nicht umgekehrt.

Johannes hat kein Verständnis von psychischen, sozialen und prä-rationalen Kräften und Gesetzmäßigkeiten, daher kann er nicht benennen und nicht erkennen, in welche psychische Dynamiken er mit seinem Kanal und dessen Lesern oder Zuhörern geraten ist. Für Außenperspektiven gibt es keinen Raum. Es gibt keine Art von „Supervision“, daher bleibt es Echokammer und Selbstverstärkung.

Diese Dynamiken haben seinen Verstand fest im Griff und er kann und will sie nicht sehen. Seine Fan-Gemeinschaft verstärkt das und ist froh, wenn die sehnsuchtsvollen Idealvorstellungen trotz aller offensichtlichen und zunehmenden Entgleisungen hochgehalten und über alles kaschierend drüber gelegt werden. Aus der pauschalen Ablehnung „aller Psychologie“ und „aller Psychologen“ (so wie auch „aller Polizisten“ usw.) entsteht Fundamentalismus: eine Denk- und Beurteilungsweise, die auf (sehr einfachen) Kategorien beruht und nicht auf Wahrnehmung und Differenzierung. Daher kann sie nicht mehr reguliert werden, sie verstärkt sich nur noch selbst.

Bei manchen (Sach-)Themen ist Johannes sehr differenziert und auch sprachlich behutsam und präzise. Ihm fehlt jedoch jegliche Wahrnehmung der nicht-mentalen, emotionalen und sozialen Kräfte, die ihn und andere lenken und beeinflussen. Das gleiche gilt für die Gesetzmäßigkeiten der Kommunikation und des informationellen Einflusses. Er hat einige Meinungen über diese Themen, aber keine Wahrnehmung. Daher geht der Weg an dieser Stelle nicht weiter, er ist abgeknickt, und es hat längst eine Kreisbewegung eingesetzt, die sich nur noch verengt und beschleunigt – sprich: radikalisiert.

Es wird dann nicht mehr unterschieden zwischen Vermutungen, Hypothesen und Erkenntnissen. Indizien werden als Beweise betrachtet. Schlussfolgerungen stehen im Voraus fest und werden nur noch durch beliebige, geradezu lächerliche Fakten-Schnipsel untermauert. Was nicht passt, wird passend gemacht. Das Denken ist nicht mehr akkurat und rational, sondern dient nur noch der Bestätigung bereits festgezurrter Bilder, deren Bedeutung und Kraft in unreflektierten psychischen Mechanismen liegt. Es gibt keine Zweifel und keine Einwände mehr.

Diese werden durch Angst abgeschirmt und gelähmt. Die Angst wird ebenfalls vom Bewusstsein abgeschirmt, wenn sie als Bedrohung der eigenen Identität (z.B. „stark“, „mutig“, „rational“, „unemotional“, „männlich“, „vorbildlich“ usw.) erlebt wird. Diese Abwehr und Abspaltung führt dazu, dass die Angst unreguliert die Kontrolle über alle Funktionen übernimmt, vor allem über die Wahrnehmung, die immer selektiver, und über das Denken, das immer rigider und monomanischer wird. So koppelt sich die Psyche zuerst von der Selbst- und dann von der Realitätswahrnehmung, von anderen Menschen und sogar von Dingen und Fakten ab.

Satan mit dem Teufel austreiben?

Von einem irrationalen Glaubenssystem in ein anderes irrationales Glaubenssystem zu wechseln ist kein Fortschritt – auch wenn der neue Katechismus die Bibel und historisch besser verifizierte Fakten referenziert. Wenn beide Glaubensdoktrinen sich „rational“ nennen und sich beide grundsätzlich dialog-aversiv verhalten, dann ist wahrlich überhaupt nichts gewonnen und die Illusion noch vertrackter.

Eine der schmerzhaften Erkenntnisse, die vielen noch bevorstehen, ist, dass radikale Lichtkrieger und jede Form von Fundamentalismus der Nährboden genau jener Spaltung und Lüge sind, aus denen ganz von selbst Korruption, Kriminalität und schließlich Satanismus entstehen. Die Ver-rückung, die zur Ent-rückung deklariert wird, erzeugt jene mental schiefe Ebene, auf der alles Sittliche und Ethische abwärts gleitet und in die Abgründe führt, die man glaubte zu bekämpfen – je unsicherer, desto vehementer. Die rücksichtslosen Ritter der Heils-Verkündigung legen regelmäßig das Fundament zur Hölle. Es fehlt ihnen an Einsichtsfähigkeit und sie bemerken nicht, dass sie ihre hochtrabenden Theorien und Konfessionen gar nicht verkörpern, sondern nur projizieren.

Angst und Ablehnung

So lässt sich auch die pauschale, radikale und verbal sehr aggressive Ablehnung von allem verstehen, das mit „Psychologie“ auch nur im Entferntesten zu tun haben könnte. Es berührt den Aspekt des Selbst-Erlebens und der Wahrnehmung innerer Kräfte. Dieser ganze Bereich wurde aber explizit durch Glaubens-Dogmen ersetzt und fordert die Unterwerfung unter vage, mystische Konzepte und monoton wiederholte Aufforderungen wie „Verbinde Dich mit unserem Schöpfer“, „Der Herr zeigt es uns“ oder „Jesus und Gott richten die Welt“. Warum? Weil so die Angst in Schach, also in der Abspaltung gehalten werden kann. Das fragwürdige Credo ist: Ich habe keine Angst (weil ich weiß, dass mein Schöpfer mich beschützt)“. Jeder, der denken kann und einen Rest von Wissensdrang behalten hat, wird zu solchen Aussagen dutzende Fragen haben. Es ist aber totenstill im Feld der Angst und alle neigen nur das Haupt – damit die Angst und Verschüchterung aussieht wie Andacht und Frömmigkeit.

Ist den Protagonisten dieser Gruppe, vor allem aber ihren auffällig schweigsamen etwa 28.750 übrigen Lesern klar, dass genau so totalitäre Systeme funktionieren? Man deklariert sich selbst zum Besitzer „der Wahrheit“ oder „Gottes Wort“ und baut auf dieser Basis eine zunehmen abgeschottete (Gruppen-) Identität auf, die jeden Andersdenken, jeden Zweifel und schließlich jedes Denken überhaupt verbieten und verbannen. Dann geht man zur die Jagd auf Andersdenkende. Die „Klugen“ ziehen sich zurück und schweigen. Sie werden passiv und zunehmend gelähmt. Jede unbequeme Gegendarstellung wird sofort gelöscht und ihr Sender bestraft (gesperrt) – möglichst öffentlich, damit es abschreckende Wirkung entfaltet.

Die Dümmsten, Ängstlichsten und Angepasstesten gewinnen so an immer mehr Einfluss und Macht im sich verengenden Meinungs-Biotop, denn sie sind dem „Herrn“ und seinem Image von sich selbst gefällig. Sie geben den Ton vor und sanktionieren mehr und mehr Gewalt, Spaltung und Aggressivität – gerne auch „im Namen Gottes“, „des Friedens“ oder „der Menschlichkeit“ oder „des freien Denkens“ – es spielt keine Rolle mehr, weil Bedeutungen nicht mehr durch Begriffe kommen, sondern sozial definiert und bewertet werden, über simple Machtmechanismen wie Verbote, Tabuisierung, Sperrungen, Verwünschungen, Entwürdigung usw. Die Inhalte werden immer kärger und monotoner, der intellektuelle Inzest reduziert schrittweise die Gruppenintelligenz und das geistige Niveau fällt ins Negative (in die Ablehnung von Geist). Dieses Funktionsweisen und ihre Stufen wurden in meinen Artikeln so ausführlich dargestellt, dass alles Weitere dazu hier bloße Wiederholung wäre.

Mir ist bewusst, dass diese Beschreibung für viele gutherzige und anhängliche Menschen unerträglich ist und sie sich mit allen Mitteln dagegen wehren werden. Es gibt Indizien, die dafür sprechen, dass davon tatsächlich 4-6% von 29.000 betroffen sind. Viele andere aber können davon profitieren und sich aus dem Angst-Mechanismus und den sozialen Effekten einer immer rigideren Anschauungsgemeinschaft befreien.  Und wenn es nur ein einziger ist, ist das schon die Mühe wert. Wir alle können dadurch lernen und wachsen.

Keine Einsicht unter dieser Nummer

Wir werfen einen Blick auf den offiziellen Prinzipien-Zettel von J.‘s Kanal:

und stellen fest, dass es ein höheres Maß an Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion bräuchte als offensichtlich gegeben, um die Diskrepanz zwischen erwünschten Regeln oder Idealvorstellungen einerseits und dem eigenen Verhalten andererseits zu bemerken.

Wir leben in Bildern und imaginierten Vorstellungen von uns selbst, zumeist Wunschbilder, und bemerken durch den Bildernebel nicht einmal, wie wenig wir uns selbst bemerken, kennen, überprüfen.

Der Kanalbetreiber kann andere sanktionieren oder sperren. Aber wer sanktioniert oder sperrt den Kanalbetreiber? Derart geschlossene Systeme neigen zur Selbstübersteuerung, zu Extremen und damit zur Instabilität.

Wenigen ist bewusst, dass die Abspaltung des abstrakten Denkens von der konkreten Wahrnehmung die Basis für Satanismus ist. Der Neo-Faschismus nennt sich „Anti-Faschismus“ und, wehe, der ultimative – d.h. auch: der letzte – Neo-Satanismus könnte sich „Anti-Satanismus“ nennen und seine Sense im Namen einer äußerst bizarren Lebensvision schwingen, auch wenn wir die schlampige Inflation dieser Bezeichnung hier nicht mitmachen wollen und im Kopf behalten, dass der Weg von der mentalen Abspaltung erst über viele Steigerungsstufen des Neurotischen, des Psychopathischen und des Schizophrenen zu jenem wesens-destruktiven Zustand führt, der als Superlativ der Wesensentfremdung „satanisch“ genannt werden kann.

Was die angeblichen „Anti“-Kämpfer von den tatsächlichen Kämpfern gegen das Falsche und für das Richtige unterscheidet, sind ihre enorme Lautstärke, ihre schrille Vehemenz und ihre semantische Monotonie.

Ich unterstelle weder Johannes noch sonst irgendeinem seiner Kanalteilnehmer, dass eine totalitäre, repressive Glaubensgemeinschaft jemals ihre Intention war. Ganz im Gegenteil, sie würden alle erschrecken, sobald sie erkennen würden, in was sie da hineingeraten sind. So wie regelmäßig die Teilnehmer äquivalenter Sozialstudien, sie es Milgram oder „Die Welle“ und anderen.

Ich bezweifle jedoch, dass von denen, die in diesem emotionalen Sog gefangen sind, jemand allein durch etwas Theorie und kritische Hinweise von außen bereit ist, das zu erkennen. Und jeder, der intern Kritik auch nur andeutet, wird sofort nach außen gestellt und als Ketzer („leider, schweren Herzens…“) exkommuniziert. Je mehr man sie auf ihren Fanatismus und seine Blüten hinweist, desto radikaler werden sie in ihrer Selbstgerechtigkeit und Selbstgefälligkeit, wie angestochene Wespen. Man wird sehen, was noch alles passieren muss, dass sie sich wieder besinnen und auf den Teppich zurückkommen.

Too much deep state

Kommt jemandem all das bekannt vor? Dieses Um-sich-schlagen aus Angst vor dem Verlust des Überblick, der Kontrolle und der Deutungs-Hoheit? Und dieser Zustand der Unerreichbarkeit für Argumente, Hinweise, Fakten? So funktioniert nun einmal der kulturell und geistig unreife Mensch. Das ist der „tiefe Zustand“, der „deep state“. Er ist Teil des Menschseins. Das einzige, was ihm die Macht entziehen kann, ist Kultur, eine Zivilisation, die auf dem Bewusstsein um diese Kräfte aufbaut und sich auf die mögliche geistige Entwicklung des Menschen ausrichtet. Das ist das, was kommen wird. Und es ist das, was Johannes und seine „Mitreisenden“ nicht sehen und nicht nach- oder mit-vollziehen können. Sie sehnen sich nach dem Endergebnis, nach dem Frieden und der Harmonie, nach Gerechtigkeit und Ordnung, aber sie haben keine Ahnung, was dafür notwendig ist und wie man dorthin kommt. Sie hoffen auf ein Numinosum, auf „Gott“, auf „unseren Schöpfer“, auf „Jesus Christus“, die als Platzhalter an jede Stelle gesetzt werden, wo ihnen Begriffe, Erfahrung und Wissen fehlen. Das ist der riesige Unterschied zu den Whitehats, die das Programm leiten. Sie werden nicht von ominösen „Stimmen“, bildreichen Bibelstellen oder mehrdeutigen Gematria-Halbsätzen geleitet, sondern von Verständnis.

Das Unverständnis ist keineswegs mehr harmlos oder bloß kindlich-naiv, wenn es zunehmend in Zorn, Aggression und Negativität gegen andere umschlägt und Menschen ihrer sozialen und rationalen Intelligenz beraubt. Oder eben auch nicht! Vielleicht wachen gerade dadurch mehr Menschen auf, weil ihr Gefühl für Integrität so massiv verletzt wird. Lieber ein paar weniger Aufwachende, die aber weiter kommen, als das Herumdümpeln vieler in so einer trüben Brühe. Die „deep-statler“ helfen beim Aufwachen ungemein.

Von geistig Erwachsenen würde man mehr Suchverhalten, Neugier und Offenheit gerade in Momenten solch exzentrischer Eskapaden erwarten. Wer diese drei oder eines davon bei sich entdeckt und füttern möchte, der findet in diesem Blog mehr als reichlich Material zum Üben, zum Perspektivwechsel und zur Erweiterung der Denkgewohnheiten.

Lasst den Menschen ihre Weltbilder

An diejenigen, die versuchen, Johannes oder andere von diesem Blog hier zu überzeugen: vergesst es! Menschen legen sich die Weltanschauung zu, die es ihnen ermöglicht, gigantische Widersprüche und sehr schmerzvolle Einflüsse zu ertragen, ohne umzufallen. Das dürfte für Johannes ebenso zutreffen. In vielen Weltbildern kann und darf dieser Blog hier nicht vorkommen, weil sie dann nicht mehr funktionieren würden. Und dieses Funktionieren ist essentieller und wichtiger als der Wechsel auf einen anderes Verständnis-Niveau – solange es keine alternative Stabilisierung gibt.

Die Heftigkeit der Verteidigung solcher Weltbilder haben wir jetzt alle demonstriert bekommen und es ist nochmal halbwegs glimpflich verlaufen. So etwas kann Menschen auch unter die Räder bringen – auf beiden Seiten der Verbindungsunfähigkeit.

Das ist zu respektieren und anzuerkennen, auch wenn einem diese Weltbilder nicht gefallen und man meint, dass „höhere Erkenntnisse“ ja mit der Hand greifbar und viel besser sein müssten – das sind sie nicht unbedingt für andere Menschen! Andere Menschen sind an anderen Stationen in ihrer Reife und Entwicklung und es gibt keine „Botschaft für alle“. Schon gar nicht von außen auf-oktroyiert. Jeder benötigt eine andere, anders serviert und in einem andere Tempo. Wir haben genug zu tun, unsere eigenen Bretter vor dem Kopf überhaupt einmal wahrzunehmen.

Selbst die Artikel dieses Blogs werden von hundert Menschen auf hundert verschiedene Arten gelesen und verstanden.

Reflektiert missionarischen Eifer und die Motivation dazu ausführlicher statt ihn auszuagieren. Er macht sonst mehr kaputt als er helfen kann. Es macht keinen Sinn, Menschen zu helfen, die nicht danach fragen – und Fragende gibt es schon mehr als genug, wenn man sich umtut. Mehr als eine freundliche Einladung aufrecht zu erhalten ist nicht möglich bzw. wird toxisch.

Wer eine Hilfe für andere sein will, die tatsächlich Hilfe gebrauchen und annehmen können, der zeige sich mehr – gerade auch in Kanaldiskussionen. Stell Fragen, hake nach, mach auf Unklares oder Widersprüche, auch auf Respektlosigkeiten und Gängelungen aufmerksam. Schaffe Raum zum Hinterfragen und eigenständigem Prüfen. Lass die Fragenden zu dir kommen, nicht umgekehrt.

Person X und ihre Meinung und Person Y mit ihrer Meinung unbedingt zusammenbringen zu wollen, ist eine Projektion und führt nur zu Stress ohne Freude. Das ist wie Zählen oder Rechnen im Kopf, solange man dafür noch die Finger bewegen oder Münzen auf dem Tisch umher schieben muss. Wir wollen die Theorien oder Ansichten in unserem Kopf zusammen bekommen – nicht die Menschen da draußen. Es kann dir völlig wurst sein, ob Johannes oder wer auch immer diesen Blog liest, wie er ihn findet und ob es einen Dialog gibt oder nicht. Du liest ihn und willst die scheinbaren Widersprüche in deiner Wahrnehmung überwinden und ausbügeln. Also bügel in deinem Kopf und nicht über andere Menschen.

Die Welt als Ganzes ist in Ordnung, es sind unsere Ausschnitt-Wahrnehmung und unser Denken, die Probleme „sehen“ und sich ans Basteln machen.

Die Katze geht ihren eigenen Weg

Es gibt für mich keinen Grund, mich zu verteidigen. Ich fühle mich nicht angegriffen. Ich akzeptiere die Normen und Prämissen nicht, die von Johannes und einer kleinen Anzahl seiner „Mitreisenden“ demonstriert und ausagiert werden. Das intellektuelle und moralische Niveau der Schreihälse und Geiferer, die sich in seinem Kanal zuweilen Raum verschaffen, ist so niedrig, dass ich gar keinen Ansatz (und keine Motivation) zu einer Auseinandersetzung mit ihnen sehe. Sehr wohl aber mit dem Phänomen, das sie repräsentieren.

Das gilt jedoch nicht für Johannes selbst. Ich bin überzeugt, dass unsere Werte und Normvorstellungen, vor allem in Bezug auf richtiges Denken zu über 80% identisch sind – das sollte als Basis für einen gewinnbringenden, lernbereiten Austausch mehr als genügen. Es ist jedoch ein offenkundiges Symptom der aktuellen Zustände (bei Johannes und in diesem Feld), dass dies seit zwei Jahren trotz Anfragen und Angeboten in dieser Richtung nicht einmal im Ansatz möglich war.

Von hier aus wird Johannes gesehen, aber Johannes sieht diesen Ort hier nicht. Selbst diese Tatsache sieht er nicht. Nach den Fakten der letzten drei Jahre zu urteilen, taucht diese Frequenz hier auf dem Bewusstseinsradar von Johannes und Gefolgschaft gar nicht auf. Also was will man machen? Dies hier ist nicht für ihn, schon gar nicht gegen ihn, sondern nur für die, die danach fragen und es für sich nutzen können. Johannes & Co. sind anschauliche lebendige Beispiele von Irrläufern, die sich selbst in die Extreme von Karikaturen verfrachtet haben, weil sie an einer Stelle falsch abgebogen sind und sich weigern, das einzusehen und umzukehren. Je tiefer sie ins Gehölz rasseln, desto mehr Gas geben sie. (Das entspricht übrigens einer Definition von Wahnsinn).

Wir richten nur noch ein wenig mehr Licht auf dieses Geschehen, der Rest geschieht von selbst organisch durch die Intelligenz der Leser und Zuschauer, der „Frösche“, wie es im Q-Sprech heißt.

Es gibt eine Reihe von gemeinsamen Mitlesern, die dies alles schon länger bestätigen können (und dadurch nicht wenig verunsichert sind, aber das kann konstruktiv sein).

Was wir sehen, ist das Phänomen, dass sich Johannes und einige Menschen in seinem Fahrwasser sich immer mehr isolieren und über alle anderen erheben. Mittlerweile stehen alle anderen Aufklärer unter Generalverdacht, pädophile Schwerverbrecher, Psychopathen, Schergen des Geheimdienstes und was weiß ich noch alles zu sein. Im Übrigen ist dieses Phänomen auch eines von mehreren bereits deutlich beobachtbaren Charakteristiken von Sektenbildung, die der Interessierte im Netz ausführlich beschrieben findet. Das Kriterium ist nicht, ob die Mitglieder einer Gruppe sich selbst als Sekte bezeichnen – die meisten werden sich als die einzigen Erlösten oder Erlösbaren betrachten, während aus ihrer Sicht der ganze Rest der Welt eine riesige Sekte darstellt.

Reaktionen auf den Verlust der Intaktheit

Erruptives, exzentrisches Verhalten irritiert immer. Es macht Angst. Das ist richtig so, denn die Angst ist das emotionale Signal, dass hier die Integrität, die Intaktheit von etwas sehr Wichtigem verloren geht und basale Elementarkräfte die Ordnung zerreißen. Dadurch wird das Feld für menschliche Interaktion, für Besonnenheit und soziales Miteinander sowie für Integration und Heilung zerrissen. Was dabei verloren geht oder zumindest schwer beschädigt wird ist nichts weniger als die menschliche Würde.

Die natürliche Reaktion darauf ist keine Furcht vor einer konkreten Bedrohung oder Gefährdung, sondern die natürliche Resonanz auf eine massive Störung des Menschseins und seiner notwendigen Grundbedingungen. Das ist Vertrauen und Verlässlichkeit. Diese beruhen auf Zurechnungsfähigkeit. Unzurechnungsfähigkeit und die Missachtung von Normen und Bedingungen der Gegenseitigkeit lösen Gemeinschaft, Zusammenhalt und Solidarität auf – als notwendige Folge. Wer so handelt, bildet keine Teams, sondern Enklaven und Einsiedeleien.

Unzurechnungsfähigkeit löst daher Angst aus vor dem Zerfall und der Macht der Zerstörung – nicht vor dem konkreten Täter. Tiere würden auch so reagieren, wenn ein anderes Tier „ausflippt“, sich asozial verhält – sie würden es entweder meiden und aus der Herde ausstoßen oder mit aller Kraft angreifen und töten. Das beruht nicht auf „anderen Meinungen“ oder „anderen Anschauungen“ – das ist purer Instinkt und dient dem Schutz der notwendigen Ordnung.

Ebenso löst es Angst aus, wenn Menschen den Rahmen emotionaler, sozialer oder mentaler Integrität verlassen, die Contenance verlieren und ver-rückt werden. Es spielt keine Rolle, ob es „Genie“ oder Wahnsinn ist, es ist destruktiv und Symptom einer psychischen Korrumpiertheit und diese löst Abscheu und Angst aus in einer intakten Psyche.

Jenseits der Angst können wir dann erkennen, dass es erstaunlich wenige sind, die aus dem Rahmen fallen. Z.B. nur etwa 50 von 28.800, das sind 0,17%. 0,17 – das ist ok, oder? Sie sind nur zuweilen so schrill, dass sie viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wenn sie diese Nummer zwei-, dreimal durchgezogen haben, nimmt sie keiner mehr ernst – auch dann nicht mehr, wenn sie etwas Wichtiges zu sagen haben. Die Integration ist dann zerrissen, sie haben sich selbst aus der intakten Gemeinschaft heraus katapultiert und reisen – woanders hin.

Emotional traumatisiere Menschen reagieren auf diese Angst zuweilen mit Hyper-Anpassung: sie haben gelernt, in Unterwerfungshaltungen und Totenstarre zu fallen und dabei jedes Zeichen von Individualität und Eigenständigkeit aufzugeben, wenn sie sich bedroht fühlen, in der Hoffnung, dass die Übermächtigen sie dann verschonen. Andere werden aggressiv, wieder andere depressiv-betäubt und wieder andere schlaflos-hyperaktiv. Das sind alles natürliche Stammhirn-Reaktionen. Entscheidend ist das Bewusstsein für den Vorgang, die Integration ins Fühlen und Denken, denn nur so kann man sich selbst dieser basal-instinktiven Wirkungen entheben und Souveränität erlangen.

Es braucht dann zuweilen nur ein Kind, das laut ruft: „Der Kaiser ist doch nackt!“ – und alle lachen und klatschen in die Hände und umarmen sich wieder. Wenn wir über die Verrückten und Gestörten lachen können, sind wir von ihrem Verhalten unabhängig und werden nicht mehr gestört.

Intellektuelles Kitzeln – Hilfsmittel zur Befreiung

Ironie und Sarkasmus liegen nah beieinander. Es sind Stilmittel der indirekten und doppelten Kommunikation, die vor allem Distanz schaffen bzw. verdeutlichen. Die angestrebte Distanz ist meist die zwischen emotionalem Involviertsein und intellektueller/gedanklicher Betrachtung – also z.B. um Klarheit zu gewinnen und emotionale Kurzschlussreaktionen zu vermeiden. Beide Formen fordern Intelligenz – einen Mangel an Intelligenz kann man daran erkennen, dass Menschen Ironie/Sarkasmus nicht verstehen und sich nur diffus überfordert oder angegriffen fühlen.

Ironie ist oft der einzige Weg, gegenüber Kräften sozialer Macht in einem Feld von Verrücktheit, Wahnsinn und Kopflosigkeiten aufrecht stehen zu bleiben. Sarkasmus ist dann nötig, wenn der tobende Wahnsinn aggressiv und zerstörerisch wirkt. Im Stalinismus ist freilich auch das keine Hilfe mehr, da wird man erschossen, weil man überhaupt irgendetwas gesagt hat – oder etwas sagen wollte. In totalitären Systemen ist das erste, das verschwindet, der Humor; weil die Angst die Steuerung übernimmt. Und die braucht Kontrolle, Folgsamkeit und Gleichschritt (oder -schaltung).

Ironie und Sarkasmus können auch von intelligenten Menschen benutzt werden, die keine Narzissten sind, wenngleich Menschen mit Minderwertigkeits- und Ohnmachtsgefühlen dazu neigen, ihre Überforderung durch sie von sich zu weisen, indem sie die Urheber von Ironie und Persiflagen als „Narzissten“, „Asoziale“ oder „Psychopathen“ beschimpfen, was eben ihr emotionaler Versuch ist, sie sozial zu ächten („mit solchen Menschen redet man am besten gar nicht, die haben gar kein Recht, zu irgendeiner Gemeinschaft zu gehören, die müssen ausgeschlossen und als aussätzige Abweichler gekennzeichnet werden“).

Außerdem ist vor allem Ironie eine Form von Spiel. Sarkasmus auch, jedoch weniger warmherzig, eher spottend und darauf abzielend, den anderen persönlich zu treffen (gr. sarkázein = „zerfleischen“). Etwas zu übertreiben und im Sinne der Amplifikation auszuschmücken ist Ironie. Erst wenn Hohn, Spott und eine Hinwendung zur Abwertung dazu kommen, ist es Sarkasmus. Etwas wird jedoch nicht dadurch zu Sarkasmus, dass jemand, der sich angesprochen fühlt, sich dadurch „verletzt“ oder angegriffen fühlt.

Der große Antagonist zu allem Spiel und zur Spielfähigkeit ist Angst. Menschen, die unter Angst stehen, können nicht spielen. Man kann Menschen aber mit Spiel aus der Angst holen. Das Gute ist, dass dies bereits geschehen ist und viele das an sich erleichtert beobachten könnten. Angstfreier Sarkasmus kann Beschränkungen und Verbohrtheiten sprengen und die Absurdität, Kleinheit und Lächerlichkeit von etwas sichtbar machen, an dem man zuvor durch Blindheit oder affektive Abhängigkeiten festgehalten hat.

In emotional sehr verstrickten Situationen sind Ironie, Sarkasmus oder andere Formen von Humor oft die einzige Möglichkeit, sich inhaltlich mit einem Thema auseinanderzusetzen, weil ansonsten nur noch Abschottung, Abspaltung oder Ignoranz bleiben. Man braucht sie also, wenn man nicht einfach nur weggehen will oder kann – oder wenn man will, dass andere nicht in den Zwang kommen, weg zu gehen. Diese Kommunikationsform funktioniert vor allem in Situationen, in denen (soziale) Macht und vor allem Machtmissbrauch eine zentrale Rolle spielen, weil sie sie aushebelt. So kann auch die psychische Macht von Angst, Fanatismus, Größenwahn oder Arroganz ausgehebelt werden, weil man die Macht-Dynamik (meist: Täter gegen Opfer) nicht mitmacht. Wenn Menschen für eine rational-analytische Betrachtung nicht bereit sind, können diese Botschaften sie durchaus noch über Ironie und Sarkasmus erreichen.

Ironie und Sarkasmus arbeiten mit Übertreibung. Wenn Menschen sich sehr dumm anstellen, sich niveaulos oder asozial verhalten, dann reicht es häufig, dieses Verhalten unter das Vergrößerungsglas zu legen, so dass der fähige Betrachter selbst erkennen kann, was da passiert und welche Regeln von Anstand, Logik und Vernunft da verletzt werden. Es ist wichtiger und befreiender, dass wir darüber lachen können anstatt dass wir es nur schulmeisterlich analysiert und erklärt bekommen. Beides zusammen ist natürlich noch sinnvoller. Das Lachen soll jedoch kein abfälliges, hämisches, schadenfrohes, bitteres sein, sondern ein humorvolles, das all das Niederträchtige und Unreife als Teil des Lebens akzeptiert und in den Kreis der Wahrnehmungen mit aufnimmt.

Also nein, Übertreibung und Karikatur von etwas ist kein Sarkasmus, auch wenn jemandem dabei seine Hühneraugen wehtun. Für diejenigen, die Humorlosigkeit und mentale Obsessionen mit Ernsthaftigkeit und ihre bierernste Selbstgerechtigkeit mit Seriosität verwechseln, ist Humor natürlich nicht erkennbar und der Perspektivwechsel nicht möglich. Sie lachen dann nur deflektiv, um sich von anderen abzuwenden und die Sache loszuwerden. Genau darüber amüsieren sich ja die anderen. Das müssen sie dann aushalten.

Apropos Goethe (da man ihn pflichtgetreu verdächtigt – wahrscheinlich ohne auch nur ein einziges Werk von ihm gelesen zu haben): er hat die humorlosen Kumpanen mit ihrem Gegröle in der Szene Auerbachs Keller wunderbar auf den Punkt gebracht – als dramatische Karikatur.

Sonst ist es Zynismus. Zynismus ist eine grundsätzlich negative, ablehnende und abfällige Haltung gegenüber gewissen Normen oder Sachverhalten. Man kann mit der Brechstange sein Wissen und seine Ansichten in die Welt tragen und dabei sehr direkt, forsch und unnachgiebig vorgehen. Man kann dabei jede Form von Ironie oder Sarkasmus vermeiden, weil man Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit mit Direktheit verwechselt, und dabei trotzdem zynisch-negativ sein. Es ist nicht unsere primäre Aufgabe, andere davon zu befreien, sondern uns selbst. In diesem Sinne und für diesen Zweck steht dieser Blog – manche sehen und nutzen das, viele nicht.

Lernen am Exempel

Im Kern dieses gesamten Prozesses geht es um Erkennen und Verstehen. Dafür ist er konstruiert, um auf allen Ebenen menschlicher Verkörperung das Niveau besonders dieser beiden Aspekte anzuheben. Johannes und die Phänomene seines Kanals sowie viele andere Kanäle mit ihren charakterlichen Schwerpunkte und Einschränkungen sind Teil dieses Prozesses und können dem weiteren Verstehen dienen, indem sie diverse, auch subtilere Formen des Abweichens, Irrens und Feststeckens markant sichtbar machen. Auch innerhalb des Aufklärungsprozesses gibt es nämlich unzählige falsche Abzweigungen, die in Sackgassen oder sogar Abgründe führen. Der richtige, gerade Weg ist schmal und man muss die Irrwege erkennen und durchschauen lernen, um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Ansonsten wird man nur Wegelagerer an irgendeiner Abzweigung oder Zwischenstation, die man sich für absolut und „das Ende“ definiert. Man kristallisiert auf einer Etappe, wodurch der Weg endet und kein aufsteigender Prozess mehr wird, sondern Stillstand und Abstieg.

Ob Johannes und seine Folger davon etwas einsehen, ist nicht entscheidend. Ob sie es überhaupt einsehen können oder nicht, ist auch Teil der Präsentation, eben eine Offenbarung des Johannes. Man kann daraus lernen oder auch nicht.

Wer Stroh in Gold umwandeln will, braucht immer wieder auch Stroh. Zuweilen bekommen wir skurrile Gold-Blei-Amalgame vorgesetzt, die einer Läuterung bedürfen, um verwendbar zu sein. Es ist nicht entscheidend, wie viele dies mit- oder nachvollziehen können, sondern dass einige es möglichst tiefgehend verstehen. Solche Präsentationen und Vorführungen, insbesondere wenn sie sich dermaßen penetrant und dissonant aufdrängen, dienen fast immer der Förderung des Verstehens bei anderen. Diese sind fast immer still und unsichtbar – und reifen auf ihre Weise langsam und integer in eine wachsende Verantwortung hinein.

Der eigentliche Wachstumsprozess findet im Stillen, Zurückgezogenen statt und ist auf keiner Bühne sichtbar.

Dem ein oder anderen stinkt‘s

Nun denn, guter Johannes, Du bist ja stets bereit, „vor einem gültigen Gericht“ „Verantwortung zu übernehmen für Dein Tun“. Dann warten wir mal ab, ob sich dafür nicht noch eine passende Gelegenheit ergibt, damit wir den Gestank nach Deinem vehementen Griff ins Klo wieder aus dem Raum bekommen. Vielleicht auch nicht. Vielleicht ist die faulige Ausdünstung auch guter Ansporn für den ein oder anderen, das offene Feld und mehr seines Glücks im (eigenständigen) Denken zu suchen.

Dazu nun noch ein paar einfache

Hilfestellungen

für diejenigen, die neue Wege suchen und sie ausprobieren wollen:

  1. Unterscheide stets sauber zwischen den drei Kategorien von „Gedanken“: (1) Vermutungen/Hypothesen, (2) Theorien/Annahmen und (3) Erkenntnisse/Feststellungen/Einsichten.
  2. Gib Dich nicht mit Schlussfolgerungen und fertigen Beurteilungen zufrieden, frage Dich, (oder andere), ob Du die Argumente und ihre logische Verknüpfung kennst.
  3. Unser Denken ist entweder rational oder mystisch/religiös. Empirisch/wissenschaftlich/rational vorzugehen bedeutet: möglichst viele Fakten/Wahrnehmungen zu sammeln und aus diesen dann möglichst widerspruchsfreie Begriffe/Konzepte/Theorien zu bilden – bei Widersprüchen hat stets die Wahrnehmung Vorrang. Ideologisch/Religiös zu arbeiten verläuft umgekehrt: am Anfang steht eine (a-priori) Theorie/Erklärung/Vorstellung, anhand derer alle Wahrnehmungen nur einsortiert und bewertet werden; die Herkunft der Theorie bleibt dabei stets im Unreflektierten/Unsichtbaren – bei Widersprüchen haben also stets Dogmen/Axiome den Vorrang vor den wahrnehmbaren Fakten. Empirisch-rationales Denken führt zu Erkenntnissen und sozialer Unabhängigkeit. Mystisch-religiöses Denken führt zu (emotional verankerten) Glaubenssystemen und sozialer Abhängigkeit.
  4. Achte auf die Qualität von Gedanken- und Wissens-Vermittlung: wird die Möglichkeit des Irrtums eingeräumt? Gibt es Raum für Zweifel und Gegenargumente? Werden gänzlich andere Sichtweisen/Interpretationen zugelassen? Werden Meinungen als etwas betrachtet, das sich jederzeit ändern kann und sogar sollte? Hat das Denken die Form von Dialog oder die Form von abgeschottetem Monolog, der nur um sich selbst kreist? Werden die Prämissen von Gedanken/Meinungen beleuchtet? Ist der Raum offen für Neues und Fremdes oder werden Ansichten tabuisiert, marginalisiert oder stigmatisiert?
  5. Bedenke, dass man mit nicht-rationalen Menschen nicht rational sprechen kann. Für sie sind Sprache und Gespräch nichts, das mit Erkenntnis, Lernen oder Einsichtsgewinn zu tun hat, sondern sie dienen ihnen maximal für den sozialen Zusammenhalt und für den Erhalt der eigenen (sozial-abhängigen) Identität. Es ist ein aufwendiger, anstrengender Weg, rational denken zu können, und die meisten Menschen in unserer aktuellen Kultur sind ihn nie gegangen. Leider auch nur die wenigsten sog. „Akademiker“.
  6. Achte auf echte Selbst-Reflexion. Nicht bloß Lippenbekenntnisse wie „ich bin da sehr selbst-kritisch“ oder „nach reiflicher Überlegung“, „nach Abwägung aller Argumente“ usw., sondern eine wahrnehmbare Reflexion des eigenen Denkens und der eigenen Wahrnehmung selbst – vor allem durch Änderungen der mit neuen Details abgestimmten Meinung und Interpretation.
  7. Unsere Gefühle, Meinungen und inneren Reaktionen sagen nichts über die Phänomene in der Welt aus, sondern etwas über uns! Genau genommen über unsere Prägung, Muster, Gewohnheiten und inneren Strukturen, mit denen wir – meist automatisch – auf äußere Eindrücke reagieren. Es ist ein Zeichen mangelnder Bewusstheit, nämlich irrationalen Bewusstseins, wenn man Urteile über anderes und andere bloß aufgrund innerer Reaktionen fällt. Und es ist Zeichen von Respektlosigkeit, Unverschämtheit, Unhöflichkeit und moralischen Defiziten – kurz: von menschlicher Unreife – wenn man diese Urteile ungefragt in die Welt schreit, andere absichtlich diskreditiert und heruntermacht und dies auch noch zur Selbstbefriedigung benutzt.
  8. Rationales Denken erhebt sich über emotionales und soziales Reagieren, aber es sollte sich davon nicht abkoppeln.

Gemeinsames

Wie wahrscheinlich ist es, dass Johannes mit all diesen Punkten völlig einverstanden ist? Sehr hoch, meine ich. Habe ich sie etwa von ihm abgekupfert?

Johannes, der Autor dieses Blogs und manche andere mehr oder weniger Aktive teilen ganz offenkundig eine zentrale Intention in ihren Aktivitäten: wir wollen interessierten Menschen Hilfestellungen geben, selbständig rational zu denken. Wir unterscheiden uns allerdings u.a. auch in dem Wissen, der Erfahrung und den Fertigkeiten bezüglich dieses Vorhabens untereinander – teilweise sogar ganz erheblich.

Wer nicht einmal das sehen, geschweige denn als relevant betrachtet kann, sondern alles andere und ihm Unbekannte pauschal marginalisiert oder sogar als kriminell oder böse diffamiert und mit diversen abwertenden Diagnosen versieht, der agiert irrational. Das wiederum ist nichtsdestoweniger rational (psychologisch) verständlich – für andere.

Immer mehr Beobachtern des Schauspiels fällt auf, dass hinter dem hochgehaltenen Etikett des „klaren Denkens“ nicht nur die Rationalität verloren gegangen ist, sondern auch Moral, Besonnenheit und gute Sitten hinter dem Aushängeschuld des „Christlichen“. Sie wollen nicht dorthin, wohin diese Reise hinter den Maskierungen dann führt. Und sobald sie ihren Kopf aus der Gruppendoktrin heraus nehmen, erkennen sie, dass es noch andere Wege, andere Antworten, andere Erkenntnisse und größere Freiheiten gibt.

Dabei soll ihnen nach bestem Wissen und Gewissen geholfen werden.

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Wichtige aktuelle Hinweise zu dieser Blogseite bezüglich Satanismus und pädokrimineller Höchstverdächtigung


Es ist besser,
einen Mann durch Liebe zu fesseln,
als tausend Sklaven zu entlassen.

Der Leser dieses Blogs sei aus gegebenem Anlass explizit gewarnt, dass es sich bei dessen Autor vielleicht oder sehr wahrscheinlich oder sogar ganz sicher um einen pädokriminellen Satanisten, antichristlichen Blender und Betrüger im Sinne der gewollten Ablenkung vom einzig wahren Seelenheil handelt oder doch zumindest handeln könnte.

Dies wurde jüngst vom Aufklärungs- und Reisebüro der christlich-humanistischen Befreiungsfront oder auch Befreiungsfront für humanistische Christen aufgedeckt und belegt.

Folgende erdrückende Indizien liegen den engagierten Detektiven nun vor:

  1. Der Autor ist bekennender „Psychologe“. Also Scharlatan, New-Age-Narzisst, und Selbstdarsteller. Also Betrüger. Also falscher Prophet, also böse, also anti-christlich, also eine Gräuel der Menschheit, also Abschaum.
  2. Auf einer anderen Website bietet er äußerst fragwürdige Dienste an, die als „Coaching“ und „Therapie“ getarnt werden und somit ganz offensichtlich zum gefährlichen Mind-Control-Programm internationaler Geheimdienste gehören. Finger weg!
    Das Impressum ist da auch eindeutig, ganz klassisches Satanisten-Impressum mit Name und Adresse! Die Adresse sagt auch alles: „…Hinterhaus“ – also versteckt, im Dunklen, weg vom Licht. Diese miesen Kellerasseln wollen nicht gesehen werden. Und was sie da treiben, in ihren „Hinterhäusern“, das wollen wir doch gar nicht wissen, nicht wahr? Ja, ja, wir wissen schon… Nur keine Vorstellungen machen, keine Bilder, bitte, nein, keine Bilder! Ihr widerwärtigen Drecksschweine ihr!
  3. Es konnte eine Verbindung zu einem gewissen „Prof. Julius Kuhl“ (an der berüchtigten Universität Osnabrück) festgestellt werden, über den Wikipedia trotz Geheimdienstfilterung preisgibt, dass er in seinen psychologischen Theorie u.a. Konzepte von Sigmund Freud verarbeitete. S. Freud ist in aufgeklärten Kreisen als satanistischer Kinderschänder bestens bekannt. Also muss „Prof. Kuhl“ als Erforscher dessen Theorien auch mit drin stecken! Und der Blog-Autor wird so als Teil dieses jahrhundertealten Netzwerkes von „Drecks Kanaaniten, Khasaren, Zionisten und NaZis“ endlich entlarvt. Es wurde auch Zeit!
  4. Der Autor verlangt für den Download einiger neuer Artikel eine Bezahlung, nachdem er zuvor offensichtlich zig tausende von Lesern mit kostenlosen Artikeln im Umfang von weit über 1.000 Schreibmaschinenseiten in die Falle gelockt hat. Das sind in Summe höchstens 125 Arbeitstage. Andere Menschen verbringen viel mehr Zeit mit kostenlosem Lesen von Telegram-Kanälen!
    Lesen Sie daher nicht die im Blog angegebenen Hinweise zur Bezahlung für Artikel! Lesen bedeutet verwirrt werden, verwirrt werden bedeutet, dem Teufel ins Netz gehen. Halten Sie an festen, vorgeformten Urteilsschablonen fest und lassen Sie sich niemals durch neue Gedanken davon abbringen!
    (Hintergrundwissen: Menschen mit echtem Selbstwertempfinden stellen ihr Wissen und ihre Erkenntnisse immer kostenlos zur Verfügung – allein schon, um sich ihr gutes soziales Image bei den Vertretern der Ethik-Kommission für spirituell korrekte Aufklärung nicht zu verderben! Wer trotz des sozial-moralischen Drucks dennoch irgendetwas verkauft, der verdient auch jede verdammte Beleidigung, die dir gerade einfällt! Der wahre Gottesfürchtige teilt sein Wissen immer kostenlos und lehnt jeden Ausgleich für seine oft jahrzehntelange Arbeit großmütig ab. Dieses spirituelle Prinzip kann von erfolgreichen Reiseleitern bestätigt werden, die stets sicherstellen, ganz kostenlos gar kein Wissen, sondern bloß ihre „Gedanken“, also Kommentare und frei flotierende Meinungen in den Raum zu stellen.)
  5. Der letzte Blog-Artikel hat als Titelbild eine Collage eines Schlüssellochs, durch welches hindurch man in einem kleinen Spiegel das Auge einer Frau sieht, die sich darin selbst betrachtet. Das ist Satanismus pur! Nur eingefleischte Satanisten und Schwarzmagier verwenden solche Bilder (typische Ein-Auge-Symbolik, Schlüsselloch-Perspektive, man braucht nicht viel Fantasie, um zu erahnen, was da nicht noch alles hinter verschlossenen Türen… und überhaupt im Dunkeln, ihr wisst schon, da wird einem direkt kotzübel, wenn man daran denkt. Die sind doch alle krank! Was die für Fantasien und Gedanken in einem auslösen können! Noch mehr Belege oder Bauchschmerzen braucht es doch nun wirklich nicht für zartfühlende, empathische Menschen).
  6. Selbiger Artikel trägt den Untertitel: „Wegweiser zur Arche für die Zeit der Sintflut“, was eindeutig schwere Gotteslästerung ist. Diese offenkundige Anspielung auf das Alte Testament kann nur den Zweck haben, es durch den Kakao zu ziehen und als heilige Quelle absoluter Wahrheit zu zerstören. Dort steht nämlich, dass es nie wieder eine Sintflut geben wird (hat der liebe Gott selbst gesagt!), aber diese Satanisten nehmen sich nur Fragmente von etwas heraus und drehen sie sich dann so, wie es ihren bösen Zwecken dient! Der Autor will offenkundig dazu verführen, Arche und Sintflut nur als Metapher zu betrachten, um dann dem unschuldigen Leser eigene Gedankengänge zur Reflexion anzudrehen, die mit den glasklaren Aussagen und Erklärungen des Alten Testaments nicht identisch sind!
  7. Die Blogseite verwendet ganz ungehemmt und aufdringlich das Bild eines gerollten Notizblockes, der eindeutig als Spiral-Symbol und somit Erkennungszeichen pädophiler Netzwerke identifiziert werden konnte. Warte nur, wenn wir Dich erwischen, Du mieses Schwein!
  8. Auf selbigem Bild ist eine Katze abgebildet. Katzen werden nur von Freimaurern figuriert. Freimaurer sind Satanisten.
    (Die scheinbare Verbindung des Header-Bildes des Blogs zu seinem Namen und der Idee eines „Notiz-Blogs“ kann ganz leicht als versuchte Ablenkung und Irreführung durchschaut werden. Denken Sie nur einen Moment darüber nach: Katze – Notizblock, eindeutiger geht es ja wohl nicht! Diese Perversen verstecken sich überall, überall!)
  9. Der Blog-Autor veröffentlichte vor über einem Jahr das Video eines Gesprächs mit W. Toel, einem längst eindeutig entlarvten Ober-Satanisten-Geheimdienst-Kabalen-Deep-State-Zombie, mit dem sich überhaupt auch nur zu unterhalten als offener Beweis für die Verstrickung in böseste Machenschaften gewertet werden muss. Keine Diskussion, das haben wir doch längst alles geklärt!
  10. Es kursieren Videos, in denen der Autor mit einem angewinkeltem Bein auf einem Stuhl sitzt. Das ist eindeutigste Freimaurer-Symbolik! Hinzu kommt als zusätzliche erdrückende Bestätigung, dass er auf den Videos fast immer eine dunkel-blaue Wollweste über einem hellen Shirt trägt. So viele Zufälle kann es gar nicht geben! Jeder Fahnder der Satanisten weiß: Dunkel-Blau und Weiß kombiniert bedeutet immer Schwarz-Weiß, und Schwarz-Weiß bedeutet immer „Schachbrett-Muster“ und Schachbrett-Muster bedeutet immer „Freimaurer“, also böse, also… (s.o.).
  11. Einige Mitglieder des Büros zur Aufdeckung versteckter Satanisten und Pädokrimineller versuchten, Texte dieses Blogs zu verstehen und scheiterten. Diese mehrfache Erfahrung belegt, wie diabolisch und böse diese Texte und ihr Autor sind. Der Autor will also nicht verstanden werden, sondern er will nur verwirren und sich über andere erheben, er ist so mies egoistisch und führt also ganz Dunkles im Schilde – das ist kinderleicht zu erkennen. Nach „Mal-kurzem-Reinlesen“ fanden sie die Texte sofort „total aufgebläht“, „mit hochtrabenden Fremdwörtern gespickt“ (vllt. waren es auch „fremde Worte“?), „als sehr anstrengende Aufsätze“, fühlten sich „an Beamtensprache erinnert“ und angewidert. Diese Texte müssen gar nicht gelesen werden, um sofort zu wissen, wie falsch sie sind, falsch, falsch, falsch! Falsches, böses, schlechtes Denken. Nicht gut, gar nicht gut! Dumme Grütze! Obszönes Teufelswerk! Nicht lesen!
    Wirklich gute, wahre, fromme Texte sind ganz schlicht, leicht verständlich, eingängig wie ein Volkslied, in simpler, alltagstauglicher Sprache und mit einfachen Fakten und Bildern – so wie die Bibel z.B.! Überhaupt sind Bilder viel intelligenter und eindeutiger als Text und Sprache, denn ein Bild sagt ja mehr als tausend Worte und jeder kann sie für sich alleine deuten und interpretieren, wofür er nichts weiter als mit seinem Schöpfer persönlich in Verbindung sein muss. Anstrengung beim Lesen, Fremdworte oder fremde Wörter sind immer ein Zeichen, dass der Teufel und das Böse sich in den Text eingeschlichen haben und er gemieden werden muss.
  12. Der Artikel erschien in den letzten Tagen des Jahres 2022. Wir wissen, dass Nostradamus das Erscheinen des Antichristen für 2023 vorhersagt. Der Zusammenhang könnte nicht offensichtlicher sein und bedarf keiner weiteren Erläuterung.
    Es ist aber noch viel perfider als sich ein beseelter Mensch vorstellen kann: die letzte angeblich „überarbeitete“ Version erschien am 27.12.22 – das unter gut informierten Aufklärern bekannte Exekutionsdatum von niemand geringerem als Nancy Pelosi! Das ist pure Ablenkung, alles reine Ablenkung vom eigentlichen Geschehen! Noch Fragen?
  13. Es gibt eine Reihe historisch belegter, sehr auffälliger Parallelen zu Goethe, der ebenfalls Texte schrieb, die schwer zu verstehen sind, der ebenfalls Geld für seine Publikationen nahm und Freimaurer mit ganz hohen Gradzahlen war! Er benutzt einmal sogar das Wort „Gewalt“ in einem Gedicht, was für den investigativen Satanist-Buster eine überdeutliche Sprache spricht, von seinem „Faust“ gar nicht zu reden! Diese ganze Reihe von schweren Satanisten wie Goethe haben bis heute unsere gesamte Kultur verdorben und zerstört und dieser Blog hier ist das letzte Zucken dieses Abschaums, der nun von nur wenigen lichten Seelen (vermutlich weniger als 28.800 im deutschsprachigen Raum) erkannt wird. Ihr habt verdammtes Glück auf die letzten Meter: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Jedes dieser Indizien für sich genommen würde nur einen schweren Verdacht begründen, in so erdrückender Zahl jedoch werden aus ihnen unbestreitbare Beweise und der Fall kann nach Ausschöpfung aller Mittel der Aufklärung als abgeschlossen gewertet werden.

Das ehrenamtlich tätige Spitzen-Aufklärungsteam gegen Satanismus mit seinen über 34 ausgewählten freiwillig kommentierenden Juroren spricht aufgrund dieser eindeutigen Beweislage ein vernichtendes Urteil aus: dieser Blog ist tabu! Der Autor muss exekutiert werden.

Zu ihrem eigenen Schutz haben übrigens die Richter und die Geschworenen dieses Prozesses keinen einzigen Artikel dieser Blogseite gelesen. Schon gar nicht die kostenlosen, denn die können jawohl nichts anderes als schmierige Bauernfängerei sein. Einige haben stattdessen die Bibel gelesen. Andere zur Sicherheit gar nichts.

Vexierbilder aus der Werkstatt der Satanist-Busters: das Leuchten des Geistes oder die Dumme Seite der Macht?

Weitere noch nicht veröffentlichte Belege für die Bosheit dieses Blogs, die das Sondereinsatzkommando noch abschließend prüfen will, sind:

  1. Artikel enthalten auch nach angeblichem „Lektorat“ immer noch Komma- und Rechtschreibfehler. Es fehlen zuweilen ganze Buchstaben! Das sind die subtilen Erkennungszeichen, an denen jeder Eingeweihte den Troll, den Geheimdienst-Schärgen und den Satanisten erkennt. Diese Widerlinge können nie auch nur 40 fehlerfreie Din-A4-Seiten schreiben.
    Manche Artikel dieses Blogs sind eindeutig von KI-Bots geschrieben, so kompliziert und lang ist ihre Satzstruktur. Beseelte Menschen mit echter Lebenserfahrung, z.B. aus’er Produktion, vom Bau, aus’m Handwerk oder aus’er Landwirtschaft – aus echter Arbeit halt – würden niemals so schreiben, die würden einfach raushauen, was Sache ist und fertig! Die hauen auf’n Tisch und dann fliegen die ganzen Satanisten-NaZi–Arschlöcher weg! Und diese ekeligen Sesselpupser-Psycho-Therapisten kommen auch alle weg! Die gehören doch alle verg… vergeimpft oder wie soll ich es jetzt christlich oder kuh-konform sagen?
  2. Die häufigste gewählten Gematria-Aussagen ergeben ebenfalls ein klares Bild, das keine Fragen mehr offen lässt:
    Zu dem Namen catwise: „what is“, „president joe biden“, „deadpool three oh sh ut up“, „the thirteen illuminanti families“, „whiskas(!), „the son of heaven“, „a sign in november“, „self aware“, „getting shot dead for their slander“, „paranoid schizophrenia“, „higher vibration“, „the voice of silence“, „ahrweiler“, „cromwell“, „deal with god“, „q patriots are in control q“, „creator“, „we won“, „beelzebub“, „funny“, „party“, „answer“, „sun god“, „rebirth“, „john mcafee“, „ayahuasca“, „have faith“;
    und zu dem Titel Innenansichten: „best gematria“, „christos“, „autism“, „the meaning of eight“, „strength“, „delay“, „angel number“, „nuts“, „lift me up“, „christians“, „light quake“, „messiah is here“, „the light bearer“, „children of israel“, „nothing to hide“, „rationalism“, „he is pure evil“, „skull and bones“, „shane browning“, „the anointed one“, „starts now“, „end of the world“, „thirty eight“, „volodymyr“, „judas iscariot“, „dont be stupid“, „i love you all“, „jair bolsonaro“, „kingdom of heaven“, „the meaning of life“, „corruption“, „holy of holies“, „good afternoon“, „christ reborn“, „love of jesus“.
  3. Man kann als feinfühliger, aufgewachter, lichtvoller Mensch, dessen Seele sich allein Gott zuwendet, beim Betrachten des oben erwähnten Beitragsbildes energetisch spüren, dass dahinter ein Dämon mit sehr dunkler, chaotischer Energie wirkt. Wenn du das nicht spürst, bist du nicht feinfühlig genug. (Aber dann folge gefälligst unserem Urteil, du Hornochse!)
  4. Von 28.800 Reisebeobachtern hat sich ein erdrückender Anteil von etwa 40 abfälligst und dem vernichtenden Gesamturteil ohne Prüfung und Begründung zustimmend geäußert. Die restlichen 99,86% der Mitreisenden äußern sich nicht publik – was als eindeutige Zustimmung und große Einigkeit zu werten ist. Es fanden sich auch innerhalb von 10 Stunden plötzlich und unerwartet über 800 neue Seitenaufrufe dieses Blogs, was belegt, dass hier ganz genau hingesehen wird und niemand keinem gar nicht und niemals auf den Leim gehen wird. 
  5. Dieser Typ (der Autor) wurde mal gehypt. Manche fanden das, was er sagte, sogar hilfreich! Wichtiger jedoch ist, dass manche ihn nicht verstehen konnten. Das hat ihn entlarvt! Diese Mischung aus „einige-finden-ihn-hilfreich“ und „andere-sind-überfordert“ ist immer ein Zeichen für satanische Steuerung und Verführungsambitionen. So arbeiten die Geheimdienste, so funktioniert MK-Ultra! Aber das ist jetzt vorbei! Wir klären auf! Jetzt werfen wir ihn zumindest gedanklich – und ganz christlich – auf den Scheiterhaufen oder hoffen ganz fromm, dass er eine Giftspritze bekommt und für immer vernichtet wird! Solche Gewalttäter müssen entfernt werden – ganz ohne Gewalt natürlich, das Militär soll das machen. Ich hoffe, die haben dieses Jüngelchen schon auf ihrer Abschussliste! – Wie alt ist der eigentlich, sieht aus wie Mitte zwanzig, noch ganz grün… so jung noch und schon so ein Dreckspack!
  6. Ironie ist immer das Erkennungszeichen von Satan. (Gott ist immer direkt, einfach und sagt Dir ganz schlicht und direkt, was Du tun und denken sollst. Du musst ihn nur fragen.)

Dekodiert: die tiefer-spirituelle Symbolik des Wassers

Die Befreiungsfront hat im Zuge ihrer Recherchen außerdem endgültig bestätigen können, dass das Wort „Wasser“ den Schlüssel zur Dekodierung der satanischen Botschaften innerhalb des Catwise-Blogs lieferte, was zur Aufdeckung vieler weiterer krimineller Gedankennetzwerke führte. Ein Gematria-Hinweis zeigte, dass „Wasser“ eigentlich zu lesen ist als „S‘was? Er?“ oder „Er’s was?“ Dadurch wurde beweisbar, dass in wirklicher, genau realer Wahrheit das Wasser der Sintflut nämlich dasselbe war wie das Jordan-Wasser, das zunächst als Tauf-Wasser diente bis man entdeckt hatte, wie man darüber laufen kann.

Da die Kanaan-Nieten und Kabbala-Kabalisten diese Technik jedoch klauten, um die Organisation der Tief-Wasser und Sprudel-Wasser zu gründen, mussten die Lichtkräfte reagieren und entwickelten zusammen mit den Neptuniern und den Vorläufern von N. Tesla, die sich damals noch Waterhats nannten, eine Technik, um Wasser in Wein zu verwandeln. So konnten sie dieses Wissen und das Wasser bis ins Jahr 2001 vor den Firehats schützen. Seit dieser Zeit heißt es in den obersten Riegen der sich bekämpfenden Logen: „Beobachte das Wasser!“, was tatsächlich eine Geheimchiffre ist für „Beobachte das ‚Waass?-Er?‘“.

Jetzt kennen wir die Antwort und können sie im Zuge der Aufklärung schrittweise in die breite Masse tragen oder doch zumindest in den fortschrittlich entrückten Kreisen der Befreiungsfront teilen: „Ja!-Er-auch!“, „Er-auch“, „Nein!-Er-auch?“und „Oha-er-auch!“. Aufwachen bedeutet: „Wo-wir-auch-hinsehen:Ja-verdammt, sie-alle!“ – WWAHJVSA!

Reaktionen aus dem Umfeld

Der Blog-Autor wurde vor, während und nach dem Verurteilungsprozess nicht um eine Stellungnahme gebeten – um den Prozess und dessen moralische Sicherheit nicht zu gefährden.

Anfragen der Presse an ihn wurden bisher leider nicht beantwortet. Aus seinem näheren Umfeld wurde jedoch bekanntgegeben, dass er sich hochgradig ertappt fühlt, seinen Rücktritt von allen Positionen als Scharlatan und Gedankenmanipulierer auch im Dienste des Verfassungsschutzes mit sofortiger Wirkung bekannt gab und sich außerdem äußerst erleichtert darüber gezeigt haben soll, dass er von den unerbittlichen Kriminalisten der christlich-humanistischen Befreiungsfront nicht in Dialoge oder nachfragende Gespräche verwickelt wurde. Ein einfacher, lebendiger oder gar ehrlicher Dialog hätte vermutlich eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes ausgelöst. Sein öffentlicher Terminkalender ist nun bis auf weiteres leer, alle geplanten öffentlichen Auftritte wurden abgesagt und ersatzlos gestrichen.

Insiderkreise bezweifeln, dass der Autor jemals wieder öffentlich wird auftreten können und rechnen damit, dass die Seite catwise.de von Whitehats übernommen wird. Manche Beobachter vermuten, dass dies bereits vor längerer Zeit geschehen ist und nun die falsche Maske nur durch eine spezielle PsyOp auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte. Das zuständige Team der SpaceForce dankte in dem Kontext für die verbissene Mitarbeit der Protagonisten und für den erschöpfenden Einsatz.

Die gerade frisch produzierte Catwise-Action-Figur mit Spiralbindung wurde umgehend aus dem Versand- und Einzelhandel zurückgerufen.

Die Verlinkungen der Website ins Darknet wurden von Experten identifiziert und gelöscht.

Der Catwise-Online-Shop ist durch die Einschaltung der SafeSoulFilter-App nur noch nach ausdrücklicher Bestätigung des einfachen Denkens nutzbar. Es muss vor der Nutzung ausdrücklich bestätigt werden, dass die Zahl 17 göttlich, aber nicht christlich teilbar ist.

Der Pressesprecher von Denk- und Verbraucherschutz e.V. äußerte sich sehr zufrieden über den Prozess und seinen Abschluss: „Wir sind froh, dass es so friedlich und dialogfrei – ja kontaktfrei – über die Bühne ging. Es hätte auch ganz anders laufen können und wer weiß, was dann noch passiert wäre! Hier wurde erfolgreich im Kleinen – und ganz selbständig – nachgestellt, was wir seit 1945 in Deutschland nur systemisch und nur im großen kollektiven Maßstab aufrecht erhalten konnten. Jetzt wissen wir: auch der sogenannte „kleine Mann“ kann ganz groß rauskommen, nicht zuletzt dank der digitalen Pseudowelt, die uns so viele neue Freiheiten und vor allem Macht-llusionen schenkt.“

Die Sektenschutzbeauftragte von Bayern schloss sich an und fügte hinzu: „Auch kleine Glaubensgemeinschaften müssen durch effiziente Schutzprogramme vor Andersartigem und Verwirrendem geschützt werden. Wir haben hier ein vorbildliches Beispiel, dass auch in dem mentalen Mini-Biotop einer rein virtuellen Gruppierung die sozialen Mechanismen von Gruppendruck, Angst, Schwarz-weiß-Rhetorik und Tabuisierung zu einem stabilen und selbständigen Fundamentalismus führen können – ja, sogar endlich auch wieder in ganz reinem christlichen Gewand, ich möchte sagen: als moderne kleine Kreuzzüge – und dass die stärkende Radikalisierung in solchen geschützten Meinungskreisen es gerade Schwächeren und ansonsten minderbemittelten Menschen ermöglicht, sich wichtig und vor allem mächtig zu fühlen. Und das ohne lange Vorbereitung oder komplizierte Konzepte. Das ist wichtig und sollte für uns alle zukunftsweisend sein!“

Das Aufsichtsamt für dogmatischen Artenschutz und gegen Verständigungsversuche (AfdAgV) des Bundeskartellamtes weist daraufhin, dass es explizit keine Versuche einer wohlgesonnenen Verständigung oder sonstige Absprachen zwischen hochrangigen Catwise-Mitarbeitern und der Führungsriege der christlich-humanistischen Befreiungsfront gegeben hat. Die Gefahr einer Monopolbildung durch Verständigung oder Feststellung gemeinsamer Werte und Intentionen bestand zu keinem Zeitpunkt. Kunden und Konsumenten der jeweiligen Dienste sind stets auf sich allein gestellt gewesen, sich durch beide Angebote eine Meinung zu bilden und sich gedanklich oder emotional kolonialisieren zu lassen.

Fazit

Alle komplett entlarvt! Ist doch ganz einfach!

Es ist noch nicht endgültig entschieden, wer oder was von wem und wodurch entlarvt wurde, unabhängige Beobachter des Geschehens gehen jedoch davon aus, dass sich die Lage bis zum nächsten Neumond aufklären wird.

Ein Meilenstein der Aufklärung

Der satanische Plan hinter der vorliegenden „ominösen Blogseite“ wurde innerhalb weniger Minuten von erfahrenen Pedo-and-Satanist-Busters durchschaut und durch sofortige, radikal rationale Aufklärung für alle mitreisenden Seelen neutralisiert, stigmatisiert und tabuisiert. Der böse Geist konnte ausgetrieben werden bevor ihn die meisten überhaupt sehen konnten. Unschuldige Seelen und kindliche Gemüter können nun aufatmen und ruhig weiter schlafen: der böse Geist wurde von tapferen Männern und Frauen an der vordersten Erlösungsfront geschlagen und in die ewige Verdammung geschleudert.

Aufgrund jahrelanger Erfahrung in der Ad-hoc-Interpretation von Bildaspekten und aufgrund des effizienten Ausschaltens bremsender Zweifel oder belastbarer Realitätsprüfungen konnte diese Neutralisierung vollzogen werden ohne dafür auch nur in einen einzigen Text dieses Blogs hineinzusehen. Eine inhaltliche intellektuelle Auseinandersetzung und Prüfung konnte so durch beherztes Bilder-Beurteilen, durch blitzschnelle Assoziationen und durch gut eingeübte Instant-Urteile verhindert und umgangen werden.

Fact-checking war gestern! Wir haben hier den ersten Erfolg der neuen Methode des Flavour-checkings erlebt: die – wörtliche übersetzt – „Geschmacks“- oder auch „Duft“-Überprüfung wurde vom Verhalten gewöhnlicher Hunde abgeleitet, die im Wald Duftmarken erkennen können, ohne dafür anzuhalten. Es müssen bei diesem neuen Verfahren nicht mehr Fakten und Bezüge aufwendig geprüft, verglichen und abgewogen werden, sondern man hört auf sein Gefühl, seine „innere Stimme“ und die ersten Assoziationen, die einem bei der Betrachtung z.B. eines Bildes oder eines Symboles kommen. Wie ein Hund eben. Ebenso effizient kann dann eine emotionale Gegenduft-Marke darüber gesetzt werden, so wie auch der Hund einfach darüber pinkelt. Diese Methode können bisher nur einzelne, besonders geschulte Experten anwenden, sie führt dann aber auch schon innerhalb weniger Sekunden zu abschließenden Urteilen, die eben – und das ist neu – auch emotional hieb-und-stichfest markiert und versiegelt werden können.

Wir wollen nicht verbergen, dass wir unseren ganz bescheidenen Stolz auch mit unseren treuen Freunden und loyalen Mitkämpfern teilen möchten. Ja, es war ein neuer Meilenstein an Schnelligkeit, Effektivität und Ressourcenoptimierung! Die Logik der Formel-1 konnte nun erfolgreich auch auf das Denken und sogar auf die Rettung der Seele übertragen werden: je schneller und kraftsparender, desto besser. In Insider-Kreisen ruft man sich zu: läuft wie geschmiert!

Mentaler Bausatz zum Seelenschutz für Fortgeschrittene

Hier nun noch der logische Gedankengang, der zu den oben genannten Schlussfolgerungen und Schmähungen führte:

  1. Grundprämisse: Wir wissen, was die richtigen Gedanken und die richtige Ausdrucksweise sind (denn Gott selbst hat sie uns immer wieder gesagt – ganz einfach).
  2. Alles, was nicht dazu passt, ist also falsch und böse.
  3. Also ist dies auch stets als aktiver Angriff gegen uns Auserwählte und unseren (von vielen Dämonen überlasteten) Reiseführer zu verstehen, weil es uns zu schwächen und vom richtigen Denken abzubringen versucht.
  4. Dies beweist, dass wir schon lange im Licht Gottes und der höchsten Erkenntnis stehen. Wir fühlen uns attackiert, also sind wir etwas Besonderes.
  5. Daraus leitet sich ab, dass also dies alles absichtlich gegen Gott gerichtetist.
  6. Deshalb stoßen wir es ab, verurteilen es, verfluchen es, beschimpfen es und zeigen damit, wie verblendet und hochmütig die anderen alle sind!
  7. Nur so retten wir unsere Seelen und reisen in das uns gelobte Paradies.
  8. Deshalb sind wir die einzigen, die (nach unserem eigenen strengen Auswahlverfahren), noch als Gottes Schafe bezeichnet werden können (alle anderen sind Satanisten oder deren Opfer)
  9. Also sind wir die besten Schafe von allen, die wunderlich auserwählte Spitze der Menschheit (was wir auch nicht verstehen, aber das brauchen wir auch nicht, die Antwort auf jede Frage lautet exakt und endgültig: „Gott, unser Schöpfer“. Mehr ist nicht nötig, sondern gefährlich. Ist das klar!?)
  10. Schlussfolgerung: was wir meinen, fühlen und glauben ist der einzig richtige weil gottgegebene Maßstab für alles. (Wir haben keinen besseren.)

Dank und Verantwortungsklausel

Wir möchten uns herzlich bei dem zuständigen Team für Aufklärung und Seelenrettung für die Warnhinweise und die dafür geleistete akribische Recherche bedanken! Was für eine Leistung. Hut ab!

Das weitere Lesen auf dieser Blog-Seite erfolgt auf eigene Gefahr.

Denken Sie daran: die Welt besteht aus Millionen schlauer Falschspieler, die alle nur Ihre gefühlvolle und friedvolle Seele beeinflussen, d.h. dem lieben Gott wegnehmen wollen. Es sind nur die naiven, einfachen Gemüter, welche gar nicht erst in die Versuchung geraten, über sich selbst und ihr Denken nachzudenken, die sich das Himmelreich und ewigen Frieden am besten versprechen können. Die Lösung für alles liegt nur im Herzen, im Fühlen – vermeiden Sie daher das Denken, wo Sie nur können, halten Sie es ansonsten stets innerhalb des markierten Bereichs von Kategorien und Vorstellungen und folgen Sie den Anweisungen Ihrer selbstgewählten Denkführung.

Niemand will Fletchers Visionen haben. Oder seine spezielle Form von Alleinsein in der Welt und nur noch einen Wilson haben, mit dem er Selbstgespräche führt. Es ist schwer zu verstehen, was sie mit ihm gemacht haben, weil es so unscheinbar ist, und noch schwerer, was das mit seinem Verstand gemacht hat. Es sieht aus, als sei er rausgekommen, aber er ist drin geblieben. Sie haben gewonnen. Die Kristallisation war abgeschlossen und ist bis auf Weiteres irreversibel. Deshalb konnten sie ihn gehen lassen.

Wir sind noch lange nicht fertig. Dem ein oder anderen  helfen wir noch, über das Kuckucksnest zu fliegen. Andere bleiben zurück.

This is not a game.

– –

Update 29.12.: Es liegt der Redaktion nun eine erste Stellungnahme des verurteilten Autors vor, die wir gerne ungekürzt im folgenden Beitrag wiedergegeben: Katzenmusik – noch ein paar Takte.

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Wegweiser zur Arche für die Zeit der Sintflut


Vorgedanken

Wie vermittelt man Erkenntnisse und eine aus ihnen entstandene Sichtweise, die in einer anderen Bewusstseinslage entstanden sind als die des Empfängers?

Man begegnet da auf der rein inhaltlichen Ebene der Kommunikation oder Mitteilung einem unlösbaren Problem: dass nämlich alles noch so ausführlich Beschriebene und Erläuterte nur innerhalb eines gewissen Bewusstseinsrahmens sinnvoll dekodiert werden kann, wobei jedoch eben dieser Rahmen (fürs Erste) nicht vermittelbar ist. Dies führt in die Zwickmühle, dass man entweder eine möglichst authentische, d.h. mit dem eigenen Bewusstsein als Sender kongruente Darstellungsweise wählt, dann aber nicht verstanden wird oder dass man sich in der Darstellung bereits dem Bewusstsein des Empfängers anpasst, wodurch jedoch die Botschaft selbst verzerrt und eben nicht mehr so vermittelt wird, wie sie gemeint ist. Das Resultat ist in beiden Fällen das gleiche, nämlich Missverständnis oder Unverständnis. Im Fall des Ersteren kommt der Sender in die Gefahr, als verrückt ab- und ausgesondert zu werden, während er im Falle des Zweiteren durchaus gefeiert werden kann und dabei als einziger einsehen muss, dass er gefeiert wird, weil er falsch oder nicht verstanden wurde.

Das ist sehr unbefriedigend und bleibt zunächst eine unüberwindbare Hürde, solange die Wirkung von Mitteilungen nur auf inhaltlicher Ebene gesucht und zugelassen wird. Nun mag jedoch diese Hürde auch als Schutzwall betrachtet werden, der zumindest eine, wenn nicht beide Bewusstseinsrepräsentationen dieser merkwürdigen Begegnung davor schützt, ihre Grundstruktur zu verlieren, sprich ver-rückt zu werden.

Die größte Herausforderung für einen Autor als Botschafter stellen nicht jene Leser dar, die ihn bzw. die Botschaft nicht verstehen oder rundweg ablehnen, sondern jene, die verstehen wollen und zu früh dem Glauben verfallen, sie hätten bereits gänzlich und richtig verstanden. Wenn die Botschaft möglichst gut ankommen soll, dann müssen also vor allem die Fallen der Voreiligkeit und Oberflächlichkeit umgangen werden. Der geneigte Leser sollte dazu gebracht werden, sich dem Geschriebenen zu akkommodieren und es nicht bloß zu assimilieren.

Aufklärung als Türhüter des Bewusstseins

Transrationales Denken

Einige Menschen haben in den letzten Jahren angefangen zu erahnen, dass es sich bei der weltweiten Bewegung zum Abgrund der vollständigen (Selbst-) Vernichtung gar nicht bloß um ein politisches, also macht-dynamisches Geschehen handelt, wie es in den regen Aufdeckerkreisen vermittelt wird. In Ermangelung einer größer gefassten Denkdimension verfallen die zögerlichen Zweifler jedoch allzu schnell dazu, sich ein emotionales Stützkorsett aus kindlichen, mytho-religiösen Denkschablonen zu basteln, welche für sich genommen auch gar nicht falsch sind, jedoch das Streben nach Verständnis und Begreifen zurückbiegen auf eine prä-rationale, mystische Denkstufe – und damit Verständnis unmöglich machen.

Da sie die Dimension der Steuerungsmechanismen und ‑gesetze weltlicher Macht nicht kennen, können sie sich nur Steigerungen der ihnen vertrauten Machtstrukturen und Machtformen bis ins Unermessliche ausmalen. So bleibt die Suche nach Erkennen und Durchschauen an der institutionellen, sozial-systemischen Macht orientiert. Die derart imaginierte Stufenleiter der Weltführung und ihre angeblich verdeckenden Schleier können so nur über immer geheimere und verstecktere Machthaber bis hin zum Erz-Machthaber führen, der eben „irgendwie“ alles lenkt und steuert. So personifiziert wie das klingt bleibt es auch in der Vorstellung. Es muss immer ein „jemand“ sein, der „regiert“ und „einschreitet“. Dieses kindlich-bildliche Begreifen ist in einer gänzlich sinnesbezogenen Denkweise verhaftetet, die sich Wirkungen nur über konkrete Personen und zwischen konkreten Personen vorstellen kann. Und diese sind nunmal stets außerhalb des Betrachters und separat. Dieser Vorstellungseise zufolge reicht es, die kriminellen Personen alle zu verhaften, dann ist wieder alles in Ordnung.

So jedoch entsteht keine Begriffsbildung in Bezug auf das betrachtende und verarbeitende, letztlich denkende Subjekt. Diese wäre die nächsthöhere Verständnis-Dimension oberhalb der logisch-rationalen Ebene.

Es ist unmöglich, aus eigener Kraft auf diese andere Verständnisstufe zu wechseln. Man muss vielmehr zu ihr hinauf gestoßen werden. Denn zunächst erscheint im Übergang zu ihr alles unverständlicher, wirrer, unübersichtlicher und hoffnungsloser als zuvor, als man sein Denken noch in die übernommenen Formen eines allgemeinen Konsens betten konnte, dessen Prämissen passiv geglaubt aber nie überprüft wurden.

Warum sollte sich ein rationaler Figuren- und Ereignisanalytiker auf ein derart horrendes Verlust-Szenario einlassen? Er wird es nur in dem Maße wagen, wie ihm bereits ein Licht aufgegangen ist, dass alles noch so sauber Rationale und „Wissenschaftliche“ nicht ausreicht, um besser zu verstehen, und dass das Denken in reiner Objekt-Rationalität ihn aufgrund seiner Begrenzungen im Unverständnis gefangen hält.

[…]

Der durchgebrannte Vortäufer (und Darth Vader)

Übung macht den Meister. Und die Übung meistert die Macht. Ansonsten übt sich die Macht zum Meister, was leider das Gewöhnlichste geworden ist.

So kommt es, dass der Vortäufer nicht nur die ein wenig wassertauft, die zu ihm kommen, sondern wie durch einen Kurzschluss sich selbst übersteigert und alle, die nicht seinen Taufsprüchen folgen, tadelt und verflucht. Auch der originale Mythos erzählt über ihn, dass er den Kopf verlor. Und erläutert ohne Zweifel, dass „kein Größerer aufgestanden ist“ als er, das aber auch „der Kleinste im Reich der Himmel größer ist als er.“ Mit anderen Worten: dieser bleibt außen vor, was das höhere (oder für uns: innere) Reich angeht. Die Türen des Himmels sind dieser Täuferstufe verschlossen. Die Geschichte lässt vermuten, dass er selbst das nie wirklich erkannt hat. Sein kniehohes Wasser und seine Vorhersagen blieben sein Horizont.

Wer nur Wasser zum Taufen hat, der sollte die Hände vom Feuer lassen. Aber Feuer brennen trotzdem, nur verwechselt man das Feuer der brodelnden Emotionen allzu leicht mit dem Feuer des Geistes. Dann haben wir einen Othello, der aus der philisterhaften Überzeugung seiner ganz besonderen Rechtschaffenheit und aus seinem Zwang nach Reinheit und Ordnung am Ende sogar seine geliebte Frau (seine intuitive, rezeptive Seite) umbringt und nicht bemerkt, dass er dabei bloß auf seine eigenen Wahngebilde (aus unreflektierter Eifersucht, Misstrauen und Minderwertigkeitsgefühlen) hereinfällt. Auf so etwas muss man vorbereitet sein. Man muss die eigenen Wahngebilde und instinktiven Tendenzen kennen, bevor man sich vor den Karren der eigenen Überzeugung und Vorwärtskräfte spannen lässt. Sonst dient der noch so gebildete Verstand nur den basalen Trieben nach Selbsterhalt und koppelt sich von allen Verbindungen und Bezügen ab.

Dann kann aus dem „einen Gott“ der „heiligen Aufklärungsschrift“ ein Kampf der einzigen Guten gegen den Rest der Welt werden. Dann zählt nur das, „was Gott uns gesagt hat“, denn „es ist ja ganz klar geschrieben“ – wer es nicht genau so versteht, wie der überzeugte Prophet mit dem zornigen Schwert, der muss böse sein, also ein Gegner Gottes. Und was hat dieser Gott ihm gesagt, was er tun soll? Erst sollte er nur taufen, aber dann hörte er plötzlich Stimmen, dass er „die Gegner Gottes“ vernichten soll. Und „alle die nicht auf meiner Seite sind, sind gegen mich“. Dieses Schwarz-Weiß-Denken kommt nicht aus dem Verstand, sondern aus prä-rationalen, sogar prä-sozialen, primitiven emotionalen Schutzreflexen, die das Denken unterwerfen, wenn es nicht von höherer Intelligenz gestützt wird. Es unterwirft sich ganz schnell, wenn dies die einzige Chance ist, das Bild der eigenen Besonderheit (oder Auserwähltheit) zu wahren. Das ist der neuronale Kurzschluss, der zur Verdrehung der inneren Hierarchie führt.

Nur ein Sith [ein böser Geist] kennt nichts als Extreme“ sagt Obi-Wan Kenobi zum jungen Anakin – kurz darauf wird der doppelt traumatisierte und verbissene Kämpfer zum bekannten Darth Vader – einer gefühllosen Maschine, die nur noch für ihren „Gott“ kämpft. Sie will „Kontrolle und Ordnung“ und so den Frieden mit Gewalt erzwingen. Sie sieht gar nicht, dass sie alles ins Chaos stürzt und das Leben zerstört. Anakins eingebildete Rechtschaffenheit beruht auf Angst, die er nie im Stande war zu sehen. „Ich hatte nie Angst“ ist ein Satz, der einen zu tief erschauern lassen sollte, besonders wenn ein Mann mit Macht ihn ausspricht. Und dann sollte man laufen, so schnell man kann – es sei denn man ist Jedi und kann ihn köpfen.

Nicht die Worte, die jemand spricht, zeigen sein Wesen und seinen Stellenwert, sondern die Art wie und wann er sie spricht, also allgemeiner gesagt: was er tut.

Der Zwangsaufklärer als Geisterfahrer

Traumatisierte Menschen neigen zu Wahnideen, die sie nicht mehr von der Realität unterscheiden können. Sie klammern sich an sie, weil sie ihnen einmal in einem außerordentlichen Moment das Gefühl für ihre Integrität gerettet haben. Das können wirre Albträume, aber auch hoch stilisierte religiöse Ideen sein. Ihre inneren Stimmen, Konzepte und Bilder sind ihnen – gekoppelt an ihr Überlebensgefühl – von da an wichtiger als die Wahrnehmung der Realität – vor allem die Wahrnehmung anderer Menschen und deren Wahrnehmung. Und so manövrieren sie sich selbst immer mehr in Bedrängnis, so dass sie immer mehr gegen Tatsachen und Komplexität kämpfen müssen, um ihre inneren Bilder und Stimmen zu bewahren. Nur so schützt sich ihre Psyche vor dem Zusammenbruch ihres fundamentschwachen Aufbaus. Und so kommen sie als Märtyrer oder größenwahnsinnige Erretter aus ihrer Dunkelheit hervor und kennen keine Rücksicht mehr. Ihr Gott diktiert ihnen, was zu tun ist, aber sie finden nie heraus, was das für Stimmen sind, die sie als ihren „Gott“ anbeten und der Welt immer rigider aufdrängen. Hüte man sich vor solchen Predigern! Was sie sagen, mag Richtiges enthalten, aber was sie repräsentieren ist lebensfeindlich und gegen den Geist. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.

„Ihr seid alle verblendet!“ ruft der Geisterfahrer allen entgegenkommenden Autos zu und wird jedesmal zorniger. Was solcher Verbohrtheit zum Aufwachen aus der selbstgestrickten Traumlandschaft fehlt, ist der Dialog und der Kontakt mit dem Fluss der realen Welt. Der Täufer tauft, aber wer tauft den Täufer? Der Fluss vielleicht?

Aufwachen bedeutet enttäuscht zu werden. Großes Aufwachen fordert große Enttäuschung. Ultimatives Aufwachen ist die ultimative Desillusionierung. Wer sich Aufwachen als Optimierung des Wohlbefindens oder als Festigung der eigenen Überzeugungen und Weltbetrachtungen ausmalt, der ist – geistig gesehen – als Geisterfahrer unterwegs. Als wie ein Geist ohne Geist.

Interessant ist: womöglich gibt es auch in der Aufklärungsszene mehr Geisterfahrer als Richtigfahrer. Das erzeugt dann einen neuen Hauptstrom für sich in die tatsächlich falsche Richtung, so dass sich die wenigen Richtigfahrer in diesem Strom wie Geisterfahrer fühlen. Deshalb ist es gut, sich weder medial, noch sozial oder statistisch zu orientieren, da kann man leicht auf die falsche Bahn geraten.

Bipolares Denken

Die brennend Entschlossenen sind nicht immer auch die Aufgeschlossenen. Wer sich ent-schließen lässt bevor er aufgeschlossen wurde, der bleibt sich selbst verschlossen und in einem einzigen Zimmer des großen Hauses eingeschlossen.

Seine Urteile beruhen dann auf sehr einfachen Kategorien, „Schubladen“, in die er alles einordnet. Im fortgeschrittenen Stadium des Wahnsinns gibt es dann nur noch zwei Kategorien: „Gut“ und „Böse“, „Richtig“ und „Falsch“, „Göttlich“ oder „Satanisch“. Es ist keine Beurteilung auf der Basis von Wahrnehmung, sondern auf der Basis von Einbildung und vorgefertigter Schemata: das psychisch Innere stülpt sich – ungeschlacht und bizarr – über alle Wahrnehmung und bleibt selbst unbetrachtet im Dunkeln.

Die deutlichsten Erkennungsmerkmale dieses Zustands sind zum einen die Primitivität in seinen Denkschablonen und Prämissen, die unverschämt wirkten, wenn sie nicht gleichzeitig so kindisch naiv wären, und zum anderen der vollkommene Mangel an Selbstwahrnehmung, kritischer Selbstreflexion und Zweifel. Psychisch dienen solche schlichten bipolaren Welterklärungsmodelle dazu, die Wahrnehmung zu blockieren und von sich fern zu halten. Die Komplexität der Realität macht den in sich Eingeschlossenen Angst und so flüchten sie sich in immer abstraktere, immer magischere und immer mytho-religiösere Interpretationswelten, während sie sich aus dem Kontakt mit der Wirklichkeit, vor allem aus dem Kontakt mit jeder Art von Ungereimtheit und Verunsicherndem herausziehen. Sie werden zu Einsiedlern ihrer Schwarz-Weiß-Welt und üben in ihrer Fixierung, die zuweilen als Selbstsicherheit fehlgedeutet wird, auf selbstunsichere Menschen eine starke Anziehung aus. So werden sie manches Mal zu Predigern kleiner Gemeinden der gegenseitigen Abhängigkeit.


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… zum Weltgeschehen und Themen dieses Blogs


Version: 20.11.2022

Dieser Beitrag ist in der Form von Fragen und Antworten gehalten. Die Fragen stammen aus Kommentaren, E-Mails und Begegnungen mit Lesern und wurden hier nach Themen grob sortiert.

Der Akkuratheit wegen sei auch erwähnt, dass mich die wenigsten der hier formulierten Fragen tatsächlich in der hier formulierten Form von Fragen erreichten, sondern meist mehr als Ausdruck von Zweifel, Ungewissheit, Gegenmeinungen oder vermutungsvoller Widersprüche. Es ist zugegebenermaßen schwierig, aufrichtig Fragen zu stellen. Wir zweifeln selten an unseren eigenen Überzeugungen und Meinungen. Dies zu können wäre jedoch für viele schon der Schlüssel für die verschlossene Tür, an der sie sich immer wieder den Kopf einrennen.

Inhalt:

Gute und böse Kräfte

  1. Inwiefern sind die Guten den Bösen überlegen?
  2. Warum müssen überlegene, gute Kräfte auch Macht und Gewalt nutzen?
  3. Warum die Todesstrafe?
  4. Ist es nicht eine höhere Form von Weisheit nicht zu urteilen und zu richten?
  5. Warum sind die Deutschen so schwach, wenn wir doch wirtschaftlich so stark sind?

Über den Krieg

  1. Warum haben höhere Mächte all das Leid und den hundertjährigen Krieg nicht unterbunden oder zumindest viel früher beendet?
  2. Warum sehen wir so wenig Fortschritt in diesem Krieg?
  3. Warum dauert der Kampf um die Herrschaft trotz aller Überlegenheit so lange?
  4. Wozu dient dieser Krieg?
  5. Welche Rolle spielen die Medien bei der ganzen Misere?
  6. Sind die Medien also die Ursache der Zerstörung und Kriege?
  7. Warum können wir die angeblichen guten Mächte und ihre öffentlichen Führungsfiguren nicht erkennen?
  8. Was muss passieren, damit die Menschen in der Masse aufwachen?
  9. Wie kann ich den „inneren Krieg“ gewinnen?

Betrug und Irrtum

  1. Warum sind die Menschen so systemhörig, obwohl es ihnen schadet?
  2. Wie kann man den irrationalen Mitläufern die Lüge erklären?
  3. Was sage ich zu Menschen, die nichts verstehen und die Probleme nicht sehen (wollen)?
  4. Sind alle Menschen in korrupten Institutionen korrupt?
  5. Wie kann man die Menschen dazu bringen, selbständig, logisch und rational zu denken?
  6. Was hältst Du von X und seinem Telegramkanal Y?
  7. Wie kann es reichen, nur zu informieren und zu verstehen? Müssten wir nicht längst aktiv werden und handeln?
  8. Wie kommt es, dass einige den Betrug schon so früh durchschauten und andere selbst heute noch nicht einsehen, selbst wenn man ihn ihnen zeigt?
  9. Wäre es nicht besser, sich nur auf Schönes und Gutes zu konzentrieren, nur positive Gedanken zuzulassen und sich auf erfreuliche Zukunftsvorstellungen und Leitgedanken zu fokussieren?
  10. Woher weißt Du, dass Q und das alles nicht nur ein Täuschungs- und Ablenkungsmanöver sind?

Zu diesem Blog

  1. Warum machst Du keinen Telegramkanal?
  2. Woher nimmst Du Deine Gewissheit, dass alles gut wird und das kriminelle Betrugssystem bald ein Ende hat?
  3. Ist der Autor dieses Blogs anthroposophisch geprägt?
  4. Wäre es nicht besser gewesen, die Darstellung im Artikel „Licht und Liebe“ anonym zu halten – vor allem für eine zukünftig mögliche Versöhnung?
  5. Schreibst du auch mal konkretere Tipps, wie man mit (persönlichen) Schwierigkeiten des Ab- und Umbruchs umgehen kann?

Zukünftiges

  1. Wie sollen die Menschen, nachdem sie geweckt wurden, betreut werden?
  2. Werden wir in Zukunft im „Paradies“ leben und das Böse vernichtet haben?
  3. Werden wir in Zukunft eine richtige Demokratie haben?
  4. Wie bereite ich mich auf das Kommende vor?
  5. Reicht es nicht, an Gott und höhere Mächte zu glauben?

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Catiwse Notizen Sept 2022

Notizen und Anmerkungen zu behandelten Blog-Themen


Stand: 29.9.22

Es ist an der Zeit, mit der alten Welt abzuschließen und uns innerlich komplett von ihr zu verabschieden. Sie ist nun seit Jahren schon tot und wird nur noch von den gewohnten Illusionen und Denkschablonen der Menschen als Scheinwelt aufrecht erhalten.

Es reicht ab jetzt eine einzige Durchsage vom aktuellen Oberkommando über alle Medien und das gesamte Kartenhaus der geglaubten absurden Scheinwelt wird restlos zusammenbrechen. Die neuen Führer und Sieger haben vor vielen Jahren bereits übernommen, es geht nur noch darum, sich mit dem neu installierten System der Masse sichtbar zu machen. Die meisten werden ab dem Moment wahrhaftiger Massen-Aufklärung auf längere Sicht keine mentale Alternative haben und im völligen Verständnis-Vakuum leben müssen, womit sie ihrer eigenen Realität zum ersten Mal gezwungen sein werden, in die Augen zu schauen.

Die psychische Schockwelle, die durch die Bevölkerung gehen wird, wird alles übersteigen, was unsere kulturellen Aufzeichnungen bisher enthalten. Daher sind Vorhersagen und Beschreibungen nur als vage Andeutungen möglich. Dasselbe gilt für alles „Danach“.

Diese Seite enthält keinen Artikel, sondern ein lose Sammlung von Gedanken und Notizen rund um die Themen der Beiträge der letzten zwei Jahre, die also als eine Art Anhang oder Nachtrag zu den Betrachtungen diese Blogs über den epochalen Wandel gelesen werden können. Das Geschehen und seine Ursprünge werden auf Generationen hin selbst für einen Großteil der intellektuellen Elite ein Mysterium bleiben wird.

Dieser Beitrag wird für einige Zeit fortgesetzt mit weiteren losen Gedanken und Anmerkungen.

Leser können im Kommentarbereich auch Fragen zu Themen dieses oder bisheriger Beiträge einbringen, auf die ich dann noch eingehe, soweit dies sinnvoll erscheint.

Über das Schreiben

Die Gedanken des Autors mögen immer weiter von ihrem unbewegten Ausgangs- und Mittelpunkt fortstreben, dies jedoch mit dem Bemühen, die Verbindung zu diesem Anfangspunkt nicht abreißen zu lassen. Die Versuchungen, das Denken ins Abstrakte und damit ins Übergeordnete und Allgemeingültige zu verlängern und damit zu erweitern, entspringen aus dem Anliegen, zu verstehen und Verständnis zu initiieren. Die daraus entstehenden Neuerkundungen sind hilfreich und wichtig.

Wichtiger aber als diese fortgehenden Erkundungen ist die Einsicht in den Betrachter, Denker und Leser selbst. Keine der gedanklichen Reiserouten ergibt einen Sinn, wenn sie nicht am Ende zum Ausgangspunkt der Betrachtung selbst zurückführt und den Leser auf sich selbst aufmerksamer macht.

Was am meisten bedacht werden muss und am seltensten bedacht wird, ist das Denken selbst. Das Füllmaterial dafür ist zweitrangig.

~•~

Wäre ich auch nur einen Hauch politisch ambitioniert, so würde ich mich an eine größere Menge wenden und versuchen zu überzeugen, vielleicht zu überreden und hinter mich zu bringen. Das imaginierte Publikum jedoch, an das sich diese Texte richten, ist viel kleiner, um nicht zu sagen winzig. Und das Grundthema, um das diese Texte beschwörend kreisen, ist mit den Zwecken von Überzeugung, Überredung oder auch nur Anempfehlung nicht vereinbar, weil es sich auf etwas bezieht, das von außen nicht beeinflussbar ist, sondern sich – wie eine Blume – nur von innen aus eigener Kraft und Bereitschaft heraus entfalten und durchsetzen kann. Was diese Texte leisten können, ist höchsten Erinnerung, Ermunterung und ausdrückliche Warnung vor dem Falschen, welches sich unter anderem in passivem oder blockiertem Denken zeigt.

~•~

Für eine wie auch immer geartete Veröffentlichung zu schreiben, bedeutet, das Geschriebene an die vorgestellte Leserschaft anzupassen. Es ist immer eine Form von Mitteilung, deren Inhalt und Form vom Empfänger abhängt. So kann niemals „alles einfach gesagt werden“, noch kann etwas ausgelassen werden, bloß weil es dem Autor als selbstverständlich oder ausreichend bekannt vorkommt. Eine Haltung, mit der ein Autor tatsächlich ohne jegliche Rücksicht auf irgendeinen (realen oder imaginierten) Leser schreibt, wäre als psychiatrisch zu bezeichnen.

~•~

Natürlich verpflichtet eine Lehrer-Rolle zum Unterrichten, aber ihr Zweck ist nicht das Unterrichten, sondern die Förderung der Lernfähigen. Dafür müssen zuweilen der Unterricht und das Material verdunkelt, in nicht unmittelbare Ferne gerückt oder sogar versiegelt werden.

Der Lernende kann auf keinen Fall erwarten, nur seinen bestehenden Erwartungen oder seiner Bequemlichkeit gemäß vorwärts zu schreiten.

Die Perspektive

Was wir im Äußeren als politisches oder sogar weltpolitisches Theater sehen, macht geistig nur Sinn, wenn wir es als Schattenwurf und manifeste Metapher der menschlichen Psyche betrachten. Das äußere Chaos sowie alles personifizierte und institutionalisierte Böse sind Spiegel und Leuchtfeuer unseres grundeigenen, inneren Chaos und Bösen. Ersteres ist nicht bloß Spiegelbild und Gleichnis, sondern geht als Wirkung aus letzterem hervor. Das Problem an seiner Wurzel zu verstehen und zu packen bedeutet daher, es als inneres, psychisches und letztlich geistiges Problem zu erkennen und als solches, in der geistigen Dimension zu lösen.

Dass diese Feststellung selbst den Aufgeklärtesten fremd erscheint und sie hilflos zurücklässt, zeigt uns an, wie tiefgehend das Problem tatsächlich ist, in dem wir stecken.

~•~

Um die Dimension des Psychischen und schließlich umso mehr noch die des Geistigen zu verstehen, muss man sie von allem Persönlichen trennen. Je mehr man ins Psychische und Psychologische vordringt, desto unpersönlicher wird es. Das Geistige ist ganz und gar unpersönlich. Deshalb kann man Makroprozesse der Menschheit nur psychologisch und geistig erfassen, d.h. indem man sich von allem Persönlichen und rein Subjektiven frei macht. Bereits Gruppen- und Gemeinschaftsprozesse sind nur in dem Maße erfassbar, wie sie un- und a-persönlich betrachtet werden.

Der ungeschulte Laie kann sich gar nicht vorstellen, wie unpersönlich deshalb echte Politiker oder echte Generäle (im Gegensatz zu den Schaufensterpuppen, die uns nun so lange vorgesetzt wurden) ihre Aufgaben und ihre Arbeit angehen und angehen müssen. Je unpersönlicher sie sein können, desto besser können sie ihren Job machen.

~•~

Die Aufklärungsszene verhält sich in Relation zu den tatsächlichen Problemen dieser Welt wie eine kleine Gruppe kühner Grundschüler, die von ihrer Naivität und ihrem optimistischen Vorwärtsdrang davor geschützt werden, das erschlagende Ausmaß und die überwältigende tatsächliche Größenordnung des Weltgeschehens zu erkennen. Jeder von ihnen leistet einen wichtigen Dienst gegenüber der riesigen Masse an Erstklässlern und Vorschulkindern, die vollkommen orientierungslos sind.

Dass sich die Aufklärer in Cliquen gegenseitig verdächtigen, beschimpfen und verurteilen, ist ein zu verschmerzendes Kollateraldefizit ihrer schnellen Berufung ohne Ausbildung, die eben durch robuste charakterliche Einseitigkeiten und einiges Draufgängertum ersetzt werden. Wir befinden uns kulturell und geistig zurzeit nun einmal dort, wo die Siedler im 17. Jahrhundert sich in Amerika befanden – da ist ein schlichter, kampflustiger Moralprediger wirksamer als ein skeptischer, zögerlicher Philosoph. Robuste Stabilität ist wichtiger als differenzierte Komplexität. Nur für den betrachtenden Denker ist es frappierend, wie sehr sie mit ihren eilig zusammengezimmerten neuen Weltanschauungen und daraus abgeleiteten Rund-um-Lösungen irren und auf Abwege geraten.

~•~

Reden ist Silber und Schweigen ist Gold“ bedeutet nicht, dass jeder, der nichts zu sagen hat, sich nicht artikulieren kann oder zu ängstlich zum Sprechen ist, dafür die Goldmedaille bekommt. Schweigen ist ein aktiver Vorgang, der nur intentional möglich ist, wenn man etwas zu sagen in sich trägt.

Man muss sich Gold für gewöhnlich erst durch eine Menge Silber verdienen, d.h. richtig sprechen lernen – mit sich selbst und vor anderen. Tatsächlich scheint es für Menschen, denen nur Blech und Schrott auf der Zunge liegt, unmöglich zu sein, es zu verschweigen.

Das Internet mit seinen Online-Foren und sozialen Plattformen ist in diesem Sinne ein Tummelplatz für Blei und Blech. Unter allem Gefasel und Gerede findet man dort seltenst Gesprochenes und so gut wie nie Dialog. Die meisten, die Silber in sich tragen, sind längst so klug geworden, es dort nicht ins Schrottbecken zu werfen, was dazu geführt hat, dass wir das meiste im Netz Gefangene und in social media Aufgehäufte als Müll und Ballast ignorieren und unbesehen entsorgen können.

~•~

Was motiviert Menschen über zwei oder mehr Jahre hinweg täglich Nachrichten zu senden und daraus einen unbezahlten (?) Full-Time-Job zu machen? Es mag authentische Tätigkeit aus Überzeugung sein. Aber viele dürften sich damit auch den Kopf aus der Schlinge halten, die sich sonst zuziehen würde.

Keine der sichtbaren Aufklärungsfiguren ist geeignet, das Neue und seinen Aufbau zu lenken und zu führen. Die zukünftigen Führer und Leitfiguren sind für uns noch unsichtbar. Was wir sehen, sind nur Sonderlinge mit markanten Charakterschwächen. Aber dies muss so sein. Ein korruptes System kann nur von Sonderlingen aufgebrochen werden. Die Lisbeth Salanders dieser Welt wurden auch von den Q-Hinweisen primär angesprochen, denn sie knacken das System. Die Abwägenden, Weitblickenden, Verantwortlichen und vor allem empathisch Sozial-Orientierten sind entweder im Hintergrund eingebunden und deshalb verschwiegen oder noch nicht fähig zu agieren, weil das neue System noch nicht veröffentlicht wurde.

Es ist ausgesprochen auffällig, dass Kompetenz und persönliche Stärke, von Wissen und tieferem Verständnis gar nicht zu sprechen, im Moment auch in der alternativen Nachrichtenszene so gut wie nicht sichtbar sind. Aber es gibt sie! Die Klugen sind im Moment noch still und zurückhaltend. Die klugen Aktiven dürften reihenweise NDAs (Non Disclosure Agreements = Geheimhaltungsvereinbarungen) unterschrieben haben, an die sie sich vernünftigerweise halten. Wir müssen bis zum großen Knall noch mit Vermutungen und Zusammengereimtem leben. Bis dahin darf niemand gefährdet werden und für die Irrationalen und Zombies erkennbar sein.

~•~

Das Great Awakening mag alle Menschen umfassen, jedoch nicht in gleichem Maße. Nur 10% jeder Gesamtmenge von Menschen müssen wach genug sein, um 80% zu lenken und die korrupten restlichen 10% unschädlich zu machen. Diese 10% Führungsfiguren brauchen die Rückendeckung von nur 1% der Gesamtmenge. Diese wiederum auch nur von 10% ihrer Untergruppe usw. So müssen nur einige wenige Menschen aufgewacht sein, um die gesamte Weltbevölkerung zu wecken. Wir können davon ausgehen, dass diese paar schon sehr lange wach sind und nie „geschlafen“ haben. Sie wecken eine kleine Elite auf, die nicht alles, aber die großen Zusammenhänge verstehen muss. Diese wiederum in-formiert die nächst breitere Führungsschicht, welche wiederum deutlich weniger verstehen muss, weil ihr Verantwortungsrahmen kleiner ist. So geht die Kette immer weiter bis zu den vollen 10% eines Kollektivs, die für alle sichtbar sein müssen und den direktesten Einfluss haben, dafür aber den kleinsten Verantwortungsrahmen in ihrer Führung und dabei eben auch nur einen Bruchteil vom Verständnis derer haben, die an der Spitze dieser Pyramide stehen.

~•~

Die Personen, die wir als Aufklärer oder „Aufwecker“ hören und sehen können, haben daher logischerweise nur einen verhältnismäßig kleinen Überblick über die Gesamtsituation und ihre Ursachen. Ihre Führungs-Aufgaben – d.h. Orientierung und Leitlinien geben, Wissen vermitteln, Informationen filtern und beurteilen – beschränken sich auf die Dimension des Sozialen und Praktischen. Die über ihnen stehenden höheren Führungsebenen, die theoretisch-institutionelle Leitung und die philosophisch-ideelle Leitung, sind für die Gesamtmasse der Menschen in der Regel nicht direkt sichtbar oder hörbar.

~•~

Die künstliche Trennung in „Gute“ und „Böse“ ist naiv und Zeichen eines unreifen Geistes, der unter Oberflächlichkeit, Ungeduld und Arroganz leidet. Jede aufrichtige tiefergehende Untersuchung wird zutage bringen, dass die sogenannten „Guten“ mindestens ebenso viel Schuld an aller Misere tragen wie die sogenannten Bösen. Tatsächlich tragen sie sogar ein größeres Maß an Schuld, weil sie durch höheres Potenzial und richtige Vorstellungen auch die größere Verantwortung tragen müssten.

~•~

Diejenigen, die neuerdings auf Institutionen als „böse“ schimpfen und sie mit Mann und Maus auf den Scheiterhaufen werfen wollen, belegen damit zunächst einmal nur, dass sie zwar ein wenig mehr beginnen zu sehen, das aber ihre verklebten Augen noch lange keinen klaren Blick für die Bezüge und Verstrickungen der Welt zulassen. Während sie also hoffentlich weiter daran arbeiten, ihr Verständnis zu erweitern und ihre Beurteilung zu verfeinern, sollten wir nicht zulassen, dass sie sich in ihrem jungen Eifer und ihrer jugendlichem Selbstüberschätzung an Beurteilungen und Empfehlungen beteiligen.

~•~

Die wahre und zukünftige Elite der Länder ist zurzeit unsichtbar und besteht zum Teil aus Menschen, die sich eine soziale Rolle jenseits ihrer bisherigen Überlebensstrategien noch kaum vorstellen können. Es wird Zeit brauchen. Verständnis inklusive Selbstverständnis wird die erste und wichtigste Grundlage für jede erweiterte Verantwortung sein.

~•~

Die Fragen zum Beginnen für jeden, der sich zum Mitdenken berufen fühlt sollten lauten:

Wo bin ich? (Wo sind wir?)
Und: Was bin ich? (Was können wir, was macht uns aus?)

Das Böse

Jeder weiß, dass es seit Jahrhunderten in jedem Land starke Mafias gibt und dass sie nirgends besiegt und abgeschafft wurden. Also was? Ist es so schwer, sich auszumalen, dass diese Mafia seit Jahrhunderten stetig wächst und nicht nur ganze Industriezweige, sondern auch Regierungen und für ihre Zwecke transnationale Organisationen infiltriert und übernommen hat? Dass sie nur so überhaupt weiter bestehen bleiben konnte? Wurde uns das nicht in jedem Politthriller vor Augen geführt trotz all der einzelnen guten Helden? Die Menschen „wissen“ all das mit einem Teil ihres Gehirns, aber es bleibt isoliertes, unreflektiertes Wissen ohne Schlussfolgerung und ohne Einfluss auf ihr medial suggeriertes Märchen-Weltbild. Anhand solcher kleiner Offensichtlichkeiten kann man sich klarmachen, wie naiv und kognitiv verwirrt die breite Bevölkerung ist, was stets zu berücksichtigen ist.

~•~

Das Böse ist keine für sich selbständig existierende Größe, kein Wesen, kein Element und keine für sich stehende Kraft. Es lässt sich nur als Korrumpierung des Guten verstehen, womit es als relatives Attribut erkannt wird, das keine eigene Essenz hat. Diesen Gedanken zu fassen, fällt Menschen mit objekthafter, materialistischer Rationalität schwer und ist für die mythisch-religiös Denkenden unmöglich. Sie brauchen das Böse als abgegrenzte, selbständige Figur, als Element, als Wesen oder kosmische Kraft, und beißen sich dann die Zähne daran aus, sich einen Gott oder ein göttliches Universum vorstellen zu müssen, dass dieses separate Böse zulässt, wo doch in ihrer Fantasie alles so viel schöner, besser und reiner wäre, würde man diesen unerwünschten Gast von Bord werfen. Diese vor-rationale, kindliche Denkweise ist die Grundlage aller Weltanschauungen von etwa 99% unserer Bevölkerung.

Tatsächlich sind alle Institutionen, Logen, Geheimbünde, Symbole, Regierungen und Organisationen nur mit der Zeit böse geworden in dem Maße in dem sie korrumpiert wurden in ihrer Grundausrichtung, ihren Werten oder ihren Leitsätzen. Alles, was der Mensch verwaltet und gestaltet, birgt die Gefahr, korrumpiert, krank und böse, d.h. destruktiv zu werden, denn der Mensch kann seinen Intellekt und seinen Willen von der Erkenntnis der Welt und seiner eigenen Natur abkoppeln. Diese Abkopplung ist die Ursache alles sogenannten Bösen. Wenn Ideen Engel sind, dann sind gefallene Engel vom Kosmos (von Gott) abgekoppelte Ideen. Damit es aber gefallene Engel alias „Luzifer“, „Beelzebub“ oder „Satan“ geben kann, muss es sie erstmal als Engel geben. Innerhalb menschlichen Handels und somit innerhalb der Zeit können Ideen und Engel böse werden, aber in ihrer Essenz, insofern wie sie absolut sind, sind sie zeitlos gut und rein.

~•~

Wir müssen also das Prinzip der Infiltration und das der Korrumpierung verstehen, wenn wir den Zerfall aller menschlich-sozialen und kulturellen Konstrukte verstehen wollen, der uns bis an den Abgrund unserer schieren Vernichtung gebracht hat. Freimaurer, Illuminaten, UNO, WHO, Jesuiten-Orden, Malteser, Rotes Kreuz und wie sie noch alle heißen – keine dieser Clubs wurde gegründet, um böse und zerstörerisch zu sein. Sehr wahrscheinlich nicht einmal in dem Bewusstsein, dass sie eines Tages so korrumpiert werden könnten, dass sie nur noch böse wirken könnten. Die Regierung, Polizei, Gerichte, Ärzte und Krankenhäuser, ja sogar Kindergärten, Kindertagesstätten und private Yoga- oder Meditationszentren – sie alle wurden gegründet auf einer guten Idee und einem guten Zweck, die dann jedoch korrumpiert wurden, ihre Wirkung ins Gegenteil verkehrte und ihren Machtbereich für das Böse nutzte. Es ist auffällig und müsste jeden aufmerksamen Betrachter stutzig machen, dass dies mit allen Institutionen und Organisationen auf der ganzen Welt passiert ist. Es gibt davon keine sichtbare Ausnahme. Die elitären Clubs, die sich von dieser Pandemie des Bösen schützen könnten, sind für uns unsichtbar, mussten es auch immer bleiben und können höchstens an ihren Wirkungen erraten werden.

Auch all die Symbole, Pyramiden mit oder ohne Auge an ihrer Spitze, dreifache Sechsen und sonstige Zahlen, Fünf-Sterne in beliebiger Drehung, Spiralen, Regenbögen usw. sind unter das Räderwerk der Verfälschung, des Missbrauchs und der Korrumpierung ihrer Grundideen gekommen.

Was ist der gemeinsame Nenner all dieser Verfälschung und Verdrehung? Es ist die Abkopplung von Macht von Verantwortung. Wir finden diesen Korrumpierungsprozess überall dort, wo wir irgendeine Form von Macht finden. Nicht nur in der äußeren Welt der Institutionen, Strukturen und Symbole, sondern tatsächlich in den Köpfen der Menschen, also dort, wo jeder Mensch für sich innerlich Institutionen, Strukturen und Symbole schafft. Nur weil die Menschen insgesamt in der großen Masse die Verbindung zwischen ihrem innerlich strukturschaffenden Denken und ihrer Wahrnehmung der Natur verloren, war es möglich, dass die gesamt Welt korrupt, böse und destruktiv wurde. Nicht nur irgendwelche Organisationen, die man so schön bequem verteufeln kann, nein, jeder einzelne Mensch – außer ein paar ganz wenigen, weniger als ein Hunderttausendstel aller Menschen, die durch einen speziell erschaffenen Schutzmantel ihre geistige Integrität bewahren konnten.

Wer das zu sehen bereit ist, der bekommt eine Idee davon, was das für ein Kampf ist, in den die Menschheit verstrickt ist und dass er niemals beendet werden kann, indem man irgendwelche Strukturen erneuert, Führungspersonen wegsperrt oder Institutionen auslöscht. Der Kampf findet in den Köpfen aller Menschen statt, zuvorderst in den Köpfen derer, die das Potenzial und die Macht haben, andere Menschen in ihrem Denken zu beeinflussen. Sie müssen dazu gebracht werden, diese Macht wieder mit Verantwortung zu verknüpfen und keine Angst mehr davor zu haben. Dafür brauchen sie Anleitung und Rückendeckung von anderen, die dies bereits verstanden und übernommen haben.

Natürlich müssen auch viele unheilbar destruktive Elemente eliminiert werden. Natürlich müssen viele Strukturen eingerissen und beendet werden. Aber der zentrale Krieg ist ein Krieg zur Durchsetzung von Verantwortungsfähigkeit und letztlich geistiger Selbstbewusstheit im Menschen. Die Menschen leben in einem komatösen Zustand der völligen Selbstvergessenheit, in dem sie nur noch verzerrte Traumbilder sehen, welche nun zu einem puren Albtraum geworden sind. Und das ist gut so und war absolut notwendig, damit das faule Träumen keinen Spaß mehr macht.

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Aber wir sind noch nicht soweit. Die Menschen möchten immer noch lieber träumen als zu erkennen, wo sie hier sind und was sie hier sind. Fatal ist dies bei denen, deren Aufgabe Führung und Leitung ist, deren seelische Aufgabe also, allgemeiner gesprochen, mehr geistiger als praktischer Natur sind, mehr kultureller als existenzieller Natur. Wie lächerlich machen sich die Träumer unter ihnen, wenn sie von einer zukünftigen, jetzt kommenden Welt ohne Strukturen, ohne Institutionen, ohne Polizei, ohne Richter, ohne Lehrer, ohne Schulen und ohne Druck und Anstrengung sprechen. Sie erdichten sich eine Welt ohne Kriminalität, ohne Konflikte, ohne Probleme, ohne Mängel und Irrtümer, ja sogar ohne Krankheiten und ohne Kummer, und bemerken dabei nicht, dass sie damit genau den Fehler machen, der schließlich zu Gewalt, Zerstörung und Satanismus führen muss, weil er Ideologie und Wunschdenken an die Stelle von Realitätskonfrontation setzt. Warum bemerken sie es nicht? Weil sie die einzige Kompetenz noch nicht erworben haben oder nicht zu nutzen bereit sind, die sie vor diesem Fehler schützen könnte: die Reflektion des eigenen Denkens und der eigenen Ideen. Sie stehen immer noch nicht auf dem Boden der natürlichen, menschlichen Gegebenheiten, sondern schweben immer noch im luftleeren Raum der Wunsch-Ideologien und Ersatz-Fantasien. Sie sind genauso radikal und verblendet wie jeder Freimaurer, Politiker oder Terrorist, der die Welt verbessern will, aber nicht bereit ist, bei sich selbst anzufangen und seine Prämissen und Grundsätze zu überprüfen. Sie wollen machen, predigen und missionieren, aber wer von ihnen kann warten, zuhören und sich selbst revidieren?

Würde man diese nun machen lassen und ihnen folgen, würde die Welt innerhalb der nächsten 10 Jahre und die Menschheit an ihrer geistigen Selbstverweigerung zugrunde gehen.

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Die große notwendige Veränderung beginnt damit, dass die Menschen einen neuen Referenzpunkt bekommen, dass sie anders darüber denken, wo sie sind und was sie sind. Nur wenn die Menschen die Idee, das Verständnis und das Bild von sich als machtvolle Mitverantwortliche verinnerlichen, kann eine neue, gesunde, stabile und menschenwürdige Kultur entstehen.

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Das Einzige, das das Böse verhindern kann ist richtiges Denken.

Tiere können nicht satanisch böse werden, aber sie können auch nichts dagegen setzen. Nur der Mensch kann es. Warum? Weil seine Ursachen in der Fähigkeit zu denken liegen. Menschen, die sich auf ihre Emotionen, ihre Intuition odersonstige Launenhaftigkeit verlassen wollen, können nichts gegen das Böse tun und sind mit einem Fuß immer im Satanischen, weil sie sich gegen ihr höheres (Gott gegebenes) Potenzial widersetzen. Und womit wiedersetzen sie sich? Mit ihren Einstellungen, Haltungen, Annahmen, Weltbildern, Urteilen und Meinungen – kurz: mit ihrem falschen Denken. „Satan“ heißt wörtlich nichts anderes als „der Widersacher“ oder „der, der sich anklagend dagegen stellt“. Alle „spirituellen“ Strömungen mit ihren Konstrukten und Kirchen bis hin zum formlosen New-Age-Gesäusel ist seit über hundert Jahren mit all ihren bunten, schönklingenden, infantilen Ablegern und Neugründungen nichts als gehirnerweichende Betäubung und satanisch. Welche fördert das logisch-kritische, selbstreflektive rationale Denken? Keine. Auch die angeblich Anthro- und Weisheits-zentrierten geben das traurige Bild von Menschen ab, die nicht erwachsen werden, sondern nur beruhigende Schlafgeschichten hören und auswendig lernen wollen. Aus geistiger Sicht sind sie alle widerliche Verirrungen und das Ekelhafteste an ihnen ist, dass sie sich stets für die Krönung geistiger Schulung und Orientierung halten während sie sich blind und taub in immer der gleichen widergekäuten Gülle wälzen. Diese kranken Lehren und ihre Institutionen müssen am vordringlichsten aufgelöst werden und zwar durch Aufklärung. Man muss genügend Menschen dazu bringen, sie mit offenen Augen und rationaler Klarheit zu sehen. Ihr natürlicher Ekel und Widerwillen wird sie dann schon zur (Neu-) Besinnung bringen.

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Menschen mit einem nur ein- oder zweidimensionalen Bewusstsein orientieren sich ausschließlich an Machtzentren, die soziale Dominanz und Gewalthoheit demonstrieren. Wenn du sie also nicht in deinen Reihen haben willst, dann mach dich für sie unsichtbar, stelle dich machtlos, schwach und sozial unwirksam.

Dass sie dann ganz am Ende, wenn du die Führung auf dem Spielbrett übernimmst, in deinen Stall wollen, deine Banner tragen und dir huldigen, ist kein Verrat, sondern ihr normaler Orientierungs-Automatismus. (Verrat begehen kann nur jemand, der loyal und verbindlich sein kann, der also Bewusstsein für innere Werte hat, was mindestens 3D-Bewusstsein benötigt.) Wenn dieser Fahnenwechsel stattfindet, müssen deine Türen bereits geschlossen und deine Arche zu und versiegelt sein.

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Die Grundhaltung der gesamten Kabale und Schweine-Elite lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Nehmen ohne zu geben.“ Oder: „Ernten ohne zu säen“, „Lohn ohne Anstrengung.“

Diese Schmarotzer-Ideologie ist die Basis aller politischen Experimente und hat alle modernen Kulturen so tief durchdrungen, dass sie die Grundhaltung der meisten Menschen ausmacht. Auch in der sog. „Aufklärungsbewegung“.

Jene Schreihälse, die hart arbeitende Aufklärer dafür diskreditieren, zuweilen um Spenden zu bitten, weil sie neben ihrem freiwilligen Full-Time-Job auch noch Lebensausgaben haben und nicht allein von Luft, Gespartem oder Geerbtem leben können, sind genau jene, die Q (1295) meinte mit „Manche schöpfen Gewinn ab von dieser Bewegung“, „Patrioten bringen Opfer“, „Patrioten sind selbstlos“. Denn Entlohnung (reward, compensation) ist nicht Gewinn (profit)!

Diese selbstgefälligen, frömmelnden Besserwisser sind es, die Nutzen und Gewinn (an Informationen, Nachrichten und Reflexion) von anderen abschöpfen, aber nicht bereit sind, etwas dafür zurück zu geben; ja, sie gönnen dem anderen nicht einmal eine Entlohnung, sondern stigmatisieren ihn als Feind. Sie haben nichts von Gemeinsamkeit und Gegenseitigkeit verstanden. Wo „wir alle hingehen“, gehen sie deshalb nicht mit. Diese faulen Säcke und intellektuellen Parasiten projizieren ihre sittliche Verkommenheit, ihren Geiz, ihre Kleinlichkeit und ihre Selbstgefälligkeit auf andere und stören jeden klaren Gedanken nur mit hysterischem Gequake. Solche kleingeistigen, missgünstigen, verständnislosen Heuchler sind genau die Mischpoke, gegen die die Q-Bewegung (wie das Neue Testament) sich wendet. Und wenn sie auch Q-Posts zitieren und vor sich hertragen wie die verlogenen Pharisäer – sie werden der Beschämung und Reue nach der Flut nicht entgehen.

Diese Bewegung wird angeführt und geformt von Menschen, die mutig und selbständig denken, sich selbst reflektieren und aus Überzeugung und Moral handeln. Sie werden die unterwandernden Störgeister nicht zulassen.

Gatekeeper-Theorie für Fortgeschrittene

Die Aufgabe der Whitehats ist es, denkfähigen Menschen die richtigen Konzepte und Landkarten des Weltgeschehens zu vermitteln. Der wichtigste Teil dieser pädagogischen Aufgabe ist es, Illusionen und falsche Konzepte zu zerstören, um dadurch kognitive Dissonanz, Orientierungslosigkeit, dadurch Neugier und Fragen zu generieren. Wie anders bringt man Menschen dazu, die richtigen Fragen zu stellen und sich überhaupt um Themenfelder zu kümmern, für die man bisher kein Interesse und nur lähmende falsche Informationen hatte? Das bedeutet, dass die pädagogischen Whitehats zunächst einmal falsche Konzepte aufbauen musste, damit sie danach überhaupt etwas zu enttäuschen hatten. Denn wenn wir die große Masse der Menschheit betrachten, werden wir leicht erkennen, dass sie nicht einmal Illusionen über Weltpolitisches und Machtstrukturen haben, sondern nur ein schwerwiegendes Vakuum mit einem betäubenden Pfropfen im Gehirn. Man kann ihnen nichts vermitteln, es gibt nichts aufzuklären, weil sie in Bezug auf alle relevanten Themen eine völlige Denk- und Verarbeitungsblockade haben.

Daher macht es Sinn, künstliche Aufklärerfiguren zu erschaffen, die zum Teil Richtiges vermelden, und diese dann eines Tages mit eindeutigem Falschmeldungen oder irgendeiner Form von Korrumpiertheit oder Themenverfremdung auffliegen zu lassen, so dass ihre bisherigen Zuhörer gezwungen werden, alles, was sie von ihnen gehört haben, anzuzweifeln. Dadurch aber verlieren sie die schöne bequeme Orientierung, die sie durch diese künstlichen Gatekeeper hatten und werden von dieser kognitiven Dissonanz gezwungen, aktiv auf die Suche zu gehen. Wenn man das ein paarmal durchgemacht hat, dann wird man dadurch lernen, zwischen Informant und Information zu differenzieren und sich mehr auf die Information konzentrieren und anhand ihrer Stringenz, Kohärenz und Plausibilität abwägen. Damit ist die kindliche Bindung an Personen und Figuren gebrochen und der erwachsenere Fokus auf Inhalte und Form kann die Leitung übernehmen.

In Kürze lautet die Aufweck-Strategie für den denkfähigen Teil der Bevölkerung: baue alternative Informationsangebote auf, die etwas besser sind als Mainstream, zerstöre sie und biete wieder etwas bessere Angebote usw. bis die Figuren keine Rolle mehr spielen und die Empfänger sich ihr Verständnis aktiv denkend selbst zusammen setzen. An diesem Ziel werden natürlich sehr viel weniger ankommen als in der ersten Stufe angesprochen werden. Wir können davon ausgehen, dass jede nächsthöhere Stufe nur von 10-20% der Angesprochenen gemeistert wird, der Rest bleibt auf einer Stufe von Personenkult und Glaubensgemeinschaft stehen. Das macht aber nichts, denn für den Wandel kommt es nicht auf Quantität an, sondern auf Qualität. Wenige hochqualifizierte Führer sind besser als viele minderqualifizierte. Die richtigen Leitfiguren können das System in eine gesunde Richtung steuern, auch wenn 99,99% der Teilnehmer es nicht verstehen, sondern nur passiv mitmachen.

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Der Krieg der letzten 150 Jahre ist nicht nur darauf ausgerichtet, alles Deutsche, vor allem den deutschen Geist zu vernichten, sondern er wurde auch von den Deutschen selbst losgetreten, initiiert und ermöglicht. Man verwechsle die Ausführenden nicht mit den Verursachern. Niemand hat so viel Angst vor dem Deutschen Geist (und seiner Macht) wie die Deutschen selbst. Der technologisch raffinierte Plan, alles Deutsche in die Geist- und Bewusstlosigkeit zu katapultieren kann nur von der technologosch raffiniertesten Gruppe der Menschheit ersonnen und ermöglicht worden sein: den Deutschen. Zur Selbstvernichtung gehört aber auch immer der Selbstbetrug und so sorgten sie dafür, dass andere den Plan und den Mord ausführten, so dass sie sich auf der Bühne des Geschehens ausschließlich als Opfer gerieren können. All das nur, um ihrem eigenen Gewissen auszuweichen.

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Der Krieg endet erst dann wirklich, wenn die Deutschen bereit sind, ihre geistige Verantwortung voll und ganz zu übernehmen. Dafür müssen sie zunächst ihre Schuldgefühle abtun, dann ihre Scham durch ihre Selbstvernichtungswünsche überwinden. Dann müssen sie ihre Angst vor ihrer Stärke, Macht und Überlegenheit in Mut und Verantwortungsbereitschaft umwandeln und sich dann Gott und er Welt zur Verfügung stellen. Von dem Moment an wird Friede sein zwischen, mit und in allen Menschen auf der Welt.

Praxis und Umsetzung

Mehr als alles andere brauchen wir Ordnung. Die „neue Weltordnung“ ist ein Schwindel schon deshalb, weil die „alte“ Welt gar keine Ordnung mehr hatte und die Schachköpfe der „NWO“ so offensichtliche Exemplare massiver geistiger Verwirrtheit und moralischer Verirrung sind, dass wir bei bestem Wissen und Gewissen erst einmal nach Ordnung überhaupt streben sollten. Die Nichtnutze und Selbstherrlichen können ja nur das Chaos vermehren.

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Das Rechtssystem mag chronologisch das erste sein, das in Ordnung gebracht werden muss. Primär und wichtiger jedoch ist das Bildungssystem, denn alle Ordnung in einer Gemeinschaft hängt letztlich vom Verständnis und der inneren Ordnung der ihrer Mitglieder ab.

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Wir müssen den Mut haben, die Fantasien und Wunschkonstrukte jener Menschen, die in den letzten Jahren und sogar Jahrzehnten „neue Bildungsansätze“ oder „-Programme“ erfunden haben, als Übergangs- und Notlösungen in einer Welt des Chaos zu erkennen und für das langfristig Neue beiseite zu lassen und komplett neu zu überdenken. Sie alle sind noch ganz und gar durchsetzt vom falschen Denken, oft sogar von einer anti-rationalen und anti-intellektuellen Haltung, wie sie für das satanische System fundamental war. Nichts davon können wir übernehmen.

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Alles Neue, jede neue Rahmensetzung für die neuen Gemeinschaften der Menschen, muss auf gesundem Denken und Erkenntnis der menschlichen Natur und der Einbettung des Menschen in den Kosmos beruhen. Die Praktiker können nicht einfach loslegen, die Zeit der Notlösungen und mit Spucke geklebten Provisorien geht zu Ende und wir brauchen eine neues Fundament des Denkens bevor wir auch nur einen neuen Handschlag machen.

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Wer in den letzten zwei Jahren nicht mit dem destruktiven System zusammengestoßen ist und gezielt von ihm angegriffen wurde, der ist noch hochgradig Mitläufer – entweder aus Strategie oder aus Feigheit. Diejenigen, die sich für strategisch halten, sind gut beraten, einmal zu überprüfen, wie sehr ihre Mimikry nicht bereits zu eine Imprägnierung ihrer Persönlichkeit geworden ist und wie sehr sie also bereits moralisch und mental infiziert sind von der Ideologie menschlicher Würdelosigkeit, ohne dass ihr geistiges Immunsystem sich noch dagegen wehren kann.

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Die Pädagogen und alle menschenfreundlichen Projektleiter, denen es schon in den Fingern juckt, müssen, bevor sie loslegen, erst einmal lernen, den Denkern zuzuhören. Jeder, der als Lehrer praktisch tätig werden will, muss ersteinmal Schüler werden und die Fehler des alten, zerstörerischen Systems erkennen, um dann die richtige Idee identifizieren und verinnerlichen zu können.

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Jede Exekutive (Regierung, Institution, Organisation, Führung…) kann nur maximal so gut sein wie die Gesetze, die sie umsetzt und verteidigt. Die Gesetzgeber wiederum können nur maximal so gut sein in ihrer Aufgabe wie die Leitideen und Grundsätze, an denen sie sich ausrichten. Unsere ethischen Leitideen und Grundsätze können nur maximal so gut sein wie unsere Erkenntnis über die Natur des Menschen: was er braucht, was ihn begrenzt, was er kann und wonach er in allem strebt.

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Den wenigsten ist klar, dass die Wurzeln des Satanismus im falschen, d.h. genauer „gegen die Ordnung des Kosmos gerichteten“ Denken liegen. Wovon wird die Welt als großer Tummel- und Handelsplatz zwischen Menschen gesteuert? Von Gefühlen? Die schwanken von Stunde zu Stunde und ergeben niemals eine Struktur oder einen verlässlichen Rahmen. Von intuitiven Eingebungen? Die lassen sich nicht vermitteln, so dass daraus ein Rahmen für alle wird. Aus Gewohnheiten? Nein, Gewohnheiten und Überlieferungen sind Wirkungen, aber keine initiierenden Ursachen, und sie können ebenso gut und moralisch wie schädlich und unmoralisch sein. Wird die Welt Hoffnungen und Wünschen gesteuert? Durchaus, aber was sind Hoffnungen und Wünsche, die uns leiten? Es sind Ideen und Gedanken. Die Welt und jeder einzelne Mensch, der älter als 4 Jahre ist, werden regiert von Ideen und Gedanken. Ideen sind unsterblich, fixierbar und vermittelbar.

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Ein Volk, das eigenes Militär ablehnt, ist wie ein Mensch, der sich weigert, sich selbst zu verteidigen, egal was mit ihm gemacht wird. Ein Land ohne Grenzen ist wie ein Mensch, der sich weigert, Nein zu sagen und schon die Möglichkeit zum Neinsagen ablehnt.
Ein Volk, dessen Mehrheit an diesen beiden Doktrinen festhält, hat seinen eigenen Willen und den Realitätsbezug verloren. Es steht unter fremdem Diktat und lebt in einer Scheinwelt. Kein Wesen und auch keine Gemeinschaft kann seine eigene Auflösung wollen, es sei denn es ist psychisch schwer krank oder steht unter Hypnose.

Das Ergebnis ist, dass jeder dahergelaufene Fremde dieses Volk überfallen, ausbeuten, vergewaltigen und vertreiben kann. Wahrscheinlicher ist, dass einige im Volk mit irgendeiner Bande Fremder kollaborieren wird und seine Volksgenossen ausraubt und versklavt.

In diesem Zustand völliger Verblendung und Ohnmacht ist es Teil derselben destruktiven Indoktrination, zu glauben, man könne und müsse sich selbst helfen und dürfe nicht auf äußere Hilfe setzen oder warten. Die Verleugnung der Realität ist das erste, das Vertreter solcher Fantasien, überwinden müssten. Aber auch dafür benötigen Sie Hilfe und heftigste Stöße von außen.

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Krieg ist weder unmoralisch noch unethisch noch gegen irgendein Prinzip des Kosmos oder des menschlichen Wesens. Nur die Gründe für einen Krieg, die Motivation dazu und der Zweck, der durch ihn angestrebt wird, entscheiden über seine ethische Legitimation. Das gleiche gilt für jede Form von Gewalt.

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Jede Auseinandersetzung ist letztlich territorial, unabhängig davon wie ideell oder konzeptuell der auslösende Konflikt ist. Wer über das Territorium herrscht, herrscht auch über alles andere.

Wer über keine territoriale Hoheit verfügt, ist in jeder Hinsicht unterworfen und besiegt. Seine moralische, ideelle und kulturelle Unterwerfung ist dann nur noch eine Frage der Zeit, genauer gesagt von drei, vielleicht vier Generationen. Beleg: siehe Deutschland 1945 bis 2020.

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Man kann sich nur (über Ideen, Ziele usw.) streiten, wenn man einen gemeinsamen Boden hat, welcher politisch „Verfassung“ oder „Staatsordnung“ genannt wird. Ebenso braucht es einen gemeinsamen sprachlichen, moralischen und formellen Boden, außerdem den eines gewissen „guten Willens“ und Wohlwollens.

Mit dieser Erkenntnis können wir einsehen, warum es in unserer Gesellschaft schon seit Jahrzehnten keinen intellektuellen Streit, keinen Diskurs und daher keine intellektuelle Entwicklung mehr gibt. Bevor wir gleichgeschaltet wurden, wurde uns jeder Form von eigenem Boden – physisch, politisch und metaphorisch weggenommen. Seitdem schweben wir nur noch – als geistlose Körper und körperfremde Gespenster.

Die Kur lautet: „Komm auf den Teppich!“

Weltgeschicke

Die Ereignisse der letzten Jahre beweisen deutlicher denn je, dass die moderne Kultur technologisch ein Riese und geistig ein Zwerg ist. Also in dieser speziellen Mischung ein Monster, dessen Hauptinteresse es ist, sich selbst mit immer besserer Technik zu betrügen und von sich selbst und der Welt abzulenken, bereit, alles und jeden skrupellos aus dem Weg zu räumen, der dem entgegen steht. Wer will in so einer Kultur leben, wenn er die Wahl hat? Sie ist zur Selbstvernichtung verurteilt.

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Die Geschicke der Menschen werden, bis auf ein paar zählbare Ausnahmen, von „den Sternen“ bestimmt, also von den mechanischen Kräften und Strömungen, die den Kosmos zusammenhalten und bewegen. Das bemerkt kaum jemand. Die Menschen werden von ihren Gedanken kontrolliert und halten sich darin frei, „einzigartig“ und „selbständig“. Aber ihre Gedanken werden von ihren Emotionen gesteuert, die wiederum von der Aktivität endokriner Drüsen kontrolliert und produziert werden. Und worauf reagieren unsere Hormondrüsen? Auf Strahlungen und elektromagnetische Felder. Bei der Sonne ist das offensichtlich, auch beim Mond ist es nicht schwer zu erkennen. Aber es gibt noch sehr viel mehr und andere Kraft- und Strahlungszentren, inklusive dem System Terra selbst, denen wir ausgesetzt sind. Und so lenken die kosmischen Kräfte die Ebben und Fluten der Menschen, ob sie sich alle in Frieden umarmen oder sich wieder einmal im Krieg gegenseitig abschlachten – mit all den unzählbaren Schattierungen zwischen diesen beiden Polen. Ob nun also Frieden herrscht oder Krieg, hängt die meiste Zeit von den Strahlenkräften ab, in denen die Menschen schwimmen ohne sie zu bemerken. Nur ab und zu werden jene wenigen zu Beginn dieses Absatzes erwähnten Menschen, deren Denken tatsächlich unabhängig von mechanischen Kräften ist, eingreifen, um die überbordenden Reaktionen der Menschen und ihre fatalen Langzeitwirkungen abzumildern und auszugleichen. Die Menschen neigen nämlich dazu, extreme, vor allem extrem destruktive Kräfte in sich festzuhalten, zu Strukturen zu kristallisieren und sich um sie herum zu verkapseln, so dass sie auch dann noch extremistisch und „außer sich“ agieren, wenn die kosmische Extremstrahlung schon längst abgeklungen ist. Generell erzeugen die „metallischen“ martialischen und saturnalen Einflüsse schnellere und mehr chronische Kristallisationen (Verhärtungen) als die eher liquiden z.B. jovialen und venusischen Einflüsse. Weshalb es gerade in Zeiten kollektiver Aufruhr am wichtigsten ist, letztere zu kultivieren.

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Der große Fluch der Menschheit und ihrer Geschichte, dessen Höhepunkt und Ende wir jetzt erleben, ist jener Teil von ihr, der seinen Anteil an Last und Mühe auf andere abwälzen und ohne Entlohnung für sich arbeiten lassen will. Einer der noch bevorstehenden Schocks für den modernen Menschen ist, dass er entgegen seiner selbstgefälligen Narrative und hochtrabenden Selbsteinschätzungen in der Sklaverei lebt und dies nicht einmal zu erkennen vermochte. Der kosmische Witz an dem Ganzen ist, dass alle Menschen innerhalb des Systems Sklaven waren, auch die vermeintlichen Faulenzer, die jeden Tag voll eingespannt waren, um „nicht arbeiten zu müssen wie die anderen“. Aussteigen konnte man nur psychisch durch Selbstermächtigung und diese beruht, wie hier schon mehrfach gezeigt wurde, allein auf der Selbständigkeit im Denken.

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Die Vertreter der Hypothese, die Schmarotzer dieser Welt seien Abkömmlinge Kains mögen sich einmal die Mühe machen und in den entsprechenden Bibeltext schauen. Es war Kain, der arbeitete und Abel, der sich nur von seinen Tieren ernähren wollte. Es war Kain, der anfing zu denken (und zu planen), nicht der kindlich-naive Abel. Es war Kain, der den Anfang von Technologie-Entwicklung setzte, indem er sich emanzipierte von mythischen Einbildungen und kindlichem Gehorsam und das tat, was Abel nie tat: er begann Fragen zu stellen. Welches System setzt uns Abel als Vorbild vor und verurteilt diesen Kain? Mit welchen Intentionen?

Und vergessen nicht, dass hier auf mythologische Weise die Rede ist von einem Zustand bereits außerhalb des Paradieses. Kain fing an, den holprigen Weg zurück ins Paradies zu gehen, denn er begann überhaupt Entwicklung. Die Linie Abels ist ein geschlossener Kreis, der seine Angehörigen auf ewig außerhalb der Hölle hält, sich bei der Natur bedient, nichts in Frage stellt und sich bloß auf Tradition und Bequemlichkeit beruft. Und Gott sorgte dafür, dass Kain vor allen menschlichen Widersachern geschützt war. Könnte es sein, dass die Kain-Linie uns rettete und den Samen der Befreiung und Rückkehr ins Paradies legte, während die übrigen zu entwicklungslosem Stillstand verdammt waren?

Natürlich, Kain ist ein Mörder. Ebenso wie die amerikanischen Siedler die Mörder der dortigen Ureinwohner und die Heeresflotten der kolumbianischen Zeit die Mörder der Inkas und Azteken waren. Was für die Menschen schrecklich ist, ist zuweilen nichts weiter als ein notwendiger Teil der Entwicklung der Menschheit. Wie viele Menschen mussten sterben für die „Vereinigten Staaten“ und wiederum für die Idee der Freiheit des Menschen ohne Sklaventum? Wie viele dafür, dass die Menschheit den Kommunismus als unmenschliche Verirrung hinter sich bringen konnte? Wie viele Menschen werden jetzt sterben müssen, damit der Irrtum der „Demokratie“ und ihre Unmöglichkeit erkannt werden? Das „Dritte“ oder „Vierte Reich“ werden erst enden, wenn Millionen gemordet sind, die blind und verzweifelt daran festhalten. Die Grenzen zwischen Mord, Kriegsopfer und Selbstmord werden dabei weitgehend verschwimmen, denn der Krieg findet in der mentalen Schaltzentrale des Menschen statt und viele sind schon tot, die noch betriebsam umher wandeln.

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Wenn die Vereinigten Staaten hauptsächlich und ideell von Deutschen gegründet wurden (die zur Zeit Lincolns mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung ausmachten), dann kann man auch geopolitisch sagen, dass die Deutschen von Deutschen besiegt, besetzt und später wieder befreit wurden.

Tatsächlich haben wir vermutlich vier deutsche Gruppierungen, die das große Weltrad drehen: erstens die deutsche Bevölkerung, die noch heute in Mittelerde lebt, zweitens die nach Westen ausgewanderten Brüder und Schwestern, die jetzt als Amerikaner auftreten, drittens jene verschwiegene Gruppe, die sich kurz vor 1945 aus dem Staube gemacht hat, um die mit Abstand fortschrittlichste Technologie der Welt vor den Barbaren und Psychopathen für das „letzte Gefecht“ zu retten; und viertens jene unbenannte, lose Gruppierung von kaltblütigen Denkern und Leitfiguren, die der internationalen Psychopathen-Mafia seit 250 Jahren ihre Rechtfertigungs-Philosophie, ihre Machtstrategien und ihre Propaganda gegen alles Deutsche liefern. Wer sonst hätte letzteres leisten können als ein Insider?

Dies würde bedeuten, dass die Deutschen alle Hauptrollen des historischen Weltdramas der letzten 200 Jahre spielen: die Rolle der Opfer, die der Befreier, die der Schurken und die des Regisseurs, welcher zusätzlich über die Macht des Deus ex Machina oder besser gesagt der Machina ex Deo verfügt. Alle anderen Völker spielen Partner- und Nebenrollen, sind Statisten oder Mitläufer. Sollte das stimmen, so dürfte es noch einige Generationen dauern, bis die Deutschen in der Breite bereit sind, diese Wahrheit zu schlucken und konstruktive Schlussfolgerungen für sich und andere aus ihr zu ziehen.

Zum Biblischen

„Es wird biblisch“ heißt, es geht um die Menschheit, nicht bloß um Menschen.

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Nicht was in der Bibel steht, ist relevant, sondern der Geist, mit dem es gelesen wird.

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Das Neue Testament sowie das Alte sind nur esoterisch, d.h. als Metapher für Psychisch-Geistiges sinnvoll zu lesen. Das Neue Testament ist in seinem Gewand vorrangig psychisch und sozial-ethisch. Das Alte Testament ist rein geistig und jenseits von allem Sozialen und von Moral. Das NT richtet sich zunächst an den sozialen, handelnden, also den äußeren Menschen, das AT hingegen an den individuellen Einzelnen, also den inneren Menschen. Letzteres ist daher schwerer zugänglich, weil es von einem Ort aus geschrieben und zu verstehen ist, der vom Normalbewusstsein weiter entfernt liegt.

Beide Testamente ergänzen sich, allerdings in umgekehrter Reihenfolge: die geistige Entwicklung führt (mit partiellen Ausnahmen) vom Neuen zum Alten Testament. Der moderne Mensch muss über die Brücke des Neueren gehen, um Zugang zum Älteren zu finden. Der Schlüssel zum Verständnis

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Im Neuen Testament ist keine inner-geistige Lehre enthalten, die nicht auch im Alten schon enthalten ist, dort nur verschlüsselter. Umgekehrt kann man das nicht sagen.

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Die Engel und Whitehats dienen der Menschheit, die gefallenen Engel und Blackhats auch. Die einen wissend und wollend, die anderen unwissentlich und unter Zwang. Was wären die Weißen auch ohne die Schwarzen?

Kulturelle Entwicklung und Aufwachen

Wer zwischen Geistigem und Intellektuellem unterscheiden kann, der hat auch Geist.

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Die Vorbereitung auf das tiefere Verständnis für die Prozesse hinter dem großen Wandel hat mit Politik und Wissen überhaupt nichts zu tun. Auch auf politisches Verstehen und Wissen kann man nur durch Erfahrung und Selbstreflexion vorbereitet werden. Dies hier geht darüber aber weit hinaus.

Die Wurzeln der jetzigen, menschengelenkten Veränderungen liegen außerhalb jeglichen Zeitgeistes und kulturellen Epochen und nur in jenen wenigen Menschen, die sich von beidem innerlich gänzlich befreit haben. Ihre Orientierungspunkte liegen in den zeitlosen Bahnen der Sterne und den raumlosen Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Geistes.

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Ich kann das dumme Geschwafel vom „Sprung in die fünfte Dimension“ nicht mehr hören. Sobald ich so etwas lese oder höre, kann ich den Autor und seine sonstigen Behauptungen nicht mehr ernst nehmen. Ich habe noch kein einziges Mal eine Erklärung oder auch nur annähernde Erläuterung dieser Bewusstseins-Dimensionen gelesen oder gehört.

Der vom eigenständigen, rationalen Denken geführte Mensch ist dreidimensional. Zweidimensional ist der Mensch, der von Emotionen und sozialen Mechanismen gesteuert ist bzw. dessen Bewusstsein und Identität durch diese Dimension bestimmt wird. Der eindimensionale Mensch ist der, der sich nur instinktiv-körperlich und über unmittelbare Sinnenwahrnehmung definiert und steuert.

Die Schwafeltüten, die behaupten, die Menschheit würde jetzt aus dem „egoverhafteten 3D-Bewusstsein“ in „5D“ katapultiert werden, bezeugen, dass sie überhaupt nichts verstanden haben und auf den mittelmäßigen Rängen des zweidimensionalen Bewusstseins träumen und agieren – mit großer Klappe und nicht einmal einem Schimmer von Respekt vor rational sauberem begrifflichen Denken, was als dritte Dimension außerhalb ihrer Reichweite liegt.

Jene Windbeutel, die sogar von der „neunten“, „elften“ oder sogar „neunundneuzigsten“ Dimension sprechen, könnten eine Sekte für leichtgläubige Idioten und Minderbemittelte gründen, in der sie ihren neurotischen Größenwahn und ihre narzisstische Ablehnung von klarem Denken mit Publikum ausleben können.

Überhaupt: wer soll den Schmarrn glauben, dass irgendeine angebliche Dreidimensionalität mir-nichts-dir-nichts, ohne Anstrengung und Mühen von irgendeiner ominösen Kraft direkt in Fünf-Dimensionalität verwandelt wird? Wieso wird die vierte Dimension übersprungen? Das ist alles hohles Geschwätz und Nachplapperei von zweidimensional beschränkten Menschen. Die Menschheit muss lernen, stabil dreidimensional zu werden und dafür im ersten Schritt allen ein- und zweidimensionalen Wesen jegliche Macht zu entziehen.

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Wenn Du dreidimensionales (oder höheres) Bewusstsein und Verständnis entwickeln willst, dann halte Ausschau nach den einsamen Wölfen, Sonderlingen und Außenseitern. Verkündiger, die in Gruppen, Netzwerken oder Parteien oder mit einer Betonung von Zusammengehörigkeit und Wir-Gefühl auftreten, hängen noch zu sehr in zweidimensionalen, prä-rationalen Identifikationen und sind dadurch höchst anfällig für Beeinflussung von außen, für Manipulation, irrationale Narrative und Selbstgefälligkeit.

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Die Menschen der Welt sehnen sich nach echten, guten Königen – auch wenn sie gelernt haben, sich das Bewusstsein darüber zu verbieten. Jedes Land, jede Gemeinschaft braucht einen König sowie jedes Märchen und jede menschliche Psyche einen braucht.

An den vereinzelten Versammlungsstellen von Aufklärern und Systemaussteigern jedoch konzentrieren sich jene Menschen, die sich nach echten, guten Priestern sehnen. Das ist etwas anderes. Könige brauchen Priester, aber Priester operieren unabhängig von (weltlichen) Königen.

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Man kann den Bewusstseinsstand eines Menschen unter anderem schnell daran erkennen, wofür er eintritt und welcher Sache er das Wort redet. Eindimensionale Menschen wollen nur sich, ihre Familie und ihre Gewohnheit, Sicherheit und Bequemlichkeit retten und steigern. Zweidimensionalen Menschen geht es immer um irgendeine Gemeinschaft, ein Kollektiv, um irgendein „Wir“ – allerdings ohne weiteres Ziel oder höheren Zweck. Dreidimensionale Menschen sind bereit, beides zu opfern für allgemeingültige Grundsätze und ethische Prinzipien und für wachsendes allgemeines Verstehen, sprich für die Dominanz des klaren logischen Denkens über alle anderen Motivationen und Ambitionen.

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Dass wir uns heute hier mit solchen Themen wie Bewusstseinsdimensionen etc. beschäftigen ist ein Zeichen dafür, dass ein sehr kleiner aber bedeutsamer Teil der Menschheit bereits beginnt, sich um Vierdimensionalität zu bemühen.

Bemerkenswert ist vor allem, dass wir dafür nicht mehr auf den Scheiterhaufen geworfen werden. Der darin zu erkennende Fortschritt ist ein kultureller, kein individueller.

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Wären mindestens 10% unserer Gesellschaft selbständig rational denkende, also dreidimensional bewusste Menschen, so lebten wir längst in einem freien, blühenden, reichen Wohlfahrtstaat unter der Bewunderung der gesamten Welt. Dass wir davon meilenweit entfernt sind, sagt etwas über den allgemeinen Entwicklungsstand unserer Bevölkerung, besonders unserer „Führungsschicht“ aus.

Aktuell sind es vermutlich weniger als 5%, aber sehr bald werden es von einem Tag auf den anderen über 10% sein. Wie das? Ein beträchtlicher Teil der Irrationalen wird von uns gehen.

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Korrektes und moralisches Denken zu lernen und zum untersten Standard in der Bevölkerung zu machen ist die erste und wichtigste mittelfristige Entwicklungsaufgabe für unsere Gesellschaft. Die kurzfristig erste Aufgabe ist eine moralisch-sittliche: Respekt und Anerkennung für diese Kompetenz herzustellen und zu vermitteln bzw. jede Form von Respektlosigkeit oder sogar Feindseligkeit gegen Rationalität zu ahnden und als unmündige Beschränktheit zu kennzeichnen.

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Je niedriger der Bewusstseinszustand der Menschen, desto chronischer sind sie im Kriegszustand – gegen jeden und alles, sogar gegen sich selbst. Im Alltagsgebrauch nennen wir das „Stress“.

Kein Krieg ist jedoch heftiger als der zweier verschiedener Bewusstseinszustände gegeneinander, denn dabei geht es um die Grundlagen der Identität. Menschen, die gegen Menschen mit höherem Bewusstsein kämpfen, kämpfen in blinder Verzweiflung, denn sie können ihr Gegenüber nicht sehen und nicht verstehen. Sie glauben, eine Kapitulation sei ihr Ende. Höheres Bewusstsein hingegen kämpft um die vollständige Hoheit, denn man kann zwischen wie Bewusstseinsgraden keinen Kompromiss machen, es kann nur einer konstitutiv sein.

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Im Grunde besteht der Konflikt des aktuellen weltumspannenden Kampfes aus zwei Parteien: erstens die, die kämpfen wollen, um sich alle zu unterwerfen und zu versklaven; und zweitens die, die nicht kämpfen und keinen Krieg wollen. Also musste eine (sehr kleine) dritte Partei auftauchen, die die Lethargischen und Betäubten aufweckt und zum Kämpfen bringt, sonst wäre alles verloren. Die amerikanische Geschichte hat das schon mal in nationalem Maßstab von 1861 bis 1865 durchlebt.

Die friedliebenden Menschen müssen stets aufs Neue lernen, dass Frieden und Freiheit zuweilen mit Krieg und Blut erobert und verteidigt werden müssen.

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Somit wird also aller Voraussicht nach die Geschichte der Deutschen seit dem 18. Jahrhundert (noch zu schreiben) nicht nur die erstaunlichste und packendste Erzählung, sondern auch die Grundlage für die gesamte Weltgeschichte der Neuzeit sein. Wie lange es wohl dauern wird, bis man dies auch in die Köpfe jener Deutschen bekommen hat, die ach so stolz auf ihre Selbstverachtung und Unterwürfigkeit sind?

Inneres

Der Krieg da draußen in der Welt, der eine überfällige Reinigung und Entgiftung ist, ist nur als Metapher für unser Inneres gewinnbringend zu lesen und zu verstehen. Unser Inneres ist die Wirklichkeit, alles Geschehen da draußen bloß ein Abglanz von ihr.

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Wer einen Beinahe-Weltuntergang benötigt, um sich seiner selbst und des Wertes des Lebens bewusst zu werden, der schläft tief wie eine noch formlose Larve und steht mit seinem menschlichen Wachsein am Anfang der Anfänge.

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Dieser Krieg ist eiskalt und da er die ganze Welt überzogen hat, ist die Welt erkaltet. Selbst die wärmsten der Q-Tips sind eiskalt und brennen im empfindlichen Gehörgang, der darauf aus ist, harmonische Friedensbotschaften zu hören.

Wer an dieser überfälligen kosmischen Reinigung mitwirken muss, der muss, um zu überleben, alle seine Wärme nach innen nehmen und verschließen können. Die Sintflut, vor der sich der moderne Noah retten muss, ist nicht aus wildem Wasser, sondern aus bewegungslosem, scharfkantigem, schneidenden, toten Eis.

Wo auch immer aber ein Mensch es schafft, mit seiner eigenen Wärme darin zu stehen ohne zu erkalten, wird sich ein kleiner Kreis aufgeschmolzener Freiheit auftun.

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Da nun überall die Angst herrscht, sich verkündet und alles auffrisst, besteht unser wichtigster Schutzmantel in einer Haltung der Trauer und absinkender Melancholie. Wer traurig sein kann, der hat ein psychisches Senkblei, das ihn nach innen unten in die eigenen Wurzeln bringt, wo man die rasende Reinigung unbeschadet überwintern kann. Dort können wir ernst und ruhig bleiben, während sich die Welt in makabrer Oberflächlichkeit und verzweifelter Sinnlosigkeit auflöst (siehe auch “10 Tage Dunkelheit“).

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Die Leiter zum Himmel heißt Verzicht und sie besteht aus vielen Sprossen. Wer sie ablehnt oder ignoriert, der bleibt eben am Ort der Verzichtsunfähigkeit gefangen, welcher mit jedem weiteren Zögern und Sich-Weigern zur Hölle wird.

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Man kann eine Krankheit nur überwinden, indem man in sie eintaucht. Solange wir vor dem Krieg, der uns und unseren Werten erklärt wurde, davonlaufen, verstärken wir ihn nur. Er beruht ja auf diesem Weglaufen innerhalb der Dissoziation.

Nur wer in die Entzündungs-Symptome dieser Welt eintauchen kann, kann durch sie hindurch tauchen und hinter ihnen, frei von ihnen wieder auftauchen.

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Vergessen wir nicht, dass nichts von dem, was von außen auf uns zukommt, unsere Zukunft ist, sondern bloß Kulisse – gleichgültig wie bedrohlich oder verheißungsvoll es auch erscheinen mag. Unsere Sehnsucht nach Zukunft bezieht sich auf ein Inneres. Das, was wir „gute Zukunft“ nennen, ist die Verwirklichung unserer eigenen Einmaligkeit und Vollständigkeit, die sich zuweilen als Träume oder Faszinationen vorab ankündigen und um unsere Aufmerksamkeit werben.

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Über die Sirenen des Selbstbetrugs, alltäglichen Faschismus und die Läuterung


Gebrauchshinweise

Kürzlich ging von einem Leser die Bitte ein, doch in diesem Blog einmal einen Artikel zur möglichen individuellen oder persönlichen Entwicklung und Bewusstseinssteigerung zu schreiben. Dazu ist zunächst einmal zu sagen, dass es in diesem Blog bisher um nichts anderes ging.

Die Verpackung ist nicht der Inhalt, was sich nur dadurch verifizieren lässt, dass man sie öffnet. Auch die Artikel dieses Blogs haben beides und sind nur mit beidem erhältlich: Verpackung und Inhalt. Die gleichen Inhalte ohne Verpackung wären für die meisten Leser nicht verdaubar und könnten nicht mehr als mediumadäquate Blogartikel veröffentlicht werden.

Wir nehmen ja auch lebenswichtige Vitalstoffe nicht als Destillate und Essenzpulver zu uns, sondern „verpackt“ in Lebensmitteln, Obst, Gemüse, Getreide usw., die auf bestimmte Weise zubereitet und kombiniert werden müssen, um verdaulich zu sein. Auch die Art des Servierens, die Reihenfolge, das Gedeck und das Ambiente tragen dazu bei, dass wir die Kernsubstanzen gut aufnehmen können. Wenn wir letztere nur als Tablette schlucken, kann es passieren, dass wir sie gar nicht absorbieren und sie uns nur Magenschmerzen bereiten. Die intellektuelle Nahrungsaufnahme bedarf ebenso der richtigen Zubereitung und Servierung, sonst kann es Kopfschmerzen geben.

Aufklärer und spirituelle Lotsen beißen sich die Zähne daran aus, objektives Wissen zu vermitteln. Wer nur objektiv ist, bleibt vollkommen subjektiv und bemerkt es nicht einmal. Echte Objektivität beginnt mit dem Subjekt. Das Subjekt ist der Eingang in die Objektivität. Bewusstsein zu studieren liegt jenseits von fantasievoller Quantenphysik, von der ein kleiner ernstzunehmender Teil immerhin die Grenzen des nur-rationalen Denkens erweitert, an diesen aber leider auch dazu neigt, in mytho-fiktionale Bilderwelten abzugleiten. Der eigentliche Sprung über das rationale Denken hinaus besteht darin, sich des (denkenden, fühlenden, wahrnehmenden) Subjektes bewusst zu werden. Sobald dies aber wiederum pseudo-objektiv nur „von außen“ beschrieben wird, wie das dreidimensionale rationale Bewusstsein es nun mal nicht anderes kann und kennt, bleibt man in dieser Bewusstseinsstruktur gefangen.

Eine sinnvolle Vermittlung von Subjekt-Wissen über das rational-betrachtende Bewusstsein hinaus ist nicht durch Bezeichnung und Erklärung möglich. So wie jede Bewusstseinsstruktur ist auch die rational reflektierende Struktur erst einmal durch ihr eigenes Paradigma fixiert und kann sich daher höheres Bewusstsein nur als Ausweitung und Intensivierung des bereits Bekannten vorstellen. So sucht sie Bewusstseinssteigerung durch mehr Information, mehr Analyse, mehr Präzision, Begriffsbildung und Beschreibung. Darin jedoch liegt nur Wachstum, kein Dimensionssprung.

Wie bei einem Stereobild ändern sich die Inhalte solcher Artikel wie der dieses Blogs mit dem Fokus des Lesers. Der rein rationale Fokus mag sich auf der informationellen und analytischen Ebene erschöpfen, der form- und richtungsgebende Fokus der Texte liegt jedoch nicht auf den Inhalten selbst, sondern auf dem Bezug zu den Informationen und Analysen, also auf der Beziehung zwischen Gedachtem und Denkenden.

Dass dies schwer zu erfassen ist, bedeutet nicht, dass es ein Geheimnis ist. Es ist jedoch geheimer, d.h. intimer als die rein rationale, distanziert-informationsfokussierte Lesart und bedarf daher einer anderen Art von Anstrengung, um die psychoaktive Kernsubstanz aus der harten Schale zu lösen.

Dass diese Aufgabe auch das geschulteste rationale Denken übersteigt, sollte nicht als Einladung missverstanden werden, sich den Texten auf irrationale Weise, mit der „Intuition“ oder mytho-assoziativem Denken zu widmen – darin liegt einer der verbreitetesten und unheilvollsten Irrtümer rationaler Bewusstseinsadepten, der sie sich oft meilenweit in ausweglosen mentalen Labyrinthen verlieren lässt, aus denen die meisten dann auch alleine nicht wieder herausfinden.

Wir werden im vorliegenden Text im Übrigen auch etwas darüber erfahren, was passieren kann, wenn Menschen solche Artikel mit sub-rationalem Bewusstsein lesen und als Folge darin nur die emotionalen Schatten und ausgegrenzten Fragmente ihrer eigenen Psyche wiederfinden. Dann lösen sie als ungreifbare, unheimliche Materie Angst und zuweilen Aggressionen aus.

Über die Herausforderung der erweiterten Lesart ist also anders zu denken: so wie das emotional-soziale Bewusstsein von nur logisch-begrifflich erfassbaren Faktoren gestaltet und moduliert wird, so wird auch das logisch-rational Erkennbare wiederum von inhärenten Faktoren bestimmt, die nur psycho-logisch erfassbar sind. So manches muss also in „komplizierter“ Form serviert werden, damit es nicht übereilt in „ein-Fach“ abgelegt wird, sondern stattdessen der essentielle Raum zwischen den gedanklichen Schubladen und vertraut klingenden Konzepten geweitet und möglichst weit offen gehalten wird. Das tatsächlich Neue muss zunächst als Unbekanntes erkannt werden.

Diese Texte, die im Grunde bloß die Verschriftlichung von „lautem Denken“ bzw. Selbstgesprächen sind, können als Informations- und Erklärungsangebot gelesen werden. Sie können jedoch darüber hinaus auch als Selbst-Reflexion gelesen werden, wobei der Lesende in den Vordergrund rückt und zum eigentlichen Tatmotiv des Textes wird. Dafür braucht der Text zunächst den Leser, bevor der Leser den Text gebrauchen kann. Die quantenfreie Verschränkung von Text und Leser könnte ein Schlüssel sein, sich in eine neue Dimension einzulesen.

Ein anderer Schlüssel könnte es sein, Wirkungen und Nachwirkungen auf den Leser zu beobachten, um zu bemerken, wohin die Aufmerksamkeit gelenkt werden muss, damit das, worum es hier auch geht, erkannt werden kann. Nämlich nicht primär Objekte, sondern das Subjekt. Auf dem Weg zur psychischen Kernenergie zeigt sich das wahrgenommene Subjekt zwar mit einer schrumpfenden Halbwertszeit, weil es bei jeder Neutronen-Kollision in simple Objekte zerfällt, aber die Richtung stimmt. Und das erste, was wir richten und richtigstellen können, ist nun mal die Aufmerksamkeit.

Wer die Artikel dieses Blogs in diesem Sinne nutzen möchte, der wird außerdem sein Augenmerk darauf richten wollen, welche Bedeutung gerade diejenigen Stellen haben, die scheinbar nichts oder wenig „zur Sache tun“. Sie können sich als vertikale Abzweigungen erweisen. Das Ziel ist nur über Umwege erreichbar.

Im Übrigen ist es aber auch unmöglich, sich gegen die Vertikale in solchen Texten zu wehren, außer, man liest sie gar nicht – was sich für viele Besucher schon bewährt hat und in diesen Fällen auch weiterhin zu empfehlen ist. Alle anderen müssen mit unwiderruflichen Injektionen und Langzeitfolgen rechnen. Die Option, sich real oder virtuell am Autor abzureagieren, haben nur sehr wenige, die dann jedoch zuweilen die Erfahrung machen, dass nicht der Autor, sondern die Texte „zurückschlagen“ und die Feder den Knüppel in den Keller schickt.

Thematische Ausrichtung

In diesem Artikel greift der Autor eine ihm häufiger schon angetragene Bemerkung auf, nämlich dass in seinen Artikeln bisher doch „die Liebe“ fehle. Wir werden uns damit beschäftigen, was es mit diesem „Fehlen“ und dieser „Liebe“ auf sich hat und anhand einer wahren Alltagsbagatelle untersuchen, was hinter den Masken der bekennenden „Liebe“- und „Licht“-Verkünder zuweilen alles so hervorkommt, wenn man sich von ihren makellosen Narrativen und blendenden Attrappen nicht an der Nase herumführen und sie stattdessen von der Realität mit ihren Schlingen und Schlaglöchern einmal auf Herz und Nieren prüfen lässt.

Der Artikel wird versuchen, einen großen Bogen zu spannen vom konkretesten Kleinkram hin zu einer übergeordneten Gesamtschau, die recht hoch in abstrakt-ethische Gefilde aufsteigt. Ist die Verbindung zwischen beidem einmal geknüpft, könnte es leichter werden, die Wurzel des Übels auch in den trivialen Fratzen des Alltags zu erkennen und sich von diesen kleinen Störgeistern nicht mehr vom größeren Überblick ablenken zu lassen, psychische, moralische und soziale Richtigstellungen beherzt anzupacken.

Der Leser möge also die vorgestellteProtagonistin des beschriebenen Erlebnisses als plastische Stellvertreterin für eine grundsätzliche und tiefgehende psychische Korruption unserer Gesellschaft, insbesondere der allgemeinen sozialen Intelligenz in allen modernen Gesellschaften betrachten und – wann immer sie genannt wird – an eigene Erfahrungen mit Repräsentanten dieser Störung denken.

Was die Themen „Licht“ und „Liebe“ angeht, so werden wir sehen, dass es bereits anspruchsvoll ist, Licht und Liebe zu empfangen und die dafür notwendige Durchlässigkeit zu entwickeln, welche Menschen selten auszeichnet. Um aber Licht auszusenden, bedarf es einer Menge Dunkelheit, die vorher „gegessen“, verdaut und umgewandelt werden muss. Um Liebe aussenden zu können, muss man dementsprechend zuvor eine Menge Feindseligkeit und Kälte kauen und verstoffwechseln.

Der Artikel kann in dem Sinne auch als Übung betrachtet werden, Stroh in Gold zu verwandeln. Jenes sprichwörtliche Gold, das zum Schweigen befähigt, während die täglichen Geschäfte der Menschen untereinander mit Silber abgegolten werden, das bekannter Weise Reden ist. Aufrichtiges, integeres Schweigen muss erst einmal redlich verdient werden.

Eine wahre Begebenheit

Wir wollen in unser Thema mit einer wahren Begebenheit des letzten Jahres einsteigen, das uns die Vorlage und das Material zu unserer weiterführenden, allgemeineren Reflexion liefern wird. Der Vorteil dieser Begebenheit ist, dass der Autor sie selbst miterlebt und somit „aus erster Hand“ nutzen kann. Die schreibende Hand ist ja immer schon zweite Hand.

Die im Folgenden beschriebenen Handlungen und Personen sind in keinster Weise frei erfunden. Die Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen ist zufallsfrei und im Sinne der Realitätstreue sowie der sozialen Fairness beabsichtigt.

Was geschah

Maruma ist Heilpraktikerin und Yogalehrein in unserem kleinen Städtchen. Sie bietet ihren Praxisraum, den Sie „Lichtraum“ nennt, auch für externe Gruppen zum Mieten an, was ich für eigene Gruppen seit 2019 regelmäßig und mehrfach im Jahr nutzte. Über die Zeit entwickelte sich ein fast freundschaftliches, sehr kollegiales Vermieter-Mieter-Verhältnis, die Kommunikation und alles lief reibungslos, es gab mehrfach Situationen der gegenseitigen Unterstützung – besonders zu Beginn der Drangsal durch das globale Virus-Programm – und die Teilnehmer meiner Gruppen fühlten sich in dem Raum immer sehr wohl.

Der Tonfall der Beziehung begann sich jedoch rapide zu ändern, nachdem ich einmal eine spontane Raumnutzung für ein Zweiergespräch mit Dr. W. Toel angefragt hatte, dessen Team mich dazu angefragt hatte. Maruma gab mir den Raum dafür frei und ergänzte schriftlich später:

„Zudem habe ich mich in einige Vorträge von Prof. William Toel auf Youtube reingehört, vielem was er vermittelt kann ich zustimmen, kritisch sehe ich seine Betonung der deutschen Seele, des deutschen Geistes, der deutschen Selbstermächtigung. Das ist mir viel zu völkisch. Ich stehe für die Freiheit und Selbstermächtigung aller Menschen und aller Seelen und aller Freien Geister und dafür steht auch der Lichtraum offen.“

Dem konnte ich mich sehr gut anschließen und antwortete dementsprechend:

„… habe ich mir gedacht, dass Du das (auch) so siehst, deshalb habe ich Dich vorab dazu gefragt. Zwar aus etwas anderen Gründen, aber ich bin mit der Toel-Kampagne auch nicht weiter involviert und gehe nur auf deren Gesprächswunsch mit mir ein.“

Den Verlauf und Wortlaut des Dialogs hier exakt wiederzugeben ist relevant für unsere spätere Analyse. Die unmittelbare Antwort auf meine Zeilen war:

„Nein Philipp, das nehme ich dir nicht ab, dass du das auch so siehst wie ich, dass dir die Ideen die Herr Toel verbreitet zu Deutsch völkisch sind! Deine catwise Seite offenbart etwas anderes!!!“

Wenn wir uns später fragen, an welcher Stelle ein Bruch und jäher Kurswechsel in der Beziehung zu finden ist, dann wird es dieser Moment sein. Nennen wir ihn den Moment der drei Ausrufezeichen – es hatte in unserer Kommunikation zuvor nie solche Interpunktion gegeben. Es hatte es bisher auch nicht gegeben, dass Maruma mir unterstellt, ich würde mich verstellen, sie quasi belügen, und – das wird noch wichtig sein – dass sie mir eine bestimmte politische Gesinnung unterstellt, die es rechtfertigt, mich unter höchsten Verdacht zu setzen.

Ich versuchte das richtig zu stellen: „… das habe ich auch nie gesagt.“ und fragte nach: „Warum ist das so wichtig bzw. was daran ist es?“

Postwendend kam – zwar keine Antwort, aber eine zumindest interessiert klingende Einladung zum Gespräch: „Gerne möchte ich dann einmal mit dir in einem persönlichen Treffen über deine Inhalte der catwise Seite sprechen.“

Ich bestätigte: „Ja, dass wir uns zusammensetzen wollen, steht ja schon seit einiger Zeit schon aus. […] Wir können dann natürlich auch über Themen meiner Blogseite sprechen, wenn Dich davon etwas interessiert. Ich will aber auch schon mal vorab sagen, dass ich seit Monaten ständig Anfragen von Menschen bekomme, die mit mir über oder zu meinem Blog sprechen wollen und deren Anfragen ich alle immer absage. Denn meine Texte stehen für sich und sollen ihren eigenen Weg da draußen gehen, ohne dass ich mich darum kümmern möchte (ich bekomme auch mit, dass sie sehr unterschiedliche Reaktionen auslösen und die Leser länger beschäftigen). Wenn wir uns aber sowieso treffen, was ich schön finde, dann können wir die Themen natürlich auch anschneiden…“

In meiner Naivität war ich tatsächlich – trotz der schon deutlichen Zeichen überbordender Emotionalität und Misstrauens – davon ausgegangen, Maruma hätte echtes Interesse an den Inhalten dieser Seite.

Den kalten Waschlappen der Realität bekam ich dann im Gespräch direkt um die Ohren gehauen: Maruma war fest davon überzeugt, ich hätte (in meiner E-Mail) jegliches Gespräch über meine Blogseite abgelehnt, und hatte sich auf dieser Basis entschlossen, jeglichen Kontakt mit mir zu beenden. Ihr Bezug zu mir war also ohne Kontakt und Gespräch ins Paranoid-Irreale gerutscht. Später schrieb sie:

„Zunächst einmal entschuldige ich mich bei dir. Es stimmt, du hast mir ein Gespräch über deine catwise Seite ganz offen angeboten. Es war meine selektive Wahrnehmung, die nur herausgelesen hat, dass du grundsätzlich nicht darüber sprechen möchtest. Tut mir leid.“

Das sieht auf den ersten Blick wie der Versuch zu einer Wiederherstellung einer realen, respektvollen Beziehung aus. Aber die andere Seite meldete sich gleich in den Zeilen darauf wieder zu Wort und übernahm das Zepter:

„Dennoch ich kann deine Nähe zu Q-anan [sic!] nicht nachvollziehen! Ich habe mich mit diesem Phänomen eingehend befasst, da einige meiner Freund*innen diesen Mythos glauben. Für mich zeigt sich darin ein kindlicher Wunsch, die komplexen Situationen des Lebens, das Unvorhergesehene und die Widerfahrnisse des Lebens in ein einfaches Erklärungsmodell zu packen um mit dem Unerklärlichen leichter zurechtzukommen. Eine Art “Über-Vater-Erzählung”, sozusagen. [hier folgte ein Link zum „QAnon“-Eintrag von Wikipedia] Und dieser “Über-Vater” ist für mich eindeutig rechtsradikal motiviert.“

Wir stellen also fest: Maruma konnte hier eine Nähe von mir zu „Q-Anon“ nicht nachvollziehen, also zu einer medial kolportierten und verfolgten Bewegung, zu der ich nie eine „Nähe“ behauptet habe. Was tut ein gesunder, souveräner Mensch, wenn er die – sei es auch nur vermeintliche – Haltung eines guten Bekannten nicht nachvollziehen kann? Er fragt nach und wird versuchen zu verstehen. Das hatte Maruma gar nicht nötig. Sie „weiß“ bereits ohne Rückfragen und korrekte Recherche, dass es ein „Mythos“ ist und sie hat auch schon ein psychologisches Erklärungsmodell parat: eine kindliche Über-Vater-Projektion, um die komplexe Welt auf einfache Erklärungsmodelle zu reduzieren. Und nicht nur das! Das Ganze Ding ist auch noch „rechts-radikal motiviert“.

Wir werden auf die Bedeutung gerade dieser Kategorisierung und Psychologisierung zurückkommen. Zunächst einmal stellen wir fest, dass Maruma sich gar nicht neutral und ausführlich informiert hat, sonst würde sie die Bezeichnung jener vermuteten „Bewegung“ erstens nicht falsch schreiben und zweitens herausgefunden haben, dass diese Betitelung eine Erfindung genau jener Kartell-Mainstreammedien ist, gegen die sich die anonyme Informationsquelle namens „Q“ wegen derer systematischen Desinformation unter anderem wendet. Maruma versteht das und den himmelschreienden Konflikt dahinter nicht. Sie macht es sich einfach und übernimmt nicht nur das Weltbild von Wikipedia und Co, sondern praktischerweise auch gleich deren pseudo-psychologische Marginalisierung und Pathologisierung mit.

Mit wenigen Zeilen hatte sie bewiesen, dass sie nicht das Geringste wusste über das Artefakt „Qanon“, dass sie von dessen eigentlichen Hintergrund und Gehalt, nämlich der nachprüfbaren Informationsquelle „Q“, und von der dort benutzten Bezeichnung gewisser Akteure als „Anons“ keine Ahnung hatte und dass sie auch kein Interesse hatte, darüber etwas Authentisches zu erfahren. Ein paar primitive und leicht nachprüfbar falsche Informationsschnipsel aus den fragwürdigsten System-Informationsseiten des Internets reichten ihr und schlossen den Fall für sie ab. Warum so oberflächlich und simpel pauschalisierend? Weil es so ihr persönliches schlechtes Gefühl bestätigte. Mehr wollte sie gar nicht.

(Hinweis: „Qanon“ ist eine Bezeichnung, die von der Systempresse erfunden wurde, um die anonyme und ganz offensichtlich militär-geheimdienstliche Quelle „Q“, ihre Leser und vor allem ihre Inhalte zu diskreditieren. Nicht durch Argumente, sondern durch manipulative Rhetorik, die den ungeschulten Leser dazu bringt, negative Emotionen, vor allem Angst vor sozialer Stigmatisierung, mit dem Thema und den Bezeichnungen zu assoziieren, so dass er sich reflexartig abwendet und das Thema als sozial unerwünscht und psychologisch anrüchig meidet. Eine billige Masche, die aber bei der medial induzierten intellektuellen Total-Kapitulation der Masse kombiniert mit ihrem chronischen Angst- und Stresszustand in der Breite sehr gut funktionierte.)

Marumas Zeilen befinden sich bereits so tief in der Irrationalität und jenseits von Logik und Verstand, dass sich eine Analyse von „Argumenten“ erübrigt. Es gibt keine. Die Logik ihrer Begründungen ist so schlampig und unredlich, dass es keinen Ansatz für eine rationale Überprüfung mehr gibt. Es sind keine Argumente mehr, in denen Begriffe einen klaren Bezug zur Realität herstellen, sondern wir hören nur noch Wort-Schablonen, deren Zusammenhang sich nicht aus logisch-kritischer Überprüfung ergibt, sondern aus einer Grundemotion, die immer deutlicher wird und sich nur noch hinter einem dünnen Schleier der Rationalisierung versteckt: Paranoia – blanke, denk- und wahrnehmungs-lähmende Angst. Hier bereits deutlich erkennbar in ihrer aggressiven Variante – Angriff ist die beste Verteidigung – nämlich als psychologische und soziale Abwertung und Erniedrigung in Form des alten rhetorischen Tricks: „Wer so etwas denkt/sagt/glaubt, ist kindisch, dumm, unreif und ‚gestört‘“. Außerdem bekommt er die stärkste soziale Stigmatisierung, die im deutschen Raum möglich ist, verpasst: „rechtsradikal“. Damit ist jeglicher Ansatz einer rationalen Kommunikation ausgeschlossen und es bleibt für die Interaktion nur noch das Feld von affektiven Reaktionen, Dominanz und Gewalt – wie wir noch sehen werden.

Der eigentliche Konflikt, den Maruma zum Ausdruck brachte, war kein politischer, weltanschaulicher oder moralischer, sondern ein emotionaler Beziehungskonflikt. Da war etwas bei ihren Freunden und guten Bekannten, das sie nicht kannte und das ihr Angst machte. In so einer Situation haben wir ja grundsätzlich die Wahl, uns den anderen Menschen zuzuwenden, um ihre Gedanken und Haltungen besser nachvollziehen zu können, auch wenn sie ungewohnt oder unbequem für uns sind, oder uns in unsere vertrauten Konzepte, Glaubenssätze und Denkschemata zurückzuziehen, uns an sie zu klammern und alle anderen, die nicht konform damit sind, von uns wegzustoßen.

Diese Dynamik hält die Menschheit nun seit über zwei Jahren mehr als jede andere in ihrem Bann.

Was aber motiviert jemanden, Freunde und gute Beziehungen aufzugeben und von sich zu stoßen, nur um an bestimmten, vage definierten und sehr abstrakten Konzepten festzuhalten die keinen Bezug zur gemeinsam erlebten Realität (der Beziehung) haben? Wieso gibt jemand reale, freundliche, konstruktive Beziehungen auf, nur weil er glaubt, dass irgendetwas Ideologisches nicht kongruent ist? Was ist psychologisch wichtiger als reale freundschaftliche Beziehungen?

Die Antwort lautet: Identität. Menschen sind bereit, alles aufzugeben, nur um ihr gewohntes Gefühl von Identität zu bewahren. Und wenn ihr Identitätsgefühl an bestimmte Glaubenssätze oder Konzepte geknüpft ist, dann werden sie mit der gleichen Verbissenheit an ihnen festhalten wie an ihrem Leben. Alles andere macht ihnen existenzielle Angst.

Aber nun müssen wir in der Chronologie des Geschehens noch einmal einen Schritt zurück, denn die zuletzt zitierten Zeilen waren ja schon nach dem persönlichen Gespräch zwischen Maruma und mir gesendet worden. Dieses Gespräch hier vollständig wiederzugeben, wäre zwar aufschlussreich, um das Phänomen der Angst und Irrationalität noch deutlicher zu sehen, würde aber zu viel Raum einnehmen.

In dem Gespräch über eine Stunde war es bis zum Ende unmöglich, Maruma davon zu überzeugen, dass ich tatsächlich bereit war, mit ihr über meine Texte zu sprechen. Sie bestand darauf, Ihr selbstgestricktes Bild von mir und meiner Haltung relevanter einzustufen als meine unmittelbare persönliche Erklärung. Es spielte überhaupt keine Rolle mehr, was ich sagte, sie war nicht mehr zu erreichen.

Ihr später eingestandenes „Missverständnis“ war so dominant, dass ihre gesamte Argumentation während des Gesprächs darauf beruhte, dass ich „Gespräche ablehnen würde“. Dass ich ihr über 60 Minuten hinweg immer wieder beteuerte, dass ich für jegliches Gespräch, jegliche Fragen grundsätzlich offen bin und dafür ja überhaupt erst gekommen sei und nun vor ihr sitze – hatte gar keine Bedeutung mehr für sie.

Wie wollen wir das nennen, wenn für jemanden die wiederholten und in aller Ernsthaftigkeit beteuerten Aussagen anderer und sogar deren reales Verhalten weniger Bedeutung haben als seine eigenen rein fiktiven Vorstellungen von den Anderen? In der Psychiatrie nennt man die Dominanz von Einbildung und Fiktion über die (soziale) Realitätswahrnehmung psychotisch. Es ist unmöglich, mit einer psychotoiden Person ein rationales Gespräch zu führen, denn sie reagiert nicht auf reale Signale, Inhalte und Tatsachen, sondern nur auf ihre eigenen Gefühle und die spontanen Fantasien (biografische Erinnerungsfetzen), die von ihnen ausgelöst werden. Das ist wirklich gruselig!

Die Situation war gruselig. Da saß eine vermeintlich erwachsene Frau vor mir, die offensichtlich von Sorgen und Ängsten getrieben war, die aber auf keine meiner Klärungsangebote oder Nachfragen einging, sondern nur immer wieder ihren Entschluss wiederholen konnte: sie musste mich alsbald aus ihrem Leben und ihren Räumen entfernen. Von mir ging für sie ihren Aussagen nach zu urteilen eine diffuse, nicht benennbare Gefahr, eine Art Vergiftungsgefahr aus, vor der sie sich und „ihrem Raum“ schützen musste. Ich war für sie ein Gespenst geworden, ein Dämon, irgendetwas Böses, das sie bedrohte. Und daher stand sie unter dem Zwang, mich wie eine giftigen Aussätzigen und Unberührbaren zu behandeln.

Sie war sichtlich bemüht, eine formell korrekte Sprache beizubehalten und entschlossen zu wirken. Sie konnte nur keine meiner Fragen schlüssig beantworten (sie selbst hatte ja schon keine Fragen mehr):

„Was an meinen Blog-Artikeln ist aus Deiner Sicht ‚rechts-radikal‘?“

„Du benutzt in einer Überschrift die Wendung ‚deutscher Wesenskern‘. Das erinnert an schlimme Zeiten.“

„Ich beziehe mich nicht auf ‚schlimme Zeiten‘.“

„Es gibt keinen deutschen Wesenskern. Der Wesenskern hat nichts mit ‚deutsch‘ zu tun.“

„Ok, darüber könnte man diskutieren, auch über die Wortwahl. Es gibt so etwas wie einen ‚nationalen‘ oder Volk-Charakter, so wie es z.B. Eigenschaften gibt, die wir als „typisch italienisch“ oder „typisch französisch“ beobachten und beschreiben können. In diese Richtung meine ich es.“

„Das ist faschistisches Gedankengut.“

„Meine Artikel wenden sich offen und klar gegen Faschismus!“

„Ich habe mich mit meinem deutschen Wesenskern [sic!] und meinem Deutschsein  sehr viel auseinandergesetzt.“

„Was ist dann also das Problem für dich in meinen Texten?“

„Du verwendest Runen oder runenartige Schrift. Und es ist ja allgemein bekannt, was das bedeutet und worauf das anspielt.“

„Ich verwende an keiner Stelle Runen. Ich habe keinen Bezug zu Runen.“ (Maruma bezog sich in ihrer Assoziation vermutlich auf die Schrift in einem Artikel-Bild aus der Corona-Bier-Werbung, also den Schriftzug der mexikanischen (!) Biermarke.)

„Vielleicht ist dir das nicht bewusst, aber was du so schreibst, spricht vor allem nationalsozialistisch Denkende und Rechtsradikale an und die möchte ich hier nicht haben.“

„Ich denke nicht nationalsozialistisch und möchte solche Menschen weder anziehen noch hier haben. Ich habe keinen Bezug zu Rechtsradikalen.“

So und so weiter verlief unser Nicht-Gespräch. Es war nicht möglich, Maruma mental zu erreichen. Es war erschreckend, zu erkennen, dass ich mit einer Art Sprechpuppe redete, deren Aussagen in keinem Bezug standen zu dem, was ich sagte und noch nicht einmal in sich selbst kohärent und logisch waren. Das eigentlich Schockierende daran war, dass es in diesem Menschen mir gegenüber gar keine erkennbare Motivation gab, mit mir als realer Person Kontakt aufzunehmen. Lange vor unserem Gespräch musste mit Maruma etwas passiert sein, das sie dazu gebracht hatte, mich als realen Menschen nicht mehr wahrzunehmen, sondern nur noch mit ihrem inneren Bild von mir zu sprechen. Und dieses Bild war abgekoppelt von der Realität.

Ich sprach das also an:

„Maruma, deine Verdächtigungen und Vermutungen stimmen nicht. Ich sitze hier und du kannst mich das alles fragen. Aber seltsamerweise tust du das nicht. Du hast mich eingeladen, um mit mir zu „sprechen“, aber tatsächlich gibst du dich als jemand, der schon alles weiß, hast deine Meinung über mich schon abschließend geformt, dein Urteil über mich schon gefällt und deine Konsequenzen schon längst festgelegt. Ich soll nur noch hier sitzen und mir deine fertige Urteilsverkündung anhören. Ich darf mich nicht einmal verteidigen oder etwas richtigstellen. Das ist doch nicht fair!“

„Ich höre dir zu. Aber ich habe so entschieden und so ist es eben.“

An der Stelle war mir klar, dass ich mit einer Art Roboter sprach. Ein Roboter, der sich im Kreis drehte und offensichtlich am Ende seiner intellektuellen und kommunikativen Souveränität angekommen war. Die Atmosphäre und das angespannte, mental und emotional durchweg asynchrone Verhalten meines Gegenübers machten deutlich, dass hier ein Mensch durch und durch in Angst war und in einer Art von Paranoia mit einem imaginierten Geist sprach. Ich als realer Mensch war für sie unsichtbar. Das ist nichts Ungewöhnliches in einer Psychiatrie, aber im Gespräch mit einer Vermieterin, die als therapeutische Heilpraktikerin und Yogalehrerin professionell tätig ist?

Nach meiner mehrmaligen Forderung konnten wir am Ende des Gesprächs immerhin so verbleiben, dass wir uns erstmal Zeit zum Nachdenken lassen würden und uns ein paar Wochen später nochmal zusammensetzen und dann gemeinsam entscheiden wollten. Maruma sagte, sie wolle in dieser Bedenkzeit auch nochmal genauer in meine Texte hinein sehen, „um die für mich kritischen Stellen zu finden“.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Maruma mit ausreichend Zeit, etwas Abstand und einem neuen Blick für den Unterschied zwischen ihren eigenen Assoziationen und der Realität wieder auf einer rationalen, erwachsenen und geschäftsfähigen Ebene kontaktierbar sein würde.

Das war zu optimistisch, wie bereits die nächste E-Mail zeigen sollte. Auf meinen Dank für ihr nachträgliches schriftliches Eingeständnis des „Missverständnisses“ (s.o.) und den Wunsch hin, vor allen Meinungsverschiedenheiten zunächst einmal den grundsätzlichen Umgang miteinander zu klären, kam als Antwort schriftlich:

„Danke für […] dein Gesprächsangebot auf vielen Ebenen. Ich bin sehr damit einverstanden, dass wir zuerst unsere Beziehung klären, die wir miteinander haben. Ich verstehe diese als eine Geschäfts-Beziehung, wobei ich die Vermieterin bin und du der Mieter. Das ist alles.“

Das liest sich wie ein neuer Ansatz zu einer erwachsenen und respektvollen Kommunikation zurück zu kehren. So ging es auch weiter:

„Grundsätzlich vermiete ich meine Räume nur an Menschen, die mir sympathisch sind und bei denen ich beim ersten Gespräch den Eindruck gewinne, dass wir eine ähnliche Haltung im Leben und im Umgang miteinander haben. Dabei sind mir im persönlichen Kontakt der respektvolle Umgang mit sich selbst und den anderen, und das achtsame und rücksichtsvolle Miteinander, besonders wichtig. In den wenigen persönlichen Kontakten, die wir beide bislang miteinander hatten, habe ich dies auch jedes Mal so erlebt. Ich habe dich hilfsbereit und unterstützend erlebt, zum Beispiel […] Deine Hilfsbereitschaft schätze ich an dir.“

Dies also ist der Teil, der die realen Erfahrungen und die wahrnehmbare Wirklichkeit angeht. Nun kommt „der andere Teil“, zunächst ganz allgemein und unverfänglich:

Neben der reinen Vermietung des Lichtraumes, betrachte ich mich auch als „Hüterin“ des Raumes, der für mich ein Ort ist, an dem Menschen zu sich selbst finden können; und zu sich selbst finden, bedeutet für mich zur Quelle des Lebens zu finden und dies bedeutet für mich zur Liebe zu finden und diese zu sein. Es ist mir wichtig, dass die Methode, also welche Form von Angeboten hier im Lichtraum stattfinden, mit dem Ziel übereinstimmen. Das bedeutet für mich, die höchste Weisheit und Autorität hat jeder Mensch in sich selbst. Platt gesagt: Hilfe zur Selbsthilfe, also.“

Dann aber funktioniert der Bezug zur Realität nicht mehr so recht:

„Es ist etwas Neu hinzugekommen, und das ist für mich nicht mehr vereinbar! Wir haben eine Geschäftsbeziehung, […] Darüber hinaus werde ich keinen weiteren Mietvertrag mehr mit dir machen. Für mich ist das kein „kaltes Abbruch-Verhalten“ und ich habe dir auch nie „eine Pistole auf die Brust gesetzt“ [die Zitate stammten aus meiner vorhergehenden Stellungnahme an sie.]. Ich verlängere lediglich den Mietvertrag nicht mit dir weiter. Das ist alles.“

Also nach den ausführlichen Zeilen über die „Philosophie der Raumhüterin“ wird nun die Beziehung quasi grundlos beendet. Aber auch das durfte so nicht benannt werden, es musste wohl so verpackt werden, dass nicht nur keine konkrete Motivation erkennbar war, sondern so als würde gar nichts passieren. Die (Geschäfts)-Beziehung wird angeblich nicht „beendet“, wir würden nur nicht mehr miteinander reden und jeglichen Bezug zueinander auflösen. Der Vertrag wird „nur nicht verlängert“. Das war schon allein deshalb Unsinn, weil wir nie Vertragsverlängerungen vereinbart hatten und unser einmaliger unbefristeter Rahmenvertrag schon zweieinhalb Jahre hindurch lief.

Also warum so um den heißen Brei herumreden? Warum sich der offensichtlichen Position von Macht und Entscheidungsgewalt so wortreich und rhetorisch entziehen? Um den offenkundigen Machtmissbrauch nicht wahrzunehmen? Wem galt es hier etwas vorzumachen? Denn nach dieser aufwendigen Umdeutung, geht es dann gleich ganz im Widerspruch dazu weiter:

„Neu ist, dass ich jetzt um deine catwise-Seite weiß. Ich trenne diese nicht von dir als Person oder von deiner Arbeit. Es ist dir persönlich ja ein großes Anliegen, diese Gedanken zu formulieren und zu veröffentlichen. Vieles von dem was du schreibst finde ich psychologisch fundiert und eine scharfe Analyse zahlreicher Ebenen des menschlichen Seins und Miteinanderseins. Womit ich absolut nicht einverstanden bin, ist die Ausrichtung in die du all das bringst. Vor allem aber fehlen mir die Liebe, sowie Respekt und Wohlwollen mit den Menschen.“ [Hervorhebung durch den Autor hinzugefügt.]

Wir befinden uns nun nach den guten, rational sortierten Anfängen wieder im Sumpf der Irrationalität und durcheinandergeworfener, unsortierter Begriffe.

Die Unfähigkeit, Person und Meinung zu trennen, wird hier stolz als vertretbare persönliche Eigenschaft und Grundlage für erwachsene (Geschäfts-) Entscheidungen vorangestellt. Diese kindliche Sichtweise würde keiner moral-psychologischen Prüfung standhalten, denn sie läuft darauf hinaus, dass man Meinungen so wie Menschen zu behandeln habe, dass man sie also nicht diskutieren oder verändern könne. Meinungen sind dann mehr oder weniger absolute, feste Bestandteile einer Person – sie werde nicht als mentale, veränderbare Sichtweisen gesehen, sondern wie biologische Fakten.

Für Maruma musste dies also auch bedeuten: jedes In-Frage-Stellen ihrer Meinung ist ein In-Frage-Stellen ihrer Person. Jede Kritik an ihren Gedanken ist eine Kritik an ihr als Mensch. Jede scheinbare Unvereinbarkeit von Ansichten ist für sie das gleiche wie Unvereinbarkeit von Personen. Nun gut, da hilft nichts. Auf einem solchen Niveau der Vermischung und der Unordnung im Denken ist es unmöglich, mit Argumenten zu kommunizieren. Umso weniger, wenn der Sprecher bereits per Angst-Projektion zur persona non grata definiert wurde.

Es bleibt dann auch intellektuell im Nebel von abstrakten Worthülsen und Allgemeinplätzen, die weit genug weg sind vom klaren Denken und irgendeinem überprüfbaren realen Bezug, so dass man sie rein gefühlsmäßig im Raum schwingen lassen kann: „Liebe, Respekt und Wohlwollen mit den Menschen.“

Irgendwie gefiel Maruma meine „Ausrichtung“ in die ich „das alles“ bringe nicht. Ich habe mehrfach nachgefragt, was sie damit meint, ich habe nie auch nur den Ansatz einer Antwort erhalten. Aber das ist auch eine Antwort. Maruma meint nämlich gar nichts. Sie hat schlechte Gefühle und will sie loswerden. Sie konnte nie benennen, was genau das Problem in meinen Texten oder an mir ist, weil in meinen Texten und an mir kein Problem identifizierbar ist. Das Problem und der Konflikt liegt an einem Ort, zu dem sie per Abwehrmechanismus nicht schauen kann: in ihr selbst. Es ist der gleiche Tabu-Mechanismus, der dafür sorgt, dass an den entscheidenden Stellen, wenn diese Angst ausgelöst wird, Denken und Sprache diffus werden und ganz offensichtlich auf die Entwicklungsstufe eines Kleinkindes regredieren: Worte als emotional-magische wirksame Etiketten, aber ohne definierbare Bedeutung.

Wenn wir die ungelenken Versuche, eine formelle, pseudo-rationale Erwachsenensprache zu imitieren, einmal beiseitelassen, dann sagte Maruma die ganze Zeit nur immer eines: „Du löst in mir Angst aus, deshalb muss ich dich entfernen.“ Natürlich wäre das in der Deutlichkeit und Direktheit lächerlich gewesen, weil es gezeigt hätte, dass hier ein unmündiges Kind spricht, keine geschäftsfähige Frau. Das Aufkommen persönlicher Angst oder in dem Falle auch assoziativer Schock- und Panik-Reaktionen als Richtwert dafür zu nehmen, dass tatsächlich eine äußere Bedrohung (von wem oder was auch immer) besteht, ist schon ein sehr deutliches Zeichen fehlender Selbstreflexion und mangelnden Realitätsbezugs, insbesondere wenn die Angstreaktionen in keinem Verhältnis zu den angeblichen Auslösern stehen und plötzlich auftauchen, ohne dass sich im realen Erleben etwas geändert hätte. Die Grenze zwischen innerem Erleben und äußerer Realität waren soweit aufgelöst, dass die Bereiche offensichtlich ineinander übergingen und sortiert wurden nach Befindlichkeit: Gutes innen und Schlechtes außen. All das ist umso erstaunlicher für jemanden, der als „Therapeut“ professionelle Beziehungs- und Kommunikations-Dienstleistungen anbietet.

Der Begriff der Schizophrenie, den wir gewohnt sind, nur als psychiatrische Schwerstdiagnose zu verwenden, bezieht sich ursprünglich auf das subtile Phänomen der inneren Spaltung, indem er wörtlich „Trennung am Zwerchfell“ oder „Zwerchfellspaltung“ bedeutet. Zwerchfellspaltung heißt: der Mensch wird von zwei separaten Kräften gesteuert, die nicht miteinander im Einklang stehen und sich sogar gegenseitig bekämpfen können: die archaischen Impulse und Emotionen aus dem Bauchraum (z.B. Angst) und die kognitiven Repräsentationen in Brust- und Kopf, also in Gefühlen, inneren Bildern und Konzepten. Menschen mit dieser Zerrissenheit zwischen unten und oben bemerken oft nicht, wie sehr ihre Gedanken und Überzeugungen von unreflektierten Impulsen manipuliert und „besetzt“ werden und wie wenig ihr intuitives Verhalten inkl. ihre Äußerungen zu ihrer „Philosophie“ und ihrem Selbstbild passen. Sie können für ihre spezielle Vorstellung von „Frieden“ über Leichen gehen und für ihr Konzept von „Liebe“ alles kurz und klein hacken. Wir haben diese Art von jähem Bruch in der Wiedergabe der E-Mail oben gesehen. Es ist der Punkt, an dem der Boden der Realität verlassen wird und die Welt der Fantasien, Projektionen und bezugsloser Erinnerungsfetzen beginnt.

Das, was wir „das Böse“ nennen, ist in all seinen Schattierungen nicht möglich ohne dieses Phänomen der Schizophrenie, der inneren Spaltung. Sie ist der grundlegende gemeinsame Nenner von epistemischem Selbstbetrug, moralischem Satanismus, weltpolitischer „Kabale“, „deep state“ und dem alltäglichen Faschismus, den wir uns hier genauer ansehen. Verstehen können wir all diese Syndrome und ihre unsägliche Prävalenz bei über 90% der gegenwärtigen Weltbevölkerung nur, wenn wir diesen Grundmechanismus verstehen. Das gleiche gilt für ihre potentielle Überwindung und Heilung.

Der Mensch ist und bleibt ein mentales und moralisches Wesen. Er muss sich alles, was er von sich wahrnimmt, auch seine Launen, Ängste und Reflexe immer so erklären, dass sie zu seiner gewohnten persönlichen Wohlfühl-Philosophie passen, denn diese definiert und schützt sein Konstrukt von Identität – das, was und wie er glaubt zu sein. Und wer ist schon bereit, seine über Jahrzehnte aufgebaute und sozial erfolgreich eingepasste Identität aufzugeben, nur um mit der rauen, unempathischen Realität in Kontakt zu bleiben? Schizophrenie und Psychosen sind hochpotente Schmerzmittel, so wie auch religiöse und mythische Konzepte.

Dieser Identitäts-Schutzmechanismus führt dazu, dass sich die Menschen selbst ihre absurdesten, asozialsten und unmoralischsten Handlungen und Gedanken stets versuchen so zu erklären, dass sie sich damit anderen moralisch überlegen und sich selbst der armen, kleinen, geschundenen Gruppe der Beinahe-Engel und frommen Märtyrer zuordnen können.

Maruma hätte auch schlicht und ehrlich sagen können: „Ich finde dich doof, weil du Dinge schreibst, die mir Angst machen, deshalb: raus hier!“ Das wäre aufrichtig gewesen, hätte aber wohl kaum zu ihren hochschwingenden Selbstdefinitionen als „Hüterin des Lichts“ gepasst. Sie wird ja trotz ihrer Ängste, ihrer Ressentiments, ihrer Respektlosigkeit, Ignoranz und Missachtung weiterhin von sich denken können wollen, sie sei ein moralisch besonders integerer, herzlicher, liebevoller, ja vorbildlicher Mensch – und damit jedem, der anders denkt, überlegen. Dafür ist nichts weiter nötig als sich selbst zu belügen. Sie muss sich nur einreden, dass ihr Verhalten nicht von Angst, Verzweiflung, aufgestauter Wut und Desorientierung angetrieben ist, sondern von zutiefst moralischen und höchst spirituellen Motiven.

Und wie dreht sie es sich zurecht? Durch eine der verbreitetesten Gedanken-Manipulationen in der gesamten New-Age- und Softcore-Therapie-Szene: sie stellt „Herz“, „Liebe“ und „Gefühle“ über den Verstand und das Denken (was bereits fragwürdig ist), um sie dann im nächsten Zug gegeneinander zu stellen und das Denken und den Verstand auszuschließen, indem sie sie durch „Gefühle“ usw. ersetzt. So kann sie alles, was ihren Denkschablonen nicht entspricht, abschmettern und für nutzlos und schlecht zu erklären mit dem Generalargument, ihr „Herz“ wäre damit nicht einverstanden. Nur um nicht zugeben zu müssen, dass es ihr Denken ist, das nicht einverstanden ist und anderes Denken ablehnt und abblockt.

Man verliere nämlich nicht aus den Augen, dass sie all ihre Ablehnung mit ihrem Denken und als Gedanken, Ideen, Schlussfolgerungen und Urteilekommuniziert und begründet. Sie gibt sich dabei sogar sichtlich Mühe, rational zu erscheinen. Es ist nicht ihr Herz und schon gar nicht Liebe, die sie bewegen, sondern ihre Konzepte von „Herz“, „Liebe“ usw., die sie für höherwertig und besser beurteilt. Einmal abgesehen davon, dass sie dabei ganz offensichtlich lieblos, kalt und abweisend agiert, geht es hier nur darum, uns darin zu schulen, den enormen Selbstbetrug zu erkennen und nicht auf sein Narrativ hereinzufallen: die Lüge, sich auf eine höher-geistige „Konzeptlosigkeit“ zu berufen, um damit andere Konzepte herabzusetzen und um sich gedanklich nicht mit ihnen auseinandersetzen zu müssen, sprich: um nicht denken zu müssen.

So sieht es aus, wenn ein mechanisches, emotional programmiertes Denken eingesetzt wird, um nicht aktiv nachzudenken, zu reflektieren und neue Einsichten zu verarbeiten. Also aus Faulheit, Bequemlichkeit und Selbstgefälligkeit. Das ist eine aktive Verweigerung, sich als erwachsener Mensch zu verhalten. Es ist eine Sabotage der eigenen Geistigkeit – und natürlich auch der Versuch, jede Form von Geistigkeit bei anderen zu sabotieren und zu unterdrücken.

Wer diese irrationale Dynamik des Denkens gegen das Denken einmal verinnerlicht hat, der kann mit ihr jeden Gedanken, jede Ansicht, jede Meinung oder Äußerung, die ihm „irgendwie nicht gefällt“ abblocken – und sich für den Rest seines Lebens in einer blinden intellektuellen Programmierung fixieren, die, nebenbei bemerkt, unterhalb des Entwicklungsstands eines achtjährigen Kindes liegt. Solche ewigen „Kinder“ kommen dann daher und reagieren auf jeglichen neuen Gedanken mit dem gleichen monosemantischen Gefasel: mein Herz und meine Intuition stehen über jedem Gedanken und sagen mir – auf geheimnisvolle, mystische Weise, die niemand verstehen kann – dass deine Gedanken und Argumente falsch, schlecht und böse sind.

Übersetzt: meine affektiven Kurzschlussreaktionen und meine unbewusst programmierten Assoziationen sind das einzige, was mich lenkt und leitet, und da ich sie nicht verstehe, lasse ich auch den Gedanken nicht zu, andere könnten sie verstehen; alles, was negative Assoziationen in mir auslöst, halte ich für falsch und bekämpfe es. 

Man muss bereits in einem irrationalen Zustand, also außerhalb des logisch-rationalen Denkens sein, um diesen Selbstbetrug ohne schlechtes Gewissen zu akzeptieren. Es ist mehr als ein Betrug, es ist eine Störung, denn es resultiert darin, dass die primitivere Form des vorbegrifflichen, kategorialen Denkens das höhere, begriffliche Denken hemmt. Um diese Selbstschädigung nicht zu erkennen, muss man die Selbstwahrnehmung und das Streben nach Integrität bereits weitgehend abgeschaltet haben. Man darf sich diesbezüglich keine Selbstreflexion mehr erlauben, sonst würde sofort das eigene Gewissen Alarm schlagen. Man muss sich vielmehr von seinen Emotionen kontrollieren lassen. Im Dämmerzustand des launischen und angepassten Reiz-Reaktions-Denkens gibt es kein selbstbewusstes Gewissen, sondern nur die automatische Vermeidung von allem Unangenehmen und die Unterwerfung aller rationalen Logik unter Affekte und Emotionen.

Hier herrscht die Materie über den Geist und der programmierte Körper über die individuelle Psyche.

Die Aufgabe für den redlichen Sucher nach menschlicher Höhe ergibt sich aus der Umkehr des Beschriebenen: lerne, deine dich leitenden Gedanken zu beobachten, mit der Realität der Sinne stets aufs Neue abzugleichen und das aktive begriffliche Denken und Verstehen stets über jedes automatische Denken in Schablonen und Etiketten zu stellen. Strebe so nach Widerspruchslosigkeit im Denken und seiner ihm zugrundeliegenden Prämissen.

Es ist immer wieder frappierend, wie viel Aufwand Menschen, die in der beschriebenen Dynamik der affektiven Denkblockade feststecken, betreiben, andere mit Worten dazu zu überreden, ihre Meinung anzunehmen und sie als richtig zu bewerten. Sie appellieren dabei – ohne sich dessen bewusst zu werden – durchgehend an das Denken und an den Verstand ihrer Mitmenschen, und zwar mit der absurden Botschaft, ihren Verstand und ihr Denken nicht zu benutzen, sondern sich stattdessen von Gefühlen, Launen, affektiven Reflexen und Stimmungen, also irrational leiten zu lassen. Sie bemerken nicht, dass ihre Vorgaben und Normen bereits intellektuelle Festsetzungen sind, und dass sie ständig bemüht sind, sich einen rationalen und vernünftigen Anschein zu geben, also klüger, moralischer, richtiger und menschlicher zu erscheinen als andere. Sie kommen nicht umhin zu lügen und zu täuschen, weil sie mit ihrer Haltung ihrem eigenen Wesen und mit ihrer Kommunikationsweise dem Wesen menschlicher Kommunikation widersprechen. Das sollte zu denken geben – wenn man es kann.

Tatsächlich führt der innere Widerspruch in der Kommunikation zu einem Double-bind: die gespaltene (schizophrene, s.u.) Person sendet zwei entgegengesetzte Appelle gleichzeitig, so dass man mit jeglichem Versuch einer Antwort oder Erfüllung nur scheitern kann. Das ist das Prinzip, das junge Menschen in ihrer geistigen Entwicklung spaltet, zunächst kognitiv und dann zunehmend psychisch und in ihrer Persönlichkeit, so dass sie in immer mehr und widersprüchlichere Stücke zerrissen werden. Das kürzeste und in unserer Kultur wirksamste Double-bind ist: Denk immer daran, dass Denken zwecklos ist!

Wie tief und grundsätzlich gespalten muss die Psyche der Menschen sein, die im vollsten Brustton der Überzeugung das propagieren, was ihrem eigenen Verhalten und Fordern diametral entgegensteht. Gewöhnen wir uns für solche Fälle daran, dass wir bei einem Menschen für gewöhnlich mit mehreren „Wesen“ sprechen: in unserem vorliegenden Falle mindestens mit einer moralisch-spirituell korrekt auftretenden Prinzipien-Maruma von „Licht und Liebe“ und einer handelnden, besorgt-ängstlichen und feindseligen Maruma, die sich einen Dreck um „Licht und Liebe“ schert und sich nur einen notdürftigen Rest von Rechtfertigungs-Philosophie gerade so passend zu den momentanen Launen und Reflexen zurecht kungelt. Interessant ist die Frage, wer oder was denn dann darüber bestimmt, welcher von den zwei oder mehr „Stimmen“ jeweils dominant ist und behaupten darf „Maruma“ zu sein. Die Antwort mag gruselig genug sein, um sich diesem Treibsand entziehen zu wollen: es wird komplett von außen bestimmt, von den Umständen, dem „Zufall“ und der sozialen Programmierung. Ja, Fremdbestimmung findet im Kopf statt und diese Stimmen, die außerhalb des „Ichs“ liegen heißen Legion.

Der Mensch ist das einzige Wesen, das sich selbst in sich selbst widersprechen kann. Er wird dadurch nicht bloß irrational und kindisch, sondern auch unmündig, geschäftsunfähig, schließlich asozial und am Ende lebensunfähig. Seine Weltwahrnehmung baut nicht mehr auf realen Bezügen auf, sondern auf emotionalen Reflexen, deren Wurzeln in der für ihn undurchdringbaren, geheimnisvoll-übermächtigen Tiefe der Kindheitsprägungen und Traumareaktionen liegen. Der Mensch, der versucht, wie ein Tier zu leben, wird krank und scheußlich. Rational gesteuerte Menschen sind für ihn fremd und seltsam gefährlich. Sie haben eine fremde, nicht-definierbare Macht, die ihm Angst macht; die ihn einschüchtert, aber auch aggressiv macht, weil sie „irgendwie“ Minderwertigkeitsgefühle auslöst.

Und so kommt es, dass die Irrationalen irgendwann anfangen, gegen die Rationalen und alles Rationale zu kämpfen. Sie wollen es fortschaffen und vernichten. Der Gipfel dieses Krieges ist der Status quo der Menschheit im 21. Jahrhundert.

Beenden wir aber noch die Wiedergabe unserer kleinen Begebenheit aus dem Leben. Wie zu erwarten, sagte Maruma das zweite verabredete Gespräch ab:

„Auf deinem Blog ist so viel Text, dass ich mich auch nicht in der Lage sehe, eine Textanalyse einzelner Passagen mit dir zu machen. Jedenfalls ist für mich zu viel drin, mit dem ich absolut nicht einverstanden bin. Darum halte ich es auch nicht für sinnvoll, noch ein „Wertegespräch“ miteinander zu führen. Meine Meinung ändern werde ich nicht.“

Was lesen wir da in verbrämter Form? Ich bin überfordert – und die Texte sind schuld. Ich verstehe dich und deine Texte nicht, deshalb bin ich mit ihnen nicht einverstanden und deshalb will ich nicht mehr mit dir sprechen. Meine Gefühle entscheiden, weil ich mental durcheinander bin – egal, was in deinen Texten steht. Sie sind nicht kongruent mit den Denkschemata, die ich gelernt und gespeichert habe und die ich brauche, um mich gut zu fühlen – und meine Gefühle und Denkschubladen sind „absolut“. Meinungen kann man nicht ändern, deshalb können Menschen sich auch nicht ändern. Ich ändere mich nicht, also ändern sich andere auch nicht. Alles Mentale ist unbeweglich, unveränderbar, fix und man kann vor falschen Gedanken nur weglaufen.

Die gewöhnliche Eitelkeit der Menschen verhindert es jedoch, so ehrlich zu sein. Deshalb müssen sie ständig Verzerrungen und fiktive Aspekte einfügen, dramatisieren, übertreiben und verfälschen.

Von einer „Textanalyse einzelner Passagen“ zu sprechen ist rhetorisch übertrieben, irrsinnig und geht völlig am Thema vorbei. Noch interessanter aber ist die psycho-logische Verdrehung: „weil ich mit so vielem ‚nicht einverstanden‘ bin, ist ein Gespräch über Werte sinnlos“. Die Prämisse hinter solchen aufgeblasenen Selbstverteidigungs-Phrasen ist: wenn man mit etwas, das ein anderer sagt, nicht einverstanden ist, dann ist jegliches Gespräch sinnlos, d.h. zwecklos. Die Schlussfolgerung ist: man kann nur mit Menschen sprechen, mit deren Meinung man einverstanden ist. Wozu führt das? Zu intellektuellem Inzest, Kartellbildung, Abschottung und letztlich: Sprachlosigkeit und Kommunikationsverweigerung.

Kommt das jemandem als Symptom unserer Zeit bekannt vor? Eines kann Maruma sich mit vollem Recht auf die Fahnen schreiben: sie liegt vollkommen im Trend unserer Gesellschaft und ganz besonders jener Kreise, die sich selbst als „spirituelle Sucher“ und „alternative Lebenskünstler“ bezeichnen. 

Die spezifische Wendung mit dem „Wertegespräch“ ist in dem Bezug natürlich besonders delikat, auch wenn wir einmal darüber hinweg sehen, dass die Schreiberin an keiner Stelle den Eindruck vermittelte, verstehen zu können, was ein Wertegespräch überhaupt ist und wozu es dient. Mehr noch ist jedoch die grundsätzliche Haltung interessant für unsere Zwecke hier – sie ließe sich in etwa formulieren als: „Menschen mit unterschiedlichen Ansichten können darüber nicht nur nicht miteinander sprechen, sie können auch nicht einmal mehr über ihre Werte miteinander sprechen.“ So wird jede Kommunikation über Werte abgesagt. Genauer: es wird jede Art von Diskurs abgesagt und verneint. Vermutlich aus purer Überforderung.

Das führt aber dazu, dass man sich mit niemandem mehr über Werte, Unterschiede in Wertsetzungen oder überhaupt irgendwelche Differenzen auseinandersetzen kann, dass man dann Wertgefüge also auch nicht mehr begründen muss und sie in letzter Konsequenz nicht mehr reflektiert und bedenkt. Vielleicht kann jemand mit einer solchen Haltung noch mit Menschen gleicher Meinung und Ansichten über Werte sprechen – aber eben auch nur als reibungslose gegenseitige Bestätigung. Eine viel konstruktivere Reflexion auf der Basis von Unterschieden und über sie eine Revision, Entwicklung und überhaupt Bewusstwerdung eigener Wertegefüge werden so abgeblockt und unmöglich.

Wer sieht irgendwelche Parallelen zum Niedergang und der Herrschaft des Soziopathischen in unserer Gesellschaft bis hinab ins Einfachste und Alltäglichste?

Psychologisch gesehen ist die Kausalkette jedoch umgekehrt: Menschen, die nie über ihre Werte gelernt haben nachzudenken, die kaum wissen, was ein „Wert“ überhaupt ist, geschweige denn ein „Wertegespräch“, entziehen sich natürlich jedem ernsthaften Diskurs darüber nicht mit der aufrichtigen Entschuldigung, dass sie sich unterlegen und inkompetent fühlen, sondern mit der hochtrabenden Begründung, sich zu der „sorgfältig überlegten und hochgradig sozialen, moralischen und klugen Erkenntnis durchgerungen zu haben“, dass ein Wertegespräch „leider“, „in diesem speziellen Falle und auch nur ganz ausnahmsweise“ „nicht sinnvoll“ sei. Analphabeten sind hoch kreativ in ihren Entschuldigungen und werden eher aggressiv gegen andere bevor sie zugeben: „Ich kann weder lesen noch schreiben.“

Menschen mit eklatantem Mangel an innerer Stärke und Selbstsicherheit sind stets mehr auf Form und Formalitäten bedacht als auf Sinn und Inhalte. Worte und Wortketten haben für sie in erster Linie die Funktion förmlicher Gesten sozialer Zugehörigkeits-Signale, sie dienen vor allem der verbalen Verhüllung von Inhaltslosigkeit und Begriffsmangel. Zum Einen, um innerhalb der eigenen Gruppe instinktive Beißhemmungen zu aktivieren und zum Anderen, um Fremde außerhalb des eigenen Ideologischen Dunstkreises zu identifizieren und weg zu bellen.

Die intellektuelle Verwirrung und die innere Widersprüchlichkeit, in der diese Menschen leben und die sie stets in der Verunsicherung und Ängstlichkeit halten, ließen sich auflösen, wenn sie eine Verbindung zwischen Worten und Bedeutungen herstellen würden. Aber genau daran hindern sie ihre nervöse Oberflächlichkeit und ihre frühkindlichen Abwehrmechanismen: es sind die Bedeutung und der reale Bezug der Worte und Glaubenssätze, die ihnen Angst machen.

Heuristische Daumenregel für den Alltag: Unwissenheit, Inkompetenz und Minderwertigkeitsgefühle verstecken sich stets hinter Formalitäten, barocken Allgemeinplätzen und ambivalenten Floskeln. Kompetenz und echtes Selbstbewusstsein können jederzeit auch schlicht, geradeheraus und ungeschliffen sein. Der kleine Mann versteckt sich hinter einem aufgeblasenen „Ich will nicht“ oder einem pompösen „Es geht nun mal nicht“. Der Mann mit innerer Größe kann souverän sagen: „Ich kann das (noch) nicht. (Was kann ich hier lernen?)“.

Es gibt solche kleinen Männer und Frauen, Kinder, die der Welt heute gegenüberstehen und nichts verstehen. Alles Mentale ist ihnen „zu kompliziert“, „zu schwierig“ und vor allem „sinnlos“. Sie wurden nie unterstützt, aus der kindlichen Überforderung herauszuwachsen und sich intellektuell auf eigene Füße zu stellen. Ihr Leben lang laufen sie mit dem traurigen falschen Weltbild herum, der Welt mental nicht gewachsen zu sein und alles tiefergehende Gedankliche sei irgendwie bedrohlich, gefährlich, schlecht. Das macht es ihnen unmöglich, ihre volle Würde als Mensch zu entdecken und zu entfalten. Ihr chronisches Gefühl von Würdelosigkeit, Unterlegenheit und Minderwertigkeit können sie nie benennen oder einordnen. Es ist einfach immer im Hintergrund da und zeigt sich nur zunehmend als Verbitterung und Bissigkeit gegenüber allem, das sie nicht verstehen und das so geheimnisvoll mächtig ist.

Sie werden sich immer überfordert fühlen von „so viel Text“, „so vielen komplizierten Gedanken“, „so vielen Informationen“ oder „so vielen verschiedenen Meinungen“. Sie werden immer ambivalent gespalten sein und die denkenden, argumentierenden Menschen entweder unterwürfig zu ihrem Vormund machen oder sie angsterfüllt ablehnen, hassen und bekämpfen. Sie werden sich mit anderen Überforderten in kleinen anti-intellektuellen Gruppen in einer denkberuhigten und reflexionsfreien Zone sammeln, in denen sie sich von der realen erwachsenen Welt gegenseitig mit naiven Routinen und Zugehörigkeitszeremonien abschirmen und ablenken können. In diesen Gruppen werden sie sich gegenseitig immer wieder das Narrativ bestätigen, dass Gefühle und Stimmungen besser und wichtiger sind als jeder Gedanke und als jeder Versuch zu verstehen; dass kritische Fragen, exakte Begriffsbildung, Definitionen und Logik etwas Schlechtes sind, weil sie von „echter Spiritualität“ und „kindlicher Herz-Intuition“ wegführen. So versuchen sie die Herausforderungen des rationalen Bewusstseins von sich fernzuhalten, weil sie ihnen nichts anderes entgegen zu setzen haben als ihre bornierte Ignoranz, ihre fertig übernommenen Denkformeln und ihre kindlich ausufernden Emotionen.

Sie werden sich in ihrer Angst und Überforderung gegenseitig beschwichtigen, indem sie Worte und Sätze mantrenartig wiederholen. Worte, die ihnen das Gefühl von Zugehörigkeit und Geborgenheit geben, so wie man ein aufgeregtes Baby mit Worten beruhigt. Sie werden steif und fest behaupten, dass sie genau wüssten, was Worte wie „Liebe“, „Herzenergie“, „Intuition“ und „Wohlwollen“ bedeuten, weil sie ja doch so starke Gefühle und Assoziationen in ihnen auslösen. Nein, sie können sie nicht definieren oder in Bezug zu einander setzen. Sie können sie nicht sortieren, nicht erklären und auch nicht begründen. Frag sie danach und sie werden wütend, weil sie dich als Fremden, als Außenseiter jenseits ihrer sozialen Wohlfühlwolke identifizieren und sich in ihrer bequemen Unmündigkeit gestört fühlen.

Die Art von Stolz, die ex cathedra zuweilen als „Todsünde“ bezeichnet wird, meint diesenneurotischen, falschen Stolz, der sich gegen anderes richtet und abschottet und der nichts weiter als überheblicher Größenwahn ist und Geist tötet.

Die intellektuellen und moralischen Moglis sind heute, am Ende unseres zivilisatorischen Konstruktes, die Vertreter der sittlichen Hauptströmung geworden. Nur deshalb sind das Beispiel und das Thema hier relevant. Ein Teil von uns hat die Aufgabe, das zu durchschauen, sich aus dieser Dynamik zu lösen und etwas Neues aufzubauen. Für diesen Teil sind diese Zeilen als Klärung und Ermutigung gemeint. Nicht, um gegen die Irrsinnigen zu kämpfen – die rennen schon von selbst in den Abgrund – sondern um den eigenen Sinn zu erfassen und zu bekräftigen.

Maruma hatte Recht, wenn sie schrieb, „Vor allem aber fehlen mir die Liebe, sowie Respekt und Wohlwollen mit den Menschen.“ – nur dass sie sich nicht bewusst machen konnte, inwiefern sie damit den Nagel ihres Problems auf den Kopf traf. Sie glaubte, der Mangel läge in den Texten und ergo beim Autor. Jeder, der sich ein wenig mit Alltagspsychologie beschäftigt, weiß und kann häufig beobachten, dass Menschen jene Aspekte, die sie in sich selbst ablehnen, ständig auf andere projizieren, um sie dann dort verzweifelt zu bekämpfen. Wir projizieren unsere eigenen Schatten auf andere, um sie psychisch „loszuwerden“. Der Mangel an Respekt und Wohlwollen, der Maruma erst ins Auge sticht, wenn sie gewisse Texte liest, ist in ihrem eigenen Verhalten so überdeutlich zu erkennen, dass es gar keiner näheren Erläuterung bedarf. Von „Liebe“ gar nicht zu reden.

Das Ende der kleinen Geschichte: in einer formell noch notwendigen letzten Begegnung ein paar Monate später hatte sich nichts geändert, obwohl ein Dutzend anderer erschrockener Menschen noch versucht hatten, sie zur Vernunft zu rufen, und um einen vernünftigen Blick auf die Realitäten baten. Aber es war zu spät. Ein Dialog mit Bezug zueinander war unmöglicher denn je und aus den unbewegten Augen von Maruma blickte mich mehr als je zuvor die nackte, verzweifelte Angst an, die nicht mehr zu verbergen vermochte, wie hilflos, allein und verloren sie sich fühlte.

Ja, das Herz mit den „faschistischen“ Gedanken, das Maruma starrsinnig aus ihrem Leben und ihrem „Lichtraum“ verbannen musste, konnte sehr wohl fühlen, wie viel Angst sie hatte und dass ihre Furcht vor der Liebe, über die sie sich selbst so gerne definiert, noch weit größer ist als ihre Sehnsucht. Es konnte auch das kleine Mädchen hinter den wässrigen Augen sehen, das es immer allen recht und nichts falsch machen wollte, aber endlich auch einmal einen „eigenen Standpunkt“ haben will – und sei er auch noch so unsinnig und unbegründet – und das sich nun endlich mal gegen jemanden durchsetzen möchte – sei es auch noch so grotesk und kindisch.

Ich fragte sie zum Abschluss, ob sie glaube, dass die Sache jetzt damit beendet sei, dass sie mich aus ihrem Leben entfernte. Und ohne nachzudenken antwortete sie spontan und überraschend: „Nein.“

Sie sollte Recht behalten.

Der größere Bezug

Die Sache hat eine übergeordnete Bedeutung und es geht hier gar nicht um den Einzelfall. Er soll uns nur einiges veranschaulichen und greifbarer machen, was sich auf grundsätzlicher Ebene zu untersuchen lohnt. Insbesondere geht es darum, den Kern eines weltumspannenden Zivilisationsproblems und dessen Symptome im gewohnten alltäglichen Miteinander wiederzuerkennen.


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Version 13.10.2022

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Trevi Brunnen

Gesunde Machtarchitektur
Rationale Annäherungen an soziale Hierarchien der Verantwortung


Prolog

Dieser Text war ursprünglich als eigenständiger Artikel außerhalb der „Ordo-ab-Chao“-Reihe gedacht. Er sollte eine Idee weiter ausführen, die bisher in der Ordo-Reihe und vorhergehenden Artikeln nur vage anklang. Während also der bisher geplante dritte Teil der Reihe noch „auf sich warten ließ“ und bloß als Skizze existierte, entstand – ich sollte eher sagen: drängte sich dieser vorliegende Artikel auf – zunächst scheinbar als Nebenbeitrag. Erst in den letzten Fertigstellungsschritten dieses Textes wurde mir plötzlich klar, dass hier bereits der konsequent folgerichtige und erwartungsgerechte dritte Teil der Ordo-Reihe entstanden war. Möge der Leser dies ebenso sehen.

Das längere und etwas verirrte Warten auf eine anders imaginierte Fortsetzung der Reihe, das in eine Richtung lauerte, aus der bisher noch nichts Obligates zu vernehmen war, wird jedoch kaum umsonst gewesen sein.

Im Grunde entpuppen sich die Texte dieses Blogs zunehmend als Antworten auf Fragen, die erst einen gewissen Grad an Relevanz (für eine kleine Auswahl Interessierter) erreichen müssen, bevor eine quasi öffentliche Antwort dieser Form hier gewagt werden kann. Dass manche Antworten geliefert werden müssen, lange bevor die eigentlichen zugrundeliegenden Fragen gestellt werden, wird in diesem Text ausreichend begründet. Verantwortung umfasst eben auch die Verpflichtung, essentielle Antworten zu geben, gerade weil die Fähigkeit zum Erfragen und Antwortsuchen erst dadurch provoziert und gefördert wird. Entgegen aller Alltagslogik stehen psychologisch die Antworten am Anfang, nicht die Fragen.

Eine Frage führt uns nicht zu einer neuen Antwort. Ihre Funktion ist es vielmehr, die Irrtümer und Illusionen aufzulösen, die uns vom Erkennen einer neuen Antwort abhalten. Somit bleibt die Frage elementar wichtig für jegliche Erkenntnis, jedoch anders als in der Schule gelernt, wo uns die Frage als Bogen verkauft wurde, der den Pfeil des Intellekts, richtig abgeschossen, ins Ziel schießt. Wenn wir in dem Bild vom Bogenschützen bleiben wollen, so ist die aufwärts suchende Frage als Nebelwand zu verstehen, durch die hindurch wir das Ziel verschwommen erahnen, aber nicht exakt lokalisieren und treffen können. Es ist die Auflösung des Nebels durch längere konzentrierte Bestrahlung (durch das Sonnenlicht des Verstandes), die dazu führt, dass jener Nebel, den wir „Frage“ nennen, sich hebt und verdunstet, so dass das unbewegte Ziel klarer erkennbar wird.

Da jedoch die meisten durchaus ernsthaft Suchenden nicht einmal den Nebel sehen können, sondern ihr Blick von hochauflösend-brillanten Fantasiekonstrukten gänzlich in der falschen Richtung gefesselt ist, bleibt es ein beachtlicher Verdienst an den Menschen, sie auf den Nebel aufmerksam zu machen und seinem Mysterium näher zu bringen. Dies mag geschehen über Fragen, die noch zu durchschauen, oder durch Antworten, die erst noch zu erfragen sind.

Beides ist Aufgabe des Lesers wie jedes aufrichtigen Denkers, der über die intellektuell jugendlichen Anwandlungen hinaus ist, sich Ideen nur einverleiben zu wollen und stattdessen zu dem erwachseneren Zugang bereit ist, sich von förderlichen Ideen einverleiben zu lassen.

Die große Herausforderung jedes Autors in diesem Geiste ist es, bedachtsam auszuwählen, was gesagt werden kann und was nicht. Ohne das genaue Wissen über die Empfänger eines Textes und ohne die Möglichkeit, Botschaften an die Reaktionen des Empfängers anzupassen, ist höchste Vorsicht geboten in der Auswahl der Information und ihrer Form. Vieles kann aus Sicherheitsgründen in diesem Format nicht gesagt werden, zumindest nicht in der Klarheit und Ausführlichkeit, die es für ausgewählte vorbereitete Leser verdient hätte. Die Gefahr besteht weniger für den Leser als für die Botschaft. Fehlendes Verständnis ist weitaus ungefährlicher als Missverständnisse, die an die Illusion gebunden sind, man hätte schon abschließend richtig verstanden. Je umfassender und allgemeingültiger eine Auskunft ist, desto gefährlicher sind ihr Missverständnis und ihre Verzerrung.

Die unheilvollsten Missverständnisse sind daher die auf philosophischer Ebene, also auf der Ebene der Prinzipien und Grundprämissen des Denkens, wie dieser Artikel noch ausführlich zeigen wird. Sie werden daher seit jeher zu Recht wie Geheimnisse behandelt und gehütet. Nun, da wir an einem Entwicklungspunkt der geführten und ordentlich beschützten sozialen Regeneration angekommen sind, ist es jedoch sinnvoll, an gewisse Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten zu erinnern, um sie gegen die eingefleischten falschen Grundannahmen und das ideologisch vergiftete Denken neu durchzusetzen und wirksam zu machen.

Inhalt dieses Artikels

Dieser Artikel widmet sich der Frage nach der Struktur und den Prinzipien der Steuerung menschlicher Kollektive und Gemeinschaften, was letztlich die Frage ist, wie „die Welt“ funktioniert.

Er beantwortet nebenbei auch die folgenden Fragen:

  • warum die meisten Menschen nicht „aufwachen“ können, auch wenn man ihnen alle Informationen und Erklärungen unter die Nase reibt;
  • wie es kommt, dass selbst die Vollzeit-Aufklärer kein Gesamtbild vermitteln können, sondern nur unbefriedigende Fragmente (wofür sie sich gegenseitig schwer verdächtigen);
  • ob unser kultureller, moralischer und geistiger Niedergang tatsächlich von gemeinen Erzschurken verursacht wurde, die es zu identifizieren gilt;
  • wer oder was das ist, gegen das wir im Überlebenskampf sind (waren);
  • was es brauchte, um die Menschheit zu retten und warum niemand es früher hätte tun können;
  • weshalb uns seit Hunderten von Jahren nicht nur der Zugang zum rationalen Denken fehlt, sondern alles, was mit dem Vater-Prinzip, mit Ordnung, Geist, Verantwortung und vertikaler Förderung zusammenhängt;
  • und warum es ein so positiv zu bewertendes Zeichen ist, dass die Leseranzahl pro Artikel dieses Blogs seit dem Hinzufügen einer Bezahlschranke auf weniger als ein Zehntel der bisherigen Leser gesunken ist.

Der ganze erste Teil des Textes baut auf der Erkenntnis auf, dass 10% einer Gemeinschaft ausreichen, um die gesamte Gemeinschaft zu prägen, ihr eine Richtung zu geben und ihre Möglichkeiten sowie ihre Grenzen zu bestimmen. Wer die Implikationen dieser Erkenntnis versteht, der kann die nächsten zwanzig Seiten überspringen. Bisher hat sich allerdings im semi-öffentlichen Biotop der Aufklärung noch niemand gezeigt, der dies versteht, was ausreichend Grund zu der Annahme gibt, dass dieses Verständnis in der Breite noch gänzlich fehlt.

Hat man diese grundlegede Landkarte menschlicher Zivilisations- und Gemeinschaftsstruktur einmal begriffen, so werden all die ansonsten irritierenden, befremdlichen und rätselhaften Gegebenheiten und Geschehnisse plötzlich nicht nur verständlich und erklärbar, sondern auch zu Teilen eines kohärenten Gesamtbildes, in dem die Dinge nicht anders sein könnten als so, wie wir sie erfahren. Das Bedürfnis nach und der Maßstab für eigenes Verstehen ist sehr unterschiedlich – in Abhängigkeit von der mentalen Entwicklung eines Menschen. Wer jedoch nach einem umfassenderen Verständnis des Weltgeschehens und seiner Rahmenbedingungen strebt, der wird feststellen, dass es ohne solche Landkarten wie der hier im Folgenden aufgefalteten gar nicht möglich ist, zu einem integrierenden Begreifen zu gelangen.

Leiden tun unter einem Mangel an Begriff nur sehr wenige. Die meisten bemerken ihn gar nicht weiter – eben weil ihnen dafür der Begriff fehlt. Die wenigen begreifenden Leidenden jedoch tragen eine erhöhte Verantwortung, ihrem inneren Ruf nach Überblick und Durchblick zu folgen. Verantwortung nicht primär gegenüber anderen, sondern gegenüber ihrem eigenen Wesen, das eben diese Anlagen mitbringt.

Nicht verstehen zu wollen ist keine Sünde, sondern bloß ein schweres Defizit und Handicap. Den Drang nach Verständnis jedoch zu marginalisieren, zu ignorieren oder gar zu unterdrücken ist eine schwere Sünde und wird auf der ausschlaggebenden psychischen Ebene entsprechend schwer bestraft. Dies mag als Erklärungshinweis genügen, warum unter dem kulturellen und moralischen Zusammenbruch der letzten Jahrzehnte die meisten gar nicht und nur so wenige extrem litten. Die bisher gut gepolstert- und gepufferten werden auch leiden, jedoch nicht an mangelndem Verstehen, sondern an den Konsequenzen ihrer Irrtümer.

Dies und vieles Weitere sollte für den gewogenen Mitdenker am Ende dieses Artikels Sinn und ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Möge es denen nutzen, die anderen zu nützen bereit sind.

Anti-Hierarchie

Das fatalste und kritischste Problem des modernen Zeitgeistes ist, dass er keine geistige vertikale Hierarchie, d.h. keine geistige und psychisch-moralische Ordnung kennt und zulässt. Die abstrakte und sehr prinzipielle Idee der Hierarchie an sich ist ursächlich nicht angegriffen und ersetzt worden, sondern sie ging schlichtweg verloren. Sie ist eine Erkenntnis, die gewonnen und aktiv erhalten werden muss, sonst entgleitet sie dem Bewusstsein – sowohl des Einzelnen als auch eines Kollektivs. Dieses Wissen ist abhanden gekommen, es wurde vergessen. Wie das passieren konnte und welche Konsequenzen das bis heute hatte und hat, werden wir später noch genauer beleuchten.


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Psychologische Denkzettel zum Weltgeschehen


Vorwort

Dieser Artikel soll nicht als Teil der Reihe „Ordo ab Chao“ gelten, auch wenn er zusammen mit ihr entsteht und sich inhaltlich durchaus einreiht in ihre schon breit gespannte intellektuelle Transit-Zone zwischen Teil zwei und Teil drei. Hier in diesem Nebenprodukt der Arbeit an der „Trilogie“ (so ein Leser, obwohl es nun eine Trilogie mit vier Teilen sein wird) finden sich nun eher Paralipomena zu den Gedanken der „Ordo“-Reihe, die darin vom Tisch fielen oder nicht ausführlicher vertieft werden konnten.

Auch wenn dieser Artikel mehr einem Zettelkasten gleicht, gibt es doch ein zusammenhaltendes Band in diesen Streif- und Sammelzügen: die Frage nach der angemessenen, d.h. ausreichend umfassenden und sinnstiftenden Verständnisebene für all die Umwälzungen und Paradigmenwechsel, die wir gerade erleben. Ausschlaggebend für diese Ausschweifungen war die Feststellung, dass so gut wie kein Medium selbst in der obersten Qualitätsspitze der bisherigen Aufklärungsaktivitäten die tatsächliche Wirkebene sprachlich und somit gedanklich erfasste, auf der nicht nur alle Fäden zusammenlaufen, sondern auch Kohärenz und Stringenz so erkennbar sind, dass uns das nachvollziehende Denken schließlich wenigstens zum Nicken bringt mit einem „Ja, es musste so sein.“

Dann – und ich meine: nur dann – können wir beginnen, uns auf eine Weise innerlich und äußerlich auszurichten, vielleicht sogar zu engagieren, die dem Neuen widerspruchslos und widerstandlos gerecht wird und es nicht bremst oder stört. Das aber ist bisher für meine Augen noch nirgendwo öffentlich erkennbar der Fall – verständlicherweise aus Mangel an Verständnis.

Die Basis des Verstehens

Wir befinden uns in einer Situation, in der jegliche Art von Abmachungen zwischen Menschen – ob durch Täuschung oder wissendes Einverständnis entstanden – nicht mehr verlässlich ist. Diejenigen, die sich noch auf irgendein menschengemachtes Rechtssystem beziehen, haben den Ernst der Lage noch nicht erkannt. Die Grundlage jeglicher Vereinbarung – und Rechtssysteme sind Vereinbarungen – ist Psychologie.

Was will man denn machen, wenn man nach dieser oder jener Vereinbarung im Recht ist, aber niemand das versteht? Was will man machen, wenn real-praktisch längst schon nur noch das archaische (Natur-)Gesetz des Stärkeren gilt und sich jeder durchsetzen kann, der über ausreichend Waffengewalt und Skrupellosigkeit verfügt? Wir müssen in all den Verwerfungen und Korrosionen, die bis ins Mark der Zivilisation reichen, ersteinmal wieder eine Ausgangsbasis für Erkenntnisse, Verständnis und Orientierung finden. Und das kann nicht irgendein Rechtssystem , sondern es muss eine Naturwissenschaft sein. Echte Psychologie ist eine Naturwissenschaft. Die Naturwissenschaft vom Menschen.

Aber nicht nur das Problemverständnis benötigt Psychologie. Auch dessen Lösung. Das Problem kann nicht auf der gleichen Ebene gelöst werden, auf der es sich manifestiert. Die sogenannte „Kabale“, wie auch immer wir sie definieren und wen auch immer wir zu ihren Akteuren zählen wollen,ist bloß ein Nebenprodukt, ein Verrottungsprodukt aufgrund menschlicher Nachlässigkeit. Sie ist ein Zerfallsprodukt abfallenden Bewusstseins und hat deshalb nicht die Fähigkeit, psychologisch zu denken. Daher können auch die intelligentesten Figuren nur Abfall-Wirtschaft und Abfall-Politik produzieren und nicht verstehen, was mit ihnen geschieht. Sie mögen strategisch denken können im Rahmen fester Spielregeln und innerhalb der Linien ihres bekannten Spielbrettes, aber sie verstehen das Spiel nicht und kennen nichts außerhalb des Spiels. Dafür müssten sie psychologisch denken und nicht bloß psychomechanisch und sozio-technisch manipulieren können.

Ich wundere mich darüber, dass so wenige erkennen, dass es um Psychologie und nur um Psychologie geht. Dass ich mir das hier selbst zusammenreimen muss, mutet mir seltsam an. Wie kann es sein, dass einer, der von Politik, Wirtschaft und Geschichte nicht einmal den Kenntnisstand eines hobbyistischen Dilettanten erreicht, all die Handverrenkungen und Pappfiguren hinter den geopolitischen und medialen Schattenspielen sehen und erkennen kann, während die Berufsanalytiker sich gegenseitig nur noch widersprüchliche Konserven-Theorien und wirre Banalitäten zuwerfen, die nicht im geringsten kohärent, geschweige denn plausibel sind?

Nun, die Antwort liegt wohl in dem, worum die letzten Artikel dieses Blogs alle kreisen: im sukzessiven Abfall des Bewusstseins und im Zerfall von Bewusstseinsstrukturen, die die ganze Welt betreffen.

Wie auch immer: Psychologie – echte Psychologie – beschäftigt sich mit der Realität der menschlichen Psyche. Nicht die „Psychologie“, die uns an den Universitäten und auf gleichnamigen Regalbrettern der Buchläden angedreht wird – das ist nur Verhaltensforschung und imaginative Konzeptbildung – sondern jene Psychologie, die das Wesentliche des Menschen und des Menschseins zu erfassen sucht.

Bodenhaftung: Das Bedürfnis nach Sicherheit

Menschliches Verhalten beruht primär auf dem Bedürfnis nach Sicherheit. Wenn ein Mensch sich nicht sicher fühlt – ,was sehr viele verschiedene Gründe haben kann -, dann werden all sein Denken, Fühlen und Verhalten, seine Entscheidungen und seine Reaktionen nur darauf beruhen, nach einem Sicherheitsgefühl zu streben. Wohlgemerkt: es geht nicht um reale, faktische Sicherheit, sondern um das Gefühl von Sicherheit. Dieses kann vollständig unabhängig sein von der faktischen Sicherheit. Menschen können sich in maximal unsicheren Situationen sehr sicher fühlen oder auch in sicheren, völlig ungewöhnlichen Situationen vollkommen unsicher.

Dies gilt es für den Anfang eines Überblicks und einer einsichtsvollen Gesamtschau zu verstehen, um daraus ableitend alles andere einordnen und begreifen zu können: die erste Grundfrage in jedem menschlichen Belang, von der spontanen Momententscheidung bis hin zu kollektiven Kulturprozessen über Jahrhunderte hinweg, ist: wie sicher fühlen sich die Beteiligten?

Wenn wir aber über das Gefühl von Sicherheit sprechen, dann sprechen wir psychologisch und ausschließlich psychologisch. Alles andere von Menschen Geschaffene oder mit Bedeutung Versehene ist dem nachgeordnet und beruht darauf, ist davon abhängig und beeinflusst. Dieses eine fundamentale Beispiel aus vielen zeigt uns, dass wir als Grundlage für jedes menschliche Unterfangen, jede menschliche Handlung und jedes menschliche Verstehen und Einflussnehmen Psychologie brauchen. Unser Verständnis von Psychologie bestimmt die Grenzen unseres Verständnisses für alle menschlichen Angelegenheiten. Und nur um die geht es hier.

Darin liegt der Grund, warum alle historischen, politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen oder volkswirtschaftlichen, systemischen, ja sogar alle philosophischen Analysen und Diskussionen am Kern der aktuellen Veränderungssituation vorbeigehen und ihn verkennen. Es geht nur um die Welt. Und die Welt ist – heute mehr denn je – etwas primär Menschengemachtes. Etwas Menschenbewusstseingemachtes.

Darin liegt der Grund, warum die aktuell aktiven Aufklärungsmedien nicht über das Denken und Verstehen von 3D-Bewusstsein hinauskommen. Und selbst diese rational-logische Betrachtungsweise ist noch eher selten und für die meisten mühsam. Jene aber, die von „5D-Schach“, 9D-Bewusstsein oder sogar 99D-Extra-Doppel-Super-Bewusstsein schwadronieren, belegen damit ihre Verankerung im emotional-mystischen 2D-Denken.

Möge in dieser Kurzdiagnose ein jeder für sich Klarheit finden, der für sich aufrichtig Klarheit finden möchte.

Kopf- und Bauchsteuerung

Es gibt Menschen, die nach Prinzipien handeln, und Menschen, die nach Affekten, Launen, Gewohnheit und Schwächen handeln. Bei ersteren herrscht das Denken über den Sympathikus, also der Kopf über den Bauch, bei zweiteren herrscht der Sympathikus über das Denken, also der Bauch über den Kopf. Nur die extremen, d.h. konsequentesten Vertreter dieser beiden Pole bestimmen über Formung und Geschick einer Gesellschaft. Ergibt sich die Masse den triebhaften Bauchmenschen, so geht alles bergab: Sitten und Ordnung verfallen, Korruption und Skrupellosigkeit übernehmen die Macht und das Kollektiv wandert dann von der Orientierungslosigkeit in die ideologische Diktatur (z.B. Sozialismus), von dort in ein Korruptions- und Betrugssystem und schließlich durch die Ausbreitung von Mafiastrukturen in einen Zustand offener Gewalt und chronischen Terrors bis in den zivilisatorischen Selbstmord.


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Ordo-ab-Chao-Entr'acte

Die Institutionalisierung des Menschen

Nun sind wir einen beachtlichen Gedankenweg gegangen und haben mit den ersten beiden Teilen dieser Reihe einen neuen Blick auf die soziale und moralische Landschaft unserer Kultur gewonnen. Zum dritten Teil hin jedoch haben wir einen großen Sprung vor uns, wenn nicht sogar eine Umkehrung unserer Aufmerksamkeit in eineganz andere Richtung, die zwar in den ersten beiden Teilen schon hier und da angedeutet ist, aber eine noch viel ausführlichere Darstellung benötigt, wenn sie greifbar und nutzbringend werden soll.

Diesen Sprung können wir nicht aus dem jetzigen Stand heraus machen. Es braucht dafür ausreichend Anlauf und innere Vorbereitung, sowohl um das bisher Betrachtete zu verlassen ohne es dabei aus den Augen zu verlieren, als auch um die Notwendigkeit der nächstfolgenden Orientierung zu erkennen und sie zu wollen.

Bevor wir zum finalen dritten Akt kommen, braucht es deshalb diesen „Zwischenakt“.

Wer bis hierhin allzu passiv oder indifferent der Gedankenreise der letzten Texte gefolgt ist, wird umso größere Schwierigkeiten damit haben, sich im Folgenden den notwendigen energischen Ruck zu geben, um sich selbst als Teil des Problem-Knäuels zu begreifen und die problematischen Knoten im eigenen Denken zu lösen.

Wir machen mit diesem Artikel eine Art Zwischenstopp „auf halber Strecke“ als erfrischende und kräftesammelnde Erholungspause auf einer schon erhöhten Aussichtsplattform, bevor wir uns dann im eigentlichen dritten Teil dieser Reihe auf den Weg der nächsten, schwierigeren Wegetappe zu noch unbekannten Höhen – vielleicht zu Gipfeln – aufmachen, von denen wir bereits ahnen können, dass sie noch viel weniger erklommen und kartographiert wurden als selbst die schon reichlich menschenleeren Pfade der zuletzt beschrittenen intellektuellen Plateaus, auf die wir nun zurückblicken.

Lassen wir uns nicht irritieren von diesem mehr oder weniger rhythmisch wechselnden und scheinbar widersprüchlichen semantischen „Mal-auf-mal-ab“: was als intellektuelle oder geistige Vertiefung und Tiefenbohrung motiviert und befeuert ist, entspricht dem Aufstieg nach oben in die Höhe, wenn wir sie anstreben. Tatsächlich ist es ein Ein- und Vordringen ins überschauende und zusammenfassende Geistige, das uns je tiefer hinein auch desto höher hinan führt. Dies lohnt sich, sich immer wieder aufs Neue bewusst zu machen, ganz besonders im ergriffenen Eifer oder in der freudvollsten Hingabe: dass nämlich keineswegs immer ein tieferes oder beharrlicheres Eindringen automatisch auch weiter nach oben führt und einen Aufstieg bedeutet. Wir können zwar stets nur am Anfang und unten am Fuße der Berge beginnen, um uns neues oder fremdes Territorium zu erobern, aber das Herz einer geliebten oder zumindest bewunderten Angelegenheit liegt merklich höher und kann nur erreicht werden, wenn wir bereit sind, die Anstrengungen für eine aufsteigende Bewegung zu unternehmen.

Dies sollte als ausgemacht gelten, auch wenn es nicht immer eindeutig ist. Sonst finden wir uns eines zu späten Tages in der misslichen Lage des hoch aktivierten Stillstands und bestinformierter Verständnislosigkeit wie jener vergeblich Beflissene, der ausrief:

Nun bin ich Armer schlauer als zuvor
Und steh‘ noch vor dem gleichen Tor!

Statt also weiter auf Wunder im Land zu warten, können wir beginnen uns selbst zu verwundern, sobald wir bereit sind Aliceland zu betreten. Dafür müssen wir jenem flüchtigen weisen „Kann-ich“ folgen, das uns durch den haarsträubenden „Kann-ich-nie“-Bau hinab führt. Und zwar so lange und freimütig, bis wir neuen Boden unter den Füßen haben.

Dafür werden wir dann auch erkennen müssen, dass das Vordringen in unerwartete Wiesenlöcher, dunkle Höhlen und andere geheimnisvolle Eröffnungen ein gehöriges Maß an Hingabe und Loslassen fordert, wenn man die Erkundung des Unbekannten nicht zur schmerzhaften Tortur oder betäubenden Überanstrengung machen will. Und was wir loszulassen haben ist vor allem all das, was uns vom Empfinden unserer Unsicherheit und Unkenntnis abschirmt.

Innehalten

Wir wollen hier weder den Fehler machen, echoartig Gesagtes zu wiederholen, noch den, Kommendes vorzeitig vorwegzunehmen. Bei Letzterem würden wir uns bloß dem Laster der Ungeduld ausliefern, die ihre Opfer geistig verflacht und moralisch aushöhlt, was dann häufig zu Ersterem führt, das wir als „sich verstecken hinter Wortwolken“ bezeichnen können – denn das Geistlose findet auch viele Worte – nämlich um sich zu tarnen.

Stattdessen wollen wir eine seltene Disziplin üben: den Moment der Wander- und Atempause voll und ganz bewusst machen und in seiner Eigenart vertiefen. Natürlich vertiefen wir nicht „den Moment“, wir vertiefen unsere Wahrnehmung im und für den Moment.

Das Anliegen dieses gedanklichen Zwischenspiels ist es also, eine Brücke herzustellen von den bisherigen Analysen der äußeren Welt und den Erkenntnissen, die wir aus ihnen ziehen konnten, hin zu jener Welt oder Dimension, in der wir wirksam werden und wenn auch nicht immer schon Essentielles bewegen so doch zumindest von Essentiellem intensiver berührt und bewegt werden können. Wir sind jetzt an dem Punkt, an dem zurecht die Fragen auftauchen, wie es denn nun weitergehe, was denn nun zu „tun“ sei, wie man denn nun mit all dem umgehen oder was man daraus gewinnen und ableiten könne. Um diesen Fragen in angemessener Redlichkeit und Ausführlichkeit begegnen zu können, brauchen wir noch etwas Vorbereitung.

Dazu werden wir in diesem Zwischen-Artikel einmal die wichtigsten Erkenntnisse insbesondere der ersten zwei Teile – im Grunde aber aller vorhergehenden Artikel der letzten 24 Monate – zu einigen handfesten Schlussfolgerungen zusammenziehen und auf eine weiterführende Linie bündeln im oben beschriebenen Sinne von Vertiefung, Erhöhung und Selbstbezug.

Darin liegt ein Richtungswechsel, der sich für die meisten Leser und im Verhältnis zu allem der aktuellen Kultur Angehörigen als völlige Kehrtwende darstellen wird. Ein Richtungswechsel des Denkens und Wahrnehmens von der Außenorientierung zur Innenorientierung und damit in Folge auch einer Neupriorisierung vom verinnerlichten Primat der Welt zu einem selbstgefundenen Primat des Bewusstseins und somit vom Fokus auf Wirkungen zum Fokus auf Wirklichkeit.

Das ist, was wir heute zu unserer Rettung brauchen. Das Chaos im Außen ist grenzenlos und total. Aber nicht im Inneren. Nur dass der Weg dorthin für die meisten verschüttgegangen und durch fehlende Übung schwierig geworden ist. Diejenigen, die sich berufen fühlen, werden ihn suchen, erkennen und gehen können.

Und so scheinen es einige Leser dieser Artikel zu schätzen, dass deren gedankliche Ausrichtung sich stets zum Unwandelbaren und verlässlich Gesetzten hin wendet und orientiert, auch von noch so verworrenen und verwirrenden Phänomenen ausgehend. Dass solche Texte damit zumindest erst einmal wieder daran erinnern, dass es diese Dimension überhaupt gibt und sie über das beständig suchende Denken und Neu-Begreifen zugänglich wird. Dies ist, wessen wir in all dem sintflutartigen Wandel und bis hin zum Tempelbeben am dringendsten bedürfen: eine verbindliche gedankliche, daraus dann auch moralische und schließlich emotionale Verankerung in dem, was sich nicht und niemals wandelt, also in dem, was in aller Veränderung unverändert bleibt.

Jeder, der sich hat von den großen Umwälzungen berühren und bewegen lassen, wird in dem Maße auch allem voran dieses wachsende Bedürfnis verspüren und sich Orientierung wünschen, wo weit und breit Desorientierung und Dysorientierung um sich greifen.

Das Aufsteigen am Berghang

Der aufmerksame Leser möge bedenken, dass es genauso schwierig oder sogar schwieriger ist, diese Texte zu lesen als sie zu schreiben. Den bekannten weil gegangenen Weg zu beschreiben ist – subjektiv betrachtet – eine viel geringere Anstrengung als sich den steilen unbekannten Berghang nur mit Hilfe dieser Landkarte oder Wegbeschreibung hinaufzuarbeiten.

Wir haben mit den vorhergegangenen Artikeln ein großes dunkles Tal durch Einsichten hinter uns gebracht und nun bereits viele Höhenmeter gewonnen mit neuen, hilfreichen Aussichtspunkten und Erweiterungen der Sicht über die Landschaften, in denen wir – unten – verstrickt und orientierungslos, meist auch im Schatten und Regen standen. Nun aber müssen wir den Blick mehr als zuvor auf unsere eigenen Füße lenken und auf den unmittelbaren Weg vor uns, denn von hier ab wird der Weg schmaler – viel schmaler, kaum erkennbar und steinig. Nach oben hin verliert sich die Aussicht schnell in Unwägbarkeiten und Nebel. Wir können nicht unterscheiden zwischen den Konturen des Berges oder eines Pfades und den Formen, die uns unser Auge bloß vorgaukelt, wenn wir glauben, im Diffusen und Verschwommenen Vertrautes oder Greifbares zu erkennen. Was wir vielleicht schon sehen, zumindest ahnen können, ist, dass es noch weiter nach oben hin verspricht, heller und klarer zu werden und dass wir also mit jedem Schritt aufwärts ein Stück Dunkelheit und Verwirrung hinter uns zu lassen erwarten können.


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Vater um Mutter um Kind

Teil 2: Auferstehung


5.2.2022

Wir haben im ersten Teil gesehen, dass das gesamte Spektrum unseres kulturellen Abstiegs, auf der philosophischen, sozialen, wirtschaftlichen bis zur persönlich-mentalen und moralischen Ebene, begriffen werden kann als die Symptome eines Abgleitens in matriarchale Strukturen, die wiederum nur die gesellschaftlich-politische Folge eines eklatanten Bewusstseinsmangels, zum großen Teil sogar Bewusstseinsverlusts der Menschheit sind. Wir haben es hier also mit einem so umfassenden und grundsätzlichen Vorgang zu tun, dass Fragen nach Schuld und Verursachung viel zu kurz greifen und uns in die falsche Richtung leiten würden.

Man könnte einmal hypothetisch ein von Menschen oder sonstigen intelligenten Wesen initiiertes Projekt zur allgemeinen Absenkung des Bewusstseinsniveaus der gesamten Menschheit annehmen, aber die Frage wäre dann immer noch, was solch einem Projekt die Grundlage gab und wie es denn kam, dass die Menschen daran – als Mittäter und Opfer – mitwirkten. Wenn wir dieses weltweite kulturatmosphärische Phänomen wirklich verstehen wollen, müssen wir bereit sein, die Ursache-Wirkungskette so weit zurückzuverfolgen, bis wir auf eine Ursache oder initiierende Kraft stoßen, die wir als essentiell gegeben und als Teil – wenn nicht des Kosmos so doch zumindest der Menschheit an sich – erkennen können. Wir können nicht einfach den diabolus ex machina erklären und alle weiteren Fragen einstellen, wenn wir den Mummenschanz beenden wollen.

Wir müssen etwas finden, dass nicht gemacht wurde, sondern der Sache selbst, also der Menschheit ihrer Natur nach immanent ist. Das wäre dann die Ur-Ursache, jene prozessauslösende Seinsqualität, die andernorts als „Karma“ bezeichnet wird: das Substrat, aus dem Ursache-Wirkungs-Vorgänge hervortreten und nur durch eine Veränderung eben dieser Seinsqualität, also des Substrats, verändert oder beendet werden können. Vorher dürfen wir nicht aufhören zu fragen, weil wir sonst nicht an die bewirkende Kraft kommen und uns nur immer weiter in jenen Kampf verheddern, dessen Ursprung in uns selbst, in unserer inneren Struktur wir nicht zu erkennen vermögen.

Die Aufklärer und Ursachenforscher, die sich dieser Dimension nicht bewusst sind oder nicht bewusst sein wollen, enden an willkürlich gewählten Punkten der Ursachenforschung und Beziehungs-Verkettung und tüfteln ihre Erklärungsmodelle nur noch in die Breite aus, ohne jemals noch einen Zentimeter an Tiefe zu gewinnen. Die Endpunkte des Nachfragens und Nachforschens sind sehr unterschiedlich – ja nach Vorlieben, emotionalen und mentalen Grenzen und biografisch vorformatierten Weltbildern. So ist zu erklären, warum gleichermaßen ernsthafte und engagierte Politik-Detektive so unterschiedliche Ursachenkonzepte präsentieren. Für die einen endet die Ursachenforschung bei den Freimaurern, andere nennen Jesuiten und Dunkelpäpste oder alte geheime Stammbaumdynastien, und der nächste glaubt, dass diese wiederum von Außerirdischen oder atavistischen Riesen eingesetzt oder gesteuert werden, welche zum letzten Mal im Alten Testament oder in ägyptischen Hieroglyphen beurkundet wurden. Was alle diese Modelle gemeinsam haben ist, dass nur die Protagonisten weltlicher, politisch steuernder Macht, also nur ausführende Figuren als Täter gesehen und dass diese Täter mit Verschuldern verwechselt werden; dass außerdem die Opfer und deren Mentalität und Motivation gar nicht untersucht werden und dass es immer bei dem Schema „die starken Bösen gegen die schwachen Guten“ bleibt ohne dass die Ursache für diese Dynamik jemals aufs Tablett kommt. Von einem Sinn und Zweck ganz zu schweigen. Ich habe in vorhergehenden Artikeln schon näher erläutert, dass zu solchen Spielen, egal ob Täter-Opfer-, Betrüger-Betrogener-, Mächtige-Ohnmächtige- oder Wissende-gegen-Unwissende-Spiel, immer zwei gehören, die beide mitspielen müssen und beide gemeinsam mit ihren Rollen das Spiel überhaupt erst zustande bringen.

Die Einwände an dieser Stelle sind stets die gleichen: wer würde denn so ein Spiel wollen? Wer würde seine Kinder opfern? Wer würde sich freiwillig versklaven lassen? Wer würde sich auf ein Spiel einlassen, bei dem er nur verlieren kann, unterdrückt, missbraucht und ausgeraubt wird? Und so weiter.

Die Antwort lautet: erstens der, der keine Wahlfähigkeit hat und zweitens der, der dieses Spiel für seine Entwicklung braucht.

Eine klügere Frage für ein tieferes Verständnis wäre deshalb: welche Bedingungen und Kräfte führten zu dieser Dynamik? Und nicht, „Wer ist schuld?“. Ein weitere kluge Frage wäre: was können wir daraus lernen?

Es wird sichtbar: wir geraten in eine völlig andere und weitere Erkenntnisdimension, wenn wir uns als betrachtende, erlebende und erkennend-lernfähige Subjekte mit in die Untersuchung der sich auftürmenden Misere einbeziehen. Also auch mit in die Fragen und mit in die Ursachenforschung einbeziehen. Damit ist jene Schwelle markiert, vor der die meisten schon mit großem Abstand kehrt machen oder abbiegen. Auch an einigen Leser-Kommentaren unter dem ersten Teil ist zu erkennen, dass die Grenze zum besseren Verständnis selbst der deutlich beschriebenen Implikationen und Bedingungen an der Stelle für manche zu einer unüberwindbaren Mauer wird, an der es darum geht, psychische Mechanismen und Bewusstseinsprinzipien als Ursache für soziale, politische und mentale Strukturen zu erkennen und den gängigen Fehler (und Selbstschutzmechanismus) zu vermeiden, dass man Ursache und Wirkung verwechselt und die psycho-kulturelle Verfassung inklusive ihrer Bewusstseinsräume für eine Folge philosophischer, sozialer oder politischer Strukturen und Veränderungen hält.

Dabei hat uns doch die Quantenphysik angeblich nichts so sehr versucht zu vermitteln wie die epistemologische Notwendigkeit, den Betrachter mit dem Betrachteten zusammen in die Betrachtung einzubeziehen. Und wenn „Schönheit im Auge des Betrachters“ liegt, warum dann nicht auch alles andere, z.B. Hässlichkeit, Macht, Geheimnistuerei, Außerirdisches, Irrungen und Wirrungen oder Täter-Opfer-Spaltung und ähnliche Schwarz-Weiß-Kachelungen?

Was das für den Einzelnen bedeuten kann und warum dieser Weg des Verstehens nur für den Einzelnen beschreitbar und zweckmäßig ist, darauf werden wir in einem dritten Teil dieser Reihe zurückzukommen haben.

In diesem Teil soll es erst einmal darum gehen, den Ausweg aus der matriarchalen Verpuppung sichtbarer zu machen und dass es – wie bei Verpuppungen so üblich – die Möglichkeit der Weiterentwicklung und Befreiung gibt – wenn man nicht vorher gefressen wird.

Setzen wir also an der Stelle fort, an der wir zuletzt geendet haben, bei dem Hinweis auf das Erinnern als Teil einer großen bevorstehenden Aufgabe zur Befreiung aus der Matrix und zur Umkehr der Abstiegsprozesse wieder aufwärts in eine Evolution.

Die Wachstumsaufgabe

Aus dem im ersten Teil Dargestellten ergibt sich die not-wendige Aufgabe, vor der wir stehen als logisch leicht erkennbare Konsequenz, wenn wir nicht im Spinnennetz der matriarchalen Hyperdominanz untergehen wollen: wir müssen intellektuell, moralisch, politisch, sozial und strukturell wieder zu den Prinzipien des Patriarchats zurückfinden. Und zwar am besten in genau dieser Reihenfolge.

Es gibt auch einen Entwicklungsweg darüber hinaus – selbst die gesunde und intakte patriarchale Ordnung ist nicht die höchstmögliche für uns Menschen und aller Weisheit letztes Wort, aber das wird frühestens für den übernächsten Entwicklungsschritt relevant werden und nichts ist relevanter (und seltener) als den unmittelbar nächsten notwendigen Schritt des Entwicklungsweges zu kennen und zu fokussieren, auf dem man sich selbst befindet.

Wenn wir erkannt haben, wie tief wir in defizienten und degenerierten matriarchalen Bewusstseins- und Machtstrukturen stecken und dass gesunde patriarchale Strukturen die Bedingungen für mehr Freiheit, mehr Wesenskongruenz und mehr menschliche Entfaltungsmöglichkeiten sind, dann ist der nächste notwendige mentale Schritt die Befreiung von der Idee, patriarchale Strukturen ständen antagonistisch gegen matriarchale. Es ist kein Entweder-oder und Nebeneinander, sondern ein Kleiner-oder-größer, ein Enger-oder-weiter, ein Niedriger-oder-höher, ein Kindlicher-oder-reifer. Also kein Konkurrenzverhältnis, sondern das von Stufen einer Entwicklung, die aufeinander folgen und aufbauen. Es geht um Wachstum und Erweiterung.

Denn die patriarchale Logik der Ausrichtung an objektiven Gesetzen, welche nur mit dem rationalen Verstand erkannt und formuliert werden können, schließt die gesunde matriarchale Versorgungs- und Bewahrungslogik nicht aus, sondern sie schließt sie mit ein und umfängt sie. Wie soll es auch anders gehen? Der Wechsel ins patriarchale, gesetzesfundierte Denken ist ein Zuwachs an Bewusstsein für menschliche Fähigkeiten, Eigenschaften und vor allem Potenziale, nämlich insbesondere für die geistigen, abstrahierenden und begriffsbildenden Fähigkeiten und somit eben auch für die Form und Struktur der Gemeinschaften, die ihm entsprechen. Durch einen Zuwachs an Bewusstsein wird das vorhandene Bewusstsein für primäre und basale Prozesse und Bedürfnisse nicht beseitigt, sondern nur relativiert und ergänzt.

Das Bewusstsein für das Zyklische und für die Notwendigkeit geschlossener Kreise und Kreisläufe bleibt im Patriarchat erhalten, aber es verliert seine Absolutheit und Dominanz, weil das abstrakt denkende Bewusstsein höhere, d.h. umfassendere Gesetzmäßigkeiten und Abhängigkeiten erkennen und nutzen kann.

Alles, was sich dreht, impliziert einen Antrieb und ist Motor, aber es hat keine Richtung. Das patriarchale Denken, also das abstrakt-rationale Denken fügt zu der Dimension des Antriebs die Dimension der Richtung hinzu – und zwar im Bewusstsein der Menschen. Rein matriarchale Gesellschaften sind Triebwerke oder Steuerruder ohne Cockpit. Ihre Kapitäne haben kein Ziel und keinen Kurs. Erst das rationale Denken in zeitlosen, nicht-dinglichen Begriffen und Gesetzmäßigkeiten kann die stetige Umdrehung des natürlich Kreisenden in eine lineare Bewegung umwandeln. Ein Auto oder ein Flugzeug beruhen auf Ideen, die über einen Motor weit hinausgehen. Ein Motor ohne Getriebe und Ausrichtung seiner Energie und Bewegung auf ein Gefüge von umwandelnden Mechanismen (Räder, Turbinen, Düsen) ist nichts weiter als ein Ding, das sich dreht, Energie verbraucht und mehr oder weniger Hitze und Lärm produziert.

Alles, was heute als Hochgeschwindigkeitsstillstand diagnostiziert werden kann, entspricht dem Prinzip „Energien und Motoren ohne Richtung und ohne Lenker“. Wenn wir zusätzlich bedenken, dass ein alter Begriff für Richtung Sinn ist, dann können wir feststellen, dass so gut wie alles Treiben der Menschen heutzutage sinnlos ist. Es ist sogar unsinnig und die darin sich um und um immer schneller Drehenden nicht mehr bei Sinnen. Das althochdeutsche sinnīg bedeutete das Gegenteil davon, nämlich „mit Vernunft begabt“, „verständig“ und “erkennend“.

Der Schritt ins patriarchale Bewusstsein ist also auch der Schritt ins verstehende, ins ingenieurstechnische und architektonische, also ins funktionale Denken.

Der Mensch kann sich damit selbst erkennen als mehr als nur einen Teil der ewig kreisenden Natur, nämlich als derjenige, der diese Kraft des Gegebenen, des natürlichen Antriebs, benutzen kann, um das Gegebene zu gestalten und zu formen. Damit als Vertreter von Geist und nicht Materie.

Das Selbstverständnis des Menschen erweitert sich auf dieser Bewusstseinsstufe also vom Nur-Teilhabenden und Gesteuerten hin zum auch Gestaltenden und Steuernden. Und zwar durch das Erkennen der Wirkmechanismen und Prinzipien der gegebenen Kräfte und Bedingungen. Das, was unsere Muskeln und später dann unsere Apparate und Maschinen steuert, sind nicht unsere Instinkte, Emotionen, Bedürfnisse oder Vorstellungen, sondern unser erkennendes und verstehendes Denken.

Während im Matriarchat die Kraft (letztlich der Muskeln und der Impulse aus dem Vegetativen) die Dominanz hatten, übernimmt im Patriarchat das Denken die Herrschaft. Wenn wir für einen Moment bei der physiologischen Analogie bleiben wollen: die Kultur einer Gemeinschaft wächst dabei von einer hormonell dominierten und organzentrierten Reiz-Reaktions-Kultur des Autonomen Nervensystems zu einem senso-motorischen Steuerungs-Bewusstsein des Neokortex. Und die zentrale Hauptfunktion des Neokortex ist Integration, also das Zusammenfügen vieler einzelner Elemente aus Wahrnehmung, Gedächtnis, Erfahrungen und Reaktionsmustern zu einem Ganzen. Keine andere Instanz im Menschen kann dies leisten. Und deshalb sind auch Steuerung und richtungsgebende Koordinierung nur von dort aus möglich, nur dort, wo Überblick, Gesamtverständnis und Organisation entstehen. Dort erst entsteht Sinn.

Damit haben wir im Übrigen auch schon einen Hinweis auf die drei Facetten des Erinnerns, in denen eine Bewusstseinssteigerung über das sozial-reaktive Bewusstsein hinaus liegt, nämlich des (1.) Integrierens, des (2.) Bedenkens und des (3.) sich-Besinnens. Alle diese drei Aspekte des sich-Sammelns, sich-Bündelns, also sich-Zusammennehmens und innerlich Zusammenkommens wirken als Gegenkraft zu Fragmentierung, Zerrissenheit, Widersprüchlichkeit und Zerstreuung. Wir werden auf die zentrale Funktion des Erinnerns für den Übergang vom emotional-mythischen Bewusstsein zum rationalen Bewusstsein etwas später noch ausführlicher zurückkommen.

Zunächst schauen wir noch einmal genauer hin, was dieser Schritt hin zum Steuern und Organisieren auf der Basis von abstraktem und prinzipiellem Verstehen für die gesellschaftliche Ordnung und Politik bedeutet.

Rahmen setzen – nicht nur im Bilde bleiben

Die einfachste Interaktion zwischen zwei Menschen braucht einen Rahmen mit Regeln, an dem sich beide orientieren können. Wenn man in einen fremden Kulturkreis reist, bemerkt man, wie selbstverständlich dieser gemeinsame Rahmen für uns innerhalb einer Kultur ist mit seinen festgelegten Kodizes, Normen, Ritualen, Signalen und Gesten, und wie schwierig bis unmöglich menschliche Interaktion und jede Form von gemeinsamem Handeln und Handel werden, wenn dieser gemeinsame Rahmen fehlt.

Wie viel mehr braucht es dann Rahmen und formellen Konsens für eine ganze Gemeinschaft oder gar ein ganzes Land?

Dass wir nun aber in westlichen Kulturkreisen schon lange keinen gemeinsamen Moral- und Sittenkodex mehr haben, dürfte wohl kaum jemandem entgangen sein. Dieses Vakuum an Orientierung wird bloß verdeckt durch eine gemeinsame Ideologie auf der Basis einer emotional unterfütterten, irrationalen Haltung. Genauer gesagt einer Anti-Haltung: gegen jegliche Art von Maßstab, Kodex, Grundsatz oder überhaupt Ausrichtung im Namen von „Freiheit“, eine euphemistische wenn nicht sogar unmittelbar selbstbetrügerische Parole für politische Anarchie und kulturelle Verwahrlosung.

Jeder heute weiß, dass die Regeln, die für den einfachen Bürger in seinem Alltag bindend sind und vom System eingefordert werden, für höhergestellte Machtpositionen nicht gelten. Dort gelten andere, nämlich die Mafia-Regeln von Komplizenschaft, Sonderrechten und Begünstigungen. Wir wissen, dass nicht nur die Korruption „nach oben hin“ immer mehr zunimmt, sondern auch die Inkompetenz und dass wir deshalb System-Gestalten in dem Maße misstrauen müssen, wie sie Machtpositionen innehaben. Das ist bei Jedermann längst angekommen. Welch desolateren Zustand einer Gesellschaft kann man sich vorstellen, als dass mit wachsender Macht und sozialer Stellung Moral und Verantwortungsfähigkeiten abnehmen (und umgekehrt) – und darüber hinaus sogar alle das wissen, aber keiner etwas dagegen unternehmen will?

Und welche Kräfte halten denn dann eine Gemeinschaft noch zusammen und strukturiert, wenn es keinen verbindlichen Moralkodex, keine gemeinsame Gesinnung, keine allgemeingültigen Regeln und Normen, also keine Orientierung an grundsätzlichen Werten mehr gibt? Diese Frage möchte sich in einem System der Machtverdunkelung natürlich niemand stellen, denn die Antwort ist so offensichtlich wie beunruhigend: mit Gewalt. Das bedeutet, mit der erzwungenen Unterwerfung und Zerstörung der Integrität des Einzelnen zugunsten der System-Dynamiken. Diese hatten wir im ersten Teil ausführlich beschrieben und gesehen, dass in ihrem Zentrum eine blinde Mechanik stumpfer Selbsterhaltung ohne Eigenbewusstheit steht.

Je weniger Menschen Moralvorstellungen und ethische Richtlinien als Leitprinzip für ihre Handlungen und Entscheidungen anerkennen, desto mehr müssen sie durch rohe Gewalt von außen gezwungen oder dazu korrumpiert werden, den Rahmen und Regeln für den Umgang miteinander einzuhalten. Diese simple Gesetzmäßigkeit führt dazu, dass eine amoralische Gesellschaft in kürzester Zeit die Form einer Diktatur annimmt, denn die Menschen werden sich ohne jegliche andere Orientierung und Verbindlichkeit nur dann noch rudimentär sicher fühlen, wenn das Gewaltmonopol in fester und kraftvoller, vor allem möglichst bekannter und sichtbarer Hand liegt. Menschen bevorzugen das Sichere und Berechenbare, auch wenn es ihnen schadet.

So ist das Tor in die pure Gewaltherrschaft bereits offen, sobald Menschen keinen Bezug zu moralischen Prinzipien mehr haben. Zunächst sinkt die Kontrollgewalt erst nur auf emotionale Gewalt, Manipulation, Propaganda, Täuschung und Erpressung und soziale Stigmatisierungen herab. Mit der Zeit werden sich als Herrscher und Trendsetter jedoch jene Gestalten und Apparate durchsetzen, die sich am wenigsten emotional manipulieren lassen und die am wenigsten vor physischer Gewalt – oder überhaupt vor irgendetwas – zurückschrecken: Psychopathen und andere Formen linkshemisphärisch-autistoider Intelligenz wie z.B. künstliche Intelligenz, Roboter, Programm-Netzwerke alias „Internet“ und darin – allseits bekannt und massiv unterschätzt – Suchmaschinen.

Es dürfte ausreichend bezeichnend für den Stand einer Kultur sein, wenn die letzte Verbindung des Menschen zum Geistigen – das Suchen – von Maschinen übernommen wird.

Eine allgemeingültige Moral und Ethik als verlässliche Basis menschlicher Gemeinschaftsbildung und gemeinsamen Handelns bedarf eines rationalen Fundaments statt nur eines emotional-sozialen Bindemittels. Zur Erinnerung: rational bedeutet: begrifflich-konzeptuell in ungebrochener Verbindung mit der Realitätswahrnehmung.

Dieses notwendige rationale Fundament ist Philosophie: die Kunst, die Realität und ihre Gesetzmäßigkeiten gedanklich richtig abzubilden und ihnen entsprechend richtig, d.h. gesetzmäßig korrekt zu denken. Man kann ohne Philosophie, d.h. ohne stabile Konzepte über die Welt, den Menschen, ihre Beziehung durch menschliche Erkenntnisfähigkeit und über die Gesetzmäßigkeiten des Denkens selbst keine Ethik haben. Und ohne Ethik ist Moral nichts weiter als eine sozial durchgesetzte Mode ohne Halt und Boden. Es fehlt ihr und allen Ordnungsstrukturen die Objektivität.

Sich an feststehenden, objektiv gültigen, unpersönlichen Gesetzen statt an Bedürfnissen, Stimmungen, Naturzyklen oder gegebenen sozialen Hierarchien zu orientieren, fordert mehr Ausrichtung am Geistigen und Allgemeingültigen als am Materiellen, Gegenständlichen und Prozesshaften. Objektive Gesetze und Regeln gelten zu jeder Zeit, unabhängig von irgendeiner Laune und unabhängig davon, wer auf welcher Machtposition sitzt. Diese Verlagerung ins Abstraktere zum Objektiven und Zeitlosen hin gibt den Menschen mehr Überblick, mehr Verständnis und dadurch mehr Freiheit, sich selbständig zu orientieren und zu bestimmen, aber es fordert auch mehr Abstraktionsfähigkeit von sich selbst und unmittelbaren persönlichen Wünschen, Launen und Gelüsten, weil diese ausschließlich an das momentane Geschehen und seine unmittelbaren Auslöser gefesselt sind und fesseln – ohne Bezug zu übergeordneten mentalen Schemata wie Verständnis, Überzeugungen, Zielorientierung, Voraussicht, Weitsicht und Werten.

Denken ist mächtiger als Reagieren, aber Freiheit ist anstrengender als Abhängigkeit.

Mit anderen Worten: dem Matriarchat kann man sich rein emotional-sozial und reaktiv einfügen – einkonditionieren. Ins Matriarchat kann man sich fallen lassen. In einer patriarchalen Ordnung muss man hingegen logisch-abstrakt und rational denken können, wenn man seine Prinzipien verstehen und sowohl gestaltend als auch selbstentfaltend an der Gemeinschaft teilhaben will. Im Patriarchat muss man sich aufrecht halten, d.h. man braucht die aufsteigend stabilisierenden Kräfte einer spezifisch menschlichen Wirbelsäule, die mehr kann als nur organische Anpassung und bewegliche Einformung. Man muss den Kopf oben und über allem anderen halten können.

Die Schwierigkeit für viele Menschen wird jedoch dann sein, selbst wenn sie das Grundsätzliche verstehen, diese unpersönlichere, unemotionalere und anstrengendere Ordnung zu wollen. Wie bringt man eingewöhnte Sklaven und Diener dazu, eine anstrengendere Freiheit zu wollen? Nur, indem man ihnen zum Einen die Abhängigkeit und Gängelung im vertrauten System so erdrückend und schmerzhaft macht, dass sie nur noch aus ihr heraus wollen, und indem man zum Anderen die höherwertigen, befreienden Strukturen und Ordnungen so attraktiv wie möglich macht. Und das kann eben nur das echte Patriarchat, dessen Grundlage das väterliche, also das fördernd-aufbauende und erhebende Prinzip ist.

Es muss aber gar nicht sein, dass alle Mitglieder einer Gemeinschaft oder alle Bürger eines Landes diesen Bewusstseinsprozess durchlaufen. Ganz im Gegenteil: die einpassungsgewohnten und fügsamen Menschen werden den Übergang in ein objektives Rechtssystem mitmachen, solange ihnen die positiven Seiten des sozialistischen Schutz- und Versorgungssystems nicht weggenommen werden. Die große Kunst des gesunden Patriarchats ist es, das Gebärmutter-Bewusstsein und seine sozial-instinktive Dynamik nicht zu ersetzen oder abzumindern, sondern sie nur zu ergänzen um eine weitere Bewusstseinsdimension, nämlich die des eigenständigen rationalen Denkens.

Die Struktur des Matriarchats bewahrt die Vitalität der Menschen. Das gesunde und richtig verstandene Patriarachat bewahrt hingegen das Matriarchat, so dass es nicht erstickt oder degeneriert. Jenes ist eine zusätzliche, größere Hülle, die nicht das Gebärmutter-Bewusstsein ersetzt, sondern seine dominante und autokratische Stellung. Wer würde schon freiwillig für immer und ewig im Mutterbauch wohnen wollen, wenn ein weiterer Horizont mit größeren Freiheiten und höheren Möglichkeiten sichtbar wird?

Allegorisch gesprochen kommen die Menschen durch die Weiterentwicklung ihrer Gesellschaftsstrukturen hin zum gesetzesbezogenen Patriarchat heraus aus der Gebärmutter-Struktur und unter eine größere Kuppel, nämlich die des Himmels und der Sonne, unter der sie weiter geschützt sind, aber auch freier leben und weiter wachsen können. Es ist der Himmel der Gesetze und Gesetzmäßigkeiten und die Sonne des Verstandes. Diese Weitung und Öffnung ist kein Kaiserschnitt, der im Ungeborensein festhält, sondern ein anstrengender organischer Wachstums-, Umstülpungs- und Entbindungsvorgang, bei dem die Gebärmutter erhalten bleibt.

Die drei Stufen des Aufhebens

Wir können in diesem Übergang vom matriarchalen zum höher dimensionierten patriarchalen Welt- und Gesellschaftsbewusstsein die drei Qualitäten und Etappen des Aufhebens erkennen, welche als vollständige Triade den Geist patriarchaler Ordnung kennzeichnen:

Die erste Stufe und basalste Qualität des Aufhebens ist die des Aufsammelns, Aufgreifens, zur Hand und Mitnehmens, (zu sich) Hochnehmens und des Anhebens, Emporhebens im Sinne von „auf eine höhere Ebene heben“ – also des Erhebens. Wir können darin die zentrale Welterfahrung früher Naturvölker, im Modus der Jäger und Sammler erkennen. Aber auch den ersten Ansatz von Mentalisierung, die noch nicht begrifflich ist, sondern symbolisch-magisch, denn das Emporheben von unmittelbaren Sinneseindrücken und Objekten auf das Niveau eines Symbols, also einer allgemeingültigen und vieldeutigen Abstraktion mit hohem emotionalem oder psychischem Stellenwert, ist die Vorstufe zu abstrakt-begrifflicher Sprache und Denken. Wir könnten hier von der kindlichen Stufe des Aufhebens sprechen, die noch ganz im Affekt, im unmittelbar Konkreten und im magischen Weltbild verankert ist.

Als zweite Stufe haben wir dann das Aufheben im Sinne von aufbewahren, behalten, speichern und behüten, also ein bei Seite legen und halten für die Zukunft. Dem zugrunde liegen die Logik und der Verstand des Landwirts, denn er muss ein Teil der Ernte und einen Teil der Tiere stets aufbewahren für die neue Aussaat bzw. die Fortpflanzung im kommenden Jahreszyklus. Dies ist die matriarchale Form des Aufhebens, wie wir an ihrer Betonung des Behütens und Schützens erkennen können. Sie ist bereits eine fortgeschrittene mentale, abstrahierende Leistung, denn sie muss aus dem Verständnis der Naturgesetze und Bedingungen heraus, also deduktiv vorausschauend und zurückhaltend entscheiden und handeln können, darf vor allem nicht alles konsumieren, egal wie groß der Hunger ist, denn dann wäre der Landwirtschaftszyklus unterbrochen.

Allerdings ist das Weltbild hier noch mystisch-religiös bestimmt von Bildern, Riten und anthropomorphem Naturverständnis. Wir können das an der linguistischen Herkunft des Wortes für „heilig“ erkennen, für das in den alten Sprachen ursprünglich der Begriff für „beiseite legen“, also „für einen anderen (höheren) Zweck aufbewahren“ (und nicht profan benutzen) benutzt wurde. (Z.B. das lat. sanctificio = „Heiligmachung“ heißt ursprünglich wörtlich: „trennen und beiseite legen; im aramäischen Vaterunser finden wir das „Nithkadasch schmach“ von dem aramäischen kadiescha (hebr.: qdsch) = „widmen, für eine ehrenvolle Aufgabe absondern, beiseite stellen“, das wir gewohnt sind zu übersetzen als „Geheiligt werde dein Name“.) Geheiligt oder geweiht wird etwas in dieser Bewusstseinsstruktur eben dadurch, dass man es sich „vom Mund abspart“ und absichtlich einem höheren Zweck dienlich macht. Hier wird also zumindest im religiösen Ritus bereits die Vergeistigung dadurch geleistet und eingeübt, dass man intentional eine Routine oder Gewohnheit unterbricht und dadurch Raum – d.h. Aufmerksamkeit und Bewusstsein – für eine höhere, nicht-gewohnheitsmäßige, nicht-reaktive, also geistige Sammlung und Ausrichtung schafft, deren Besonderheit und Abgesondertheit psychologisch darin liegt, dass sie eben nur mit dieser besonderen Form des Gewahrseins und Steuerns möglich ist. Es handelt sich also um nichts weniger als die Eröffnung eines erweiterten psychischen Zustands von erhöhter, ausgerichteter Aufmerksamkeit.

Mit der dritten Stufe des Aufhebens gelangen wir zu einer noch weiter abstrahierenden und noch eindeutiger mentalen Fähigkeit, nämlich der des Außer-Kraft-Setzens, des Lösens und Ablösens, also dem Einwirken auf der eben von Gültigkeit, Verbindlichkeiten und Legitimität. In diesem Sinne aufgehoben werden kann nur das, was so grundsätzlich verstanden wurde, dass man in dessen Wirkkraft effektiv eingreifen kann, dass sie annulliert oder inhibiert wird. Das geht leichter mit von vorneherein Menschengemachtem wie z.B. sozialen Regeln und Gesetzen, ein erhöhter technischer Verstand kann dies jedoch auch mit Naturgegebenem leisten, sobald er die wirkenden Gesetzmäßigkeiten erkannt hat und sich gestaltend zunutze machen kann.

Wir haben es hier also mit der Kraft der Verneinung zu tun, eine Fähigkeit, die wir ausschließlich mental haben. Wir können weder die Erfahrung von „nicht“ noch ein Gefühl von „nicht“ haben, aber wir können das „nicht“ im Denken anwenden. Und aus dieser Fähigkeit der Negation als eine positive logische Verknüpfung haben wir ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten. Z.B. können wir aus dieser mentalen Instanz heraus etwas nicht tun: das ist etwas anderes als muskuläre (angespannte) Zurückhaltung oder nervliche (aufgeladene) Unterdrückung. Es ist die Entscheidung und das Kommando, etwas zu tun, das wie ein Nicht-Tun ist und somit keine Energie verbraucht, weil es stattfindet bevor eine automatische Reaktion oder Ursache-Wirkungskette in Gang gesetzt wird.

Diese Fähigkeit des Unterbrechens und Inhibierens beruht auf der Funktion von Bewusstsein und Steuerung, nicht allein auf Physiologie oder Motorik. Es ist eine Funktion des Neokortex, vor allem des (präfrontalen) inhibitorischen Kortex, eine der komplexesten und am meisten vom Körperlichen abstrahierten Steuerungsstrukturen in unserem Gehirn.  Wir haben es hier also mit dem vollständigen Schritt des Aufhebens ins Geistige zu tun, der uns die Fähigkeit gibt, etwas psychisch Bestehendes aufzulösen und unwirksam zu machen und dadurch Raum für etwas anderes, neues zu schaffen. So können wir erst auf dieser Bewusstseinsstufe z.B. Gebote und Verbote, Grenzen und Zwänge, Bedingungen und Mechanismen oder Strukturen und Abfolgen aufheben und erst dadurch neu gestalten.

Und zu diesen Vorbedingungen des Neugestaltens und Neuanfangens gehört auch die aufhebende Wirkung des Entgeltens. Jemandem etwas zu entgelten, wörtlich genommen, eine Gültigkeit und damit eine Verbindlichkeit aufzuheben, bedeutet ja, etwas auszugleichen, ein Gleichgewicht (wieder-)herzustellen. Das kann durch Bezahlung, Vergütung und Entlohnung geschehen – das ist das Grundprinzip des rechtschaffenen Handels und des lauteren Wettbewerbs, die dadurch erst möglich werden. Entgeltung kann aber auch durch Erlass, durch Auflösung einer Verbindlichkeit, also durch Vergebung geschehen.

Solange etwas nicht ausgeglichen und entgolten wird, bleibt eine Schuld. Eine Schuld kann auch durch Vergebung aufgehoben, getilgt werden. So vor allem die psychische Facette der Schuld, die Schuldgefühle. Wer ahnt schon, wie sehr wir diese spezielle Aufhebungskompetenz, eine Ablöse- und Enthebungskompetenz brauchen? Kaum machen wir uns klar, wie zentral der Begriff der Schuld in all seinen Facetten und Verwendungen für unsere Epoche ist.

Über die unausgleichbare, zwanghafte Überschuldung und das Schuldgeldsystem als Systemsymptome brauchen wir nicht ausführlicher zu werden. Für die Gesamtatmosphäre unserer Kultur und für die überreizte und überspannte Grundbefindlichkeit des modernen Menschen jedoch sind die Mechanismen und Effekte von Schuld, Schulden und Schuldigsein zu verstehen. Schuld ist jenes mentale Konstrukt, das sich von einer unabgeschlossenen Vorleistung im Vergangenen direkt zu einer projizierten Gegenleistung in der Zukunft spannt und dabei die Gegenwart von eben dieser mental konstruierten „Überspannung“ und ihrem emotionalen Begleitakkord, der konstanten Sorge, verdeckt und verdunkelt. Wo die Schuld dominant wird, wird die Zukunft als Erlösungshoffnung und vorgestellte Befreiung von der Vergangenheit wichtiger als die Gegenwart. Und das Gegenwärtige wird nur noch als Verzögerung bis zu dieser Entlastung erlebt, nur als spannungsvoller Warteraum für das irgendwann Noch-zu-Leistende. Je schuldiger wir sind oder uns fühlen, desto verdüsterter und bedeutungsloser erscheinen uns unsere Gegenwart und das unmittelbare Erleben, in denen unser reales Leben stattfindet.

Egal ob Schuldner oder Gläubiger, beide leben unter der Last der Besorgnis und werden mit wachsender Spannung und Unsicherheit zu Getriebenen vom Unvollendeten in ein Zukünftiges. Die Diagnose der konstanten Beschleunigung, der Unruhe und Hast und damit der Oberflächlichkeit bis hin zur nervösen Dünnhäutigkeit ließe sich sicher zu einem großen Teil auf das Phänomen der Überspannung durch Schuld, also durch zu viel Aufgeschobenes und Vorgezogenes erklären. Auch psychisch hängt sich ansammelnde Schuld mit einem „Leben auf Pump“ zusammen, in dem zu wenig Reales, Eigenes und Erworbenes einen festen eigenen Boden geben und stattdessen zu viel nur geliehen und „auf Kredit“ (das ist Glaubhaftigkeit) konsumiert wird.

Die verschiedenartigen Schuldreligionen, auf denen der moderne Zeitgeist sich aufbaut, können Erlösung immer nur in einen mental konstruierten Raum „Zukunft“ und ein fiktives „Später“ projizieren. Die psychische Spannung von Schuldgefühlen zerreißt unsere Aufmerksamkeit in einen Teil, der sich nicht von der Vergangenheit lösen kann, und einen Teil, der ungeduldig auf eine imaginierte Zukunft zuläuft, auf eine Erlösung, die immer erst morgen kommen kann. Die also niemals eintritt. Es sei denn, wir bemächtigen uns wieder mit der Fähigkeit der Aufhebung dieser synthetischen Anspannung und erlangen die Möglichkeit zurück, das Gegenwärtige und uns selbst im Gegenwärtigen voll und ganz wahr- und anzunehmen – eben ohne unser Lebensgefühl von Unfertigem oder Unausgeglichenem verengen oder verdunkeln zu lassen. Diese Aufhebung als Enthebung, als eine psychische Variante von „Steh auf und geh!“, bedeutet aber keineswegs, dass wir Aufschub, Zukunftsprojektierung und Spannung meiden, sondern dass wir sie vielmehr als Werkzeuge nutzen ohne uns von ihnen einspannen zu lassen. Die Ablösung und Aufhebung finden dann in der Gegenwart statt und vertikal zu der Spannung alles Unaufgelösten und Unvollständigen. Wir entwickeln uns vom Status-Bewusstsein zum Prozessbewusstsein und erleben unsere Identität nicht mehr als sozial gegeben („Was denken und sagen die anderen?“), sondern als selbstbestimmt und selbstverstanden. Was wir dabei aufzuheben haben, ist der Bann der Fremdeingebung und der Ängste, die uns treiben, finanziell, emotional und moralisch über unsere Verhältnisse zu leben, weil wir uns an sozial oktroyierten Rangordnungen und Moden orientieren und weil wir unser Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen glauben erst sozial „verdienen“ zu müssen. Das ist die medusisch-matriarchale Suggestion, die wir im patriarchalen Bewusstsein hinter uns lassen können. Wir entheben uns damit der Schuldigkeit gesellschaftlich zwanghafter Selbstbeteuerung wie auch der Schuld, uns zu weit vom Wesentlichen und von uns selbst entfernt zu haben.

In alledem stecken die Ideen von Ausgleich, Gleichgewicht, Vollständigkeit und Integritätswahrung, die wir zusammenfassend abstrahieren in dem Begriff Gerechtigkeit. Wir erkennen in dieser stufenweise abstrakteren Transponierung des Aufhebens die zunehmende Dominanz des Mentalen und des Geistigen, die die Kernaspekte patriarchaler Ordnung darstellen und eben Strukturen und Prozesse ermöglichen, die in der matriarchal zentrierten Organisation nicht möglich sind und darin höchstens als Attrappe und Fassadenmalerei vorgegaukelt werden.

Nun haben wir also drei Bewusstseins-Stufen des Aufhebens, in denen jeweils der Kern von drei Rangstufen von Kultur liegen: zunächst das urzuständliche Sammeln und Hochheben, dann das Aufbewahren, Speichern und (kultische) „Heiligen“ und schließlich das Ablösen und Entkräftigen von Bestehendem, um neuen Freiraum für Wirkung, Gestaltung und gerechten Handel aus dem Geistigen zu schaffen. Wir sehen an dieser Stufenfolge, dass das Geistige und damit das einzigartig Menschliche zunehmend an Dominanz gewinnt, während die Kräfte und Gegebenheiten der Natur – auch des menschlich Biologischen – von anfangs dominierenden Kräften zu gestaltbaren Elementen, zu Stoff für den Geist werden. Auf jeder dieser drei Stufen wird „Kultur“ anders definiert und generiert.

Es dürfte aus dieser Beschreibung schon deutlich geworden sein, dass jeder Schritt auf eine höhere Stufe kein Verlust und keine Verdrängung, sondern ein Zugewinn ist und dabei nur das Verhältnis des Menschen zur Natur, zu sich selbst und damit zu der Welt, die er beeinflussen kann, eine große Wandlung durchläuft. In diesem Sinne können wir auch festhalten, dass nicht Kulturstufen sich bekämpfen, sondern nur Menschen, die sich gegen die Transformation ihres Verhältnisses zur Natur oder des Verhältnisses zwischen Geist und Natur wehren. Ansonsten nimmt eine höher-dimensionale Kultur ihre Vorläufer stets in sich auf, hebt sie an und auf.

Erinnern

Der aktive Teil im Vorgang des Bewahrens und zu-sich-Aufnehmens benötigt einen Aspekt des Erinnerns, nämlich das Nach-innen-Nehmen, das uns das Englische „re-member-ing“ noch deutlicher erkennen lässt als eine Wiedereingliederung, ein Wieder-zum-Mitglied-Machen.

Das Matriarchat kann neu eingegliedert und nach innen genommen werden in eine Struktur, die ein neues Außen, eine neue, weiter fassende Umhüllung bringt.

Erinnern ist eine rein mentale Form des Bewahrens und Bergens und kann in seiner vollen Bedeutung und im Gegensatz zu seinen körperlichen und sozialen Vorstufen nur in jenem mental strukturierten Bewusstseinszustand stattfinden, der die Grundlage für eine patriarchale, gesetzesfundierte Gesellschaftsordnung bildet. Sich erinnern ist – anders als das Erinnert-Werden – ein Bewusstseinsakt, der hierarchisch von oben nach unten verläuft, von der Abstraktion und vom Zielorientierten ausgehend hin zum Konkreten, Unspezifischen, Unsortierten – um von dort etwas ans Licht, d.h. in die Zuordnung und Ordnung zu holen.

Dies ist ein Willensakt, dessen Ursprung im Geistigen, in einer Idee liegt, nicht im Materiellen. So wie ein Fischer seine Angel oder sein Netz ins Wasser wirft, um Fische zu fangen und sie nach oben in sein Boot oder ans feste Land zu ziehen, so ist Erinnern ebenfalls eine fokussierte, strukturierte Leistung. Wenn die Fische von selbst nach oben kommen (und ihm in Boot springen), so handelt es sich um ein Souvenir (von sub-venire = von unten kommen), ein Mitbringsel, ein Präsent, also etwas Geschenktes, nicht etwas Erworbenes.

Wenn wir also für die Wiederherstellung einer höheren und gesünderen Ordnung von der Aufgabe sprechen, uns zu erinnern, so müssen wir bedenken, dass wir damit eine intentionale und gerichtete mentale Anstrengung meinen. Durch sie verändern, erweitern und intensivieren wir unser Verhältnis zur Welt um uns herum. Denn wir wandeln uns durch diese Anstrengung von Empfängern und (Auf-) Sammlern hin zu Erwerbenden. Das ist ein enormer Paradigmenwechsel in unserem Selbstverständnis und in unserer Selbstpositionierung in der Welt, denn es führt zu ganz neuen Ergebnissen und Möglichkeiten, wenn wir unsere eigenen Anstrengungs- und Gestaltungsfähigkeiten als Ausgangs- und Referenzpunkt wählen und nicht mehr das, was uns von der Natur und ihren Gesetzmäßigkeiten gegeben wird. Das bedeutet, dass nicht mehr die Materie und die Rohstoffe der Welt im Vordergrund unseres Denkens und Wahrnehmens stehen, sondern ihre Verfeinerung und Veredelung.

Dieses Selbstgewahrsein als erinnernd Erwerbende und aus Ideen heraus Formende wird uns sehr schnell dazu führen, auch uns selbst als formbaren, verfeinerbaren, veredelbaren Stoff zu betrachten und nicht bloß als fertig Gesetzte, Abgeschlossene, Begrenzte. Wir sind dann nicht mehr geliefert. Und eben auch keine Ausgelieferten mehr.

Unser Menschenbild erfasst dann zwei Aspekte: den gegebenen, natürlichen Menschen, der in die übergroße kreisende Natur eingebettet ist, und den geistigen Menschen, der die Welt um sicher herum und sich selbst versteht und gestalten kann. Wir können uns und die Welt dann ausrichten – und aus dem ewig Kreisenden hinausführen. Das heißt wir können dann, wenn diese beiden Aspekte in Beziehung zueinander treten, nicht nur Erwerbende sein, sondern auch Erworbene. Wir erwerben und verfeinern uns selbst – wann immer wir diesen aktiven Vorgang des Erinnerns auf uns selbst vollziehen.

Die Existenzialisten, die sich ideologisch gegen die Einsicht von Existenz verschworen haben, starren an dieser Stelle wie Autisten auf ihre entgeisterten, fremdgesteuerten Körper (und entsprechend natürlich alle andere Körper) und resümieren im Absoluten: der Mensch ist ein Geworfener. In solchen intellektuellen Eskapaden können wir das extreme Gegenteil der beschriebenen Anstrengung des Erinnerns beobachten. Dieses Extrem des Vergessens wird durch die Abspaltung des begrifflich-konzeptuellen Bewusstseins von der Körper- (Existenz-) Wahrnehmung verursacht – man sieht nur noch die existenzielle Hälfte des menschlichen Daseins.

Wir sollten also gewarnt sein, dass der Prozess der Ganzwerdung schieflaufen und ins Kranke abdriften kann. Nicht die Philosophien sind krank, sondern der Geist ihrer Erfinder. Den Existenzialismus-Opfern, so wie ihren Geschwistern, den Opfern von Nihilismus und seinen politischen Auswüchsen, den Sozialismen, kann man letztlich nur das geistige Heilmittel der tropfenweisen Erinnerung anempfehlen: die vergessenen und verleugneten Anteile ihres Menschseins nach oben (ans Licht) und nach innen (ins Selbstgewahrsein) zu holen und sich selbst dadurch zu erwerben.

Merken wir uns dementsprechend also auch für unser besseres Verständnis der gesunden patriarchalen Ordnung schon mal vor: sie muss auf der Leistung beruhen, die naturmystisch-matriarchale Ordnung ins Licht des Bewusstseins zu holen, sie nach innen zu holen, um sie als Kraft und Fundament zu bewahren und sie dann anheben, und veredeln. Die Kultur, die daraus entsteht, ist dann nicht mehr eine des Sammelns und Erntens, sondern eine des Erwerbs, des Handwerklichen und des Handels als erweiterte und vorrangig mentale Basis für alles Menschenverbindende und Menschenfördernde.

Erinnern als Bedenken

Den Begriff des Erinnerns gebrauchen wir jedoch nicht nur für das Nach-oben- und Nach-innen-holen, sondern im Alltag ja vor allem auch dafür, uns etwas Vergangenes ins Gedächtnis zu rufen.

Sich etwas ins Gedächtnis zu rufen bedeutet, es zu bedenken, seiner zu gedenken und sich von dem Andenken daran leiten zu lassen. Das Gedächtnis ist etwas Gedachtes und wir sehen, dass der zweite Aspekt von Erinnern eine spezielle Form des Denkens fordert. Was ist eine Erinnerungsfeier? Eine Gedenkfeier. Und die Figur zur Erinnerung ist ein Denkmal. Denk mal! und Bedenke! sind auch Imperative des Erinnerns und wir wollen sehen, inwiefern sie etwas mit dem Übergang in die patriarchale Ordnung und die dafür notwendige Bewusstseinsstruktur zu tun haben könnten.

Welches Vergangene sollten wir bedenken? Das, was Menschen vor uns leisteten, und zwar nicht nur technologisch, sondern viel mehr noch kulturell und gesellschaftlich. Das, was als menschenmöglich bereits bewiesen wurde.

Uns der Leistungen und der Kultur unserer Vorfahren oder sei es auch nur einiger ihrer herausragenden Charaktere zu erinnern ist eine Denkleistung, die über das rituelle Beiseitestellen und das kultische Absondern und Behüten des matriarchalen Aufhebens hinausgeht, wie wir weiter oben schon gesehen haben. Es ist nach innen zu holenundzu bedenken. Es ist ins Denken zu holen.

Was des Vergangenen sollten wir bedenken?

Von wo die Macht ausgeht. Wo der Ursprung der Macht liegt und wer ihr Träger und Hüter sein sollte.

Diejenigen, die glauben, der Mensch würde seit tausenden von Jahren nur von reptiloiden Außerirdischen oder dergleichen kontrolliert, gegängelt und versklavt, sollten einmal wieder einen Spaziergang durch die Museen dieser Welt machen und sich besonders die Kunst der Renaissance ansehen. Würden reptiloid beherrschte und unterdrückte Menschen solche Bilder malen? Bilder von einem Licht und einer Geistigkeit, wie sie nie zuvor und seitdem nie wieder gemalt wurden? Und sie sollten sich auch einmal die Skulpturen der griechischen Kunst ansehen und deren Architektur studieren. Sind diese feierlichen Darstellungen des Menschen als Integrität in sich selbst das Werk von gebeutelten Sklaven?

Oder man lasse auch nur eine einzige gotische Kathedrale auf sich wirken. Wo ist da auch nur ein Schimmer von Knecht- oder Opfermentalität?

Man höre nur ein einziges Werk von Johann Sebastian Bach, führe sich die Stücke von Shakespeare zu Gemüte oder verweile vor einem Selbstportrait Rembrandts – wer wird dann der Herr im Hause des Geistes und des Universums sein? Der geistig freie und sich-beherrschende Mensch oder irgendwelche Stammhirn-Scheusale mit höchst unwahrscheinlicher High-Tech-Ausstattung? Wo in alldem wäre auch nur ein Hauch jener dunklen, unterirdischen, höllensuchenden Ängstlichkeit und Primitivität, wie sie in den letzten 150 Jahren die Geschicke aller menschlichen Kultur dominierte und unsere Köpfe besetzt?

Wer sich mit der menschlichen Kultur der Vergangenheit und den Leistungen des menschlichen Geistes nicht auskennt und dann als „Aufklärer“ und „Helfer des Erwachens“ auftritt, macht sich nicht nur bodenlos lächerlich, er belegt damit auch, dass er in jener Stammhirn-Propaganda, die er zu entlarven und anzuprangern glaubt, noch so eingetaucht schwebt wie ein Embryo in der Gebärmutter, das auch nichts anderes von sich geben kann als das Fruchtwasser, das es zwei Minuten vorher geschluckt hat.

Es gibt für die Misere der letzten 150 bis 300 Jahre zwei grundsätzliche Erklärungsmodelle. Entweder: „Die anderen waren es (und wir sind bloß Opfer)!“ oder: „Wir waren es selbst (und es gibt keine ‚anderen‘).“ Ersteres Modell gehört noch zur Dunkelheit selbst und beruht auf den Schwarz-Weiß-Fantasiebildern eines erst noch dämmernden menschlichen Bewusstseins. Uns mit dem zweiten Modell und seinen vielfältigen Implikationen anzufreunden wird unsere Aufgabe für die Zukunft sein, wenn wir aus der massiven historischen Bewusstseinstrübung herausfinden wollen, denn nur indem wir uns unsere Eigenverantwortung wieder vollständig aneignen, können wir ganz werden und genesen. Nur indem wir den abgespaltenen, verdrängten und projizierten Macht-Komplex wieder zu uns zurücknehmen, nur indem wir uns an diesen Teil von uns erinnern, können wir überhaupt wieder in Bewegung und Gestaltung kommen.

Es sei in dem Zusammenhang auch der seltsame Widerspruch all jener erwähnt, die mit großer emotionaler Vehemenz darauf bestehen, dass wir uns jetzt „selbständig“ und „aus eigener Kraft“ befreien müssten und nur selbständig befreien könnten. Ich habe bisher auf keine Andeutung meiner Blogartikel so viel und so ungehaltene Widerrede mit so viel aufgeladener Entrüstung erhalten wie auf die (bisher nur am Rande vermittelte) Erkenntnis, dass wir ohne Hilfe von außen gar nichts leisten können und auf sie auf Gedeih und Verderb angewiesen sind. Übrigens eine durch und durch jüdisch-christliche Haltung, wenn man bedenkt, dass dies die durchgängigste Grundbotschaft der gesamten Bibel ist.

Dieselben Wortführer verkünden jedoch mit ähnlicher Vehemenz, dass irgendwelche anderen die Schuld tragen, weil sie uns Menschen unterdrückt haben. Also was denn nun? Sind wir nun selbstverantwortliche Macher oder hilflose Opfer? Und wie genau bitte, nach Jahrhunderte langer, angeblich sogar Jahrtausende währender Unterdrückung und Ausplünderung, sollen wir uns nun „ganz allein selbst befreien“? Wer von „uns“ soll das wann und wie tun?

Dieser logische Widerspruch ist typisch für das geschlossen Kreisdenken des sozial-mystischen Bewusstseins, für das gut und richtig nur sein kann, was innerhalb der eigenen, vertrauten Kreise liegt, während alles Äußere per sozial-emotionaler Gewohnheitsdefinition schlecht und falsch ist. „Hilfe von außen“ ist deshalb für diese Bewusstseinsstufe eine Unmöglichkeit. Wenn es wirklich von außen kommt, dann muss es ja fremd und also schlechter sein. Und wenn es wirklich Hilfe ist, dann muss es von innen, aus der Mitte des eigenen Kreises kommen.

Das patriarchale Bewusstsein folgt einer dem entgegengesetzten Logik: es erkennt, dass echte Hilfe nur von „außen und oben“ kommen kann, dass also stets ein Eingriff von einer höheren und nicht involvierten Ebene notwendig ist, um grundsätzlich etwas zu ändern. Um noch einmal auf die erwähnte jüdisch-christliche Haltung zurückzukommen: die moderne rekursive Krümmung im Denken zurück auf immer wieder die gleichen emotional programmierten Prämissen, Dogmen und Axiome könnte sich als Rückfall auf ein vorbiblisches Kulturniveau erweisen. Sich Hilfe von außen überhaupt wieder vorstellen zu können, würde uns zumindest wieder jene weltanschauliche Weite geben, die für viele entfernte Generationen unserer Vorfahren selbstverständlich war. Das könnte die weniger offensichtliche Bedeutung der Vorhersage sein, dass unsere Befreiung aus der Abstiegsdynamik „biblisch“ werde.

Selbst bei den wenigen, die sich mit Machtmatrix-Analysen und -Aufklärung in die Öffentlichkeit bewegen, findet man kaum auch nur ansatzweise eine Erkenntnis über den ursächlichen Gegner. Aber schon wird zu den Waffen gerufen! Zu welchen Waffen aber denn bitte? Die Menschen stehen mit leeren Händen dar,  völlig verängstigt und desorientiert, den Kopf voller irrealer Glaubensdogmen und Fiktionen, ohne Gespür für die einfachsten Tatsachen ihres eigenen Daseins und Menschseins, körperlich abhängig von den täglichen Giften in Nahrung und Luft, mental abhängig von den täglichen medialen Aufputschmitteln und sozial abhängig von gesichtslosen Institutionen, aus denen Autoritäten auftauchen wie Holzfiguren aus einer Rathausuhr und sich als einzig wahre Wegweiser und Berater vorstellen. Also diese embryonalen und unterernährten Wesen sollen sich nun selbst aus einer High-Tech-Versklavung befreien?

Warum bloß dieser ganze paradoxe, an den Haaren herbeigezogene Unsinn? Weil die Menschen im ersten kurzen Aufblitzen einer besseren Realitätswahrnehmung schon die alte Angst vor der eigenen Ohnmacht alldem gegenüber verspüren. Vergessen wir nicht: das Bindemittel defizient-matriarchaler Systeme besteht aus Desorientierung und tief verankerten Ohnmachtsgefühlen (und den daraus erwachsenden Selbst- und Weltbildern).

Das Lebensgefühl, dem wir uns also auf dem langen psychischen Weg aus dem mentalen Magnetfeld des Matriarchats heraus zu stellen haben, ist: „Du hast nicht die geringste Chance!“. Wenn wir weit genug Abstand bekommen haben von dieser rein emotionalen und irrationalen Programmierung, dann können wir irgendwann erkennen und ergänzen: „… bis zu dem Zeitpunkt, ab dem wir von außen Hilfe bekommen!“ Dann besteht die Aufgabe nur noch darin, die entgegengestreckte Hand und die angereichten Werkzeuge anzunehmen. Die Anstrengungen, die dann folgen und erst dann folgen können, werden Herausforderung genug bis an die Grenzen des Leistbaren sein. Aber von „Selbermachen“ wird in unserer Kultur noch auf lange Sicht hin nicht die Rede sein können – wenn wir ehrlich bleiben. Anstreben jedoch sollten wir es.

Und was ist eines der wichtigsten Werkzeuge, die wir annehmen und anwenden lernen müssen, um diesen Weg gegen die matriarchale Konformitäts-Gravitation gehen zu können? Es ist das Erinnern im Sinne von Gedenken und Bedenken. Also zunächst die korrekte Benennung, die treffende begriffliche Erfassung aller „Ach wie gut, dass niemand weiß“-Rumpelstilzchen, die sich dadurch keineswegs in Luft auflösen, sondern bloß in die Erde versinken, zurück zu jenen materiellen, natürlichen Gesetzmäßigkeiten, zu denen sie gehören. Für das Matriarchat tummeln sich diese gefährlich-wertwollen Männchen, wie wir bereits ausführlich erläutert haben, vor allem dort, wo es um Macht und Selbsterhalt geht. Das sind die nächtlichen Feuer, um die wir sie tanzen sehen können – wenn wir bereit sind, hinzuschauen, d.h. wenn wir bereit sind, angstfreie und wahrnehmungsbezogene Begriffe und Konzepte von ihnen zu generieren. Das ist gemeint mit: sie bei ihrem wahren Namen nennen können.

Der zweite Schritt nach dieser Anbindung des begrifflichen Denkens an unsere Realitätswahrnehmung ist dann das Bedenken des Erkannten und Benannten im Sinne moralischer Prinzipien. Sie zu bedenken heißt, den erkannten Kräften, Dynamiken, Bedürfnissen und Potenzialen einen Platz auf unserer Landkarte von Werten zuzuweisen und sie auf diese Weise in unserem Bewusstsein – in unseren mentalen Landkarten – neu zu sortieren: nicht mehr nach ihrer Stärke, nach ihrer emotionaler Intensität oder nach ihrer energetischen Magie, sondern nach ihrer Nähe und Distanz zu den moralischen Werten, die wir für uns als Menschen, als geistige Wesen erkannt haben. Die Natur, vor allem unsere eigene Natur so zu bedenken bedeutet, einen neuen zentralen Referenzpunkt für alles zu definieren und anhand seiner eine neue zusätzliche Ordnung herzustellen, die das Naturgegebene unter- und einordnet in das Geistig-Menschliche: die Dimension von Bewusstheit.

Dieser neue Referenzpunkt liegt dann nicht mehr „innen“, in der Mitte eines umschließenden und geschlossenen (materiellen, matriarchalen) Kreises, für den alles Außen fremd und bedrohlich bleibt, sondern er liegt „oben“, im Mentalen, in der Repräsentation der Natur und alles Körperlichen als Wirkungsort und Bühne für formende, eingreifende, ordnungsschaffende und veredelnde Kräfte und Prinzipien.

Erinnern als Besinnen

Wir haben jetzt schon gesehen, dass für diese Erweiterung des Bewusstseins und seiner Ordnungsprinzipien um das Rationale und Gesetzmäßige zwei Aspekte des Erinnerns essentiell sind: das integrierende Nach-Innen-Holen und das Bedenken.

Es gibt jedoch noch einen dritten Aspekt des Erinnerns, der für die Etablierung einer rationalen Kultur entscheidend ist: das ist das Erinnern in Form von Besinnung. Besinnung ist mehr als Versinnlichung. Es bedeutet, „zu seinen Sinnen zu kommen“ und womit? Mit dem erfassenden, begreifenden Bewusstsein. Zur Besinnung zu kommen bedeutet, zu Bewusstsein zu kommen, und zwar zum körperlichen Bewusstsein angebunden an die Sinne.

Vollständiges Erinnern ist erst möglich, wenn wir mit unserem Bewusstsein an unsere Sinne angeschlossen sind und uns anhand unserer unmittelbaren Wahrnehmung orientieren können. Das ist vergleichbar mit der Funktion eines Navigators: er braucht sowohl eine exakte Standortbestimmung als auch möglichst detaillierte Karten zur Berechnung der möglichen und besten Routen. Orientierung ist nur mit beidem möglich.

Auf der Bewusstseinsstufe der mythischen, prärationalen Weltanschauung gibt es nur sehr grobe und vage Landkarten, die auch nur sehr lose und impressionistisch mit der konkreten Sinneswahrnehmung verknüpft sind. Die Ungenauigkeit der Seinsbestimmung wird im gesunden Matriarchat durch Tradition und Mythen ersetzt: die Menschen verorten und bergen sich selbst in Narrativen und im Gruppenbezug. Was in dieser Weltkognition nicht möglich ist, sind die individuelle Seinsbestimmung und die Identifikation einer Ziel-Route.

Das ist die Vorstufe zum rationalen Bewusstsein, so wie ihre matriarchale Ordnungsstruktur die Vorstufe zur patriarchalen ist. Was aber passiert, wenn die Kultur von der patriarchalen Ordnungslogik regrediert und ihre Integration von sinnlicher Empirie und begrifflicher Konzeptbildung wieder verliert? Dann rutscht sie zunächst in defizient patriarchale Strukturen, in denen sich Weltwahrnehmung und Weltkonzeption voneinander ablösen und verselbständigen, und schließlich, der Gravitation der sozialen Orientierung folgend, in die völlige Abkopplung voneinander. Einstmals rationale Konzepte fossilieren dann zu bloßen Narrativen, deren Zweck nicht mehr ontologische Seins- und Wegbestimmung ist (Navigation), sondern Erkennungszeichen von Gruppenzugehörigkeit und letztlich Statussymbole für Macht. Es ist so, als würde ein primitives Dschungelvolk gefundene Elektroteile und High-Tech-Geräte einer vergangenen Hochkultur als Zauber-Anhänger oder Totem verwenden ohne auch nur die geringste Ahnung ihrer ursprünglichen Funktion und Bedeutung zu erlangen.

Das ist der Zustand, in dem wir intellektuell und kulturell seit vielen Generationen schon leben: wir verwenden noch Worte und Etiketten, die einstmals Teil eines konzeptuellen Gesamtgefüges zur mentalen und kulturellen Navigation waren, verstehen sie aber nicht mehr, sondern benutzen sie nur noch als Erkennungsmerkmale für sich bekämpfende Clans und „Interessengemeinschaften“.

Dieser Prozess fortschreitender kultureller Demenz lässt sich in allen Bereichen unseres Lebens leicht diagnostizieren, aber wohl nirgendwo so frappant wie in der Medizin, die im Ursprung als ärztliche Kunst eine komplexe Erfahrungswissenschaft war, seit über hundert Jahren jedoch in der Dissoziation zwischen Empirie und Theorie begriffen ist und zuletzt jeden Bezug zwischen Realität und Konzept verlor, so dass ein Großteil ihrer Protagonisten dazu imstande war, eine von mächtigen Clans erfundene Krankheit ohne epidemiologische Fakten zu „behandeln“ mit Mitteln, die mehrfach bewiesen reines Gift ohne die geringste positive Wirkung sind. Diese offensichtliche und groteske Scharlatanerie, die nur mit einer paranoiden Psychose vergleichbar ist, hat ihre Wurzeln keineswegs in diesen Figuren oder eines geldgierigen Pharmakartells, sondern tief in der Bewusstseinsstruktur unserer Gesellschaft und ihrer kulturellen Verfassung. Auf dieser Ebene wurde nämlich ganz grundsätzlich das Denken und Abbilden der Welt von unserer Realitätswahrnehmung getrennt.

Das ist der Zustand der Besinnungslosigkeit. Konzepte verselbständigen sich in imaginäres Wunschdenken, in situative Abhängigkeit von Launen und Impulsen, in willkürliche Regieanweisungen der aktuellen Machtzirkel und in neo-mythische Narrative, die sich nur noch des Jargons von Wissenschaft, Philosophie und Ethik bedienen – drei Gebiete des Rationalen, die es per definitionem im matriarchalen Sozialbewusstsein gar nicht geben kann. Dass die Menschen in diesem Niedergang weiterhin an dem Glauben an diese Konzepte und Worte festhalten, beruht zum größten Teil auf magischem Denken: sie spüren, dass dahinter etwas Wichtiges steckt, das sie nur nicht mehr greifen können. Also halten Sie an Worten und Ideenfragmenten fest wie an zerbrochenen Bauteilen und Papierfetzen in der Überzeugung, diese Worte und Ideenhülsen hätten die magische Kraft, ihnen das verlorene Etwas zurückzubringen. Das dürfte ein wichtiger Teil der Erklärung dafür sein, warum Menschen sich heute mehr denn je an Ideen und Ideologien klammern ohne auch nur nach ihrem Realitätsgehalt und ihrer Funktionalität zu fragen.

Der einzige tatsächlich wirkungsvolle Weg zurück zu der originären Hochkultur mit ihrer Kohärenz von Erfahrung (Sinneswahrnehmung) und Verstehen (rationale Konzeptualisierung) ist der Weg der Besinnung. Wir können die losen Schlagworte und Paradigmenreste, die wir heute als kulturellen Schutthaufen oder im besten Falle noch in musealen Archivierungen vorfinden, lernen, wieder zu Elementen eine kohärenten, mit unserer menschlichen Natur harmonisierenden Kultur und Weltsicht zu machen, indem wir uns ihrer Bedeutung erinnern und sie wieder zu Begriffen machen, also zu Symbolen für etwas Begriffenes. Indem wir mit anderen Worten unsere Konzepte wieder be-sinnen, mit Sinneswahrnehmung und der Frage nach dem Sinn verknüpfen. Das ist Arbeit.

Vier große Schlagworte, an denen wir uns beispielhaft üben können, moderne matriarchale Kollektivismen wieder zu differenzierten Begriffen umzuwandeln, sind die folgenden, die besinnungslos nur noch als bloße affektive Signalverstärker oder ideologischen Mitgliedsausweise verwendet werden: von „rechts“: Tradition und Autorität, und von „links“: Gleichheit und Humanität (oder auch: Solidarität).

Mit diesen Etiketten sind die wichtigsten Hauptattraktoren der heutigen Weltanschauungsprogrammierung umfasst. Um sie herum bauen sich die verschiedenen Ideologie-Sippschaften und politischen Meinungssekten auf mit ihren Ideenderivaten von „Demokratie“, „soziale Gerechtigkeit“, „soziale Marktwirtschaft“, „Sozialstaat“, „Lobby-Politik“, „Parteienspektrum“, „Privatisierung“, „Globalisierung“, „Umverteilung“, „Solidaritätssteuer“, „soziale Verantwortung“, „Umweltverantwortung“, „Diversität“ und immer und für alles natürlich „Wissenschaftlichkeit“.

Wir können sehen, dass sich mit den emotional aufgeladenen Ideologien um solche Losungslaute herum die Links-Matriarchalen und die Rechts-Matriarchalen untereinander in unzählbaren Splittergruppen gegenseitig bekämpfen. Wir sollten jetzt wissen, was sie alle mit diesen Signalvokabeln tatsächlich gleichermaßen meinen und wollen: die Verneinung individueller Rechte und Freiheit und den Vernichtungskampf gegen den gesunden Menschenverstand. „Tradition“ meint bei ihnen Festhalten an Gewohnheiten und Zuständen ohne nachzudenken und auf moralische Werte zu überprüfen; „Autorität“ meint Unterwerfung unter eine Autokratie – ohne weiter nachzudenken; „Gleichheit“ meint Gleichschaltung und kollektive Entrechtung (mit Ausnahme der „Gleicheren“) – ohne Bezug zu Werten und Tugenden; „Humanität“ meint – wenn es überhaupt noch irgendetwas meint und nicht bloß als leere Deckphrase verwendet wird – dass Armut, Mangel und Defizite über Ressourcen, Besitz und Kompetenzen bestimmen und verfügen sollen. Also auch geistige Armut und intellektuelle Defizienz über Bewusstsein, Wissen und Kompetenz.

In der rationalen Struktur des Patriarchats werden die gleichen Worte zentral und maßgeblich verwendet, jedoch nicht als assoziative Marketing-Schablonen, sondern als Begriffe. Das heißt mit einer fest definierten, objektiven Bedeutung, mit der sie sich auf das Gefüge einer Verständnis- und Werte-Hierarchie beziehen – nicht auf situativ wandelbare Bedürfnisse, doppelbödige Absichten und die Notwendigkeit, Menschen verbal zu hypnotisieren.

Das ist der Schritt, den wir zur besinnenden Erinnerung zu gehen haben. Wir müssen Empirie und Theorie wieder integrieren. Und zwar in beide Richtungen: sowohl als Anstrengung, unsere Wahrnehmungen, Beobachtungen und Erfahrungen korrekt in Begriffe zu fassen, als auch die Anstrengung, neue Ideen, Konzepte und Deduktionen anhand von wahrnehmbaren Fakten zu überprüfen.

Damit entdecken wir den Kern der Ästhetik (von gr. aisthánesthai = „durch die Sinne wahrnehmen“) wieder, einer Form der Selbst- und Welt-Erkenntnis, die über das unmittelbare Wahrnehmen geht, aber dabei eben nicht stehen bleibt, wie die Hier-und-Jetzt-Hypnotiker mit ihren Formeln von „Konzeptfreiheit“ und Kopflosigkeit beschwören, sondern eben aus den Landschaften der Wahrnehmung Landkarten des Verstehens herstellt. Das befreit uns von der Anästhesie der Besinnungslosigkeit und das geht nur mental. Je mehr wir uns in diesem empirisch-konzeptuellen Verstehen den Gesetzmäßigkeiten der Natur und des Menschseins annähern, desto mehr werden wir die Repräsentation dieser Gesetzmäßigkeiten und ihre Harmonien als Schönheit erkennen.

Diese Wiederverankerung unseres Denkens in der Realitätswahrnehmung bringt uns nicht nur zur Besinnung, so dass wir erkennen und verstehen können, was uns und wie es uns geschieht, sondern sie ermöglicht es auch, uns wieder Sinn zu geben. Sinn verstanden als Richtung (wie in „Uhrzeigersinn“). Der Boden der Realität und ihrer Gesetzmäßigkeiten ist der einzige Boden, auf dem wir alle gemeinsam stehen. Jede andere Ersatzform von Gleichmacherei erübrigt sich, wenn wir diese Gleichheit der natürlichen Bedingungen anerkennen. Wir sitzen alle im gleichen Boot – und eben nicht in unterschiedlichen Distanzen zu künstlichen, willkürlichen sozialen Machtzentren.

Wir müssen nicht „alle gemeinsam hingehen wo irgendeiner hingeht“. Wir müssen erkennen, dass wir bereits alle gemeinsam in dem stehen, worin jeder einzelne steht. Und dass wir darin alle gemeinsam getragen, gehalten und umhüllt sind. Nicht in einer fiktiven mentalen Matrix, sondern im Kosmos.

Nur daraus kann eine ethische Moral entstehen, nämlich eine, die Grundsätze für alle Menschen formuliert – nicht bloß folkloristische Sitten, soziale Moden oder reaktiver Marotten. Eine ethische Moral beruht auf der Realität des Menschseins, auf seiner Natur und ihrer Erkenntnis. Nicht auf Ideen und schon gar nicht auf Wünschen! Sie formuliert die Leitlinien und Grundsätze, die dieser Natur entsprechen und sie ohne Einschränkungen zur vollsten Entfaltung bringen. Das ist die Freiheit, die im Patriarchat erlangt und garantiert werden kann, aber nicht im Matriarchat. Die Libertären und ihre unverblümteren orthodoxen Brüder, die Anarchisten, verstehen das nicht. Sie glauben, es ginge um Unbeschränktheit im Handeln und Glauben – ohne Verankerung in objektiven Werten. Sie beschwören auch die Idee der „Freiheit“, machen aber denselben Fehler aller Ideologismen, nämlich dass sie die Realität und die Natur des Menschen nicht studieren, sondern sie bloß entsprechend ihren Lieblingsideen definieren und zurechtstutzen wollen.

Die größtmöglich erstrebenswerte Freiheit ist nur da möglich, wo wir unserer Natur gerecht werden können. Und dies ist nur möglich, wenn wir uns unserer Natur begrifflich bewusst werden und sie als den großen gemeinsamen und gegebenen Nenner erkennen.

Und die große Erkenntnis, die aus dieser Bewusstseinsöffnung ebenfalls erschließbar ist, ist, dass „wir alle“ nicht „das Kollektiv“ ist, sondern „jeder Einzelne“. Der Einzelne kann durch Besinnung den großen gemeinsamen Boden lokalisieren und dadurch begreifen, dass in der objektiven gemeinsamen Realität nichts Besonderes, nicht gesondert ist, sondern er unabdingbarer Teil von ihr ist. Die Erkenntnis, nichts Besonderes zu sein ist der Anfang von etwas reichlich Ungewöhnlichem und Seltenem.

Soweit die Theorie. Wir werden an anderer Stelle auf die Fragen der Praxis zurückzukommen haben.

Dunkel zu Licht

Nun wenden wir uns den Wirkungen und Effekten dieses dreigliedrigen Erinnerns im Sinne von Integrieren, Bedenken und sich-Besinnen zu und werfen ein paar gedankliche Schlaglichter auf ihre Implikationen für die Ordnung einer Gesellschaft und ihr kulturelles Fundament.

Wir haben gesehen, dass der Wechsel vom matriarchalen zum patriarchalen Ordnungsbewusstsein der Wechsel ist von der Geheimhaltung (von Macht und Methoden) – also vom Privat- und für sich Behalten – hin zum Aufdecken, Sichtbar- und Zugänglichmachen. Der Wechsel vom Dunkeln ins Licht. Vom Unwissen zum Bewusstsein. Denn das Hauptmerkmal des Patriarchats ist Transparenz und damit auch Durchdringung, wohingegen, wie im ersten Teil ausführlich beschrieben, die Hauptmerkmale des Matriarchats Einhüllung, Verschleierung und Verdunkelung sind.

Im Patriarchat sind Machtstrukturen und ihr Oberhaupt für alle sichtbar. Seine Führungsfiguren haben nicht nur steuernde und kontrollierende, sondern vielmehr repräsentative und exemplarische Funktionen. Sie verweisen auf das maßgebliche und richtungsweisende Oben. Sie vertreten keine Interessengruppe und keinen Clan, schon gar nicht sich selbst als eigenwillige Person, sondern die für alle gültigen objektiven Gesetze und Regeln. Sie sind Vertreter und Hüter von Ordnung und Struktur, nicht von Launen und Bedürfnissen.

Ihre Rolle basiert nicht auf Machterhalt, sondern auf dem Erhalt der Machtstrukturen und ihrer Prozesse, und zwar der objektiven, rationalen, für alle gültigen. Das ist etwas hochgradig Unpersönliches.

Damit ist das archetypische Prinzip des Königs skizziert und der Unterschied zum Tyrannen deutlich gemacht. Wer heute en vogue und ideologiekonform desinformiert gegen Monarchien, Könige und Kaiser motzt oder nörgelt, der hat diesen qualitativen Unterschied nicht erkannt und dieses Prinzip nicht verstanden. Die Menschen sind in Wirklichkeit gegen Tyrannei, aber die Tyrannei, in der sie widerstandlos eingewickelt sind, hat ihnen beigebracht, gegen das Bessere und Gesunde zu wettern – das sie sich im Übrigen gar nicht mehr vorstellen, nicht mehr denken können.

Wenn Macht, Machtstrukturen und Machtpositionen durch die Transparenz der Objektivität derart ins Licht der Sichtbarkeit gerückt sind, dann sind es natürlich auch ihre Eigner und Halter. Wenn sie aber nicht durch Gewalt und Clanherrschaft in ihren Positionen gehalten werden, sondern durch strukturelle Prinzipien, dann muss es ein Gleichgewicht geben zwischen Machtprivilegien und Machtpflichten.

Das vergessen die Revoluzzer seit eh und je, für uns Europäer historisch besonders fatal vor allem seit der Französischen Revolution. Man will Rechte „für alle“ deklarieren und deklariert keine einzige Pflicht. Stattdessen entrechtet man die Pflichtträger, die Verantwortungsbewussten und die Kompetenten. Dieser Abstieg auf ein Kinderwunschniveau und Pippi-Langstrumpf-Politik ist definitiv unterhalb der aristokratischen Herrschaftsordnung, in der das Noblesse oblige von alt her eingewoben war. Wir werden dieses balancierende Prinzip noch mühsam wiederentdecken müssen:

Je größer die Macht und ihre Privilegien, desto mehr Verantwortung für das Ganze und das Allgemeine, also für die Struktur, die Prozesse und die Mitglieder der Gemeinschaft, muss damit verbunden sein. Die Regulation und Begrenzung von Macht findet nicht horizontal und stutzend statt, sondern vertikal und komplementierend. So kann man auch punktuelle Macht ohne Gefahr und zugunsten aller und des Ganzen weit ausdehnen. Das soziale Macht-Prinzip ist nicht saturnale Beschränkung und Verengung, sondern joviale Expansion und Wechselseitigkeit. Es lohnt, die Folgerungen und Forderungen daraus einmal für die konkrete Umsetzung durch zu kalkulieren.

Es müssen also dementsprechend auch die Verantwortungsfähigkeiten der Machtinhaber und Führenden in Balance mit ihren Privilegien sein. Wer Pflichten auferlegt bekommt, muss sich vorher ihrer fähig erweisen. Eine patriarchale Ordnung hat diese, die Kompetenz zur Macht vor allem anderen im Blick. Denn das ist das originär väterliche Prinzip: Macht gekoppelt an Verantwortung und Kompetenz.

Wir brauchen also eine volle Erinnerung und Besinnung dieser vergessensten Schlüsselelemente der sozialen Ordnung: Macht und Privilegien, Pflichten und Kompetenz.

Dann können wir die Ordnung aufbauen, die wir brauchen, um uns als Menschen frei und individuell entfalten zu können. Das ist es, was wir anstreben sollten. Das ist es, wonach sich die Menschen – mehr unwissend als wissend – auf allen Ebenen ihres Daseins sehnen.

Die Antwort auf die Sehnsucht

Die fein verästelte Darstellung der matriarchalen Bewusstseins- und Ordnungsstruktur im ersten Teil dieser Reihe kann nur dann sinnvoll genutzt und vollständig verstanden werden, wenn sie nicht bloß als gesellschaftlich-politische Analyse gelesen wird, sondern als Allegorie für einen Bewusstseinszustand. Unseren Bewusstseinszustand.

Natürlich werden Menschen von der Kultur und der von ihr vermittelten Bewusstseinsstruktur geprägt. Aber irgendjemand muss diese Kultur ja auch initiiert haben und aufrechterhalten, denn Kultur ist etwas Menschengemachtes und nicht naturgegeben. Der Beginn jedes menschlichen Konstrukts aber liegt immer beim Einzelnen. Deshalb liegt der Beginn von dem, was wir jetzt neu gestalten müssen auch beim Einzelnen. Jede menschliche Leistung beginnt beim Einzelnen und geht immer auf einen Einzelnen zurück. Denn jede menschliche Leistung ist im Ursprung eine geistige Leistung, egal von wie vielen sie dann ausgeführt, vervielfältigt oder mechanisiert wird.

Mit dieser Erkenntnis entziehen wir jeder linkspolitischen Idee, jedem auch nur im Ansatz sozialistisch angehauchten Kulturkonstrukt allen Boden unter den Füßen und können es auf der Müllhalde menschlicher Irrtümer zerfallen lassen.

Die Sehnsucht nach anderen Organisationsformen hören wir seit Jahrzehnten schon überall dort, wo Menschen etwas besser oder zumindest irgendwie angenehmer machen wollen und nach „flachen Hierarchien“ rufen. Was genau soll das sein? Immerhin ist diese fragwürdige Begriffskombination schon ein Zugeständnis, dass es ohne Hierarchien wohl nicht geht. Aber warum sollen sie „so flach wie möglich“ sein? Weil die Menschen Struktur mit Starre, Ordnung mit Pedanterie, Rangordnungen mit Unfreiheit und Macht mit Machtmissbrauch in einen Topf werfen und dann wegkippen wollen. Und das liegt vor allem daran, dass sie die gesunde Alternative nicht mehr kennen.

Das Element, das dabei fehlt ist Bewusstheit, also im Einzelnen: Transparenz, Durchblick, Umsicht und Aufmerksamkeit. Wonach die Flache-Hierarchien-Fraktion eigentlich sucht, sind: Fairness, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Handlungsfreiheit, Talent- und Potenzialförderung, intelligente und bewegliche Zusammenarbeit und gute Kommunikation, Effektivität und Effizienz. Die Frage an sie wäre: wären sie bereit, ihre „Flache-Hierarchien“-Konzepte aufzugeben, wenn sie dafür all dies bekämen?

Wer Gruppendynamik und die Prinzipien menschlicher Zusammenarbeit aufrichtig empirisch erforscht, wird sehr schnell feststellen, dass man all das im Höchstmaß und stabil nur haben kann, wenn es klare hierarchische Strukturen, Positionen und Rollenverteilungen gibt. Die allererste Frage, die in jeder Struktur und Organisation aufkommen muss, ist: wer sorgt dafür, dass der Zusammenhalt und die Regeln gewahrt bleiben? Wer kümmert sich um alles Strukturelle, damit es einen verlässlichen Rahmen für alle gibt? Wer steht dafür ein, dass das gemeinsame Fundament von Werten, Zielen und Grundüberzeugungen nicht verlassen oder zertrümmert wird? Wer schützt und verteidigt all das?

Die Ideologen-Antwort lautet: „Alle und jeder“ – und ignoriert jede Empirie und den psychischen Zustand der Menschen. Die klügste Antwort darauf wäre: der, der es am besten kann. Es ist keine „demokratische“ Entscheidung, sondern eine empirisch-faktische. Es ist eine Frage des Möglichen unter den real gegebenen Bedingungen, nicht ein Frage der hübschesten Fantasie im Land des Wunschdenkens.

Hier liegt jedoch für die meisten Menschen bereits die erste Denkblockade, weil sie es gewohnt sind, dass Führungspositionen nach allen möglichen Kriterien besetzt werden, aber nur selten nach echter Führungskompetenz und Verantwortungsfähigkeit. Dieses Phänomen ist umso stärker, je weniger es um Wettbewerb und Leistung geht: nirgendwo finden wir den blinden Fleck für gesunde, organische Macht – überhaupt für Machtdynamiken – größer als in all den sozialen Berufen und Institutionen, deren täglich Brot sie ist – sowohl praktisch als auch theoretisch. Wir finden im „Sozialen“ Feld die stärkste Fixierung, alles, was mit Macht und Einfluss zu tun hat, ins Diffuse, Doppelbödige oder Unsichtbare zu verschieben und aus allen sonstigen Bestrebungen nach Transparenz und Prinzipientreue herauszuhalten. Diese Dynamik kennen wir bereits und wir müssen uns nicht mehr wundern, warum sie ausgerechnet im „Sozialen“ tief strukturell mit eingewebt ist.

Insgesamt ist dies aber keine Randerscheinung oder bloß deformation professionelle, sondern es ist das ausschlagebende Defizit der abendländischen Kultur und Denkweise überhaupt mit all ihren verheerenden Folgen bis hin zum globalen Steuerungsprogramm unter dem hanebüchenen Deckmantel einer „Corona“-Fiktion.

Was ist passiert, dass unsere gesamte Philosophie, im Sinne von Weltverständnis und Weltanschauung, und alle Denker seit über 200 Jahren politische Macht nicht an Vernunft und Verstand knüpfen, sondern an… gewaltsame Bedürfnis-Befriedigung und Clanherrschaft? Also nur noch an das Recht des Stärkeren?

Wenn wir es schaffen, Licht in diese Frage zu bekommen, könnten wir den Schlüssel für unsere kulturelle Rekonvaleszens und unsere kühnsten Träume für Freiheit und Frieden in die Hand bekommen.

Bewusstseinsverfall

Um die Frage beantworten zu können, müssen wir von weit genug oben schauen, um die große Entwicklungslinie menschlicher Kulturepochen überblicken zu können. Strukturell unterscheiden sich Kulturen durch das Ausmaß an menschlichen Wesensaspekten, die sie integrieren und zu einem stabilen und kohärenten Ganzen verknüpfen können. Eine Hochkultur leistet die Integration eines viel größeren Spektrums an Aspekten und Potenzialen des Menschen als eine archaisch-barbarische Stammeskultur. So konnten die Hochphasen der europäischen Kulturgeschichte Ausnahmegenies wie Leonardo da Vinci, Bach, Mozart, Goethe und Artefakte wie gotische Kathedralen, den Buchdruck und den Ottomotor hervorbringen. Das ist von einem indigenen Urwald-Stamm nicht zu erwarten.

Wodurch sich Kulturen also essentiell und qualitativ unterscheiden ist ihre integrative Kompetenz. Die zentrale integrative Kompetenz des Menschen ist Bewusstsein. Bewusstsein ist eine repräsentierende, abbildende und somit rezeptiv-reflektierende Funktion. Bewusstsein ist nicht, wie es aus den Dunstkreisen moderner spiritu-sibyllinischer Lebenslotsen vermittelt wird, irgendeine geheimnisvolle kosmische Substanz oder irgendeine universale Energieform, die man sich mehr oder weniger einfangen und zunutze machen kann. Das mag die verdinglichende Sichtweise archaisch-schamanistischer Kulturen gewesen sein, auf die heute – ohne Bewusstsein für diese geistige Blamage – einfältig zurückgegriffen wird. Sie entbehrt jeglicher begrifflicher und kausal-logischer Differenzierung und gehört zu den magisch-naturreligiösen Bewusstseinsstufen, die wir alle als Kinder durchlaufen haben und die uns also zurück, ins Regressive führen, nicht vor- und schon gar nicht „aufwärts“.

Bewusstsein und seine Entwicklungsstufen

Wir können Bewusstsein als Funktion und Fähigkeit beschreiben. Also als einen Aspekt von Lebewesen, der entwickelt werden kann und muss und somit in seiner Entwicklung sowohl gefördert als auch gehemmt oder blockiert werden kann. Ob wir Pflanzen und probiontischen Tierchen diese Funktion bereits in der Form zum Beispiel chemischer Reaktionsspeicher und reaktiver Strukturbildung zusprechen wollen, ist eine reine Definitionsfrage. Für die Qualitäten von Bewusstsein, um die es hier geht, ist die grundlegendste Bedingung die, das ein Wesen ein komplexes, erinnerungsfähiges Nervensystem hat.

Für den Menschen gibt es grob schematisch betrachtet folgende Stufen der Bewusstseinsentwicklung, die Grade der Integration darstellen:

Die erste Stufe, die einige Monate nach der Geburt konsolidiert ist, ist die der körperlichen Integration. Der gesunde Säugling verfügt über eine autonome und in sich geschlossen funktionierende Reiz-Reaktions-Fähigkeit auf der Basis der Unterscheidungsfähigkeit, was zu seinem Körper gehört und was nicht. Zentral für diese Entwicklungsstufe ist die Integration von Empfindungen, Reflexen und Bedürfnissen zu einem zusammenfassenden, ganzheitlichen, zentral steuernden Organismus-Bewusstsein. Diese Stufe können wir als instinktives Körperbewusstsein bezeichnen. Die Bewusstseinsfunktion reguliert sich auf dieser Stufe über die Polarität von Wohlbefinden und Angst: Wohlbefinden stimuliert die expansive, erkundende und integrative Kompetenz während Angst diese hemmt und den konservierenden, zusammenziehenden und verschließenden Rückzug verstärkt.

Die nächste Stufe der menschlichen Bewusstseinsentwicklung besteht in der Integration dieses vorhandenen Körperbewusstseins mit Eindrücken aus der Umgebung und den Folgen bzw. Reaktionen auf Handlungen. Zentral dabei sind natürlich erst einmal die unmittelbaren Reaktionen der wichtigsten Bezugspersonen (Mutter, Vater, Geschwister usw.) auf eigene körperliche Signale und Handlungen, deshalb können wir hier von sozialem Bewusstsein sprechen. Die primären zusammenfassenden und situationsübergreifend wirksamen Bewusstseins-Einheiten, die diese Integration ermöglichen, nennen wir Emotionen. Emotionen sind basale Bewertungen über das Verhältnis zwischen (körper-) eigenen Impulsen oder Bedürfnissen und den Reaktionen auf sie aus der (sozialen) Umwelt. Die Grundemotionen für einen Mangel an Passung sind Furcht („zu gefährlich/bedrohlich“), Wut („zu nah/einschränkend“), Ekel („zu giftig/schädlich“), Trauer („zu viel Verlust von Eigenem“) und Scham („nicht integrierbar“). Die Grundemotionen für eine gute Passung zwischen eigener Integrität und Umwelt sind: Freude („dem Eigenen entsprechend“), Anziehung oder Neugier („das Eigene erweiternd/bereichernd“) und Stolz („die eigene Integrität bestätigend/bejahend“).

Diese soziale Bewusstseinsstufe reguliert sich nun auf zwei Dimensionen: der Körper-Polarität (Wohlbefinden vs. Angst) und der emotionalen Färbung bzw. Kommunikation mit der Umwelt. Die funktional zentrale und mächtigste Emotions-Achse für die soziale Bewusstseinsentwicklung ist die von Scham und Stolz, denn Scham signalisiert, dass etwas nicht integriert werden kann (entweder innerlich-emotional oder sozial, das ist auf der emotionalen Ebene identisch). Komplementär dazu signalisiert Stolz, dass ein Aspekt des Eigenen besonders gut emotional oder sozial integriert werden kann.

Wenn also Bewusstsein unsere wichtigste Integrationsfunktion ist, dann sind Scham und Stolz unsere wichtigsten Bewusstseinsemotionen.

Exkurs: die Beschämung von Stolz

Stolz ist mehr als Freude. Stolz fügt zum Gefühl der reinen Passung und Stimmigkeit noch die Hervorhebung eines Merkmals als etwas Besonderes und besonders Wertvolles hinzu. Stolz trägt in sich das Gefühl einer besonderen Anerkennung und Aufwertung von etwas, das wir zu uns gehörig wahrnehmen. Im Gegensatz zu Freude kann Stolz nur da entstehen, wo es einen Maßstab, eine Wertehierarchie und Bewertung gibt. Wir freuen uns, wenn wir etwas schön und passend finden, aber stolz sein können wir nur, wenn etwas von uns auch ein innerer oder äußerer Wert beigemessen wird. Die Orte, an denen gesagt oder vermittelt wird, dass nichts bewerten werden und es keinen Maßstab geben dürfe, sind die Orte, an denen Menschen nicht stolz sein dürfen, können wollen.

Stolz sind wir als Kinder, wenn wir erleben, dass etwas, das wir haben oder können, besonders wertgeschätzt wird oder – technischer formuliert – zu einer besonders guten Integration führt. Je älter wir werden, desto mehr können wir den Wertmaßstab für gute oder mangelhafte Integration in uns entwickeln und Stolz unabhängig von jeglicher sozialen Referenz empfinden. Das wäre erwachsener Stolz. So sind wir z.B. auch stolz, wenn wir plötzlich etwas verstehen oder einen Zusammenhang erkennen oder auch schon, wenn wir gelernt haben, etwas korrekt zu benennen. Wachsendes Verständnis ist die Hauptquelle von erwachsenem Stolz.

Umgekehrt lösen Unverständnis, Überforderung, etwas nicht benennen zu können oder überhaupt etwas nicht zu können Scham aus, vorausgesetzt wir erleben unser Unvermögen als relevant.

Die Funktion und Auswirkungen von Stolz und Scham sind sehr vielfältig und haben einen sehr großen Einfluss auf alle unsere Lebensbereiche, unsere Verhaltensweisen, unsere Denkweise, unsere Anschauungen und Glaubensschemata. Es ist symptomatisch für unsere Kultur, dass diese Implikationen nicht nur weitgehend unbekannt sind, sondern systematisch  ignoriert und verzerrt werden – auch und besonders in der Psychologie und all ihren Nebenfächern. Die Dynamik von Scham und Stolz hat uns fest in der Hand und wir bemerken es nicht. Man könnte darüber ein ganzes Buch schreiben, das Thema soll hier aber nur angedeutet werden, um seine zentrale Bedeutung für Bewusstseinsentwicklung und -prägung anzuzeigen. Es sei dazu hier nur am Rande erwähnt, dass alle sogenannten Schuldgefühle und ‑themen in ihrer Wurzel Schamgefühle und -themen sind und von der mentalen Konstruktion von „Schuld“, die wir weiter oben schon als Hemmschuh der Besinnung erwähnten, bloß überdeckt und verdrängt werden. Wer Schuldkomplexe wirklich lösen wollte, der müsste sich mit Scham und ihrer Auflösung, also mit Integration beschäftigen. Und die größte Integrationskompetenz in uns hat, wie gesagt, unser Bewusstsein.

Psychologisch besonders vertrackt wird es, wenn wir als Kinder lernen, dass unser Gefühl von Stolz per se sozial unterwünscht ist uns also als „nicht integrierbar“ beigebracht wird. Das führt dazu, dass wir uns jeglicher innerer Signale von Stolz (die völlig automatisch und natürlich entstehen wie oben angedeutet) schämen. Wir schämen uns dann unseres Gefühls von Stolz. Das bedeutet, dass wir allein schon die Signale und Impulse der Integration und Bewusstwerdung als schmerzhaft und falsch erleben. Machen wir uns klar, welche fundamentale Blockade des Wachstums und der mentalen Reifung das verursacht: nicht weniger als die Blockierung und Tabuisierung unseres Strebens nach Integration, also nach Verstehen, korrektem Benennen, Klarsicht und Urteilsvermögen.

Da Stolz die Komplementäremotion zu Scham ist, bedeutet darüber hinaus die Beschämung von Stolz, dass Scham nicht mehr balanciert, also überhaupt nicht mehr reguliert und nicht mehr aufgelöst werden kann. Es gibt dann nur noch zwei Möglichkeiten, damit zu leben: entweder mit dem chronischen, diffusen und alles umfassenden Grundlebensgefühl dominanter Scham, mit dem man sich latent desorientiert, falsch, unstimmig und inkompetent fühlt; oder mit der „Befreiung“ davon durch die Unterdrückung der Wahrnehmung von Scham und damit auch der Unterdrückung der Funktion von Scham, was uns in eben dem Maße auch schamlos macht. Die Extremform dieser „Befreiung“ ist der Psychopath. Die weniger pathologische Form ist der Narzisst, der die innere Verbindung zwischen Außenpersönlichkeit und Innenleben auf Eis gelegt hat.

Der wachsende Narzissmus unsere Gesellschaft ist schon sprichwörtlich geworden. Dass die einzig wirksame Heilung dieses Phänomens jedoch ist, wieder Stolz erleben und stolz sein zu können, wurde bisher so gut wie gar nicht erkannt. Was auch kein Wunder ist, denn die Ratgeber und Psychologen sitzen selbst mitten im kollektiven blinden Fleck, eingehüllt in das Generaltabu unserer Kultur.

Die Beschämung und Tabuisierung von Stolz führt dazu, dass unser emotionaler Zugang zu Selbstintegration und Selbstwertschätzung blockiert wird. Wir können dann keinen Selbstwert, keine Selbstsicherheit, kein Selbstvertrauen mehr fühlen. Das Ergebnis ist auch, dass Menschen sich ihres natürlichen Strebens nach Selbstwert und Integrität schämen und es mit allen Mitteln versuchen zu bekämpfen. Sie schämen sich für ihre Natur und ihre mentalen Wesensaspekte, die sie erst zu Menschen machen würden. Wir leben dann in einem sozial-existenziellen Paradox: Wir bekämpfen unsere Stärke und alles, was uns Würde gäbe in der Hoffnung, dann eines Tages „stolz“ sein zu können. Stolz auf was? Darauf, besonders minderwertig, orientierungslos, begriffsstutzig, abhängig und unbewusst zu sein. Was für ein Stolz wäre das? Ein künstlicher, nur von außen durch soziale Referenzen gehaltener Ersatz-Stolz. Ein soziales Anerkennungs-Gerüst als Ersatz für Würde und Selbstgefühl. Soziale Netzwerke als Ersatz für innere Integration.

Mit diesem Verständnis haben wir einen klareren Blick für die Ursachen unseres kulturellen und gesellschaftspolitischen Zustands, aus dessen Grundverwirrung und Blindheit wir nur herausfinden, wenn wir einen anderen Boden unter den Füßen haben und eine andere Luft als ihren Dunst atmen. Nämlich solche, die erlauben, Stolz zu verstehen und zu fördern. Und dadurch fähig zu werden, die Dominanz von Scham aufzulösen.

Ansonsten bleibt den Empfindsamen und Integeren in so einer blockierten Gesellschaft nur die Alternative, ihr Selbstwertgefühl und ihren Stolz zu verstecken, ganz privatissimus für sich und aus der Gemeinschaft und der Öffentlichkeit heraus zu halten. Auch wenn ein Rest von Würdeempfinden dadurch gerettet wird, treibt diese Aussonderung und Verheimlichung die Gemeinschaft ebenfalls nur weiter voran in die Selbstverneinung bis zur Selbstvernichtung. Eine Gemeinschaft, die Stolz tabuisiert, ist dem Untergang geweiht.

Die beschriebene Generalblockade von Stolz und damit Wachstum, Verstehen und Würde führt, solange sie unaufgelöst bleibt, dazu, dass es irgendwann in einer Gemeinschaft und schließlich in der gesamten Kultur keinen Stolz, kein Selbstwertgefühl und in der Folge kein Selbstbewusstsein – in der fundamentalsten Bedeutung des Begriffs – sowie keine Würde mehr gibt. Das heißt, diese Blockade führt dazu, dass die Menschen in so einer Kultur ihr Bewusstsein für sich und alles Menschliche nicht weiter entwickeln, sondern auf der Stufe von desorientierten, ängstlich-abhängigen Kleinkindern stehen bleiben und sich nur noch äußerlich und sozial orientieren – ohne Zugang zu den Prozessen mentaler Reifung. Damit ist dann auch die Weiterentwicklung auf die nächste Stufe des Bewusstseins gesellschaftlich verbarrikadiert.

Wir brauchen mehr Integrationskraft

Kehren wir nach diesem Exkurs, dessen Andeutungen uns zu einem späteren Zeitpunkt noch beschäftigen werden, zu unserer Erläuterung der Stufen von Bewusstsein zurück.

Die dritte Bewusstseinsstufe ergibt sich aus der nächsthöheren Integration des Körperbewusstseins und des sozial-emotionalen Bewusstseins mit den kognitiven Fähigkeiten der Abstraktion, der Begriffsbildung, des Planens und des Arbeitens mit Konzepten anhand mentaler Werkzeuge wie Logik, Realitätsprüfung , Induktion und Deduktion, kausalem Denken und definitorischer Differenzierung. Also aus der Integration der entwickelten Körperidentität und der sozialen Identität in eine umfassendere, nämlich mentale Identität. Das mentale Bewusstsein entwickelt und reguliert sich anhand der Dimension von richtig und falsch im Sinne von „wahr“, „der Wahrnehmung entsprechend“ oder „der Wahrnehmung bzw. verifizierten Konzepten widersprechend“.

Wenn wir falsche Konzepte und Denk-Schemata lernen, also Konzepte, die nicht mit der sinnlich wahrnehmbaren Realität übereinstimmen, dann benutzen wir dafür zwar auch unsere mentalen Funktionen, entwickeln aber kein mentales Bewusstsein. Gesunde Bewusstseinsentwicklung beruht auf einer entsprechend mitwachsenden Ich-Bildung. Das, was die Bezeichnung „Ich“ verdient, ist das Zentrum von Bewusstsein und seine oberste Integrations-Instanz, nämlich das subjektive Erleben von Ganzheit und damit Integrität, also Intaktheit und Einheit. Diese erlebte Ganzheit ist nicht von Natur vorgeben und nicht Teil unseres natürlichen Erbes, sondern von Natur aus nur Potenzial. Erst durch eine kulturell von außen genährte und geförderte Entwicklung, die wir nur als individuelle Anstrengung leisten können, können wir aus diesem Potenzial eine Identität machen.

Ein Ich zu entwickeln ist Aufgabe unserer Bewusstseinsfunktion und wir können darin scheitern. Ein gesundes mentales Bewusstsein ist rational, das heißt es schafft eine kohärente und stringente, zusammenhängende, begriffliche Abbildung der wahrgenommenen Welt und strebt nach mehr und vor allem nach widerspruchsfreiem Verständnis der Welt, ihrer wirkenden Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten. Je mehr dieses Verständnis die eigenen Wesensmerkmale und die des generisch Menschlichen umfasst, desto mehr kann daraus Vernunft entstehen. Vernunft ist die Fähigkeit, rationale, dem eigenen Wesen und dem Wesen anderer entsprechende Urteile und Entscheidungen zu treffen.

Die Bewusstseins- und Ich-Entwicklung der wiederum nächsthöheren vierten Integrationsebene vollzieht sich durch eine Zusammenfügung von Körper-, sozialem und mentalem Bewusstsein im zeitunabhängigen Gewahrsein der eigenen Wesensaspekte. Wir können diese vierte Stufe als biografisches Schicksals- und Gegenwartsbewusstsein bezeichnen, weil der Mensch auf dieser Integrationsstufe seine Identität nicht mehr auf körperliche, soziale oder mentale Merkmale oder Fähigkeiten gründet, sondern auf der Wahrnehmung und inneren Abbildung jener Kräfte, die diese sich verändernde und wachsende Gesamtheit, die wir unser „persönliches Leben“ nennen, formen und hervorbringen.

Auf dieser Integrationsstufe werden wir uns unserer eigenen Aufmerksamkeit bewusst, wohingegen wir auf den drei vorhergehenden Stufen nur mit dem Inhalt unserer Aufmerksamkeit beschäftigt waren. Das wahrnehmende Subjekt selbst und das Bewusstsein selbst mit seinen verschiedenen Zuständen und Modalitäten werden auf dieser Bewusstseinsstufe relevant. Erst hier erkennen wir die metaphysische Macht von Bewusstsein und dass es die einzige Quelle aller Kultur und der einzig entscheidende Aspekte für Entwicklung ist.

Für das Thema dieses Artikels ist wichtig zu verstehen, dass die Entwicklung von Bewusstsein die Steigerung von Integrationskraft bedeutet und dass die Weiterentwicklung der Integrationsfähigkeit an jeder Stelle des beschriebenen Prozesses unterbrochen werden kann. Das Ergebnis ist dann nicht unbedingt ein Mangel an Wesens-Funkionen und Fähigkeiten, aber definitiv ein Mangel an Einheit und Identität.

Eine vehemente Behinderung der Entwicklung von Körperbewusstsein zum Beispiel führt zu Autismus. Autismus ist eine Ich-Entwicklung ohne Körper-Integration. Ein Autist hat durchaus eine Menge Funktionen zu seiner Verfügung haben, vor allem jene, die von Körperintegration unabhängig sind, wie z.B. Einzelobjekterkennung, Sprachentwicklung und analytisch-sequentielles Denken. Aber er hat keine Repräsentation von „Ich“, die seinen Körper, seine Impulse, Emotionen uns seine somatische Selbstwahrnehmung umfasst. Sein Ich ist mehr oder weniger körperlos.

Eine abgestufte, aber immer noch drastische Form von Integrationsmangel, die ebenfalls in das Spektrum psychiatrischer Grundstörungen fällt, entsteht durch die (etwas spätere) Unterbrechung der Bewusstseinsentwicklung während des Aufbaus der emotional-sozialen Integrationsstrukturen. Die Borderline-Störung hat ein einigermaßen intaktes basales Körper-Ich, bei ihr ist jedoch das Ich von den grundlegenden sozialen und emotionalen Fähigkeiten dissoziiert. Auch wenn diese psychotoide Defizitstruktur in der Bevölkerung seit Jahrzehnten massiv zunimmt, liegt die nach wie vor verbreiteteste und „normalste“ Blockade der Bewusstseinsentwicklung unserer Gesellschaft auf einer noch etwas weiter integrierten Stufe, nämlich im Übergang vom emotional-sozialen zum mentalen Ich-Bewusstsein, in dem die Entwicklung in der narzisstisch-depressiv gespaltenen Selbststruktur steckenbleiben kann: mit einer sozial angepassten, außengesteuerten und abhängigen Außenseite und einer authentischen, aber abgekoppelten, kindischen und verwahrlosten Innenseite.

Was wir an diesen pathologischen Zuständen am besten erkennen können und was für das Thema dieses Artikels bedeutend ist, ist die Tatsache, dass Mangel an Bewusstsein zu Dissoziation und Fragmentierung führt. Diese Fragmentierung bzw. die fehlende Kraft der Integration führen ebenfalls zu einem Mangel an Struktur und Ordnung, denn je geringer die Integration, desto weniger können die einzelnen Elemente der Wahrnehmung miteinander in Verbindung gebracht werden. In der Folge können dann keine Gemeinsamkeiten zwischen Eindrücken und Erfahrungen erkannt werden, also keine stabilen Schemata gebildet werden, keine grundsätzlichen Regeln und Wirkmechanismen begriffen werden und somit weder Schlussfolgerungen noch irgendwelche allgemeingültigen, situationsübergreifenden Erkenntnisse aus Erfahrungen und Wahrnehmungen gebildet werden. Erfahrungen und Wahrnehmungen können nur „gesammelt“ werden und bleiben als rohe Eindrücke auch in Erinnerung – aber ohne Bezug, ohne Sinn und ohne Konsequenz.

Man bemerke, dass diese Form von elementarer Unfähigkeit und Bewusstseinsmangel von vielen sogenannten „esoterischen“ „Bewusstseinslehren“ als Ziel verkauft wird: nämlich „nur noch im Moment zu sein“ ohne irgendeinen Bezug zu etwas Vergangenem, zu Wünschen oder Intentionen, zu Zielen oder Erkenntnissen, geschweige denn zu der Frage nach einem Sinn herzustellen. Im besten Falle erreicht man damit das Bewusstseinsniveau eines Hundes. Was für die „Herrchen“ solcher Rollenspielgruppen durchaus attraktiv sein kann. Aber wer ist es, der glaubt – und glauben will – dass dies die „höchste Stufe des Menschen“ und erstrebenswert sei?

Chaos ist Bewusstseinsmangel

Wir benötigen folgendes fundiertes Verständnis: wo immer Bewusstsein fehlt oder schwächelt, entstehen Fragmentierung und Unordnung. Und zwar nicht in der realen Welt, sondern in der Repräsentation dieser Welt in uns. Salopp ausgedrückt führt Mangel an Bewusstsein zum Chaos im Kopf. Wobei mit „Kopf“ jede Instanz der Repräsentation und Abbildung innerhalb unseres Nervensystems gemeint ist. Chaos ist also das Symptom eines Mangels, nämlich des Mangels an ordnungsstiftenden Kräften innerhalb unserer Abbildungen, Begriffs- und Konzeptbildungen aus unseren Wahrnehmungen.

Chaos ist kein Merkmal der Realität, sondern nur des Bewusstseins. Und es entsteht auch nicht durch irgendwelche aktiven ur-chaotischen Grundkräfte, elementare „Durcheinanderwerfer“ (dia-boli) oder kosmische „Unordnungsstifter“, sondern nur durch unterlassene oder fehlerhafte Bewusstseinsbildung. Die „Kräfte“ – wenn man diesen Begriff überhaupt rechtfertigen kann – welche Chaos verstärken, sind bloß passive Potenziale, während allein die Gegenkraft zum Chaos, das Heilmittel für Unordnung und Fragmentierung als aktiv bezeichnet werden kann: Bewusstseinsbildung. Sie fordert eine Anstrengung, nämlich die der strukturierten, korrekten, sortierten und differenzierenden Bildung innerer Selbst- und Welt-Landkarten, sei es aus Bildern, Symbolen, Begriffen oder schließlich komplexen Konzepten.

In dem Maße jedoch, indem ein Mensch Chaos in seinem Selbst- oder Weltbild hat, kann er dieses natürlich nach außen projizieren und reproduzieren. Da jede menschliche Handlung und Äußerung von Bewusstsein abhängig ist, kann sie auch chaotisch sein. Es gibt chaotische Handlungen, chaotische Sprache, chaotische Werke, chaotische Beziehungen und chaotische Philosophie und Ideologie. Das Chaos zeigt sich darin im fehlenden inneren Zusammenhang, in zerrissener Logik, mangelnder Kohärenz oder mangelhaftem Bezug zur Realität. Ein chaotisches Produkt, das als „Kunstwerk“ verkauft wird, ist als bloßer realer Gegenstand nicht chaotisch, sondern eben nur ein so oder so geformtes Objekt, das aber in nichts eingebettet ist und wenig oder keinen Bezug hat. Ebenso kann eine Beziehung zwischen Menschen chaotisch sein, womit nicht die objektiv vorhandenen und eventuell auch beobachtbaren Verhaltensweisen, Gefühle, Gedanken, Aussagen und Wünsche gemeint sind, sondern deren Bezug zueinander. Chaos ist Mangel an Bezug.

Dementsprechend können also auch Politik und Herrschaft chaotisch und – in der Folge – chaotisierend wirken. Man kann eine Gemeinschaft so lenken, dass ihre Mitglieder in der Entwicklung von kohärentem Bewusstsein massiv beeinträchtigt und blockiert werden. Die gesteigerte Form von Chaos ist destruktives Chaos, also ein Bewusstseinszustand, der so zerrüttet und fragmentiert ist, dass seine zerstörerischen Kräfte die Dominanz über alle anderen Aspekte übernehmen.

Ich habe an anderer Stelle schon einmal erläutert, dass die zerstörerischen Aspekte von Bewusstsein, analog zur Funktion von Magensäure eine wichtige Rolle in der Verarbeitung, nämlich der Zerlegung von Wahrnehmungs-„Brocken“ haben. Je mehr „schwer verdauliche“ Wahrnehmungen jemand erfährt, desto höher muss dieser „Magensäure“-Anteil in seiner Bewusstseinsfunktion sein, um sie zu bewältigen, nämlich in integrierbare Fragmente zu zerlegen. Jemand, der chronisch überfordert ist, wird in diesem Sinne dauer-sauer und hyperazidisch, ohne dabei aber zu einer Synthese und Integration zu finden. Als „verdaut“ kann etwas aber erst gelten, wenn es neu synthetisiert und integriert ist.

Der Mechanismus der Zerlegung kann sich verselbständigen und zu einer zwanghaften Obsession werden, alles zu zerlegen und zu zerhäckseln – nicht mehr bloß mental, sondern symbolisch stellvertretend auch real dinglich und konkret physisch. Es ist zu verstehen als der chronifizierte Versuch, die Wahrnehmung der Realität oder die Realität selbst solange zu zerkleinern, bis sie integrierbar geworden sei – was nach schweren Traumatisierungen der Verarbeitungsfunktion, also der psychischen Verdauung, auf diese Weise ohne Heilung nicht möglich ist und deshalb zu einer Zerstörungswut bis zur Selbstzerstörung werden kann.

Daraus erklärt sich jenes rätselhafte „Böse“, gegen das wir heute auf allen Ebenen des menschlichen Daseins zu kämpfen haben und das, wo auch immer es Macht erlangt, nur zerstörerisch wirkt. Es ist keine „Wesenheit“, kein „Alien“ und keine Instanz der Natur, sondern eine korrumpierte und entstellte Figur unserer menschlichen Bewusstseinsfunktion und gehört somit zur Welt des Geistes und nicht zur Welt der Biologie. Es ist ein Problem „im Himmel“, nicht „auf der Erde“, daher ist zuweilen auch die Rede von einem „spirituellen Krieg“. Dieser ist allerdings nur Symptom des Problems – nicht seine Lösung!

Gescheitertes Bewusstsein ist, metaphorisch gesprochen, ein gefallener Engel. Von ihm wurde gesagt, dass er in seinem Ursprung der Lichtbringer ist. Das ist, so wie das Chaos, in das er fällt, kein Aspekt des materiellen Kosmos, sondern ein Geschehen in seinem Komplementär, dem Bewusstsein, welches seine eigene innere Ordnung erst aufbauen muss. Das nach Ordnung strebende aber abgestürzte Bewusstsein kann hoch aggressiv und zerstörerisch werden in seiner Suche nach Boden und Orientierung. Dieses Böse entsteht ausschließlich aus Bewusstsein und ist nur in menschlicher Form handlungs- und steigerungsfähig. Ein Tier würde diese extreme Form der Bewusstseinsfragmentierung und damit des Identitätsverlustes gar nicht überleben.

Da Chaos ein Bewusstseinsphänomen und Bewusstsein ein Beziehungsphänomen ist – nämlich zwischen objektiver Realität und rezeptivem Subjekt – ist Chaos eben auch ein Beziehungsphänomen, und zwar ein negatives: Chaos ist Mangel an Bezug und Bezogenheit. Ein Psychotiker, der fast vollständig den Bezug zur Realität verloren hat, lebt im Chaos. Aber dieses Chaos ist subjektiv, es liegt in seiner Verarbeitung. Ein Neurotiker lebt in einer etwas milderen aber ebenfalls quälenden Form von Chaos, nämlich in fehlendem Gefühlsbezug zur Realität. Er kann die Realität wahrnehmen und auf sie reagieren, jedoch nicht mit angebundenem Fühlen, so dass seine Reaktionen bizarr bis selbstschädigend ausfallen, weil sie auf Emotionen beruhen, die eine Ursache und einen Auslöser haben, aber keinen Bezug zu seiner unmittelbaren Wahrnehmung und somit keinen Bezug zur Realität.

Irrationale Menschen wie Dogmatiker, Fanatiker oder Ideologie-Anhänger leben im mentalen Chaos: sie können keinen Bezug zwischen ihren Begriffen, Ideen oder Gedanken und der wahrnehmbaren Realität herstellen. Gerade deshalb aber halten sie umso mehr und fanatischer an Ideen und ihren Vertretern fest, weil sie sonst keine Struktur kennen und haben. Es ist die Struktur ihres Denkens, die irrational ist, weil sie irreal ist. Die Begriffe und Ideen, die sie verwenden, beruhen nicht auf Wahrnehmung, sondern werden von Emotionen, Launen, Reflexen und kindlichen Assoziationen bestimmt und gesteuert. Diese sind jedoch ohne Zusammenhang untereinander, also ohne Integration, und bilden daher eine Art begrifflichen und konzeptuellen Scherbenhaufen wie lose Puzzlestücke, von denen immer nur einzelne herausgegriffen und verwendet werden, ohne dass jemals eine Ahnung von einem Gesamtbild oder Motiv entsteht.

Es braucht bereits ein Mindestmaß an Bewusstsein, um diesen Zustand des Chaos überhaupt wahrnehmen zu können. Ansonsten erzeugt er nur ein formloses, namenloses Leiden von Hilflosigkeit und Orientierungslosigkeit. Für den Menschen, welcher ohne denkfähiges und urteilsfähiges Bewusstsein prinzipiell nicht überlebensfähig ist, gibt es kein bedrohlicheres Leid als Desorientierung und blockierte Bewusstseinsintegration.

Die seit Jahrzehnten stetig steigende Nachfrage nach Psychotherapie oder alternativ nach diversen neo-religiösen Welterklärungen und ihren sozialen Betreuungsangeboten sind laut sprechender Beleg für die regressive Richtung unserer Kultur ins immer Chaotischere. Menschen gehen in Psychotherapie, in „Selbsterfahrungsgruppen“ oder zu Welterklärungsseminaren, weil sie den Scherbenhaufen ihres Bewusstseins zu einem sinnvollen Gesamtbild zusammenfügen wollen. Sie sind nicht mehr handlungsfähig oder fühlen sich überfordert, nicht weil die Probleme um sie herum objektiv unlösbar oder intensiver als je zuvor sind, sondern weil sie keine Repräsentationen in sich aufbauen können, aus denen Lösungen, sinnvolle Aussichten und Handlungen ableitbar wären.

Dem Depressiven fehlt das Bewusstsein für das, was ihm emotionale Kohärenz gibt. Er nennt das „Sinn“. Er empfindet sein Leben als „sinnlos“, weil es nichts gibt, das in ihm Freude und Motivation generiert. Ihm fehlen nicht Möglichkeiten zu schönen, wertvollen und begeisternden Erlebnissen, sondern ihm fehlt der Bezug zum Schönen, zu Werten und Geist. Dass die Depression – jene konturlose Allerweltsdiagnose – in unserer heutigen Kultur zum gar nicht mehr auffälligen Normal-Lebensgefühl geworden ist und man nur noch zwischen verschiedenen Schattierungen der Symptombildung oder Abwehr unterscheiden kann, ist Zeichen für ein ausschlaggebendes Merkmal unserer Kultur: dem Mangel an Bezug zu Werten.

Ein Wert ist alles das, was unserem Wesen entspricht, es fördert, bestärkt, sichtbarer und bewusster macht. Werte müssen nicht erfunden werden – mehr noch: sie dürfen auf gar keinen Fall erfunden werden! Werte können nur gefunden, ent-deckt und begrifflich gefasst werden. Sie ergeben sich aus der naturgegebenen Notwendigkeit, die Integrität unseres Wesens und damit des Wesentlichen für uns zu bewahren und anzustreben.

Die körperliche Reaktion auf erfüllte Werte ist Wohlbefinden, Sicherheitsgefühl, Vitalisierung, Beweglichkeit und Kraft. Im emotional-sozialen Bewusstsein bilden sich erfüllte Werte ab durch Freude, Motivation, Neugier, Stolz, Gelassenheit und Großzügigkeit. Das mentale Bewusstsein spiegelt erfüllte Werte durch Klarheit, Rationalität, Kreativität, Erfindergeist und das Streben nach Verstehen von immer tieferen und umfassenderen Zusammenhängen. Es ist dafür zunächst einmal überhaupt nicht notwendig, Werte in Worten benennen zu können, obwohl es für die Entwicklung von Verstand und Vernunft sehr förderlich ist.

Wir verstehen Werte, ihre Bedeutung und unseren Bezug zu ihnen erst, wenn wir erkennen, dass sie von Natur aus gegeben und in unserem Wesen ebenso verankert sind wie sie in unserem Bewusstsein gespiegelt werden können – egal auf welcher Stufe es sich befindet. Unsere Integrität – das ist die Übereinstimmung mit unseren Wesenswerten – hängt nicht primär von unserer Bewusstseinsstufe ab, sondern davon, dass unser Bewusstsein nicht getrennt von unserer Natur und nicht gegen unsere Natur ist, sondern kongruent mit ihr.

Da jedoch rationales Bewusstsein zum Wesensmerkmal des Menschseins gehört, können wir als Erwachsene nur integer sein, wenn wir diese Stufe erreichen. Alles andere geht gegen den Grundwert unserer Selbstbewusstwerdung und des Selbsterhalts als bewusstes Wesen. Ein menschliches bewusstes Leben ist deshalb objektiv mehr wert als ein menschliches Leben ohne Bewusstsein, weswegen der Mensch es in der Regel bevorzugt zu sterben, als sein Dasein ohne Hoffnung auf Integrität, Sinn und Identität zu fristen, d.h. ohne selbstkongruentes Bewusstsein. Denn allein darin liegt seine Würde.

Die Geschichte der Desintegration

Kommen wir also zu unserer Ausgangsfrage zurück: Was ist passiert, dass die westliche Kultur seit 250 Jahren oder mehr die Macht, vor allem die politische Macht zunächst von Verstand und Vernunft und damit von den Fähigkeiten der mentalen Bewusstseinsstruktur getrennt hat? Und zwar so grundlegend und konsequent, dass diese künstliche Trennung nicht einmal bemerkt und bemängelt, sondern nur immer weiter vorangetrieben wurde. Wie kam es zu dieser Tabuisierung der politischen Macht für das rationale Denken und zu jener Tabuisierung des rationalen Denkens in allem Politischen?

Nachdem wir uns die Bedeutung von Bewusstsein als integrierende Kraft und ihre Stufen genauer angesehen haben, können wir nun feststellen, dass sich die westliche Kultur – und in ihrem Gefolge die gesamte Welt – seit der Hochkultur der Renaissance, also etwas seit Anfang des 17. Jahrhunderts in einem kontinuierlichen Desintegrationsprozess befindet, der um die Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert herum nur ansatz- und versuchsweise einmal unterbrochen, schlussendlich nur kurzzeitig abgebremst wurde durch die geistigen Einflüsse der Unabhängigkeitskämpfe der USA und die der deutschen Romantik. Es sei damit am Rande und für zukünftige Betrachtungen auch schon vermerkt, dass beide desintegrationshemmenden Einflüsse hochgradig von der damaligen deutschen Kultur initiiert wurden.

Der Desintegrations- und Fragmentierungsprozess mag damit begonnen haben, dass die westliche Kultur in den Bann der Technologie-Erfindungen gezogen wurde, die sich seit dem 16. Jahrhundert stetig und bis heute beschleunigten. Die Möglichkeiten des Könnens wuchsen dabei schneller an als das integrierende Bewusstsein des Menschen mitwachsen konnte. Die zuvor noch dominanten ehrfuchtsgebietenden Kräfte der Natur und des „Schicksals“ als „Zeichen und Wirkmächte Gottes“ verloren rapide an Einfluss, weil der Mensch den natürlichen Prozessen immer mehr eigene Wirkkräfte durch Maschinen und Technologien entgegensetzen konnte und somit alle Lebensprozesse mehr und mehr unter die Kontrolle des technologischen Verstandes brachte.

Eine Wiederanknüpfung der neuen Selbst- und Weltbilder an eine höhere Macht oder Bewusstseinsebene hinkte in diesem Rausch immer weiter hinterher und wurde schließlich ganz abgehängt. Der Mensch begann, seinen (techno-logischen) Verstand als die höchste Bewusstseinsstufe und die Spitze der Schöpfung zu betrachten, weil er von dessen Gestaltungs- und Veränderungskraft fasziniert und geblendet und von der aus ihm hervorsprudelnden Technik und Maschinerie völlig eingenommen war. Das war vermutlich der erste Schritt im Wegdriften von der hochintegrativen Philosophie der Renaissance, in der die Idee einer höheren, zeitlosen, göttlichen Macht, der man sich nur durch die anstrengende und willentliche Integration von Körper, Gefühl und Vernunft (Urteilskraft) zu einer harmonischen Ganzheit annähern konnte, noch für alle Bereiche der Kultur dominant war: für Wissenschaft, Kunst und Philosophie in erster Linie, für Religion, Politik und Bildung als deren Echo.

Der nächste große Schritt der Fragmentierung in der Weltanschauung und im Menschenverständnis geschah durch die sogenannte „Aufklärung“, in der man dazu überging, den Verstand als grundsätzlich getrennt von der Sinneswahrnehmung zu betrachten – was völlig gegen jede Empirie war. Mit der Aufklärung, die in so hehren Worten von sich selbst und ihrem Konzept von „Vernunft“ sprach, verlor das Abendland tatsächlich die Vernunft. Und es hat sie bis heute nicht mehr wiedergefunden, sondern zusätzlich auch noch den Verstand verloren. Einen anderen Anwärter auf die Position eines Sponsors der Vernunft als das damalige Europa und seinen letzten großen Ableger, den USA, hat es bisher auch nicht gegeben.

Zunächst koppelte man das Denken von der Wahrnehmung ab für den Bereich des Moralischen, der angeblich nicht durch den Verstand, sondern nur durch das Gefühl, die Intuition oder sonst eine mythische irrationale Kraft wie „das moralische Prinzip in mir“ erfassbar sei. Der bekannteste und einflussreichste Vertreter dieser neurotischen Axiomatik war Immanuel Kant, der die philosophische Frage nach Moral zu einem irrationalen Mysterium deklarierte und somit die Moralphilosophie und jedes kohärente Denken darüber effektiv abschaffte.

Dahinter steckte jedoch mehr als eine voreilige Fiktion. Ausschlaggebend waren –  wie immer – die zugrundeliegenden philosophischen Prämissen, die weniger philosophisch als ideologisch waren: erstens eine Metaphysik vom Menschen und zweitens daraus abgeleitet eine Erkenntnistheorie, die verheerend waren in ihrer Abkopplung von der Realität: man ging davon aus, dass der Verstand eine eigene, separate Welt für sich bildete, die mit der Welt der Sinne nichts zu tun hatte. Das ist entwicklungspsychologisch irrsinnig und geradezu unmöglich, es wurde auch gar nicht weiter begründet geschweige denn untersucht, sondern einfach nur erklärt, als wäre Philosophie nichts weiter als ein Gedankenspiel oder eine Kirche. Aber seitdem ist sie – also das, was wir heute „Philosophie“ nennen – nur noch gestörte Gedankenspielerei und eine Kirche ideologischer Dogmen.

Vatermord und die Verbannung des Königs

Wir müssen uns klar machen, was das bedeutet. Wir nähern uns hier der ursächlichen Spaltung, die die westliche Kultur so sehr schwächte, dass sie von innen zerstört wurde – dass sie sich selbst zerstörte. Diese Spaltung fand auf einer Eben stattfand, die für die meisten Menschen unsichtbar ist und deshalb nicht erkannt wird. Aber dieses Nicht-Erkennen führt dazu, dass wir den Frevel wieder und wieder begehen und die Spaltung immer weiter vorantreiben.

Kant war kein Philosoph. Philosophie ist die Wissenschaft des Denkens über das Denken. Das griechische sophós bedeutet so viel wie „geschickt, weise“ oder „Weiser“. Weisheit bedeutet Selbstkenntnis und Selbstbeherrschung, also innere Herrschaft nicht über Emotionen und Impulse, sondern vor allem über das eigene Wissen, über das Verstehen und Sprechen – also über das Denken. Philo-sophie ist die geübte Kunde oder besser: die Kunst von der Beherrschung des Denkens. Sie steht über dem Denken und hat die Aufgabe, es zu beherrschen.

Kant hat über sein Denken nicht nachgedacht, sondern es nur produziert. Er war Sophist (gr. sophízein = „unterrichten, belehren“ auch „etwas aussinnen und erfinden“!). Also mit möglicherweise viel „Sophie“, aber ohne „Philo“, ohne Kunst und ohne Liebe.

Kant behauptete, dass wir nichts mit Sicherheit wissen können, weil unser Wissen auf unserer Sinneswahrnehmung beruht, die qua ihrer Natur immer mehr oder weniger Verzerrung in die Abbildung des Eigentlichen, also der objektiven Realität bringt. Das ist der folgenschwere Denkfehler, auf dem nicht nur seine ganze schizoide Spaltungs-„Philosophie“ beruht, sondern seit Ende des 18. Jahrhunderts der Niedergang der europäischen Kultur, die somit als einziger geistiger Sockel der gesamten westlichen Welt zusammenbrach.

Was war der Denkfehler? Es war eine Übertreibung und Verabsolutierung: nämlich aus einer Verzerrung der Wahrnehmung eine unüberbrückbare Kluft zu machen. Nur weil wir zunächst – z.B. als Kinder – noch keine adäquaten und ausreichend differenzierten Konzepte der objektiven Realität bilden können, bedeutet das nicht, dass es generell, ontisch und damit absolut unmöglich ist.

Und selbst wenn es richtig wäre, wenn es tatsächlich überhaupt keine Möglichkeit gäbe, die wirkliche Realität mental richtig abzubilden – ja, dann ist doch das, was wir „Realität“ nennen auch nichts weiter als erfundenes Konstrukt unserer Fantasie oder eine bloße Vermutung, die nie überprüfbar wäre. Dann könnten wir auch fröhlich weitermachen, denn unser Verstand scheint mit der angeblich „falschen“ oder „ungenauen“ Realitätsabbildung wunderbar zurechtzukommen: er baut Getreide an, stellt erfolgreich Geräte her und Maschinen, er baut Musikinstrumente, Kathedralen, er erfindet den Buchdruck und die Dampfmaschine, die auch für verstockte Geister wie Kant funktionieren, welche behaupten, das alles sei nicht die wirkliche Wirklichkeit.

Mit welcher Begründung behaupten sie ihre unsichtbare, unergründbare wirkliche Wirklichkeit? Mit keiner. Sie „wissen“ es einfach. Irgendwie. Sie fühlen es oder haben es von ihrer Intuition geflüstert bekommen. Der korrekte Begriff für diese neurotische Form der Prämissenbildung ist Rationalisierung: man stellt eine Idee abseits aller Logik, Wahrnehmung und Plausibilität als gegeben hin, weil sie der eigenen emotionalen Prägung oder Erfahrung am meisten entspricht, also vor allem den eigenen Abwehr- und Schutzmechanismen.

Jedes Grundschulkind kann das durchschauen und den geradezu primitiven Logikfehler der oben genannten Schlussfolgerungen erkennen. Warum dann aber die Gelehrten und Berufsdenker der letzten 250 Jahre nicht?

Weil sie ihn nicht als Fehler sehen wollten. Genauer: weil sie das Ergebnis und die Schlussfolgerungen dieser Ideologie wollten und den fatalen Denkfehler darin deshalb in Kauf nahmen. Ihre Philosophie ist nur ein mehr oder weniger mühsames Rechtfertigungs-Konstrukt für einen fatalen Mystizismus, der in ungeschminkter Reinform lautet: Gefühle, Fantasie und Wahnvorstellungen sind das einzig Wahre, Denken und korrekte Begriffsbildung hingegen sind impotent, unwirksam und nutzlos.

Es beginnt, nach Verrat zu riechen, nicht wahr?

Weiter in der Untersuchung dieser philosophischen Kriminalität: Warum sollte jemand die absolute Spaltung des Denkens und des Verstandes von der Wahrnehmung und damit der Realität wollen? Warum sollte jemand unbedingt zu der Schlussfolgerung kommen wollen, dass wir nichts wirklich wissen können, dass unser Verstand isoliert, ohnmächtig und abgetrennt ist? Warum sollte jemand nicht nur alle offensichtlichen Fakten ignorieren, die zeigen, wie gut wir Menschen mit unserem Verstand die Welt erfassen und erfolgreich verändern und gestalten können, sondern darüber hinaus auch noch ignorieren, dass er nicht mehr logisch, stringent und redlich denkt, sondern nur noch setzt und behauptet, um dann ein für alle Mal die Akte zu schließen und den Verstand zur Hinrichtung zu verurteilen?

Das ist nicht rational, sondern intellektueller Betrug. Es ist Selbstbetrug. Es ist bloß eine Rationalisierung von etwas anderem, das zwanghaft gerechtfertigt und konsolidiert werden muss. Es ist eine intellektuelle Verkaufsmasche für etwas ganz und gar Nicht-Intellektuelles und Nicht-Rationales. Und was das ist, das erfahren wir von Kant selbst, weil er sich beeilt, sich nur noch mit den Schlussfolgerungen und den endlos abgeleiteten Konstrukten zu beschäftigen, die auf dieser falschen und fiktiven Prämisse beruhen: da der Mensch Gewissheit im Denken nicht finden kann und das Denken immer schrecklich falsch, subjektiv und abgekapselt ist, ist die einzige Quelle für Sicherheit und Gewissheit: der Glaube. Dazu gehören: die Intuition, das Gefühl und „innere Stimmen“.

Jetzt müssen wir tief durchatmen. Jawohl, der „Vater der Aufklärung“ empfiehlt der gesamten intellektuellen Welt, sich auf Glaube, Fühlen und intuitive Eingaben zu verlassen und das konzeptuelle Denken, die rationale Begriffsbildung und die schrittweise mentale Abbildung der Realität diesem Glauben unterzuordnen! Er geht noch nicht soweit, den Verstand und das abstrakte Denken explizit zu verteufeln, das übernehmen dann seine konsequenten Nachfolger.

Er sagt, dass wir nichts rational – durch sukzessive Begriffsbildung aus der Wahrnehmung wissen können, aber er postuliert dies mit absoluter Gewissheit. Auf welcher Basis? Glauben. Er hatte da wohl so ein Gefühl. Er vertraute da ganz seiner Intuition (und kann sie von Fantasie, Projektion und Introjektion nicht unterscheiden). Diese Musik sollte uns bekannt vorkommen. Sie schallt heute aus allen Lautsprechern der New Age-Produktionen: nicht hinschauen, nicht nachdenken, nicht prüfen – nur glauben! Und nachplappern.

Kant und sein zahlloses Gefolge betrachten den Verstand nicht als eine Kapazität, die sich aus Erfahrung und Abstrahierung erst bildet und organisch entfaltet, sondern als etwas, das einfach „irgendwie“ schon da ist, als einen Homunkulus in der Retorte aus dem Nichts, als einen „Kosmos für sich“. Das ist nicht ganz falsch: ein Autist und ein Psychotiker erleben das genau so, sie sind in ihrem „Verstand“ und „Denken“ eingesperrt und abgeschnürt von der Wahrnehmung. Kant behauptet jedoch, seine Anschauung würde für den „Menschen an sich“ gelten, er macht aus seiner recht pathologischen Fiktion eine Metaphysik und generelle Epistemologie für alle und alles.

Was ist Kant also? Ein Religionsstifter. Wurde er vom Vatikan dafür bezahlt? Nein, vom preußischen Kurfürsten in Sankt Petersburg. Also von der damaligen lokalpolitischen Steuerungszentrale. Wir brauchen aber gar keine Verschwörungshypothese, wenn wir den Mechanismus der Rationalisierung verstehen: Kant hat seine persönliche, idiosynkratische Welt- und Selbstanschauung in ein pseudo-philosophisches Konstrukt übersetzt. Seine Quelle ist nicht das Denken, sondern eine neurotische Wahrnehmungsverzerrung. Er beschreibt in endlosen komplizierten Gedankengebilden die Bewusstseinsstruktur einer schizoiden Persönlichkeitsverzerrung (oder sogar ‑störung). Für den Schizoiden, der so etwas wie eine abgemilderte autistische Tendenz repräsentiert, gibt es kaum Verbindung zwischen seiner Körper- und Sinneswahrnehmung einerseits und seiner mentalen Schemabildung andererseits, weil diese Verbindung blockiert wurde, was durch eine sehr frühe (oft vorgeburtliche) schmerzhafte Überforderung sehr schnell passieren kann. Wenn man in einer solchen Denkverkapselung aufwächst, kennt man nichts anderes und wird es für normal halten. Aber es ist nicht gesund. Es ist gestört.

Voilà, die „Philosophie“ von Kant und des gesamten intellektuellen Abendlandes seit 250 Jahren: eine rationalisierte Persönlichkeitsstörung. Eine intellektualisierte und inflationierte Traumareaktion mit ihren eingefrorenen Abwehrmechanismen. Ein sich eloquent fortpflanzender Ausdruck von Verzweiflung. Und verständlicherweise so: dies ist der mentale Zustand eines jedem, der daran festhält, ausgerechnet das mit aller Kraft hassen zu müssen, was ihn als einziges retten und erlösen könnte.

Die verheerenden Folgen sind aber nicht Kants Schuld, er konnte nichts dafür, dass er aufgesogen wurde wie Wasser von einem Verdurstenden. Seine persönliche Wahrnehmungsverzerrung war die Grundlage ganzer Generationen, die ihm folgten. Der immense  technologische Entdeckungs- und Entwicklungsschub seit dem 16. Jahrhundert hatte der Kirche und damit der Religion als soziales Rahmengefüge und Welterklärung so große Konkurrenz gemacht, dass die Menschen verwirrt und ambivalent waren. Die Kirche versprach Tradition, Fortbestand und das bequeme Verweilen in Unmündigkeit und  Verantwortungslosigkeit. Die Technik und die Entdeckungen der „neuen Welt“ forderten heraus zum eigenen Denken und Fragen, zum Saupere aude. Das war nicht nur sozial und machtpolitisch äußerst unangenehm, sondern auch anstrengend und unbequem, denn der Weg des Denkens war mit lauter Fallen und Fehlern übersät.

Kant und seine Nachfolger waren die große Erlösung aus diesem Dilemma. Sie schufen ein intellektuelles Rechtfertigungsgebäude, das sie wie 17 Matratzen über die Erbse ihrer primären Denkfehler und irrationalen Motive legten, so dass diese nicht mehr bemerkt wurden. Die „Prinzessin“, die diese Erbse spürte und geistig auf diesem Konstrukt nicht mehr schlafen konnte, wurde erst 200 Jahr später, öffentlich hörbar und entlarvte den Schwindel und den Verrat.

Es gab natürlich auch zu Kants Zeiten und seitdem immer Gegenstimmen, aber sie waren kulturell und vor allem politisch wirkungslos. Hier ist nicht der Platz für eine ausführliche historische Untersuchung, die für unser Thema hier auch gar nicht ausschlaggebend ist. Relevant ist etwas ganz anderes: seit Kant wurde diese Form der irrationalen Sophisterei und der neurotischen Rationalisierung als „Philosophie“ bezeichnet, an Lehrstühlen gelehrt und staatlich bezahlt und gefördert. Die echte Philosophie, das, was diesen Titel verdient, verschwand im Untergrund und wurde vergessen.

Philosophie jedoch ist nicht bloß sprichwörtlich, sondern ihrem Wesen nach der Vater aller Wissenschaften und aller intellektuellen Künste. Sie ist der Wächter der Rationalität, also der korrekten Abbildung der Wahrnehmung im Denken. Als Wissenschaft vom Denken ist sie die Wissenschaft der Wissenschaften, also der König der Wissenschaften.

Und dieser Vaterkönig wurde verraten und verjagt. Das, was wir seitdem „Philosophie“ nennen ist ein geköpfter Geist, der durch die europäische Kultur spukt und seinen Hamlet sucht. Seinen Kopf hält er unterm Arm wie einen Spielball, der mit den Augen rollt und ominöse Andeutungen von sich gibt. Unsere „Philosophen“ der letzten 250 Jahre sind vaterlose, weisheitslose, kunstlose Söhne, die nicht wissen, wonach sie schreien und wogegen sie ankämpfen, weil sie nicht rational denken wollen. Die einen lassen nur noch den lose schwebenden Kopf sprechen wie Hegel. Die anderen beschwören theatralische Dialoge zwischen kopflosem Körper und körperlosem Denken herauf wie Nietzsche. Dann gibt es die, die den Geisterkopf in einem abgeklebten und verdunkelten Terrarium halten, und ihn aus der Totalisolation heraus stammeln lassen wie Heidegger und seine Karikaturen, die „Sprachphilosophen“. Heidegger ist übrigens auch der wahrscheinlich prominenteste wenn auch nicht der einzige Beleg dafür, dass das mentale Lock-in-Syndrom vor dem politischen Lock-down kommen musste, weil es nämlich seine Grundlage schuf.

Die junge Generation der Geisteswissenschaften hat seit der Mitte des letzten Jahrhunderts den Geist komplett abgeschrieben und geriert sich nur noch als gesellschaftliche Kommentatoren wie überhitzte Sportmoderatoren – mal resigniert-zynisch, mal politisch korrekt und banal. Dabei aber sehr kreativ in der Erfindung immer neuer Narrative und intellektueller Verrenkungen. Irgendwo tief in ihnen muss es sehr leer und sehr, sehr schmerzhaft sein. Es ist egal, wer sie sind und was sie alles vorgeben zu sein, es sind keine Philosophen. Die Philosophie ist seit über 250 Jahren exkommuniziert, für tot erklärt und unsichtbar.

Was das kulturell, sozial und in der nächsten Konsequenz dann auch politisch bedeutet, können wir an Kant noch nicht ablesen. Er hat es nicht gewagt, konkrete Schlussfolgerungen aus seiner widernatürlichen Fiktion zu ziehen. Das hat Karl Marx ca. 60 Jahre später dann übernommen. Er steigerte die nur eigenbrötlerisch dissoziative Spaltung zur paranoid-antisozialen Zerstörungslust.

Marx leitet aus der schon vollbrachten Enthauptung der Kultur folgerichtig ab, dass der kopflose Körper die Macht übernehmen sollte, denn für Macht braucht es ja vor allem Hände und Muskeln; und dass deshalb die Hände den Kopf zu steuern haben und dass das – natürlich – nur mit Gewalt geht. Nicht mit sporadischer Gewalt, sondern mit einem chronischen Zustand von Hass, Spaltung, Gewalt und Krieg als Idealzustand. Die Dauer-Revolution als Abwehr und Ablenkung vom Erkennen der Realität, also gegen die Vernunft. Wir hören durch ihn bereits die paranoide Psychose sprechen, in die ganz Europa nach ihm verfiel und die Kant ideologisch vorbereitet hatte: da die „wirkliche“ Realität sowieso nicht erkannt werden kann, kann man also seine Impulse und Pathologien frei ausleben und denen, die man nicht ausstehen kann, den Schädel einschlagen. Hatte Kant ja gesagt: die höchste Moral können wir nicht rational begründen oder ableiten, sondern nur als Intuition und innere Stimme in uns hören und besonders moralisch ist etwas erst dann, wenn man es nur aus erkannter „Pflicht“ (korrekt: Introjektion) tut und gegen die eigenen Präferenzen – wenn man sich also selbst soweit verleugnet wie es nur geht.

Verstehen wir jetzt die Grundlagen der mentalen Programmierung der Roten Armee, der SA und der Polizisten im Jahre 2021, die prügelnd oder mordend ins Volk einfallen? Das ist unser aller kulturelle Basis. Diejenigen von uns, die eine „etwas andere Intuition“ haben und Gewalt ablehnen, haben dazu keine stichhaltige Philosophie, vor allem keinen Philosophen. Sie können der Ideologie von Spaltung und Gewalt nichts entgegenstellen. Die Faschisten und Stalinisten hingegen haben Kant, Hegel, Marx, Nietzsche, Heidegger… Es ist gar nicht notwendig, sich in MK-Ultra-Techniken zu vertiefen, unser aller Gehirne sind lange im Voraus aufgeweicht worden nicht primär durch Weichmacher, die erst später als mediale Drogen in der Breite angewendet wurden, sondern zunächst durch den sukzessive destabilisierenden Entzug mentaler Härtungsmittel in Form strukturgebender Prämissen, für die primär die Philosophie zuständig ist. Welche aber wie gesagt seit langem schon im kulturellen Exil ist.

Die aggressiv-psychotische und antisoziale Störung, die aus diesem Mangel entstand und sich seit 250 Jahren unter dem gestohlenen Titel von „Philosophie“ ausbreitet, ist die Grundlage der Brutalisierung unserer Kultur (und damit der Politik) mit ihren bekannten Exzessen im 20. Jahrhundert. Wir haben ihr seit 250 Jahren intellektuell nichts mehr entgegenzusetzen.

Die hier konsequent verwendeten klinischen Begriffe zur Charakterisierung dieses Zustands sind dabei nicht zynisch oder diffamierend gemeint, sondern sollen verdeutlichen, dass es sich schon lange nicht mehr um ein philosophisches, denkerisches Problem handelt, sondern um ein psycho-pathologisches Phänomen, eine Pathologie des Geistes. Es gibt einen Unterschied zwischen einem philosophischen Kolloquium und dem Sprechzimmer eines Psychiaters. Wir haben allerdings verlernt, ihn zu erkennen. Den Unterschied nicht sehen zu können (oder nicht zu wollen), bedeutet geistig vaterlos und zu sein.

Der Langzeiteffekt solcher Einflüsse auf die Kultur dürfte offensichtlich sein. Diejenigen, die den Verstand schulen sollten, die Intellektuellen, lehnen ihn ab und beginnen, ihn zu bekämpfen. Sie kämpfen gegen einen natürlichen und zentralen Wesensaspekt des Menschen. Von Generation zu Generation wird dieser Kampf brutaler und rücksichtloser bis schon die Kinder aufgeben noch bevor sie angefangen haben. Sie bilden keine Begriffe mehr, sondern lernen, sich an Launen, sozialen Signalen, an Gruppendynamiken und Autoritäten, also an Gewalt zu orientieren. Alles andere, lernen sie schnell, funktioniert nicht.

Um das Problem durchschauen zu können, bräuchten sie die Fähigkeit des abstrakten Denkens und genau die haben sie nicht. Sie geben in jüngsten Jahren auf, verstehen zu wollen. Sie wollen nur noch in Ruhe gelassen werden. Ansonsten schlagen sie zu. Lieber aber fügen sie sich in eine Gruppe ein oder lassen sich von Medien sedieren und drehen mit im großen Rad. Es hat sowieso alles keinen Sinn. Warum Fragen stellen? Belohnt werden nur Reiz-Reaktionen-Antworten. Warum konsistente Begriffe und kohärente Konzepte aufbauen, wenn die Erwachsenen sich sowieso nur über Autorität, über Macht und Abhängigkeiten durchsetzen? Warum Logikfehler und Unplausibilitäten überhaupt bemerken, wenn man dafür nur sozial bestraft, beschämt oder ausgestoßen wird?

Das ist der Krieg der seit über zweihundert Jahren täglich in unseren Schulen und Universitäten stattfindet: Autoritäten und Institutionen gegen Menschen und gegen den Geist.

Gewalt, Gewalt, Gewalt. Unter dem Deckmantel von „Pädagogik“, „Erziehung“, „Medizin“, „Therapie“, „Rechtsprechung“, „Politik“, „humanitären Einsätzen“ , „‘Umweltschutz“ oder „Frieden“. Zu welcher Art Gesellschaftsstruktur das führen muss, haben wir in Teil I dieser Reihe ausführlich erläutert.

Es ist klar, wer dabei fast immer gewinnt und wer immer dumpfer und schwächer wird. Die Verlierer und Erstickten sind jedoch nicht bloß verkrüppelt und gelähmt, sie haben enorme Reserven an Verzweiflung, Zorn und Schmerz in sich aufgestaut. Aber keine Fähigkeiten, diese zu benennen, zu begreifen, zu hinterfragen oder ihnen ein Richtung zu geben. Nur eine gewaltige, wortlose Masse an Emotionen und die gigantische Angst, von ihnen zerstört zu werden. Der enorme staatlich organisierte Drogenaufwand und die engmaschige ideologisch-mediale Betreuung können diese Psychiatrie mit wachsender Totalität und Gewalt noch eine Zeit lang ruhig und zusammenhalten. Aber was, wenn man die Menschen vom Tropf nimmt? Was, wenn die Kinder aus der Sedierung aufwachen?

Brauchen sie dann nicht als erstes einen Rahmen und Hilfe, um zu verstehen? Brauchen sie nicht als erstes Unterstützung darin, sich und ihr Leiden in Worte zu fassen? Sollte die wohlmeinendste Kraft sie nicht vor allem darin fördern, richtige Begriffe zu bilden und auf diese Weise Ordnung, den Anfang von Ordnung und Struktur in sich zu schaffen? Organisieren und formen kann das nur die Philosophie – die Kunst, richtig zu denken und den Verstand menschlich und gesund zu machen.

Wer einen Eindruck bekommen möchte, wie ein Hamlet denken muss, der kommt, um diesen verratenen Vater und König zu rächen und zu rehabilitieren, der beschäftige sich mit den Schriften von Ayn Rand. Sie ist die einzige bekanntere Person, die es verdient, „Philosoph“ genannt zu werde. Interessant, dass es ein Frau ist, die den Spuk beendet und den Kopf wieder auf den Körper setzt. Sie war nicht vaterlos. Sie war nur allein in einer geistig vaterlosen und verwahrlosten Welt. Sie zeigt uns bereits als Zwölfjährige, dass die ganze hysterische intellektuelle Schickeria nicht nur Kindergarten ist, sondern schon lange krank und verloren. Wir können das durchschnittliche psychische Alter der europäischen Intelligenzija abschätzen, wenn bereits ein Mädchen mit zwölf Jahren so viel weiter und reifer ist, dass der Abstand für die meisten gar nicht mehr zu überbrücken ist. Wir liegen also ganz bestimmt nicht ganz falsch, wenn wir den durchschnittlichen Reifegrad unsere Gesellschaft mit sechs bis acht Jahren veranschlagen.

Warum? Weil der Vater fehlt und der König. Nicht als mythische oder mediale Figur, sondern als Einflussprinzip in unserem Bewusstsein. Nachdem wir also die Erben des Anti-Vaters Macbeth sind, müssen wir zunächst erstmal Hamlet werden, den Mord erkennen und uns auf unsere genuine Aufgabe besinnen.

Was heutzutage auf dem geistigen und kulturellen Thron sitzt, ist nicht der rechtmäßige Erbe, nicht Philosophie, nicht Metaphysik, Erkenntnistheorie und rationale Moralphilosophie, sondern die Ideologie der Spaltung und Rationalisierung und ihreneo-mystischen Paradigmen. In Folge leben wir unter einer religiösen Käseglocke mit eingebauter Orakelfunktion, medialer Gauklertruppe und – von den Priestern der Macht ausgehend – der Lizenz zum Töten.

Was Hamlet braucht, um die Ordnung wiederherzustellen ist sein erwachendes Verantwortungsbewusstsein: die Erkenntnis, dass der Niedergang sonst total wäre, seinen klaren rationalen Verstand und – Waffen. Ha! Jetzt erscheint uns der Geist des ermordeten Vater in voller Rüstung und Kriegsmontur und es riecht nach Kampf! Der große Hausputz zur Wiederherstellung der patriarchalen Ordnung bedeutet: nieder mit den Gewaltmenschen, Mördern und ihren Schergen! Die Vernunft allein kann nichts gegen Fäuste, Schlagstöcke und ein Heer von Soldaten tun. Aber gegen die Kombination aus Vernunft und Fäusten, Schlagstöcken und einem Heer von Soldaten haben die Barbaren keine Chance, egal wie brutal und verzweifelt sie auch seien. Man gebe der Vernunft Zeit und ausreichend Erklärungen, damit sie verstehe, dass es ohne das Schwert nicht geht. Der Rest ist Disziplin und Ausdauer.

Sobald die Philosophie wieder aufsteht, sobald sie wieder von uns aufgerichtet wird, werden all die verhuschten modernen Ideologien und Sekten in sich zusammenfallen und in die dunklen Löcher verschwinden, aus denen sie gekommen sind. Es bleibt darüber hinaus eine Menge Aufräum-, Reinigungs- und Heilungsarbeit zu leisten, aber sie ist frei von Widersprüchen.

Um also noch Verständnis zur Vorbereitung zu gewinnen, schauen wir erst noch genauer auf den äußerst schiefen Stand der Dinge „im Staate Dänemark“ und wie er sich verfestigte.

Der Verlust des Verstandes

Über hunderte von Jahren sich intensivierenden Technologie-Rausches hinweg konnte sich die beschriebene Ideologie in der Gesellschaft so fest einnisten, dass die Fiktion und das falsche Denken stärker wurden als das rationale Denken – für welches sich die Aufklärer ja selbst so gerne rühmten. Wir haben gesehen, dass es ein psychologisches Phänomen ist, welches biografisch am besten zu verstehen ist.

Die Idee, dass der Verstand und das Denken isoliert von der Welt des Körpers existieren, entspricht der Erfahrung all jener Menschen, die sich ihre Integrität schon als Kinder nur retten konnten, indem sie sie sich erdachten und im rein Mentalen etablierten, um sich vor allem von emotionaler (und sozialer) Desintegration abzulösen und unabhängig zu machen. Es dürfte naheliegend sein, dass gerade solche Menschen sich gegen alle Widerstände hindurch zu den Gelehrten und „Philosophen“ der eher sinnes- und körperfremden Art entwickeln würden, die die „Philosophie“ seit dem 18. Jahrhundert an Universitäten als Fach und Existenz-Nische betreiben. Das Ganze ist kein philosophisches Problem und kann und darf nicht als solches behandelt werden. Es ist ein sozial-historisches Problem der Identität, also ein psychologisches Phänomen. Ohne eine Identität von rationalem Bewusstsein ist eine rationale Philosophie gar nicht möglich.

Die Philosophie verkümmerte in der erwähnten Epoche von einer Meta-Wissenschaft der Lebensweisheit und der geistigen Universalität zu einem Nischenfach für Gedanken-Anatome und Ideen-Akrobaten. Mit andere Worten: sie starb. Und mit ihr starben das europäische Geistesleben und seine Fundamente für jegliche Hochkultur ihren langsamen Tod und gingen über in eine Art Zombietum der Intellektualität, eine groteske neurotische Verzerrung des ursprünglich humanistischen Denkens zur Selbst- und Welterkenntnis, zu einer mentalen Verpuppung in Wunschdenken und Wortspielerei.

Die Ideologie der Aufklärung, die sich den Verstand zu etwas Überweltlichem zurecht definierte – vermutlich um der religiösen Frömmigkeit mit ihrem irrationalen Glauben an eine überweltliche göttliche Gestalt eine greifbarere Idee ihres Zuständigkeitsbereiches entgegenzusetzen – diese Ideologie, die in dem Maße falsch war wie sie immer übertriebener und polemischer wurde, sorgte für das Gegenteil dessen, was sie angeblich anstrebte. Statt die Menschen rationaler zu machen, machte sie die Philosophie, damit alle Geisteswissenschaften, und schließlich alle Intellektuellen und durch sie die gesamte Kultur immer irrationaler bis zu dem infantilen und belanglosen Gebrabbel, was sie heute bis in die höchsten akademischen Grade hinauf nur noch produzieren.

Da nun der Verstand zunehmend als „abgehoben“ und „nicht-weltlich“ betrachtet wurde, war es der erste logisch konsequente Schritt, politische Macht und schließlich jede Form von weltlichem Einfluss vom Verstand abzukoppeln, denn man wollte ja „weltlich“ und „pragmatisch“ bleiben. Und das war der ominöse, neo-mystifizierte Verstand ja laut der neuen „Philosophen“ gar nicht – und die mussten es ja wissen!

Karl Marx und seinesgleichen sind in dieser Prozession des intellektuellen Abstiegs nur noch als Trittbrettfahrer der immer weiter aufklaffenden Spaltung zwischen Denken und Realitätswahrnehmung zu sehen. Seine frei assoziierten und hochgradig neurotischen Ideen als „Philosophie“ aufzufassen, wie man Schüler seit über hundert Jahren zwingt, zeigt die komplette Desorientierung, die diesbezüglich herrscht. Die Figuren seiner Ideen sind jedoch wichtig zu verstehen um die Pathologie der westlichen Kultur und von ihr ausgehend aller weltweiten Politik der letzten 150 Jahre zu verstehen. Denn Marx zog die nächste logische Konsequenz nach der Spaltung zwischen Politik (also Macht) und Verstand, indem er die Politik mit der Idee der rohen Gewalt vermählte – dafür war er Experte und Vorreiter – nicht nur als Erlaubnis, sondern als wünschenswerte und deshalb begrüßenswerte Notwendigkeit und „Lösung“. Seinem Wunschdenken nach soll „das Proletariat“ die Macht übernehmen, also jene Menschen, die zwar Arbeits-, also Muskelkraft anbieten können, aber keineswegs politischen Verstand, Überblick, gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein oder überhaupt eine Form höher-abstrakten und integrativen rationalen Bewusstseins. Was sie stattdessen als Hauptqualifikation mitbrachten war: Bedürftigkeit. Also Mangel. Und das in und als Masse.

Das müssen wir uns auf der Zunge zergehen lassen. Immerhin haben wir es mit den gedanklichen Grundlagen aller Politik der letzten 150 Jahre und der Ursache für den totalen Zerfall unserer Zivilisation zu tun. Nicht Marx und Konsorten sind dafür wichtig, sondern ihr irreales, falsches Denken, das in der westlichen Welt vor allem von den Intellektuellen begierig aufgenommen und verbreitet wurde. Warum? Weil es sie zumindest gefühlsmäßig und fiktiv an die Spitze einer unbändigen Kraft und eines unberechenbaren Gewaltpotenzials setzte, dessen sozialistische Sturzfluten auszulösen gerade deshalb so attraktiv für sie war, weil diese Ideologien sie von jeder Verantwortung freisprachen. Es kribbelten gerade den wirtschaftlich und politisch abgehängten Intellektuellen unbändige Kräfte in den Fingern und vernebelten ihr Hirn, so dass sie nicht sehen konnten, dass sie immer die ersten sein würden, die von diesen entfesselten Strömen der gepredigten morallosen Gewalt und verantwortungslosen Macht vernichtet werden würden.

Was die ideologische Vorhut zum Sozialismus, Kommunismus, Faschismus bis zum heutigen Konsum-Sozialismus mit Demokratiesimulation also in die Köpfe der maßgeblich führenden Intellektuellen einsetzte, war, dass politische Macht sich auf Gewalt stützen sollte – das ist also eine moralische Setzung – und zwar auf jene Gewalt, die aus Mangel und Überforderung (also letztlich aus Angst) entsteht. Die Grundlage ihrer bis heute immer aufwendiger ausgeschmückten, aufgehübschten und verschönschleierten Konzepte ist, dass Politik von tierischen, verrohten, unterentwickelten, anti-geistigen, gewaltbereiten und vor allem irrationalen Menschen geführt und bestimmt werden sollte. Und nicht nur das, sondern auch, dass diese Sorte Mensch alle Gesellschaften und alle Kultur, ja alles Denken anführen und formen sollten.

Wenn das nicht offen destruktiv und böse ist, was ist es dann? Diese direkte und offenkundige Ideologie der Gewalt ist in ihrem Kern nur gegen ein Ziel gerichtet: gegen den rationalen Verstand und das integrative Bewusstsein von Vernunft. Diese sollte gelähmt, erschlagen und zerfetzt werden, auf dass sie nie wieder aufstehe.

Damit haben wir es also spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr mit einem ungehinderten Zerfall der westlichen Kultur zu tun, sondern mit einer aktiv vorangetrieben Zerstörung all ihrer Grundlagen. Den Unterschied und den Übergang zwischen diesen beiden Phasen kann man kaum ausführlicher und durchdachter wiedergegeben finden als in Goethes Faust, dessen erster Teil eine Dokumentation der ersten Phase ist, während der zweite Teil eine Vorhersage der folgenden zweiten Phase ist, von der Goethe kulturell nur den Anfang mitbekommen aber die Folge aus seinem psychologischen Verstehen heraus präzise vorhergesagt hat. Wir haben heute, am Anfang des Jahres 2022, auch diese zweite „faustische“ Phase bis kurz vor die Totalvernichtung, bereits hinter uns und stehen jetzt am wundersamen Anfang eines neu zu gründenden Kulturzyklus.

Die kulturelle Zerfallsdynamik bis zu Zerstörung beginnt und musste beginnen im Denken, im falschen, abgekoppelten, irrationalen Denken. Dort endete sie jedoch nicht. Sie endete in den Jahren 2017-2021 mit der pädagogisch wirksamen Simulation des Versuchs, jegliche Form von menschlichem Bewusstsein und damit jede Spur vom Menschen auf dem Planeten zu vernichten. Der hinter der echten Intention stehende antreibende Hass hätte niemals von selbst geendet. Aber das menschliche Bewusstsein stellte sich ihm – in letzter Sekunde – entgegen, um seine Lakaien zu entmachten.

All die Korruptheit und Charakterlosigkeit in der Politik und auf allen möglichen anderen Positionen mit sozialem Einfluss, welche heute landläufig als Norm hingenommen werden, haben ihren Ursprung in der Korruption des Denkens. Die Geschichte der westlichen Welt der letzten 150 bis 200 Jahre ist die Geschichte dieser Korruption im Denken.

Die verschlossenen Tore zum patriarchalen Garten

Nun können wir verstehen, wie es dazu kam, dass wir uns von den einstigen patriarchalen Strukturen transparenter Machtverhältnisse nicht mehr weiter sondern zurück-entwickelten und wieder abrutschten in jene archaischen Formen matriarchaler Machtdynamiken, die auf Verschleierung, Geheimhaltung, Täuschung und Gewalt fußen. Wir haben in unserem grundlegenden Denken alles, was mit Politik und gesellschaftlichem Einfluss zu tun hat, vom rationalen Verstand, damit von der Vernunft und von den integrativen Kräften des mentalen Bewusstseins abgetrennt. So koppelte sich alles Politische automatisch Schritt für Schritt immer mehr mit Opportunität, Launenhaftigkeit und Selbstbereicherung, dann mit Desintegration, Rücksichtslosigkeit und Gewalt und schließlich mit jener Destruktivität und Kriminalität, die aus dem pathologischen Zustand geistiger Leere und chronischer Angst entstehen. Die Menschen sind heute bis ins Mark ihrer unbewussten Axiome überzeugt, dass Politik und alle Machtthemen per se irrational, unmoralisch und verwerflich seien. Sie können darüber nicht mehr anders denken.

Das matriarchale System, in das wir über Hunderte von Jahren hinab gerutscht sind, entspricht überhaupt nicht den kleinen atavistischen matriarchalen Stammesgesellschaften, die sich auf Einklang mit der Natur und auf Reichhaltigkeit gründeten. Ihnen fehlte es an rationaler Philosophie und linearer Weltanschauung, aber sie bekämpften sie nicht, sondern lebten einfach nur ohne sie.

Unsere modernen Gesellschaftssysteme beruhen auf Mangel, einem künstlich erzeugten Mangel, nicht weil ihnen primär etwas fehlt, sondern weil sie auf der Ablehnung des Verstandes, der Vernunft und der damit verbundenen Anstrengungen und Verantwortung fußen. Aller materielle Überfluss wird in dieser Dynamik der Kontrolle und irrationalen Selbstbereicherung in die Machtzentren verfrachtet und kommt von dort nicht wieder heraus. Er wird dort, in der Mitte des Spinnennetzes gehortet und versteckt, weil die Menschen nur durch die immer weiter fortschreitende Verknappung an der Leine sozialer Anpassung und Steuerung gehalten werden können. Mangel, Verknappung, Inkompetenz, Niedergang und Degeneration sind keine Nebeneffekte dieser Ordnung, sondern der Stoff, aus dem sie gemacht und aufrecht erhalten wird. Und je tiefer die Menschen diese Defizit- und Mangelsicht verinnerlichen, desto stabiler ist das Netz.

Das müssen wir verstehen, weil es einem ideologischen (Denk-) Fehler entspringt, und nicht das Symptom eines realen Defizites ist: die Menschen lehnen primär den reifen und rationalen Verstand ab, sie haben aber irgendwann entdeckt, dass sie diese fundamentale Selbstverneinung in Mangel-Systemen viel leichter aufrechterhalten und vor allem rechtfertigen können. Sie müssen ja dem irrationalen, sozial dressierten Verstand (Denken) erklären, warum sie den gesunden, rationalen Verstand ablehnen und zerstören müssen. Dann hilft er ja auch tatkräftig mit. Da der rationale Verstand aber das Natürlichere und etwas im Wesen des Menschen Angelegtes ist, das sich von selbst entfalten will und kann – man kann das bei Kindern am leichtesten sehen – kostet es eine große Anstrengung und permanenten emotionalen Vernebelungs- und Programmierungsaufwand, die Menschen, ja, ganze Gesellschaften dazu zu bringen, ihren eigenen gesunden Verstand zu bekämpften mit einer bloß von außen eingesetzten, provisorischen Verstandesprothese, die mit der Wirklichkeit kaum bis gar nicht zurechtkommt.

All der Mangel und die ständig wachsende Katstrophen- und Not-Stimmung, die für uns heute so normal geworden sind, sind nicht Ursache sondern nur sekundäres Mittel zum Zweck, um nur eben das nicht sehen zu müssen, um niemals hinzuschauen und nachzudenken.

Wir hören das mittlerweile sogar ganz offen ausgesprochen von unseren hauptberuflichen Gallions-Sprechpuppen, den Politikern, Fernsehsprechern und Zeitungsschreibern: Es ist keine Zeit zum Nachdenken, schon gar nicht für Diskussionen. Die Katastrophe ist schon so groß, dass sofort (unüberlegt) gehandelt werden muss! Dieser chronische Ausnahmezustand ist programmatisch und systembedingt, es ist eine sich selbst beschleunigende Suchtdynamik zur Vermeidung von Einsicht und Erkenntnis. Der ganze politische und mediale Aufwand, die Vereinigungen, Initiativen und „Bewegungen“, Demonstrationen, die Duelle, Parteien-Kämpfe, Think-Tanks, Gremien und Kommissionen, die immer neuen Bedrohungsszenarien, Terrorgruppen und ‑anschläge, Kämpfe, Kriege, Klima- oder Stromausfälle, Crashs, Chemikalien oder Viren – all das nur, um nur nicht auf den Teppich zu kommen und die Tatsachen, Verwirrungen und kurzsichtig-kriminellen Motivationen einmal zu erkennen und korrekt zu benennen. Auf der Ebene der Alltagroutinen nennen wir dies „Stress“.

Und nochmal, um das übliche Missverständnis zu vermeiden: es ist keine Verschleierungstaktik bloß der Protagonisten, einiger Eingeweihter und Drahtzieher, sondern vor allem eine psychologische Komplizenschaft derer, die es nicht sehen möchten, die abgelenkt und betrogen werden wollen und die Täuschung deshalb nicht nur dankbar annehmen und den Niedergang schulterzuckend hinnehmen, sondern beides aktiv unterstützen und beschleunigen. Spätestens seit dem Jahr 2020 ist das so offensichtlich, dass man es nicht weiter belegen muss.

Das Problem mit den Verschwörungstheorien ist nicht, dass sie so unglaubwürdig und exotisch ist, sondern dass sie so offensichtlich und glaubwürdig sind. Hinz und Kunz, die sich von Verschwörungstheorien ganz besonders demonstrativ empört abwenden, tun dies, weil sie Teil der Verschwörung sind. Sonst würden sie sich nicht so darüber aufregen. Sie fühlen sich ertappt und entlarvt in ihrer sozial-emotionalen fest verschweißten und nicht widerlegbaren Komplizenschaft gegen den Verstand, gegen das mentale Wachsein und gegen menschliche Entwicklung. Die breite Bevölkerung ist gegen Verschwörungstheorien, weil sie kein Alibi hat. Sie ist nämlich keineswegs gegen Verschwörungen und auch nicht gegen die täglichen Drogendeals gegen die schmerzhafte Erinnerung ihres eigenen Verrats.

Die ursächliche und größte Armut herrscht im rationalen Denken, so dass uns überall das einzige Mittel für einen Ausweg und Aufstieg fehlt. Die knappste und bedrohteste Ressource der Neuzeit ist der gesunde Menschenverstand. Aber im Matriarchat setzt sich keine einzige Partei für diese Ressource, sondern alle im Chor immer nur gegen sie. Die wenigen Systemketzer, die es tun, würden es im System nicht einmal mehr schaffen, auch nur eine Kleingruppe ihrer Interessen zu bilden.

Je länger wir diese Ressource meiden, je länger wir Problemen mit Wegschauen, Ablenken, Beschleunigungen, Geschrei, Schuldzuweisungen, Rücktritten, Personalwechseln, mit Wunschdenken, fantastischen Konjunktiven und Kollektiv-Mystizismus, mit Automatisierung, Digitalisierung, Bürokratisierung oder – sehr beliebt – mehr Verwaltung und noch mehr „Management“ begegnen, desto fundamentaler und existenziell bedrohlicher werden die Probleme und desto gelähmter, hilfloser und irrationaler werden die Menschen. Subvention, Umverteilung, Umstrukturierung, neue Gesetze und Geldvermehrung sind niemals Ersatz für zwei alte Klassiker, auf die wir schon lange keinen Zugriff mehr haben: Produktivität und kreative Problemlösung. Denn Produktivität und Innovationen fußen auf der Verwendung des realitätsbezogenen Verstandes.

Es ist ganz simpel: das ist der natürliche Rohstoff, der den „demokratisch gewählten“, berufenen, sanktionierten oder diplomierten, zertifizierten Experten und Akteuren unserer Welt fehlt. Und damit dieser Totalausfall hinter ihren neuen Kaiserkleidern und Chamäleon-Uniformen nicht auffällt, wirbeln sie eine Menge Staub auf und vervielfachen die Probleme bevor sie mit vollen Taschen wieder in dem Nichts verschwinden, aus dem sie hochgebauscht wurden.

Diese Kerndynamik haben alle bekennend sozialistischen, kommunistischen und faschistischen Konstrukte mit unserer heutigen „Demokratie“ gemein, was zeigt, dass letztere aus dem gleichen ideologischen Holz geschnitzt ist: Anti-Rationalität.

Und diese ideologische Einpflanzung gilt es zu überwinden und loszuwerden. Wir müssen uns wieder erinnern, dass Macht ein unausweichliches menschlich-soziales Grundthema ist, dem wir uns mit Verstand und Bewusstsein stellen müssen, weil sie sonst in den Untergrund geht und uns von dort beherrscht und blockiert. Wenn wir nicht von ihr erstickt und hinterrücks vergiftet werden wollen, müssen wir alles, was mit Macht zu tun hat, wieder ans Licht holen, in das Licht unseres rationalen, begrifflich differenzierten Bewusstseins.

Das ist der Kern unserer Aufgabe.

Zur Wiederherstellung der Licht-Herrschaft

Die jetzt schon über 30.000 Worte des ersten und dieses Teils sind vergeudete Lesensmüh, wenn sie nicht dazu beitragen, im Kopf Ordnung zu schaffen und Licht ins Dunkle und Diffuse unserer Weltanschauungen bringen.

Der lange, verschlungene Weg und seine Schlenker durch diese zwei Artikel hindurch sollten uns zu dieser Erkenntnis führen: Das Falsche und Böse, dem wir heute allseits intensiver ausgesetzt sind denn je, haben ihren Ursprung im Denken, im falschen Denken. Und so haben auch das Richtige und das Gute, das wir uns wünschen, ihren Ursprung im Denken, im richtigen Denken. Wir können damit nicht nur selbst einen Anfang machen und etwas verändern. Dort und nur dort liegt der einzig mögliche Anfang für einen Richtungswechsel und dauerhafte Veränderung. Dort liegen die Wurzeln alles Menschengemachten und nur wir Menschen können einen Unterschied machen durch die bedachte Entscheidung, was wir säen und hegen und was wir herausreißen und verbrennen.

Die matriarchalen, sozial-mythischen Machtstrukturen, die unsere Kultur über Generationen hinweg immer weiter weg von Vernunft und Geistigkeit geführt haben sind primär nicht institutionell zu überwinden, sondern nur in unseren Köpfen. Alles andere folgt dem. Die lang eingeübte und tief eingefleischte, künstlich forcierte Trennung von Macht und transparenter Rationalität braucht vor allem eine klare Benennung, um durchschaut und überwunden zu werden. Nur durch klare Begrifflichkeiten, die an unsere unmittelbare Erfahrung anknüpfen, können wir zwischen Macht und Gewalt differenzieren und die patriarchale Form von Macht ohne emotional vorprogrammierte Abwehrreflexe und anderen Assoziationsballast wiederentdecken.

Ein gesundes patriarchales System beruht darauf, dass Gesetze über jeder Machtposition stehen. Im Matriarchat standen die Machtpositionen über jedem Gesetz, welches nur als willkürliches Herrschaftswerkzeug zur Unterdrückung und zum Machterhalt beliebig ausgerufen, erweitert, gekürzt und ignoriert wird – nicht nach dem Maßstab von Recht, sondern von Macht und Status.

Ein echter Rechtsstaat braucht Diener, die seine Struktur schützen und bewahren, aber mehr noch als die Diener und Erhalter braucht er Bürger, die sich an Gesetzen und Prinzipien ausrichten und sich nicht von Machtzirkeln und ihren Massenmanipulationen ausrichten lassen. Ein Bürger kann nur dann bürgen, wenn er das Prinzip des Rechtsstaates verstanden hat und es wertschätzt. Die dadurch gewonnene Freiheit für die geistige Entfaltung der Menschen und ihrer Kultur wird verbürgt durch eine persönliche Investition, die im Matriarchat völlig fremd ist: Verantwortungsübernahme. Das ist die Einzahlung, die zuerst geleistet werden muss, um den Ertrag von freiheitlicher Ordnung überhaupt erst zu ermöglichen.

In einer transparenten und rational aufgebauten Gesellschafts- und Machtstruktur können Privilegien nicht erpresst oder mit Gewalt erobert werden, sondern müssen durch Verantwortungsübernahme für das Ganze, also für die Prinzipien des Ganzen verdient werden. In einem rationalen Staat ist „das Ganze“ keine abstrakte abgehobene Idee, sondern die Gesamtheit seiner einzelnen Bürger.

Das Wichtigste, sicherlich aber auch Ungewohnteste, das wir dafür noch zu lernen haben ist, dass Staatsinstitutionen nur für die Form und ihren Erhalt zuständig sind, nicht für das, was die Menschen damit und darin unternehmen wollen, brauchen, sich wünschen oder glauben. Der rationale Staat ist nichts weiter als ein vereinbartes Gemeinschaftskonstrukt, das Freiheit im Handeln, im Denken und in der Selbstentfaltung etabliert und garantiert. Das Primat seiner Aufgaben dabei ist es, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Mehr nicht! Staatsinstitutionen sind Strukturhalter und nicht dafür zuständig, individuelle Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen oder individuelle Mängel zu beheben. Der Mensch soll frei sein, sein Glück zu suchen, aber er hat keinen Anspruch auf eine staatliche Glücksgarantie, denn damit würde wieder das Prinzip der Selbstverantwortung negiert und durch das Prinzip der Mutter-Kind-Versorgung gelähmt werden.

Nicht nur politische (Macht-) Verantwortung ist der Grundpfeiler eines Rechtsstaates, sondern vor allem Selbstverantwortung. Selbstverantwortung braucht Mündigkeit und Selbstbestimmung. Das bedeutet in der Konsequenz, dass der Staat sich in keiner Weise in wirtschaftliche Angelegenheiten jenseits von Sicherheit, Gewaltlosigkeit, Ordnung und Wahrung individueller Grundrechte einmischen darf. Sonst landen wir nach einiger Zeit wieder im (matriarchalischen) Protektionismus, der die wirtschaftliche Freiheit sukzessive immer weiter einschränkt und irgendwann komplett auflöst. Mit anderen Worten: es muss ein Maximum an „Dürfen und Können“ für alle und ein absolutes Minimum an „Müssen“ etabliert werden. Nur dann ist es Freiheit für den Bürger als Menschen.

Wir sind es aber leider seit langem gewohnt, die Regierung und auch sonst alle möglichen Institutionen als Mutterersatz und Generalversorger zu betrachten. Unsere Idee von „Demokratie“ beruht auf der fatalen Prämisse, die Regierung sei eine Interessenvertretung der Menschen, also ein Lobbyisten-Gremium mit Generalvollmachten über alle und alles. Was sich aus diesem Versorgungskonzept von Macht nach dem Prinzip der größten Bedürftigkeit und Durchsetzungskraft ergibt, können wir nach 75 Jahren dieses Experiments am Zustand unserer Gesellschaft ablesen.

So etwas wie „Demokratie“, also Herrschaft und Mitbestimmung des Volkes, macht nur dort Sinn, wo es um unterschiedliche Interessen und Präferenzen geht. Mit anderen Worten: nur dort, wo es um (sekundäre) Inhalte und nicht um (primäre) Strukturen und Rahmen geht. Die Gesetzmäßigkeiten, die der Form und den Bedingungen einer freien Gesellschaft zugrunde liegen, sind keine Angelegenheit von Vorstellungen, persönlichen Interessen oder Wünschen, sondern von objektiver Erkenntnis und korrekter Formulierung. Sie ergeben sich aus der Natur des Menschen und den objektiven Tatsachen der Welt, in der wir uns bewegen. Die Fähigkeit, die wir also brauchen, ist objektive Formulierung naturgegebener (menschlicher, sozialer) Gesetzmäßigkeiten und der Regeln, die sich aus ihnen ergeben. Rationale Gesetze beruhen auf Wahrnehmung und Realität, nicht auf schwankenden Bedürfnissen, Launen, erfundenen Ideologien, Wunschdenken oder einer sonstwie doppelbödigen Agenda der gerade herrschenden Clans und ihrer Lakaien.

Ein Rechtstaat ist ein Konstrukt, das Freiheit und Rechte garantiert. Unser Problem heute ist, dass die Menschen ihre Rechte gar nicht kennen, nicht einmal mehr wissen, was Rechte eigentlich sind. Ein Mensch, der seine Rechte nicht kennt, hat subjektiv und effektiv keine und ist in Folge genau das, was die seelen- und menschenlosen Ideologien von „Kollektiven“ und „Supernationen“ konzeptuell aus ihm machten: eine für sich betrachtet bedeutungslose und unnütze Funktionseinheit, die nur als Baustein für einen durch-mechanisierten Apparat zweckdienlich ist.

Mit den Grundrechten des Menschen sind keine juristischen Festsetzungen gemeint, sondern angeborene Menschenrechte. Was hilft es denn schon, jemandem juristische Rechte zu vermitteln, wenn er nicht einmal seine wesenseigenen Grundrechte kennt? Und was man nicht kennt, das kann man nicht anwenden oder geltend machen. Das ist der Grund, warum die Menschen sich heutzutage nicht einmal mehr gegen die schrecklichsten und existenziellsten Verletzungen ihrer Integrität wehren: sie wissen und fühlen nicht, dass ihre Integrität ihr Recht ist, sie wissen nicht, dass es so etwas wie ihre Integrität (körperlich, sozial, psychisch und geistig) überhaupt gibt und dass sie geschützt werden muss. Es fehlt ihnen an Bewusstheit und mentaler Abbildung.

Menschen, die nichts von Integrität und damit nichts von ihren Rechten kennen, warten ständig nur auf eine Erlaubnis. Das heißt, sie richten sich an Autoritäten aus. Heute sind das vor allem die gesichtslosen Mega-Institutionen der Politik und der Medien. Wenn sie keine Erlaubnis oder behördliche Aufforderung bekommen, z.B. sich zu verteidigen, sich zu schützen, für Transparenz, Gerechtigkeit und Freiheit zu kämpfen, dann… warten sie eben noch weiter. Wenn im Fernseher jemand sagt, dass an heute jegliche Freiheit verboten wird, dann bleiben diese Menschen zuhause und versuchen also mit weniger Freiheit zu leben – sie versuchen, zu überleben in der verträumt-infantilen Hoffnung, dass „Mama und Papa“, also „die da oben“ schon wissen, was sie tun und sich um sie kümmern werden. Und so wird ihre Freiheit immer weniger, bis sie eines Tages ganz vernichtet ist.

Der voll berufstätige Familienvater will „ja nur meine Familie schützen“, der Ladenbesitzer will „ja nur mein Geschäft sichern“, der Angestellte will „ja nur meinen Arbeitsplatz behalten“ und der Unternehmer will „ja nur seinen Umsatz erhalten“. Ein System der totalen Macht nimmt den Menschen so sukzessive alles weg bis auf ihre kleine verschämte Lieblingsbetäubung. Und dann, wenn die Menschen gar nichts mehr in der Hand und im Kopf zu ihrer Verteidigung haben, dann wird ihnen mit Leichtigkeit auch ihre letzte kleine, wackelige, lose herumtreibende Rettungsboje von Identität und Würde weggenommen. Irgendwann wird ihnen dann auch die Erlaubnis zu denken, zu atmen, zu leben entzogen, so dass sich der gehorsame Systemling ohne Selbstwertgefühl gezwungen fühlt, eben sein Denken, sein Atmen und sein Leben an den von den allseits zuständigen Behörden dafür eingerichteten Abgabestellen zu entsorgen.

Die Lebensversicherungen haben ganz recht mit ihrer Begründung, warum sie den Verstümmelten und Hinterbliebenen dann nichts mehr auszahlen: denn das ist Selbstmord (und somit vom Versicherungsschutz ausgeschlossen). Sartres angeblich „einzig philosophische Frage“, die nichts weiter als der Anfang sinnvoller Teenager-Fragen ist, wird vom sozial-programmierten Matriarchatsbürger so beantwortet: „Das muss die Regierung entscheiden. Wenn es für das Allgemeinwohl besser ist und ich keine Verantwortung übernehmen muss, dann tue ich es.“ Er muss dann gar nicht mehr von der Brücke springen oder sich den goldenen Schuss setzen lassen. Wer so durch die Welt geht, ist bereits tot.

Ein Mensch, der kein Recht auf Leben und Freiheit empfindet, wird nichts tun, um auch nur eines davon zu verteidigen. Aber was vom „Menschen“ ist dann überhaupt noch übrig? Die biologische Hülle? Irgendein theoretisches, aber unbegriffenes, ungesehenes Potenzial? Was soll der Sinn eines solchen Lebens sein? Keinen Sinn für die Integrität des eigenen Lebens zu haben, läuft darauf hinaus, dass das eigene Leben sinnlos und bedeutungslos ist.

Ein rationaler Rechtstaat ist deshalb nicht nur ein Konstrukt, das Freiheit und Rechte garantiert, sondern auch den Rahmen dafür sichert, dass Menschen ihre Rechte und ihre Freiheit erkennen und nutzen können. Dann erst wird der Rechtsstaat patriarchalisch, nämlich durch sein Prinzip der Förderung menschlicher Entfaltung und geistiger, d.h. selbstbestimmender und selbststrukturierender Entwicklung. Ich habe in einem anderen Artikel bereits ausführlicher den Bezug echter patriarchaler Macht zu den Prinzipien der Förderung und der Sponsorenschaft (von lat. spondere – „feierlich geloben, etwas versprechen, sich verbürgen“) dargestellt. Patriarchale Macht ist eben dem väterlichen Prinzip verpflichtet und das bedeutet, dass sie immer an die Verantwortung für Förderung und Unterstützung anderer gebunden ist.

Um all diese in der menschlichen Wesensnatur verankerten Strukturen und Gesetze als oberste Prinzipien für eine Gemeinschaft anzuerkennen, müssen wir unser ideologisch zugebautes Dachstübchen öffnen, aufräumen und Licht in die chaotische Sammlung von Glaubenssätzen und Dogmen bringen. Ein Rechtsstaat mit patriarchalischen Verantwortungshierarchien kann nur auf der Basis einer fundierten rationalen, d.h. realitätsverbundenen Philosophie gedacht und verstanden werden. Wir müssen ersteinmal wieder gedanklich anerkennen, dass es eine Realität gibt, was unter den Denkern der Gegenwart leider ein vergessenes und gescheutes Denktabu, nichtsdestoweniger aber eine belegbare Wahrheit ist.

Die zweite ebenso massiv verdrängte Voraussetzung ist, dass wir fähig sind, diese Realität zu erkennen und zu verstehen, nicht nur faktisch-dinglich und prozesshaft, sondern in ihren Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten. Wir können widerspruchsfrei erkennen, dass es Gesetze (z.B. Naturgesetze) gibt und dass wir sie benutzen können. Auch diese Erkenntnis ist der „Avant-Garde“ des modernen Denkens fremd und unbequem.

Und dann werden wir uns von dem Denken in irrealen Schablonen-Ideen verabschieden müssen. Wir müssen wieder einsehen lernen, dass jede Gruppe, jedes „Kollektiv“ aus Menschen besteht und dass der Mensch, also der Mensch an sich und damit jeder einzelne Mensch, der Ausgangs- und Endpunkt unserer Projekte bildet. Der Grundgedanke, der darin steckt, ist für uns ebenfalls ungewohnt, nämlich dass der Mensch ein Selbstzweck in sich ist und in seinem Wesen als Mensch nicht nur alle Grundlagen für seine Entfaltung bereits in sich trägt, sondern auch alle seine Existenzziele und ­‑zwecke – also das, was ihn „nach oben hin“ ausrichtet. Der Mensch ist nicht die Ausgangslage und schon gar nicht Material für irgendetwas, er ist das (noch ferne) Ziel. Das menschliche Leben zielt in seinem gesunden, unverletzten Ausdruck nur auf Selbsterfüllung ab.

Das ist jenes Glück und es ist das einzige Glück, das alle suchen. Es gibt darüber oder daneben keine andere Erfüllung. Es gibt keinen menschlichen Grund, einem äußeren Zweck, schon gar nicht dem eines fiktiven „Kollektivs“, oder einer rein abstrakten „Gesellschaft“ zu dienen, wenn man sich davon nicht die eigene Erfüllung oder eigenen Gewinn verspricht. Nur als abstoßend-gruselige Idee aus den Höllenkesseln der menschlichen Fantasie kann man die „Opfere dich dem Größeren“-Moral gelten lassen. Sie entbehrt jeglicher Verbindung zur menschlichen Natur wie sie ist und ist damit das Rezept zum größtmöglichen menschlichen Desaster.

Der Einzelne ist der Schlüssel

Wenn wir uns die essentiellen Tätigkeiten und originären Aufgaben einer Führungskraft oder eines Staatsmannes (Neudeutsch: „Politiker“) anschauen: Ideen entwickeln und bewerten, Standpunkte vertreten, Entscheidungen treffen und anderen Orientierung und Richtung geben – dann werden wir feststellen, dass diese Leistungen immer nur von einem Einzelnen erbracht werden können. Man kann sie nicht auf mehrere oder eine Gruppe aufteilen wie einen Handarbeits-Prozess. Das liegt daran, dass sie auf Denken beruhen, und Denken kann nur der Einzelne. Denken kann nur ein Gehirn, es gibt kein „gemeinsames“ oder „kollektives“ Denken. Das Denken (und das daraus entstehende Verhalten) jeder Gruppe ist nach oben begrenzt durch den intelligentesten Teilnehmer der Gruppe.

Korrekt weitergedacht bedeutet dass, das jede Gruppe, jedes Team und jede Gemeinschaft, egal wie groß sie sind, den größten Vorteil davon haben, vor allen anderen ihre besten und klügsten Denker zu fördern und wenn es auch nur ein Einziger ist. Die Förderung der Dümmsten oder des größten gemeinsamen Mittelmaßes hingegen wird die Gruppe ins völlige Elend stürzen, denn die Klügsten oder die Verantwortungsfähigsten werden sich zurückziehen oder verschwinden, wenn sie nicht vorher schon „gleichgeschaltet“ oder gelyncht werden.

Wer uns davon überzeugen will, dass Politik, Führung oder andere intellektuelle Leistungen besser von einem „Kollektiv“ oder „der Mehrheit“ geleistet werden können, der zielt darauf, das Denken abzuschaffen und uns zu entmündigen. Das heißt, er zielt letztlich darauf ab, die Gemeinschaft zu schwächen und zu zerstören – warum auch immer. Die jüngste Geschichte der gesamten westlichen Welt macht eine tiefergehende Erläuterung dieser Schlussfolgerung überflüssig.

Ein einziger Denker kann das Leben von Millionen von Menschen verändern oder eine gesamte Kultur in eine neue Ausrichtung lenken. Wenn wir das verstehen, können wir alle sozialistisch angehauchten Ideologien von Kindergartenfairness, Schlaraffenland-Versorgung, Defizit-Solidarität und betreutem Denken hinter uns lassen und uns dafür einsetzen, in jedem Bereich der Kultur stets und zuvorderst die Besten zu fördern. Dann wird die Gemeinschaft als Ganzes am meisten profitieren und nebenbei wird dann auch für die Schwächsten am besten mit gesorgt sein. 

Es sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass wir dafür auch einen eingefleischten Irrtum abzulegen haben. Nämlich den, „Vernetzung“ zu brauchen. Vernetzung ist ein Begriff des matriarchalen Kreis- und Clanbewusstseins. Das väterliche Prinzip, das den Einzelnen in sich und für sich selbst aufrichtet, überwindet diese ziemlich klebrige Einordnung einer „Vernetzung“ durch die dialogische Begegnung, die freundschaftliche, gemeinsam strebende Auseinandersetzung mit dem anderen, nicht obwohl, sondern weil er anders ist. Also auch durch die Konfrontation und den Diskurs. Es überwindet damit all das fruchtlose und resignierte Nebeneinanderstellen à la „Kollektiv“, all das ziellose Sammeln bis ins Überflüssige, bei denen niemand mehr zuhört, niemand mehr hinschaut und sich somit das verzweifelte Geschnatter und anderes zwanghaftes Auf-sich-aufmerksam-Machen nur noch zu sozialem Krach und leerer medialer Hyperaktivität steigern.

Es gab eine Zeit – das ist noch gar nicht allzu lange her – da wurde das Im-Netz-Sein noch als das erkannt, was es ist: Freiheitsentzug, Bewegungseinschränkung und Gefangenschaft. „Jemandem ins Netz gegangen“ zu sein, wurde als die Schande betrachtet, die es ist. „Online“ zu sein bedeutet, sich freiwillig an die Leine nehmen zu lassen, wobei die moderne Leine ein Kabel ist, das zusätzlich als Infusionsschlauch dient: man ist festgebunden an den Tropf, der ständig ungefiltert Welt in einen einflößt und einen pausenlos der Welt zur Verfügung stellt. Abgesehen von der offensichtlichen psychischen Gängelung und der suchtartig-dependenten Versklavung ist besonders wichtig zu erkennen, dass damit auch die Kontur der Person, die Persönlichkeit, aufgelöst wird und das Bewusstsein der Menschen sich gar nicht mehr in ihrem Körper und ihrer Individualität verankern kann, sondern nur noch entgrenzt flotiert in einem präkognitiven, prä-personalen Raum des „Dabeiseins“ statt Daseins – ohne dabei jedoch jemals jemand zu sein. Die Rückseite des oberflächlich flirrenden Inter-Netzes ist die Tiefenzersetzung des Individuums und seines Selbstbewusstseins bis hin zur vollständigen Auflösung. „Jetzt bin ich gut vernetzt“ waren die letzten Worte der zappelnden Fliege, bevor die Spinne sie fraß.

Noch sind wir nicht soweit, etwas dagegen tun zu können. Viele, denen die Symptome und das Ungemach des verantwortungslosen und rücksichtslosen Systems und seiner schlafwandlerischen Gleichgültigkeit schon lange zu viel sind, wollen sofort etwas tun. Man hört die Aufrufe zu Demonstrationen und Widerstand nach dem immer gleich kurzsichtigen Motto: wenn das Volk nur aufstehe, dann sei das alte System schon morgen beendet. Den Verkündern solcher Botschaften ist wohl kaum klar, dass Revolten und Demos noch gar keine Verbesserungen bringen. Die offene Frage bleibt: was kommt danach?

Man braucht einen Plan, ein Konzept für die Alternative und vor allem für den Übergang. Ansonsten ist das Ergebnis nach jeder Revolution und nach jedem Aufstand stets das gleiche, wie die Geschichte Europas zur Genüge gezeigt hat: eine Verschlimmerung des Unterdrückungssystems und eine noch drastischere Institutionalisierung von roher Gewalt und Morallosigkeit.

Wenn man aber einen fertigen Plan und die Möglichkeiten zu seiner Umsetzung hat, dann und erst dann kann man Revolten anstiften. Revolten sind das letzte Element der Vorbereitung zum Umschwung und nicht viel mehr als das Streichholz an der Zündschnur, die zuvor fein säuberlich gelegt worden sein muss. Ansonsten breitet sich nur das Chaos aus, das die Menschen im Kopf haben und kann wieder nur mit einer eisernen Hand von Kontrolle und Zwang still und zusammen gehalten werden.

Die Rückkehr der Könige

Die einzig wirksame Befreiung findet in unseren Köpfen statt.

Nur dort können wir für die Ordnung sorgen, die wir im Außen, im Strukturellen und Formellen brauchen. Nur dann können wir sie erschaffen und gestalten – gemäß unserer intellektuell eroberten und begrifflich erfassten Ordnung, nicht nach schwankenden Gefühlen oder situativen Bedürfnissen.

Die Ordnung, die es zu finden gilt, existiert schon. Sie ist uns gegeben als die natürliche innere Ordnung unseres Wesens. Wir müssen sie nur erkennen und richtig abzubilden lernen. Und das geht nur mit dem Licht des begrifflichen, logischen Versandes, der sich zuversichtlich und mutig dem noch Unerkannten, dem noch Dunklen und dem Vergessenen zuwendet, also dem Chaos. Aus diesem Chaos des noch nicht Erkannten oder noch nicht Verstandenen können wir so – Schritt für Schritt und furchtlos – die kosmisch gegebene Ordnung als eine lebendige, von Menschen geschaffene nachbauen. Und zwar auch als Ordnung im menschlichen Zusammenleben und ‑wirken in Gemeinschaften, Ländern, Partnerschaften und Kooperationen.

Und wer übernimmt darin, in dem, was jetzt kommt, die Führungspositionen? Jeder, der sich von sich aus mehr von Prinzipien und allgemeingültigen Geboten leiten lässt als von Launen, Bedürfnissen oder sozialen Referenzpunkten. Also jeder Mensch, der sein Denken und Handeln unter rationale Leitlinien stellen will und kann. Macht bekommen in einer solchen transparenten Rechtsordnung nur diejenigen, die sie nicht als Ersatz für Anerkennung, Image oder Selbstwertgefühl missbrauchen, sondern sie als abenteuerliche Herausforderung, als asketische Charakterschulung und als geliehenes Privileg betrachten. Sie müssen bereit und fähig sein, sich dieser Privilegien durch Verantwortung für den Erhalt von Ordnung und Freiheit würdig zu erweisen. Das heißt, sie müssen ihre Macht für das Ganze und für die Weiterentwicklung des Ganzen einsetzen – was konkret nur durch die fokussierte Förderung des Einzelnen, besonders der Talentierten und Kompetenten in jedem Feld der Kultur inklusive ihres Verantwortungsbewusstseins möglich wird.

Wenn du glaubst, dass das nichts für dich ist oder dich nichts angeht, dann solltest du dich fragen, warum du solche Texte wie diesen hier liest.

Die Lähmung und Verwirrung des alten Giftes mag mental noch nachwirken, aber könnte es nicht sein, dass die letzten Jahrhunderte, vor allem die letzten 150 Jahre, nicht ein Fehler, sondern eine Vorbereitung waren?EineVorbereitung für eine neue Elite, die über Generationen hinweg einen kleinen Anteil der Menschheit darauf vorbereite, die Führung zu übernehmen? Und zwar eine ganz neue und andere Art von Führung, die dafür sorgt, dass die degenerierte und kranke Kultur, ihre anti-rationale Diktion und die Spaltung zwischen Macht und Verantwortungsbewusstsein mit einem Schlag beendet werden?

Von den zentralen Archetypen können wir auch in unserer defizienten Kultur durchaus noch den Künstler und den Magier erkennen in den begabten und cleveren Ingenieuren, Technologie-Erfindern und IT-Experten, die immer bessere Werkzeuge bauen. Wir sehen auch noch den Kriegerarchetyp wirken – Menschen die – vorrangig im Wirtschaftlichen – bereit sind, für etwas zu kämpfen, wenn es notwendig ist. Was uns aber abhanden gekommen ist, ist jegliche Repräsentation des Königs. Die allermeisten Individuen, die Königscharakter hatten, sei es das königliche Charisma eines Kennedys, das Standing eines „King of Rock’n Roll“ oder eines „King of Pop“, die Haltung einer noblen Diana oder die Pflichttreue eines Georg Friedrich – sie alle mussten „sterben“, das heißt in den Untergrund gehen und von den Bildflächen der öffentlichen Bühnen verschwinden. So wie im Matriarchat kein Raum für Helden ist, so gibt es auch keinen für Könige.

Ohne Könige aber fehlt ein zentrales archetypisches Element für Ordnung. Ohne Könige weiß niemand, wofür die fantastischen Geräte und Erfindungen der Techno-Magier gut verwendet werden können. Ohne sie weiß kein Krieger, wofür er kämpfen, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Ohne Könige mögen die Priester versuchen, das Volk ruhig zu halten, aber sie können nicht regieren, sie können höchstens aufklären oder einlullen. Aber tatsächlich zerfällt ohne König alles, die Magier werden zu immer böseren Zauberern, die Krieger werden zu Schergen und Schlägern und die Priester werden zu Hypnotiseuren und Schwindlern für unzählige konkurrierende Kirchen. Die Menschen geraten in Angst und Panik, verlieren die Orientierung und klammern sich an jeden Ersatz, der ein wenig wie ein König aussieht.

Wir können jedoch trotz all der Dunkelheit und der Nebelwände lernen, den König wieder richtig und notwendig zu denken. Wir können uns darin üben, ihn wieder zu sehen. Dafür müssen wir uns darin üben, patriarchal und in Vertikalen zu denken und uns auszurichten.

Was könnte dafür ein erster Schritt sein?

Das Minimum einer Gegenleistung für freiheits- und entwicklungsfördernde Führung ist Respekt. Das ist, was uns fehlt, um den Schritt in die neue Kultur leicht machen zu können. Die Menschen haben keinen Respekt mehr vor guter Führung, vor Verantwortungsbewusstsein und rationaler Moral, vor eigenständigem Denken, vor dem Benennen der Wirklichkeit, ihrer Fakten und Gesetzmäßigkeiten. Sie haben ja nicht einmal Respekt vor ihrer eigenen Natur, ihren eigenen Talenten, ihrer Sehnsucht nach Sinn und Erfüllung – nicht einmal mehr vor der Realität, die ihnen ins Fleisch schneidet und ihre Kinder foltert und tötet!

Die erste Aufgabe einer neuen Führungsriege muss es deshalb sein, den Menschen wieder Respekt und Ehrfurcht vor dem beizubringen, was menschlich, wesentlich, richtig und wertvoll ist. Nicht Angst und Wegducken vor aufmontierten Autoritäts-Attrappen, sondern Achtung und Anerkennung vor Fähigkeiten und Kompetenzen. Vor allem die Achtung, also das Erkennen und Anerkennen höheren Bewusstseins, größeren Überblicks und fundierteren Verstehens. Nicht von Auffälligkeit, Prestige, „Likes“ oder sonstiger stromlinienförmiger Konformität. Ohne diese Art von Respekt ist eine menschliche, entwicklungsfördernde Kultur nicht möglich. Ohne diese Art von Respekt ist es nicht möglich, eine Ordnung zu schaffen, in der Menschen sich gegenseitig fördern, bereichern und inspirieren.

Respekt kommt vom lat. respicere, d.h. „zurückblicken, überdenken, berücksichtigen“. Das gilt es nicht nur zu lernen, sondern zu vermitteln und einzufordern. Es gilt, Auftreten und Begegnung unterhalb dieses Niveaus nicht mehr zuzulassen. Das Minimum von Respekt ist Aufmerksamkeit. Und für die meisten Menschen und Medien ist ein Anfang von Aufmerken erst dann wieder möglich, wenn sie lernen, den Mund zu halten und ruhig zu werden. Diese neue Stille wäre eine kraftvolle Grundlage für die Wiederauferstehung des gesunden Menschenverstandes.

Die Tugenden der Schirmherrschaft

Wir haben im ersten und in diesem zweiten Teil ausführlich betrachtet, wie die Struktur und Ordnung unserer Gesellschaft auf einer Wertekultur aufbauen und dass die Wertekultur wiederum aufbaut auf dem Bewusstseinszustand derjenigen, die die Macht haben. Wir können uns dem Bewusstseinszustand der freiheitlicheren patriarchalen Ordnung wieder annähern, indem wir den matriarchalen Gewohnheiten etwas typisch und ausschließlich patriarchales entgegenstellen: Tugenden!

Für das matriarchale, sozio-mythische Bewusstsein ist „tugendhaft“ nur das, was das Bestehende erhält und sichert, einen an immer größere Fleischtöpfe führt und näher heran an die Machtzentren, wo man sich infantiler gehen und versorgen lassen kann. Das Wort „Tugend“ jedoch wird man dort gar nicht hören, weil es bloß um situative Gefälligkeit und Anpassung geht und jegliche Form der Charakterbildung nur im Weg steht.

Allein die Idee stabiler innerer Tugenden gehört bereits einer anderen Bewusstseinsdimension und einer anderen Kultur an. Denn ihr zugrunde liegt das Wissen, dass Ordnung aus dem Geistigen kommt, nicht aus dem Sozialen. Das Geistige ist das Bewusstsein, das Verstehen und das Erkennen des Gesetzmäßigen. Tugenden sind erarbeitete Charaktereigenschaften, durch die das Geistige in uns die Oberhand gewinnt über das Instinktiv-Körperliche, Impulsive, Bedürfnisgesteuerte und Affektive in uns.

Wenn das Geistige, unser Denken und Verstehen die Oberhand gewinnen, dann haben wir einen Patron (lat. patrōnus = „Schutzherr, Beschützer, Verteidiger“, von pater = „Vater“), also einen väterlichen Schutz. Schutzengel und Schutzheilige sind nicht bloß imaginative und beruhigende Figuren von Bildtafeln oder aus skurrilen Legenden. Es sind jene Stimmen in uns, die sich mehr an den Gesetzen unseres Wesens und an erkannten Zusammenhängen orientieren als an situativen Eindrücken oder reaktiven Gefühlen und die uns dadurch helfen können, uns unserem Wesen gemäß aufzustellen, aufzurichten.

Drei zentrale Tugenden dieser aufrichtend-fördernden patriarchalen Logik sind
die Disziplin – das ist das ausdauernde, vertiefende Lernen, die Askese – das ist die regelmäßige Übung – und der Verzicht – darin steckt die Macht der Auswahl und der Entscheidung. Diese drei Tugenden, denen in matriarchalen Strukturen kein Wert beigemessen werden, in den gesunden patriarchalen jedoch umso mehr, können das fördern, wonach die Menschen in unserer heutigen Zeit am meisten dürsten: Tiefgang, Sinn (durch Bezug) und Freude.

Es geht also nicht bloß um Heilung und Wieder-gut-Machung, sondern um Aufrichtung und Selbststrukturierung. Das können wir lernen.

Rekonstruktion – vom Einzelnen zum Ganzen

Was wir also vorbereiten und schließlich mehr und mehr leisten können, ist, den gesunden, vollständigen und rational kultivierten Menschen wieder als eigentliches Ziel und wesentlichen Maßstab ins Auge zu fassen und ihn, also das menschlich Integere und Harmonische, in sozialen und politischen Strukturen und Prozessen zu rekonstruieren.

Wir können diesen Begriff des moralisch veredelten Menschseins nachbauen – nicht nur als gesunde Grundlage für Gemeinschaftsaufbau und Kulturentwicklung, sondern allen Suchenden zum Vorbild und uns selbst zum Zeugnis.

Das wird eine Form von Können und Kunst sein, die es erst noch zu entdecken gilt. Sie wird es uns ermöglichen, wieder zu kühnen Schöpfern von etwas Neuem zu werden und nach den Idealen, Fähigkeiten und Werkzeugen zu streben, die uns mit unserer Natur und dem Universum in Einklang bringen – das heißt glücklich machen. Nur als solche Schöpfer können wir ganz und mit allen uns gegebenen Kräften aktiv teilhaben an der niemals endenden Schöpfung.

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