Mentale Tiefenbohrungen, Entkleidungen und Querverbindungen hinter den Kulissen der Theateraufführung genannt „Welt“.

Warum die Kraft hinter dem Killer-Virus ewig wirkt


Die auffälligste Charakteristik der sogenannten „Corona-Epidemie“ als globaler kollektiver Ausnahmezustand ist die frappierende Irrationalität, in der sich das bisher scheinbar so gut geregelte, sprich: gewohnte Leben vor unseren Augen auflöst. Diese Irrationalität mit ihren Verwirrungen und emotionalen Daueraktivierungen scheint der große neue Konsens zu sein, in dem sich die Menschen auf absurde Weise verbunden, weil gleichermaßen ausgeliefert fühlen. Es gibt hunderte von Beispielen aus dem Alltag und von den alltäglichen Medienbühnen, die alle auf den gleichen Gesamteindruck hinauslaufen: die Masse der Menschen hat den Verstand verloren.

Ich möchte hier jedoch den Standpunkt vertreten, dass so viele Menschen gar nicht jetzt erst den Verstand verloren haben, sondern dass die Abwesenheit von Denkfähigkeit und gesundem Menschenverstand nur jetzt so deutlich sichtbar wird. Tatsächlich ist sie bereits seit langer Zeit blander Dauerzustand. Irgendetwas ist geschehen, dass den wahren geistigen und moralischen Zustand der Bevölkerung offenbart als wäre eine Decke von Illusion und Täuschung weggezogen worden. Oder vielleicht sind es mehrere Decken, die eine nach der anderen weggezogen werden und uns immer tiefer blicken lassen? Wie auch immer, wir leben offensichtlich in Zeiten der Offenbarung.

Und es scheint Wert darauf gelegt zu werden, dass möglichst Viele sehen und erkennen – jeder auf seine Weise. Diesmal ist es keine Insider-Sache mehr, sondern geht die Allgemeinheit an. Wann hatten wir das in der Geschichte zuletzt? Unsere Geschichtsbücher wissen nichts dergleichen zu berichten…

Das, was wir fürs erste nur als Virus-Epidemie betrachten und verkraften konnten, entpuppt sich nach und nach als eine Welle der Aufdeckung und Offenlegung. Zwei Aspekte dieser Offenlegungen machen den Menschen enorm zu schaffen und können nur langsam und schrittweise verarbeitet werden: erstens sind die bisher unbekannten und unterdrückten Tatsachen sehr tief gehend, berühren die Wurzeln unserer Selbstdefinition, d.h. wer wir glauben zu sein, sie gehen ans Mark unserer ethischen Vorstellungen und zerlegen tief sitzende Illusionen über so gut wie alles, was uns umgibt; und zweitens betreffen sie uns mit all dem unmittelbar selbst, d.h. wir können uns nicht mehr auf einer bequemen und entfernten Beobachterposition zurücklehnen und uns berieseln lassen mit Geschichten über „die Welt da draußen“, sondern wir sind mit Haut und Haar involviert. Problem! Wir kommen aus der Sache nicht mehr raus, werden unruhig, bemerken, dass wir nichts haben, um solch fundamentalen Veränderungen zu begegnen, fühlen uns angegriffen, verunsichert, ach, die ganze Gefühlspalette von Angst, Wut und Scham – und verlieren dann eben den Verstand. D.h., den Rest von Verstand, mit dem wir im gewohnten Alltag zurechtkamen und weder links noch rechts und schon gar nicht mal genauer hin schauten.

Und jetzt müssen wir hinschauen. Anders geht es nicht. Die nicht umsonst bedrohliche Aussage „Wir werden erst zur Normalität zurückkehren können, wenn es einen Impfstoff gibt“ ist wie fast alle vordergründig diktatorischen, irrationalen und schwachsinnigen Aussagen unserer „Führungselite“ ganz richtig, wenn man sie symbolisch versteht. Die Frage ist: welchen „Impfstoff“ brauchen wir, um wieder auf den Boden der Normalität, besser: Gesundheit und Natürlichkeit zurück zu kommen?

Für einen biologisch realen Virus könnte man sich einen biologisch wirksamen Impfstoff oder zumindest ein neutralisierendes Gegenmittel vorstellen – wenn es Viren denn biologisch real gäbe. Tatsächlich sind „Viren“ allerdings nichts weiter als eine Arbeitshypothese, d.h. eine unüberprüfte Idee, eine ausgedachte Theorie. Das ist für unsere moderne Vorzeige-Medizin nichts ungewöhnliches, sie beruht heutzutage zum allergrößten Teil nur noch auf Hypothesen, die allerdings wie Tatsachen gehandelt und unter Androhung medialer Exkommunikation vor kritischen Fragen geschützt werden, wie das in Sekten und Religionen eben nun mal so ist. Man hat sich in der Medizin aus sehr verständlichen, rein wirtschaftlichen Gründen über die letzten 60 Jahre vollkommen von der Naturwissenschaft emanzipiert und arbeitet nun in erster Linie mit erfundenen Konzepten, die man zwar nicht mehr evidenz-basiert belegen, die man aber über Angst, Druck und ausgefeilte Drohkulissen trotzdem durchsetzen kann. Dazu zählen z.B. auch die Erfindungen von „Krebsmetastasen“, überhaupt die kreative Defintion von „Krebs“ als letale Krankheit, die man rausschnibbeln, wegstrahlen und vergiften kann oder die erfundene Krankheit „AIDS“, die zum globalen medizinischen Exportschlager wurde, weil sie über Angst verkauft wird. Die Wirtschaft hat die Medizin als unschlagbaren Marktplatz entdeckt und gekapert und eines ihrer Hauptprinzipien in die neue Medizinwirtschaft eingeführt: die Priorität des Marketings.

Um die Dynamiken dieses neuen Umsatzfeldes zu verstehen, müssen wir also in die Psychologie wechseln, denn schon lange ist die Medizin ein Vasallenbetrieb der Geldmacher und Umsatzsteigerer geworden (man Frage nur irgendeinen Krankenhausangestellten für eine Verifikation), die die Nachfrage für ihre ganz besonderen Produkte natürlich gerne ankurbeln, indem sie zu den immer teureren Dienstleistungen immer auch die Krankheiten erzeugen und innovative Schreckens-Diagnosen erfinden. Um Menschen für erfundene, real nicht existierende Krankheiten zu unsinnigen, schädlichen und enorm aufwendigen „Behandlungen“ zu motivieren, muss man ihnen immer genügend Angst machen. Man droht ihnen am besten direkt oder indirekt mit dem baldigen Tod. Die meisten Menschen wissen nicht, was ein „baldiger Tod“ ist und gehen reflexartig in einen Angstzustand und regredieren auf das mentale und emotionale Niveau eines sechjährigen Kindes. All dies dient der fortlaufend notwendigen Kundengewinnung. Ein wenig leidet noch ein Teil des medizinischen Personals darunter, vor allem Krankenschwestern und medizinische Hilfsberufe, weil sie ja ursprünglich Menschen helfen und heilen wollten und nun in einem Apparat gefangen sind, der sie zwingt das Gegenteil zu tun. Sonst gibt es kein Gehalt mehr usw.

Eine dieser medizinischen Jahrunderterfindungen sind nun die „Viren“. Wer sich biologisch-naturwissenschaftlich auf die Suche nach diesen kleinen Dingern machen will, die ja nun in aller Munde sind, der wird nichts finden. Wir ersparen uns hier deshalb diesen Umweg und gehen direkt dorthin, wo wir das Virus finden werden: in der Welt der Fantasien, Projektionen und Erfindungen – kurz: ins Psychologische.

Das psychoaktive Virus

Niemand von uns – außer vielleicht ein paar Mitarbeiter in Molekular-Bio-Laboren, hat jemals dieses berühmte oder sonst irgendein Virus gesehen, gehört, gerochen oder gespürt. Deshalb wissen wir gar nicht, wenn wir uns so viel Ehrlichkeit zutrauen, ob dieses Virus real ist. Aber wir wissen, dass es wirklich ist. Den Unterschied zwischen Realität und Wirklichkeit hatte ich in einem anderen Artikel (“10 Tage Dunkelheit“) schon ausführlicher erläutert. Wirklich ist das, was wirkt, also Wirkung hat bzw. hinter einer erfahrbaren Wirkung steht. Real hingegen ist das, was wir über unsere Sinne wahrnehmen können.

Was auch immer hinter dem Label „Corona“ steckt, es ist wirk-lich. Das sehen, hören und spüren wir momentan überall um uns herum. Dass es kein biologisches Virus ist, lässt sich schnell eruieren, dazu haben sich schon unzählige Experten unabhängig voneinander geäußert. Eine gezielte 10-minütige Internet-Recherche dürfte alle Zweifel daran aus dem Weg räumen, wenn man sich diese Blasphemie gegen die oberste Glaubensparole gedanklich zutraut.

Es ist aber viral und dieser Begriff fällt in den Bereich der Informationswissenschaft. Viral können sich nur Informationen verhalten, die sich in hohem Maße und zunehmender Geschwindigkeit ausbreiten können ohne – auf den ersten Blick – an Gehalt zu verlieren. Eine Art geistige Fortpflanzung oder Ansteckung, die auf den schwerfälligen Weg über Körper und Organe gar nicht angewiesen ist. Eine Information ist eine mentale Verknüpfung, ein In-Formation-Bringen von Gedanken, Bildern, Ideen, Konzepten, Symbolen. Diese können etwas Reales widerspiegeln, sie können aber auch rein fiktiv sein. Damit sie Wirkung haben, müssen sie an reale Erfahrungen und Emotionen anknüpfen, sonst haben sie keine Andockstelle, an der sie Menschen stimulieren, ergreifen und bewegen können. Ein guter Fantasy-Autor erschafft stets eine gute Mischung aus real Bekanntem und Fiktion, so dass seine Leser in seine erfundene Welt hineingezogen werden über die Resonanz, die sie in ihnen auslöst, d.h. über das, woran sie andocken können.

Falls das Killer-Virus „Corona“ oder wie auch immer es gerade genannt wird, eine Fantasy-Erfindung ist, ist es eine sehr gute, weil sehr wirksame.

Dieses „Virus“ hat die offensichtliche psychoaktive Fähigkeit, die Vorzeichen unseres alltäglichen Weltbewusstseins umzudrehen. Ich nehme das Narrativ von einer Ausgangsübertragung durch (chinesische) Flughunde gerne metaphorisch: der fliegende Nachtjäger, der tagsüber mit dem Kopf nach unten schläft aus dem fernen Osten. Das narrativ vom „chinesichen Fischmarkt“ tut’s auch: da kommt etwas aus den Urtiefen und dem wilden, ungebändigten Chaos des Meeres und überträgt sich wider alle menschlichen Kontrollen in ein sensibles Labor hinein: der Inbegriff menschlicher Hyperkontrolle und dem rationalen Spiel mit Grundsubstanzen. So oder so: Irgendetwas aus dem Dunklen hat sich in unsere heile Welt der Ordnung und Kontrolle eingeschlichen. Etwas lief schief und nun breitet sich diese dunkle, wilde Anti-Ordnung mit der Geschwindigkeit von Nachrichtentickern über die ganze Welt aus und macht alles, was gestern noch gerade erschien, schief, was fest war instabil und was linear verlief zu frei fluktuierenden Kurven.

So ist „Corona“ in erster Linie der große Umdreher: was bisher im Verborgenen lag, wird nun sichtbar, was bisher offensichtliche Oberfläche war, zerbröselt ins Fantastische. Die wortgewandten Weltretter von gestern sind plötzlich die engstirnigsten Angsthasen. Die vermeintlichen Gesundheitsfanatiker krallen sich nun an immunsschwächenden, medizinisch gefährlichen Atemmasken fest. Viele Vorzeige-Figuren des öffentlichen Lebens fallen in die Schmach perverser Korrumpiertheit. Und die bisher so störenden Außenseiter, die mit Stempeln wie „Verschwörungstheoretiker“ bisher einfach weggeklammert werden konnten, bilden nun plötzlich neue soziale Magnetzentren von Durchblick, Aufklärung und Hoffnung. Was oben war, ist unten, was als gut galt, entpuppt sich im gleichen Maße als schlecht und schädlich. Die so lang offizielle Wahrheit wird als Lüge entlarvt und der verpönteste „Unsinn“ entpuppt sich als erschütternde Wahrheit oder einzig logisch-stringente Beweisführung. Die Friedensstifter und -preisträger sind über und über mit Blut bedeckt und das (in Deutschland) gern verschmähte Militär ist die letzte Bastion von Anstand, Integrität und Rettungsmacht.

Um es nochmal ganz deutlich zu sagen: nicht die Welt oder Realität wird umgedreht, sondern unsere Betrachtungsperspektive. In der realen Welt ändert sich durch das „Corona“-Zauberding gar nichts. Aber in unserer Wahrnehmung, in unserem Bewusstsein ändert sich alles um 180°. Wir werden vielleicht bald schon entdecken, dass wir seit Generationen alles falsch herum betrachten, so dass wir es jetzt, dank der Corona-Umwendung, endlich aber noch ganz ungewohnt wieder richtig herum sehen. Gleiches wurde mit gleichem behandelt: wer alles auf dem Kopf stehen sieht, der braucht eine Portion Flughund- oder Fledermaus-Information, um schwups wieder auf seine Füße und den Boden der Tatsachen gestellt zu werden. So funktioniert Psycho-Homöopathie.

Das macht am Anfang schwindelig, denn wir haben uns so sehr daran gewöhnt, alles kopfüber zu sehen und immer das Gegenteil vom Richtigen für richtig zu halten, dass wir zunächst noch das Richtige als falsch betrachten. Ist aber nur Gewohnheit. Corona zwingt uns dazu, auf den Füßen zu bleiben, und jetzt mal wieder alles richtig herum zu sehen. Diejenigen, die sich mit der Materie schon besser auskennen, wissen, dass es dafür auch höchste Zeit wurde, weil das chronische Falschherum kurz davor war, unser menschliches Potenzial zu zerstören. Wir hatten uns schon so weit von der physischen, echten planetarischen und ganz einfachen Realität des Lebens entfernt, dass wir uns ohne Umdrehung blind und verträumt umgebracht hätten. Irgendwer oder –was im Kosmos hat entschieden, dass das nicht passieren soll und hat uns „Corona“ geschickt, um uns wieder richtig herum auf den Boden zu stellen. Finde ich gut.

Diese „Umdrehung“ nennen manche „Aufwachen“. Wenn wir die Abwendung von der Realität, vor allem von unserer eigenen, gegebenen körperlichen Realität, als eine Art Schlaf sehen, dann ist die Rückbesinnung auf sie ein Aufwachen.

Das angekündigte „Great Awakening“ wird dabei auch oft interpretiert als „Großes (i.S.v. weitläufiges) Erwachen“. Damit ist jedoch nicht zu rechnen. „Great“ heißt „großartig“. Es ist ein großartiges Erwachen – für die, die es erleben. Für den Rest wird es einfach nur eine rumpelige und unbequeme Zeit, von der sie sich später beim Grillen im Garten gegenseitig bestätigen werden, dass „doch alles gar nicht so schlimm war.“ Der konsequent Unwissende hat auch den segensreichen vegetativen Vorteil, kein Gedächtnis für Kultur und Geschichte zu haben.

Der Schlaf der Menschheit bestand in den letzten 150-200 Jahren darin, das Bewusstsein immer weiter von der Realität und Wirklichkeit zu entfernen und sich stattdessen immer tiefer und verworrener in Fantasien, Einbildungen, Eigenkonstrukten, Fiktionen und Träumereien zu verlieren. Die Berührungsfläche mit dem Realen wurde immer kleiner und dünner. Immer mehr Menschen verloren in den letzten Jahrzehnten den Kontakt mit der Realität so sehr, dass sie für reale Tatsachen gar nicht mehr empfänglich waren. Insgesamt torkelten wir in einem schlafwandlerischen Zustand vor uns hin, fantasierten dabei von „Hochkultur“, „der Spitze der technologischen Entwicklung“, „Wirtschaftswachstum“, „Dauerwohlstand“ und „spirituellen Zeitenwenden“ während wir unbemerkt auf den Abgrund unserer Existenz zusteuerten. Damit meine ich keine Umweltretter-Parolen von der untergehenden Natur – das ist nur ein weiteres Traumgebilde, wenn auch eher aus der Albtraum-Abteilung – nein, ich meine die real und in greifbarer Nähe liegende Möglichkeit, dass der Mensch die Menschlichkeit so sehr zerstört, dass nur noch Unmenschlichkeit in Menschengestalt den Planeten bevölkert und jede geistige Entfaltung unmöglich macht. Die Natur selbst hat damit kein Problem. Diese Überreste menschlicher Monster hätten sich irgendwann auch selbst zerstört und die Natur hätte sich über ein paar hundert oder tausend Jahre in wenigen kosmischen Atemzügen friedlich erholt. Aber der Same der Menschlichkeit hätte neu angelegt werden müssen und möglicherweise war das nicht im Sinne des Gärtners.

Der große Wandel, der sich im Gewande von Corona nun erstmalig der breiten Öffentlichkeit vorstellt, ist ebenso nicht von Menschen gemacht. Die Menschen lassen sich in Bezug auf den Veränderungsprozess allerdings grob in drei Gruppen einteilen: erstens die große Masse derjenigen, die sich bloß passiv mitnehmen oder herumwirbeln lassen; zweitens diejenigen, die sich mit aller Kraft aktiv gegen den Wandel stellen und daran zugrunde gehen werden; und schließlich eine kleine Anzahl von Menschen, die den Wandel aktiv begleiten und erleichtern. Viele der letzteren sehen und erkennen sich untereinander in ihrem Bezug zu einer maßgebenden und führenden Entität „Q“. Man kann Q schlichtweg als Buchstaben an 17. Stelle unseres Alphabets und daher als Symbol für die Zahl 17 und all ihre positiven numerologischen Bedeutungen sehen.

Ich bevorzuge jedoch, das Q primär als Symbol zu sehen: ein Kreis mit einer Unterbrechungsmarkierung. Hier wird ein Kreis durchbrochen, aufgeschnitten oder geöffnet oder ein Kreislauf unterbrochen und beendet, vielleicht ein Teufelskreis. Man kann es auch als Eingriff von außen in einen geschlossenen Körper oder ein in sich geschlossenes System sehen, ähnlich einer Injektion. In jedem Falle signalisiert das große Q seiner Form nach einen unterbrochenen oder geöffneten Kreis, bei dem es eine Verbindung von Innen und Außen gibt.

Unabhängig jedoch von den vielen mehr oder weniger mächtigen und planvollen Helfern im Wandlungsprozess spricht vieles dafür, dass der Prozess selbst eine kosmische oder planetarische Notwendigkeit ist, die so oder so stattgefunden hätte. Offensichtlich gibt es aber auch eine Intelligenz, die sich dafür einsetzt, den Menschen mental, emotional, kulturell, politisch und praktisch bei diesem planetarischen Wandel zu helfen. Denn wenn der Planet, auf dem wir leben, sich so sehr verändert, dass wir darauf als Menschen nur weiter leben können, wenn wir uns und unsere Strukturen des Zusammenlebens anpassen und erweitern, dann braucht es Katalysatoren, die diesen Wandlungs- und Anpassungsprozess ermöglichen, beschleunigen und erleichtern. Ansonsten wären wir physikalschen Schwingungsveränderungen (s. Schumann’sche Frequenz) ausgeliefert, die wir energetisch, psychisch und kulturell nicht mitmachen und bewältigen könnten. Das Ergebnis wäre eine Art innere Sprengung und Zerfall bestehender politischer und kultureller Strukturen, ohne dass es nutzbare Alternativen gäbe. Der planetarisch-energetische Wandel würde die Menschheit kalt erwischen und in Chaos und psychiatrische Zustände stürzen.

Eben genau dies passiert jetzt – seit drei bis vier Jahren schon und im Jahre 2020 nun so deutlich spürbar, dass es keinem mehr entgehen kann – nur mit dem Unterschied, dass alternative Strukturen und Lösungen für alle zentralen Aspekte der globalen menschlichen Organisation bereits bereitstehen und parallel eingeführt werden, so dass der Wechsel in ganz neue Strukturen und Lebensorganisationen weltweit verhältnismäßig sanft und gesittet verlaufen kann. Dass uns der Prozess trotzdem außerordentlich holperig und intensiv vorkommt liegt an unserem westlich-komfortgeprägten Maßstab.

Die psychiatrischen Zustände derer, die nicht so schnell mit der Anpassung an die neuen erhöhten Frequenzen mitkommen oder sogar gänzlich überfordert sind, stellen nur ein Bruchteil dessen dar, was wir erleben würden, wenn das Ganze nicht intentional und von langer Hand geplant aufgefangen würde.

Und eines dieser Auffangnetze ist eben die Erfindung von „Corona“ und die Zündung des Alltagsmasken-Wahns. Denn so haben die Menschen etwas, worauf sie sich konzentrieren können, worüber sie miteinander reden können und auf das sie alles Neue und Ungewohnte projizieren können. Sie halten „Corona“ für einen Virus und haben damit eine Idee, die überschaubar, greifbar und auf ihre pseudo-naturwissenschaftliche Art berechenbar wirkt. Dass sie logisch und rational betrachtet ein äußerst schlampiges Bubenstück ist, spielt dabei keine Rolle, weil Logik und Verstand für die meisten Menschen gar keine Bedeutung haben. Und die, die es durchschauen und hinterfragen, sind damit auch schon reif für die nächste Stufe des Verstehens.

Für die Masse reicht es zunächst völlig, dass das Unbekannte einen Namen, ein passendes (computergeneriertes) Bild hat und das Wichtigste: klare Handlungsanweisungen für den Umgang damit. Für die große Masse der Menschen ist dieser Trick notwendig, so wie man Kindern erzählt, dass Babys vom Storch gebracht werden oder dass die Gestorbenen als Engel über uns schweben oder dass sie ihr Essen aufessen müssen, damit morgen die Sonne scheint. Wenn wir einsehen, das die meisten Menschen in Bezug auf das tatsächliche Geschehen auf diesem Planeten wie kleine überforderte Kinder sind, dann verstehen wir auch, dass eine schrittweise und vereinfachte, manchmal märchenhafte Erklärung notwendig ist, weil sie anders nicht verarbeitet werden kann. Und das Leben soll ja möglichst friedlich weitergehen.

Um all das besser verstehen und einordnen zu können, müssen wir von der symbolischen und analogischen Warte aus schauen. Im Gemenge der Handlungen und Wortproduktionen können wir keinen Überblick gewinnen, weil eine der handlungsleitenden Intentionen im aktuellen Spiel der Superkräfte ist, jeglichen Überblick zu verhindern und zu verwirren. Erst wenn wir von weit genug oben, d.h. aus einer prinzipiellen Sichtweise heraus schauen, erkennen wir eben diese Kräfte und Intentionen als Muster und Motive im Geschehen – und je länger wir beobachten bzw. je größere Zeiträume wir überblicken, desto klarer und eindeutiger treten die Handlungsmuster und Skripte der Verwirrer zutage. Wir brauchen also eine Mustererkennung, die nicht analytisch-sequentiell erreichbar ist durch das Sammeln von Einzelfakten und Beobachtungen, sondern nur in der Synoptik des Ganzen. Diese Betrachtungsweise fordert den Wechsel ins ganzheitliche, intuitive, bildhafte Denken und die Ablösung vom zerlegenden, wortgebundenen Denken.

Wir kommen dem näher, wenn wir auch unser Bauchgefühl mit einbeziehen, das, was die Psychologen gerne „felt sense“ nennen, also ein Verständnis der Situation, das die eigene Stimmung, Körperempfindungen und Gefühle miteinbezieht. Ja, dadurch werden wir subjektiver, aber die subjektive Sicht, die das Subjekt und seine Reaktionen mit einschließt, ist auch vollständiger und vor allem praktischer. Die sogenannte „objektive“ Sicht ist andererseits die, die uns von uns selbst, vom umittelbaren Erleben und von Bezug und Beziehung entfernt.

Corona als Lehrer

Die Anti-Atemmaske ist gut, weil sie eine körperliche Lernerfahrung ermöglicht. Schätzungsweise zwei Drittel der Bevölkerung werden ohne einschneidende körperliche Erlebnisse nicht verstehen können, dass sie systematisch unterdrückt und ausgebeutet werden. Es hätte keinen Zweck, es ihnen zu erklären, denn sie haben nie gelernt, solche Informationen und Erkenntnisse auf sich persönlich und ihr konkretes Leben zu beziehen. Über Aufklärung und Aufforderungen zum Hinterfragen und Selberdenken wird man wahrscheinlich höchstens 10% der westlichen Bevölkerung zu einer Neubetrachtung ihrer Lebenssituation und ihres „Öko-Systems“ bewegen können. Einen größeren Anteil schon eher über emotional verstörende Signale. Aber durch die jahrzehntelang eingeübte Dissoziation des Fühlens vom (körperlichen) Selbstbewusstsein und durch die Trennung zwischen Gefühl und Denkfähigkeiten, werden die meisten Menschen auch auf solche Reize nur mit Abwehr reagieren können. Ihre Abhängigkeit vom System und seinen Botschaften ist so durchgehend, dass sie auf fremde und ungewohnte Eindrücke nur mit grobem Selbstschutz reagieren können: Ignorieren, Meiden, Ablenken, Verdrehen oder Zerstören. Bei der Anti-Atem-Maske funktionieren all diese mentalen Konditionierungen nicht mehr, weil sie reale körperlich bedrohliche Ereignisse erzeugt. Wenn ihnen schwindelig oder übel wird, sie müde werden, Atemnot bekommen oder Herzrasen, dann bemerken einige von ihnen vielleicht doch auch mental, dass irgendetwas nicht gesund ist. Dass das alles hier so nicht weiter gehen kann. Und sie haben Recht: wenn das kranke System komplett zerbrochen und abgeschafft ist, dann werden die Menschen auch wieder frei atmen können.

Wer ist der Feind?

Die Menschen, die glauben, die Kabale , der Tiefstaat oder irgendwelche Psychopathen-Grüppchen seien der Feind, haben etwas sehr Grundlegendes nicht verstanden. Das Problem ist nicht die Psychopathen-Vereinigung mit ihrer globalen Mafia. Das Problem ist die schlafende Menschheit. Der Schlaf der Masse der Menschen ist der eigentliche Feind, den es zu besiegen gilt. Die Kabale und ihre Macht sind Traumprodukte der Menschheit und sie verschwinden sobald sich eine ausreichend große Masse der Menschen ihrer Situation bewusst wird. Die Psychopathen sind nur deshalb so machtvoll, weil die Menschen ihr Bewusstsein und ihre Macht abgegeben haben – in erster Linie als Entlastung. Diese Selbstentlastung hatte jedoch den hohen Preis des Freiheitsverlustes, der sich immer weiter ausdehnte bis zu dem Punkt, wo die Krankheit im System fähig war, Menschlichkeit und damit die Menschheit zu vernichten.

Diejenigen, die glauben, es müssten nur diese oder jenen bösen Personen oder diese und jene Institutionen, Netzwerke und Kontrollsysteme abgeschafft werden, sind übrigens oft auch diejenigen, die daran zweifeln, ob die Rebellen und ihre Anführer nicht vielleicht doch auch zu den Bösen gehören und nur ein doppelt böses Spiel mit uns spielen. Die ist ganz einfach zu widerlegen: die Kabale braucht schlafende Menschen. Wer sich für das Aufwachen einer kritischen Masse engagiert kann gar nicht zu ihr gehören. Das System der Psychopathen war bereits so sicher, stabil und machtvoll, dass es überhaupt keiner Sonderaktionen, schon gar nicht solch riskanter mehr bedurft hätte. Mit schlichter Logik betrachtet liegt damit der Beleg auf der Hand, wer zu den Systemumwandlern gehört und jeweils in welchem Grade: wir müssen nur schauen wie sehr jemand engagiert ist, aufzuklären, Transparenz zu schaffen und Bewusstsein mit eigenständigem Denken und Hinterfragen anzustoßen.

Was ist der Staat?

Ein weiteres Problem in der Debatte um Freund und Feind, Tiefstaat, Kabale und Patrioten ist die gängige Verwechslung und Vermischung von „Staat“ und „Regierung“. Der Staat besteht aus all den Menschen, die sich zu einer bestimmten gemeinschaftlichen Organisation bekennen und zugehörig fühlen. Der Staat ist zunächst einmal einfach die Gesamtheit dieser Menschen. Die Regierung hingegen ist nur ein Organ, das innerhalb eines Staates aber auch ohne einen Staat eine gewisse Macht bekommen und ausüben kann, nämlich die Macht, Gesetze und Bestimmungen zu erlassen und durchzusetzen. Ein diktatorisches System kann eine Regierung haben, wie auch die Mafia, eine Sekte oder ein Verein für Dackelzucht.

Ein Staat ist jedoch mehr als bloß ein Verbund von Menschen. Er besteht aus einer Ordnung, die sich die Menschen im Verbund miteinander geben. Diese Ordnung sorgt dafür, dass aus der Masse an zugehörigen Menschen ein übergeordneter Organismus entsteht, in dem jeder einzelne ein Organ ist. Der wichtigste Aspekt dieser organismischen Ordnung ist das Bewahren seiner Gesamt-Intaktheit und der Intaktheit jedes einzeilnen Organs. Wenn jedes Organ diese Kraft und Ordnung in hohem Maße in sich trägt, dann kann sich die Ordnung des Staates darauf stützen und braucht kaum zusätzliche Regulierungs- und Ordnungskräfte aus seiner übergeordneten Gesamtheit. Wenn jedoch die einzelnen Menschen eher schlaff und desorientiert sind, dann muss der Staat, aus übergeordneten Ebenen sehr stark ordnend und bestimmend auf das Individuum einwirken. Dies gilt ebenso für alle anderen Aspekte der menschlichen Gemeinschaft: je weniger Verantwortung der einzelne trägt, desto mehr muss diese von Instituitionen und Systemen übernommen werden; je weniger motiviert, selbstbestimmt, entwicklungsfreudig, fair, moralisch oder sozial die Menschen sind, desto mehr müssen Metastrukturen des Staates Ersatz schaffen und die Menschen in eine Gesamtheit zwingen. Diese wird dann jedoch immer weniger organisch und unterdrückt immer mehr den Einzelnen zugunsten eines strengen, starren und leblosen Systems, das auf Ideen und Konzepten beruht, und nicht auf lebendig von innen gestaltenden Menschen. In solchen quasi-toten Systemen florieren dann auch halb-tote, asoziale Charaktere am besten: Bürokraten, Psychopathen, Durchgeknallte, Degenerierte und Kriminelle. Die fehlende Vitalität der Menschen erzeugt einen morbiden Staat. Und je weniger die Menschen das Staatliche, also gemeinschaftlich Ordnendes und lebendig Organisierendes in sich tragen, desto diktatorischer und autoritärer muss Ordnung von oben übergestülpt und erzwungen werden.

Dadurch entsteht leider ein Teufelskreis, denn ein autoritäres, fremdbestimmendes System erzeugt keine autonomen, selbstbestimmenden Menschen, sondern schwächt sie umso mehr, was dazu führt, dass solche Systeme ohne Einfluss von außerhalb immer weiter in menschliche Abgründe und Degeneration herabgleiten.

Wir müssen hier weder in Geschichte, Staatsrecht noch politische Analysen einsteigen um einzusehen, dass wir heute keinen oder so gut wie keinen organischen, gesunden Staat mehr haben. Schon allein deshalb, weil die Menschen hierzulande sich kaum noch zu einer gemeinsamen Ganzheit bekennen.  Wir formen keinen Körper mehr, sondern leben in einer mit zunehmender Gewalt und Kontrolle zusammengehaltenen losen Ansammlung, in der es kein einheitliches Zugehörigkeitsgefühl mehr gibt und jeder mehr oder weniger die Haltung einnimmt, dass jeder allein für sich selbst kämpfen muss und man nur im Notfall nach der Autorität und Hilfe des Staates ruft, die jedoch als fremde Macht eingreifen und retten soll.

Unser Zusammengehörigkeitsgefühl wurde über Jahrzehnte hinweg sukzessive zerstört. Wahrscheinlich mit dem Ziel, ganz sicher aber mit dem Ergebnis, dass wir nun innerlich und äußerlich nicht nur staatenlos sind, sondern staatsunfähig, weil nicht mehr souverän aus unserem Bedürfnis nach Verbund, Sicherheit und Ordnung agierend. Wir sind von Generation zu Generation und besonders über die letzten 30 Jahre in einen allgemeinen Zustand der Unreife und damit Unmündigkeit degeneriert und agieren jetzt wie verwirrte Kinder, die nur noch durch Kontrolle von außen, also Fremdsteuerung zu lenken sind.

Wollen wir das? Diese Frage ist heikel, denn wir wissen nicht, von wem wir eine korrekte und belastbare Antwort bekommen können. Von den verwirrten und indoktrinierten Kindern? Sie können antworten, aber sie können nicht korrekt, nicht in ihrem wahren eigenen Interesse antworten.

Ebenso schlagen immer wieder veränderungswillige Stimmen vor und fordern ein, dass man das Volk – also alle Menschen – endlich wieder entscheiden lassen und dafür befragen sollte. Man kann das Volk aber nur befragen, wenn es antwortfähig ist. D.h. es muss die Frage verstehen, es muss die Fähigkeit und Souveränität haben, sich selbst (als Adressat der Frage) in seiner Antwort zu vertreten und es muss fähig sein, die Antwort angemessen zu artikulieren. Es ist nicht schwierig zu belegen, dass diese Kriterien in Deutschland momentan von der Masse gar nicht erfüllt werden können. Deshalb machen Befragungen und Wahlen in dieser Stufe der Entwicklung (bzw. Degeneration) noch gar keinen Sinn. Sinn macht jetzt und absolut notwendig ist jetzt, dass das Volk ersteinmal wieder antwortfähig und befragbar wird. Dann erst haben wir einen Zustand von Souveränität. Verwirrte, verängstigte, hilflose und manipulierte Kinder kann man nicht zu Entscheidungen befragen. Das ist auch vor Gericht so.

Das ist der Grund, warum alle Wahlen in den letzten Jahrzehnten nichts weiter als eine Farce, eine Augenwischerei waren. Es wurden Ergebnisse produziert von denen, die diese Wahlen veranstalteten, steuerten und entsprechend vorbereiteten. Wir haben eine durchorchestrierte und gesteuerte Show nach Drehbuch präsentiert bekommen, um uns gut zu fühlen. Aber nicht um irgendetwas mitzugestalten.

Unser völlig verdrehtes Verständnis von Demokratie beruht letztlich auf dem Glaubenssatz: „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.“ Das reicht aber nicht. Es muss auch solche geben, die an das Ganze denken. Das Ganz ist mehr als die Summe seiner Einzelnen. Unsere „Jeder denkt an sich und seine Interessen“-Demokratie muss scheitern, weil das zusammenfassend Gemeinsame nicht mehr beachtet wird und verloren geht. Für Kriminelle, die das System kapern wollen, ist das natürlich günstig und erwünscht, denn sie können das Ganze dann übernehmen – allerdings ohne Verantwortungsgefühl und zum Schaden aller anderen.

Niemand würde auf die Idee kommen, dass auf einer Flugreise der Pilot von den Passagieren „demokratisch“ gewählt werden sollte. Denn es ist klar, dass derjenige Pilot sein sollte, der die besten Kompetenzen dazu hat. Solange die Passagiere bei Verstand sind, würden sie diese kompetenteste Person ja auch von sich aus wählen, weil ihnen ihr Bedürfnis – nämlich sicher zu reisen und anzukommen – bewusst ist und an oberster Stelle steht. Und es ist allen gemeinsam.

Was aber, wenn es eine kleine Gruppe von Luftpiraten im Flugzeug gibt, die dafür werben, dass die Pilotenwahl geändert werden muss, weil sie ungerecht sei? Weil sie z.B. Frauen und Kindern zu wenig Chancen gäbe? Oder Behinderten. Weil sie historisch veraltet und patriarchalisch sei. Sie gründen also eine Partei der Fairness, Freiheit und des Friedens (‚FFF‘) und setzen sich dafür ein, dass in Zukunft jeder mal Pilot sein kann und alles andere unmoralisch und unmenschlich sei. Wenn ihre Propaganda gut genug ist und lang genug wirkt, wird diese Partei einigen Zulauf bekommen, vor allem wenn es den Passagieren rundum gut geht und sie keinen Grund haben, über die Pilotenfrage ernsthaft nachzudenken. Man wird Jugend-Bewegungen organisierne können, in denen man die Ängste der jungen Menschen aufgreift und ihnen eine bessere Zukunft mit frei zugänglichem Cockpit verspricht. Als nächstes werden die Anhänger der neuen Partei Minderheitenschutz beantragen, sich als unterdrückte Opfer der Allgemeinheit aufführen, am lautesten herumkrakelen, besondere Regeln zur Umerziehung der anderen einfordern, damit sie alle endlich gerechter, moralischer, ökologischer, demokratischer usw. werden, und schließlich werdne sie dafür sorgen, dass zumindest der Co-Pilot auch mal ein behindertes Kind oder eine kurzsichtige 85-jährige sein können. Aus ökologischen Gründen sollten außerdem die Triebwerke häufiger abgestellt werden und die Toiletten überwiegend geschlossen bleiben.

Was passiert dann irgendwann? Das Flugzeug stürzt ab. Und warum? Weil die Mehrheit ihr Hauptbedürfnis (Sicherheit und Wohlfahrt) vergessen hat und sich hat hypnotisieren lassen von nachrangigen Werten und Ideen, ohne sich um den Gesamtrahmen, um das Gesamtwohl zu kümmern. Diese Vergessenheit oder Nachlässigkeit ist der Grund dafür, dass verkehrte und zerstörerische Ansichten an die Macht kommen. Und wir können diesen Zustand als Schlaf, am ehesten als moralischen Schlaf bezeichnen.

Genau so kapert man auch Völker und Nationen (dauert nur ein paar Jahre länger) und führt sie in den Absturz oder in die Sklaverei. Bis die Passagiere eines Tages wieder aufgeweckt werden, weil irgendetwas sehr sehr unbequem geworden ist während das Flugezug in den Sturzflug fällt…

Was hat all das mit Corona zu tun?

Wir sehen an den Zuständen der Menschheit sowohl im Globalen auf höchster Organistaionebene als auch im einfachen eigenen Alltagsgeschehen, dass unser Leben keinen Raum mehr hat, sich an menschlichen Werten auszurichten. Dass wir den Bodenkontakt verloren haben und uns nur noch als Teile mächtiger, anonymer und computerisierter Systeme selbst verlieren. Dabei ist auch der gesunde Menschenverstand als Steuerzentrale verloren gegangen. Vor allem aber leben die Menschen in einer unheimlichen Lähmung und Starre, die sie in dem Teufelskreis aus Unterdrückung, Überforderung und innerem Kollaps gefangen hält.

All das lässt sich nicht verändern, indem man hier und da für kleine Verbesserungen kämpft. Es gibt wegen der moralischen Entkräftigung der Menschen auch keine Möglichkeit, das System „von unten“ durch Massenbewegungen zu verändern. Systeme organisieren sich niemals besser von unten. Revolutionen erhöhen stets nur Chaos, Willkür und Autoritätsherrschaft. Es ist stets das Gehirn, das die Muskeln besser koordiniert. Niemals können die Muskeln eine Revolution starten, die ein besseres Gehirn hervorbringt. Die Flunkereien von den „Graswurzelbewegungen“ und dem „Aufstand der Massen“ sind leicht zu durchschauen, wenn wir verstehen, dass Organismen und erst recht unlebendige Systeme immer nur von oben, nur top-down optimiert werden können. Alles andere ist bloß Fragmentierung, Zerfall und Auflösung.

Was auch immer hinter Corona steht, es hat eine enorm koordinierende und steuernde Kraft. Es ist stark genug, alles umzudrehen. Es ist stark genug, die Menschen während des Sturzfluges aufzuwecken und gleichzeitig soweit unter Kontrolle zu halten, dass keine überbordenden Massenpaniken ausbrechen. Es ist stark genug, immer mehr Menschen zu einem Bewusstsein der Tatsachen zu bringen und aus ihren eindoktrinierten Weltbildern und Glaubenssystemen heraus zu holen. Es ist stark genug, die mächtigsten Figuren des bisherigen Systems umfallen zu lassen wie die Fliegen und die bisher ohnmächtigsten Menschen an die Front der Veränderung zu holen.

All die hunderte von erstaunlichen Geschehnissen, Schauplätzen und Entdeckungen der letzten 12 oder 36 Monate, die für sich gesehen zufällig und losgelöst erscheinen (und in der Mainstreampresse so gut wie komplett nicht-existent sind), ergeben von hoher Warte aus betrachtet ein völlig kohärentes Gesamtbild mit einer einheitlichen Ausrichtung: Gesamt-System-Wechsel; die kontrollierte Beendigung des alten Systems und gleichzeitige Etablierung eines neuen Systems auf der Basis ganz anderer Werte und Ideen. Wie kann so ein klar ausgerichtetes Gesamtbild auf allen Ebenen menschlichen Lebens, in der nationalen und Geo-Politik, in der Wirtschaft, im Gesundheitsbereich, in den Wissenschaften, im Sozialen, in den Medienlandschaften, in Verwaltungsprozessen, bis in die Themen der Alltagsgespräche und in Familien hinein so einheitlich und ausgerichtet sein, wenn es nicht von einer intentionalen und vorausschauenden Position aus koordiniert und gelenkt ist?

Wer nur von mittendrin aus schauen und sich herumwirbeln lassen kann, dem kommt das Ganze im Moment noch nur als Chaos und wirre Bedrohung vor. Vor allem im Verhältnis zu der bequemen und gewohnten Ruhe davor. Wir müssen von sehr weit oben auf alles drauf schauen, um zu sehen, dass diese Kraft der Umdrehung eines ganzen hunderte Jahre alten Systems von Machtmissbrauch, Betäubung und Zerstörung in sein Gegenteil nur zielsicher wirken kann, wenn sie intelligent und kontrolliert arbeitet. Das bedeutet, sie muss innerhalb der bestehenden Macht-Hierarchien menschlicher Organisationen von oben nach unten wirken. Wirksamkeit braucht menschliche Macht, also Können. Ganz oben anfangen bedeutet, bei den Mächtigsten zu beginnen und von dort aus Ebene für Ebene, Stufe um Stufe die Hierarchie-Pyramide der Macht hinab zu arbeiten bis hinunter zum Einzelnen in der Bevölkerung, der nur über sich selbst und sonst niemanden bestimmen kann.

Das braucht Zeit. Solange dieser Umdrehungsprozess von oben nach unten läuft, gibt es immer wieder die skurille Situation, dass obere Ebenen schon „gedreht“ sind, während sich untere Ebenen noch ganz und gar im alten vertrauten System bewegen. Die als nächstes folgende Umdreh-Ebene wird die am meisten verunsicherte sein und sich dadurch wahrscheinlich auch am lautesten bemerkbar machen. Daran können wir erkennen, wieweit der Prozess schon ist.

Bevor die Menschen in allen Ländern mit dem Killer-Virus-Märchen und Maskenverordnungen bombardiert wurden, wussten sie von dem bevorstehenden Wechsel nichts und bekamen nichts mit. Sie waren noch sicher eingepackt in das Narrativ des Altbekannten. Nun aber sind sie verunsichert und suchen nach Halt. Das zeigt uns, dass der Top-down-Umdrehungsprozess bereits auf der untersten Ebene angekommen ist. Was wiederum bedeutet, dass er kurz vor dem Abschluss steht und längst konsolidiert ist.

Was bist Du, Corona?

Ist dies ein menschengemachter Wandel?

Ich würde sagen, es ist ein menschen-mitgemachter Wandel. Die Kraft hinter Corona wirkt durch Menschen, aber sie kommt nicht von Menschen. Die Kraft der Umdrehung vom Kranken ins Gesunde, vom Falschen ins Richtige und vom Denaturierten ins Natürliche ist eine psychisch-geistige Kraft, die unabhängig von Zeit und Raum Teil des Menschheitsgeistes ist. Sie kann sich stärker oder weniger stark manifestieren und durchsetzen, was wiederum von geistigen Dynamiken, Gesetzen und Notwendigketen bestimmt wird. Wir Menschen drücken diese Kraft durch unser Denken und Handeln lediglich aus.

Das, was wir „Corona“ nennen ist ein Erkennungszeichen dieser Kraft von vielen. Es ist die einfache dinghaft-bildliche Version von dem Wandel, der gerade geschieht. Es/Er/Sie ist zunächst einmal die bis ins Körperliche und Alltags-Soziale heruntergebrochene Botschaft, dass es nicht mehr so weitergehen kann und dass es sehr unangehm spürbare Gründe gibt, warum sehr vieles und sehr Grundlegendes jetzt ganz anders werden muss und demnächst auch ganz anders wird. Überbringer von Botschaften werden im Griechischen ángelos (ἄγγελος, ‘Bote, Botschaft’) genannt. Wir haben daraus das Wort Engel gemacht. Und da ist kein Zweifel: wenn dermaßen umwälzende, allebetreffende und große Prozesse so angekündigt werden müssen, dass alle Menschen sie erkennen und eine Chance zum Mitgehen und zur Anbindung bekommen, dann werden sicher Engel mit im Spiel sein. Wie anders soll sich diese übermenschliche Kraft sonst bemerkbar machen? Wenn alle Menschen erst dann aufmerksam werden, wenn es um einen Killer-Virus geht, dann wird diese Kraft eben durch das Kostüm eines Virus-Märchens sprechen und wirken.

Natürlich macht dieser längst wirkende Wandel den Menschen Angst. Bereits kleine Veränderungen machen den meisten Angst, umso mehr also solch große, für die wir über hunderte von Jahren rückblickend kein Vorbild und in uns keine Orientierung finden. Was uns Angst macht ist das Unbekannte, das Unheimliche und starke Energien, die wir nich kanalisieren können. Die Menschen haben nicht Angst wegen eines Killer-Virus, sondern sie werden durch das Unbekannte hinter Corona in den Zustand von Angst versetzt und die Erzählung vom Virus bindet diese Angst an etwas Greifbares. Da spielt es keine Rolle, ob dieses Etwas real oder Fantasie ist. Die Funktion des Virus-Narrativs ist die Bündelung von Irritation, Sorgen und Verwirrung zu einem sozial mitteilbaren Feindbild. Sobald dieses nicht mehr gebraucht wird, weil der Umbau der Welt soweit fertig ist, dass sie wieder frei benutzbar ist, wird ein neues Narrativ von einem Heil- oder Schutzmittel gegen alle Corona-Gefahren auftauchen und die Sache ist erledigt.

Also, wir haben nicht Angst, weil es den Virus gibt. Wir haben nicht all diese Einschränkungen unseres sozialen und natürlichen Lebens, weil es eine „Epidemie“ gibt. Nein, wir haben eine „Epidemie“, weil wir die Einschränkungen brauchen. Es gibt das Virus, weil wir Angst haben.

Und im Moment erleben wir die großen Auftritte bestimmter Angsttypen, besser gesagt verschiedener neurotischer Abwehrtypen gegen Angst, die im allgemeinen Milieu von Angst, Verunsicherung und Desorientierung zu Glanzauftritten ihrer persönlichen Perversion aufblühen:

  • Den zwanghaften Bürokraten, der durch Angst zur Massenproduktion von immer mehr und genaueren Gesetzen und Verordnungen angetrieben wird. Er möchte alles Leben und alle Welt in ein mechanisch kontrolliertes Uhrwerk verwandeln und verzweifelt an jedem neuen Beweis der Unmöglichkeit dessen.
  • Den antisozialen Psychopathen, für den Angst schon immer das belebendste Grundelixier darstellte, weil sein ganzer Charakter auf Angstmechanismen beruht. Er glaubt, nun endlich die Herrschaft über die ganze Welt gewinnen zu können und alles für immer in Angst und Schrecken halten zu können.
  • Den aggressiven Chaoten, der Angst stets direkt in Zorn und Wut überträgt, um nur ja seine umfassende Ohnmacht nicht zu spüren, und deshalb regelmäßige Gelegenheiten braucht, auf irgendetwas einzuschlagen, etwas zu zerstören oder zumindest laut schimpfend durch die Straßen zu ziehen. Die Antifa freut sich stets über Zulauf disregulierter Vandalen.
  • Den pedantischen Denunzianten, der von der Wahnvorstellung angetrieben wird, alle Angst würde verschwinden, sobald jede Form von Freiheit und Freizügigkeit unter Kontrolle oder ins Gefängnis gebracht wurde. Er muss dafür der überlasteten Polizei und seinem strategischen Komplizen, dem Bürokraten, stets Hilfe leisten, im Schutze irgendeiner Institution Selbstjustiz betreiben und die Bewegung anderer Lebewesen im Namen von Gesetz und Ordnung soweit wie möglich einschränken. Er steht unter chronischer Meldepflicht. Dieser besonders deutsche Angsttypus hat eine paranoide Tendenz, mit der er sich sogar für die Einhaltung von Regeln einsetzt, die es gar nicht gibt, aber seiner Meinung nach geben sollte, um die Welt zu einem kontrollierteren, sprich besser unterdrückten Ort zu machen.
  • Den Warner des sicheren Untergangs, der seit er sich erinnern kann ganz sicher weiß, dass die Welt bald untergeht und daran verzweifelt, dass er davon nur so wenige überzeugen kann. Deshalb gibt er sich über eigene Video-Kanäle oder erhöhtes Facebook-Engagement alle Mühe, uns über den Stand der aktuellsten und wahrscheinlichsten Bedrohungsszenarien auf dem Laufenden zu halten. Seine Angst versucht er durch vermehrte schwarzmalerische Aktivität abzubauen, in der heimlichen Hoffnung, dass seine eigenen Horror-Prophezeiungen am Ende die Realität übertreffen und er noch bedeutungsschwanger sagen kann: „Da haben wir aber noch mal Glück gehabt!“
  • Den hyperaktiven Macher, der Angst als permantenes Startsignal für Sprints und Langstrecken-Läufe interpretiert. Seine Lebenshaltung bei jeglicher Schwierigkeit leitet sich aus der instinktiven Traumareaktion von Kampf-oder-Flucht ab: „Es muss sofort etwas getan werden!“ Seine Unfähigkeit, nachzudenken und einen Überblick zu gewinnen kaschiert er mit existenziellem Handlungsdruck und Zeitmangel. Zögern bedeutet für ihn stets Verlust und Untergang. Deshalb möchte er impfen und geimpft werden bevor Impfstoffe überhaupt getestet geschweige denn auf Wirksamkeit geprüft wurden, er möchte Menschen verhaften und exekutieren, bevor ihre Schuld bewiesen ist, und alle Menschen, die Fragen stellen, um Erklärungen bitten, Zweifel anmelden oder gar Gegenargumente vorbringen per Befehl zu stillschweigendem Gehorsam und aktiver Hysterie-Teilnahme zwingen. Sein permanter Alarmzustand und Rettungszwang sorgen dafür, dass um ihn herum immer wieder Panik ausbricht, obwohl es gar keine Gefahr gibt.

Was alle diese Angsttypen gemeinsam haben, ist dass sie am alten System festhalten. Denn der Mensch sucht instinktiv Halt und Sicherheit im Bekannten und Gewohnten, egal wie schädlich und destruktiv es ist.

Die scheinbare Macht und Bedeutung dieser Angsttypen wird mit dem Ende der Umwandlungszeit jedoch spurlos verschwinden. In der Zwischenzeit dienen sie aber auch der Sache von Corona: sie sorgen für wachsenden Unmut und gesteigerte Aufmerksamkeit – beides wichtige Zutaten, um das notwendige Umdenken in den Köpfen von ausreichend vielen zu erzeugen. Daran sollten wir denken, wenn wir diese Menschen in Aktion sehen dafür, den Ausnahmezustand zu verlängern, weil er ihnen endlich eine Bühne gibt, ihre sonst unerwünschten Charakterschwächen voll und frei auszuleben. Sie schreiben und schreien davon, dass „Corona“ und Killer-Virus-Alarm niemals enden werden oder sollten. Wie schön das in ihrer Fantasie sein muss!

Den Ring schließen: Macht und Verantwortung

Der zentrale Wirkmechanismus der Kraft hinter Corona und Co. in den Köpfen und Herzen der Menschen scheint mir dieser zu sein: Macht und Verantwortung werden wieder zusammengebracht im menschlichen Miteinander auf dem gesamten Planeten. Macht und Verantwortung wurden in den letzten Jahrhunderten und bis in die 2010er Jahre hinein so weit auseinandergerissen, dass menschliches Leben sich nicht mehr frei entfalten und menschliche Moral und Geist sich nicht mehr durchsetzen konnten gegen die chaotischen Urkräfte ungezügelter Macht. Macht und Verantwortung gehören in gesunden menschlichen Systemen immer zusammen. Das lernen wir Menschen gerade neu. Macht ohne Verantwortung führt zu Korruption und Niedergang. Verantwortungsgefühl ohne Macht führt im besten Fall zu hilfloser Klugheit und Weitsicht, meist aber eher zu gelähmtem Entsetzen und Ohnmacht.

Jedes Mehr an Macht muss stets durch ein entsprechendes Mehr an Verantwortung balanciert werden. Dann blühen Menschen und menschliche Gemeinschaften auf. Corona und Co. sorgen dafür, dass nach langer Dissoaziation nun die Macht wieder Ebene für Ebene an Verantwortungsfähigkeiten und -gefühl, also an gewissenhafte, integere Menschen geknüpft wird.

Wir werden uns umgewöhnen und wieder lernen müssen, uns in solchen gesunden Hierarchien zu orientieren. Dazu gehört auch das Verständns dafür, dass Hierarchien wie Pyramiden nach oben dünner werden und eine Spitze haben und dass dies richtig so ist, weil nur so die Bündelung von Macht und Verantwortung und nur dadurch Ordnung, Förderung und Hilfe möglich sind. Macht wird dann wieder ein Werkzeug von Menschlichkeit und freier Entfaltung. Corona macht’s möglich.

Ich vermute sehr, dass es für weite Teile der Generation der jetzt Sechzig- und Älterjährigen fast unmöglich sein wird, die Tiefe dieses Wandels zu verstehen und mitzumachen. Das gilt vor allem für die Westdeutschen, weil es in Ostdeutschland seit DDR-Zeiten allen offensichtlich und bekannt war, dass die Bevölkerung vom System unterdrückt, belogen und kontrolliert wird. Dieses Bewusstsein hat sich im Westen nie entwickelt, wo der Betrug langsamer und sehr viel perfider aufgebaut wurde. Dieses Bewusstseins-Defizit für Richtig und Falsch wird für jemanden, der sein ganzes Leben lang nur das Weltbild von Tagesschau und Mainstream-Medien aufgesaugt und nie ernsthaft angezweifelt hat, kaum aufzuholen sein. Wir müssen bedenken, dass allein die Scham und Orientierungslosigkeit darüber, sein ganzes Leben lang belogen und betrogen worden zu sein, für die meisten unüberwindbare Hürden darstellen. Da wird es schwer überwindbare Schutzmechanismen geben, die sich den neuen Tatsachen und Aufklärungen entgegenstellen werden.

Schwer wird es voraussichtlich auch für die jetzt junge Generation der etwa 15 bis 30-Jährigen, denn obwohl sie noch viel mehr Kapazität zum Umlernen hätten, fehlen ihnen im hohen Grade die Fähigkeiten der Realitätsanbindung, weil sie von Geburt an einer durch und durch ideologisierten, irrealen und entmündigenden Pädagogik ausgesetzt waren, aus der die meisten ihre einzige verlässliche Basis für Identität und Weltverständnis ziehen. Wenn diese künstlich erzeugten Selbst- und Weltbilder wegbrechen, weil sie nicht mehr medial und durch Massenmanipulation (social engeneering) gestützt werden, werden die Menschen dieser Generation – insbesondere im Westen – in ein psychisches Loch aus Mangel an eigener Substanz fallen, in dem sie gesellschaftlich erstmal wieder aufgefangen werden müssen. Es ist mir zumindest unmöglich, mir diese Generation als Träger des aktuellen Wandels vorzustellen, auch wenn sie sich selbst dafür seit eh und je hält.

VielViel einfacher wird der Wandel vermutlich zu integrieren sein für die jetzigen Kinder ab etwa Jahrgang 2008, weil sie schnell umlernen und das ergreifen können, worauf sie schon seit langem warten: eine mitgestaltbare positive Zukunft. Und so wird es auch der Generation der jetzt 40-60-Jährigen gehen, die in ihrer Jugend noch nicht so kosequent ideologisch verdreht wurde und deshalb ein aktives Potential für gesunden Menschenverstand und umsichtiges Denken in sich trägt. Das dürfte auch die Generation sein, die den tragenden Mittelstand unserer Gesellschaft bildet und deshalb wichtigster Motor und Tragfläche im neuen Wirtschaftssystem sein wird.

Corona Immaculata

Verstehen wir also dies: wir haben es hier mit einer psychisch-geistigen Kraft zu tun, die über jegliche menschliche und kreatürliche oder planetarische Macht hinausgeht. Sie steuert all das, was wir mit Macht verbinden. Sie ist der Chef über alle menschliche Macht und irdische Wirksamkeit.

Deshalb kann nichts und niemand sie bremsen oder verhindern. Weil wir als Menschheit von dieser und anderen Kräften abhängen. Deshalb kann auch nichts aufhalten, was seit Jahren und immer anfassbarer kommt. Deshalb braucht es auch keine Aktion, keine besonderen Bemühungen, kein Extra-Engagement von irgendjemandem über die eigene Stimmigkeit und die eigene schlichte Authentizität hinaus. Wir könnten das Wirken dieser Umdreh-Kräfte zwar hier und da ein wenig stören, indem wir uns mit Gegenkräften verbinden und Widerstand leisten. Aber das würde uns bloß selbst schaden, weil die Kräfte in uns aufeinanderprallen und uns zerreißen würden. Viele Menschen, die sich psychisch nicht von den Gegenkräften lösen können, werden diese schmerzhafte Erfahrung machen.

Ich sage es gern noch einmal: wir müssen nichts tun. Nur dem folgen, was sich im Fluss der Dinge für uns stimmig ergibt.

Ein gesunder Staat ergibt sich aus Menschen, die mit sich selbst übereinstimmen und ihren Talenten folgen. Das ist der Grundzustand, der als erstes (wieder)hergestellt werden muss. Keine personelle oder institutionelle Veränderung kann diese Basis ersetzen. Nur vorübergehend können Institutionen streng dafür sorgen, dass der Rahmen für die Wiederherstellung –  in unserem Falle der Souveränität – geschützt und eingehalten wird.

Dem Regisseur kann keiner in die Karten schauen und wir wissen nicht, welche Rolle er für uns vorgesehen hat. Aber wir können wahrnehmen, dass wir im laufenden Spiel unsere Rolle richtig spielen. Weil es sich dann richtig anfühlt. Weil es dann mit der übergeordneten Kraft geht und nicht gegen sie. Und jeder wird sein Mitgehen anders ausdrücken.

An den/die/das hinter Corona kommt niemand heran. Es ist wirk-lich und deshalb unberührbar und unbefleckt von jeder zeitlich-räumlichen Wirkung. Es leuchtet von einer Ebene des Seins aus, die immer leuchten wird, immer als Hilfe von uns empfangen wird, wenn wir für Hilfe offen sind, immer als Kraft bei uns ankommt, wenn wir für Kraft empfänglich sind, und immer als ein kurioses Killer-Virus von umgedrehten Flughunden verkleidet auftauchen wird, wenn so ein Killer-Virus für die Umdrehung zum Licht notwendig ist. All das nicht nur immer, sondern in Ewigkeit. Amen.

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Gold zu Stroh – wie unser Geldsystem echte Werte zersetzt


Einleitung

Der letzte Artikel dieser Reihe war ein langer Exkurs über die Kräfte, die unser Denken lähmen, blockieren und von der Realität abkoppeln. Wer gut zwischen den Zeilen lesen kann, der wird in dem Artikel auch schon Richtungsweiser für Lösungen und für die Wiederherstellung des Denkens durchschimmern gesehen haben. Den ausführlichen Darlegungen dazu widme ich mich erst in den letzten Teilen dieser voraussichtlich neunteiligen Reihe.

In diesem Artikel werden wir uns den ersten von insgesamt noch drei weiteren wichtigen Aspekten unserer kulturellen Degeneration anschauen, nämlich das Unverständnis des Phänomens Geld. Danach gehe ich noch auf den intelligenzmindernden Einfluss der „akademischen Bildung“ und schließlich auf die lähmenden Effekte von Pseudo-Spiritualität à la „New Age“ und „Esoterik“-Markt ein – beides Felder, von denen sich geistig-moralische Desorientierung und Verwahrlosung ausbreiten.

Für die Betrachtung des Themas „Geld“ sollten wir gewappnet sein mit dem Wissen um die merkurischen Verwirrungen und hermetische Unreife und auf der Hut bleiben, dass uns ein selbstverliebter Intellekt nicht mit Voreiligkeit, Schablonen-Meinungen, Denkfaulheit und Bequemlichkeitsdenken vom Weg abbringt.

Dieser Weg sollte ein Weg zu mehr Verständnis und zunehmender Klarheit sein. Verständnis zeigt sich darin, dass wir einzelne Informationen, Erfahrungen oder Aspekte in einem größeren Zusammenhang sehen und einordnen können. Echtes Verstehen beruht vor allem darauf, dass wir einen Bezug von solchen Fragmenten zu uns selbst herstellen können, nur dadurch bekommt Wissen auch eine Bedeutung. Bezug zu uns selbst herstellen können wir nur, indem wir Wissen bzw. Informationen mit eigenen Erfahrungen und Werten verknüpfen. Gesammelte und auswendig gelernte Informationen können deshalb niemals zu Verstehen führen, sondern bloß zu einem konditionierten Wasserkopf.

Das Mittel gegen aufgeblähte Wasserköpfe, falsche Überzeugungen und fragmentierte Glaubensinhalte ist der Widerspruch. Nur wenn wir auf Widersprüche stoßen und sie uns näher ansehen, können wir unsere Ansichten ändern. Nur wenn wir auf Informationen oder Erfahrungen stoßen, die nicht in unsere bisherigen Erklärungs- und Glaubensraster passen, bekommen wir die Chance, ein neues, umfassenderes Verständnis zu entwickeln. Dafür müssen wir jedoch die Angewohnheit ablegen, Widersprüche als Angriff auf uns selbst zu interpretieren und sie mit mentaler Selbstverteidigung abzuwehren. Es geht dabei weniger um falsch oder richtig als vielmehr um bessere Integration in umfassendere Konzepte.

Wenn Glaubenssätze oder eine Theorie nicht zur Realität oder Erfahrung passen, was ist dann falsch – die Theorie oder die Realität?

Menschen, die sich mit ihren Meinungen und Anschauungen identifizieren, wenden eine Menge Energie auf, um sich gegen neue, unbekannte und unpassende Informationen zu wehren, weil sie sich bedroht fühlen. Sie reagieren mit ihrem Überlebensinstinkt. Es reicht in solchen Momenten, einen tiefen Atemzug zu nehmen, sich umzuschauen und hier und jetzt zu realisieren, dass es keine Gefahr gibt – auch wenn man seine Meinung über die Welt über den Haufen werfen muss. Die Fähigkeit dazu ist ein wichtiger Aspekt von Intelligenz und erlaubt lebenslanges Lernen. Beides zusammen erhöht die Lebensqualität und -tiefe in allen Bereichen, ganz besonders im Geistigen. Dafür lohnt es sich.

Was ist Geld?

Geld ist eine Erfindung, ein Konstrukt, ein Hirngespinst. Diese einfache Tatsache muss man sich immer wieder vor Augen führen, denn überall da, wo mit Geld hantiert und argumentiert wird, gerät man leicht in den hypnotischen Sog, es als eine naturgegebene Kraft oder ein reales Etwas zu betrachten. Seiner Natur nach ist Geld jedoch ein Fantasieprodukt. Wer sich Geld nicht vorstellen kann, für den kann es auch keines geben. Oder genauer gesagt: Geld existiert nur in und durch unsere Vorstellung. Der Wert, den wir Geld beimessen, beruht auf unserer Fähigkeit, uns einen abstrakten, d.h. von unmittelbarer Erfahrung abstrahierten Wert vorzustellen.

In dieser Eigenart des Geldes liegt seine Stärke und seine Falle. Denn für sich genommen ist es wert- und bedeutungslos. Es funktioniert – als Tauschmittel, als Wertspeicher, als Umrechnungsgröße und eben ganz besonders als schillerndes, blendendes bis hin zum süchtigmachenden Faszinosum – nur deshalb, weil es eine leere Projektionsfläche ist. Was wir „Geld“ nennen ist eine leere, weiße Leinwand, auf die wir im Geiste Bedeutungen projizieren, für die es in nahezu unbegrenzter Vielfalt zur Verfügung steht, weil diese Leinwand stets weiß bleibt.

Natürlich fließen in diese Projektionen auch reale Erfahrungen, wiederholbare Handlungen, konstant verlässliche Ergebnisse ein, wer sich aber mit dem psychologischen Phänomen der Projektion nur ein wenig beschäftigt, der weiß, dass sie vor allem von unerfüllten Wünschen, von frustrierten Bedürfnissen und unbewussten Emotionen gesteuert und moduliert wird. Diagnostiker und Therapeuten bedienen sich sogenannter „Motiv-Tests“, die meist aus unvollständigen, mehrdeutigen oder ungenauen Bildern bestehen, um aus den Reaktionen und Interpretationen der Betrachter deren unbewusste Vorlieben, Motivation und Entscheidungsgründe herauszulesen. 

Geld ist ein solcher Motiv-Test. Wenn Experten über Finanzmärkte oder die Mechanismen der Börse sprechen, betonen sie gerne, dass sie stark durch psychologische und emotionale Faktoren beeinflusst werden. Tatsächlich sind sie aber durch und durch psychologische und emotionale Spiele, die auf Imagination, Bedürfnissen und emotionalen Projektionen beruhen – und aus ihnen gemacht sind. Nicht das ist erstaunlich. Erstaunlich ist bei näherer Betrachtung vielmehr, dass es tatsächlich auch noch sowohl reliable als auch valide rational-mathematische Erklärungs- und Vorhersagemodelle gibt. Zumindest temporär für gewisse Zeitabschnitte. Diese verlässlichen rationalen Berechnungsmodelle schwimmen wie Eisberge im großen Meer der irrationalen, emotional gesteuerten Fantasie-Dynamiken aller Geldspiele.

Doch sobald diese Spiele eine gewisse Betriebstemperatur archaisch-instinktiver Mechanismen erreichen, schmelzen die Inseln logisch-mathematischer Gesetzmäßigkeiten und lösen sich in komplexen psycho-emotionalen Verwirbelungen auf. Das hängt nicht vom Geld ab, sondern von der psychischen Grundverfassung der Spielteilnehmer und ihren ins Geld hinein-fantasierten Projektionen. Denn diese können sehr weit auseinanderdriften und sich mehr und mehr gewissen Regeln, Bräuchen und Beschränkungen entziehen. Dann haben wir es mit exzentrischen, megalomanen, sogar psychopathologischen Antriebskräften zu tun, die dem Geld und seinen Systemen ihre entgleisten und letztlich zerstörerischen Traumbilder aufoktroyieren und es damit über kurz oder lang in den Abgrund der Vernichtung reißen.

Es ist so als würden Kinder, die mit Knete spielen, plötzlich in einem Anfall unkontrollierter Gier oder Wahnvorstellungen beginnen, sich ihre Knete als wichtigstes Nahrungs- oder Heilmittel einzureden, sie zu essen, sich in die Ohren und Nase zu stecken bis sie umfallen. Und an dieser Analogie wird auch die gefährliche Falle eines Projektions-Konstruktes wie Geld erkennbar: wenn nämlich die Grenze zwischen Vorstellung und Realität so sehr verschwimmt, dass wir sie beginnen zu verwechseln. Dann wollen wir von Geld satt werden wie jemand, der eine Luftspiegelung in der Wüste für Wasser hält und im trockenen Sand verdurstet.

Wenn wir also erkennen, dass die Bedeutung von Geld und damit also auch sein Wert, seine Funktion, seine Verwendung und sein gesellschaftlicher Stellenwert auf Projektion und Vorstellungskraft beruht, dann liegt die Schlussfolgerung nahe, dass wir jegliches Geldsystem nur insoweit regulieren, absichern und stabilisieren können, wie wir die Vorstellungen über das Geld steuern und regulieren können. Alles, was mit Geld zu tun hat, fängt in den Köpfen der teilnehmenden Menschen an.

Damit ist Geld ein Kulturphänomen, das auf geistiger Kultivierung beruht und auf sie angewiesen ist. Diese dafür notwendige Kultur als Basis geht weit über den intellektuellen und rationalen Drill der Ökonomie alias „Volkswirtschaftslehre“ oder „Betriebswirtschaftslehre“ hinaus. Diese Dressuren von Taktiken und fester Denk- und Reiz-Reaktionsschienen funktionieren als Erfolgsstrategien nur innerhalb einer gewissen verlässlichen Kultur, die die Dynamiken von Geld bestimmt. Diese „Wissenschaften“ sind vorübergehende künstliche Erzeugnisse von und innerhalb einer (Geld-)Kultur, die sie weder verstehen noch reflektieren. Denn der Wirt beweist sich ja nur durch geschicktes Handeln innerhalb des gegebenen Systems, das ihm die Regeln und die Spielfläche für seine Gewinnmaximierung zur Verfügung stellt. Diese Wirte sind allerdings aufgeschmissen, wenn das System, die Spielregeln und ‑dynamiken sich ändern – sie wurden nur für ein bestimmtes System trainiert. Und wahrscheinlich auch nur von diesem einen System.

Nur deshalb konnten Generationen von Kaufmännern und BWL-Studenten sich ihre wirtschaftlichen Erfolge und Konto-Expansionen mit einem festgelegten Arsenal an Strategien und Gewohnheiten herstellen ohne zu verstehen oder auch nur zu ahnen, von welchen Kräften und Strömungen sie dabei tatsächlich getragen wurden. Und das ist auch der Grund, warum jeder Erfolgling dieses Spiels, jeder Millionär, jeder Gewinnvertreter seine eigene und etwas andere Lieblingsphilosophie und -erklärung für seine Spieltriumphe hat: denn was tatsächlich zählte waren bestimmte Charaktereigenschaften und die individuelle Art und Weise, wie er sich die große Strömung persönlich zu Nutze machen konnte. Beides hat mit rationalen Ansätzen wenig zu tun. Es ist die psychische Passung zur jeweils wirksamen Geld-Kultur, was jemanden innerhalb des gerade gesetzten Spielszenarios erfolgreich macht. Wenn es eher archaisch skrupellos zugeht, dann gewinnt der Hemmungslosere, der sich nicht von moralischen Zweifeln bremsen lässt. Wo es eher berechnend und technisch zugeht, da gewinnt der kühle Stratege oder Programmierer. Wo es emotional-spontan zugeht, da wird der intuitiv Feinspürige größeren Gewinn machen. Und wenn es Korruptheit und Verantwortungslosigkeit braucht, dann wird derjenige sich finanziell durchsetzen, der sich an der Korruption am verantwortungslosesten beteiligen kann.

Nicht das Geld verdirbt den Charakter. Es ist der Charakter, also die Kultur, die die Bedeutung und Verwendung von Geld verderben.

Deshalb ist wenig damit zu erreichen, das aktuelle Finanzsystem zu ändern, wie diejenigen Finanzexperten vorschlagen, die seine Instabilität, seine Unnatürlichkeit und seine immanente Destruktivität erkannt haben. All diese Charakteristika inklusive ihrer Wirkmechanismen wie Zinseszins, privat gesteuerte Zentralbanken und Ponzi-Dynamik sind Ausdruck einer Geisteshaltung, einer Ideologie, eines Glaubenssystems, mentaler Richtlinien und Gewohnheiten, kurz: einer Kultur. Es ist richtig, dass das Spiel die Teilnehmer beeinflusst und formt, aber nichtsdestotrotz wird das Spiel von Spielern kreiert und aufrecht erhalten. Zu dem Spiel, das wir unser globales Geldsystem nennen, gehören die notwendige Inflation, der zyklische Währungszerfall, die Extremisierung von Verarmung und Hyperreichtum nicht nur als logische Konsequenz, sondern sie sind Intention und Ziel des Spiels selbst.

Denn es geht gar nicht um Geld – das ist frei erfindbar und stets nur Mittel zum Zweck – sondern um das Durchsetzen und Einüben von Haltungen und Überzeugungen dem eigenen Leben und der Gesellschaft gegenüber, die tief ins Existenzielle hinab reichen. Wer es schafft, die Menschen davon zu überzeugen, dass sie für Geld arbeiten, dass Geld alles möglich oder unmöglich macht, dass also das Geld die Entscheidungen trifft, dass man ohne Geld gar nicht leben kann, dass Geld der beste Ausdruck von Wertschätzung, Anerkennung und Status ist, der hat die Menschen geistig gefangen genommen und versklavt. Sie leben dann in einer Art Hypnose, die sie durch ihre Teilnahme nur immer wieder bestätigen und deshalb auch immer wieder bestätigt finden. Ihre Projektionen in die Bedeutung von Geld sind so festgelegt, fremdgesteuert und im Kollektiv verbreitet, dass sie sie nicht mehr als reine Vorstellung erkennen können, sondern sie als reale Gegebenheit, als eine Art natürliche Ordnung annehmen. So lässt sich die natürliche Empfindung für Sinnhaftigkeit von allem wahrhaft und unmittelbar Sinnhaften umlenken auf das künstliche Konstrukt „Geld“, das wiederum in der konkreten Welt des Wirtschaftlichen frei erfindbar, druckbar, manipulierbar und steuerbar ist von denjenigen, die es durchsetzen, dass ihr Geld das einzige Geld ist.

Wir müssen uns klar machen, was das bedeutet: es bedeutet, dass uns die „Geldmacher“ ihre Projektionen aufoktroyieren und damit ihre Wertvorstellungen, ihre Bedürfnisse und Ziele, ihre Glaubenssätze und Prinzipien und ihre Haltung allem Leben und Gesellschaftlichen gegenüber. Ein essentieller Teil dieser Prinzipien ist, dass die Spielteilnehmer – also wir – nichts davon wissen, wer das Geld kreiert und darüber vollkommen willkürlich bestimmt, dass sie nicht wissen, dass sie an keiner natürlichen Dynamik teilnehmen, sondern am erfundenen Spiel dieser Entitäten; dass sie dieses Spiel ablehnen könnten und dass diese Entitäten gegen sie sind und ihr Spiel kreiert haben, um uns bis in die Wurzeln der Menschlichkeit hinein zu stören. Wer daran zweifelt, der muss sich nur die Dominanz des Finanzsystems über alle Bereiche der Gesellschaft in den letzten hundert Jahren anschauen und wie sie Schritt für Schritt alles Geistige und Moralische aus unserer Kultur zersetzt und vertilgt hat. Wir werden weiter unten noch dazu kommen, wenn wir uns die Wirkung des Ponzi-Schemas anschauen.

Wer eine Alternative zu unserem seit über hundert Jahren gewohnten Geldsystem denken möchte, der muss eine andere Kultur denken. Diejenigen, die glauben, ein neues Geldsystem würde uns aus dieser umfassenden Misere erretten, sind nicht weit genug der Verursachungskette gefolgt. Nur insofern als ein anderes Geldsystem den Menschen andere Erfahrungen, dadurch eine andere Haltung und Denkweise und schließlich eine andere Souveränität der Selbstbestimmung ermöglicht, ist es als Träger einer kulturellen Veränderung sinnvoll. Der Träger des neuen Geldsystems kann jedoch nur eine neue geistige Haltung sein, die bereit ist, ein ganz neues „Spiel“ zu definieren.

Geld ist Ausdruck einer Beziehung

Geld ist ein Beziehungsphänomen. Ob wir es nun als Tauschmittel oder Bezahlmittel oder Wertspeicher für zukünftige Transaktionen betrachten, die Grundlage ist immer die Beziehung zwischen mindestens zwei Parteien. Diese zwei bzw. alle Teilnehmer müssen sich auf ein gemeinsam anerkanntes Geld als Tauschmittel einigen. Wie sie zu einer „Einigung“ kommen hängt von ihrer Beziehung ab. Ist es eine Beziehung der Gleichberechtigung, so wird gegenseitiges Vertrauen wichtig sein, denn wer Geld anstatt realer Werte hält, der muss sich darauf verlassen können, dass er es auch wieder gegen reale Werte eintauschen kann. Da Geld als Tauschmittel immer ein Versprechen (für spätere Tauschmöglichkeiten) ist, muss es eine Grundlage für Vertrauen in dieses Versprechen geben. Und diese Grundlage muss geldunabhängig sein.

Wenn die Beziehung der Spielteilnehmer untereinander jedoch nicht gleichberechtigt und „auf Augenhöhe“ ist, dann können einige Teilnehmer den anderen aufgrund einer mächtigeren Position ihr Geldsystem und damit ihr Spiel aufzwingen. Z.B. durch Androhung von existenzieller oder sozialer Bestrafung. Oder dadurch, dass sie kein anderes Tauschmittel zulassen. Dann beruht das Tauschmittel für alle primär nicht auf Vertrauen, sondern auf Zwang. Unser aktuelles Geldsystem ist so ein erzwungenes, aufoktroyiertes System, denn es bringt Bedingungen mit sich, auf die sich ein Mensch niemals freiwillig einlassen würde.

Dass wir es sekundär dann doch wieder mit einer Art Vertrauen zu tun haben, liegt daran, dass die Menschen sich an dieses System gewöhnt haben und es über genügend lange Zeiträume stabil und verlässlich erscheint. Das ist im Grunde aber nur ein Marketingeffekt, der dem System beigefügt wurde, um die Menschen zum folgsamen Mitmachen zu bewegen. Solange im alltäglichen Handeln eine gewisse Verlässlichkeit herrscht und hier und da auch mal einer gewinnen und sich überdurchschnittlich bereichern kann, bemerken die meisten Menschen nicht, dass das gesamte System von Anfang an so konstruiert wurde, dass letztlich nur die Spielbetreiber (die Geldhersteller und -verwalter) gewinnen und die teilnehmende Bevölkerung (99,9% der Menschen) stets verliert.

Die Menschen vertrauen also aktuell nicht wirklich dem Geld, sondern nur ihrer Alltagserfahrung mit diesem Geld, nämlich dass sie mit dem, was sie monatlich bekommen, irgendwie ihr Leben bestreiten können. Dem Geld können sie nicht vertrauen, weil es von Entitäten installiert wurde, die sie gar nicht kennen und die keinerlei Sicherheit für ihr Geld hinterlegt haben. Die Zeiten, in denen Geld (die Geldmenge) durch Gold, andere messbare Ressourcen oder Leistungsfähigkeit hinterlegt und damit kontrollierbar war, sind schon lange vorbei. Das, was wir „unser Geld“ nennen (Euro, Dollar und alle Währungen), ist von Privatbankiers bedrucktes Papier ohne jegliche Garantie. Diese Privatbankiers können damit tun und lassen, was sie möchten – z.B. so viel Geld drucken wie es ihnen beliebt, damit Politiker, Lobbyisten, Söldner, „gemeinnützige Organisationen“ und was auch immer bezahlen und somit steuern. Auch Richter, Anwälte, Gutachter, Berater, „Experten“ und Wissenschaftler sind empfänglich für besondere finanzielle Zuwendungen, für die sie dann die gewünschten Leistungen erbringen. Damit das nicht allzu schnell nach Korruption riecht und moralischen Juckreiz verursacht, werden diese Zuwendungen als „Gehalt“ oder Honorar bezeichnet.

Wer die gewünschten Leistungen nicht erbringt, der wird innerhalb des Kontrollsystems früher oder später aussortiert. Und je weiter man nach oben kommt in den Machthierarchien desto höher muss das „Gehalt“ ausfallen. Die Bedeutung des Geldes ist innerhalb dieses Machtsystems die einer Überwindungsprämie gegen Moral und Anstand: mit finanzieller Auspolsterung wird derjenige belohnt, der bereit ist, sein Gewissen und persönliches Verantwortungsgefühl dem System zu opfern. Somit wird unser Geld zum Antagonisten von Aufrichtigkeit, Menschlichkeit und geistiger Reife.

Ob das funktioniert? Es funktioniert zunächst nur mit einigen, die moralisch korrumpiert oder unterentwickelt genug sind, um auf diese Weise ihre Macht innerhalb des Systems auszuweiten. Mit der Zeit funktioniert es immer besser, weil integere Menschen von den Systemhörigen gar nicht mehr in einflussreiche Positionen gelassen werden. So bilden sich Machtzirkel durch die Auswahl Gleichgesinnter. Heutzutage funktioniert es wie geschmiert, weil es in den Schlüsselpositionen der vier Staatsgewalten so gut wie nur noch solche gibt, die das korrupte Spiel der Täuschung mitspielen wollen und unter keinen hemmenden Einflüssen von Moral oder Verantwortungsgefühl leiden.

Solange das Geld eines solchen Systems von Leistungsträgern und Händlern als Zahlungsmittel akzeptiert wird, funktioniert das im Ganzen. Was wir da tatsächlich mitmachen, wenn wir den Euro als Geld „akzeptieren“, muss jenseits unseres Horizontes liegen, denn sonst würde kein Mensch, der bei Verstand ist, sich darauf einlassen.

Den Beziehungscharakter von Geld zu sehen, fordert eine Erweiterung unseres Verständnisses, das über ein rein handlungsbezogenes und materielles Verständnis von Geld hinausgehen muss. Wenn Psychopathen ein Geldsystem kreieren, werden sie es als Mittel zum Zweck der Kontrolle, Manipulation und Unterdrückung anderer entwickeln, weil für sie eine andere Verwendung nicht denkbar ist. Für sie sind Geld und das Geldsystem eine Waffe gegen alles Gesunde und dazu gehören gleichberechtigte Beziehungen und moralische Leitprinzipien. Ihr Geldsystem wird stets Ausdruck von purem Materialismus sein. Die Möglichkeit, sich materiell zu bereichern und dadurch anderen überlegen machen zu können, ist ihre Projektion, mit der sie ihr erfundenes Geld „aufladen“. Wer auch immer an diesem Geldsystem teilnimmt setzt sich dem Sog dieses Materialismus aus, denn die Prinzipien und Regeln, nach denen dieses Geldspiel organisiert wird, sind von Anfang an materialistisch.

Die Idee, dass Geld sich selbst vermehren kann, ist eine der offenkundigsten Wunsch-Projektionen, die unser Geldsystem prägen. Wir erkennen daran, dass unser Geld einem biologischen Vorbild nachgebaut wurde, so dass es ein eigenständiges Leben inklusive Selbstvermehrung simuliert. Diese fantastische Konstruktion ist der Grund dafür, dass niemand so reich und mächtig ist wie die Besitzer von Banken, welche angeblich nichts anderes tun als frei erfundene, abstrakte „Werte“ alias Tauschmittel zu verteilen und zu verwalten. Sie profitieren dabei aber von einer (von ihnen selbst erfundenen) Spielregel, die da lautet, dass Geld sich, sobald es verliehen wird, vermehrt. Der Geldleiher muss stets mehr Geld zurückzahlen als er geliehen hat. Er muss dafür sorgen, dass sich das Geld, dass er sich geliehen hat, vermehrt – dazu zwingt ihn der Verleiher, weil wir nun einmal in einer Welt leben, in denen diejenigen, die das aktuelle Geldspiel erfunden haben, auch über das Geld verfügen und es nach eigenem Gutdünken herstellen können. Sie nennen die kleinen Verleih-Nachkommen ihres Geldes „Zinsen“. Auch diese kleinen Produkte der magischen Geldvermehrung sind immer schon gleich wieder zeugungs- und reproduktionsfähig, solange sie noch beim Schuldner verbucht sind, denn auch für sie muss er in diesem Geldspiel eine Vermehrung bewerkstelligen. Das nennen wir dann „Zinseszins“.

Wir müssen nicht lange nachgrübeln um einzusehen, dass dieses System einen dicken Makel hat: das Geld wird immer mehr und es gibt keine Kraft, die dieser Vermehrung entgegenwirkt so wie es in der Natur stets regulierende Kräfte und Grenzen gibt. Da so ein Geld eine freie Erfindung ist und der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind, kann es sich endlos vermehren ohne Rücksicht auf reale Gegen- und Tauschwerte. Dadurch verliert es natürlich an Wert – es sei denn, man unterfüttert es mit immer neuen Werten, nimmt also für das Fantasieprodukt immer wieder neue Hypotheken auf. Damit sind wir bei der teuflischen, destruktiven Dynamik einer großen Täuschung: dem

Ponzi-Schema

Das Ponzi-Schema ist ein Betrugssystem benannt nach dem bekannten, aber  sicherlich nicht ersten Betrüger Charles Ponzi, der sich die Fantasie der wunderbaren Geldvermehrung zu nutze machte, um Menschen zu immer höheren Einlagen zu verführen, weil er ihnen versprach, dass sie nach einiger Zeit mehr Geld zurückbekommen würden als sie eingezahlt haben – einfach so.

Die Sache ist leicht zu durchschauen, wenn man einmal verstanden hat, dass reale Werte sich nicht ohne Leistung und nicht ohne Risiko vermehren können. Aber die „Kunden“ (d.h. Opfer) von Ponzi-Betrügern werden an dieser Stelle von ihren kindlich-naiven Wunschträumen der wunderbaren Geldvermehrung ohne Anstrengung und ohne Risiko zu irrationalem Handeln verleitet. Sie sind letztlich nicht Opfer eines Betrügers, sondern ihrer Naivität, aus der heraus sie die Realitätsprüfung einer abstrakten Idee auslassen, weil sie gut klingt und scheinbar funktioniert.

Der Ponzi-Betrüger sammelt einfach Geld und zahlt einigen Menschen aus seinem Sammeltopf nach einiger Zeit mehr aus als sie ihm gegeben haben. Dieses Geld hat er aber anderen weggenommen. Damit diese nun auch wiederum mehr zurückbekommen können so wie diese ersten Gewinner, muss er immer neue und immer mehr Einzahler akquirieren. Dadurch entsteht eine Hierarchie der Umverteilung: einige wenige bekommen das Geld von vielen. Je früher man an dem System teilnimmt, von desto mehr Menschen bekommt man Geld – desto weiter ist man in dieser Pyramide also oben (der Erfinder eines solchen Systems natürlich mit Vorliebe an ihrer Spitze). Je später man jedoch teilnimmt, an desto mehr Menschen wird das eingezahlte Geld verteilt und man ist weiter unten in der Hierarchie.

Dieses auch als „Schneeballsystem“ bekannte Prinzip führt zu einer Situation, die für unser Verständnis unserer Geld-fixierten Kultur sehr wichtig ist: es müssen immer neue Teilnehmer und Einzahler gefunden werden, denn sobald es keine Einzahler mehr gibt, gehen die letzten leer aus. Denn hinter dem betrügerischen Versprechen von Wertvermehrung liegt nichts weiter als ein Umverteilungssystem.

Unser Geldsystem ist ein Ponzi-System. Die oben beschriebene systemimmanente Geldvermehrung zugunsten derer, die gar keine Werte schaffen, erzeugt im Kern eine typische Ponzi-Pyramide, in der die oberen durch den Zufluss von unteren „Teilnehmern“ immer reicher werden. Um an dem Spiel gewinnbringend teilzunehmen, muss man dafür sorgen, dass man mehr (Geld) bekommt als man Geld, Leistung oder Werte hineingesteckt hat. Dadurch bläht sich die Geldmenge immer mehr auf und muss als Ausgleich immer mehr reale Werte „akquirieren“, damit dieses erfundene Geld weiterhin als Tauschmittel funktioniert und nicht wertlos wird.

Und wie geht das? Indem man immer mehr reale Werte an Geld knüpft. Zunächst wird man die Arbeitskraft der Menschen ins System aufnehmen, indem man als Lohn für Arbeit nur noch das erfundene Ponzi-Geld zur Verfügung stellt. Jeder, der also für seine Arbeit entlohnt werden will, wird dadurch gezwungen an diesem System teilzunehmen. Natürlich muss die Entlohnung der Arbeit deutlich niedriger ausfallen als die Arbeit tatsächlich wert ist, und zwar desto niedriger, je weiter unten in der Ponzi-Pyramide jemand eingestuft ist. So werden echte Werte wie z.B. Leistung in die Pyramide eingespeist und nach oben weitergegeben.

Wenn also vor diesem Ponzi-System ein Handwerker mit seiner täglichen Arbeit seine Familie gut ernähren konnte, dann wird er nun im Ponzi-Schema mit der gleichen Arbeit nur noch so gerade eben seine Familie ernähren können. Der überschüssige Wert, der ihm dabei vorenthalten wird, wird an die oberen Ebenen im Ponzi-Schema verteilt.

Wenn man alle männlichen Arbeiter eingebunden hat, kommt das System irgendwann wieder an eine Grenze und würde zerfallen, es sei denn man bezieht neue Ressourcen mit ein, z.B. die Frauen. Plötzlich heißt es aus der Marketingabteilung des Ponzi-Apparates: „Frauen, emanzipiert euch, macht euch unabhängig und geht auch arbeiten!“ Damit kann man wieder ein paar Ponzi-Jahrzehnte überbrücken und das System füttern. Die nun ebenfalls am Ponzi-Schema teilnehmenden, d.h. einzahlenden und abhängigen Frauen sind vielleicht noch leichter zu verführen, zu gängeln und zu unterdrücken als die kämpferischen Männer, so dass man ihnen noch deutlich weniger für ihre Leistungen zurückgibt, also mehr davon im System nach oben leiten kann. Vielleicht, weil sie sich tief innerlich angesprochen fühlen von dem Versprechen, nun endlich in ihrer Kraft und Selbständigkeit gefördert zu werden? Oder vielleicht weil sie weniger geübt darin sind, sich politisch strategisch zu verbünden und unpersönliche Systeme zu durchschauen? Weil sie sich noch leichter und schneller auf unmittelbare, emotionale Beweggründe einlassen und nicht bemerken, vor wessen Karren sie damit gespannt werden?

Wie auch immer, wichtig ist, die immer neu – am besten lebenslänglich – einzahlenden unteren Ebenen in der Ponzi-Pyramide dumm und bei Laune zu halten. Sie dürfen die Strategie des Systems nicht durchschauen und müssen stets von der Hoffnung getrieben bleiben, „es später einmal besser zu haben“., aufzusteigen, „so wie ‚die da oben‘.“ Dass das für die meisten eine systemische Unmöglichkeit bleiben muss, muss ein Geheimnis bleiben.

Schließlich wird es immer schwieriger, die sich besser bildende, sich solidarisierende und an wachsenden Wohlstand gewohnte Bevölkerung im Hamsterrad der fruchtlosen Selbst-Investition zu halten. Was hilft den Ponzi-Profiteuren dann als nächstes? Auslagerung (‚Outsourcing‘) und Globalisierung: man lässt die Arbeit entweder woanders machen, wo die Menschen noch arm, ungebildet und lenkbarer sind, oder man holt sich Arbeitskräfte in den eigenen Wirtschaftsraum (so nennt man Länder und Nationen, wenn sie vom Geld-Ponzi-Schema vereinnahmt wurden). Saisonarbeitskräfte waren einmal Landsleute, dann wurden es Polen und Türken, dann Rumänen und schließlich Afrikaner und Syrer, die sich nicht einmal mehr die Mühe machen, ein wenig die Landessprache und Gepflogenheiten zu lernen. Dies muss so sein, denn Arbeitskraft muss immer billiger werden, d.h. die Menschen müssen immer mehr von sich ins System eingeben, um überhaupt noch ein wenig am Betrugs-Geld zu partizipieren, denn der größte Teil des von ihnen Eingegebenen wird dafür verwendet, andere zu versorgen, die weniger oder nichts dafür einzahlen möchten. Nur so kann der Schein der sich selbst vermehrenden Werte, des „Wirtschaftswachstums“ und der eigentümlichen Geldfortpflanzung aufrecht erhalten werden.

Der Aspekt der billigen Einbeziehung mittelloser Menschen in das Ponzi-Schema wird gern als Teil des „Sozialstaates“ verkauft. Wie bei allen Ponzi-Lügen ist auch hier das Gegenteil richtig: die soziale Fürsorge und Verantwortung werden untergraben und die Möglichkeiten einer moralischen Umverteilung vernichtet, weil es sich um ein Umverteilungs-System zugunsten der Faulen und Machtgierigen handelt, das gezwungenermaßen in die Sklaverei führen muss, weil man irgendwann unten in der Teilnehmer-Pyramide nur noch Leib und Leben investieren kann.

Die nächste Möglichkeit zur Schröpfung vom Verdienten ist die Einführung von Steuern. Steuern werden mit dem Argument gerechtfertigt, dass sie notwendig sind, um die Organisation der Gemeinschaft aufrecht zu erhalten und ihre Grundbedürfnisse und -anforderungen zu erfüllen. Dies ist jedoch nur eine weitere Marketinglüge der Ponzi-Staatssimulation, denn dafür würde ein Bruchteil dessen reichen, was wir heute an Steuern nach oben abgeben. Im Kaiserreich gab es 1893 zum Beispiel nur eine Einkommenssteuer von 4% und auch nur auf überdurchschnittlich hohe Einkommen. Und dieses System gehörte zu einem Wohlfahrtsstaat, von dem wir heute nur noch träumen können.

Wozu Steuern tatsächlich da sind, können wir am besten an der Mehrwertsteuer erkennen: sie bedeutet nichts anderes, als dass bei jedem Tauschgeschäft zwischen Menschen stets Geld nach oben in der Ponzi-Pyramide weiter geleitet werden muss. So bedeutet jede Transaktion mehr Geld für die oberen Ponzi-Ebenen. Daran erkennen wir, dass unser Geld nicht primär ein Tauschmittel ist, sondern in erster Linie ein Ponzi-Betrugsmittel, das bloß sekundär auch als Tauschmittel dargestellt und verwendet wird.

Der Unterschied zwischen Tauschmittel und Täuschmittel ist für den einfachen Spielteilnehmer nicht sofort zu erkennen. So genanntes „Schwarzgeld“ ist ein echtes Tauschmittel, und deshalb auch innerhalb des Ponzi-Systems strengstens verboten. Auch die Lohnsteuer beruht auf dem gleichen Bereicherungs-Prinzip, denn hier bezahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ebenfalls für jede Geldtransaktion.

Irgendwann muss jeder Handschlag zwischen Menschen Geld für das System generieren, d.h. förmlicher ausgedrückt „besteuert werden“ und diese Steuern müssen mit der Zeit immer höher ausfallen, weil innerhalb der Versorgungs-Pyramide immer mehr Teilnehmer ohne Leistungsbeitrag gefüttert werden müssen. Diese Menschen haben nur die Aufgabe, das Marketing dieses Betrugs aufrecht zu erhalten. Heute nennen wir diese Teilnehmer „Angestellte der Verwaltung“ oder „Regierungsmitarbeiter“: Millionen Menschen, die keine Mehrwerte schaffen, aber vom System so sehr profitieren, dass sie alles tun, um es und sich darin zu erhalten.

Die Eigendynamik des Betrugs fordert, dass immer mehr Menschen auf diese Weise bestochen werden müssen, um nicht nur mitzumachen, sondern das System zu verteidigen – gegen Aufdeckung, Aufklärung, Widerstand usw. Es ist wie mit jeder Lüge: um sie aufrecht zu halten, muss man immer neue und kompliziertere Lügen erfinden, um sie zu stützen. Daraus entsteht ein hoch fragiles System, dass sich immer weiter aufbläht und immer weiter ins Irreale und Absurde versteigert, um sich gegen die gesunden Kräfte der Wiederherstellung von Gleichgewicht zu wehren.

Wenn wir unsere begonnene Kette der Vereinnahmung ins Ponzi-Schema weiterführen wollen, nachdem wir sowohl die werteschaffenden Männer als auch die Frauen dafür vereinnahmt haben, dann müssen wir nun beginnen, die Werte der Menschen, ihre Freizeitaktivitäten, ihre Vorlieben und schließlich sogar ihre Grundbedürfnisse in unser Ponzi-Geldschema einzubinden. Denn es muss stets weiter wachsen, um nicht zu kollabieren. Wir lassen die Menschen also vermehrt Geld zahlen für Dinge, die vormals als Teil des kulturellen Lebens und der Gemeinschaft aus dem Pool des allgemeinen Wohlstandes bereitgestellt wurden. Das bisher (fast) kostenfreie Radio und Fernsehen fordert nun eine Gebühr – zunächst nur von Nutzern, irgendwann dann jedoch von allen. Jegliche Art von Vergnügen, Freizeitbeschäftigung oder Hobby sollte auch zunehmend teurer werden. Wichtig ist, dass die Menschen sich kaum noch bewegen können ohne dafür Geld wieder ins System abzugeben. Auch die Erfüllung von Grundbedürfnissen sollte Geld kosten. Die Zeit der kostenlosen öffentlichen Toiletten muss enden. Bitte werfen Sie zuerst 70 Cent ein.

Die Menschen wollen lieber gesund als krank sein? Wunderbar, dann lass sie uns chronisch kränklich oder krank machen und ihnen dann Behandlungen und Therapien gegen Geld anbieten. Die Medizin- und Pharmaindustrie ist mittlerweile eine der größten Industriezweige der Welt, was den Umsatz angeht. Auf diese Weise fließt wieder etwas mehr des erfundenen Geldes von unten nach oben. Auch der natürliche sexuelle Trieb sollte zu Geld gemacht werden. Nein, wir wollen ihn nicht abschaffen! Wir wollen ihn nur so kontrollieren, dass er unserem Ponzi-Schema dient. Wir müssen diese kostenlose Einrichtung der Natur umleiten in eine kostenpflichtige Dienstleistung. Wir sorgen dafür, dass die Menschen eher Sex-Bilder und -Videos konsumieren anstatt sich miteinander zu verabreden. Macht die Internet-Pornoindustrie nicht Hunderte von Millionen pro Jahr? Wieder Geld, das von unten nach oben unsere Pyramide füttert.

Bei der Verkopplung von Bedürfnissen und Werten mit Geld hilft auch das Prinzip der künstlichen Verknappung: man sorgt dafür, dass es immer schwieriger wird, natürliche und existenzielle Bedürfnisse zu erfüllen und kann dann den Preis dafür anheben. Wenn beständige Produkte, ehrliche Dienstleistungen, sauberes Trinkwasser, frische Luft oder sichere Wohngebiete immer seltener werden, dann ist das gut, weil es ihren Preis steigert. Also müssen die Menschen wieder mehr einzahlen. Es gab eine Zeit, da waren alle Lebensmittel mindestens so gut wie heutige „Bio-Produkte“, sie waren alle „bio“. Heute muss man dafür einen Aufpreis zahlen, weil schlechte, nährstoffarme, chemisch vergiftete Nahrungsmittel die Norm sind. Wer sich natürlich und gesund ernähren will, muss eben drauf zahlen.

Schließlich bringen wir den Gedanken ein, dass Zeit Geld ist. Denn durch die Erfordernis des Betrugs- und Umverteilungssystems, immer mehr Werte aufzunehmen, um immer mehr Nicht-Leister füttern zu können, kommen wir irgendwann an den Punkt, an dem wir gezwungen sind, Lebenszeit zu monetarisieren. Das bedeutet, dass man von nun an Geld gegen Zeit tauschen kann. Arbeitnehmer werden nicht mehr nach Leistung bezahlt, sondern nach der Zeit („Arbeitszeit“), die sie ihrem Arbeitgeber „zur Verfügung stellen“. Wer schneller bedient werden möchte, der kann gegen Aufpreis den schnelleren Service der „Fast Lane“ buchen. So kann man sich Zeit kaufen, wenn man das Geld dafür hat. Die Daumenregel „Wenig Zeit, viel Geld – wenig Geld, viel Zeit“ stimmt seit der Vergeldlichung von Zeit auch nicht mehr so ganz: die unteren Teilnehmer der Ponzi-Pyramide haben meist wenig Zeit und wenig Geld, während in den oberen Etagen Überfluss und Langeweile bis zur Sinnlosigkeit herrschen.

Wir erkennen, dass das Betrugsgeld eines solchen Betrugssystems ohne Ende darauf angewiesen ist, stetig durch mehr und neue reale Werte unterfüttert zu werden, denn nicht das an sich wertlose Geld selbst lockt ja die Menschen, sondern nur all das, gegen das sie dieses Geld eintauschen können. Je reicher sie werden, desto mehr müssen sie dafür sorgen, dass sie für ihr Geld auch noch etwas echt Werthaltiges kaufen können. Diese Dynamik ist der Grund dafür, dass ein Ponzi-System den unmittelbaren Zugang zu echten Werten und als Effekt davon schließlich die echten Werte selbst vernichtet.

Dadurch entsteht auch die Abwärtsspirale von stetig sinkender Qualität und dem frenetischen Versuch, diesen Verlust durch Quantität auszugleichen. Das „Ikea-Prinzip“ ist, immer billiger zu produzieren und durch aufwendiges Marketing dafür zu sorgen, dass die Menschen mit schlechteren Produkten, die sie selbst zusammenbasteln und nach drei Jahren ersetzen müssen, ganz besonders zufrieden sind. Ebenso ist in der Film- und Musikbranche sowie im Kunstbetrieb die schnelle Neuproduktion längst wichtiger als Originalität, Qualität und Aussagekraft, so dass Musik bereits von Computerprogrammen „komponiert“ werden kann, Filme nur noch wie Variationen des immer gleichen Mischmasch von flachen, vorhersehbaren Plots und Spezialeffekten wirken und „moderne Kunst“ nicht mehr von den Versuchen einer psychiatrischen Kunsttherapie zu unterscheiden ist. Letzteres gilt in gesteigerter, weil oft schreiend-reißerischer und pathologischerer Form für „moderne“ Tanz- und Theaterinszenierungen sowie für die Produktionen für den Buchmarkt. Wir werden darauf im nächsten Artikel noch genauer eingehen.

Wichtig ist zu erkennen, dass es einen direkten Bezug zwischen Geld und Mangel oder Hunger gibt: weil Geld keinen echten Wert widerspiegelt, macht auch mehr Geld nicht wirklich satt – weder physisch noch emotional noch intellektuell. Diese Abwärtsspirale der steigenden Quantität bei gleichzeitig wachsender Unzufriedenheit beschleunigt sich selbst und nimmt den Charakter einer Sucht an. Man bleibt stets nimmer-satt, weil man versucht, echte Werte durch symbolische Werte und Ersatzkonstrukte zu ersetzen. Das kann den Körper, den menschlichen Geist und die menschliche Seele niemals erfüllen – nur zeitweilig ablenken und betäuben.

Die zwei Wirkmechanismen des Ponzi-Systems

Damit sich die Betrugs-Pyramide nach oben hin immer weiter von den Werten anderer ernähren kann, müssen die Menschen in den unteren Teilen der Pyramide zu immer neuen und weiteren Investitionen motiviert und schließlich gezwungen werden. Die Motivierung läuft zunächst noch über das falsche Versprechen und die davon angesprochene falsche Hoffnung, dass jeder Gewinner sein kann, wenn er sich nur an die Spielregeln hält. Dass für jeden Gewinner mehrere andere verlieren müssen, wird geflissentlich verschwiegen und durch fantasievolle Ablenkungsmanöver verdeckt. Dies sind die zwei Schienen, auf denen ein Ponzi-System und ebenso unser bisheriges Geldsystem fahren: erstens das Umverteilen von unten nach oben, das in einem immer komplizierteren und undurchschaubareren Apparat versteckt werden muss, und zweitens das Marketing, das immer perfider und aggressiver, d.h. betrügerischer werden muss, damit die Menschen trotz der immer offensichtlicheren Ungerechtigkeit und Kluft zwischen Superreichen und Ausgeplünderten motiviert werden, teilzunehmen und einzuzahlen.

Beide Schienen beruhen auf dem Wunschdenken, etwas zu bekommen ohne dafür etwas leisten, geben oder ein Risiko eingehen zu müssen. Dieser Schlaraffenland-Traum, dass sich Materie aus dem Nichts von selbst vermehrt und man sich auf ein rein konsumierendes Dasein reduzieren kann, entspricht der Entwicklungsstufe des Säuglings: bedingungslos gefüttert werden einfach nur, weil man da ist. Diese Verkopplung sorgt dann für eine psychische Umkehrung zur Selbstbestätigung und Selbstversicherung: „Ich verbrauche, also bin ich.“ Die rücksichtlose Selbstbereicherung à la Ponzi benötigt wahrscheinlich einen existenziellen Selbstzweifel, um Geld und Konsum als Ersatz zu brauchen und diesen inneren Mangel zu überdecken.

Dieses Bedürfnis nach passivem Gefüttertwerden wird auf das Geld übertragen. Geld wird Träger einer Bedürfnisprojektion aus dem Säuglingsstadium. Damit wird das Geld bzw. das Geldsystem auch zum Gott gemacht: eine Entität, die aus absoluter Position (Alleingültigkeit), Macht (Kontrolle) und reinem Überfluss (Unbegrenztheit) geben und versorgen soll. In der Ponzi-Illusion sind wir „Kinder des Geldes“. Ein System, das von Menschen geschaffen wurde und auf Betrug und Täuschung beruht (etwas verspricht, das es nicht halten kann) und die Menschen so in Abhängigkeit und Blindheit (Unverständnis) gefangen hält, kann kaum anders als teuflisch genannt werden.

Innerhalb dieses Systems funktioniert Geld nicht auf der Basis von Vertrauen, wie oft behauptet wird, sondern auf der Abwesenheit von Misstrauen, Skepsis und Verständnis. Wir können auch sagen, es basiert auf Naivität, Gewohnheit und Manipulierbarkeit. Die Menschen nennen nur ihren Mangel an Misstrauen gerne „Vertrauen“, weil sie damit das gewohnte System leichter rechtfertigen können. Wie wenig Vertrauen wirklich da ist, wird sich in jedem Ponzi-System zeigen, sobald einer ruft: „Der Kaiser ist nackt!“ („Das Geld ist wertlos. Ihr zahlt für die Reichen mit. Und die letzten Einzahler gehen leer aus. Das System ist ungerecht.“), dann wird es von heute auf morgen zusammenbrechen und – wenn kein alternatives System bereit steht – zu Chaos und Verwirrung führen. Deshalb sind wir klug beraten, das System nicht von heute auf morgen abzuschaffen, sondern für einen kontrollierten Übergang zu sorgen. Andernfalls würden die Menschen aus purer Angst und Unsicherheit vor dem Neuen und Unbekannten am alten ungerechten System festhalten – was bis heute ja auch der Fall ist.

Sobald in diesem und unserem Geldsystem zu viele Teilnehmer bemerken, dass sie über den Tisch gezogen werden oder dass die wunderliche Geldvermehrung eine Trickbetrügerei ist und immer nur auf Kosten der Naiveren und Schwächeren möglich ist, muss das System zu Gewalt und Zwang übergehen, um sich am Leben zu erhalten. Spätestens dann muss es gemeinsame Sache mit der Justiz, der Regierung und der Presse machen, um nicht aufgedeckt und zerschlagen zu werden. Daher ist es klug, die Protagonisten dieser drei Staatsgewalten möglichst früh in die oberen, profitierenden Ebenen der Ponzi-Hierarchie einzubauen – damit sie mithelfen, das System zu verteidigen, wenn es den unteren Ebenen an den Kragen gehen muss. Also werden Faschismus und ein totalitärer Staat (oder eine Staatssimulation) notwendig, d.h. die Verschmelzung von Regierung, Wirtschaft, Justiz und Medien unter ein Machtmonopol.

Wir haben es also mit einem Schmarotzersystem zu tun, in dem sich der Schmarotzer zum Herrscher aufschwingen musste, um sich am Leben zu halten. Die Initiatoren und Nutznießer eines Ponzi-Schemas sind wie die Besitzer eines Kasinos: auch wenn hier und da mal ein Spieler Gewinn macht und dadurch eine werbewirksame Erfolgsgeschichte generiert – letztlich gewinnt immer der Besitzer und die getriebenen und hoffungsvollen Spieler verlieren. Die Besitzer sind in dieser Analogie wie auch in der Realität unseres Geldsystems die Besitzer der (Zentral-)Banken.

Durch das Ungleichgewicht von Geben und Nehmen jedoch ist dieses System so oder so zum Zerfall verurteilt und die Frage ist nur, wie viele reale Werte es „frisst“ für sein virtuelles Tauschmittel, also wie groß die Zerstörung ist, die es anrichtet bevor es an seiner eigenen Irrealität zusammenbricht.

Die Bagatellisierung dieser systemimmanenten Vernichtungs- und Abwärts-spirale als „Verschwörung“ ist so sinnvoll wie die Beschreibung eines Tornados als „ungünstige Wetterlage“. Es ist keineswegs so, dass dieses kranke Zerstörungssystem unentwegt von super-intelligenten Managern gesteuert werden müsste. Es handelt sich schlichtweg um eine sich selbst beschleunigende Dynamik, die sich aus der einmaligen Konstruktion des Systems als Folge ergibt und sich solange auswirkt, bis sie von einer anderen Kraft gestoppt wird – oder bis alles Zerstörbare zerstört ist. So wie ein Feuer, dass zunächst aus einer kleinen Kerze kommt, dann auf die Tischdecke übergeht, schließlich den ganzen Tisch ergreift und dann, wenn es den ganzen Raum in Flammen setzt, kaum noch zu stoppen ist bis das ganze Haus niedergebrannt ist. Ob der Übergang von der Kerze zur brennenden Tischdecke nun intentional war (eine „Verschwörung“), experimentell, aus Versehen oder durch eine Unzahl unglücklicher Zufälle, spielt für die Expansion des Feuers und damit der Zerstörung überhaupt keine Rolle mehr. Was eine Rolle spielt ist, ob eine Kraft auftaucht, die mächtig genug ist, die Dynamik der zerstörerischen Kraft zu stoppen und wieder in eine aufbauende Kraft umzukehren.

Was durch dieses über hundert Jahre alte Ponzi-Geldsystem, mit dem wir bis ins Jahr 2020 nun leben, zerstört wurde, sind moralische, menschliche und kulturelle Werte. Um dieses kranke und unnatürliche System aufrecht zu erhalten, haben wir Schritt für Schritt unseren Stolz, unsere Freiheit, unsere Selbstbestimmung, unsere Rechte, unsere Gefühlswelt, unseren Sinn für Individualität, Bedeutung und Lebenssinn, unseren Zugang zum Geistigen, unsere Zukunft und die unserer Kinder, schließlich sogar unsere Kinder selbst und unser Recht auf körperliche Unversehrtheit aufgegeben. Es bleibt uns nicht mehr viel übrig, womit wir das System noch weiter hätten füttern können. Unsere Kinder werden bereits hineingeboren in ein Ponzi-Schema, in dem sich alle und alles der Macht des Geldes unterwerfen müssen, weil es längst schon auch über Staats- und Waffengewalt verfügt.

Aus der pyramidenförmigen Hierarchie der Ausbeutung im Ponzi-System ergibt sich mit der Zeit ganz von selbst auch eine Psychologie der Unterwerfung, die heute so normal geworden ist. Sie ist nichts weiter als die Übertragung der bestehenden Spieldynamiken und -mechanismen auf das Denken und Fühlen der Teilnehmer. Es ist kaum zu verbergen, dass in so einem System in den oberen Ebenen die Spielregeln gemacht werden, die den darunterliegenden Ebenen rücksichtslos diktiert werden, und dass es oben um Selbstbereicherung und Machterhalt und weiter unten um Gehorsam, Anpassung und Anstrengung für das eigene Überleben geht.

Die Menschen erleben deshalb „den Staat“ oder „die Regierung“ als unerreichbare Autoritäten, denen sie ausgeliefert sind. Das sind sie auch, weil es kein Staat, sondern eine Mafiaorganisation nach Ponzi ist. In einem echten demokratischen Staat wäre das Volk der erste Souverän. In einem Mafiasystem gibt es den Paten und hierarchisch abgestufte verängstigte Mitläufer. Wir sind nicht Volk und Souverän, sondern Teilnehmer an einem (Geld-)Spiel, zu dem wir keine Alternative mehr denken können.

Ich vermute, dass diese immanente Ponzi-Macht-Psychologie auch der Grund dafür ist, warum es seit ein paar Jahrzehnten so „in“ ist, gegen Hierarchien zu sein. Besonders die jüngeren Generationen können offensichtlich nicht mehr unterscheiden zwischen falschen, unterdrückenden und sinnvollen, förderlichen Hierarchien. Sie kennen nur erstere, von der sie umgeben sind, und wollen nun alle Hierarchien abschaffen. Das kommt den Ponzi-Profiteuren übrigens auch wieder sehr entgegen, dass die jungen Menschen sich an irrigen Konzepten aufreiben und dabei nicht durchschauen, vom wem sie dabei sowohl intellektuell abgelenkt als auch emotional verunsichert werden. Sollen sie innerhalb ihrer Ponzi-Teilnehmerebene ruhig die Hierarchien abschaffen! Das macht sie alle umso leichter manipulier- und lenkbar – wie verlorene Schafe, die sich dem Hirtenhund verweigern, um dem Wolf zu folgen.

Das Ende des globalen Ponzi-Systems

Mit diesen ausführlichen Erläuterungen zur Ponzi-Logik und ihrer Effekte lässt sich das fatale, zum Scheitern verurteilte Geldsystem, in dem wir leben, auch ohne den Erklärungs-Joker einer Verschwörung und ohne die Personifizierung des Bösen verstehen. Es handelt sich um eine menschengeschaffene Dynamik, die auf einer wunschgetriebenen Illusion beruht und deshalb in der Realität nur mit immer größerem Betrugsaufwand aufrecht erhalten werden kann – und am Ende, wenn alle Ressourcen der Täuschung und Vertuschung aufgebraucht sind, zerplatzt.

Üblicherweise wird in so einem Endstadium, in dem es nicht mehr genug Einzahler ins System geben kann, ein Krieg angezettelt, der das System durch Angst, Terror und materielle Zerstörung für einen neuen Zyklus mit noch drakonischerer Versklavung „rettet“. Für die lokale Zurechtstutzung einer Bevölkerung eignen sich auch Bürgerkriege oder geheimdienstlich gesteuerter Terrorismus. Auch „unerwartete“ Wirtschaftskrisen haben sich bewährt. Wenn es global sein muss und man nicht allzu viel Material verbrauchen und zerstören will, gibt es neuerdings auch die Option, einen gefährlichen Virus zu erfinden, der dann als Allzweck-Begründung für alle möglichen Verknappungen, Beschneidungen, Schikanen und Umverteilungen dient. Wer Angst hat, lässt sich leichter steuern und verzichtet gerne auch auf Besitz, Rechte und Selbstbestimmung, die auf diese Weise an die oberen Teilnehmerebenen weitergegeben werden können.

Kombiniert mit solchen „Krisen“ oder auch für sich allein wirkend sind Reformen aller Art, insbesondere Währungsreformen zu empfehlen, um das vorhandene Geld zu entwerten und damit die Ponzi-Teilnehmer auf den unteren Rängen zu enteignen und wieder bei Null starten zu lassen. Wir erkennen hierin die kontrollgierige geopolitische Version von „Mensch ärgere dich nicht“. Vom realen Besitz geht in solchen „bedauernswerten Katastrophen“ stets eine große Menge in die Hände der Banken und ihrer Besitzer über.

Allerdings ist die letzte notwendige „Krisen-Intervention“ des globalen Ponzi-Managements offensichtlich nicht gelungen. Die Versuche, endlich den lang ersehnten großen dritten Weltkrieg ins Leben zu rufen, schlagen seit vier Jahren kläglich fehl. Irgendjemand, irgendeine Kraft hat sich wohl dem Erhalt des diabolischen Systems entgegengestellt und die Abwärtsspirale gestoppt. Das sind die größten und guten Nachrichten. Die weniger gute Nachricht ist, dass wir gezwungenermaßen eine lange Zeit des Wiederaufbaus vor uns haben, denn die Hypnose des Ponzi-Systems mit seinem Hoffnungs-Marketing und seiner völligen Werteverdrehung, muss langsam aufgelöst und in klares Denken, reale Wahrnehmung und gesunden Menschenverstand zurückgeführt werden. Die Köpfe der Menschen müssen wieder frei gemacht werden, reale Werte und die gesunde Hierarchie von Werten klar sehen zu können. Die Verbindung von Herz und Verstand muss wieder direkt, ohne den vermittelnden Umweg über ein Ponzi-Geld funktionieren.

Dann kann die natürliche und gesunde Beziehung zu Geld und zwischen Geld und realen Werten wiederhergestellt werden: als Tauschmittel muss es sich stets echten Werten unterordnen und statt dass die Menschen dem Geldsystem dienen, dient das Geldsystem wieder den Menschen.

Die Psychologie des Geldes

Wir haben nun gesehen, dass Geld eine Erfindung ist, dass es als Tauschmittel eine Vereinbarung darstellt, die auf einer bereits bestehenden Beziehung fußen muss, und dass es als abstraktes Konzept eine offene Projektionsfläche für alle möglichen Wünsche, Fantasien, Bedürfnisse und Motive darstellt.

Damit ist Geld primär ein psychologisches Phänomen.

Es lohnt sich, sich einmal die Zeit zu nehmen und sich bewusst zu machen, was Geld für einen persönlich symbolisiert, womit es persönlich „aufgeladen“ ist. Die üblichen Verdächtigen sind: Sicherheit, Reichtum, Fülle, Status, Macht, Potenz, Freiheit, Unabhängigkeit, Anerkennung, Zugehörigkeit, Stärke, Leistungsfähigkeit und Wohlstand. Der gefühlte Mangel an einem dieser Motive kann dazu führen, dass wir sie versuchen durch Geld zu erlangen, was ja zu einem gewissen Grade auch möglich ist. Allerdings ist es ja niemals das Geld selbst, das uns zufriedenstellt, sondern es stellt nur ein Mittel zum Zweck dar, es ist nur ein Zwischenschritt zum Eigentlichen. Doch es kann unsere Aufmerksamkeit so sehr fesseln und unsere Faszination so sehr binden, weil es im Gegensatz zu den inneren Motiven und Bedürfnissen auf rein materielle, handlungsbezogene Weise in der Außenwelt zu erlangen ist. Das ist einfacher und dadurch manchmal attraktiver als die Auseinandersetzung mit tatsächlichen inneren, oft schmerzhaften Beweggründen wie dem Mangel an Selbstsicherheit, Minderwertigkeitsgefühlen oder fehlender Selbstbestimmung.

Wenn wir in die Hypnose des Mediums „Geld“ geraten, schlichtweg weil es mit der Logik und den Mechaniken von Wirtschaft und Finanzmärkten einfacher zu haben ist, dann kann es passieren, dass es psychisch an die Stelle unserer eigentlichen Bedürfnisse und Wünsche tritt. Dann wird aus der Suche eine Sucht. Sucht lässt sich definieren als der unendliche weil vergebliche Versuch, ein Bedürfnis durch eine Ersatzbefriedigung zu stillen bzw. einen echten Mangel durch einen Ersatz zu betäuben.

Die Verständnisebenen von Geld

Um sich aus der Trance der irrationalen Projektionen zu lösen, ist es wichtig, Geld sowohl konkret als auch abstrakt zu verstehen und diese Ebenen stets in Verbindung sehen zu können. Unser konkretes Verstehen von Geld kommt durch unsere Erfahrungen damit. Unser abstraktes Verstehen ist nur durch das Erkennen der allgemeinen Gesetzmäßigkeiten, Prinzipien und Wirkmechanismen möglich, dafür müssen wir über die konkrete persönliche Erfahrung hinaus denken und vom Einzelfall abstrahieren.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht, wie das Phänomen „Geld“ auf unterschiedlichen Ebenen des Denkens gesehen und verstanden werden kann. Gleichzeitig stellt die Tabelle dar, wie sich das Verständnis von Geld Stufe um Stufe vom sinnlich-konkreten, kindlichen Verständnis zum abstrakt-umfassenden, prinzipiellen Verstehen entwickelt. Nur durch die Verbindung dieser Verständnisstufen miteinander, also dass wir sie aufeinander beziehen und im Zusammenhang miteinander sehen können, können wir das Phänomen „Geld“ ganzheitlich durchdringen.

Eine der Schwierigkeiten, die wir heute haben, ist, dass wir Geld überwiegend nur noch bis zur Ebene 3 (s. Tabelle) verstehen und deshalb – wie ein Kind – als gegebenes Faktum betrachten. Wir glauben, Geld käme aus Bankautomaten so wie Strom aus Steckdosen. Das ist nicht falsch, es ist nur eine sehr beschränkte Sicht. Wir lesen in der Zeitung von neuen „Rettungspaketen“ der Regierung für dieses oder jenes Unternehmen oder Land und vergessen dabei, dass die Regierung nur unser Geld verwaltet und dass die Rettungspakete für wen auch immer von uns bezahlt werden. Wir vergessen, dass Geld kein Besitz ist, sondern nur ein Schuldschein, also eine Bestätigung, dass irgendjemand uns noch etwas schuldet. Wer finanziell reich ist, hat eine Menge uneingelöste Versprechen gesammelt, ist also Gläubiger, der darauf angewiesen ist, dass irgendjemand ihm für seine Papiere auch reale Werte eintauscht.

Uns fehlt die höher abstrakte Einsicht, dass dieses Geld, mit dem wir täglich und so selbstverständlich wie mit einem festen, realen Wert umgehen, nichts weiter als eine temporäre Erfindung ist, die wir mitmachen. Deshalb fragen wir auch nicht, wer dieses Geld erfunden hat, mit welchen Motiven und zu welchem Zweck. Wir kommen auch nicht auf die Frage, ob man ein gerechteres, stabileres, moralisch gestütztes Geldsystem erfinden könnte, das für uns besser wäre als unser bekanntes.

All diese Fragen und Ideen können erst auf einer abstrakten Verständnisstufe auftauchen, auf der klar wird, dass Geld ein mentales Konstrukt und somit menschlichen Motiven, Vorlieben, Schwächen und Einseitigkeiten unterworfen ist. Wir glauben, dem Geldsystem als absolute Erscheinung unterworfen zu sein und kommen nicht auf die Idee, es zu ändern oder unsere natürliche Freiheit zu nutzen, bei dem derzeitigen Monopoly nicht mehr mitzuspielen.

Anders ausgedrückt: wir haben die Fähigkeit verloren, überhaupt über Geld nachzudenken. Damit also auch die Fähigkeit, einen enorm wichtigen und einflussreichen Teil unseres Zusammenlebens und Wirtschaftens zu gestalten und zu steuern. Dass diese Unfähigkeit ganz im Sinne eines Geldsystems zur Unterdrückung und Bereicherung einiger weniger ist, ist in den Erläuterungen zum Ponzi-Schema bereits deutlich geworden.

Unser erster Schritt, um aus der Abhängigkeit dieses unmoralischen Systems herauszukommen, ist es, es zu durchschauen, gerade auch in seinen verführerischen und attraktiven Aspekten. Der zweite Schritt ist es, sich ein besseres System vorzustellen. Wer in diese Gedanken und Überlegungen ganz anschaulich einsteigen möchte, der schaue sich den Film „Das Wunder von Wörgl“ von 2018 an. Die meisten zentralen Aspekte dieses Artikels hier werden darin zumindest angedeutet und sind sehr lebendig nachvollziehbar. Ich würde diesen Film vor allem für Jugendliche und für den Schulunterricht empfehlen. Er gibt reichlich Reflexions- und Diskussionsmaterial über die Welt in der wir leb(t)en. Die dazugehörige Doku „Der Geldmacher – Das Experiment des Michael Unterguggenberger“ ist mit kritischer Vorsicht zu genießen, da sie an den entscheidenden Stellen unvollständig und tendenziös bleibt. Sie stellt allerdings ein gutes Analyse-Objekt dar, an dem man sehen kann, wie die klassische Auseinandersetzung per These-Antithese-Synthese heutzutage auf allen offziell sanktionierten „Bildungskanälen“ ersetzt wird durch These-Thesenvariation-pluralistische Orientierungslosigkeit. Man kommt nur noch bis zum aussichtlosen Schulterzucken und zur lähmenden Richtungslosigkeit.

Wie die Dinge jetzt stehen wird es nicht nötig sein, gedanklich bei Null zu beginnen und sich ein Geldsystem auszudenken, dass sich moralischen Werten unterordnet. Das haben andere schon längst getan. Das Neue und Besondere wird sein, dass wir uns nicht bloß auf ein globales Geld- und Bankensystem einigen, sondern auf ein globales menschliches Wertesystem, dem sich jedes Geldsystem und damit auch alle nationalen Währungen unterordnen müssen. Das ist neu. Damit ein Geldsystem gesund, stabil und menschlich sein kann, muss ein höheres Wertesystem über ihm stehen. Anders ausgedrückt: Geld darf niemals an oberster Stelle stehen.

Die Aufgabe von uns als Teilnehmende des alten und eines schon an der Schwelle wartenden neuen Systems wird vielmehr darin liegen, uns selbst zu besinnen auf unsere eigene stimmige Wertehierarchie und uns von alten Irrtümern, Projektionen und kindlichem Wunschdenken zu lösen.

So wie das verlogene Ponzi-Geldsystem moralische Werte zersetzt hat, so kann ein gesundes Geldsystem auch helfen, moralische Werte wieder zu etablieren und in den gesellschaftlichen Vordergrund zu rücken. Wir werden sehen, dass Geld an sich gar keinen Wert hat und dass Geld nicht von Geld kommen kann. Dass alle echten Werte in uns liegen und wir nicht sie steigern können, sondern unsere Aufmerksamkeit und Wertschätzung für sie. Dass wir auf diese Weise wieder zu geistig geführten und nicht materiell verführten Wesen und Gemeinschaften werden können. Auch auf diesem Weg kann uns ein Geldsystem, das auf gesunden Prinzipien beruht, helfen.

Wir können uns darauf besinnen, dass Geld Ausdruck einer Beziehung ist, innerhalb derer wir ein Versprechen empfangen oder abgeben, und dass es nicht darum geht, das Geld zu retten, sondern eine Kultur, die verlässliche Beziehungen und dafür verlässliche Menschen fördert und fordert.

Wir können uns darauf besinnen, dass Geld nur ein Tauschmittel ist und uns fragen, was im Leben sich gegen was zu tauschen lohnt. Wir können uns daran erinnern, dass die schönsten und berührendsten Dinge des Lebens für Geld allein nicht zu haben sind, weil sie unmittelbar gegeben und empfangen werden müssen. Geld als Tauschmittel unterbricht diese Unmittelbarkeit und steht dem direkten Geben und Nehmen immer im Weg – deshalb schenken wir auch nicht so gerne Geld, sondern lieber etwas, das direkt Freude macht.

Wir können uns darauf besinnen, dass gültiges Geld eine Form von Energie ist, die sowohl für abwärts führende, demoralisierende, betäubende und destruktive Zwecke verbraucht als auch für erhebende, kultivierende und bildende Prozesse verwendet werden kann. Wenn Geld als ermöglichende Energie benutzt wird, um Wissen und Bildung, Möglichkeiten, Freiheiten, Linderung von Leiden, Ästhetisierung und Verschönerung unserer Umwelt zu vermehren, dann dient es einem höheren Zweck. Und wenn es um Geld geht, können wir erkennen, dass es der Zweck ist, der die Mittel heiligen kann.

Wenn wir diese Prinzipien verstanden haben, können wir all die Rumpelstilzchen, die gerne unsere Königskinder fressen wollen, durchschauen und uns jene Kunst wieder aneignen, die unserer wahren menschlichen, königlich-geistigen Natur entspricht, nämlich Geld in geistige Entwicklung und moralische Bildung, also in Kultur zu investieren, das heißt Stroh in Gold zu verwandeln.

Fortsetzung folgt (dann hier mit Link).

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Hermetische Verdummung und der Not-wendige Göttervater


Einleitung

Ursprünglich wollte ich in diesem fünften Teil der Artikel-Reihe über den psychologischen und kulturellen Einfluss von Geld sowie über die geistig lähmende Wirkung unserer heutigen sogenannten „akademischen Ausbildung“ schreiben. In den vorbereitenden Gedankengängen zu diesen beiden zentralen Problemen unserer Geisteskultur stellte ich jedoch fest, dass beide einen großen gemeinsamen Nenner haben, den ich sogar als die tiefere psychologische Ursache für beide betrachte.

Dieses psychologisch-kulturelle Grundproblem lässt sich zusammenfassen als die Unfähigkeit, konkretes und abstraktes Denken miteinander zu verbinden.

Also entschied ich mich, diesen fünften Teil über diesen spezifischen Mangel an Denkfähigkeit zu schreiben; darüber, was und wie es den gesunden und reifen Menschenverstand untergraben hat, um erst danach (in Teil 6) auf dieser Basis die beiden Probleme „Geld“ und „akademische Verbildung“ zu analysieren.

Ich bin der Überzeugung, dass diese Reihenfolge dem Zweck der Reihe und dem transformierenden gedanklichen Nachvollzug beim Leser besser dient, denn die tiefere psychologische und geistige Ursache hinter den Problemen ist wichtig zu erkennen, um sie richtig anpacken zu können und aus ihrem Verständnis und ihrer Überwindung einen Weg zu finden zur Entwicklung von  Verantwortungsfähigkeit und zu unserer Wesenskernkraft – mein Zielthema für diese Artikel-Reihe.

Mini-Vorschau: Geld und Bildung als Beispiele mentaler Abkopplung

In der Beziehung zu Geld zeigt sich in unserer Zeit vor allem der verheerende Mangel an Abstraktionsfähigkeit, der dazu führt, dass die meisten Menschen „Geld“ nur im Rahmen unmittelbarer konkreter Erfahrungen verstehen können, was dem Phänomen aber überhaupt nicht gerecht werden kann, da „Geld“ in seinem Wesen etwas Symbolisches, d.h. Abstraktes ist. Mit anderen Worten: die Menschen verstehen Geld nicht, solange sie es nur als etwas Konkret-Sinnliches betrachten. Sie verstehen deshalb auch das weltweit etablierte Geldsystem nicht, wie es funktioniert, warum es so funktioniert, und vor allem warum es auf Täuschung, Machtmissbrauch und Zerstörung von Werten beruht.

Wegen dieses allgemeinen Unverständnisses auch unter sogenannten Ökonomen und „Fachleuten“ war es bisher so leicht, unsere gesamte Gesellschaft über monetäre und finanzielle Steuerungen in den kulturellen, geistigen und menschlichen Abgrund zu führen und die Mechanismen gesellschaftlicher Entwicklung, Verbesserung und sogar des Selbsterhalts zu untergraben. Nicht Geld, sondern Angst regiert die Welt. Aber Geld hat die Regierungen übernommen, weil es als einzige Antwort auf alle Probleme und Angst gehandelt wurde. Um das zu verstehen, werden wir uns die psychologischen Wirkmechanismen ansehen müssen, die dem Geld eine so mächtige Rolle in unserem Denken und unserer Motivation zugewiesen haben. Das sind vor allem Bedürfnisse, die Geld symbolisch befriedigen soll. Dafür jedoch müssen wir eine Verbindung vom Konkreten („Geld“) zum Abstrakten (symbolische Bedeutung) herstellen können.

In Bezug auf „akademische Bildung“ finden wir den anderen Pol des in sich abgespaltenen Denkens vor: sogenannte Akademiker und „akademisch Gebildete“ sind auf einer abstrakten Ebene des Denkens gefangen, die sie nicht mit Konkretem, mit eigenen Erfahrungen und vor allem nicht mit ihrer unmittelbaren Wahrnehmung verbinden können. Ihre Fähigkeit, mit der Welt denkend in Beziehung zu treten, ist massiv gestört und unterentwickelt, weil sie darauf getrimmt wurden, abstrakte Informationen ohne Überprüfung zu speichern (also zu glauben) und als alleinige Basis ihres „wissenschaftlichen Denkens“ zu benutzen, ohne sie jemals mit eigenen Erfahrungen, Überprüfbarkeit oder auch nur Plausibilität in Verbindung zu bringen.

Nur noch das Denken in vorgefertigten und engen, dogmatischen Bahnen wird von den systemeigenen akademischen Institutionen als „wissenschaftlich“ anerkannt. Umgekehrt werden uns jedes Denken und sogar Informationen außerhalb dieses sanktionierten Kanons als „unwissenschaftlich“ verkauft.

Die meisten Menschen bemerken in diesem verlogenen Kauderwelsch nicht, dass sie es der Organisation nach mit einer mächtigen Kirche oder sogar Sekte zu tun haben, nicht aber mit Wissenschaft. Dass sich diese moderne Sekte so herrisch und pompös als „Wissenschaft“ bezeichnet und alle Andersdenkenden von ihrer Segnung durch Fördergelder und von Seligsprechungen durch die Konzern-Lobby ausschließt, ist ein Symptom der gewollten Sprach- und Denkverwirrung und der fortgeschrittenen Hörigkeit im Systemmarketing. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass ihr „Denken“ und ihr Weltbild bloß auf gelernten Meinungen und Glaubenssätzen beruhen, die keine Verbindung zur Realität und zur Realitätswahrnehmung mehr aufweisen.

Wir können also beruhigt feststellen, dass die große Masse der Menschen heute mindestens so fromm ist, als wie man es uns über unsere Vorfahren im „dunklen Mittelalter“ erzählt: man befolgt still und ergeben die Weisungen der „wissenschaftlichen Studien“, die Verkündungen der Journale und Empfehlungen der Institute, denn über dem eigenen Schicksal steht lenkend auch heute noch ein Gott – jenes Numinosum, das durch „Wissenschaftler“ und „Experten“ zu uns spricht. Wir wollen deren komplizierte „theologische“ Begründungen gar nicht nachvollziehen, es reicht uns, wenn sie uns sagen, was wir wie und wann tun sollen, damit wir Erlösung erlangen: eine maximal verlängerte Jugend, erhebende Konsum-Messen und Freiheit von jedem Gedanken an die Vergänglichkeit.

Mangel an Denkfähigkeiten

Wir haben es hier also mit zwei Arten von Dummheit zu tun: die naive Dummheit, die im dinglichen, konkretistischen, sinnlich-handlungsbezogenen Denken steckengeblieben ist, und die akademische Dummheit der Wasserköpfe, die in den Lüften von Konzepten und Ideologien schweben und den Bodenkontakt zur Wirklichkeit verloren haben.

Es dürfte schon aus diesen kurzen Andeutungen ersichtlich werden, dass diese beiden Formen unreifen und abgespaltenen Denkens nicht miteinander kommunizieren können und sich deshalb am liebsten gegenseitig ignorieren oder, wenn das nicht geht, sich gegenseitig abwerten und beschimpfen. Diese Trennung und Vermeidung ist nicht nur ein inner-gesellschaftliches, interpersonales Phänomen, sondern auch ein inner-psychisches, intrapersonales. Diese Form der Ignoranz und kognitiven Inkompetenz ist zu einer Grundstruktur unseres Zeitgeistes geworden und Ursache einer sehr umfänglichen Lähmung und Retardierung in allen Bereichen menschlicher Kultur. Vor allem macht sie Verantwortung als Fähigkeit höherer Intelligenz ganz unmöglich. Deshalb müssen wir uns dieses Mangels bewusst werden und Wege finden, unser Denken zu „reparieren“ und unsere Denkfähigkeiten zu kultivieren.

Natürlich gibt es viel mehr negative Folgen und Degenerationssymptome aus diesem zerbrochenen Denken als bloß das naive Unverständnis von Geld und die verkomplizierende Verblödung durch „akademische Bildung“. Aber diese beiden Aspekte sind die folgenreichsten Gebrechen unserer Gesellschaft und müssen in allererster Linie verarztet werden.

Des Weiteren wäre noch die vollkommene Degeneration der „Kunst“ zu nennen (die es heute nicht mehr gibt, wir haben stattdessen Kunstbetrieb und Kunstmarkt), zu der insbesondere die Architektur gehört, die den alltäglichsten Beitrag zur Zerstörung von Ästhetik und Schönheit liefert; dann die damit einhergehende infantile Konsummentalität, in der Quantität zu Billigpreisen alles und Qualität nichts mehr ist; außerdem die völlige Verklebung des natürlichen menschlichen Strebens nach Höherem und Metaphysischem durch das, was wir „materiellen Spiritualismus“ nennen können: den unersättlichen Konsum von sphärischen Versprechen, vegetativen Beruhigungs-Sentenzen auf dem Niveau „tiefsinniger“ Kalendersprüche und den entsprechenden To-do-Listen und Ratschlägen zur spirituellen Selbstbefriedigung; schließlich ist durch die Unfähigkeit, in Zusammenhängen zu denken, ein grundlegender Aspekt von Kultur zerstückelt, gelähmt und banalisiert worden: zwischenmenschliche Kommunikation.

In dem Maße wie Menschen nicht mehr denken können, können sie auch nicht mehr kommunizieren – oder besser: Kommunikation nicht mehr aktiv gestalten. Das ursprüngliche Gespräch und Miteinander-Reden ist nur noch Talk-Show. Was früher der Dialog war, ist nur noch Aneinanderreihung von Monologen und Meinungsverkäufen. Das Angebot bestimmt die Nachfrage. Denn wir haben auch da den Kontakt verloren: man sendet oder empfängt, aber ein Austausch findet kaum noch statt. Zumindest auf den öffentlichen Bühnen und den beliebten digitalen Plattformen wurde das Gespräch – also das Antworten, Eingehen und sich-Beziehen auf das Gesagte eines anderen, insbesondere eines Anders-Denkenden so gut wie abgeschafft.

Bildung, Wissenschaft, Kommunikation und öffentlicher Diskurs haben eines gemeinsam: all diese Aspekte von Gesellschaftskultur, menschlichem Zusammenwirken und Ausdruck wurden über hunderte von Jahren sukzessive dem Geiste des Kaufmanns und Marktschreiers unterworfen. Sie alle werden heute dominiert, bestimmt und vor allem begrenzt und deklassiert vom Geiste des Handelns und Tauschens, von der Logik der (Markt‑)Wirtschaft, von der Dynamik des Feilschens und Übervorteilens. Über allen noch so akademischen, ideellen oder „gemeinnützigen“ Institutionen steht immer das Gesetz des Geldes und des Profits – also der Selbstbereicherung.

Wir sind spätestens seit der Jahrtausendwende an dem Punkt angekommen, dass alle unsere Lebensbereiche von Finanzen und also auch von den finanzsteuernden Institutionen kontrolliert und gelenkt werden. Dass Regierungen und Länder kontrolliert werden von dem, der das Geld regiert, wissen wir seit dem bekannten Zitat von Herrn Rothschild, der es wissen musste, denn er gründete damit das funktionierende Monopol-Geschäftsmodell der Zentralbanken, die die Steuerung der Geopolitik und ihrer Darsteller aus den Hinterzimmern der Bankiers heraus übernahmen. Weniger bekannt ist, dass weltweit alle sogenannten „Nationen“ seit Ende des Zweiten Weltkrieges juristisch als Unternehmen geführt werden und damit alles Recht innerhalb und zwischen Ländern dem Handelsrecht unterliegt.

Die eigentliche Erkenntnis aus all dem, die den Kern unserer Überlegungen hier ausmacht, kann jedoch gar nicht genug betont werden in ihrer Wichtigkeit: die Lebensphilosophie der Menschen, unsere gesamte Kultur und ihr Zeitgeist werden beherrscht vom Kaufmanns-Geist.

Seitdem alle unsere Lebensbereiche von der Selbstbereicherungs- und Handelsmentalität der Bankiers, Wirte und Verkäufer regiert werden, scheint nun alles käuflich geworden zu sein. Für den Menschen im Betriebs-, oder Volkswirt-Modus ist klar: alles ist stets nur eine Frage des Geldes. Der Rest ist Marktplatzgewimmel, in dem sich Kunden und Anbieter misstrauisch um die Dominanz über die Preise streiten.

Das Problem ist jedoch nicht, dass wir heute alles in Käuflichkeits- und Handelszahlen umrechnen – also in der Essenz glauben: „Zeit ist Geld“ und unsere Lebenszeit als Tauschwährung betrachten – sondern das eigentlich verheerende geistige Übel unserer Zeit ist, dass wir blind geworden sind für das Nicht-Käufliche und für alle Werte ober- und außerhalb des Krämer-Horizontes. Wir interpretieren unsere essentiellen Bedürfnisse und unsere tiefgreifende Verzweiflung bloß als ungestillten materiellen Hunger. Deshalb stecken wir so tief in der Falle und drehen uns im Teufelskreis, den man in der Postmoderne „Hamsterrad“ nennt („Hamster“ sind produktiver).

Mit anderen Worten: Der ursprünglich spirituell oder psychisch gemeinte Zustand der „Hölle“ wurde gewinnbringend in den Wirtschaftskreislauf als „produktive Kraft“ mit eingebaut. O Gloria in excelsis diabolo: die Hölle (neusprachlich: „der Stress“) dient als Turbine für die Stromversorgung des Lebensbetriebes. Sinnhaftigkeit, geistige Werte und mühsam zu tradierende Kultur wurden „überbrückt“ und wegrationalisiert mit der unmittelbaren Kurzschluss-Logik der Arbeits-und-Konsum-Philosophie:

„Warum arbeitest du?“ – „Damit ich konsumieren kann.“ – „Warum konsumierst du?“ – „Um zu vergessen.“ – „Um was zu vergessen?“ – „Dass ich arbeite.“

Wenn wir verstehen, dass der Teufel oder das Böse die Abtrennung von Natur und Ganzheit ist, dann verstehen wir, warum diese Nicht-Kultur durch und durch des Teufels ist.

Einer der theoretischen Handelsvertreter dieser verdammt guten Idee nannte die Kraft für dieses Teufels-Hamsterrad vor 150 Jahren schon: „Das Kapital“. Was natürlich nicht gern verraten wird ist dies: in Wirklichkeit wird der ganze Marktplatz mitsamt allen Kunden und Unkundigen der Hölle unterstellt. Das heißt nichts anderes, als dass die Destruktivität über der sogenannten „Produktivität“ steht – erst in den Köpfen der Menschen, dann in den Herzen und schließlich als dämokratisch gewählte Regierung.

Diese stichwortartigen Hinweise sollen an dieser Stelle reichen als skizzenartige Zusammenfassung von 200 Jahren Abendland im Untergangsmodus.

Womit wir zum Schlüssel des Verständnisses dieses ganzen traurigen Phänomens kommen. Denn die Frage ist ja: Warum lassen wir uns überhaupt auf eine so systematische Zerstörung von Denkfähigkeit und damit von Kultur und Werten ein? Warum bauen wir so emsig und geradezu hypnotisch-begeistert Systeme und Strukturen, die ganz offensichtlich nur dazu dienen, menschliche Kultur, Errungenschaften und Kompetenzen zu vernichten? Die Antwort dürfte für die Leser der vorhergegangenen Teile dieser Artikel-Reihe ebenso so einfach wie naheliegend sein: weil man nur so Macht über andere weiter ausbauen kann. Alle oben aufgezählten Degenerationssymptome laufen auf den gleichen Vorteil für die Kontroll-Elite hinaus: sie ermöglichen es, die Menschen bis ins letzte Detail zu kontrollieren und zu steuern. Daran erkennen wir, dass dahinter Intention, Wille und Systematik stecken und nicht Zufall, Versehen oder Pech.

Umgekehrt erkennen wir auch, dass Kultur, Bildung und die Fähigkeit zu realistischem Denken Antagonisten und Gegengewichte gegen den krankhaften Drang nach immer mehr Macht und Kontrolle sind. Während letzteres nur aus Angst und Minderwertigkeitsgefühlen kommen kann, so entwickeln sich die genannten Antagonisten aus der Überwindung von Angst und innerer Lähmung durch Auseinandersetzung und Entwicklung zu höherer Intelligenz. Diese führt uns dann auch zu Verantwortungsfähigkeit.

Die angedeuteten Degenerationen sind also nicht versehentliche Ausrutscher einer ansonsten sich entwickelnden und geistig wachen und wachsenden westlichen Welt, sondern gewollte Ergebnisse derjenigen Kräfte, die Macht und Kontrolle über alles andere stellen – und damit letztlich nur Leben zerstören. Ihre Machtgier und materielle Selbstaufplusterung aus Angst treiben sie schrankenlos an, bis wir alle untergehen würden. Intelligent ist das nicht. Es ist jedoch durch und durch merkurisch.

Der merkurische Geist

Wir betreten hier mit diesen Themen die Hoheitsgebiete von Merkur, der latinisierten Version von Hermes, dem Götterboten, der auch als „Schutzgott der Händler und Diebe“ verehrt wurde. Fast jeder weiß aus Erfahrung, dass diese beiden Berufszweige verwirrend nah beieinander liegen und sich nicht selten miteinander mischen oder sich doch zumindest zum Verwechseln ähneln können. Das liegt daran, dass beide Professionen ganz besonders fokussiert sind auf Geld, das deshalb auch zum Herrschaftsgebiet des Hermes-Geistes fällt. Denn Geld ist auf dem Marktplatz zunächst das Idiom des Tausches und hat seinen Platz und Wert erst einmal nur als Mittler zwischen Werten, quasi als künstliche Übersetzungssprache im Wertetausch. Und alles Sprachliche, Übersetzende und Mitteilende gehört zu Hermes, der als Bote der Götter selbst der Gott der Kommunikation ist.

Mit Göttern kann der moderne Mensch nicht viel anfangen, daher sollten wir hier einschieben, dass damit geistig–psychische Prinzipien und Kräfte gemeint sind. Die „Welt der Götter“ ist die innere Welt des Menschen, aus der heraus ihn Kräfte steuern. Unsere Vorfahren – in dem Falle insbesondere die der griechischen Hochkultur – waren so klug, die Prinzipien, Dynamiken und Aspekte der menschlichen Psyche in Form von Mythen, Figuren und Geschichten darzustellen, statt wie wir es heute kläglich versuchen, mit pseudo-wissenschaftlichen Begriffen aus der Verhaltenskunde (genannt „Psychologie“), der mechanischen Physiologie und der phantastischen Neuro-Irgendwas. Während wir uns nämlich heute in immer mehr Detailwissen in immer mehr isolierten Forschungszweigen verlieren, aus dem wir weder ein Gesamtbild synthetisieren noch den Bezug zu uns selbst jemals wieder herstellen könnten, war unseren Vorvätern in Zeiten von Hochkulturen bewusst, dass Wissen über uns selbst und unser Potenzial als Menschen vor allem emotional, zusammenhängend, intuitiv-eingängig und deshalb bildlich-sinnlich vermittelt werden muss. Denn nur so können wir daraus Bedeutung herstellen, die nur durch individuellen persönlichen Bezug entstehen kann. Heute haben wir massenweise Psychologen aller Couleur, die überhaupt keinen Bezug zwischen ihrem Wissen und sich selbst herstellen können. Mit anderen Worten: ihre „wissenschaftlichen“ Informationssammlungen sind im wahrsten Sine des Wortes bedeutungslos.

Wer es aber versteht, Götter (Prinzipien) zu erkennen, dessen Geist kann in umfassenderem, ganzheitlichem Bewusstsein wachsen, weil er – neuropsychologisch gesprochen – mit beiden Gehirnhälften versteht, vor allem eben auch mit der synthetisierenden, erfahrungsnahen rechten Gehirn-Hemisphäre. Wer in übergeordneten Prinzipien betrachten und denken kann, der kann Emotionen auf emotionale Weise, den Geist auf geistige (geisteswissenschaftliche) Weise, somit den Menschen auf menschliche Weise und das heißt, menschliche Intelligenz auf intelligente Weise verstehen. Wir sehen daran bereits, wie wichtig Sprache und Symbolik sind, denn sie bestimmen und entwickeln oder begrenzen unser Denken.

Auch diese Aspekte – Sprache, Symbole und Denken – gehören zum übergeordneten Prinzip „Merkur“.  Interessant ist, dass in diesen mythologischen Betrachtungsweisen die enge Verbindung von Handeln, Kommunikation und Betrug enthalten ist. Wer Handel betreibt – egal mit was – kommuniziert: wörtlich durch das Zusammen-Kommen für Tausch. Im übertragenen Sinne mit und über Sprache. Und wer kommuniziert, der hat die einzigartige Möglichkeit, zu lügen, also zu betrügen, zu fälschen, zu verzerren und zu vertuschen. Lügen können wir nur mental. Der Körper und spontane Gefühle lügen nicht. Warum nicht? Weil sie nicht sprechen. In ihnen sind Form, Wesen und spontane Geste noch ungetrennt eins und übertragen sich durch direkte Wirkung auf andere.

Dieses unmittelbare Wirken nennen wir in gewisser intellektueller Fahrlässigkeit ebenfalls „Kommunikation“ und staunen dann, dass sogar Pflanzen, Bäume und sogar Moleküle, Elektronen und andere bildgegebene Erfindungen „miteinander sprechen“. Sogar über tausende von Kilometer hinweg. So „kommunizieren“ einige dann auch mit „den Toten“, mit „höheren Geistern“ oder anderen Projektionen des Geistes. Irrtum. Gegenseitiges Einwirken und Aufeinander-Reagieren sind etwas anderes als Sprache. Erstere sind unmittelbar, während Sprache immer die Vermittlung durch (intentionale!) Kodierung, Übertragung und Dekodierung fordert. Sprache ist Ausdruck des Geistes und immer ein doppelter Akt der Übersetzung. Deshalb ist auch die Sprache die Quelle aller Missverständnisse. Ohne Sprache gibt es kein Missverständnis, weil es dann Kodierung, Dekodierung und Verstehen gar nicht gibt.

Richtig aber ist, dass das Einwirken von einem auf ein anderes, jedes In-Resonanz-Gehen und Sich-aufeinander-Einstimmen Vorbedingung und Grundlage von Kommunikation per Sprache sind. Wir werden darauf zurückkommen, wenn wir später noch erläutern, dass „Sprache“, also Worte und Sätze ohne Resonanz eben keine Kommunikation mehr sind, so wie Mehl, Wasser und Feuer auch keine Brot ergeben, wenn man das Mehl ins Feuer wirft und dann das Wasser darüber kippt.

Nun verstehen wir auch, warum jener „Kommunikationsexperte“, der mit ironischen Anleitungen zum Glücklichsein verhelfen wollte, daneben lag als er uns einredete, niemand könne niemals nicht kommunizieren. Der Mann glaubte hoffentlich nicht wirklich, was er da als Axiom aufstellte und tatsächlich zu einem Fluch machte – den bis heute Abertausende von Psychologen, Coaches und Seminarleiter für Führungskräfte nachbeten müssen – denn er hätte dann nie mehr still auf einer Parkbank sitzen können, ohne dabei gleichzeitig permanenter Sprecher zu sein. Wenn tatsächlich schon das schlichte Dasein, jede Bewegung oder Geste „Kommunikation“ wären, dann würden wir in einer endlosen Flut von Gerede und Gequassel untergehen. Und gleichzeitig dazu verbannt sein, endlos Zuhörer, Empfänger und Publikum zu sein dafür. Sicher ein eingängiges Bild für die moderne reale Hölle der Endlos-Beschallung und Informierung, aber zum Glück kein natürlicher Zustand. Man sieht, die „Axiome“ übereilter Intellekte führen von luziferischer Selbstverliebtheit direkt in die Hölle, wenn man sie ernst nimmt.

Hiermit sei also die falsche Beschwörung des voreiligen Geistes vom Hohen Pfahl  nach 40 Jahren wieder aufgehoben: Sei beruhigt, Du kannst auch nicht kommunizieren! Und wir kommunizieren sogar noch viel weniger als uns gut täte. Und wenn schon das allererste seiner „Axiome“ so daneben ist, dann können wir davon ausgehen, dass die vier folgenden auch nicht viel taugen – außer zum schärfen unseres eigenen kritischen Denkens. Dazu seien sie empfohlen.

Denn nur dadurch können wir der typisch merkurischen Falle entkommen, Gesagtes oder Bebildertes für bare Münze zu nehmen und unser Gehirn mit Glauben zu verstopfen, den wir dann „Wissen“ nennen, der aber Denken und Wahrnehmung massiv blockiert.

Eine weitere Figur dieser geglaubten Illusionswelt ist Madame Marie Curie, von der wir schon als Kinder glauben sollten, es hätte sie wirklich gegeben. Sie ist eine kuriose Phantasmagorie, eine „Mär Curie“, durch welche uns Mercurius, (engl. ‚mercury‘) zublinzelt und zu verstehen gibt: „Wenn du nicht aufpasst, haue ich dich an jeder Ecke übers Ohr und ziehe dich dann über den Tisch wie es mir gefällt.

Die Köpfe, die sich diese ganzen Erfindungen und Geschichten ausdenken, die wir glauben sollen, mögen damit bestimmte dunkle Zwecke verfolgen oder auch nicht – was uns hier interessieren soll, sind nicht die Pläne hinter den Machenschaften, sondern der Geist dahinter, der all diese Machenschaften hervorbringt, lenkt und sie dann auf die Empfänger und Mitläufer so machtvoll hypnotisch wirken lässt.

Ich will in diesem Punkt ganz ausführlich sein, um klar zu machen, was die Archäologen menschlicher Verschwörungspyramiden vor lauter Empörung und Ausgrabungsstolz übersehen: nämlich wer oder was sich denn bitte gegen wen verschwört. Wir können diese Pyramiden immer weiter nach oben nachzeichnen – oder immer tiefer „in den Kaninchenbau kriechen“, wenn wir uns wie Alice im wunden Land vorkommen – aber irgendwo ist das Ende der Fahnenstange dann einmal erreicht und nachdem wir den Chef vom Chef vom Chef, den Obersten von den Obersten der Obersten bis zum 33. Grade oder weiter nachverfolgt haben, müssen wir uns fragen: wer steuert das Gehirn oder die Gehirne an der Spitze? Wer diktiert denn dem Diktator? Wer vermauerte das Gehirn des Freimaurers?

Die wenigen Informations-Pfadfinder und Sammler von Geheimstakten, die es tatsächlich in akribischer Kleinstarbeit geschafft haben, den Faden der Befehlsketten versteckter Machenschaften bis zum Allerobersten zurückzuverfolgen, sind dort meistens so erschöpft, oder so sehr eingenommen von der Idee des Erzbösewichts, dass ihnen diese Frage gar nicht mehr kommt. Und dann purzeln sie ins Kindlich-Religiöse so wie berüchtigte Quantenphysiker, die die Grenze ihrer Phantasie bereits für den Saum der Metaphysik halten, und stammeln etwas von „Satan“, „Dämonen aus anderen Dimensionen“ oder dem „Bösen aus vorsintflutlichen Zeiten“. Damit sind sie, deren Zweifel nie beruhigt ist und deren Suchgetriebe nicht still steht, plötzlich zufrieden und fertig.

Der Sprung ins Geistige aber gelingt ihnen nicht. Wer den ganzen Weg nur auf den journalistischen Pfaden von Informationsbrocken, Geheimdienstdokumenten und unterdrückten wissenschaftlichen Enthüllungen gegangen ist, der scheint am Ende dieses Pfades Schwierigkeiten zu haben, geistiges Verständnis zu entwickeln. Als ob Quantität an Enthüllungen und Unglaublichkeiten die Qualität verbindender und lösender Erkenntnis ersetzen könnte! Da hat man endlich den Erzschurken wie in einem Jugendbuch oder Hollywood-Thriller dingfest gemacht, der zwar nach wie vor unbekannt und gesichtslos ist, jedoch seine obersten Spuren in wohl „jesuitischen“ Clubs hinterlassen hat – also schlichtweg die „Inkarnation des Bösen“.

Was das denn sei, bleibt offen beziehungsweise dem kindlichen Selbstverständnis überlassen: „Na, das Böse eben!“. Hätte er Platon gelesen, würde er sich vielleicht erinnern, dass niemand so unfrei ist wie der Diktator oder Tyrann, der das ganze Volk unterdrückt, denn er ist vollkommen seinen Trieben, Ängsten und Zwängen unterworfen. Der Oberste in der Diktatur ist der am meisten Gefangene und Eingesperrte: er verkörpert das Prinzip von Versklavung und Unterwerfung in Reinform. Nur so kann er es anderen überstülpen, denn er kennt nichts anderes und kommt nicht in die Gefahr lästigen und schwächenden Zweifels oder hemmender Empathie. Von wem oder was aber wird der Tyrann tyrannisiert?

Jetzt können wir mit den Griechen am besten antworten: von den Göttern. Der oberste Puppenspieler unter den Menschen selbst ist Marionette der Götter, also der mechanischen, unsterblichen Triebkräfte der menschlichen Psyche. Er ist nicht frei, sondern der Unfreiste in seinem extraprojizierten und extrapolierten Machtsystem. Solche Tröpfe kommen nicht in die Hölle, sie sind dort die ganze Zeit schon. Was ist die „Hölle“ für unser besseres modernes Verstehen? Dante hat’s uns vor 600 Jahren schon verraten: der Ort (Zustand) in uns, an dem es keine Hoffnung gibt (wieder hinauszukommen).

Das Macht- und Kontrollsystem, das ich in den vorhergegangenen Teilen dieser Artikel-Reihe skizziert habe, ist ein Konstrukt der Hoffnungslosigkeit und der Vergeblichkeit, die Angst machen und dann jenes Monstrum von Weltherrschaftssystem aufbauen, das nichts als Angst und Betäubung kennt. Was aber auch immer damit angestrebt wird, es ist nichts als ein Rauschen im Wind.

Und der Wind, die Luft, ist das Element jenes kleinen Gottes mit den Flügeln an seinen Knöcheln, dessen Aufgabe es ist, Botschaften, Geschenke und Tauschwaren abzuholen, zu transportieren und zu überbringen. Mit diesem Gott geht alles gut wie mit allen anderen Göttern auch, solange er von den anderen göttlichen Prinzipien begrenzt und im Gleichgewicht gehalten wird. Der vorwitzige und schelmische Hermes muss vom überblickenden, väterlich-fürsorglichen Zeus, dem Vorsitzenden im Olymp, in seine Grenzen gewiesen werden, sonst wird er so übermütig wie übermächtig. Wenn das Prinzip von Kommunikation, schlauem Handel und spitzbübischer Cleverness Überhand nimmt und von höherer Ethik nicht mehr kontrolliert und kultiviert wird, dann plustert es sich immer weiter auf in egozentrischem Selbstbezug mithilfe betrügerischer Wortverdrehungen, listigem Betrug und linkem Handel.

Die Herrschaft der kleinen Geister

Wenn das Prinzip „Hermes“ herrscht, dann herrschen die Botschafter und nicht die Könige. Dann bestimmen die Vermittler und Händler, was wann wie gesagt und übermittelt wird und berauschen sich zunehmend an der Macht, die sie dadurch über alles bekommen, solange kein anderes Prinzip einschreitet und sie hemmt. Diese Hermes-Geister im Gewand des Unternehmers, Kaufmanns, Beraters und Vertreters – neuerdings auch des Journalisten und Politikers – wollen nicht, dass du denkst, sondern dass du kaufst. Sie kommen mit Produkten, Versicherungen, Abonnements, Unterschriften-Aktionen, Ideen, ideologisch geprüften Meinungen und Empfehlungen, die du annehmen und bezahlen sollst.

Sie alle sind in erster Linie Fußsoldaten im Marketing, genannt „Kommunikationsexperten“, d.h. also Schauspieler im Namen des besseren Verkaufs. Sie lieben die Hypnose und die Abrichtung der Menschen auf berechenbare Reiz-Reaktionen, damit sie im Wirtschaftsrad kontrolliert mitlaufen. Wir sehen das heute daran, dass eine Mehrheit der Menschen in unserem Lande nicht nur auf bestimmte Ideen, sondern bereits auf einzelne Worte mit einem konditionierten mentalen Reflex reagieren, der jegliches Denken und Nachdenken kurzschließt.

Das funktioniert mit einer Verkopplung von Worten und fixen Ideen mit emotionalen und moralischen Reizen bei einer solchen Beschleunigung der „Informierung“, dass keine Zeit zur Reflexion bleibt. Du hast die Idee „gekauft“, die du kaufen sollst, wenn du Ideen und Statements für richtig oder falsch hältst ohne es begründen zu können und ohne zu wissen, woher und warum du diese Meinung hast. Du hältst etwas für deine „eigene Meinung“, weil du dir nichts anderes mehr vorstellen und denken kannst. Das ist Gedankensteuerung in Perfektion: die Menschen identifizieren sich mit fremden, falschen und schädlichen Ideen so sehr, dass jeder andere Gedanke sich für sie wie ein Identitätsverlust anfühlt und damit existenziell bedrohlich wirkt. Ja, die Menschen haben Angst vor Gedanken und Ideen, die nicht offiziell und medial legitimiert sind. Und vom wem bekommen wir diese Identität? Von den Hermes-Darstellern auf den öffentlichen Bühnen.

Dies dürfte heutzutage die Normalität im „politischen Denken“ beschreiben. Menschen reagieren auf nicht-marketing-konforme Ideen und Gedanken mit kindischen Emotionen wie Empörung, Angst, Trotz, Schock, Wut und Überforderung und bemerken gar nicht, dass sie hypnotisiert und konditioniert wurden. Sie sagen: „So denke ich“ und wissen nicht, was „denken“ bedeutet. Aber sie sind laut und selbstgefällig mit „ihren Meinungen“ und gehen dann „frei“ wählen und demonstrieren. Hermes lacht sich ins Fäustchen, wenn er sieht, wie die Menschen „freiwillig“ genau das tun und sagen, was er ihnen eingeflüstert hat. Niemand ist so sehr Sklave, wie der Sklave, der glaubt er sei frei.

Die „Marketingexperten“ wollen dabei aber nicht, dass du zufrieden bist, denn zufriedene Menschen kaufen nicht viel und geben ihr Geld nicht gern her. Du sollst nur vorübergehend ruhig gestellt sein, doch immer unerfüllt und hungrig sein. Deshalb verkaufen sie lieber Versprechen als echte Werte.

Sie bleiben Kleingeister, auch wenn sie sich die Verantwortlichen von Ländern und Institutionen durch deren Unachtsamkeit, allzu großes Vertrauen oder Bestechlichkeit zu Marionetten ihrer Launen und Agenden machen. Und die Welt, die sie dann schaffen, bleibt kleingeistig, phantasielos, unreif und instabil. Was sind denn auch Boten, die keine neuen königlichen Botschaften mehr empfangen, sondern nur alte Botschaften immer neu manipulieren, entstellen und auftischen? Lauter Iagos ohne Othellos, die nur zerstören können, was höhere Geister aufbauten. Aber Othello muss seine Lektion erst noch lernen, um nicht nur ein heldenhafter, sondern auch ein edler, verantwortungsvoller Geist zu werden. Vorher fällt er in seiner Naivität auf den Dienstboten Iago herein, also auf die Aspekte von Hermes, die negativ und giftig wirken, wenn sie nicht gesehen und kontrolliert werden.

Eine weitere typische Eigenschaft für einen übersteigerten Hermes-Geist ist seine Tendenz zur Verkomplizierung. Er sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht und Menschen, die unter diesem „Verzettelungs-Syndrom“ leiden, verlangen häufig nach möglichst komplizierten Erklärungen und wollen einfache Zusammenhänge und Vogelperspektiven nicht gelten lassen: „Das ist doch viel zu einfach! Die Sache ist viel komplexer!“. Das liegt daran, dass ihnen die Fähigkeit des Überblicks und des vernetzenden Denkens fehlt. Ihr Verstehen beruht auf einzelnen Puzzlestücken von Insel-Wissen und Schubladen-Erklärungen, die untereinander nicht verbunden sind. Ihre Ansichten sind fragmentiert und sie brauchen die permanente Verkomplizierung, um ihr eigenes Unverständnis und ihre Überforderung rechtfertigen zu können. Sie brillieren gern mit Nischen-Wissen und müssen dabei verdecken, dass sie nichts verstehen. Dafür bräuchte es die verbindende und überschauende Fähigkeiten von „Zeus“.

Zeus und der kriminelle Hermes

Zeus weiß, dass er Hermes nie ganz trauen kann und deshalb hat er ein wachsames Auge auf ihn. Wenn uns Menschen aber der Zugang zu der jovialen Kraft des Götterherrschers – dem integrierenden, verantwortungstragenden Bewusstsein – verloren geht, dann übernimmt der Dienstbote den Thron unserer Psyche und wir werden blind dafür, wie unmoralisch, kurzsichtig und vor allem verantwortungslos diese jugendlichste aller (Götter‑) Kräfte ist. Und so wurde unsere Kultur, die eine Hermes-, also eine Kommunikations- bzw. Botenkultur wurde – jugendlich, leichtsinnig und verantwortungslos. „Kommunikation ist alles“ ist sein Motto und damit ist er der Schutzgott der Berater und Marketingexperten, die seit Jahrzehnten mit gestylten Präsentationen durch die ganze Welt jetten, die höchsten Honorare verlangen und meistens spurlos verschwunden sind, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen oder Konsequenzen mit zu tragen.

An dieser Stelle lohnt sich ein Gedankenexperiment, das für einige meiner Leser sicher mehr als nur ein Gedankenexperiment ist. Was würde passieren, wenn dieser hinterlistige, doppelzüngige Iago mithilfe seiner skrupellosen Schlitzohr-Freunde nicht nur Othello hinters Licht führt und Desdemona umbringen lässt, sondern wenn er dann auch Präsident des mächtigsten Landes der Welt werden würde? Dann kann so ein aalglatter, telegener Maskenspieler mit samtiger Stimme ein ganzes Volk verführen und seinen speziellen Freunden geheim und dienstlich alle Türen in der Welt öffnen, an die ihre Machtgelüste heran wollen. Und während er sich von seinen Komplizen Nobelpreise überreichen und sich medial als Traumpräsident inszenieren lässt, kann er im Hintergrund massenweise Kriege anzetteln, mit brutaler Gewalt Menschen unterdrücken und töten lassen und seinem Volk Schritt für Schritt seine Rechte, seine Freiheiten, sein Geld und seine Sicherheiten entziehen. Dabei lächelt er stets und verspricht den Himmel auf Erden.

Die schwierige Lektion für das weltweite Jubelvolk ist dann eine doppelte: erstens die Erkenntnis, dass Satan (der Erzbetrüger) strahlend lächeln kann und das beste Marketing beherrscht, dass also der äußere Schein das Gegenteil von der Realität sein kann; und zweitens, dass sie sich völlig haben täuschen und blenden lassen, sich schwarz für weiß verkaufen ließen, blind mithalfen, Kultur und Menschlichkeit zu zerstören – von der gesunden Lebensgrundlage und den Traumatisierungen der Kinder gar nicht zu sprechen – und es also mit der eigenen Intelligenz, Aufgewecktheit und selbsternannten Spiritualität doch nicht allzu weiter her sein kann. Ja, erwachsen werden ist anstrengend und steinig.

Wenn Othello nicht aufwacht – erschüttert vom eigenen verblendeten Mord an seinem wahren Wesen (dem Des-Dämonischen) –, wenn also der große Vater Zeus nicht für Ordnung sorgt, interpretiert der Hermes-Geist sein Motto („Kommunikation ist alles“) gerne zu seinen Gunsten um: „Schein ist alles!“. Denn seine raffinierten Betrügereien funktionieren eine Zeit lang mit allen und alle Zeit lang mit einigen. Betört von seiner Macht, die Einfältigen, Naiven und Gutgläubigen an der Nase herumführen, ihnen seine virtuelle Realität verkaufen und sie zu strebsamen Sklaven machen zu können, die sich für frei halten, baut er seinen Sommernachtstraum immer weiter aus. In Oberons Abwesenheit und Unaufmerksamkeit stellt er sich seine Legitimationen nach Belieben und ohne jede Ethik außer der der puren Selbstbefriedigung selbst aus. „Es ist doch nur ein Spiel“, denkt er sich und manipuliert die Sprache wie ein Lehrling, dem langweilig wurde. Dann bekommt er aber Kinder, die nehmen das Spiel schon ernster, und dann Enkelkinder, die kennen nichts anderes mehr und machen das Spiel zu einer Sache um Leben und Tod. Dann kippt das Ganze in die Dystopie und rast dem Untergang entgegen.

Wenn die Moral ersetzt ist durch das Gesetz der Selbstwert-Aufblähung, dann kann man sich auch eine Welt der erfundenen Werte und Illusionen schaffen, in denen psychologische und kosmische Gesetzmäßigkeiten (scheinbar) nicht mehr gelten. Dann kann man auch Geld „erfinden“ und als „Wert“ bezeichnen.

Für den Hermes-Geist ist die ganze Welt nichts weiter als ein Basar, auf dem es nur darum geht, die anderen mehr und besser zu übertölpeln als jeder andere. Sobald der Wettlauf von Betrug und Schlitzohrigkeit einmal eröffnet ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Kultur langwierig aufgebauten Vertrauens vernichtet ist und jeder gegen jeden agiert. Dann gibt’s aber leider keine „Ordo ab chao“, wie sich der selbstverliebte Zauberlehrling einredet,  sondern nur Chaos bis zum Untergang. Irgendwann muss Papa Zeus also wiederkommen, den Laden aufräumen und alles wieder richtig herum aufstellen. Dann sitzt der Hermes-Junge weinend in der Ecke und versteht nicht, warum seine berauschende selbsterfundene Welt niemals so gut funktioniert wie die des Meisters, der es versteht, alle Götterkräfte untereinander in Balance zu halten.

Die Götter also sind es, die die Menschen beherrschen und wer das nicht einsehen kann oder möchte, der muss im Drama des Weltgeschehens verzweifeln, weil er seinen Glauben an „die Menschheit“ angesichts der Grausamkeit auf der einen und der unsäglichen Naivität auf der anderen Seite nicht aufrecht halten kann. Es gehört zum ausweglosen Drama dazu, dass der Mensch versucht, eine eigene Lösung zu finden und damit in die Hybris verfällt, in sein eigenes Schicksal eingreifen zu können. Nur wer den Göttern wieder Raum und Wirklichkeit zusprechen kann, der betritt das Feld der Tragödie, in denen der Held entsteht: derjenige, der sein Schicksal besteht statt es zu bekämpfen.

Die jesuitischen, ganz geheim dienstlichen oder freimaurerischen Gaukler, die uns mit ihrer Bilderwelt zwar nicht überzeugen, aber hypnotisieren können und uns die göttliche Erde mit computeranimierten „Beweisen“ als Billardkugel verkaufen wollen, sind also die am meisten Betrogenen von allen. Der Geist des Hermes, in seiner luziferisch giftigsten, dumpf-materialistischsten, nämlich der satanischen Variante, hat sie selbst an seinen Fäden komplett in die Irre geführt. Sie hatten nichts als Illusionen und so bleibt am Ende, in der sicheren Desillusionierung, nichts von ihnen übrig als ein Häufchen Elend: kranke, degenerierte, angstvolle Kinder, denen leuchtende Symbole und adrenoider Größenwahn in die Hände fielen, welche sie geistig und körperlich ausbrannten und zerstörten.

Die Reintegration der Hermes-Kraft

Wofür das herzzerreißende Spektakel und das unzählige Leid? Vielleicht damit die Menschen lernen, mit Hermes, dem Feuer des Geistes und Ekstase umzugehen, den Versuchungen der bequemen Illusionswelten bewusst zu entsagen und den Kräften des Zeus: Großherzigkeit, Fürsorglichkeit und Väterlichkeit wieder mehr Wertschätzung entgegen zu bringen. Und große Lektionen brauchen große Erschütterungen. So kann sichergestellt werden, dass der Wellenschlag der Lernerfahrung sich über Generationen ausbreitet und daraus eine (neue) Kultur entsteht, die das Gelernte weiter transportiert und dem Wesen des Menschen – in jedem einzelnen – das Wissen über das Niedere, Falsche und Schädliche seelisch tief genug eingraviert. So kommen wir Menschen schließlich dazu, im Zusammenleben mehr Raum für höheres Potenzial schaffen zu wollen.

Diesen großen Bogen über die Welt der Götter – der psychischen Kräfte – mussten wir machen, um die Verbindung zwischen dem äußeren Geschehen in der Welt und uns selbst herstellen zu können. Es macht einen essentiellen Unterschied, ob wir uns „bösen Menschen“ und ihren Machenschaften gegenüber sehen oder psychischen Kräften, die Teil des Menschen und also auch von uns sind. Die geistige Lösung des Desasters, in dem wir uns kulturell und psychisch befinden, besteht nicht wie die praktische, politische, psychologische oder technische Lösung darin, einzugreifen und die tausend Knoten einzeln aufzudröseln, sondern darin, sich daraus zu lösen. Nur aus dem erhöhten Abstand zur Sache, aus dem heraus wir sie freischwebend überblicken können und gleichzeitig uns selbst darin noch involviert sehen können, können wir die Verstrickungen lösen, die uns ins Unglück hineingezogen haben. 

Wir müssen erst den Kopf über Wasser bekommen, bevor wir uns freischwimmen können. Ansonsten werden wir im Eifer der Lösungssuche die gleichen Fehler wieder machen und im ungeduldigen Herumzerren an unseren Fesseln die Knoten nur noch enger zuziehen. Wir müssen erst sehen, was wie passiert ist und wie es uns involviert hat, bevor wir handeln. Wir müssen erst verstehen, wie und warum wir so sehr verstrickt waren in Betrug und Irrtum, bevor wir uns aufs Podium neuer Aufklärungen stellen.

Leider geschieht dieser schweigsame und geduldige Schritt viel seltener als das Aufschwingen auf Auskunftsposten sobald sich einige neue Informationen oder auch nur tiefer bohrende Zweifel bemerkbar gemacht haben. Die wenigsten ahnen, wie tief der Kaninchenbau ist und sie schalten sich live aus der Dunkelheit bevor sie ganz durch sind. Durch den Kaninchenbau durch bist du, Alice, wenn du wieder und neu bei dir selbst angekommen bist. Solange du noch erstaunt, empört oder besorgt über „all das Böse da draußen“ bist, bist du noch im Wunderland hinter den Spiegeln.

Eine der Haupteigenschaften von Hermes alias Mercurius sind Ungeduld, Voreiligkeit und intellektuelle Oberflächlichkeit. Er ist immer in Bewegung und mag nicht gerne rasten und tiefer blicken. Eine Idee, ein Gedanke, ein Informationsbrocken reichen schon, den Rest fügt er geschwind und unreflektiert aus seiner Phantasie und Assoziationen hinzu. Das Internet, in dem man sich von Information zu Information im Sekundentakt bewegt, ist sein Element. Was gibt es Oberflächlicheres als einfach nur auf den Fluten von Informationen zu „surfen“? Der Wind der eigenen Geschwindigkeit ist berauschender als die tiefen Bewegungen unter dem gewichtlosen Brett, auf dem man sich bloß oben halten muss. Und man kommt beim Surfen immer dort wieder an, wo man angefangen hat. „In Bewegung sein ist das Ziel“, spricht der post-modern verdrehte Taoist und überholt sich selbst bevor er jemals bei sich ankommt. Es fordert eine Menge Reife, mit der Technik, die wir heute haben, konstruktiv umgehen zu können. Für die meisten ist sie erstmal das, was ein Hightech-Labor für eine Horde Affen wäre: ein gefährlicher Spielplatz zur Selbstvernichtung.

Wenn wir uns im Folgenden also der Reparatur des Denkens zuwenden, dann müssen wir ein scharfes und waches Auge auf den inneren Hermes haben, der zappelig und unruhig schon gleich woanders hin denken und aus seinen Assoziationen alles besser wissen möchte. Der ungeübte, das heißt verzogene und falsch verwöhnte ADHS-Geist möchte Quantität und Entertainment, aber bitte keine Tiefe oder Selbsterkenntnis! Das „Affen-Denken“ (monkey mind), wie die Buddhisten es wohl nennen, hüpft gern von Ast zu Ast und beklagt sich am Abend darüber, dass es keine Ruhe, keine (Kon-) Zentrierung und keinen Frieden findet.

Wir werden Hermes nicht allem mit dem Hermes-Geist verstehen und schon gar nicht wird diese jugendlich-ungestüme und selbstverliebte Kraft sich selbst Lehrer sein können. Ihn zu entwickeln braucht die Fähigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen (lat. inter-legere), um das geistige Bindegewebe zu begreifen, das aus Informationen Sinn macht. Der entsteht durch Selbstbezug. Wer also richtig zwischen den Zeilen liest, liest sich selbst mit.

Stufen des Denkens

Unser Denken entwickelt sich in unserer Kindheit und Jugend aus unseren sinnlichen Erfahrungen. Das, was wir Denken nennen, ist die Abstraktion von konkreten Erlebnissen und Sinneseindrücken mithilfe von Symbolen und Begriffen.

Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen Stufen der Abstraktion, die sich – von unten nach oben – aus einander, d.h. eine Stufe aus der vorherigen entwickeln.

Damit ist diese Tabelle einerseits ein Modell für die Ontogenese des Denkens wie sie bei jedem Menschen stattfinden kann, wenn sie nicht gestört wird, und andererseits eine Landkarte der vollständigen, ganzheitlichen und erwachsenen Denkfähigkeit vom ganz Konkreten zum hoch Abstrakten. Wir haben es hier mit einer organischen Entfaltung zu tun. Dieses Verständnis ist wichtig für die Reparatur des gesunden Denkens, denn das Denken entsteht nicht aus dem Denken (was absurd wäre) und auch nicht aus dem luftleeren Raum oder einer nebulösen „kognitiven Dimension“, sondern aus der abstrahierenden Verarbeitung von Körpererfahrungen und Sinneseindrücken.

Deshalb sind unmittelbare Erfahrungen über den Körper die Grundlage der Denkfähigkeiten. Vielfältige und differenzierte Körpererfahrungen wie z.B. durch das Kinderspiel in der (wilden) Natur und mit anderen Kindern zusammen, legen die Grundlage für flexibles, offenes und differenzierendes Denken. Das Training von körperlicher Ausdauer befähigt zu ausdauerndem Denken. Das Training von intentionaler, zielgerichteter Bewegung wie z.B. beim Turnen oder Tanzen und das sich-Üben an Herausforderungen wie z.B. beim Sport, ermöglichen zielgerichtetes, konsequentes und problemlösendes Denken. Die Ausbildung der Feinmotorik wie z.B. beim Balancieren auf einem Baumstamm, bei Hüpfspielen, im Ballett oder beim Spielen eines Instrumentes, legt die Grundlage für feinsinniges, emotional angebundenes und kritisches (i.S.v. auseinander haltendes) Denken. Und körperlich bildende Gruppen-Erfahrungen wie z.B. Gruppentänze und Teamsports bereiten den Boden für soziales, umsichtiges und systemisches Denken.

Diese Liste könnte man bis ins Endlose verfeinern, denn jede Qualität des Denkens wie Konzentration, Stringenz, Logik, Kohärenz, Plausibilität, Analysefähigkeit, Vernetzung, Flexibilität, Emotionalität, Moralität usw. lassen sich auf die entsprechenden körperlichen Erfahrungen und Fähigkeiten als ihre Vorbedingungen zurückführen.

Für die Unterstützung dieser Entwicklungsdynamik der Entfaltung aus der körperlichen Ebene sind zwei Aspekte maßgebend: zum einen die Tatsache, dass im Verlauf der natürlichen Entwicklung jede Qualität und Fähigkeit ihr optimales Zeitfenster hat, in dem sie gelernt und integriert werden können. Was in diesem Zeitfenster gelernt wird – ob nun konstruktiv fördernd oder destruktiv hemmend – ist fest in der Psyche gespeichert und kann später, außerhalb des natürlichen Lern-Zeitfensters – nur noch mit großem Aufwand und nur unter ganz bestimmten Bedingungen umgelernt werden. Dies ist der Grund, warum Menschen im Allgemeinen ihr Leben lang in den Denk- und Verhaltensmustern feststecken, die sie etwa bis zu ihrem achten Lebensjahr – manche früher, manche später – entwickelt haben.

Die zweite Grundregel ist, dass sich aus einer positiven, unterstützenden körperlichen Lernerfahrung die entsprechende Denk- und Abstraktionsfähigkeit so gut wie von selbst entfaltet. „So gut wie“ bedeutet: es braucht auch dafür natürlich bestätigenden, fördernden Einfluss, zumindest Spiegelung und Bejahung, aber es braucht eben keine „Denkschule“, keinen „Unterricht im besseren Denken oder Abstrahieren“.

Die Schlussfolgerungen aus dem bis hierher Angedeuteten sind also:

  • Für die Entwicklung des Denkens sind die vielfältigen und herausfordernden körperlichen Erfahrungen der Kindheit (bis zum 6. Lebensjahr vor allem) die wichtigste Grundlage.
  • Die „Reparatur“ des Denkens zu offenem, kritischem und konstruktivem Reflektieren und Hinterfragen geschieht über die Lösung von hemmenden, verletzenden oder verwirrenden Erfahrungen, die den Abstraktionsprozess in der Entwicklung (des Kindes oder Jugendlichen) gestoppt haben. D.h. durch die Verarbeitung ungelöster Entwicklungstraumata, was nicht dramatischer klingen soll als es ist: es geht um jegliche entwicklungshemmende Erfahrung.
  • Die gesunde und vollständige Verbindung zwischen Körpererfahrung und Denken wird durch das Fühlen, also durch die emotionale Verarbeitung von Erfahrungen hergestellt. Nur so können wir sowohl Erfahrungen als auch Gedanken eine Bedeutung geben. Bedeutung entsteht nur durch emotionalen und persönlichen Bezug. Ohne diese emotionale Verbindungsebene bleiben Gedanken und Reflexionen und sogar eigene Erinnerungen, egal wie „richtig“ und „gut“ sie sind, bedeutungslos und desintegriert. Extremstes Beispiel dafür sind traumatisierte Menschen, die die schrecklichsten eigenen Erfahrungen erzählen können als würden sie die Sportnachrichten vom letzten Jahr vorlesen – vollkommen unbeteiligt, d.h. abgespalten.
  • Es lohnt sich nicht, viel Aufwand und Energie in „Denkunterricht“ zu stecken, denn die wirkende Blockade des Denkens liegt auf der körperlichen und/oder emotionalen Ebene. Solange dieser „Stress“ im Körper nicht aufgelöst ist, kann das Denken nicht gesund werden. Umgekehrt wird es ganz von selbst gesund und intelligent, wenn das Nervensystem in einem gut regulierten Gleichgewicht ist. Über die pädagogischen Konsequenzen aus dieser Erkenntnis könnte man mindestens ein ganzes Buch schreiben. Bildlich zusammengefasst: ein Spaziergang im Wald und ein persönliches Gespräch über eigene Erfahrungen sind wirksamer zur Widerherstellung der Denkfähigkeiten als jeglicher Unterricht es sein könnte.
  • Wichtigstes Ziel der Entwicklung gesunden Denkens ist die Verbindung von konkretem und abstraktem Denken. Damit also auch die Verbindung von konkreter Wahrnehmung mit abstrakter Symbolisierung, Versprachlichung und Repräsentation (Induktion). Beginnend mit eindeutiger und differenzierter Verbindung von Worten und Bedeutungen wächst sie durch die konsequente Trennung von Fantasie und Realität und schließlich durch die Übung darin, konkretes Neues aus abstrakten Gedanken und Ideen ableiten und wirksam einsetzen zu können (Deduktion).

Die Abkopplung von der Realität

Um zu verstehen, was mit „Denken“ eigentlich gemeint ist, können wir den Begriff „Sprache“ stattdessen einsetzen. Denken ist inneres Sprechen bzw. Sprechen mit sich selbst. Sprache ist die Symbolisierung von Erfahrungen und das Bindeglied zwischen konkreter Handlung und „abstrakter Handlung“ im Kopf. Sprache bedient sich Worten, aber sie ist mehr als die Verkettung von Worten, denn diese kann auch imitiert werden. Ein Papagei kann Wörter nachsprechen, aber er spricht nicht mit ihnen. Diese Unterscheidung bringt uns auf den zweiten Blick zu der Erkenntnis, dass es auch unter Menschen sehr viele Beispiele für Papageien-Sprache gibt: sie benutzen Wörter, aber sie sprechen nicht. Das Kuriosum beim bunten Vogel ist eine Pathologie beim Menschen: die Abkopplung von Lauten (Wörtern) von Begriffen und die Abkopplung von Begriffen von konkreten Bedeutungen.

Die Fähigkeit des Menschen, Worte zu benutzen ohne damit eine bestimmte und konkrete Erfahrung auszudrücken, ermöglicht es uns, unser Denken von der physischen Realität abzukoppeln. Wir nennen das dann Phantasie, Imagination oder Erfindung. Wenn wir jedoch die Kontrolle über die Abkopplung (und Wieder-Ankopplung) verlieren, dann entsteht dadurch ein pathologischer Zustand chronischer Abstraktion, in der das wichtigste Korrektiv verloren geht: die Realitätsprüfung.

Kinder haben diese Fähigkeit bis zum 6 Lebensjahr meist noch so gut erhalten, dass sie ganz selbstverständlich zwischen Spiel und Realität oder zwischen Märchen und realer Geschichte unterscheiden können. Diese Fähigkeit wurde jedoch bei vielen im Laufe ihrer späteren Kindheit und Jugend korrumpiert, indem sie lernen mussten, dass Symbole und Phantasiefiguren keinen Wert hätten, weil sie irreal und damit bedeutungslos seien und dass aber gleichzeitig Ideologien und Meinungen, die gegen jede Erfahrung sprechen, Maßstab und Grundlage für Identität sind.

Wie im Artikel über das Phänomen „Links“ schon erläutert, wird so das Persönliche, Individuelle abgewertet und erstickt, während gleichzeitig als Ersatz eine Identität und Gruppenzugehörigkeit durch abstrakte Ideen und Konzepte erzeugt wird.

Dann haben wir z.B. Erwachsene, die Märchen „gendergerecht“ machen wollen, indem sie den Figuren die Geschlechtszuordnung nehmen. Oder sie stempeln die Geschichte vom „Mohr“ als „rassistisch“ ab, das Sterben des Wolfes als „Tierquälerei“, die Strafe für die böse Stiefschwester als „ungerecht“ und „unpädagogisch“ und den mutigen Einsatz des Prinzen als „Machogehabe“. Das Problem solch gewaltsamer Korrekturexzesse ist im Kern gar nicht die ideologisch-hypnotisierte Übergriffigkeit in Literatur, Tradition und Kultur, sondern die pathologische Verwechselung von realer mit der symbolischen Welt. Solche Menschen sind mental entgrenzt, was eine genauere Beschreibung ihrer speziellen Debilität ist: bei ihnen sind die Grenzen zwischen physischer und Phantasie-Welt aufgelöst und diese Bereiche verschmelzen in ihrem Denken miteinander ohne auseinandergehalten werden zu können so als wären sie in einem permanenten Halbschlaf.

Die fanatischeren unter diesen wörtlichen Spielverderbern personifizieren bereits psychotische Zustände: sie verlangen mit Gewalt, dass ihre Hirngespinste real werden und dass sich die Realität ihren Vorstellungen anpassen soll. Dieses eigentlich hochgradig klinische Phänomen hat es zuletzt geschafft, sich als politische Avantgarde zu inszenieren und einen ganzen Machtapparat über alle vier Gewalten des Staates zu bedienen. Das ändert jedoch nichts daran, dass es eine schwere geistige Störung und mentale Retardierung darstellt. Vernünftig wäre es, irgendwann dem Psychotiker das Messer aus der Hand zu nehmen.

Aber auch hier können wir annehmen, dass das degenerative Programm gewollt und geplant ist, denn so viel Inkompetenz braucht strategische und Waffen-Gewalt, um an der Macht zu bleiben.

Durch die Trennung von realer, persönlicher Erfahrung wird das Denken der Menschen „entwurzelt“ und vom Fühlen getrennt. Das heißt, man denkt und plant ohne Gefühl, ohne Empathie und in Folge ohne natürliche Ethik. Dadurch entsteht ein roboterhaftes, mechanisches Denken ohne Korrektiv im Realitäts- und persönlichen Bezug, das von außen „gefüttert“ und gesteuert, also „programmiert“ werden kann. Sobald Kinder ab dem etwa siebten Lebensjahr dann fähig sind, ihr eigenes Verhalten und vor allem auch die Verarbeitung ihrer Wahrnehmung über Gedanken zu kontrollieren, können sie dann zu entsprechend fremdbestimmten Robotermenschen weiter-„erzogen“ werden, solange sie nur immer schön von ihrem Körperempfinden und Fühlen abgetrennt bleiben. Ein Blick in das moderne Schulsystem und „moderne Pädagogik“ dürften jeden Zweifel über die erfolgreiche Implementierung dieser Grundlogik beseitigen. Und dies ist konsequent: wer um alles in der Welt an der Macht bleiben will, der muss den Menschen das verbundene Denken so früh wie möglich vergiften, blockieren und abgewöhnen.

Je nach Ausmaß dieser inneren Spaltung sind solche Menschen dann „zur Verteidigung ihrer (!) Ideen“ zu allem bereit. Solches mechanische, programmierte „Denken“ entpuppt sich meist sehr schnell als irrational, unlogisch, inkonsequent, realitätsfern, sprunghaft und Schablonen-fixiert. Vor allem fehlt ihnen jegliche Fähigkeit, über sich selbst nachzudenken, also ihr Denken zu reflektieren. Technisch gesehen ist das die Unfähigkeit, auf eine höher abstrakte Ebene zu wechseln. Denkinhalte, die je nach Programmierung als „Wissen“, „Fakten“, „eigene Meinung“ oder „Wahrheit“ bezeichnet werden, sind nicht modulierbar und nur schallplattenartig abrufbar. Auch hier spiegeln sich wieder Denken und sprachlicher Ausdruck gegenseitig.

Es macht deshalb bei Menschen mit solchen mentalen Programmierungen – und damit ist leider heute bereits die Mehrheit der westlichen, medien-hypnotisierten Welt gemeint – keinen Sinn, auf die „Denkfehler“ hinzuweisen. So mancher Aufklärer hat sich daran schon den Mund fusselig geredet oder die Finger wund geschrieben. Wegen der meist schon frühen Abkopplung des „Denkens“ von der eigenen Wahrnehmung, sind die Menschen über die Ebene von Logik, Analyse und Information nicht erreichbar.

Und: sie selbst existieren in ihrem Denken nicht, sie kommen darin nicht vor. Oder genauer gesagt: in ihrem Denken sind ihre persönliche Erfahrung, ihre Gefühle und ihre Biografie nicht repräsentiert. Ich hoffe, ich kann damit die Entsetzlichkeit und den Grusel vermitteln, den dieser Zustand in einem verbunden-denkenden Menschen auslöst: da hat man vor sich Menschen, deren Denkfunktion nur rein mechanisch in Form von Reiz-Reaktionsmechanismen möglich ist und die wie Maschinen nur Gedanken reproduzieren können.

Das bedeutet auch, dass solche Menschen keine kognitive Identität entwickeln konnten, sondern mit ihrer Identität irgendwo auf dem Niveau eines unter sechsjährigen Kindes stehen geblieben sind. Ein solches Kind kann sich selbst nur impulsiv-emotional identifizieren, kaum aber reflektierend. Ihr Ich-Gefühl mag in körperlichen Empfindungen und Emotionen vorhanden sein, aber nicht mehr in Gedanken, Meinungen, Weltanschauungen und Überzeugungen. Die „Identität“, die sie mental annehmen ist eine von außen programmierte, die nur funktioniert, wenn sie permanent von außen gestützt und gefüttert wird. Solche Menschen können „Ich“ sagen und wissen (spüren, erleben) nicht, wen oder was sie damit meinen. Und ja, das ist beim näheren Hinsehen so gruselig wie es klingt. Die Hardcore-Variante solcher Abspaltung sagt jedoch ungern „Ich“, weil das bereits zu emotional vorgeprägt ist und somit die innere Spaltung fühlbar macht, sondern sie sprechen nur von „man“: „Man möchte sich doch mal ausruhen“ usw. Nimmt man ihnen diese Decke zusammengesetzter Pseudo-Identität weg, z.B. indem man ihre Gedankenkonstrukte hinterfragt oder Gedanken oder Informationen präsentiert, die in das gelernte Überzeugungsgerüst nicht passen, dann sind die Abwehrreaktionen oft erschreckend aggressiv und ungehalten: da reagiert das Stammhirn auf den drohenden Verlust von Sicherheit und Halt, und nicht der Intellekt auf interessante Neuigkeiten.

Für die Wiederherstellung bzw. überhaupt Entwicklung eigenständigen Denkens muss man stets dort ansetzen, wo die Entwicklung gestoppt wurde. Im oben genannten Beispiel wäre das das basale Gefühl von Sicherheit und Halt, in dem das Ursprüngliche, Wesenhafte noch enthalten ist. Dies in Symbole und Worte zu fassen und von dort aus weiter zu abstrahieren ist dann der Weg, ein Denken zu entwickeln, das im Wesen verankert bleibt und sich organisch von innen entfaltet.

Dieser Prozess wird in der Entwicklungspsychologie Mentalisierung genannt. Mentalisierung ist die Fähigkeit, sich selbst als Wesen oder als Psyche zu verstehen und schließlich auch andere als fühlende, intentionale und denkende Wesen zu erkennen. Diese Fähigkeit entsteht nur durch Dialog. Im Laufe der Kindheit lernen wir so mehr oder weniger, eigene innere Zustände und Zustände von anderen gedanklich zu repräsentieren und symbolhaft, schließlich in Worten auszudrücken. Das Wort „Wut“ z.B. verknüpft sich dann sowohl mit inneren Empfindungen als auch mit Gesten und Ausdrücken von anderen. Wenn aber dem Kind gegenüber nie über Wut gesprochen wird, dann kann es sie nicht mentalisieren. Das ist der Grund, warum Tabus aus unserer Kindheit und Jugend oft zu „Denkblockaden“ führen, weil wir nie gelernt haben, Wahrnehmung und Symbolisierung miteinander zu verbinden. Wir können also innerlich damit nicht arbeiten, weil es keine kognitiven Abbildungen gibt. Das sind die Themen, bei denen wir im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos sind.

Ich will hier nur andeuten und es ansonsten den Reflexionen und Schlussfolgerungen des Lesers überlassen, was die Dominanz von Fernsehen, Computerspielen, Internet und Smartphones im Leben von Kindern und Jugendlichen mit ihrer Mentalisierung und ihren Denkfähigkeiten anrichtet. Einmal abgesehen von den vermittelten Inhalten dieser Medien, die für sich genommen schon Ausdruck massiver intellektueller Verblödung und moralischer Verrohung sind: all diese Technik zerstört die geistige Entwicklung und Fähigkeiten eines Kindes systematisch aufgrund zweier offensichtlicher Eigenschaften: sie vernachlässigen die Körpererfahrung und sie sind nicht dialogisch.

Die wichtigste Erfahrung für Mentalisierung und Denkfähigkeit ist aber die von Synchronisierung und Resonanz (zwischen zwei oder mehr Menschen) auf allen menschlich relevanten Ebenen, das sind in ontogenetischer Reihenfolge: Puls und Erregungslevel, Rhythmik, Mimik, Gestik, Affekt und Stimmung, Emotionsausdruck, Intentionsausdruck, Bewegung, Ausdruck von Geschlechtszugehörigkeit, Ausdruck von Überzeugungen und Meinungen, in Vorstellungen und Zielen und schließlich in Werten und Gesinnung. Diese alle bauen in dieser Reihenfolge aufeinander auf und wenn in einem Glied der Kette eine Störung oder Retardierung auftritt, dann sind davon alle folgenden Fähigkeiten beeinträchtigt oder sogar komplett blockiert. Der Mensch mag körperlich erstaunlich robust sein, in seiner geistigen Entwicklung ist er ein enorm fragiles Wesen. Oder anders: wir sehen daran, wie entscheidend Kultur ist, denn ohne Kultur gibt es die Entwicklung zum Menschen gar nicht.

Und die Kommunikations-Medien und Plattformen, die uns als Fortschritt angedreht  werden, sind die ultimativen Zerstörer menschlicher Kommunikation. Merke: je früher im Leben und je intensiver du „soziale Medien“ nutzt, desto sozial inkompetenter wirst du.

Womit wir zum Abschluss nochmal Hermes die Ehre geben:

Hermes, der Ruhelose

Der flinke Gott der Kommunikation und Manipulation ist geistiger Schirmherr über all diese Medien. Sein Händler-Geist möchte verkaufen, am liebsten sich selbst als Obergott. Aber es ist auch schon ein freudiger Erfolg, wenn man jemandem etwas schmackhaft machen und andrehen kann, dass der andere eigentlich gar nicht möchte, gar nicht braucht oder sogar eigentlich ablehnt. Der unreife Geist, der sich selbst nicht im Griff hat, strengt sich gerne an, um andere in den Griff zu bekommen: sie zu manipulieren.

Wir stellen fest: wir leben im Zeitalter der Manipulation. Jeder will jeden manipulieren, um sich einen Vorteil oder Vorsprung zu verschaffen. Eines der dadurch massiv frustrierten Grundbedürfnisse, das dadurch zu einer quälenden Gemeinschafts-Sehnsucht heranwächst, ist, endlich einmal in Ruhe gelassen zu werden, in Ruhe sein zu können.

Und dies ist tatsächlich das augenfälligste, prävalente Bedürfnis, auf das man bei den Deutschen stößt: in Ruhe gelassen zu werden. Braucht der Deutsche vielleicht gerade wegen seiner Dichter- und Denkernatur vor allen Dingen Muße? Muße, um betrachten und bedenken zu können. Dann kommt er irgendwann mit tiefen, umfassenden neuen Erkenntnissen oder faszinierenden Neuerfindungen und Ideen wieder hervor.

Den deutschen Geist zu untergraben ist nicht schwer: halte ihn stets in beschäftigter Unruhe, lenke ihn ab und bereite ihm so viele banale Alltagssorgen, dass er nicht mehr zur Ruhe kommt. Damit ist sein Wesenskern schon so sehr in die Enge getrieben und überfordert, dass er von da aus schnell zu einer von außen steuerbaren Marionette ohne Eigenreflexion degeneriert. Und das ist in den letzten 100 Jahren dermaßen systematisch und erfolgreich passiert, dass die meisten nicht mehr erkennen können, welchen Ausweg wir brauchen und wie er zu finden ist. Diese Art der Unruhe, der sinnenlosen Hyperaktivität, der Verzettelung, der Beschleunigung und damit Oberflächlichkeit, fasst sich zusammen im mytho-psychologischen Prinzip von Hermes, dem flinken Hans-Dampf-in-allen-Gassen. Goethe nannte es das „Veloziferische“: die Verknüpfung von Ungeduld, permanenter Beschleunigung und Flüchtigkeit bis zur Besinnungslosigkeit und Seelenlosigkeit. Damit ist die Hermes-Kraft zum Dia-bolus geworden, zu dem, „der alles durcheinander wirft“ und die Ordnung in Krankheit und Zerfall gedreht hat.

Und wie macht Hermes-Mephistopheles das im modernen Gewand, wo er sich doch schon zum Obertrickster des 20. Jahrhunderts aufgeschwungen hatte? Indem er seine kleinen Apparate und Helferlein immer dazwischen schaltet, wo Menschen miteinander sprechen und interagieren wollen. Das ist der einzige Spielraum, in dem er wirken kann. Er bietet sich zunächst nur als dienstfertiger Bote, als freundlicher Helfer, als Anbieter von lauter Erleichterungen und kostenloser „Apps“ an. Warum er das tut wollen wir lieber doch nicht wissen, denn der Service scheint meist kostenlos und auf jeden Fall bequem zu sein.

Den wahren Preis, den wir im Nachhinein bezahlen dafür, dass wir uns in die Hände dieses Schlitzohrs begeben haben, ist unverhältnismäßig und geht uns an die Substanz: wir verlieren Vertrauen, direkten Kontakt und unsere Selbständigkeit. Und dann ist es auch gar nicht mehr bequem und später sind dann die Aufräum- und Reparaturmaßnahmen enorm, nachdem Chaos und Täuschung überall als Betriebssystem installiert wurden. Ach, seine schöne neue (Kommunikations-)Technik nahm uns die technische Vermittlung in der Kommunikation ab – und am Ende haben wir keine eigene Kommunikation mehr!

Wenn wir bereit sind, im Kontakt und im Gespräch die Seele menschlicher Kultur und die Seele von Geistesentwicklung zu sehen, dann können wir sagen: wir haben für die technologischen Vereinfachungen und Beschleuniger unsere Seele verloren.

Das vertrauliche Gespräch bleibt stets eine Sache von direkter Begegnung. Daher gibt es das kaum noch. In aller Vernetzung vereinsamen die Menschen in der Kontaktlosigkeit, weil ihre Kommunikations-Geräte ihnen Kontakt nur vorgaukeln und die virtuelle Realität bloß als „besserer Ersatz“ verkauft wird.

Und die Medien, von denen wir dachten, sie würden nur die Durchleitungs-Gefäße für wesentliche Botschaften sein, haben unter Hermes‘ Führung ihr Eigenleben entwickelt und verfolgen längst ihre eigene Agenda. Und die lautet stets: Gewinn machen. Der Kaufmanns-Geist hat erkannt, wie selbstbereichernd es doch ist, alle menschlichen Aktivitäten für den eigenen Gewinn zu nutzen. Dafür war nur eine kleine Veränderung notwendig: die Kommunikationsabteilung wurde der Marketingabteilung unterstellt. Seitdem ist jede Information bereits Werbung und Verkauf. Man verkauft die Agenda von denen, die am meisten zahlen, emotional aufbereitet und moralisch zurechtgemacht, und nennt dies dann „Nachrichten“ oder „Qualitäts-Journalismus“. Wer sich informiert, wird in Form gebracht, die Frage ist nur: in welche? Und für wessen Ziele?

Wenn wir den Boten und Überbringern von Nachrichten aber nicht mehr trauen können, dann ist Kommunikation als kulturförderndes Werkzeug gestorben. Damit stirbt dann auch die Kultur und die Schulung und Vermittlung von Geist. Wer dieses Schicksal der modernen Menschheit in den letzten 200 Jahren in Märchenform nachlesen möchte, der lese von den Gebrüdern Grimm das Märchen „Vom Mädchen ohne Hände“. Da manipuliert der Teufel höchst persönlich die Botschaften zwischen König und Königin, so dass alle Beteiligten in größtes Unheil und Kummer stürzen.

Rückkehr zur gesunden inneren Ordnung

Von dem Märchen lernen wir auch: wo transparente und ehrliche Mitteilung nicht mehr möglich ist, da müssen zunächst Stille und Rückzug die Möglichkeit einer Heilung einleiten – also die Beendigung der vergifteten Kommunikation. Sich nicht mehr verstehen können ist ein Zeichen dafür, dass man auf das „Informiert-Werden“ besser verzichten sollte und sich auf sich selbst besinnt. Diese Resignation ist überlebenswichtig, denn sie schafft Zugang zu einem anderen „Hören“ und „Verstehen“, das unmittelbar ist und dem Teufel keine Chance der Verdrehung und Manipulation gibt.

So können wir die Intuition wiederentdecken, die auf instinktives und organisches Wissen zurückgreift und gleichzeitig ganz allgemein und übergreifend sein kann, also ganzheitlich ist in der Verbindung von Wahrnehmen und Denken. Von dieser inneren Ganzheit und Stabilität aus können wir dann Hermes erneut herbeirufen und weise beauftragen, Kommunikationswege zu entwickeln, die unseren Bedürfnissen und unserer Ganzheit entsprechen statt uns Zerstückelung und Reduktion zu diktieren.

Mythologisch gesprochen: wie müssen vom agilen, hypnotisierend quasselnden Hermes erstmal wieder Abstand gewinnen, Ruhe und uns selbst wiederfinden und dann die „Zeus-Kraft“ in uns wieder stärken: den ruhigen, reflektierenden, verstehenden und vor allem selbstzentrierten Überblick über das Ganze und uns im Ganzen. Dazu zählen vor allem auch die grundlegenden menschlichen, ethischen und geistigen Werte, die das Ganze tragen und gesund halten.

„Zeus“ sieht und bewahrt diese Werte, indem er Denken und Fühlen verbindet und sich vor allem für das Gleichgewicht und die Balance der Kräfte – innerlich und äußerlich – einsetzt. Diese psychische „Zeus“-Kraft befördert die notwendigen männlichen Alpha-Qualitäten und das fürsorglich-väterliche Prinzip, von denen im dritten Teil dieser Reihe schon ausführlicher die Rede war und die wir im jetzigen Zustand unserer Gesellschaft am allerdringlichsten rehabilitieren und hoch halten müssen. Nur mit dieser Kraft können wir die übertriebene, ex-zentrische und hyperaktive Bewegung des Kommunikations-Gottes wieder zentrieren, regulieren und integrieren, so dass er wieder als Diener für höhere Werte eingesetzt werden kann, aber nicht als Trendsetter oder Steuermann Unheil stiftet, nur weil wir „Zeus“, also Gleichgewicht und Anbindung an Werte verloren haben.

Von diesem inneren, verbindenden Punkt des intuitiven Wahrnehmens und ethisch-prüfenden Denkens aus können wir leicht erkennen, wenn uns auf dem Bildschirm oder sonst irgendeiner Bühne wieder die freundliche und lächelnde Fratze des Teufels, Schlitzohrs oder Iagos begegnet, die uns etwas verkaufen will, das ideell „gut klingt“, jedoch unsere Bedürfnisse und Freiheit – vor allem unsere Freiheit im Denken – ignoriert oder sogar vernebelt.

Ich werde auf diese notwendige „Schulung der Intuition“ und auf das „richtige Zuhören“ in einem späteren Artikel noch näher eingehen an der Stelle, an der es um die Entwicklung von Verantwortungsfähigkeiten geht.

Bis dahin lasst uns ruhig ein bisschen kindlich sein: wachsam mitverfolgen, was die anderen so treiben, neugierig sein, was hinter den Masken und Etiketten steckt, und unserer gesunden Intuition vertrauen, das alles, was wirklich gut für uns ist, sich stimmig anfühlt und uns in unserer instinktiven, emotionalen und mentalen Mitte stark macht.

Fortsetzung der Reihe hier.

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Zeus, Aphrodite, Cupido und Hermes

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  1. Vertrauen Sie immer auf Ihr Gesamt- und Bauchgefühl. Wenn es Unstimmigkeiten meldet, schauen Sie in Ruhe und aus größerem Abstand auf das Geschehen.
  2. Lassen Sie sich nicht von Etiketten-Begriffen, Parolen und emotional aufgeladenen Denkschablonen abspeisen (s. Liste unten). Fragen Sie nach.
  3. Glauben Sie nicht, was Ihnen von Medien serviert wird. Gerade dann nicht, wenn es immer und überall wiederholt wird. Unterscheiden Sie Werbung/Propaganda von Nachrichten/Informationen.
  4. Lassen Sie reden wer da und wie er möchte. Lassen Sie Meinungen stehen. Fragen Sie nach Begründungen, Belegen und Fakten.
  5. Achten Sie auf das Verhalten von Menschen, nicht bloß auf ihre Rede. Lügner, Manipulierer und Hausierer erkennt man an der Diskrepanz zwischen Gesagtem und Handlungen/Entscheidungen.
  6. Fragen Sie nach der Motivation und den Zielen hinter Darstellungen, Aufrufen und Aktionen.
  7. Erkennen Sie spaltende, abwertende und tabuisierende Absichten und Wirkungen und suchen Sie verbindende, versöhnende und aufklärende (Klarheit schaffende) Stimmen und Strömungen.
  8. Unterscheiden Sie Impulse, die zum Nachdenken und Prüfen anregen oder aufrufen von solchen, die Ihr Denken stoppen, lähmen oder bevormunden.
  9. Bleiben Sie bei Ihren Grundbedürfnissen und Werten. Formulieren Sie sie für sich selbst oder besser noch gegenüber anderen. Echte Bedürfnisse und Werte verbinden Menschen miteinander.
  10. Fürchten Sie sich nicht. Handeln Sie nicht aus Furcht. Bewahren Sie die Ruhe und suchen Sie Abstand und Zeit zum Nachdenken bevor Sie aktiv werden.

Stichwortsammlung zur Dekodierung von (System-) Nachrichten
und medialen Mitteilungen

BegriffeDekodierte Botschaft an Sie
Gut: Demokratie/demokratisch, freiheitliche Grundordnung, Rechtsstaat, grün, bunt, solidarisch, klimafreundlich, antifaschistisch, gender-gerecht, global, fortschrittlich, zukunftsweisend, europäisch, Wertegemeinschaft, humanitär, alternativlos,…Wenn Sie diese Begriffe lesen oder hören, fühlen Sie sich bitte sicher und geborgen, lösen Sie sich von allem weiteren Nachdenken oder -prüfen und folgen Sie den nachstehenden Denk- und Handlungsvorgaben der Medien und der Verwaltung.
Weitere Nachfragen oder Diskussionen sind nicht erwünscht und werden nicht beantwortet.
Schlecht/böse: Rechts, nationalsozialistisch („Nazi-…“), braun, Hassrede, Verschwörungstheorie, abstrus, xy Leugner (Klima-Leugner, Corona-Leugner,…), populistisch, Reichsbürger, antisemitisch, demokratiefeindlich, rückständig, sexistisch, rassistisch, diskriminierend,…Wenn Sie diese Etiketten lesen oder hören, haben Sie bitte Angst und meiden unbedingt die angesprochenen Themen, Meinungen, Personengruppen und Aktivitäten und wenden Sie sich nur Bereichen mit den Etiketten der Liste „Gut“ (s.o.) zu. Wenn Sie das nicht tun… na, Sie werden schon sehen!
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Wie wir die Macht von der Angst befreien


Einleitung

Ich finde diese Krise gut. Einen besseren Weg in das notwendige Neue hätte ich mir nicht ausdenken können. Unter diesem enormen Wandlungsprozess leiden diejenigen am meisten, die beginnen zu verstehen, in was für einer Welt sie bisher gelebt haben und was für Umwälzungen auf sie zu rollen. Sie haben noch keinen Überblick und erhalten gerade einen Selbsterfahrungs-Schnellkurs in Sachen Unterdrückung, Willkürherrschaft und Manipulation durch Medien. Diejenigen, die das Ganze verstehen, schon länger studieren und mitverfolgen, leiden höchstens noch etwas an Ungeduld, ansonsten freuen sie sich. Ganz wenig leiden auch diejenigen, die überhaupt nichts verstehen und einfach so weiter vor sich hinleben wie eh und je und darauf hoffen, dass „bald alles wieder beim Alten sein wird“. Wird es nicht. Aber ob sie’s bemerken?

Neben der Freude über die große Befreiung und die neuen Möglichkeiten überwiegt bei mir ein weiteres Gefühl: größter Respekt für die Planer und Steuermänner hinter dem pädagogisch hoch effektiven, scheinbaren Chaos. Ihr umfassendes Verständnis für das Weltgeschehen, Machtstrukturen und für globale, gewaltfreie Veränderungsprozesse ist höchst bewundernswert.

(Ich weiß, dass mancher modern denkende Leser und „Systemtheoretiker“ lieber daran glauben möchte, dass solche Dinge „einfach so von selbst passieren“. So als würde sich aus einer Gruppe von Sechsjährigen auch irgendwann „ganz von selbst“ eine erste Schulklasse bilden. Abgesehen von jeglichem Verständnis von Steuerung und Politik entgeht solch einem Leser leider auch der erhebende Genuss einschließlich der Freude über die Einsicht der enormen menschlichen und geistigen Leistungen hinter schöpferischen und Transformations-Prozessen, die den wachen Beobachter in staunende Bewunderung versetzen.)

Wie befreit man Geisel in der dritten Generation, die sich an ihr Leben als Objekte ihrer Geiselnehmer gewöhnt haben und sich gar nichts anderes mehr vorstellen können? Ich hatte andernorts vor kurzem geschrieben, es ginge nur „gegen ihren Willen“ und mich damit vor allem auf die Situation und Möglichkeiten der Deutschen und im Grunde aller Westeuropäer bezogen. Das war nicht ganz korrekt, denn sie haben keinen eigenen Willen, sondern nur die Glaubenssätze im Kopf, sie hätten ihn. Wer zu dieser Differenzierung nicht bereit ist, der wird Schwierigkeiten mit der Realität bekommen, die sich nicht immer brav an unsere Wunschvorstellungen hält.

Einmal anders: wie holt man jemanden aus dem Koma zurück, in dem er schon so lange vor sich hin träumt, dass er Wachsein gar nicht mehr kennt, während in der Realität das Haus brennt? Man könnte seine Träume Schritt für Schritt zu Alpträumen machen. Nicht zu schnell, damit er nicht die Nerven verliert, und nicht zu langsam, damit er sich nicht bloß an schlimmere Zustände gewöhnt, sondern bereit ist, den gewohnten Traum gegen die ungewohnte Realität zu tauschen. Übersetzt in die Wirklichkeit heißt das z.B., man erfindet eine Geschichte von einem Killer-Virus und treibt von da aus die bekannten Politik- und Medien-Protagonisten dazu, den Menschen das Leben schrittweise zur Hölle zu machen. Irgendwann ist das schöne System, dessen PR-Abteilung seinen Sklaven und Opfern täglich die Parole von Freiheitlichkeit, Wohlstand und Entwicklung ins Hirn prügelt, dann in der Realität gar nicht mehr nett, denn die geduckten Mitläufer merken, dass noch mehr Wegducken, Gehorchen und Stillhalten das Leben unerträglich machen. Wenn die Betäubung von Arbeit und Konsum mal nachlässt, dann ent-decken die Menschen plötzlich ihre wahren Werte und Wesentliches wieder und wollen nicht mehr in einem System leben, das sie unterdrückt. Sie wollen lieber mehr Zeit für sich und ihre Familie haben, sie wollen sich regional zugehörig fühlen, sie wollen ihr Lebensumfeld selber bestimmen und – Donnerwetter! – das Geld, das sie erarbeitet haben, für sich selbst nutzen (statt über die Hälfte disesem ‚System‘ geben).

Dann kann man das System wechseln und den aufgewachten Komapatienten aus dem brennenden Haus holen, ohne dass er sich gleich in seinen bequemen Traumzustand zurückwünscht. Es geht nämlich gar nicht darum, dass wir etwas Neue erfinden müssten oder alleine von Null beginnen müssten. Es geht nur darum, dass sie das Neue annehmen, im Übergang kein Chaos anrichten und mit den Veränderungen mitgehen.

Das System der Unterdrückung und Angst, das wir abzustreifen haben, nannte sich selbst „Demokratie“ – eine der üblichen Wortverdrehungen totalitärer Systeme, die stets den Geist der Menschen lahmlegen müssen. In ein paar Jahren wird „Demokratie“ vielleicht eine Art Spottwort sein. „Demokratisch“ wird dann selbst von Kindern verstanden werden im Sinne von „heuchlerisch“, „betrügerisch“, „scheinheilig“, „im Geheimen manipuliert“ und „die wahre Macht verdeckend“. „Lasst es uns demokratisch machen“ wird dann bedeuten: Lass uns viel ziellos und verantwortungslos reden und diskutieren und so tun als dürfte jeder mitbestimmen; danach entscheiden dann diejenigen, die im Hintergrund die Strippen ziehen – so demokratisch wie die Mafia.

Das Lernprogramm zum Aufwachprozess

Einen gesunden Impfstoff gegen virale und kollektive Angst gibt es nicht und darf es auch nicht geben, weil er unser Fühlen und damit unsere sozialen Fähigkeiten und unsere Intelligenz lähmen würde (sogenannte „Impfstoffe“ scheinen im Allgemeinen diese Neben- oder Hauptwirkung zu haben). Aber wir können unser Repertoire an emotionalen Heilmitteln erweitern. Das nennt sich Kultur. Wir haben über hundert Jahre hinweg sukzessive unsere eigene Kultur und Kultur überhaupt durch eine Abhängigkeit von sehr fragwürdigen, komplett geldgesteuerten Institutionen ersetzt, die uns sehr motiviert und kompetent darin unterstützen, infantile, regredierte Mitläufer zu bleiben. Dazu weiter unten im Artikel noch etwas mehr unter der Überschrift „Kollektiv-Menschen versus Individuen“.

Wir können zum jetzigen Zeitpunkt bereits statuieren: das nahezu weltweite Menschheits-Experiment über die Auswirkungen von moralisch-geistiger Massenretardierung und Verantwortungsvermeidung kann nun guten Gewissens beendet werden mit der nahezu schon salonfähigen Erkenntnis, dass wir Menschen tatsächlich frei und fähig sind, uns geistig selbst zu vernichten. Verkennen wir auf keinen Fall die Notwendigkeit einer solchen globalen Pubertät: wie sonst sollte die Menschheit in ihrer Entwicklung von Verantwortungsfähigkeit und Selbst-Bewusstsein voranschreiten? Für den gesunden und reifen Umgang mit den fertig vor der Tür stehenden neuen Technologien, wissenschaftlichen Erkenntnissen und damit Möglichkeiten ist diese prägende Lernerfahrung inklusive ihrer Opfer absolut notwendig.

Innerhalb dieses aktuellen „Aufwachprozesses“ wird vieles sichtbarer, das bisher nur latent wirkte und von lauter Ablenkungen überdeckt wurde. Mit den Konturen werden nun auch die Kanten und Grenzen klarer und damit auch die Entscheidungen und Positionierungen. Wir können viel klarer sehen, wo wir selbst und wo andere stehen. So eine Anti-Atemmaske zum Beispiel, wie sie gerade zur Zwangsmode geworden ist (aber Moden sind nur flüchtige Affären), lässt in der Öffentlichkeit bereits auf hundert Meter Entfernung erkennen, wo jemand zwischen Koma und Wachsein steht.

Ganz allgemein wird unter dem realen sozialen Druck der Unterschied zwischen selbstherrlichen Lippenbekenntnissen und wahrem Standpunkt viel deutlicher erkennbar. Ebenso die Unterschiede zwischen Ideologie und Realisierbarkeit, zwischen Propaganda und Information und zwischen Wunschdenken und Wahrnehmung. Dem „Corona“-Lernprogramm sei Dank.

Dass wir dabei auch der Selbsterkenntnis immer weniger ausweichen können, stellt für viele Menschen allerdings eine Überforderung dar, weil ihre Illusionen und geliebten Selbstdefinitionen allzu weit weg sind von ihrem tatsächlichen Reifegrad und Können. Unter der ideologischen oder narzisstischen Hülle ist dann erstmal nicht viel mehr zu finden als ein eingeschüchtertes, emotional unterernährtes, trauriges und verletztes Kind. Wer seinen Blick für solche als Erwachsene verkleidete Kinder schulen möchte, der braucht nur den Fernseher einzuschalten. Ich bin mir sicher, dass die meisten sich sehr wundern werden, wenn sie „die Großen“ aus den täglichen Medieninszenierungen bald einmal in einem anderen Kontext z.B. im Saal eines alliierten Militärgerichts – zu sehen bekommen. Die Häufchen Elend, die dann dort sitzen werden, werden kaum wiederzuerkennen sein. Aber auch das gehört zum Lern- und Aufwachprozess dazu: schmerzlich zu erkennen, von was für kleingeistigen Pappnasen wir uns an unserer Nase herumführen ließen.

Und wer kümmert sich um all die kleinen, hilflosen, desorientierten und bedürftigen Kinder sowohl von den Bühnen als auch von den Zuschauerplätzen, die sich bisher in irgendeine schützende Nische des Systems gequetscht und dort ganz erwachsen gefühlt haben? Das wird auch Aufgabe des Neuen sein, den Menschen eine sichere und emotional verkehrsberuhigte Staatsordnung zu bieten. Volkswohlfahrt.

Da also aktuell so vieles geradezu ins Auge springt, das verstanden und verdaut werden will, drängt es mich, einige elementare Zusammenhänge des Ganzen in Worte zu fassen und auf die wirkenden Prinzipien dahinter hin zu durchleuchten. Deshalb dieser Artikel zum Themenkomplex Macht, Angst und Regeneration einer gesunden Ordnung.

Worum es mir geht

Der kleine Mann in meinem Ohr sagt mir, ich müsse doch viel mehr an meiner Artikel-Reihe „Zur Genesung der deutschen Wesen-Kern-Kraft“ weiterarbeiten. Teil 5 davon liegt schon in den Geburtswehen und kommt in Kürze auch hier in den Blog. Aber da sich mir im Moment immer mehr zusätzliche Themen, Fragen und Antworten aufdrängen, muss jetzt nochmal so ein gesonderter Artikel hier „außer der Reihe“ her.

Ich schreibe im Blog hier in erster Linie, um mir gewisser Dinge selber klarer zu werden. Also als eine Art schriftliches Denken. Dass ich das in Blog-Form so halb-öffentlich tue, hat damit zu tun, dass die Ausrichtung auf potentielle unbekannte Leser beim Schreiben den Fokus und den Zwang zu Klarheit und Stringenz fördert. Ob Leser meine Gesichtspunkte und Schlussfolgerungen dann mögen oder nicht, ist mir egal. Dazu habe ich letztens einen Haftungsausschluss geschrieben, den ich jedem zu lesen empfehle, der hier zum ersten Mal liest oder kommentieren will.

An einigen Reaktionen, die ich auf bisherige Artikel bekommen habe, wird mir nochmal bewusst, was mir von Anfang an klar war: dass ich hier nur für wenige schreibe. Damit meine ich: nur für wenige konstruktiv nutzbar. Es freut mich dann natürlich, wenn ich mitbekomme, dass jemand sich inspiriert fühlt oder eine neue Sichtweise gewinnt. Ich freue mich auch über Rückmeldungen, die mir helfen, andere Positionen oder das Problem der intellektuellen Schutzwände besser zu verstehen. Das mag mich dann zu weiteren Texten inspirieren. Die Anti-Reaktionen auf meine Texte wären ein Thema für einen separaten Artikel, denn sie sind oft hilfreiche Beispiele, um die Psyche des Menschen besser zu verstehen.

Darum soll es in diesem Artikel unter anderem gehen. Ich will den Fragen nachgehen, warum die Idee von „Verschwörungstheorien“ – oft schon allein dieser Begriff – bei den meisten Menschen auf so starke emotionale Reaktionen, meist Abwehr stößt; was das mit dem Themenkomplex von Macht und Ohnmacht zu tun hat; was uns daran hindert und was uns helfen kann, aus diesen fatalen Verstrickungen heraus zu kommen; was das mit Erwachsenwerden (Individuation) und Kollektivabhängigkeit zu tun hat und warum nicht nur im Märchen am Ende der König und/oder die Königin den Thron ihres Reiches besteigen, damit alles in Ordnung kommt und alle glücklich sind.

Verschwörungstheorien

In meinem letzten Artikel „Einstürzende Weltbilder: Erste Hilfe und Überlebenstipps“ hatte ich betont, wie wichtig Fragen sind, bevor man mit Antworten aufwartet. Aktuell leben wir in einer Zeit, in der sich lang gesuchte Antworten und lang erwartete Verwirklichungen in so hohem Tempo und so dicht gepackt einfinden und wirksam zeigen, dass die meisten Menschen gar nicht mehr nachkommen, überhaupt erstmal die Ausgangsfragen und Probleme zu verstehen.

Aber wer sich die Geschichte anschaut, wird sehen, dass Veränderungen immer von wenigen initiiert und durchgesetzt wurden, hierarchisch gesprochen: von oben nach unten, auch wenn im Nachhinein zur Beruhigung oder zur Betäubung der Masse das Narrativ verbreitet wurde, es handle sich um eine „Revolution von unten“. So etwas kann es gar nicht geben, denn Steuerung funktioniert per se nur top-down, vom Kopf zum Muskel, vom Gedanken zur Umsetzung. Und der Volksmund weiß auch: „Der Fisch stinkt immer vom Kopf zuerst.“

Es gibt jedoch zwei lautstarke Parteien, die ein Interesse daran haben, allen einzureden, dass Fische doch gar keine Köpfe haben, sondern auch einfach so sein (stinken) können: erstens die, die von der Geheimhaltung des Kopfes profitieren und zweitens die, die Angst vor Fischköpfen haben. Diese beiden Parteien können gemeinsam mit dem vollen Engagement ihrer aktuell zu Recht gesteigerten Angst psychologische, systemische, ideologische und fantastische Erklärungen ins Volk senden, dass es Macht eigentlich doch gar nicht gibt, dass sie sich unsichtbar irgendwie auf alle verteilt, dass die, die sie haben, sie eigentlich nicht haben, weil andere sie doch auch haben oder weil es doch bloß unpersönliche Institutionen sind, kurz: dass alles gut ist und dass der Fisch halt einfach stinkt – und zwar kopflos. Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu bedenken.

Eine Verschwörung ist eine Konspiration und das ist buchstäblich betrachtet ein gemeinsamer und zusammenkommender Geist, wörtlich übersetzt nämlich das „Zusammen-Atmen“ (lat. con-spirare). Also eine Art von Im-gemeinsamen-Rhythmus-Sein: Gleichklang. Heute würden wir das eher in einer technologischen Metapher ausdrücken: enge Vernetzung.

Interessant ist, dass für die selbstsüchtigen, angstmotivierten, tyrannischen Herrscher seit eh und je die eigenwillige Vernetzung der Menschen untereinander die größte Gefahr darstellte. Sie müssen jedes Konspirieren kontrollieren, weil sonst eine Gegenmacht entstehen könnte, die die Herrschenden stürzt. Der gute, wohlwollende Herrscher kann das gelassen sehen, weil seine Position durch das Wohl und die Freiheit der Menschen bestärkt und geschützt wird. Wer jedoch seine Macht auf Unterdrückung und Ausbeutung gründet, der muss vor allem die Kommunikationswege kontrollieren, damit ihm keine Vernetzung von aversiven Befreiungsimpulsen entgeht. Heutzutage ist das kein Problem mehr, wenn man über die Technik verfügt, jedes Mobiltelefon, jeden Internetanschluss, jede Emailadresse und sogar jede Wohnung zu überwachen. Wer meint, dass das doch kein Problem sei, weil „man“ ja nichts zu verbergen habe, der möge sich fragen, welchen Kräften und Interessengruppen er denn alle seine persönlichsten und intimsten Daten freiwillig und ohne Begrenzung zur Verfügung stellen würde. Die gewohnte Naivität stößt erst durch Nachdenken auf die Gefahr, dass überhaupt keine Selbstbestimmung (keine wirtschaftliche, keine sexuelle, keine körperliche, keine religiöse) mehr möglich ist, weil das System der Macht durch Überwachung alle unpassenden oder unbequemen Menschen einschüchtern oder eliminieren kann. Und wenn das Nachdenken nicht so weit kommt, dann kommt die Erkenntnis eben erst mit der realen Freiheitsbeschränkung und Schikanierung. Das lernen wir gerade.

Wenn der Stigmatisierungsbegriff „Verschwörungstheoretiker“ fällt, treffen meist zwei grundsätzlich Denktypen aufeinander: der eine glaubt das offizielle bzw. verbreitete Narrativ und der andere stellt es in Frage. Das ist der entscheidende Unterschied, wir vor kurzem auch ein wissenschaftliche Studie herausfand, die die Kommentare in Online-Foren sprachlich und psychologisch analysierte. Was den fanatischen Anhänger von Mainstream-Erklärungen und -Konzepten so sehr irritiert und aggressiv macht, ist das Hinterfragen seines Weltbildes.

Der Begriff „Verschwörungstheorie“ oder „Verschwörungstheoretiker“ ist argumentativ und inhaltlich vollkommen sinnlos und funktioniert nur als verbales Kommunikationssignal, das sich am besten als Abwertung und Marginalsierung des anderen in die Bedeutungslosigkeit übersetzen lässt. Mit anderen Worten, wer diese Begriffe als Reaktion auf Inhalte verwendet, steigt aus dem Gespräch aus. Er könnte auch genauso gut die Faust erheben und brüllen: „Wenn Du nicht die Schnauze hältst, hau ich Dir in die Fresse!“ Die abweisende Botschaft ist hier nur ein wenig subtiler: „Wenn Du solche Dinge sagst, dann nehme ich Dich als Mensch nicht mehr ernst und schließe Dich aus der Gemeinschaft der Redeberechtigten aus.“ Die Drohung ist also eine psychische und zwar eine der heftigsten, die wir sozial haben: wir drohen mit Kontaktabbruch, Tabuisierung und Ausschluss. Das funktioniert jedoch nur solange, wie die Menschen glauben, die Hinterfragenden, Faktenkenner und -analytiker seien in der Minderheit und machtlos. Das könnte sich bald offensichtlich ändern.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Vor kurzem sprach ich mit einem bekannten Arzt, einem Allgemeinmediziner mit Schwerpunkt auf homöopathische und alternative Behandlung, in einer kurzen Begegnung auf der Straße und fragte ihn, was er als Arzt von der Nachricht halte, dass Corona-Symptome auch von 5G-Strahlungen hervorgerufen werden könnten. Seine Antwort war ebenso kurz wie bemerkenswert: „Das klingt nach einer Verschwörungstheorie.“ Dieses Beispiel ist deshalb besonders interessant, weil hier ein Arzt spricht, der nicht nur akademisch ausgebildet ist, sondern verantwortliche Entscheidungen für die Gesundheit anderer Menschen treffen muss und einen gewissen Eid geschworen hat. Seine Antwort auf eine doch mindestens wissenschaftlich interessante und beachtenswerte Frage entsprach dem alten Sprichwort: „Watt de Bur nit kennt, dat will er nit.“ Und dieser Arzt hält sich vermutlich für einen besonders reflektierten, wissenschaftlich denkenden, aufgeklärten Menschen. Ich benutze dieses Beispiel gerne, um zu veranschaulichen, dass wahrscheinlich gerade (solchen) Akademikern aus nennbaren Gründen der Veränderungsprozess und Wandel größte Schwierigkeiten und eine Menge Überforderungen bereiten werden.

Um das Beispiel noch abzurunden: derselbe Arzt trug schon tagelang den ganzen Tag eine Anti-Atemmaske in seiner Praxis, von der im regelmäßig schwindelig wurde. Aber er reagierte sichtlich erstaunt und interessiert auf die Aufklärung, dass bereits nachgewiesen ist, dass wir mit diesem Luftfilter um ein vielfaches mehr Kohlendioxid und weniger Sauerstoff einatmen und dadurch sogar lungenkrank werden können. Hatte er noch nie gehört. Er erzählte dann nur noch emotional aufgeregt, dass eine junge Patientin unter 30 zuletzt „wegen Corona“ ins Krankenhaus eingeliefert werden musste und „beinahe gestorben wäre“. Auf die Nachfrage, ob man denn sicher sein könne, dass die Symptome usw. auf den Corona-Virus zurückzuführen seien, war er über jeden Zweifel erhaben: „Ja, natürlich, das konnte man an den Symptomen ganz eindeutig erkennen!

In weniger als fünf Minuten wurde mir vor Augen geführt, was in Deutschland trauriger Standard ist: da steht ein kleiner, verängstigter, emotional hoch aufgeladener und völlig überforderter Jung vor mir und nennt sich „Arzt“. Das gleiche gilt natürlich für die kleinen Mädchen, die sich „Ärztinnen“ nennen sowie für Massen an „Richtern“, „Anwälten“, „Beratern“, „Wissenschaftlern“ und wie die Endprodukte der modernen akademischen Entwicklungshemmung alle so heißen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wir werden sicher einige Jahre brauchen, bis wir uns bei Ärzten (und den anderen verantwortungsvollen Berufen) wieder darauf verlassen können, erwachsene, denkfähige, reife und verantwortungsbewusste Menschen vor uns zu haben und keine verängstigten, vollkommen indoktrinierten und reflexionsunfähigen Systempuppen und (Pharma-)Lehrbuch-Referenten.

Geistige Faulheit

Sich Mund und Nase zu verdecken ist schlichtweg die intellektuell einfachere und geistig bequemere Variante als nachzudenken, Fragen zu stellen und sich zu informieren. Also gilt auch: wer glaubt, der Anti-Atem-Lappen sei ihm oder anderen zu Nutze, hat sich eben für den bequemen Weg der Unwissenheit und der kindlich naiven Folgsamkeit entschieden.

Dass das bei der offensichtlichen Verachtung der Regierenden für das Volk, ihrer Inkompetenz, Unehrlichkeit und Korruptheit irgendjemandem außerhalb psychiatrischer Dimensionen überhaupt noch möglich ist, mag diejenigen erstaunen, die das Phänomen des Schlafwandelns unterschätzen: diese Menschen sehen auf die Ferne aus und bewegen sich wie denkfähige Menschen, und doch… Damit können wir ihnen aber auch zugestehen, dass sie ein für allemal entschuldigt sind für ihre Fehleinschätzungen und großen „Meinungen“ über die Welt, die sie heute Morgen in der Zeitung gelesen haben. Wir können sie freistellen und in die wohlverdiente Verantwortungslosigkeit entlassen.

An der Anzahl der Maskenträger können wir unmittelbar sehen, warum eine funktionierende „Demokratie“ (d.h. wenn die Masse tatsächlich mitbestimmen würde) uns in den Abgrund führen würde. Denn siehe da, sobald die ungebildete, medienverstrahlte Masse entscheiden darf, was wissenschaftlich und politisch für alle und das Ganze das Beste ist, dann kann man z.B. auch ein totalitäres Infektionsschutzgesetz schon bei der Idee von einem Virus in voller Härte einsetzen. Vernünftige Menschen hatten dieses Gesetz einmal für echte Krankheiten und tatsächliche epidemische Bedrohungen (B-Waffen) vorgesehen, aber in einer digitalen und hochgradig virtuellen Welt muss es reichen, dass die Medien uns bloß von einem Virus erzählen, damit wir unsere Grundrechte aufheben und ein Grundgesetz (ebenfalls eine virtuelle Idee) aushebeln lassen.

Vor lauter irrealer Angstpropaganda fällt dem Bürger gar nicht mehr auf, dass er in der Realität immer den Kürzeren zieht, noch mehr eingeschränkt wird und schließlich selber noch draufzahlt. Die Gefahr ist zwar nur virtuell und erfunden, aber die Angst ist wirksam und der Verlust ist real. Wen aber interessiert schon die Realität während einer Massenpsychose, in der sich die meisten doch endlich einmal einig sind: es ist gut, Angst zu haben und zu verbreiten und es ist besser, noch mehr Angst zu haben und zu verbreiten.

Kein Grundbedürfnis des Menschen ist stärker als das, sich sicher zu fühlen. Und wenn alle großen Medien sagen, dass die Welt plötzlich wegen eines unsichtbaren Irgendwas, das uns allen an den Kragen will, höchst unsicher ist, dann lassen die Menschen alles stehen und liegen, auch sogenannte „innere Werte“, Freundschaft und gesunden Menschenverstand (sogar ihren Geschäftssinn) und spielen das „Titanic-Spiel“ mit. Und wie Blaise Pascal schon feststellte: wenn man etwas nicht glauben kann, dann kann man einfach so tun, als würde man es glauben. Irgendwann glaubt man es dann.

Das Bedürfnis nach Unterwerfung

Warum machen die Menschen das mit?

Ich meine, dass vor allem das Bedürfnis nach Angst und Unterwerfung bei vielen schon so groß geworden ist, dass ihnen jeder Vorwand genügt, um sich niederwerfen, auspeitschen oder eben die Atemluft abschnüren zu lassen. Es ist kein natürliches Bedürfnis, sondern eine neurotische Prägung der Schmerzvermeidung, indem man seine eigentlichen Ängste auf ein anderes vorgestelltes Geschehen projiziert. So kann man Angst haben ohne sich dem wahren Grund der eigenen Angst stellen zu müssen. Und dieser Selbstbetrug funktioniert – wie immer – im Kollektiv am besten.  

Vielleicht sind gewisse bizarre Praktiken der Lust doch viel verbreiteter als wir dachten. Es kann sich aber in der Not nicht jeder eine Latexmaske leisten. Ein Stück Stoff mag es dann auch tun. Die Lust an der Selbstaufopferung und dem Beinahe-Ersticken hat schon vielen Psychologen Kopfzerbrechen bereitet. Am wahrscheinlichsten bleibt die Erklärung, dass sich hier unverarbeitete Kindheits-Traumata in verzerrter und fragmentierter Form Bahn brechen. Vom (oft medikamentös verursachten) Sauerstoffmangel während der Geburt bis zur Selbstquälerei, um endlich die volle Aufmerksamkeit der Eltern zu bekommen – was den Außenstehenden oft verwirrt, ist die paradoxe Verknüpfung von einem unnötigen Leiden mit Grundbedürfnissen, die wie jede Sucht vergeblich aber immer heftiger nach Befriedigung suchen.

Und wir hatten schon so lange keinen Krieg mehr! Otto Normalverbraucher hatte also seit allzu langem schon keine Bühne mehr für eine öffentliche Selbstaufopferung, was die Sehnsucht vieler nach einer publiken Selbstquälerei für einen guten Zweck ins unerträgliche gesteigert haben könnte. Corona hat sie erlöst. Haben sie alle ihr Soll nicht erfüllt? Gehen sie nicht wenn auch namenlos so doch zumindest nicht ohne Borniertheit als Märtyrer der Naivität in die jüngste Geschichte ein?

Wer freiwillig eine Maske trägt, kann sich einreden, etwas für die Gemeinschaft, die Gesundheit oder sonst irgendein allgemeines, schwer überprüfbares Konzept zu tun. Und zwar umso mehr, weil er leidet. Die masochistisch-katholische Haltung von „Ich leide, also verdiene ich (Gottes) Anerkennung“ mündet heute vielleicht in einem Show-Leiden und Exhibitionismus der Selbstaufopferung für etwas Höheres („die Menschheit“) und spiegelt doch nur die neurotische Verdrehung der Sehnsucht wider, gesehen und gewertschätzt zu werden.

Diese Herleitung ist gar nicht nur theoretisch aus der Luft gegriffen. In meiner Stadt ist das Stadtviertel, das am dichtesten mit öko-moralischen Idealisten besiedelt ist, auch das Viertel mit den meisten Maskenträgern, die die Selbstfolterung auf offener Straße konsequenter zelebrieren als alle anderen. Ich habe mich anfangs gewundert, dachte ich doch zuerst, diese Apostel der persönlichen Freiheit, der Super-Gesundheit, der Anti-Autorität und des Naturschutzes müssten den widernatürlichen Zwang doch am ehesten ablehnen. Das war ein Irrtum. Die Anti-Atemmaske ist die lang ersehnte Möglichkeit für sie, sich im Namen eines Rettungs-Narrativs zu opfern.

Ihr viel beschworener Anti-Egoismus und die darin verborgene Selbstablehnung können sich nun besser denn je als Opfer für das höhere Gute feiern und die masochistisch verlässliche Identität festigen. Die geradezu schon typisch deutsche (weil lange eingeübte) Überzeugung, dass wir uns und die Welt verbessern, indem wir unser Wesen (und unsere Natur) unterdrücken, gängeln und verraten lassen, bringt nun den tröstenden Ausgleich durch die moralische Selbstgefälligkeit und medial aufgeklärte Selbstgewissheit. Der Stolz des Masochisten ist: „Seht her, ich leide mehr und effektiver als ihr!“ und beschwingt ihn zu immer höheren Leidens-Leistungen. Er scheut weder Krankheit noch Tod, denn er weiß, dass er dafür umso mehr die sonst schmerzlich fehlende Beachtung verdient.

Zu dieser traurigen Verdrehung deutscher Geduld und Hilfsbereitschaft gehört allerdings auch der schon lange geprobte Hass auf alle anderen, vor allem alle die, die anders denken und sich ohne Selbstaufopferung wohl in ihrer Haut fühlen. Denn wer sich mit einer Idee identifiziert, der muss jede andere Idee als Feind betrachten.

Der blinde Fleck

Wir denken bei der Untersuchung von Verschwörungen oder Machenschaften meistens nur an die Seite der Verschwörer, Betrüger oder Kriminellen. Aber zu einer erfolgreichen Irreführung oder Geheimhaltung gehört immer auch die andere Seite, also der, der sich in die Irre führen lässt, etwas nicht sieht oder nicht versteht. Da schauen wir nicht so gerne hin, denn dann müssten wir ja auf unsere eigene Rolle in dem Spiel schauen. Da lehnen wir doch lieber Betrug als solchen rundherum ab und erklären ihn für „unmöglich“. Nach dem bewährten Motto: Wenn die Fakten nicht zu Deiner Lieblingstheorie passen, müssen die Fakten falsch sein.

Ebenso lehnen wir auch ganz grundsätzlich Macht als reales Phänomen überhaupt ab, weil wir sonst vielleicht erkennen müssten, dass wir sie nicht haben und am Ohnmachts-Ende der Polarität hängen. Von weiterreichender Kontrolle oder globaler Steuerung wollen wir auch nichts wissen, denn es könnte der Gedanke aufkommen, dass wir seit eh und je ohne es zu bemerken auf der Position der Kontrollierten und Gesteuerten festsitzen. Dann doch lieber Augen und zu und jeden Hinweis auf die Fragestellung abtun. In einer unbequemen Realität halten sich Kinder lieber an ihre Fantasien.

Es geht also vor allem um eine Ablehnung und die Schutzreflexe gegenüber dem Themenkomplex von Macht und Ohnmacht, zu dem wir uns nun langsam vorgearbeitet haben. Sowohl der Wunsch nach Fremdbestimmung, die Tendenz zur naiven Folgsamkeit als auch der Unterwerfungszwang und die kindliche Verantwortungslosigkeit der Systemopportunisten, die wir bis hierhin betrachtet haben, sind Facetten eines ungeklärten Verhältnisses zur Dynamik von Macht, das für die meisten durch Angst definiert ist.

Macht und Selbstbestimmung

Wir alle waren in unserer Kindheit in ein starkes Hierarchie-Gefälle eingebunden. Je jünger wir waren, desto abhängiger und hilfloser waren wir und desto größer war der Unterschied zu den Älteren um uns herum, die viel mehr konnten, viel mehr wussten und dadurch in der physischen Welt vor allem viel mehr Einfluss hatten. Diese unsere Erfahrungen mit Abhängigkeit von einflussreicheren Menschen haben uns somatisch und emotional geprägt lange bevor wir darüber nachdenken oder eine Meinung darüber haben konnten.

Wir hatten nicht die Wahl, ob wir uns ausliefern wollten oder wem. Wir waren ausgeliefert – und zwar den Menschen, die sich unserer annahmen. Das liegt in der Natur des Kindseins und seiner Bedürftigkeit. Was uns geprägt hat, sind die angenehmen und unangenehmen Erfahrungen innerhalb dieses Ausgeliefert-  und Abhängig-Seins. Die Erfahrungen unserer ersten zwei Lebensjahre mit den größeren, mächtigeren Wesen bilden für den Rest unseres Lebens unsere intuitive und emotionale Einstellung gegenüber der Welt, insbesondere gegenüber Menschen, die uns in irgendeiner Weise nahe kommen – es sei denn, wir begeben uns später als Erwachsene mit unserem eigenen Bewusstsein nochmal zurück in die Tiefen dieser frühen nonverbalen Prägungen, um sie zu verändern.

Ab spätestens dem dritten Lebensjahr entsteht in der Kindheitsentwicklung jedoch eine weitere Differenzierung und Reifung dadurch, dass das Kind mehr und mehr Selbstkontrolle gewinnt, also Kontrolle über Impulse und Handlungen, dadurch eigene Handlungen planen, intentional und strategisch vorgehen und sich dabei an Maßstäben von „richtig“ und „falsch“ orientieren kann. So entsteht die Basis von Willenskraft, weil sich das Kind nun immer weniger mit seinen Impulsen dafür aber immer mehr mit der Steuerung seiner Impulse identifiziert. Das Ich-Gefühl verbindet sich nun mit den Fähigkeiten, Dinge absichtlich zu tun, zu lassen, aufzuschieben und in geplanter Reihenfolge auszuführen. Damit beginnt die handlungsbezogene Selbstbestimmung, die das Fundament für die spätere kognitive, dann soziale und schließlich geistige Selbstbestimmung legt. Wenn das Kind darin nicht gestört wird, entwickelt es einen gesunden Stolz auf diese neuen und wertvollen Fähigkeiten. Sie sind später wichtige Werkzeuge für Ausdauer, selbstgewählte Disziplin und soziale Einpassung ohne dabei das Selbstgefühl zu verlieren.

In dem Zeitfenster von ca. 2,5 Jahren für diese „Willensentwicklung“ lernt das Kind nicht nur sich zu kontrollieren, sondern auch, inwieweit diese Kontrolle im sich nach eigenen Bedürfnissen und Impulsen richten kann (Selbststeuerung) oder sich nach Erwartungen und Bedürfnissen anderer richten muss (Fremdsteuerung).

Lange Zeit herrschte in der Kleinkindpädagogik und Erziehungskonzeption in Deutschland die militärische Idee, man müsse „den Willen des Kindes brechen“, damit es später kein Tyrann werde. Um es an dieser Stelle kurz zu halten: jede Empirie beweist das Gegenteil, wie die Entwicklungspsychologie heute auch weiß; erst und gerade durch die Unterdrückung der Entfaltung kindlicher Selbstkontrolle und seiner essentiell wichtigen Kraft- und Grenzen-Experimente entsteht eine lebenslange Konditionierung zum unterwürfigen, masochistischen Charakter („Der Untertan“) oder zu seiner Inversion, dem sadistischen, machthungrigen Charakter („Der Tyrann“), die beide bloß zwei Varianten einer massiven Störung von Willenskraft und Selbstausdruck darstellen.

Die Dominanz solcher als Pädagogik getarnter Unterwerfungsphilosophien ist Teil einer geistig verdunkelten Epoche der Deutschen von über 50 Jahren, denn wir waren in der Zeit der Romantik, die aus den Ansätzen der Aufklärung eine einmalige, ganzheitliche Philosophie der menschlichen Entfaltung entwickelte, schon viel weiter. Die strategische Elternberatung für den Machtkrieg mit ihren Kindern gehört zwar seit den 1960ern der Vergangenheit an, wir haben aber bis heute noch sowohl mit ihren Ausläufern als vor allem auch mit ihrer radikalen Gegenbewegung zu tun, die sich als „anti-autoritär“ bezeichnet und wiederum übers Ziel hinaus schoss, weil sie meist auf „Anti-Struktur“, also auch „Anti-Halt“ und deshalb auf „Anti-Sicherheit“ hinausläuft.

Kinder brauchen vor allen Dingen Halt und Sicherheit. Darauf bezieht sich die bekannte Erziehungslosung „Kinder brauchen Grenzen“ – gemeint sind nicht mechanische Beschränkungen und schon gar nicht Unterdrückung durch Machtkämpfe (die das Kind nur verlieren kann), sondern Grenzen als Kontakt- und Erfahrungsflächen, um sich selbst, die eigenen Kräfte und Wirkungen auf andere kennen zu lernen.

Wenn ihre experimentellen Impulse zur Einflussvergrößerung unbegrenzt oder sogar unbeantwortet bleiben, dann schlagen sie irgendwann ins Asoziale und Manipulative um. Statt Selbstkontrolle und Selbstdisziplin lernen sie, andere und die Welt für ihre Bedürfnisse und Impulse zurechtzubiegen und andere geschickt oder gewaltsam zu ihren eigenen Zielen zu verführen. Dann haben wir kleine Narzissten-Persönlichkeiten, die auf ihre Manipulation und Kontrolle der Außenwelt angewiesen sind, um sich… stark und mächtig zu fühlen? Nein, um sich sicher, gehalten und nicht ohnmächtig zu fühlen.

Das ist der entscheidende Punkt: sowohl das Kind, das keinen eigenen Willen haben und äußern darf als auch das Kind, das seinen Willen nicht im Kontakt testen und realistisch-sozial begrenzen kann, erleben in dieser enorm wichtigen Entwicklungsphase eine überfordernde Ohnmacht. Entweder die Ohnmacht, von der Macht der Größeren, Stärkeren, ja, Verantwortlichen chancenlos überwältigt zu werden. Ein Kind wird immer den Weg wählen, der ihm die weitere Zuwendung und den Schutz der Bezugsperson sichern – dafür ist das Kind auch bereit, seine eigene Kraft komplett zu leugnen und zu unterdrücken, was dann eine generelle Lebenshaltung werden kann.

Oder das Kind erfährt die Ohnmacht, im Austesten der eigenen Einflusssphäre kein haltgebendes Gegenüber und dadurch keinen Austausch zum Lernen zu finden. Damit laufen die eigenen Machtimpulse ins Grenzenlose, das heißt genauer: ins Kontaktlose. Ein Kind wird alles tun, um sich nicht ohnmächtig zu fühlen. Entweder, indem es eine Konfrontation in Zukunft komplett meidet und die eigenen Bedürfnisse, Impulse, Interessen, Fragen, usw. dafür unterdrückt (es unterwirft sich den äußeren Bedingungen: der Untertan). Oder indem es sich selbst aus seinen kindlichen Fähigkeiten, seiner Fantasie und seinen Bedürfnissen eigene Grenzen behelfsmäßig konstruiert, bei denen die Bedürfnisse und Grenzen anderer, soziale Anforderungen oder Hierarchien gar keine Rolle spielen (es entwickelt eine fantastische, megalomane Persönlichkeit: der Narzisst und der Tyrann).

Der narzisstisch-tyrannische Charakter lebt dann in der tatsächlich erlebten und tief verinnerlichten Haltung, dass die Welt ihn nicht begrenzen kann, dass nur er selbst sich Rahmen, Grenzen und Maßstäbe setzen kann und folglich alle anderen macht-hierarchisch unter ihm stehen müssen. Die größtenteils unterdrückte Fantasie aus dem Mangel an Grenzerfahrung ist: „Wenn ich mich nicht streng selbst kontrolliere, dann kann ich die ganze Welt vernichten“. Auch wenn er später intellektuell einsehen muss, dass das natürlich nicht stimmt, so bleibt dies doch seine emotional fest verankerte Grundeinstellung, deren Wurzel Angst ist. Angst vor dieser speziellen Ohnmacht, nicht genug begrenzt und im Kontakt sein zu können mit der eigenen Kraft. Angst davor, dass dieser Drang nach Grenztestung, so weit über das eigene Ich-Gefühl hinausgeht und dann nicht mehr kontrolliert werden kann, dass es tatsächlich letztlich die Angst vor dem Selbstverlust, also vor einer Art Psychose ist. Das soll hier nur erwähnt sein, um das Ausmaß und die Tiefe dieser Angst zu verdeutlichen.

Die Angst vor der Macht

Für unsere Untersuchung hier ist wichtig, dass beide Varianten der Entwicklungstraumatisierung – die Willen-unterdrückende und die Willen-vernachlässigende – dazu führen, dass Menschen Angst in Bezug auf Macht und Hierarchien somatisch und emotional verinnerlichen.

Erst später entwickeln sie dann aus dieser Angst und emotionalen Prägung heraus eine Macht-ängstliche Lebensphilosophie oder sogar eine Macht-ablehnende Ideologie, die sie für richtig halten, weil sie ihren eigenen Erfahrungen und Gefühlen entspricht. Deshalb helfen gegenüber solch wahrhaft eingefleischten Konzepten kaum Argumente und Erklärungen, weil sie auf einer nicht-intellektuellen, meist unbewussten Ebene idiosynkratisch richtig sind – eben in Bezug auf die eigenen frühen Erfahrungen, die nur verallgemeinert werden. Wenn derart geprägte Menschen sich später soziale Verbindungen suchen, die sie in ihren Überzeugungen bestätigen und befeuern, bleiben sie in der unreflektierten Gewissheit stecken, dass Macht an sich schlecht und bedrohlich ist.

Wie sehen sie dann die Welt? Sie sehen sie durch ihre Erfahrung und Gewissheit hindurch, dass Macht ein Problem ist, das irgendwie abgeschafft oder bekämpft werden muss; dass jegliche Form von Hierarchien zu Machtmissbrauch führt; dass Rangstufen des Einflusses und Entscheidens gefährlich sind.

Wenn die Erfahrung von Macht, Rangordnung und Einfluss-Möglichkeiten eng verknüpft ist mit der Erfahrung von Machtmissbrauch (Unterdrückung oder Vernachlässigung), dann verschmelzen diese beiden Konzepte zu einem Angst-Macht-Komplex, der hauptsächlich einen psychischen Effekt hat, den wir für unsere Betrachtungen herausstellen wollen: Macht muss dann chronisch gemieden werden – sowohl symbolisch-gedanklich als auch real. Mit anderen Worten: Macht wird ein emotionales, intellektuelles und soziales Tabu. Sie wird im wahrsten Sinne des Wortes undenkbar. Außerdem böse und falsch.

Damit sind dann leider auch die verantwortungsvollen, fürsorglichen, beschützenden, fördernden, gestaltenden und erhebenden Formen von Macht ausgeschlossen. Das ist die geistige Sackgasse, in der heute bereits mehrere Generationen auf ihre Weise feststecken: da sie Macht als solche ablehnen, finden sie keinen funktionierenden Weg mehr zu Verantwortung, Allgemeinwohl, Sicherheit, Loyalität, Entwicklung und Freiheit. Sie suchen nach einer gesunden Ordnung ohne Macht und Hierarchien, was ein Ding der Unmöglichkeit ist, weil es in ihren ausgedachten Systemen keine Orientierung und keine Personifikation von Verantwortung und Anerkennung gibt. Ihnen fehlt eben genau das, was sie emotional verdrängt und tabuisiert haben. Zu der förderlichen Macht mit positivem Vorzeichen und was wir dafür benötigen, kommen wir weiter unten im Text noch ausführlicher.

Ein Kind kann eine reale Gegebenheit, wie Macht und Hierarchie sie nun einmal im Kinderleben sind, nur auf eine Weise vermeiden: es muss sie aus seiner Wahrnehmung verdrängen. Die Psyche des Kindes baut einen Filter in die Wahrnehmung ein, der jedes Signal in Zusammenhang mit Einfluss, Macht oder Rangunterschieden von der bewussten Verarbeitung fernhält. So entstehen die sprichwörtlichen blinden Flecken. Wenn sie vor dem vierten Lebensjahr essentiell wichtig sind für das Kind, dann sind sie nicht reflektierbar, weil das Kind bis zu dem Alter noch kein ausreichendes selbstbeobachtendes Denken entwickelt hat. Ein dermaßen geprägter Mensch kann ohne intensive äußere Hilfe weder über seinen Filter noch über tatsächliche Machtverhältnisse nachdenken, weil sie für ihn schlichtweg nicht erkennbar sind. Und wenn man es schafft, sie ihm dennoch an seinen gewohnten Filtern vorbei sichtbar zu machen – z.B. in bildlicher, sehr plakativer und einfacher Sprache – dann wird man feststellen, dass sein Verständnis von Machtbeziehungen auf dem Niveau eines dreijährigen Kindes steht. Wahrscheinlich sogar auf dem Niveau eines verletzten, also ängstlichen und misstrauischen dreijährigen Kindes.

Dies gilt es zu berücksichtigen, wenn wir uns im Geschäft der Aufklärung oder des politischen Systemwandels engagieren. Wir müssen mit vielen Unmündigen rechnen und arbeiten.

Nicht sehen können – nicht verstehen können

Was sind die weiteren Effekt vom Angst-Macht-Komplex und dem Anti-Macht-Filter? Aus dem Nicht-Sehen-Wollen (weil zu sehr mit Schmerzen und Ohnmacht verbunden) wird ein Nicht-Sehen-Können, welches die hartnäckige innere Haltung bildet für die weitere persönliche Entwicklung über das Grundschulalter, durch die Jugend bis ins Erwachsenenleben hinein. Wir haben dann später erwachsene Menschen – politisch gesprochen also auch: Wähler – die

  1. Macht und Hierarchien für etwas grundsätzlich Falsches und Böses halten und
  2. reale Machtverhältnisse nicht wahrnehmen können.

Natürlich funktioniert das in der extremen Ausprägung, die wir heute als Verblendung einer komplette Generation erleben, nur, wenn besonders die Jugendlichen entsprechend indoktriniert werden. Denn ihre Neugier und ihr erwachender Geist der Emanzipation müssen gelähmt und klein gehalten werden. Der moderne Weg dafür lässt sich als Zumüllen zusammenfassen. Die Glaubenssätze, die gefühlsmäßig passen und dann auch noch sozial am meisten belohnt werden, werden deshalb von den jungen Menschen aufgesogen wie Naturgesetze. Sie lassen sich auf zwei Axiome zurückführen:

  1. „Macht und Hierarchien sind schlecht, veraltet und deshalb zu meiden.“ Ideologische Stichworte dazu: Hierarchielosigkeit, Basis-Demokratie, Liberalismus, Anarchie, Gleichstellungs-irgendwas, Emanzipation usw.
  2. „Es gibt gar keine echte Macht und Hierarchie mehr.“
    Mit anderen Worten: glaube den Machthabern, dass sie gar keine Macht mehr hätten, alles ist „demokratisch“, du kannst bei allem mitreden, deine Stimme ist wichtig und du darfst dich für selbstbestimmt halten, solange du dich genau an die Spielregeln des Systems hältst.

Die Botschaft von Indoktrination 1 lässt sich auch formulieren als: „Denk nicht nach!“, während die von Indoktrination 2 lautet: „Schau nicht hin!“ Beide zusammen bilden die paradoxe Botschaft von: „Glaube das, was du von den Autoritäten des Systems lernst, damit du dir innerhalb des Glaubenssystem einbilden kannst, du seist unabhängig, emanzipiert und selbstbestimmt (während du komplett fremdbestimmt bist)“. Kurz: das Matrix-Phänomen: innerhalb der Matrix kannst du glauben du seist frei, solange du nicht zweifelst und keine Fragen stellst.

Das Ergebnis dermaßen emotional und konzeptuell indoktrinierter und betäubter Menschen sehen wir heute in den massenhaften Überzeugungen von vor allem jungen Erwachsenen, die das Nachsprechen unreflektierter Ideologien und Slogans schon für ihre erfolgreiche Emanzipation halten und sich exakt nach den Vorgaben des Systems bewegen können in der festen Überzeugung, sich dabei tapfer gegen das System und für die wahre Freiheit zu engagieren.

Da sind Generationen von „Männern“, die nicht bloß Gewalt, sondern jeglichen Einsatz von Einflussnahme ablehnen. Sie haben ihren inneren Zugriff auf Aggressionsfähigkeit, Kampfbereitschaft, Selbstbehauptung und Eigenpositionierung auf so früher Ebene blockiert, dass sie nun davon ausgehen, dass es dieses Potenzial in ihnen gar nicht gibt. Sie halten sich für die gesegnete neue Generation von Friedensbringern und bemerken nicht, dass sie ihren herbeigeträumten Marihuana-Frieden gegen keine Gegenkraft durchsetzen geschweige denn verteidigen könnten. Sie halten ihren ängstlich-überforderten, prä-pubertären Verzicht auf Selbstbestimmung für ihre ganz besondere Form der Selbstbestimmung und bilden Gruppen, Initiativen und Projekte, um sich darin gegenseitig zu bestätigen.

Und sie schwärmen von „Schwarm-Intelligenz“ – ein irriges Konzept, das sich jemand ausgedacht muss, der gerne Kollektive steuert oder sie zumindest gerne hilflos in den Abgrund taumeln sieht. Vielleicht auch einfach nur ein weiteres Beispiel für menschliches Wunschdenken. Es gibt keine Schwarm-Intelligenz, sondern höchstens Schwarm-Instinkt. Schwarm- und Herdentiere agieren aus dem Instinkt ihrer Art. Wenn Menschen aus diesem Herdentrieb oder aus ihrem „größten gemeinsamen Nenner“ agieren, dann ist das eine mächtige Reduktion menschlicher Intelligenz und menschlichen Potenzials. Alle großen konstruktiven Leistungen und Bewegungen der Menschheitsgeschichte gingen von einem oder ein paar wenigen (sehr individuellen) Geistern aus. Wo so etwas wie „Schwarm-Intelligenz“ wirkte, kann man nur vom Horror der „Massendummheit“ sprechen: Massenhysterie, Massenpsychose, Massendestruktivität. Jeder Fortschritt, Aufbau, jede Innovation folgte stets der gleichen Dynamik: einer hat die Idee, einige wenige setzen sie um und die Masse übernimmt sie später mechanisch und lässt sie zum neuen Standard werden.

Was aber all die Ideen à la Schwarm-Instinkt ermöglichen, ist das Mitschwimmen mit einer Gruppe oder einem Kollektiv ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Der authentisch freie Geist eines Menschen sollte sich ab der Pubertät über jegliches Mitlaufen und Schwarm-Sonstwas empören. Diesen geistigen Entwicklungsschritt zu betäuben und zu blockieren braucht eine mächtige Gegenkraft und diese Gegenkraft ist der beschriebene Angst-Macht-Komplex. Den gilt es zu durchschauen, um frei zu werden.

Er sorgt dafür, dass Menschen Kinder bleiben und sich als Teenager dafür entscheiden, sich vom umfassenden System lenken und bestimmen zu lassen. Warum? Weil es einfacher, greifbarer, sozial anerkannter und vertrauter Weg ist. Und weil es keine sichtbare Alternative mehr gibt. In unserer Gesellschaft wurde die Unterstützung für die Emanzipation der Jugendlichen – also echtes Erwachsenwerden – fast gänzlich abgeschafft. Marginale Reste solcher Unterstützung haben sich ins Unsichtbare innerhalb und außerhalb der Institutionen zurückgezogen. Einer unserer dringendsten Aufgaben besteht darin, sie aus ihren Überlebenswinkeln und Nischen wieder an die sichtbaren Führungsspitzen zu heben und geistiges Erwachsenwerden wieder zu fördern.

Zusammenfassung zum Macht-Angst-Komplex

Fassen wir einmal zusammen: Menschen mit emotional verankertem und ideologisch fixiertem Angst-Macht-Komplex wollen und können Macht, Machtstrukturen und Hierarchien des Einflusses nicht sehen. Ihnen fehlt sowohl die Erkenntnisfähigkeit für Wirk- und Machtstrukturen in der Außenwelt als auch psychisch-innerlich. Ihre Selbstkontrolle beruht auf der Anpassung an äußere Bedingungen, von denen sie abhängig bleiben, um sich gehalten und sicher zu fühlen. Diese Abhängigkeit gilt sowohl für den Sich-Unterwerfenden mit seiner kollabierten oder unterdrückten Willenskraft als auch für den narzisstischen „Anführer“ mit seinen egozentrisch inflationierten Machtfantasien. Beiden fehlt echte Selbstkontrolle, Selbstdisziplin und Selbstregulation. Und damit echte Eigenständigkeit und (Selbst)Verantwortungsfähigkeit. Wir können auch sagen: Mündigkeit. Beide hängen psychisch vollkommen am Tropf eines Systems, das ihnen das Milieu gibt, das sie brauchen, um sich zu stabilisieren und nicht an ihre Angst vor Ohnmacht zu rühren.

Wenn man Menschen mit kollabierter Willenskraft reale Machstrukturen aufzeigen oder erklären möchte, stößt man auf eine betonharte emotionale Mauer, die außerhalb jeglichen rationalen Verhaltens liegt. Sie können und wollen nicht nur Machtdynamiken nicht sehen, sie können und wollen vor allem Machtmissbrauch nicht sehen und werfen ihn mit Macht gerne in einen Topf. Deshalb reagieren sie emotional aufgeladen, wenn ihnen Macht offen entgegen tritt, denn sie wittern sofort überall nur Missbrauch. Die Folge ist noch irrationaler: sie bevorzugen es (emotional/psychisch), dass Macht unsichtbar und im Verborgenen also manipulativ bleibt, denn dann können sie sie besser leugnen. Dass sie dadurch zu Objekten der Fremdsteuerung werden, nehmen sie gar nicht wahr. So infantil-naiv wie das klingt ist es tatsächlich.

Und sich mit realen Machtstrukturen intellektuell aufrichtig auseinanderzusetzen – also ohne ideologische Wunschprämissen und Axiome – bedeutet stets, sich mit der eigenen Ohnmacht auseinanderzusetzen, was auf sehr früher Ebene blockiert, sprich: traumatisiert sein kann. Und mit einem traumatisierten Menschen kann man nicht wissenschaftlich sprechen. Das muss anders ablaufen, wenn es konstruktiv sein soll.

Was die Macht-Ängstlichen tun, ist, ihre Macht abzugeben. Da jegliche Einflussnahme per se als etwas Schlechtes in ihrem Unterbewusstsein gespeichert ist, müssen sie sie soweit wie möglich von sich wegschieben. So werden auch Selbstbehauptung, Mitbestimmung und Mitgestaltung wie ein Schwarzer Peter möglichst weit weggereicht und ausgeblendet. Dann können sie ihre tatsächliche Machtlosigkeit als Erleichterung und Fortschritt feiern.

Diese Menschen werden selbst den offensichtlichsten und leicht nachprüfbaren Fakten über Machtdynamiken mit aggressiver Ablehnung begegnen. Der kopflose Pauschalangriff: „Verschwörungstheorie!“ ist wie oben schon beschrieben ihr letzter hilfloser, irrationaler Versuch der Abschottung gegen die bedrohliche Erkenntnis der eigenen Ohnmacht.

Denn wer sich mit den tatsächlichen Machtstrukturen in der Welt beschäftigt, der ist zunächst auch einmal mit der eigenen Ohnmacht und dem Zerbrechen eigener Macht-Illusionen konfrontiert. Wer dieses intellektuelle „Aufwachen“ schon erlebt hat, der weiß sofort, wovon hier die Rede ist. Ohnmacht zu integrieren und dabei nicht in neue neurotische Abwehr-Mechanismen oder paranoide Zwangsgewohnheiten zu verfallen, ist ein schmaler und steiler Pfad, auf dem schon viele abgerutscht oder steckengeblieben sind.

Wer all dem ausweichen will, der kann es sich nur in der Ohnmacht bequem machen: sich mit gleichgesinnten Macht-Verweigerern zusammentun, dem Diktat der kollektiven und ideologischen Fremdbestimmung folgen, das mutige eigene Denken betäuben und sich einreden, man sei in der formlosen Zugehörigkeit doch schon ganz schön individuell – weil man sich ja seinen Bildschirmschoner, sein Facebookprofil und den Klamottenkauf „personalisieren“ kann. Lebenswichtig ist für die derart Kind-Gebliebenen, dass sie jede Information über die realen Machtverhältnisse oder über ihre Position der vollkommenen Abhängigkeit akribisch von sich fernhalten müssen. Zur Not mit Gewalt.

Es darf daher nicht überraschen, wenn wir gerade in den Gruppen mit den lautesten Autonomie-, Anti-, Außenseiter- und Aussteiger-Bekundungen die Abhängigsten und System-Ängstlichsten finden. Wenn Fernseher, Radio und „offizielle Kanäle“ des angeblich doch so abgelehnten Systems sagen, es müssten jetzt Mundmasken getragen werden, sind sie sofort und geflissentlich in der ersten Reihe dabei – und bekämpfen die Systemfeinde mit der typischen Zuverlässigkeit von Angst und Ignoranz. Werden sie nicht auch dafür einstehen, dass bestimmte Menschen einen gelben Stern tragen sollten, dass man bestimmten Menschen ihre Grundrecht entziehen sollte? Und wenn die Regierung und ihre Wissenschaftler sagen, sie sollen rote Nasen aufsetzen, sich die Augen verbinden und aus dem Fenster springen – dann muss es getan werden. Ach, die vollmundige Kinderrevolte findet nur statt bis die Mutti ins Kinderzimmer kommt und „Schluss!“ oder zum Essen ruft.

Es bedarf nur ein paar weniger skrupelloser Leute, die sich diese gebündelte Angst zu Nutze machen wollen, und sie in die gewollte Richtung innerhalb ihres Systems kanalisieren: so baut man das, was man Faschismus nennt und muss dabei den macht-ängstlichen und willenlosen Mitläufern nur täglich einreden, dass es gar keine Macht gibt und dass alles nur zu ihrem Besten ist. So spaltet sich über die Zeit hinweg die Gesellschaft: auf der einen Seite die betäubt-träumenden Systemmitläufer in ihrer chronisch ängstlichen Überforderung und auf der anderen Seite die aufmerksam Wacheren, die erkennen, wie das gesamte Schiff mit voller Kraft und Begeisterung auf das Eismassiv zusteuert.

Damit kommen wir zur Differenzierung zwei fundamental unterschiedlicher Entwicklungszustände des Menschen:

Individualität versus Kollektiv-Mensch

Man könnte nach unseren bisherigen Betrachtungen zu der Meinung gelangen, Macht sei ein Spezialthema für Psychologen, Sozialwissenschaftler und geopolotische Analysten. So ist es hier jedoch nicht gemeint. Auch wenn wir uns im weiten Bogen angenähert haben, möchte ich doch auf den Punkt kommen, dass Macht eines der essentiellsten Themen des menschlichen Lebens ist. Und zwar nicht nur sozial oder in Bezug auf die Organisation und Steuerung einer Gesellschaft, sondern vielmehr für jeden einzelnen.

Jeder selbstreflektierte Mensch wird sich früher oder später die Frage nach der Macht stellen. An dieser Frage führt kein Weg vorbei – außer Ignoranz und Ablenkung, die nicht nur die Wurzeln des Leids sind, wie die Buddhisten wissen, sondern auch die der Retardierung. Spätestens bei der Frage nach der eigenen Selbstbestimmung und Unabhängigkeit oder nach dem eigenen Willen taucht das Thema der Macht auf: wer oder was bestimmt, was und wie ich denke, was ich fühle und was ich tue? Die Frage nach der Macht ist die Frage der Emanzipation. Und die Emanzipation ist die Vorbedingung für die Individuation.

Wer sich nicht emanzipiert, der kann keine individuelle Identität entwickeln. In der ungenauen Alltagssprache, die unsauberes Denken spiegelt und deshalb mittlerweile sogar in sogenannte „Expertenrunden“ Einzug erhalten hat, wird Individualität meist mit Einzigartigkeit verwechselt. Jede Schneeflocke ist einzigartig, aber sie ist nicht individuell. Jeder Mensch mag ebenso einzigartig sein – individuell, also Individuen sind nur wenige.

Individuum ist, wer sich mit einem unteilbaren inneren Kern identifiziert (lat. in-dividere = un-teilbar), also mit seinem eigenen Wesenskern. Eine entscheidende Eigenschaft von individuierten Menschen ist, dass sie von innen nach außen leben und aus ihrer Eigenart heraus agieren. Sie bringen dadurch eine wiedererkennbare Konstanz im Ausdruck mit sich, die Kinder und nicht-individuierte Menschen nicht haben, weil sie re-agieren und sich dadurch überwiegend von der Außenwelt gesteuert verhalten. Eine weitere Eigenschaft des Individuums ist, dass Denken, Fühlen und Sinneswahrnehmung eine Einheit bilden. Unterhalb dieser Reifestufe führen diese Funktionen ein weitgehend getrenntes, unkoordiniertes Eigenleben und sorgen stets für Chaos untereinander, das nur durch haltgebende und steuernde äußere Bedingungen im Zaum gehalten werden kann.

Bevor der Mensch ein Individuum wird, ist er ein Kollektiv-Mensch. Der Kollektiv-Mensch denkt, fühlt und tut das, was das Kollektiv denkt, fühlt und tut. Er stellt nichts Eigenes, Separates oder Autonomes dar, sondern bloß eine verkörperte Sammelstelle für unpersönliche äußere Strömungen. Wenn die meisten Menschen um den Kollektivmenschen herum sich einen Lappen vor den Mund binden, tut er das auch. Wenn sie „grün“ schreien, schreit er „grün“, wenn sie sagen, „Chemotherapie hilft“, dann lässt er sich vergiften, wenn die Regierungs-Statistiken sagen, die Bürger seien zufrieden, dann hält er sich für zufrieden und wenn der Arzt ihm sagt, er habe eine tödliche Krankheit, dann stirbt er, wie es sich gehört. Verstehen von alldem tut er nichts. Einen eigenen Standpunkt dazu hat er auch nicht – höchstens imitierte Standpunkte von anderen. Der Ersatz für „die anderen“ und „was man tut“ ist heute der Fernseher. Der moderne Kollektivmensch kann also gänzlich isoliert leben und trotzdem glauben, er sei Teil von etwas Größerem. Das ist er auch, er hat nur keine Ahnung, was dieses Größere wirklich ist und wozu es ihn benutzt.

Was dem Kollektivmenschen fehlt, sind Innen-Orientierung und ein eigener innerer Bezugspunkt aus Wissen, Erfahrung und Verstehen. Seine Orientierung beruht weiterhin auf einem Kleinkind-Mechanismus, der sich „social referencing“ (in etwa: „soziale Bezugnahme“ oder „sozialer Rückbezug“) nennt. Das Kind schaut in neuen oder Entscheidungs-Situationen danach, wie die Eltern reagieren oder handeln und richtet sich danach. Wir können auch daran erkennen, dass der Kollektiv-Erwachsene im Grunde ein ältergewordenes Kind ist, das die Eltern bloß durch Autoritäten und den Fernseher ersetzt hat.

Stress frisst Hirn

Social referencing als basale Hirnfunktion tritt übrigens auch vermehrt unter Stress, Überforderung und Druck auf, denn das eigene Denken kann erst einsetzen, wenn das Nervensystem dafür genug Freiraum lässt. Es müssen im Nervensystem genügend Ressourcen frei sein, um Kapazität zum Denken, Nachdenken und Hinterfragen zu haben. Der moderne Hamsterrad-Mensch, der oft schon seit seiner frühen Schulzeit an den Zustand der Dauerüberforderung und -angst gewöhnt ist, hat kaum Kapazität zum Nachdenken. Er muss sich mit primitiveren Lösungsstrategien und Entscheidungswegen behelfen, z.B.: „Tu was die anderen tun. Fall nicht auf. Schau, was du für dich rausholen kannst. Schau nicht links und rechts, bleib auf der schmalen Straße des unmittelbaren Selbsterhalts.“

Stress frisst Hirn. Und damit Intelligenz, Weitsicht, Empathie und Verstand. Es ist nicht fair, solch überforderten Menschen die Aufgabe zu geben, die beste Regierung für ein komplexes Ganzes zu bestimmen, das sie nicht einmal annähernd überschauen. Sie werden ja doch nur an der Nase herumgeführt von denen, die die Massen bzw. die Medien steuern. Man verstehe den Teufelskreis von Beeinflussung und Unterwerfung und bringe damit das gesamte System der Pseudo-Demokratie mit ihren blühenden Fantasie-Versprechen ein für allemal hinter sich!

Natürlich ist der Übergang vom reinen Kollektivmenschen zur höheren Reifestufe des Individuums fließend und man kann alle möglichen Mischverhältnisse von Kollektiv-Verschmelzung und Elementen echter Individualität finden. Das soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Mehrheit der Menschen im Zustand der Kollektivabhängigkeit lebt.

Die inneren und äußeren Bewegungen von Kollektivmenschen werden von Kräften bestimmt, die außerhalb von ihnen liegen und für sie unsichtbar sind. Diese Kräfte lenken die Menschen so wie der Mond das Meer bewegt. Einer dieser ferngesteuerten Automatismen im modernen Kollektivmenschen sind die Überzeugungen: „Ich bin ein Individuum“, „Ich bin einzigartig“ und „Ich bin etwas besonderes“. Diese Überzeugungen sind nicht begründbar, aber begründet: nämlich in der Imitation der Umwelt. Diese imitierten Gedanken-Schnipsel sind zwar falsch, aber daran ist nichts falsch.

Ich kenne keinen Hinweis, dass es jemals anders war in der Menschheitsgeschichte geschweige denn zukünftig anders wird. Die unauslöschliche Idee, dass „die Menschen“ einen „Bewusstseinssprung“ machen und sich Abrakadabra durch rätselhafte kosmische Einflüsse in individuelle erwachte Wesen verwandeln ist ein moderner Mythos der – nicht verwunderlich – Kollektivmenschen besonders anzieht. Einer genaueren Prüfung halten solche Traumprophezeiungen nicht stand. Man kann genauso wenig zum Individuum „gemacht werden“, wie man unbewusst bewusst oder mechanisch menschlich werden kann.

Der stets von außen bewegte Kollektivmensch jedoch fantasiert unter anderem auch von seiner eigenen Himmelfahrt als Abholservice. Solche Träumereien sind Zeichen und Wächter für tiefen und festen Schlaf weit ab von den initiatischen Schwellen zu echtem individuellen Bewusstsein als Einzelner. Man kann mit ihnen allerdings durchaus eine Menge Geld, Ruhm und Macht gewinnen – innerhalb der Matrix, versteht sich.

Wer vom „Massen-Erwachen“ spricht, der spricht tatsächlich von nichts Weiterem als dem Wechsel der Filmrolle in Platos modernisierten Höhle. Er spricht von der Matrix reloaded, nicht vom Ausstieg aus der Matrix. Bewusstsein ist ein Punkt-Phänomen, das sich nur in der ersten Person Singular spiegeln kann. C. G. Jungs „Kollektives Unbewusstes“ ist eine Art versteckter terminologischer Pleonasmus: das Unbewusste tritt immer im Kollektiv auf und das Kollektiv ist stets unbewusst. Hat schon mal jemand ein Kollektiv erlebt, das sich individuiert? Oder Bewusstsein entwickelt?

Eine der Standard-Durchgaben zur Beruhigung der Kollektiv-Psyche ist der Gedanke „Alle Menschen sind gleich“. Solche geistig toten Leitsätze können dazu dienen, die Masse der mechanisch Denkenden und mechanisch Fühlenden in eine gemeinsame Richtung zu delegieren, z.B. in den Glauben an ihre Freiheit. Ein Sklave, der glaubt, er sei frei, wird keinen Aufstand machen, sondern seine Arbeit. Und die Menschen wollen Sklaven sein. Oder „Schafe“, um es leichter verdaulich auszudrücken. So oder so: daran ist nichts falsch. Wir müssen nur unsere Prämisse überdenken, dass alle Menschen „frei“ und „keine Sklaven“ sein sollten und uns stattdessen mehr an die psychologische Realität halten. Wunsch-Projektionen sind keine Wissenschaft.

Wovon wollen wir uns fesseln lassen?

Es kann deshalb gar nicht darum gehen, alle Menschen in die Freiheit der Selbstbestimmung zu führen oder die Hierarchie zwischen Führenden und Geführten abzuschaffen. Es muss um etwas ganz anderes gehen, was vielen mehr stürmischen als bedachten Freiheitskämpfern entgeht: es geht darum, die schlechten Herren durch menschliche, wohlmeinende, entfaltungsfördernde Herren zu ersetzen. Früher nannte man diese Herren poeto-religiös „von Gott ernannt“. „Gott“ mag hier als das vereinheitlichende, natürliche, gesunde, schöpferische und raumgebende Prinzip verstanden werden. Herren oder Führende „im Namen Gottes“ sind Garanten, Verteidiger und Verwirklicher von gesunden Prinzipien, vor allem dem Prinzip menschlicher Entfaltungsförderung und -freiheit (nicht -zwang!).

Es gibt ein Sufi-Sprichwort, das dies andeutet: „Es ist besser, einen Mann durch Liebe zu fesseln als tausend Sklaven zu entlassen“.

Wie die lieblosen, schlechten oder falschen Herren aussehen, habe ich an anderer Stelle schon ausführlicher behandelt. Sie sind des Teufels: spaltend, widernatürlich, krank, zerstörend und ängstlich-verengend – das sind in biblischer Terminologie die satanischen Prinzipien. Deren Wirkung haben wir die letzten 100 Jahre ganz besonders deutlich zu spüren bekommen und in diesem Jahr (2020) erleben wir… nein, nicht den Kollaps (denn Satan kann sich letztlich nur selbst zerstören, wenn das Kranke Überhand nimmt), sondern die große weltweite Umräumaktion auf allen entscheidenden Steuerpositionen: die „Herren“ werden ausgetauscht.

Werden die Menschen dadurch befreit? Ja, von der Herrschaft des moralisch und geistig Kranken. Werden die Menschen dadurch freier? Nicht mehr als sonst auch.

Also nochmal: unser Fokus sollte nicht auf irgendeine „Befreiung der Massen“ (an welchen Betrug erinnert uns das?), sondern auf den Systemwechsel gerichtet sein. Einen Systemwechsel, der eine gesunde, freiheitsfördernde Führung sicherstellt. Die realistisch befriedigende Freiheit der Menschen besteht nicht darin, alle zu Herren und Führern (oder Wählern und Bestimmern) zu machen, sondern darin, dass jeder auf seine Art sein und sich auf seine Weise entwickeln kann. Die meisten wollen in den unpersönlichen, übergeordneten Systemen gar nicht mitbestimmen. Die meisten sind davon überfordert. Ein System der Dauerüberforderung ist nicht gesund und nicht stabil.

Was wir brauchen ist ein System der Freiheit der Möglichkeiten. Diejenigen von uns, die ihr Glück in der Selbstbestimmung sehen, werden dafür auch einsehen müssen, dass Selbstbestimmung viele Graduierungen hat und für viele (noch) gar kein erstrebenswertes Ziel ist.

Damit sind wir wieder beim Thema Macht angelangt. Eine sinnvolle Freiheit muss angemessen sein, d.h. den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Menschen entsprechen. Sie muss auch erlauben, dass Menschen sich führen lassen. Bei Kindern und ihren Eltern, bei Schülern oder Studenten und ihren Lehrern, bei Mitarbeitern und ihren Führungskräften, bei Flugzeugpassagieren und ihren Piloten und in tausend anderen Lebensbereichen ist das ganz normal für uns. Nicht die Führung an sich ist das Problem, sondern der Geist des Führenden. Also brauchen wir eine Ordnung, die ein starkes eigenes Immunsystem gegen falsche Führung, Korruption und Machtmissbrauch hat.

Morgen ein König

Im Fundus der weltweiten Volkstraditionen finden wir kleine unscheinbare Lektionen über die Gesetzmäßigkeiten menschlicher Ordnung, Reifung und Gesundung. Diese Kleinode der Überlieferungen nennen wir „Märchen“. Es sind zierliche Gefäße, häufig als „Erzählungen für Kinder“ getarnt, die zu unserem intuitiven und emotionalen Verstehen sprechen und uns an tiefes geistiges Wissen in uns erinnern. Sie haben sich mit ihrer Unscheinbarkeit über hunderte von Jahren bis heute sowohl den Methoden der politischen Indoktrination, genannt „Pädagogik“ als auch den sezierenden Messern der psychologischen Analyse entzogen. Das heißt, wir finden darin noch echtes, nicht-manipuliertes Wissen, das in Bildern kodiert ist.

In diesen Märchen also geht es häufig um die Entwicklung eines Helden, der klein und arm anfängt, viele Abenteuer und Prüfungen bestehen muss und am Ende, wenn alles gut gegangen ist König bzw. Königin wird. König von was? Von seinem eigenen Reich. Die Märchen erinnern uns daran, dass es eine gesunde Grundordnung gibt, die nicht weniger als alle glücklich macht und zwar „bis an ihr Lebens Ende“. Und weil Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten nicht sterben können, so leben sie noch heute.

Psychologisch interpretiert können wir solche Helden- oder Königs-Märchen als Wegbeschreibungen der Individuation betrachten. Interessant ist, dass es letztlich um Macht geht, die erobert oder zurückerobert werden muss. Die Macht des Königs bekommt aber am Ende nur derjenige, der sich vorher ausreichend als geeignet, integer und nicht wenig „gottbegnadet“, also talentiert erwiesen hat. Der Held muss ein großes Herz haben, demütig aber auch mutig sein, keine Angst vor dem Tod haben und seinen rechten Weg oder seine eigentliche Aufgabe stets vor Augen behalten. Wer die Prüfungen besteht ist König, d.h. Herr seines eigenen Reiches. Psychologisch: ein selbstbestimmtes Individuum.

Damit ist eine höhere Ordnung hergestellt, die das Reich aufblühen und alle Wesen darin glücklich werden lässt. Märchen sind Wegweiser zu dieser höheren Ordnung. Einen König an der Spitze zu haben, damit alles in Ordnung ist, ist ein Hinweis darauf, dass eine gesunde und stabile Ordnung stets hierarchisch aufgebaut sein muss, denn nur so können geistige Prinzipien und Werte verkörpert und verwirklicht werden. Die richtige, schöpferische Hierarchie vom König abwärts ist nichts weiter als die stufenweise Übersetzung von geistig-abstrakten Prinzipien in Form, Struktur, Handlung, Fleisch und Blut. Diese stufenweise Übersetzung vom Abstrakten, Ewigen herunter ins Konkrete und Situative ist keine ideologische Präferenz, sondern eine geistige Gesetzmäßigkeit, der wir folgen oder die wir ignorieren können, aber um die wir nicht herum kommen.

Die Psychologie hat sich immer wieder darum bemüht, die Botschaft der Märchen auf die Innenwelt und das Erleben des Einzelnen zu übertragen. Da kann z.B. der König verstanden werden als Symbol für das Prinzip der Selbstbestimmung, Selbststeuerung, inneren Ordnung und geistigen Reife; als das Ergebnis einer langen und steinigen moralischen Entwicklung. Vielleicht steht uns allen eine neue essentielle Lektion aus diesen Symbolkodierungen bevor: nicht aus den kollektiven, gesellschaftlichen Erfahrungen Bilder nur für das Innere zu finden, sondern nun auch aus den ordnenden Erfahrungen des Inneren Vorlagen und Prinzipien für das Soziale und das Kollektiv abzuleiten! Ein Land und ein Volk wieder als geistigen Körper zu betrachten, der eine bestimmte Ordnung braucht, um nicht krank zu werden und zu zerfallen.

Dass diese beiden Dimensionen – die Psyche des Einzelnen und die Gesellschaft – parallel zueinander laufen, dürften schon viele Denker erkannt haben. In Platons „Politeia“  weiß man nie genau, ob er tatsächlich von Politik und Staatswesen spricht oder nicht eigentlich eine Metapher für den geistig vollentwickelten, selbständigen und individuierten Menschen erschafft. Es läuft Hand-in-Hand und unsere Aufgabe besteht darin, unseren Geist für eine souveräne Gesellschaftsordnung zu öffnen.

Anerkennung und Verantwortung

Innerhalb dieser Übersetzungspyramide ist Macht also das, was nach oben hin zunimmt, weil der Effekt und die Wirkung nach unten hin umso größer werden. In der gesunden Pyramide steigt nach oben hin mit der Macht jedoch auch die Verantwortung, also die Maßgaben von Integrität, Wohlgesonnenheit und Treue gegenüber höheren Werten. Deshalb können auch niemals alle König sein. Damit wäre das Prinzip der (hierarchischen) Ordnung wieder aufgelöst.

Diese pyramidale Ordnung erfüllt noch einen weiteren essentiellen Zweck: sie ermöglicht Anerkennung. Anerkennung kann nur „von oben“ gegeben werden. Die psycho-sozialistisch anmutenden Experimente der jüngeren Generationen, sich untereinander „hierarchielose“ Anerkennung und Wertschätzung zu geben sind kläglich gescheitert. Das Ergebnis war ein Marktplatz der Eitelkeiten im Stile von Facebook und Whatsapp, auf dem jeder versuchte, mehr Aufmerksamkeit, mehr „Likes“ oder mehr Klicks zu bekommen. Die Wertlosigkeit solcher Aufmerksamkeitsschnipsel zeigte sich in der dadurch entstehenden Suchtdynamik: es musste immer mehr sein, es war trotzdem nie genug und die Sekunden-Signale im sms- und Twitter-Stil stürzten in die emotionale Bedeutungslosigkeit von Gebrabbel und Rauschen.

Die Sehnsucht nach echter Anerkennung aber blieb. Wer sie sich nicht als „Leistungsträger“ karrierewillig in einem Unternehmen von den modernen Fürsten und Regenten in den Chefetagen holen kann, der konnte sich noch auf den Medienbühnen tummeln, sich in eigenen Video-Kanälen vervielfältigen oder in der Masse für eine bessere Welt mit besserem Klima mitlaufen. An der verzweifelten Enttäuschung einer ganzen Generation können wir das Ergebnis ablesen: ohne personalisierte und verkörperte Werte-Hierarchie fehlt ein lebenswichtiges Element menschlicher Gesellschaft: Anerkennung. Und somit auch Stolz. Und somit auch Motivation. Und somit auch Engagement, Stärke und Stabilität.

Anerkennung im Namen des Ganzen fördert den Einzelnen in seinem Charakter und in seinen Talenten. Jeder kann nur so gut als möglich sich selbst treu sein und dann schauen, auf welcher Stufe der Pyramide er sich am wohlsten, am meisten in seinem Element fühlt. Karriere im gesunden System heißt nicht: möglichst weit nach oben kommen, sondern den passenden Platz für sich selbst in der Gemeinschaft zu finden. Das geht nur, wenn „oben sein“ und mehr Macht nicht an Selbstbereicherung, Rücksichtlosigkeit und Gewissenlosigkeit gekoppelt sind, sondern an Verantwortungspflicht. In der Pyramide wird jeder über sich zwar stets mehr Macht und Einfluss jedoch gleichzeitig auch mehr Verantwortung finden. Nach unten hin wird er selbst erhöhten Einfluss haben, der im gleichen Maße durch die für alle geltenden Prinzipien und Pflichten beschränkt und kontrolliert wird.

Dadurch wird in der gesunden Ordnung die Macht vor Machtmissbrauch geschützt. Und so wird die Macht von der Angst gelöst. Sie kann nicht abgeschafft werden, weil dann geistige Prinzipien sich nicht mehr durch- und umsetzen könnten. Dann zerfiele jede Ordnung in Chaos und Krankheit. Sie kann nur richtig eingesetzt werden.

Jedem Land sein König

Nun ist es kein großer Sprung mehr, unsere Erkenntnisse von der Ordnung auf die Ordnung in einem Land oder Staat zu übertragen. Ein Staat beruht auf der Verwirklichung von Ordnungs-Ideen. Ideen können nur umgesetzt werden, wenn es Einflussmöglichkeiten und -fähigkeiten gibt, d.h. wenn es Macht gibt. Wenn wir den Gesetzmäßigkeiten der gesunden Einflussnahme folgen wollen, so müssen wir eine hierarchische Ordnung annehmen, in der Macht mit Verantwortung gekoppelt ist, nicht mit Angst.

Der Grundriss einer gesunden Staats- und Gesellschaftsstruktur ist ganz simpel. Lassen wir uns nichts anderes einreden von denen, die uns lieber (weiterhin) bevormunden wollen. Jeder möchte so frei wie möglich sein, so zu leben wie es ihm gemäß ist. Darin inbegriffen sind natürlich auch diejenigen, die es vorziehen, fremdbestimmt und ausgenutzt zu werden. Für diese Freiheit braucht es eine starke Gesellschaft, die sich gegen Manipulation, Unterdrückung und Terrorismus schützen kann.

Die entscheidende Frage ist also diese: wie können wir als Gesellschaft so stark wie möglich sein und ein kräftiges Freiheits-Immunsystem aufbauen? Auch die Antwort darauf ist simpel: erstens, die Schlüsselrollen in der Gesellschaft müssen nach Kompetenz und Talent verteilt werden und nicht nach Korruptheit, Vetternwirtschaft oder Opportunismus.

Wer Entscheidungen treffen will, muss kompetent sein. Wie soll die heterogene Masse eines ganzen Volkes kompetent genug sein, sich selbst die beste Führung zu wählen? Das wäre ein ausgesprochen hohes allgemeines Bildungsniveau, das es bisher in der Geschichte nicht gab. Wie viele Menschen werden schon mit den einfachsten Dingen des Alltags, mit kleinsten Konflikten in der Größenordnung von korrekter Mülltrennung nicht fertig und sollen dann aber die Führungselite für eine der komplexesten und verantwortungsvollsten Aufgaben des Landes bestimmen? So eine Unmöglichkeit kann nur jemand wollen, der es auf die Manipulierbarkeit der Masse abgesehen hat, um seine Macht aus dem Verborgenen heraus zu seinem eigenen Nutzen zu stützen. Wenn wir das einsehen, ist es ein Leichtes, uns mit einer allemal besseren und nützlicheren Ordnung anzufreunden.

Der zweite Aspekt für stabile Freiheit ist, dass jeder in höherer Steuerungs- oder Entscheidungsrolle bereit und motiviert sein muss, primär dem Ganzen und dem Zusammenhalt zu dienen – das nennt man dann Treue. Wenn solche Garanten der Struktur in ihren Positionen sind, dann können alle anderen Menschen innerhalb dieser Struktur sich frei entfalten – solange sie das Ganze – also die Freiheit – nicht angreifen und zerstören. Durch das oben genannte Kompetenzgebot für Führungspositionen entsteht ganz von selbst eine Hierarchie der Kompetenzen in den staatstragenden Strukturen: wer am meisten Fähigkeit und Bereitschaft für Verantwortung und Treue gegenüber der Gesamtfreiheit hat, der steht an ihrer Spitze.

An dieser Spitze hat er zwar die einflussreichste Position und die höchsten Privilegien, diese werden aber eben durch die ebenfalls höchste Verantwortung und Verpflichtung reguliert. Natürlich darf jeder auch gegen diese Steuerungs-Position oder die Menschen auf ihnen sein, aber es sind und bleiben gerade diese Positionen in der Hierarchie die notwendigen Garanten und Stützpfeiler dieser Denk-, Meinungs- und Äußerungsfreiheit. Deshalb kann man sie nicht abschaffen, denn sie abzuschaffen hieße wiederum, die Freiheit abzuschaffen.

Ich vermute, dass die Notwendigkeit von Kompetenz und Verantwortungsfähigkeit all denen nicht klar ist, die für „flache Hierarchien“, „Basisdemokratie“ oder sonst eine hierarchielose Struktur plädieren. Sie erträumen sich eine Welt, in der alle Menschen sich von selbst so gut regulieren können, dass jeder sich stets dem Wohle des Ganzen und der Freiheit verpflichtet fühlt und keine äußere Struktur braucht. In ihren Fantasien sind alle Händler fair, alle Richter gerecht, alle Ärzte und Lehrer kompetent, alle Polizisten menschlich und jeder Politiker ein Diener des Volkes. Von Engstirnigkeit, Selbstsucht, Destruktivität, Kriminalität und anderen freiheitszerstörenden Tendenzen wollen sie einfach nichts wissen. Die Realität zeigt jedoch, dass es stets nur ganz wenige sind, die Verantwortung für ein größeres Ganzes übernehmen können und sich selbst und persönliche Präferenzen dafür zurücknehmen können.

Die Masse versteht nicht einmal, wovon hier die Rede ist. Der Durchschnittsmensch ist vollkommen ausgelastet damit, sein eigenes Leben halbwegs vernünftig zu steuern und seine eigenen Bedürfniss zu befriedigen. Darüber hinaus und vom großen Ganzen will er nichts wissen, auch wenn er sich täglich darin tummelt und von dessen Milieu vollkommen abhängt. Deshalb bestehen Firmen auch nicht nur aus Führungskräften, sondern kämpfen nicht selten mit einem Kompetenz- und Verantwortungsmangel bei den vorhandenen Führungskräften. 

Der König und die echte Demokratie

So wie wir wollen, dass der Held im Film oder in der Geschichte so mächtig und wirksam wie möglich ist, so werden wir uns dann auch wieder erlauben können, uns eine hierarchische Führung zu wünschen, die sich sowohl für Sicherheit und Wohl des Ganzen einsetzen möchte als auch möglichst viel Macht und Befugnis dazu hat.

Von wem kommt die Befugnis? Von Gott. Wie zeigt Gott sich? Im ungetrübten, freien Gefühl der Menschen für Richtigkeit, Stimmigkeit und Gesundheit. Wenn dies freigelegt ist von den verdeckenden und verzerrenden Schichten falscher Überzeugungen, Angst und realitätsferner Ideologie, dann können wir zurückkehren zu dem, was uralte Märchen für uns als Erinnerung bewahrt haben: dass nicht nur Kinder sich nach echten und guten Königen und Königinnen sehnen, sondern dass wir Menschen sie brauchen.

Wir werden darin eine echte Demokratie finden oder zumindest auf dem Weg zu ihr sein, denn der echte König als Ausdruck des Königsarchetyps ist der erste Diener des Staates, also des Volkes, also für uns. Da können wir also als Volk tatsächlich frei schalten und walten und uns entfalten, solange jemand sichtbar als Garant für diese unsere Freiheit und Ermächtigung persönlich einsteht und auf dieser Position von uns geschützt wird.

Die echte Demokratie beruht nicht auf den Meinungen und Interessen des Volkes („demos“), sondern auf seinen Bedürfnissen! Grundlegende Bedürfnisse sind auch für alle Menschen gleich. Wir haben uns intellektuell so weit von dieser Grundwahrheit von Gemeinschaft wegleiten lassen, indem wir uns einreden ließen, es seien Meinungen und persönliche Interessen, die die Grundbausteine für demokratische Entscheidungen bilden. Dadurch entstehen Lobbysysteme und schließlich Korruption und der Handel mit Macht, aber keine gesunde Staatsordnung zum Wohle aller. Meinungen sind höchstens sekundär relevant.

Primär muss sich das Volk für sich als Einheit auf die Erfüllung der Grundbedürfnisse verlassen können: Sicherheit und Wohlfahrt. Wenn wir das vergessen – ein bereits über 100 Jahre trainiertes Vergessen – dann helfen uns die aktivsten Interessengruppen, Vertreter und Parteien nicht, denn sie kümmern sich dann in erster Linie um ihre eigenen Bedürfnisse und nicht um die des Ganzen (Volkes). Das Volk zerfällt und wird nicht nur zur Beute für kleine Interessengruppen, die das System für ihre Zwecke manipulieren und nutzen, sondern geradezu zum Feind für mächtige Splittergruppen. Es gibt kein gesundes vereinheitlichendes Prinzip. Es gibt keine fürsorgliche Spitze. Es gibt keinen König. Dann herrscht eben nicht das Volk mit seinen einigenden Werten und Bedürfnissen, sondern es herrscht das Gesetz des Stärkeren oder des gewieften Betrügers. Das dürfte zusammengefasst die Krux und der Grund für unseren umfassenden Abstieg der letzten 100 Jahre darstellen.

Der Ausweg aus diesem gelenkten Dauer-Kriegsszenario unter dem Deckmantel der Pseudo-Demokratie kann nur einer sein: eine ausreichend starke Gruppe muss das System von außerhalb des Systems in Frage stellen und beenden, um die Menschen dann in eine gesunde Ordnung zu führen. Von innerhalb der Schein-Mitbestimmung kann nichts wirklich mitbestimmt geschweige denn verändert werden. Damit dies nicht missgedeutet wird von „Nazi“- und „Diktatur“-Phobikern: wie oben ausführlich erklärt, geht es darum, dass die richtigen Führer sich einsetzen und eingesetzt werden. Nur dann ist es ein Systemwechsel und nicht bloß der übliche Personalwechsel, den wir seit 100 Jahren gelähmt mitmachen.

Die Verfechter von „Grundgesetz“ und einem „BRD-Rechtssystem“ – also der Scheindemokratie – erkennen diese Notwendigkeit eines Systemwechsels nicht. Andere haben aber durchaus schon den sprichwörtlichen archimedischen Hebel gefunden, mit dem sie „die Welt bewegen können“.

Und wir?

Wir alle sind diejenigen, die gerade in dieser umbewegten und umgehebelten Welt leben. Wir können unsere Sinne schärfen für die richtigen Führer – diejenigen, die uns in unserer Wohlfahrt, unseren Werten und unserer freien Entwicklung fördern. Das müssen ganz andere Geister sein als das bisherige Politpersonal. Die richtigen müssen wir fördern. Ohne unsere Unterstützung sind sie machtlos in dem, was sie für und mit uns wollen.

Wir sind jetzt gefragt, für unsere Bedürfnisse und Werte aufzustehen und nicht beschämt, auch nicht schüchtern zu sein, die gesunde Ordnung im Äußeren wie im Inneren zu fordern und richtige Könige auf die Plätze zu rufen, auf denen sie gebraucht werden.

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Integrität und Verantwortung
Teile und Herrsche
Vereine und Schütze

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Wege zum Selberdenken


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Nichts wirkt bedrohlicher auf Menschen
als Antworten auf Fragen,
die sie noch gar nicht gestellt haben.

Aber wir brauchen jetzt nicht nur unbedingt neue Antworten, sondern benötigen bereits dringend Schlussfolgerungen und Umsetzung. Das alte vertraute Betrugssystem, das von „Freiheit“ tönt und Versklavung schafft, ist nicht mehr haltbar. Die Veränderungen werden umgesetzt. Jetzt. Und in erstaunlich hoher Geschwindigkeit ohne Rücksicht darauf, ob du sie schon verstehst oder nicht den geringsten Schimmer davon hast, welche extremen Probleme da gerade und „in letzter Minute“ gelöst werden.

Hast du bemerkt, dass es beinahe schon zu spät war? Und was das für uns alle bedeutet hätte? Für die meisten Menschen lautet die ehrliche Antwort: „Verstehe ich nicht“. Ein bisschen Nachhilfeunterricht in Sachen Realität und politische Wirklichkeit tut sehr Not im Lande von „Keine Ahnung“ und „Interessiert mich nicht“, aber der scheitert leider schon an der verwöhnten Vernebelung der Adressaten. All das war noch kein Problem im allgemein narkotisierten und sedierten Zustand des steten Niedergangs. Aber da wir kurz vor dem Aufprall mit der Realität sind und die Rechnung serviert bekommen, müssen die Gäste auf den Traumschiffen „Konsum“ und „Ignoranz“ nun geweckt werden und einen wahren Crash-Kurs in Seenotrettung belegen. Nicht dass wir bald Eisberge rammen würden oder gerade Leck geschlagen hätten, nein, die Titanic unseres „Weiter so“ und „Wir schaffen das“ ist schon längst dabei, im Ozean der Geschichte zu versinken. Und wer nicht schnell genug im neuen Boot sitzt, der wird im Sog des Untergangs einfach mitgezogen.

Nachdem wir jahrzehntelang den Bodenkontakt mit den realen Verhältnissen verloren haben, müssen wir nun lernen, mit unserem wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und sozialen Bankrott umzugehen, die natürlich alle bis dato stets die „Zuständigkeit von anderen“ waren. Kurz: es ist notwendig, dass genug Leute aufwachen, damit wir wieder in menschenwürdige Verhältnisse kommen und nicht als gesellschaftliches Dritte-Welt-Land den Anschluss verlieren.

Dieser Artikel soll dir das Mitkommen mit den jetzigen massiven Veränderungen erleichtern und wendet sich vor allem auch an diejenigen, die sich von Geschehnissen, Veränderungen und Informationen überfordert und überrumpelt fühlen oder die alles bisher doch eigentlich „ganz prima“ und bequem fanden – inklusive täglichen Meckerns und Nörgelns über scheinbare „Kleinigkeiten“ – und überhaupt keinen Grund für einen globalen Systemwechsel sehen.

Das Bedürfnis nach Beruhigung ist groß, kann aber während der Landung in der Realität leider nicht mehr durch die gewohnte Bagatellisierung, durch Ablenkung oder Wegschauen ersetzt werden. Echte Ruhe kann erst wieder eintreten, wenn Dinge in Ordnung gebracht sind. So weit sind wir aber noch lange nicht. Erstmal werden wir besser unruhig und tätig. Die meisten Menschen fangen gerade zum ersten Mal an, eine Ahnung davon zu bekommen, wie kaputt und krank alles im gewohnten System wirklich ist. Also brauchen wir noch Zeit.

Gleich vorneweg, damit es nicht offen im Raum hängen bleibt: die Veränderungen kommen und die einzige noch offene Frage ist, wie du mitkommst und ob es für dich anstrengend, angstvoll und schmerzhaft oder freudig, erleichternd und belebend sein wird. Zum größten Teil liegt dies in deiner Hand, wenn du das willst, d.h. wenn du bereit bist, ein paar vielleicht ungewohnte Punkte zu beherzigen.

Der wichtigste Punkt hat mit Denken und Verstehen zu tun.

Hilfestellung zum Selberdenken

Ich möchte in diesem Artikel deshalb keine Antworten und Erklärungen liefern – davon gibt es längst mehr als genug in den Weiten des Internets – sondern erst einmal nur die wichtigsten und drängendsten Fragen anbringen, die wir uns stellen müssen, um überhaupt ins Selberdenken zu kommen und uns aus der Unmündigkeit zu befreien.

Mir ist bewusst, dass die ernsthafte Auseinandersetzung mit diesen Fragen – und sie sind bloß ein ganz allgemeiner Anfang – anstrengend und mühevoll ist. Aber dies ist der einzige Weg, mündig und erwachsen zu werden.

Die unten folgende Fragen-Liste kann also auch als Messlatte verstanden werden: wenn du sie überwindest, ist die Tür zu mehr Verstehen und Akzeptieren für dich offen – also auch für mehr Wohlbefinden und geistige Klarheit. Wenn du vor oder in den Fragen hängen bleibst wirst du es schwer haben, den mentalen Anschluss zu behalten.

Es ist völlig in Ordnung und akzeptabel, dass (die meisten) Menschen sich mit solchen Fragen – überhaupt mit Nachdenken und Selberdenken – nicht beschäftigen wollen, weil ihnen die unmittelbaren Dinge ihres Lebens wichtiger sind oder sie sich überfordert fühlen. Wir müssen jedoch dann auch die Schlussfolgerung zulassen, dass diese Menschen nicht mündig sind und keine erwachsene Position in der Gesellschaft einnehmen können, denn:

Unwissenheit, Unverständnis und Mangel an Denkfähigkeiten disqualifizieren Menschen von essentiellen und kollektiven Entscheidungspositionen. Niemand von uns würde sich von einem unwissenden, unfähigen oder desinteressierten Berater beraten lassen. Und schon gar nicht Entscheidungen vorgeben lassen.

Dass wir auf Kompetenz und Integrität bei politischen, kollektiven und gesellschaftlichen Themen keinen Wert legen, könnte schlichtweg ein Zeichen dafür sein, dass diese Themen jenseits unseres programmierten und eingeblödeten Horizontes liegen. Ein Großteil davon geht sicher auf die 100jährige Indoktrination und Lähmung unseres Denkapparates zurück. Aber das ist keine Entschuldigung mehr in der Zeit, in der wir jetzt leben. Wenn dir das alles so egal ist wie einem Fünfjährigen die Steuererklärung seiner Eltern, dann wisse zumindest, dass du in dem unverstandenen System trotzdem zahlen und bluten musst – wahrscheinlich noch weit mehr als wenn du’s durchschauen würdest. Was du dann noch deinen und anderen Kindern vererbst, darüber wollen wir lieber gar nicht erst sprechen. Gerade unser Desinteresse und unsere Denkunfähigkeit öffnen die Tore zu Manipulation und Machtmissbrauch.

Einige flüchten sich an dieser Stelle bereits in die kindliche Fantasie, dass man doch einfach Macht an sich abschaffen oder irgendwie „auf alle gleich verteilen“ sollte. Wie diese Absurdität allerdings umgesetzt werden soll, kann nur noch mit purem Wunsch-Denken und frei-schwebender Imagination nachvollzogen werden. Dem prüfenden und realitätsverpflichteten Verstand ist das nicht zugänglich.

Wenn du kein Interesse an den folgenden Fragen hast oder dich lieber mit anderen Dingen beschäftigen willst, soll dich niemand daran hindern oder dafür verurteilen, aber du solltest ein Mindestmaß an Respekt und wenn möglich sogar Wertschätzung für solche Menschen aufbringen, die Zeit, Energie und Schweiß investiert haben, um sich kundig zu machen, Zusammenhänge zu verstehen und mündig zu werden. Häufig haben sie sogar eine Menge Widerstand, Beleidigungen und Entbehrungen erdulden müssen, weil desinteressierte, selbstgefällige oder irrational-verängstigte Menschen ihnen gegenüber eben keinen Respekt aufbrachten. Dabei sind nur solche mündigen Menschen überhaupt fähig, Entscheidungen zum Wohle der Gemeinschaft zu treffen – also auch zu deinem und unser aller Wohl.

Wir müssen nicht dafür sorgen, dass alle Bescheid wissen, das ist utopisch. Wir müssen aber dafür sorgen, dass wir wieder zu einer Gemeinschaft von Respekt und Wertschätzung für echte Kompetenz, Talent und Wissen werden. Die Meinung eines Kundigen oder Fachmanns ist mehr wert als die eines Laien. Wer mehr weiß, mehr Informationen hat oder mehr Erfahrung mitbringt, dessen Meinung hat mehr Gewicht gegenüber der von Unwissenderen. Das ist ganz einfach und natürlich und nur unbequem für all diejenigen, die sich auf der Basis von nachgeplapperten Meinungen ihre einzige und beliebte Identität aufgebaut haben und nun Angst vor dem Verlust ihrer anerkannten Maske haben. Aber solche Windbeutel schaffen keinen Nährboden für eine gesunde und stabile Gesellschaft.

Seien wir realistisch: es gibt genug und mittlerweile sehr mächtige kranke, destruktive Machtgruppierungen, die genau das Gegenteil von Wissen und Verstehen wollen: möglichst viele überforderte, unwissende, emotional überdrehte, kurz: unmündige Menschen, die nicht erwachsen werden, sondern wie vernachlässigte Kinder nur an sich denken und impulsiv nach dem schreien, der oder das die unmittelbarste Befriedigung verspricht. Um es deutlicher zu sagen: sie wollen, dass du unmündig bleibst und sie setzen dafür alle Hebel in Bewegung – Mechanismen, von denen du wahrscheinlich nicht einmal ahnst, dass sie seit deiner Geburt auf dich einwirken. Ja, diese Leute haben die Psychologie der Manipulation, Verdrehung und Verführung sehr gut studiert. Seien wir nicht naiv.

Diese Machtgruppen werben ja schon dafür, dass immer jüngere Kinder wählen gehen (ältere Menschen stattdessen bitte nicht mehr) und über die Gemeinschaft inkl. Weltpolitik entscheiden. Für den gesunden Menschenverstand ist das natürlich eine groteske Absurdität, aber für die Marionettenspieler, die verächtlich auf ihre folgsamen Schafe schauen, ist das eine schlaue Entscheidung: Kinder sind natürlich viel leichter manipulierbar und verführbar als Erwachsene.

Fragen, die sich jeder stellen sollte

Die Fragen sind in einer bestimmten Reihenfolge gelistet und bauen aufeinander auf. Die Fragen weiter oben bilden jeweils die Voraussetzung im kritischen Denken und Verarbeiten für die darauffolgenden.

Wie mit der Fragen-Liste arbeiten?

Markiere für dich vor allem die Fragen, zu denen deine ehrlichste Antwort „Weiß ich nicht“ ist. Bevor du in emotionale Kurzschlüsse gerätst oder in fertige Denkschablonen ausweichst, wie „Interessiert mich nicht“, „Geht mich nichts an“, „Was soll der Schwachsinn?“ oder „Das bringt doch eh alles nichts!“, könntest du dich fragen, welche Konsequenzen das real hat, wenn du und evtl. viele andere „Bürger mit Wahlrecht“ diese Fragen nicht beantworten können. Frage dich, wie leicht Menschen – also du! – zu steuern und zu manipulieren sind, wenn sie nicht selbständig denken können, sondern durch unreflektierte und impulsive Emotionen oder vorgekaute Bilder und Meinungen gelenkt werden.

Fragen

  • Was geht mich „Politik“ an? Wann ist etwas „Politisches“ wichtig für mich?
  • Woher weiß ich, dass etwas richtig ist?
  • Welchen Informationskanälen vertraue ich und warum?
  • Was bedeutet es, wenn Meinungen und Ansichten als „gut“ und „erwünscht“ bzw. „schlecht“ und „nicht erlaubt“ dargestellt werden?
  • Welche Wirkung hat dies auf offenen Dialog und Austausch?
  • Was wirkt stärker auf mich: emotionale Botschaften oder sachliche Informationen? Womit lassen sich Menschen leichter manipulieren?
  • Welchen Einfluss hat dies auf die Fähigkeit, Informationen zu prüfen und zu reflektieren?
  • Wenn ich eine riesige Masse an widersprüchlichen Informationen erhalte, wie gehe ich damit um? Wer könnte davon profitieren, wenn ich überfordert bin?
  • Warum reagiere ich empört oder ängstlich, wenn ich eine Meinung/Information aufnehme, die nicht zu meinem Weltbild passt?
  • Wenn eine Information nicht zu meinen Vorstellungen passt, was stelle ich dann eher in Frage: die Information oder meine bisherige Vorstellung?
  • Was ist der Unterschied zwischen Wissen, Information und Meinung?
  • Was hat den größten Wert?
  • Wenn eine Meinung nicht begründet oder unterfüttert werden kann, dann…?
  • Woher kommen die Meinungen, die ich in meinem Kopf habe und für richtig halte?
  • Sollten Meinungen möglichst fest und konstant sein oder beweglich und veränderbar?
  • Was ist der Unterschied zwischen Glauben und Wissen?
  • Wem und welchen Quellen glaube ich aufs Wort, so dass keine andere Information/Meinung für mich mehr in Frage kommt?
  • Was sagt es über Menschen und Institutionen, wenn sie andere Gedanken, Ideen oder Meinungen als ihre eigene verbieten oder a priori als Unsinn degradieren?
  • Wie gehe ich damit um, wenn eine Information für mich neu oder ungewohnt ist?
  • Wann wird es schwierig oder unangenehm, eine andere Meinung/Perspektive als die der Mehrheit zu vertreten? Wovon werden (die meisten) Menschen in solchen Situationen gesteuert?
  • Warum ist es Menschen so wichtig, die gleiche Meinung zu haben? Warum reagieren sie empfindlich, wenn sie einer anderen Meinung/Ansicht begegnen?
  • Was bedeutet es, wenn eine Ansicht oder Intention „alternativlos“ genannt wird?
  • Wie entsteht Faschismus, auch wenn ihn doch „eigentlich“ keiner will?
  • Warum machen Informationen oder Gedanken mir Angst? Was tun sie mir, wenn ich sie einfach aufnehme, berücksichtige und reflektiere?
  • Warum habe Menschen Angst davor „die falsche Meinung zu haben“ oder „das Falsche zu sagen“? Wovor haben sie wirklich Angst?
  • Wenn mir ein Gedanke, eine Idee oder Information Angst macht, ist es dann intelligent, gegen sie zu ankämpfen und den Übermittler zu meiden?
  • Wenn eine Information mir Angst macht oder sonst eine starke emotionale Reaktion auslöst, ist das dann ein Zeichen dafür, dass sie besonders relevant ist für mich oder eher, dass sie unwichtig ist?
  • Wenn ich empört bin über eine Aussage oder Information, was sagt das über deren Wahrheitsgehalt?
  • Was genau bedeutet die Unterscheidung zwischen „rechts“ und „links“ in Bezug auf Menschen oder Meinungen? Wozu führt diese Kategorisierung? Wer profitiert davon?
  • Was haben und wollen „Rechte“, „Linke“ und alle anderen gemeinsam?
  • Was fehlt dann noch, um gute, gesunde Entscheidungen für alle zu treffen?
  • Welchen Einfluss habe ich tatsächlich als Bürger/Wähler auf die Menschen in Regierungspositionen und auf ihr Verhalten?
  • Könnte es andere Einflüsse geben auf Politiker, die viel dominanter und effektiver auf deren Verhalten und Entscheidungen wirken als Bürger-/Wählerstimmen? Was bedeutet das für unser politisches System, genannt „freie Demokratie“?
  • Woran kann man festmachen, ob Politiker nach ihrem besten Wissen und Gewissen für das Volk entscheiden und handeln? Und wenn nicht, für wen oder was dann? Schlussfolgerung?
  • Wenn ich in allen Medien die gleiche Meinung und Interpretation lese, was sagt das über die „freie Medienlandschaft“ aus?
  • Wie frei sind die Journalisten und Redakteure in den Medien (Unternehmen) bezüglich Auswahl und Formulierung von Themen und Meinungen? Könnte man Vorgaben und Verbote installieren, an die jeder sich halten muss, wenn er seinen Job behalten will? Wie würde ich von Andersdenken (Ausgestoßenen) überhaupt noch erfahren?
  • Wer hat in unserem Land die Macht, Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen? Wer kontrolliert, steuert oder überprüft diese Personen?
  • Welchen Einfluss haben Parteien, finanziell sehr starke Lobbygruppen und private Netzwerke auf Menschen in Machtpositionen, wie z.B. Minister, Richter, Staatsanwälte, Polizeivorgesetzte etc.?
  • Wer schreibt und kontrolliert die Lehrbücher für Schulen und Universitäten? Wer entscheidet, was in den Geschichtsbüchern steht?
  • Welchen Einfluss haben internationale Konzerne und Lobbygruppen auf unsere Gesundheit und unser alltägliches Leben, z.B. auf Stoffe in unserer Nahrung, welche Medikamente zur Verfügung stehen und welche verboten werden oder welchen Strahlenbelastungen wir ausgesetzt sind?
  • Was ist seit der „Besetzung Deutschlands“ 1945 geschehen? Sind wir immer noch unter Besatzungsstatus? Was ist dann die „BRD“? Woran kann man festmachen, ob ein Land und ein Volk frei und souverän sind?
  • Warum geht es in unserem Land in allen gesellschaftlichen Bereichen (Wirtschaft, Kultur, Bildung, Politik) seit Jahrzehnten immer schneller bergab? Wenn wir immer klüger, intelligenter, stärker und erfolgreicher werden, warum haben wir dann nicht immer mehr Reichtum und Wohlstand?
  • Was passiert mit den enormen Summen an Steuergeldern, die wir zahlen? Wer entscheidet über diese Gelder?
  • Wenn „Deutschland/die EU Gelder zur Verfügung stellen“ – von wem kommt dieses Geld?
  • Warum haben die Menschen real im Alltag immer weniger Geld, obwohl die Geldmenge ständig vermehrt wird?
  • Was bedeutet das Wort „Verschwörungstheorie“?
  • Was drücken Leute eigentlich aus, wenn sie sagen: „Das klingt nach einer Verschwörungstheorie!“? Was ist der soziale, emotionale, psychische Effekt?

Ab hier kannst du deine eigenen Fragen auflisten, die dir kommen und dich interessieren.

Mit oder ohne Verstand

Die Fragen der Liste sind dafür da, den Verstand aufzuwecken. Verstand ist das, was die meisten Menschen glauben zu haben, obwohl sie nicht einmal sagen können, was das ist. Tatsächlich sind die Menschen primär instinktive Wesen (sagen wir zu 50%), dann emotional gesteuerte Wesen (zu 40%) und erst dann evtl. noch mental befähigte Wesen (10%). Fixe Glaubenssätze, unerschütterliche Weltanschauungen und unbewegliche Konzepte sind instinktiv und emotional verankert, was man ganz leicht an den Reaktionen erkennen kann, wenn diese angezweifelt oder auch nur hinterfragt werden.

Es ist daher vollkommen aussichtslos, die Masse der Menschen über den Verstand erreichen zu wollen. Diese Sinnlosigkeit können wir den Fantasien der Ideologen und Idealisten überlassen. Wer praktisch wirksame Lösungen entwickeln möchte, der muss sich auf die Realität einlassen auch wenn sie ihm persönlich nicht gefällt. Früher nannte man diesen Ansatz „empirisch-wissenschaftlich“. Wir können auch sagen: „mit gesundem Menschenverstand“.

Diejenigen von uns, die die Sache mit dem gesunden Menschenverstand kennen, verstehen und wollen, müssen nur lernen, mit der Erkenntnis zu leben, dass dieser Verstand eben ein anteilig eher seltenes Phänomen ist und vermutlich schon immer war in der Menschheitsgeschichte. Weniger als 10% von allen können den Rest einer Gemeinschaft führen – wenn sie zusammenarbeiten. Und wenn es dann noch die intelligentesten 10% sind, dann wird es der ganzen Gemeinschaft zugutekommen. Dann sind die restlichen 90% auch instinktiv-körperlich und emotional zufrieden: sie sind sicher und satt, werden in Ruhe gelassen, können den eigenen Werten gemäß leben und sich auf ihre Weise entfalten.

Respekt, bitte

Niemand zwingt dich zu denken. Aber du machst dir dein und das Leben anderer viel angenehmer, leichter und reichhaltiger, wenn du Respekt vor dem (Selber‑)Denken und Verstehen und vor denen, die es können, hast. Du überlässt ja auch das Brotbacken, das Auto-Bauen und –Reparieren, die Landwirtschaft, die Ingenieursarbeiten und Softwareprogrammierung denen, die es können. Am besten doch denen, die es am besten können, oder nicht?

Noch besser wäre es, wenn Du den Besten und Talentiertesten helfen würdest, ihr Talent und ihre Kompetenz in die Gemeinschaft einzubringen. Und wer eben besonders gute Führungs- und Verantwortungskompetenzen hat, der sollte darin gefördert und bestärkt werden, zu führen und Verantwortung zu übernehmen. Ist ganz einfach und gesund, entspricht vielleicht nur nicht dem, was man dir im Ideologieunterricht beigebracht hat.

Hab Respekt! Falls du den noch nicht aufbringen kannst, sei wenigstens höflich. Falls du nicht einmal höflich sein kannst, sei wenigstens zurückhaltend und behutsam. Engagier dich nicht für die Verwirrungs- und Zerstörungsbranche, die nur Chaos und Müll produziert (egal welche fantastischen Begründungen und Versprechen dafür vorgeschoben werden). Damit schadest du dir und der ganzen Gemeinschaft. Wenn wir uns in Höflichkeit und Respekt üben, dann entwickeln wir mit der Zeit Anerkennung und Wertschätzung und die sind das eigentliche Öl im Getriebe jeder Gemeinschaft. Wir werden die neue gesunde Richtung der Entwicklung und unsere Rehabilitation daran bemerken, dass die Menschen sich viel wohler fühlen werden, viel weniger im Stress sind und unter Druck stehen, mehr tun und erleben können, was sie wirklich wollen und was ihnen gut tut und sich jeder auf seine Weise entfalten und einbringen kann.

Aktuell (Ende April 2020) haben wir den besten Lackmustest für Mündigkeit der jüngeren Geschichte im öffentlichen Leben: wer in der sogenannten „Corona-Krise“ freiwillig eine Atemschutzmaske oder dergleichen aufsetzt, hat damit öffentlich den Beweis erbracht, dass er unmündig ist und sich auf die lächerlichste und fadenscheinigste Weise verschaukeln lässt. Oder dass er Angst hat und schädliche Entscheidungen auf der Basis von Emotionen trifft (die Atemschutzmasken haben keine schützende Wirkung vor Infektionen und erhöhen das Infektions- und Lungenentzündungsrisiko).

Es ist ein gutes Zeichen, wenn Menschen über 21 Jahre, die darauf hereingefallen sind, sich schämen. Dann besteht noch Hoffnung, dass sie daraus lernen. Bei den übrigen ist Hopfen und Malz verloren und sie sollten aus der Verantwortung von Erwachsenen und Mitgestaltern der Gemeinschaft entlassen werden. Wer zumindest überzeugt ist/war, dass der Lappen vor dem Mund sinnvoll ist oder dass es eine Epidemie gegeben habe, der sollte sich in längerfristige freiwillige Meinungsquarantäne begeben. Mediziner mit solchen Überzeugungen (ich kenne genug) sollten ihren Beruf und ihre Verantwortung noch einmal sehr ernsthaft überdenken.

Der Mundschutz zeigt deutlicher als je etwas, wer sich von Emotionen und Medien (-Schwachsinn) leiten lässt, ohne sich kritisch und verantwortlich zu informieren. Relevante Informationen sind heutzutage im Internet leicht findbar und zugänglich. Das Problem liegt in den Menschen. Diese Menschen haben Meinungen ohne Wissen und Verständnis. Dafür aber jede Menge unregulierte und leicht aufzuwirbelnde Emotionen. Das ist im streng psychologischen Sinne kindisch und unreif. Dass diese Menschen auch glauben, sie könnten und sollten sogar wählen und bei der Gestaltung der Gemeinschaft und Politik mitbestimmen, liegt daran, weil sie alles glauben, was der „große Bruder“ ihnen erzählt. Sie dürfen (mit etwas Vorgriff: durften) wählen und folgern daraus, dass sie kompetent sein müssen. Wir könnten auch die Führerschein-Pflicht zum Autofahren abschaffen. Wären dann sofort alle Menschen und Kinder kompetente Autofahrer?

Von Menschen, die von Freiheit, Menschenwürde und gesundem Gemeinschaftsgeist (Ethik, Moral, Friedfertigkeit, Toleranz,…) nicht mehr als eine vage Ahnung haben und sich dafür – aufgrund welcher Lähmung oder Retardierung auch immer – nicht einsetzen können, kann man nicht erwarten, dass sie das System, in dem wir leben, auch nur versuchen könnten zum Besseren zu ändern. Das wäre nicht fair.

Fair und sinnvoll ist es jedoch, die eingebildeten Traumwandler mit der Realität und ihrer Unfähigkeit damit umzugehen so unmittelbar und so unangenehm zu konfrontieren, dass sie ihre Überforderung und die Notwendigkeit von intelligenter Führung einsehen. (Ich weiß, dass bei dem Wort bei vielen noch die konditionierte „Nazi“-Angst und hysterische Denkausfälle einsetzen). Die sogenannte „Corona-Krise“ ist deshalb dem-agogisch (gr. „volksführend“) wertvoll: wir lernen Demut, Respekt und Realitätsbewusstsein.

Was manche schon seit Jahren wissen und sehenden Auges erdulden müssen, das lernen viele jetzt erst im Schnellverfahren durch direkte und drastische Erfahrungen. Wenn sie Faschismus, Willkürherrschaft, Verfassungslosigkeit, Ungültigkeit von angeblichen „Gesetzen“, Korruption der Verwaltung, massive Polizeigewalt, staatlichen Terror, systematische Körper- und Menschenrechtsverletzungen, die unglaubliche Dummheit und Verlogenheit der „Führungselite“ und vor allem ihre eigene vollkommene Hilflosigkeit erlebt haben, dann verstehen sie ganz plastisch, warum es so nicht weitergehen kann und warum wir ein ganz neues System brauchen. Dann entsteht die Sehnsucht danach, wieder ein souveränes Volk zu sein, das über sich selbst bestimmen und für allgemeine Wohlfahrt sorgen kann. Diese Sehnsucht wird den Wechsel erleichtern.

Würde man heute so eine Reifeprüfung in Deutschland durchführen, würden vermutlich acht von zehn durchfallen. Unter den Akademikern und „höheren Berufen“ wäre die Durchfallquote vermutlich noch höher. Wir müssen aber gar nicht spekulieren, die Reifeprüfung findet ja gerade landesweit statt. Natürlich können Grundschulkinder die Mittlere Reife nicht bestehen, aber wir müssen irgendwie trotzdem wieder ein gesundes, funktionierendes, korruptionsfreies Land aufbauen so wie andere Länder auch. Also muss man die verzogenen, schreienden und verwirrten Kinder an die Hand nehmen und es einfach richtig und gut machen.

Wie du in diesem Wandel mitkommst, hängt davon ab,

  • wie sehr du bereit bist, deine Meinungen und Weltbilder zu verändern
  • ob du neue, ungewohnte oder unangenehme Informationen aufnimmst,
  • wie viel Respekt du aufbringst gegenüber denen, die mehr und anderes wissen als du oder mehr Überblick und Verständnis haben.

So kannst du dann in den Genuss von Orientierung und Klarheit kommen und all die Ratlosigkeit und Lähmung abschütteln, die die alten Vorstellungen erzeugt haben. Wir müssen dafür geduldig mit uns und anderen sein. Die Verstehenden, die das Betrugssystem längst durchschaut haben und schon lange gespannt auf die Ablösung durch das Neue warten, müssen geduldig sein mit denen, die erst noch langsam aufwachen. Und die Aufwachenden müssen Geduld haben mit denen, die ihnen die Realität zeigen und dabei zuweilen schonungslos sein müssen.

Es ist ein langer Weg für die Menschen von heute bis zu der Einsicht, dass alles, was ihnen beigebracht wurde, falsch ist. Das wird nicht alle, aber sicher viele interessieren: den Kopf frei zu bekommen vom schädlichen Müll. Und sobald genug von uns das einsehen, haben wir einen Startpunkt, um die Wirklichkeit (unserer Geschichte, der Machtverhältnisse, der Physik und Biologie, der technischen Möglichkeiten,…) zu studieren, so wie unsere intelligenten Vorfahren das vor sehr, sehr langer Zeit einmal begonnen hatten.

Offenheit und Denkbeweglichkeit üben: der Ballengang

Zu alledem hier noch eine ganz praktische Hilfestellung aus der Welt der natürlichen und ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung dazu, wie du dich auf allen Ebenen – körperlich, emotional und mental – geschmeidiger und lernfähiger machen kannst: üb Dich im Ballengang, d.h. beim Gehen und Laufen darin, nicht mit der Ferse, sondern mit dem äußeren (kleinzehen-seitigen) Fußballen zuerst aufzukommen und dann erst die Ferse aufzusetzen. Dieses federnde Absetzen mit dem Vorderfuß entspricht nicht nur unserer angeborenen Gangart, sondern harmonisiert den gesamten Körper und vor allem das Nervensystem. Es öffnet das Denken, weil es Angst, Stress und Anspannung löst.

Viele chronische Beschwerden können dadurch aufgelöst werden. Mir geht es hier jedoch vor allem um die physische Basis für bessere Wahrnehmung, Denkbeweglichkeit und Differenzierungsfähigkeit, um die es in diesem Artikel geht. Ganz selbstverständlich so zu gehen kostet etwas Übung und Umgewöhnung, aber selbst nach wenigen Minuten merkt jeder positive Effekte. Alte, schlechte Geh-Gewohnheiten durch bessere, gesündere zu ersetzen könnte sich als der einfachste und praktischste Weg zu neuen Horizonten erweisen. Weitere Infos dazu findest du im Netz unter dem Stichwort „Ballengang“ oder „GODO®“.

Außerdem als mentale und emotionale Hilfestellung (Ergänzung 18.05.20):
–> Kleine Handreichung für ruhige und freie Sicht im Systemwechsel (auf catwise.de)

Offen ins Neue gehen

In ein paar Jahren werden wir zurückschauen auf unsere alte Normalität wie auf einen schlechten Traum, der verblasst. Gut so. Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere Zukunft, und die unserer Kinder. Sobald du wach bist, warte auf das Zeichen und dann geh los. Es ist dein Weg in deiner Gemeinschaft in deinem Land.

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Zur Lösung des deutschen Schuldkomplexes


Dieser Artikel als Podcast

Einleitung und Hinweise zum Lesen

In diesem vierten Teil werden wir uns einem neuen schwierigen Thema widmen: der Verknüpfung von unbewältigtem Trauma mit dem sogenannten „Schuldkomplex“ und welche Bedeutung dabei Ohnmacht, Scham und der Verlust des Selbstgefühls spielen. In diesem Artikel wird es also ziemlich psychologisch werden. Dabei werden wir uns den genannten Phänomenen so nähern, dass wir vom Verständnis ihrer Wirkung beim Einzelnen, die jeder von uns aus eigener Erfahrung kennt, zum Verständnis ihrer Wirkung auf ein Kollektiv und ein ganzes Volk kommen.

Auch wenn wir in dieser Artikel-Reihe einen langen Weg zu gehen haben, um zu unserem Ziel zu gelangen, verlieren wir es nicht aus den Augen: die Wiedergewinnung unserer Wesens-Kern-Kraft und die Entwicklung von Verantwortungsfähigkeit. Dafür braucht es etwas Ausdauer – wie für alles Neue und Tiefgehende.

Diesen Weg gedanklich mit- und nachzuvollziehen ist bereits eine wichtige Vorbereitung für unser Ziel. Wir dürfen also vor allem nicht der Ungeduld verfallen, die uns zu intellektueller Voreiligkeit und damit zu Oberflächlichkeit und Missverständnissen verführt. Diese Texte sind keine reinen Informationssammlungen, die man zwischendurch aufnimmt wie die aktuellen Nachrichten. Sie sind so geschrieben, dass sie neben dem intellektuellen Verstehen und Umdenken auch ein emotionales und persönliches Verstehen ermöglichen, so dass sie nicht nur Wissen und kategorisierendes Denken ansprechen, sondern auch die Wahrnehmung und das Selbstgespür. Diese innere Verschiebung und Erweiterung ist eher langsam, bildet aber dafür eine umso stabilere und verlässlichere Basis für echte Veränderungen und Stärke.

Wer diese Texte für eine solche Perspektivenerweiterung und neue Erkenntnisfähigkeit nutzen möchte, sollte sie betont langsam und mehrfach lesen und vor allem auch eigene innere Reaktionen beim Lesen beachten. Abschnitte, die Unverständnis, Irritation oder Widerwillen auslösen, sollten als besonders wichtig betrachtet werden. Ebenso Inhalte, die einem beim wiederholtem Lesen ganz neu vorkommen, weil man sie vielleicht beim ersten Durchsehen ignoriert hat.

So mancher Leser wird feststellen, dass er für das ein oder andere hier Beschriebene keine gewohnte Schublade parat hat und dann vielleicht unruhig oder irritiert dazu neigt, es gleich in die große Sammelschublade für „Alles-Andere“ zu stecken, die irgendwo ganz hinten im Dunklen bleibt und beschriftet ist mit „Versteh ich nicht“, „Blödsinn“ oder „Ist mir egal“. Dann gilt es aufmerksam zu sein! Ebenso skeptisch und behutsam sollte der veränderungsbereite Leser sein mit allzu schnellen Reaktionen von Zustimmung in der Art von „Das kenn ich schon!“ oder „Das sage ich auch immer!“. Wahrscheinlich wird er sonst das Neue und Unbekannte in all seinen Nuancen und Differenzierungen übersehen. Auch die euphorisch-assoziative Themenaddition in Form von „Ja, ja, und außerdem… und übrigens… und auch…!“ ist verdächtig, eine Selbstablenkung zu sein. Beide Reaktionsweisen sind eine Form von mentalem Selbstschutz, den wir für die Entwicklung von mehr Verantwortungsfähigkeit – vor allem für mehr Wahrnehmungsfähigkeit – absenken müssen.

Diese Texte sollenkonstruktiv beunruhigen und für deine gewohnten Sicht- und Denkweisen eine positive Bedrohung darstellen. Wenn du keinerlei Beunruhigung beim Lesen dieser Texte bemerkst, hast du guten Grund dich zu fragen, ob du sie denn wirklich gelesen hast oder ob du in die Falle der selbstbestätigenden Projektion getappt bist, die eine der sichersten Schutzschilder gegen mentale Entwicklung ist.

Aktuell erleben wir einen enormen Strukturwandel, der uns Freiheiten und Möglichkeiten geben wird, von denen die meisten bisher nicht einmal mehr wagten zu träumen. Aber dieser Strukturwandel verändert erstmal nur die äußeren, die politischen, wirtschaftlichen und institutionellen Bedingungen, in denen wir leben. Das garantiert noch nicht, dass auch wir uns verändern. Diese Aufgabe liegt noch vor uns und in unseren Händen. Viele Menschen werden nur langsam und nur durch die konkrete Erfahrung mit den neuen Strukturen und Bedingungen des Lebens lernen. Das Misstrauen und die alten Programmierungen, dass es „doch wieder nur so wird wie früher“ oder „noch schlimmer“, dass „die da oben uns immer unterdrücken werden“ und „wir sowieso keine Chance haben“ sitzen ebenso tief wie die Unwissenheit und Verwirrung. Dies alles hat die Fähigkeiten vieler Menschen, das Neue zu erkennen, wenn es denn da ist, weitgehend betäubt. Wer lange im Dunklen war, braucht Zeit, um sich an das Tageslicht zu gewöhnen.

Deshalb braucht es auch solche unter uns, die das Neue vorzeitig erkennen und verstehen, mit aufbauen und für andere übersetzen können. Dafür ist es notwendig zu verstehen, was den Wechsel für uns und andere so schwer macht und wie wir die Rückkehr zu Vertrauen und gesundem Selbstbewusstsein unterstützen können. An solche Mitgestalter wenden sich diese Artikel in erster Linie.

Du kannst diese Text-Reihe nutzen, um deine Sichtweise und Verarbeitung deiner Umwelt, der täglichen Informationsflut und vor allem der riesigen Veränderungen, die wir aktuell durchwandern, zu erweitern und deine innere Klarheit und Stabilität zu fördern. Unser Fokus liegt dabei darauf, uns selbst in diesem Übergang vom alten Gewohnten zum besseren Neuen besser zu verstehen, empathisch zu begleiten und in unserer Wesenskraft wieder zu entdecken.

Rekapitulation: das unzerstörbare Böse

Wir haben in den vorhergehenden Teilen 1-3 gesehen, dass „das Böse“ die Degeneration des Guten und Gesunden ist. Die Wurzel dessen, was wir „böse“ oder „krank“ nennen, ist das Gute und Gesunde. Erst wenn wir einen Teil vom Ganzen und Richtigen leugnen und abtrennen, kreieren wir das Krankmachende. Das Böse oder Kranke entsteht durch Trennung.

Die extreme Abweichung vom Gesunden wirkt zerstörend, aber durch die Auseinandersetzung mit ihr können wir auch die Kraft und Stabilität des Guten fördern. Durch diese Auseinandersetzung mit dem „Bösen“ – besser: dem Kranken, dem Unnatürlichen – wachsen unser Bewusstsein, unsere Wahrnehmungsfähigkeit und unser Gewissen, d.h. also vor allem unsere psychische und geistige Integrationsfähigkeit. Und um die geht es in dieser Textreihe, speziell in dieser zweiten Abteilung der Reihe, die helfen soll, uns den Hindernissen und Herausforderungen bewusst zu werden, mit denen wir alle hier und heute zu tun haben, sobald wir Verantwortungsfähigkeit entwickeln wollen.

Da wir diese Verantwortungsfähigkeit im ganz großen Stil verloren haben, müssen wir sie erst wiederentdecken. Dafür müssen wir vor allem Verantwortungslosigkeit und ihre Effekte verstehen, um nicht erneut Gefahr zu laufen, irgendetwas „Verantwortung“ zu nennen, das in Wirklichkeit Unwissenheit, Lähmung und Bequemlichkeit ist. Und von abgehobener Selbstgefälligkeit befreien wir uns am leichtesten, indem wir dem Schlamassel unserer jetzigen Lage ins Gesicht blicken und verstehen, wie es dazu kommen konnte. Denn wir sind nicht nur die Erben des Desasters, sondern auch die von Ohnmacht, Orientierungslosigkeit und ideologischer Verblendung. Und letztere müssen wir als erstes aufheben.

Wie zerstört man aber das Böse? Gar nicht. Man kann es nur vom Thron der Macht über uns stürzen. Wie das? Indem man es ans Licht bringt und sichtbar macht. Wenn alle sehen können, wie das Böse wirkt und was es anrichtet, dann können sie wahrnehmen und fühlen, was falsch und krank daran ist. So nimmt man ihm seine Macht. Dann kann man auch über Heilmittel sprechen, wie man wieder zum Guten und Gesunden zurückkommt. Aber vorher muss das Kranke sichtbar gemacht werden. Es muss exponiert werden, so dass es eine Reaktion auslöst. Nur diese Reaktion auf das Erkennen des Bösen kann Heilung und Regeneration initiieren. Sonst bleiben die Degeneration und die Tendenz zur Zerrüttung der Kräfte erhalten und erschaffen wieder neues Krankes.

Wir haben dem Bösen und Degenerierten eine fast absolute Macht über unsere Kultur gegeben, indem wir es verdrängt haben. Wir haben Angst davor und verstärken es genau dadurch. Deshalb heißt es im neuen Testament mehrfach: „Fürchtet euch nicht!“, denn es ist das Fürchten (die Angst), die das Böse durch Abspaltung und Trennung erzeugt und verstärkt. Wir werden im letzten Teil dieser Artikelreihe dazu kommen, wie wir Angst durch Integration und Verbindung überwinden können. Wegreden oder wegdenken kann man sie nicht.

Wir müssen uns als nächstes also das krankmachende Phänomen von Trennung und Abspaltung näher ansehen.

Macht und Realitätskontakt

Das Hauptproblem unserer Zeit ist die wachsende Kluft zwischen ungeprüften Annahmen und gesunder Wahrnehmung und zwischenGlauben und Realität. Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung lebt in einer hermetisch abgedichteten Illusionsblase, die mit der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Realität hierzulande und international so gut wie nichts mehr zu tun hat, die durch und durch unlogisch und absurd ist und die nur von täglich neu stimulierten Emotionen und Ablenkungen aufrecht erhalten werden kann. Abgesehen von der kleinen Welt des eigenen Alltags aus Arbeiten-Gehen, Einkaufen und ab und zu Urlaubsreisen, wissen die wenigsten Deutschen etwas über die Wirklichkeit, das politische System und die Welt, in der sie leben. Sie leben in einer Traumwelt made by Medienbildern, Hörensagen, Wünschen und politisch vorgekauten Einheitsmeinungen, absichtlich vorgesetzt von Wesen, von denen sie nichts ahnen, und aufrecht- und zusammengehalten durch Angst.

Der klinische Begriff für solch einen Realitätsverlust ist Psychose. Eine Psychose kann schrecklich albtraumartig sein, aber sie kann auch wie eine in Watte gepackte Traumwelt erlebt werden, in der man süßlich abgekoppelt vor sich hin taumelt. Das Problem einer Psychose ist wie bei krankhafter Sucht, dass das Ich darin keine Macht hat, irgendetwas zu ändern. Dafür bräuchte man Realitätskontakt. In der Psychose ist das Ich der Illusions- und Traumwelt ohnmächtig ausgeliefert. Deshalb sind für Entwicklung und Ermächtigung die Anbindung an die Realität und an Fakten sowie die direkte Wahrnehmung essentiell. Und diese Rückkehr zur Wirklichkeit kann unangenehm sein, wenn man gerade noch von rosaroten Wunschtraumwolken umhüllt war. So wie wir nach einem Unfall erst dann die Schmerzen im Körper spüren, wenn der Schock nachlässt, so spüren wir auch die realen Auswirkungen auf uns und um uns herum erst, wenn wir aus der Wolke der Ideologie und der blinden Wunschwelt herauskommen.

Diese beide Arten von Einbildung beruhen ebenso wie der post-traumatische Schockzustand auf einer Betäubung des Nervensystems und damit der Wahrnehmung, insbesondere der Selbstwahrnehmung. Je weniger wir über unsere fünf Sinne wahrnehmen, desto mehr füllt das Gehirn die Lücken mit eigenem Material auf: mit Assoziationen, Erinnerungen, Projektionen und verzerrten Wunsch- oder Angstbildern. Ab einem gewissen Punkt der Dauer-Betäubung imaginieren wir mehr als wir wahrnehmen – dieser Zustand nennt sich neurotisch. Die Neurose entsteht durch Anhäufung von Überforderungen, die der Organismus nicht mehr lösen und das Gehirn nicht mehr integrieren kann. Wir schalten dann innerlich ab und bleiben im Zustand einer selbsterzeugten Lähmung und Duldungsstarre stecken.

Warum betrifft uns das so sehr?

Nach den angehäuften, ungelösten und unverarbeiteten Traumatisierungen der Deutschen in den letzten 120 Jahren sind wir wohl das „Volk der Lähmung und Duldungsstarre“ schlechthin geworden. Unsere Selbstwahrnehmung ist beinahe komplett durch Bilder und Indoktrinationen ersetzt worden. Während so gut wie jeder Mensch auf der Welt eine gute Meinung von den Deutschen hat, haben wir gelernt, uns selbst zu hassen. Diese perverse Gehirnverdrehung brachte uns soweit, uns selbst abschaffen zu wollen. So etwas funktioniert nur mit einer traumatisierten Psyche. In einem solchen Zustand können wir nicht auf irgendeine Art Selbsterkenntnis warten, es braucht Hilfe von außen. Auch die sich so frei wähnende Generation Y und die heutige Jugend sind Träger dieser Post-Trauma-Psyche und um ihr hyperaktives Inneres herum sozial und leistungsmäßig gelähmter als sie wissen.

Keine Sorge: kein Schuldkomplex

Eine der wirksamsten Indoktrinationen in die deutschen Gehirne ist seit 70 Jahren der sogenannte „Schuldkomplex“, den wir angeblich haben oder haben sollen. Diese tägliche Einflüsterung auf allen Kanälen und für alle Altersstufen soll sicherstellen, dass wir gelähmt und irreal bleiben, uns selbst verleugnen und stets offen sind für die Fremdsteuerung, mit denen die Psychopathen ihr die das Kontrollsystem über uns aufrechterhalten. Ihre einzige Möglichkeit uns zu steuern ist es, unsere Psyche zu verwirren und uns von unserem Wesenskern abzulenken. Deshalb wollen wir uns diese vielzitierte Idee von „deutscher Schuld“ einmal genauer anschauen.

In hunderten von Schreibstuben und auf vielen Podien wird immer wieder behauptet, die Deutschen hätten also diesen „Schuldkomplex“. Das ist ein Irrtum und ein Trick zugleich, der uns glauben lässt, ein Problem zu haben, das wir in Wirklichkeit gar nicht haben und deshalb auch nicht lösen können; gleichzeitig hält es uns davon ab zu sehen, was unser eigentliches Problem ist, so dass wir das dann ebenfalls nicht lösen können.

Auf diesen „Trick“ ist die (katholische) Kirche vor langer Zeit schon gekommen und verdrehte die metaphysische und spirituelle Erkenntnis von der existenziellen „Sünde“ (aus den Urtexten richtig übersetzt als „das Fehlen“, „nicht vorhanden sein“, „ein Ziel verfehlen“ oder „vom richtigen Weg abweichen“) in die Idee von „Schuld“, die man irgendwie abbezahlen müsste. Und an wen wohl? Nun ja, die Geschichte kennen wir. Da geht es um Macht, nicht um spirituelles Wachstum. Wenigen ist jedoch bewusst, dass wir heute immernoch im gleichen Gedankenkonstrukt gefangen sind, nur eben in einer psychologisch raffinierteren Variante davon. Wir sollen glauben, dass etwas mit uns falsch ist und wir es wiedergutmachen sollen.

Wir müssen zu den originalen Hinweisen der Weisen und Inspirierten zurückkehren und unsere „Sünde“ verstehen als das Leben in der Polarität, in deren Verkörperung natürlich immer die andere Hälfte fehlt und in der wir das Ganzsein verfehlen müssen. Das ist richtig so. Und da ist nichts, das sich durch physische oder finanzielle Buß-Gymnastik abarbeiten ließe. Es ist eine Forderung an unseren Geist, die Ganzheit, unser Ganzsein – also das Heilsein – in der unvollständigen polaren Welt der Erfahrung wiederzuentdecken. Es geht um Selbsterkenntnis, nicht um Macht und selbstverleugnende Unterwerfung.

Schuld ist ein mentales Konstrukt

Wir sind es gewohnt, von „Schuldgefühlen“ zu sprechen. Schuld ist aber kein Gefühl, sondern ein komplexes neokortikales Konstrukt aus Emotionen, Intentionen, gehemmten Impulsen, Erinnerungen, Gedanken und moralischen Bewertungen. Das Empfinden von Schuld ist immer an eine Handlungsintention gebunden, die noch nicht ausgeführt wurde. Das kann man daran erkennen, dass kleine Kinder erst Schuld empfinden können, wenn sie auch alt genug sind, Handlungsintentionen zu haben und im Kopf zu behalten.

Wenn ich mir von einem Freund Geld leihe, dann „schulde ich ihm etwas“, und zwar solange, bis ich es ihm zurückgebe. Erst der Akt des Zurückgebens löst die Handlungsabsicht „im Hinterkopf“ und damit die Spannung in mir, mit der ich sie aufrechterhalten habe. Dieses Erinnern und Festhalten funktioniert über winzige Anspannungen in der Muskulatur, die gehalten werden, so dass tatsächlich ein körperliches Empfinden entstehen kann von „unter Spannung stehen“ oder sogar „eingeengt sein“. Die Erfahrung hat fast jeder schon mal in der ein oder anderen Weise gemacht: je mehr Schulden ich habe oder je mehr ich „noch zu erledigen“ habe, desto mehr Spannungen schränken meine Bewegungsfähigkeit und Flexibilität sowohl muskulär als auch psychisch ein. Daher kommt das Gefühl, dass „etwas schwer auf einem lastet“ oder „einen erdrückt“. Es ist ein realer, physischer Druck durch Spannung im Körper. Und diese Wahrnehmung von gehaltenen Muskelspannungen nennen wir „Schuldgefühle“.

Schuld ist dabei ein soziales Phänomen, das heißt, sie beruht stets auf einer Beziehung und dem Verständnis von Ausgleich. „Jemandem etwas schulden“ bedeutet, dass ich ihm gegenüber noch etwas tun muss, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Die wichtige Betonung liegt auf dem Tun! Im eher abstrakten Sinne meinen wir das Gleiche, wenn wir jemanden für „schuldig“ halten. Wir spüren oder denken, dass diese Person etwas tun muss, um ein vorhandenes Ungleichgewicht, eine Ungerechtigkeit oder eine Grenzüberschreitung wiedergutzumachen. Sie muss „bezahlen“. Im einfachsten, alltäglichen Fall ent-schuldigen wir uns, indem wir „um Entschuldigung bitten“, damit eine Grenzüberschreitung durch diese Geste der Ergebenheit oder Demut wieder ausgeglichen wird. Diese Regulierung funktioniert nur, wenn der andere die Entschuldigung auch annimmt. Ansonsten ist die Ent-Schuldigung nicht vollständig und eine gewisse Spannung bleibt bestehen. Dann fühlen wir uns weiterhin „schuldig“. Manche Menschen tragen solche Spannungen seit ihrer Kindheit chronisch mit sich, weil sie nie aufgelöst wurden.

Schuld an sich kann auch eine ganz emotionslose Angelegenheit sein. Ich kann meinem Freund Geld schuldig bleiben ohne dabei viel zu fühlen. Das hängt viel von meinem Gewissen, von meinen verinnerlichten Werten und Moralmaßstäben, von meiner Empathiefähigkeit und meinen sozialen Kompetenzen ab. Solange ich nicht das Empfinden eines Ungleichgewichts oder einer gestörten Ordnung habe, werde ich keine Schuld bei mir sehen, selbst wenn andere das tun. Das dürfte ein häufiger Grund für endlose Rechtsstreitigkeiten sein, die eigentlich Rechts-Empfindungs-Streitigkeiten heißen müssten. Wenn wir etwas als ungerecht empfinden, dann entscheidet unsere Vorstellung, wen wir als schuldig sehen: nämlich den, der aus unserer Sicht noch etwas tun muss, um eine Sache in Ordnung zu bringen.

Was uns belastet

Das alles ist aber nicht das Problem von uns Deutschen. Wir haben keine authentischen, genuinen Intentionen, etwas wiedergutmachen zu müssen. Das wird uns nur seit hundert Jahren eingeredet und wir glauben es, weil wir zweifellos sehr sensibel für Ungleichgewichte und Ungerechtigkeiten sind und stets bereit sind, uns für die Wiederherstellung von Balance und Gerechtigkeit einzusetzen – sogar bis hin zur Selbstaufopferung. Dieser Ausgleichsdrang ist ein authentischer Teil unseres Wesens, aber nicht Folge einer Schuld oder einer Grenzüberschreitung, die wir wiedergutmachen wollen. Wir fühlen uns nicht schuldig, sondern belastet. Und dieses chronische Belastungsgefühl interpretiert man uns als „Schuldkomplex“. Seine Ursachen liegen jedoch in etwas ganz anderem, im Grunde genau im Gegenteil von Schuld, nämlich in ungelösten Traumata, die wir eben nicht verschuldet haben.

Gerade deshalb aber neigen wir dazu, lieber die „Schuldkomplex“-Theorie zu glauben. Denn Schuld ist ja etwas, was man durch Aktion und Handeln abarbeiten kann, ein Trauma hingegen nicht. Das ist der Grund, warum wir es seit drei Generationen als Entlastung empfinden, uns selbst immer wieder in einen absurden Schuldkomplex hineinzureden, sogar mit sprichwörtlich deutschem Eifer die Drohpredigt von „ewiger“, „unbegrenzter“ oder „nie zu begleichender“ Schuld immer wieder neu auflegen.

Es hilft uns, weiterhin wegzuschauen, wie es kurz nach 1945 überlebensnotwendig und dann per Order von ganz oben und über internationalen Druck verordnet wurde. Wegschauen und Nicht-hinschauen-Dürfen wurde sogar gesetzlich verankert. Ich weiß von keinem anderen westlichen Land, dass die Aufarbeitung und wissenschaftliche Untersuchung seiner eigenen Vergangenheit per Gesetz verbietet und selbst das Aussprechen von wissenschaftlichen Hypothesen oder Fragestellungen drakonisch bestraft. In wessen Interesse könnte es denn sein, uns unter solche Gesetze zu stellen?

Achten Sie auf die Wahnsignale!

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Wie würde ein (gesundes) Kind wohl reagieren, wenn die Eltern ihm zu einem ganz bestimmten Thema alle Fragen und Aussagen strengstens verbieten würden? Es würde sofort wissen, dass bei den Eltern etwas nicht stimmt und dass dieses Thema hoch brisant ist. Was passiert dann mit diesem Thema im Kopf des Kindes? Es wird zu einer fixen Idee. Es wächst unter dem machtvollen Tabu der Eltern zu einer Besessenheit voller Fantasien, Ängsten, Projektionen und Ahnungen heran. Das Sprech- und Frageverbot lähmt außerdem das Denken, so dass Differenzierung, Erforschung und Klärung unmöglich werden. Dafür bräuchte das Kind nämlich Dialog und Austausch. Stattdessen würde es nun anfangen, seine natürlichen Fragen und kindlichen Vorstellungen zurückzuhalten und mit Emotionen und anderen unverarbeiteten Themen zu überfrachten. Aus dem unterdrückten Wissensimpuls wird eine Wahnidee voller Einbildungen und verworrener Assoziationen – kurz: ein Komplex.

Das funktioniert nur durch die Macht, die Eltern über Kinder haben, denn das Kind ist von ihnen abhängig. Sonst könnte es einfach mit den Schultern zucken, die Eltern für beschränkt halten und sich selbst woanders ausführlich aufklären. Da es nun aber die Eltern braucht und ihr Glaubenssystem verinnerlicht, wird es das Tabu ebenso verinnerlichen und sogar mit aller Emotionalität seiner eigenen Verwirrung und Verzweiflung in die Welt tragen: „Darüber darf man nicht sprechen!“ oder „XY zu denken ist böse und muss vernichtet werden.“ Dann haben wir erst kleine Gedankenpolizisten, die, wenn sie groß sind, zu ausgewachsenen Meinungsfaschisten werden, die all ihre Macht dazu nutzen, ihre fixierten Vorstellungen von Gutsein und Verboten (die in Wirklichkeit eins zu eins von den Eltern übernommen wurden) der Welt ebenso radikal aufzuoktroyieren wie es ihnen angetan wurde. Ihre Haltung beruht dabei nicht auf Verständnis, sondern auf emotional hoch aufgeladener Besessenheit, mit der sie die Verletzung ihres ursprünglichen Impulses und ihrer natürlichen Neugier verdrängen. Die emotionale Überflutung einerseits und die rationale Verdrängung andererseits machen sie blind für jegliche intellektuell redliche Auseinandersetzung (die ja tabuisiert und blockiert worden ist). Dann haben wir die Meinungs-Soldaten, die mit faschistischen Methoden gegen Faschismus kämpfen, ohne Rücksicht auf andere die Umwelt retten, ohne Wissen die Welt erklären und ohne Perspektive die Zukunft bestimmen wollen – ohne den Widerspruch und die innere Spaltung zu bemerken. Die Produktion solcher Tabuisierungs- und Abstumpfungs-Klone funktioniert aber nur in einem existenziellen Abhängigkeitsverhältnis wie zwischen Eltern und Kindern, Lehrern und Schülern oder eben Regierungsgewalt und Bevölkerung. Und genau in einem solchen existenziellen Abhängigkeitsverhältnis waren 1945 und die Jahre danach die Deutschen gegenüber den Siegermächten – wer auch immer genau dahintersteckte.

Damit sind wir nun nicht nur bei der Unterdrückung der Meinungsfreiheit, sondern vielmehr bei der Unterdrückung von freiem Denken und historischer Aufarbeitung durch die Tabuisierung unserer eigenen Vergangenheit. Wir haben es hier mit psychologischer Kriegsführung zu tun, die wir durchschauen müssen, um dagegen immun zu werden. Während die meisten Menschen heute glauben, der Krieg gegen die Deutschen bzw. gegen Deutschland sei 1945 beendet worden, ist bei genauerer Betrachtung festzustellen, dass der Kriegszustand nach wie vor anhält und sich nur von den territorialen Graben- und Luftkämpfen verlagert hat auf das Gebiet der psychologischen Zersetzung. Diese hat so gut funktioniert, dass wir heute z.B. mit vollkommener Passivität zusehen und sogar mit Begeisterung dabei mitwirken, dass unsere Landesgrenzen aufgelöst und unsere Gesetze aufgehoben werden, um das Land einer Invasion gleich mit „Flüchtlingen“ zu fluten.

Unser kollektives Stockholm-Syndrom

Während ich diese Zeilen schreibe, Mitte März 2020, läuft in ganz Europa und weltweit die größte Geiselbefreiung der Geschichte an. Die Menschen werden in einer global koordinierten Militäroperation, die mit einer bewundernswerten Präzision und Intelligenz durchgeführt wird, von den Psychopathen und ihren unterdrückenden Machtsystemen befreit.

Wenn aber Geiseln über längere Zeit mit ihren Geiselnehmern zusammengelebt haben (im Falle von uns Deutschen sind das über 70 Jahre, das sind über drei Generationen!), dann entwickeln sie das „Stockholm-Syndrom“: eine instinktive Schutzreaktion, die es dem Opfer ermöglicht, mit jemandem zusammenzuleben, der eine permanente existenzielle Bedrohung und Gefahr darstellt, weil er die komplette Macht über es hat.

Mit dem Dauerstress dieser Bedrohung kann das Nervensystem des Opfers nur umgehen, indem es alle Kampf- und Fluchtmechanismen – also jegliche starke Aktivierung – abschaltet und das innere System der Selbstbehauptung und der instinktiven Selbstverteidigung kollabieren lässt. Dies ermöglicht es dem Opfer dann, sich an seinen Unterdrücker so anzupassen, dass es ihn psychisch nicht mehr als Bedrohung wahrnimmt, sondern als Bindungsperson. Das ist ein instinktives Verhalten zum Selbstschutz: Unser Stammhirn kann in solch einer ausweglosen Lage automatisch umschalten auf ein kleinkindliches Bindungsverhalten, was von außen zwar völlig absurd wirkt, als Selbstrettungsmaßnahme aber Sinn hat: durch das freundliche und zugewandte Verhalten gegenüber dem Geiselnehmer soll die Chance zum Überleben erhöht werden, weil Bindungssignale dessen Empathiefähigkeit und Beschützerinstinkt aktivieren könnten. Damit das auch funktioniert und nicht als Manipulation oder Täuschung erscheint, erlebt das Opfer die Bindung tatsächlich und empfindet seinen Unterdrücker trotz aller Bedrohung als Freund. So kann tatsächlich eine Art Bindung entstehen, allerdings nur unter der Bedingung, dass das Opfer sein Selbstgespür und seine emotionale Integrität, also seine Selbstbestimmung, komplett aufgibt.

Es handelt sich hierbei um eine Überlebensfunktion des Autonomen Nervensystems, nicht um eine emotionale oder mentale Entscheidung. Obwohl es sich wie eine Beziehung anfühlt, ist es bloß eine extreme instinktive Anpassungsreaktion, die Beziehung und Bindung nur simuliert. Man kann das zuweilen bei schwer traumatisierten Kindern z.B. aus Kriegsgebieten beobachten, dass sie jeden Fremden kontaktieren und anlächeln als wäre er ihr Vater oder ihre Mutter. Solange dieses Programm in ihnen läuft, sind sie jedoch nicht beziehungs- und bindungsfähig, denn dafür müsste das Stammhirn seine Dominanz wieder aufgeben und den komplexeren, emotionalen und sozialen Hirnstrukturen (die zur Stufe der Säugetiere gehören) wieder mehr Kontrolle überlassen. Diese würden dann wieder Scheu vor Fremden und eine emotionale Bindung an wirklich sichere Personen ermöglichen. Solange das nicht passiert, weil z.B. die Situation der Geiselnahme, Bedrohung und Kontrolle unausweichlich ist, funktioniert das Gehirn auf Reptilien-Niveau und hält die emotionale und mentale Intelligenz gelähmt.

Wenn sich nun die Menschen eines ganzen Volkes aufgrund von traumatisierender Gewalt und permanenter Unterdrückung, Täuschung, Kontrolle und Ausbeutung in dieser Art „Stockholm-Zustand“ befinden, dann können sie sich selbst nicht nur nicht von ihren Unterdrückern befreien, sondern sie werden sich eventuell sogar gegen ihre eigene Befreiung wehren. Denn durch die schützende Anpassung an die steuernde Gewalt haben die Menschen angefangen, sich mit ihr zu identifizieren, obwohl sie von ihr unterdrückt werden.

Das heißt, die Menschen haben ihre Selbstwahrnehmung, ihre Integrität und ihre Selbstbestimmung zu einem großen Teil aufgegeben, um zu überleben, und verschmelzen mit ihrem Feind, seinen Intentionen und seiner Perspektive zu einer Pseudo-Einheit. Man fühlt sich zugehörig in einer Art psychischem Koma und kann sich eine Abgrenzung und Trennung – geschweige denn Befreiung – gar nicht mehr vorstellen.

Eine Geisel mit Stockholm-Syndrom verteidigt deshalb zuweilen sogar ihre Geiselnehmer gegen die Befreier, weil sie nicht mehr für sich selbst einsteht und agiert, sondern für diese verschmolzene Identität mit dem Täter. Diese Selbstlähmung hat wie gesagt nichts mit Gefühlen oder einer Willensentscheidung zu tun, sondern kommt aus dem Instinkt. Wir können diesen Zustand nur durch konsequente Rettung und Hilfe von außen überwinden. Auch danach braucht es noch einige Zeit, bis die Realität der Befreiung vom Nervensystem verarbeitet werden kann und Selbstwahrnehmung, Selbstbestimmung und Selbstbehauptung Schritt für Schritt zurückkehren.

Wir brauchen also mehr als nur eine strukturelle, politische und institutionelle Befreiung. Wir brauchen Zeit und Hilfe, um uns selbst wieder zu finden; um aus der gesellschaftlichen und kulturellen Schocklähmung aufzuwachen und die mittlerweile so tiefsitzende Identifikation mit dem Unterdrückungssystem aufzulösen, das darauf ausgerichtet war, uns auszunutzen und schließlich zu vernichten. Wie schwierig es ist, diesen Gedanken überhaupt einmal anzunehmen, ist ein Gradmesser dafür, wie sehr wir noch in der Fremd-Indentifikation stecken.

Der Weg zu einer neuen Identifikation mit unserem wahren Wesen und unserer Bestimmung fängt damit gerade erst an. Wir werden auf diese Herausforderung und die damit verbundenen Aufgaben und Verantwortungen später zurückkommen. Als nächstes wollen wir jedoch noch genauer die Auswirkungen der ungelösten Traumatisierung auf uns betrachten und wie diese mit einem Pseudo-Schuldkomplex zusammenhängen.

Posttraumatische Belastungsstörung als Normalzustand

Die schwierige Lage, in der wir uns befinden, ist, dass bei uns die Aufarbeitung des Traumas, das die Menschen in Deutschland im ersten und vor allem am Ende des zweiten Weltkriegs erlebt haben, tabuisiert wurde.

Da hier kein Raum für umfassende geschichtliche Aufklärung ist, sei jedem Interessierten nur empfohlen, sich diesem Thema einmal unter dem Aspekt der Traumatisierung der deutschen Bevölkerung zu nähern. Stichworte dazu seien die kriegs- und völkerrechtswidrige Behandlung deutscher gefangener Soldaten, die systematische Vergewaltigung von Frauen, die unnötige Zerstörung von Kulturgütern und Städten, die brutalen Angriffe gegen die Zivilbevölkerung usw.  Wer sein Geschichtsbewusstsein in diese Richtung erweitern will, braucht nicht nur den Mut, seine Denktabus und ‑konditionierungen zu überwinden, sondern vor allem auch starke Nerven. Immerhin sprechen wir hier von unseren eigenen Vorfahren, unseren Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern, und von dem, was sie erlebt haben.

Ich mag an dieser Stelle nur einmal auf das hinweisen, was der Oberste General der amerikanischen Truppen in Europa, General Patton,  am Ende des zweiten Weltkriegs sagte: „Ich habe große Achtung für die deutschen Soldaten. In Wirklichkeit sind die Deutschen das einzige anständige in Europa lebende Volk.“ Und das war 1945! (Kurz darauf hatte Patton einen „Unfall“ und wurde außer Dienst gestellt). Wir haben viel aufzuholen, um zu verstehen, was er damit meinte und was damals wirklich geschah. Vor allem müssen wir den Gedanken zulassen, dass das, was unsere Geschichtsbücher, Lehrer, Zeitungen und Hollywood-Filme uns seit 70 Jahren weismachen wollen, durch und durch mit Lügen und Verdrehungen durchsetzt sein könnte – denn sie alle sind fabriziert und kontrolliert von denen, die die Macht übernommen haben.

Wirkung von Tabus

Wenn ein Trauma und seine Aufarbeitung tabuisiert werden, führt dies zu einer Intensivierung der posttraumatischen Belastungsstörungen und die Traumaauswirkungen werden von Generation zu Generation fixiert. Unsere Vulnerabilität und Empfänglichkeit für Fremdsteuerung durch die Traumata von 1945 haben dazu geführt, dass wir selbstzerstörerisches Gedankengut und selbstverleugnende Ideologien so tief verinnerlicht haben, dass wir sie heute kaum noch reflektieren können – zum großen Erstaunen und unter wachsender Fassungslosigkeit der restlichen Weltbevölkerung.

Zu unserem installierten Denkrepertoire gehören zentral solch mechanisch verinnerlichten Selbstverständlichkeiten wie, dass alle Menschen der Welt traumatisiert wurden, die Deutschen aber nicht, oder dass die Deutschen kein Recht hätten, ihre Traumatisierung zu benennen und aufzuarbeiten; dass „die Deutschen die Schuld an allem tragen“; dass sie die Bösen sind und ergo die Siegermächte die Guten; dass deshalb alles „Deutsche“ vernichtet und abgeschafft werden muss usw. Diese Denkparolen sind so simpel und billig, dass sie für einen denkenden Erwachsenen eigentlich hoch peinlich sein müssten. Aber im traumatisierten Zustand glaubt und befolgt man alles, nur um zu überleben und in Sicherheit zu kommen.

Diese Überzeugungen und Denkweisen bleiben nach dem traumatischen Erlebnis bestehen, solange das Trauma nicht verarbeitet ist, d.h. solange die Wirkungen der dadurch aktivierten Selbstschutz-Reflexe nicht wieder aufgehoben werden. Dies ist in Deutschland nie vollständig geschehen. Heute leben wir in der fatalen Folge, dass weder das Trauma noch die Denkweise aus dem Trauma aufgelöst wurden, sondern mit Nachdruck von Generation zu Generation weitergegeben werden und damit eben auch die emotionale Lähmung und die mentale Abhängigkeit konstant erhalten bleiben, die uns psychisch und kulturell in eine Geiselhaft nehmen wie wohl kein anderes Volk auf der Welt. So entwickelte sich bei uns eine immer einseitigere und fanatischere konformistische Denkkultur – besser: Anti-Denk-Kultur – auf der Basis von Angst und Vermeidung, deren groteske Auswüchse wir heute z.B. in den medialen Inszenierungen freitäglicher Kinderkreuzzüge sehen können und deren Fahnenstange vielleicht bei den verwahrlosten Gewaltmobs endet, die sich „linksautonom“ nennen und antifantastische Parolen ausgeben.

Gerade bei den jüngeren Generationen mischen sich Orientierungslosigkeit, Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit auf eine selbstzerstörerische Weise mit konstanter Unruhe, diffuser Überaktivierung und richtungsloser Dauerempörung. Jeder geschulte Psychiater würde hierin sofort die typischen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung erkennen.

Von der Ohnmacht zum Trauma-Komplex

An dieser Stelle kommen wir zum Ausgangsthema „Schuld und Schuldgefühle“ zurück. Denn gerade für Menschen, die chronisch unter Belastung stehen, die sie nicht bewältigen können, kann ein Schuldkomplex eine wichtige psychische Entlastung darstellen, weil er die Illusion einer Lösung (also die Idee von einer Wiedergutmachung), aufrecht erhält, wobei die darunter liegenden eigentlichen traumatischen Belastungen nicht gesehen und gefühlt werden müssen.

Die eigentliche innere Belastung durch das Trauma kann so aber nicht „abgearbeitet“ oder „abgezahlt“ werden – sie  müsste aufgearbeitet und integriert werden. Das wäre jedoch mit Schmerz verbunden. Um diesen Schmerz zu verdrängen, erschafft unser Gehirn z.B. Schuldgefühle als ein mentales Ausweichmanöver. Denn wer sich schuldig fühlt, kann sich grundsätzlich noch handlungsfähig und mitbestimmend fühlen, sich also eine gewisse Machtposition einbilden und seine Aufmerksamkeit weg von der Vergangenheit in eine ferne Zukunft richten. Wer aber seine Handlungsunfähigkeit einsehen muss, der muss sich dem Gefühl der Ohnmacht stellen.

Und hier liegt der Knackpunkt, um den sich unsere volksweite posttraumatische Belastungsstörung und Verwirrung dreht: wir können, dürfen und wollen bis heute nicht unsere Ohnmacht und unsere Auslieferung wahrhaben. Wir sind bis heute nicht bereit – und werden auch aktiv davon abgehalten – wahrzunehmen, was mit uns gemacht wurde. Die ewige Leier von den Deutschen als alleinige Täter und Verursacher – was nachweislich historisch falsch und absurd ist – dient einem doppelten Zweck: unsere Unterdrücker halten uns damit in der psychischen Zwangsjacke und verhindern unsere Souveränität und wir selbst machen mit, weil das der einzige psychische Schutz ist, den wir haben, gegen die schmerzhafte Wahrheit des damals Erlebten und der seitdem fortdauernden Ohnmacht und Unterdrückung. Letztere verlagerten sich vom territorialen Krieg auf die wirtschaftliche Ausbeutung, Erschöpfung und die systematische Verblödung der Bevölkerung, so dass man unser Land zuletzt mit fremden Massen aus anderen Kulturen fluten konnte.

Wir bevorzugen es bis heute, uns in die absurde Rolle des Täters hinein zu imaginieren, der gleichzeitig aber auch Opfer ist – Opfer seiner selbst, seines bösen (deutschen) Charakters, so redet man uns ein. Wir haben also die schizophrene Doppelposition, Opfer und Täter in einem zu sein, so dass wir auch Empörte und Schuldige, Bestrafende und Bestrafte gleichzeitig sein können und uns nun selbst verfolgen bis ins hundertste Glied. All diese Fantasien von Täterschaft und ihre aktive Leugnung der geschichtlich realen Sachverhalte werden von Generation zu Generation mit leichten Variationen weitergegeben, weil sie uns helfen, uns vor uns selbst zu drücken, zu erniedrigen und zu verleugnen.

Die perverse Macht-Illusion des Masochisten besteht darin, dass er sich von niemandem entlasten lässt, sondern den verborgenen Stolz in sich trägt, alle anderen an Selbsterniedrigung zu übertreffen. Aber wir müssen das durchschauen: es ist nur ein Schutz gegen das Bewusstsein von der (real erlebten) Ohnmacht sowie des Schmerzes, die uns der letzten Illusion von Selbstermächtigung berauben würden. Denn auch die Rolle des selbstlosen Helfers ist nur aufgesetzt und Abwehr.

Denn Ohnmacht in Verbindung mit Schmerz ist eine der schlimmsten Erfahrungen für die menschliche Psyche und die Basis fast aller Traumata. Die Psyche kann sich vor der Überwältigung durch solche Erlebnisse schützen, indem sie die Ohnmacht nicht wahrnimmt und stattdessen Fantasien von Fluchtmöglichkeiten, Handlungsfähigkeit oder Errettung kreiert. Es ist z.B. ein bekanntes Phänomen, dass Kinder – aber auch Erwachsene – belastende und unverarbeitete Erlebnisse wie z.B. den Tod einer nahen Person versuchen zu bewältigen, indem sie sich selbst für schuldig am Geschehen halten. Ihre Erklärungen sind dabei oft höchst eigenartig und abstrus, aber der Schuldkomplex schützt sie vor der emotionalen Überlastung durch Ohnmacht. Der daraus resultierende Mangel an logischen Erklärungen und die wachsenden Widersprüche machen ihnen natürlich zu schaffen. Da sie aber den emotionalen Überwältigungsschutz nicht loslassen können, ist ihr Gehirn dann gezwungen, immer neue und kompliziertere Rechtfertigungen für das Schuldkonstrukt zu finden und sie immer häufiger zu repetieren. Sie suchen geradezu verzweifelt nach Gründen und Begründungen, warum sie die Schuld am Geschehenen tragen, auch wenn dies gänzlich absurd ist. Gerade bei Opfern von Gewalt und Missbrauch ist diese Selbst-Beschuldigung ein häufiges und für Außenstehende verstörendes Phänomen, weil es den Verlust von Einsichtsfähigkeit und Realitätssinn so offensichtlich macht.

Wenn man nun einem solchen Opfer von Gewalt nicht hilft, seine Emotionen zu verarbeiten und dadurch langsam wieder realitätsfähig zu werden, dann entsteht eine Trauma-Identität: ein Selbstbild, das sich auf der verzerrten und blockierten Wahrnehmung eines überfordernden Erlebnisses aufbaut. Die Trauma-Identität besteht aus einer Reihe von Selbst-Definitionen, die nicht real sind, sondern nur dazu dienen, das Trauma und alles damit Verbundene auszublenden oder zu umgehen. Es ist die psychische Leugnung des real Erlebten und damit der eigenen Wahrnehmung und authentischen Identität.

Dadurch entsteht eine innere Zerrissenheit, denn die Trauma-Identität trennt alle eigenen Eigenschaften, Erinnerungen und Emotionen ab, die mit dem Trauma in Verbindung stehen. Wenn ich zum Beispiel vor dem Trauma gerne Orangen gegessen habe und Orangen zum Zeitpunkt des Erlebnisses irgendeine Rolle spielten, dann werde ich danach vielleicht nicht nur allergisch gegen Orangen sein, sondern womöglich auch steif und fest behaupten, dass ich Orangen gar nicht mag und noch nie gemocht habe. Vielleicht werde ich sogar eine Kampagne gegen Orangen starten und alle anderen davon zu überzeugen versuchen, dass Orangen grundsätzlich schlecht sind und abgeschafft werden sollten. Das gleiche gilt auch für Emotionen wie z.B. Stolz. Wenn das Trauma eine Verbindung zu Stolz hat, dann werde ich danach vielleicht Stolz und jegliche Erinnerung daran vermeiden oder sogar verurteilen.

Auf diese Weise können die Erfahrungen nicht integriert werden und es entsteht ein Trauma-Komplex, der unter allen Umständen vermieden werden muss. Mit anderen Worten: es entsteht ein psychisches Tabu und ein innerer „verbotener Raum“, die nicht berührt werden dürfen. Ein Teil unserer Persönlichkeit wird betäubt, so dass wir Teile unseres Empfindens, Fühlens, Erinnerns, Denkens und Handelns verlieren.

Nicht Schuld, sondern Scham

Solche Desintegration und Fragmentierung erzeugen aber nicht Schuldgefühle, sondern Scham. Die Grundemotion Scham entsteht immer dann, wenn unser Organismus oder Nervensystem etwas nicht integrieren kann. Als soziales Phänomen ist uns das bekannt und am meisten bewusst: wenn wir etwas tun, das in einem gewissen Kontext nicht „richtig“ ist oder „sich nicht gehört“, dann schämen wir uns, weil dieses Verhalten in die Gruppe oder Situation nicht integrierbar ist. Das Gefühl von Scham zeigt, dass uns Integration wichtig ist und dass wir mitfühlen können. Wir schämen uns zum Beispiel auch, wenn wir die Grenze von jemandem aus Versehen überschreiten. Signale von Scham zeigen anderen, dass wir eine Grenzüberschreitung oder ein Fehlverhalten als solche erkennen können, was Voraussetzung für soziale Wiedereinbindung und Vertrauen ist.

Psychopathen können sich nicht schämen, weil ihre emotionale Funktion degeneriert ist. Deshalb können sie auch nicht sozial integriert werden. Im Tierreich werden psychopathische Tiere instinktiv aus dem Rudel ausgestoßen, weil sie das Leben des ganzen Rudels durch ihre Rücksichtslosigkeit gefährden. Wir Menschen aber haben auch die Fähigkeit, unsere Wahrnehmung für psychopathisches Verhalten zu betäuben, so dass wir pseudo-soziale Beziehungen mit Asozialen aufbauen können. Darauf kommen wir später beim Thema Verantwortungsfähigkeit zurück.

Scham als Signal für fehlende Integration funktioniert ebenso inner-psychisch. Wenn ich ein Gefühl oder Erlebnis nicht verstehen und verarbeiten kann, dann wird sich Scham darum herum legen, die anzeigt, dass „ich mich selbst nicht verstehe“, „ich mir ein Rätsel bin“ oder „unsicher über mich selbst bin“. Wenn wir etwas psychisch nicht integrieren können, fühlen wir in Bezug darauf mehr oder weniger Scham solange, bis es integriert wird.

Scham ist außerdem gekoppelt mit einer motorischen Deaktivierung, einer Art „Kollabieren auf Knopfdruck“, was auch sinnvoll ist, denn das Gefühl von Scham weist stets auf etwas Unstimmiges, Unpassendes oder Nicht-Integres hin und sollte daher das Engagement in diese Richtung erstmal stoppen. Das ist z.B. notwendig, damit Eltern ihre Kinder auch aus größerer Entfernung von gefährlichen Handlungen abhalten können. Wenn die Mutter das kleine Kind in scharfem Ton stoppt, damit es nicht auf die Straße rennt, dann kollabiert das Kind in dem Moment muskulär zu seinem eigenen Schutz: es bleibt stehen und rührt sich nicht.

Danach braucht das abrupt gestoppte Kind an der Straße jedoch Kontakt, Tröstung und eine Erklärung, um den heftigen Stopp-Impuls, den Kollaps und den Schreck zu verarbeiten und daraus zu lernen, statt in seiner Schreckreaktion stecken zu bleiben und in Zukunft immer Angst und Unsicherheit an Straßen zu erleben. Leider haben wir in unserer Kultur diesen gesunden Umgang mit Scham verlernt. Scham braucht zur Integration immer Hilfe von außen. Ohne Integration und Auflösung der Scham bleibt die Assoziation der situativen Umstände mit Scham und Lähmung erhalten und generalisiert sich zu einer grundsätzlichen Haltung von Unsicherheit und Gehemmtheit.

Wir können heute vor allem in Deutschland eine Menge derart kollabierter Menschen sehen, die kaum noch Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit in sich tragen. Nach meiner Einschätzung sind Männer davon weit mehr betroffen als Frauen, wofür es im System auch leicht zu identifizierende Gründe gibt, aber diese Unterscheidung können wir hier nicht weiter ausführen. Den wenigsten Menschen ist klar, dass solche selbstunsicheren Menschen massiv beschämt wurden und in ihrer Schamreaktion stecken geblieben sind. Scham an sich ist eine gesunde und natürlich-notwendige Emotion. Nicht gesund und natürlich ist jedoch, darin stecken und desintegriert zu bleiben. Es braucht Kultur und Unterstützung von außen, um aus Schamerleben eine gesunde und selbstbewusste Integrität aufzubauen.

Weiße und rote Scham

Da wir nun die Grundzüge und Funktion von Scham als natürliche Emotion skizziert haben, müssen wir jetzt noch eine wichtige Differenzierung einführen, die bedeutsam ist für das Erkennen und Lösen eines Scham-Komplexes.

Zuvor sei angemerkt, dass ich das Verständnis von Scham, wie ich es hier erkläre, bisher noch in keiner psychologischen Literatur so gefunden habe – wenn auch fast alle Aspekte, die ich hier zusammenfüge, irgendwo schon einzeln erwähnt sind. Mir scheint Scham die am wenigsten verstandene, am meisten ignorierte und damit geheimnisvollste Emotion unserer Zeit zu sein, was meine Vermutung, dass sie grundsätzlich tabuisiert und verdrängt wird, bestätigt. Dieser blinde Fleck unseres gesellschaftlichen Bewusstseins spiegelt sich dementsprechend auch in Wissenschaft, Forschung und Literatur wider.

Der Grund dafür könnte darin liegen, dass wir die Kulturtechniken verloren haben, die notwendig sind, um Scham zu bewältigen und konstruktiv zu nutzen. Dafür braucht es nämlich empathische Zuwendung und ein Gefühl für Kohärenz und Gleichgewicht im Kontakt und im sozialen Gefüge. Es braucht ein Gefühl für Zugehörigkeit zu einem größeren Gemeinsamen und Resonanzfähigkeit, die sensibel genug ist, um Scham zu erkennen und darauf adäquat einzugehen.

Der richtige Umgang zur Auflösung von Scham ist stets: Integration. Das kann durch die Bestätigung der Zugehörigkeit zur Gruppe sein oder, wenn es um eine persönliche Scham geht, durch das Teilen des Gefühls, so dass es etwas Gemeinsames wird und dadurch integriert werden kann. Aus der Intention einer psychischen und sozialen Wiedereingliederung heraus hat auch ein einfacher Satz wie „Du brauchst dich dafür nicht zu schämen“ Sinn und Wirkung. Damit darf aber eben nicht eine Marginalisierung der Scham oder des Themas oder irgendeine Art von übergehender Bevormundung gemeint sein, sondern es muss als authentisches Signal der Anerkennung verstanden werden: „Gerade weil du dich schämst, kannst du dich zu uns zugehörig fühlen. Weil wir daran sehen können, dass du sensibel, empathisch, gruppenbezogen und veränderungsfähig bist.“

Sichtbares Schamverhalten ist ein Signal dafür, dass der Betroffene das Unpassende spürt und unter dem Mangel an Integration oder Passung leidet. Ein Psychopath oder Anti-Sozialer schämt sich nicht. Sein Verhalten und er selbst sind schamlos. Deshalb ist er auch nicht integrationsfähig.

Um adäquat mit Scham umgehen zu können, brauchen wir nun noch eine zusätzliche Differenzierung in rote Scham und weiße Scham. Rote Scham ist der emotionale Zustand, der uns ganz augenscheinlich rot werden lässt, weil ein Aspekt von uns nicht zu unserem aktuellen oder gewohnten Selbstbild passt oder weil wir etwas an uns selbst nicht verstehen können. Dafür reichen schon ganz kleine alltägliche Auslöser wie das Herausfallen von Sachen aus der Tasche im Bus, ein plötzliches Stolpern oder dass man jemanden in einer Wartschlange übersehen und sich aus Versehen vor ihn gestellt hat. Diese Situationen lösen Scham aus, weil uns plötzlich bewusst wird, dass wir etwas getan haben, das nicht unseren Werten, Normen oder Erwartungen an uns selbst entspricht.

Daran können wir sehen, wie essentiell wichtig Scham für die Sozialisierung ist, denn ohne dieses Gefühl würden wir unpassendes oder andere schädigendes Verhalten nie bereuen und korrigieren. In solchen Momenten reagieren wir automatisch mit einer Entschuldigungsgeste, um uns dadurch sozial wieder zu re-integrieren. Das funktioniert natürlich nur, insoweit wir dann auch eine akzeptierende Antwort bekommen.

Rote Scham tritt auch dann auf, wenn wir neue Eigenschaften an uns entdecken oder entwickeln. Deshalb ist sie in der Pubertät so extrem präsent und bräuchte umso mehr unterstützende und integrierende Resonanz, denn in der Pubertät verändern wir uns so rasch und entdecken so viele neue Aspekte, dass wir sie so schnell gar nicht in unser bisheriges Selbstverständnis integrieren können. Und das erzeugt rote Scham, die anhält bis wir das Neue an uns „verstehen“ und als zu uns gehörig betrachten und fühlen können.

Weil diese notwendige Integration in unserer Kultur zum Beispiel besonders in Bezug auf Sexualität und Aggressivität oder auch in Bezug auf Stolz und Trauer viel zu wenig unterstützt wird, sind dies die am meisten schambesetzten und tabuisierten Themen, bei denen sogar Erwachsene noch „rot werden“ oder unsicher und irritiert sind (auch wenn sie gelernt haben, sich das nicht einzugestehen und es sich nicht anmerken zu lassen ). Sie konnten diese Eigenschaften nie wirklich integrieren. Die Scham verschwindet sofort spurlos, wenn sie einen Weg finden, ihre Impulse, Gefühle, Fantasien oder Wünsche als natürlichen Teil von sich anzunehmen.

Dementsprechend ist rote Scham also ein Signal dafür, dass wir etwas besser integrieren – und das heißt oft: verstehen – müssen. Der richtige Umgang mit roter Scham ist, dabei zu helfen. Vor allem Verständnis für sich selbst vermittelt zu bekommen, ist häufig sehr ent-lastend, weil es eben ent-schämend ist.

Etwas anderes ist dagegen weiße Scham und der Umgang damit. Weiße Scham ist jener Zustand, bei dem wir „weiß im Gesicht werden“, weil das Blut sich nach innen zurückzieht, wir „am liebsten im Boden versinken“ oder „uns vor allen verstecken würden“. Wir können sie auch existenzielle Scham nennen. Sie tritt dann auf, wenn wir uns mit etwas, das wir nicht integrieren können, so sehr identifizieren, dass wir nicht mehr zwischen uns selbst und dem verstörenden Aspekt unterscheiden können. Das Gefühl von Unstimmigkeit und Abweichung oder sogar Falschheit überträgt sich auf unser ganzes Selbstgefühl, so dass wir uns in unserem Kern falsch und unpassend empfinden. Dann haben wir es mit einer Art Schockzustand zu tun (deshalb das weiße, blutleere Gesicht), weil wir etwas erleben, das unsere eigene Identität, also uns selbst, in Frage stellt. Das heißt, wir fühlen uns in uns selbst nicht mehr integrierbar und verlieren dadurch unsere (gewohnte) Integrität – es fühlt sich an wie ein Zerfallen oder sich-Auflösen.

Wenn Scham blockiert wird

Um aus diesem Zustand wieder herauszufinden, müssen wir uns zunächst erst einmal sicher fühlen und uns selbst wieder spüren können. Erst dann sind wir fähig, ein neues Verständnis von uns selbst und für die beschämend-bestürzende Erkenntnis aufzubauen. Der Umgang mit weißer Scham fordert deshalb zunächst Beruhigung, Schutz, Geborgenheit und Unterstützung.

Sowohl rote als auch weiße Scham lähmen das eigene Verhalten und bringen uns in einen Zustand der Verunsicherung. Bei der weißen Scham jedoch ist diese Lähmung so existenziell, dass so gut wie alle unsere sozialen Fähigkeiten, Erfahrungen, Selbstbilder und Stärken außer Reichweite geraten und wir leicht den Boden unter den Füßen verlieren. Wenn wir keine Hilfe von außen bekommen, was leider in unserer momentanen Kultur eher die Norm als die Ausnahme ist, dann bleibt uns nur die Möglichkeit, die unbewältigte Scham zu verdrängen, indem wir sie betäuben.

Das weitreichende Problem dabei ist, dass wir damit nicht nur zusätzlich den des-integrierten Aspekt betäuben, sondern auch mehr und mehr unsere Fähigkeit uns zu schämen verlieren. Wir werden schamlos und skrupellos durch den Mangel an emotionaler Bewältigung. Denn wir können das Abweichen von unseren eigenen Werten und unserer inneren natürlichen Ethik nicht mehr bemerken, weil unser emotionales Warnsystem blockiert ist. Wir werden blind für Scham und können sie auch bei anderen nicht mehr wahrnehmen. So entsteht ein kultureller Teufelskreis der Vernachlässigung und Ignoranz, den wir nur mit einem Kraftakt der inneren Umorientierung beenden können.

Der Verlust an Scham-Fähigkeit und Scham-Gefühl führt dazu, dass wir unsere Integrationsfähigkeit verlieren. In der Folge zersplittern und desintegrieren wir immer mehr- sowohl sozial als auch psychisch. Und heutzutage befindet sich unsere Gesellschaft bereits in einem fortgeschrittenen Stadium dieses Zerfalls.

Komplementäre Kräfte: Scham und Stolz

Ein weiteres Symptom desselben Zerfalls ist unsere schwindende Fähigkeit, Stolz zu empfinden und auszuhalten. Denn Stolz ist die komplementäre Emotion zu Scham. Während Scham das psychische Signal dafür ist, dass etwas nicht in Ordnung oder nicht integriert ist, signalisiert Stolz das Gegenteil, nämlich dass ein Verhalten oder eine Eigenschaft sehr erwünscht, vorbildlich, wertvoll oder besonders gut integrierbar ist.

Scham sorgt dafür, dass wir im Gewohnten gestoppt werden und im Extremfall sogar am liebsten unsichtbar werden wollen, und genau dadurch ermöglicht sie uns, uns zu verändern, Neues zu lernen und sozialer zu werden. Stolz sorgt im Gegensatz dazu dafür, dass wir sichtbarer werden, er bestärkt unser Selbstbewusstsein. Ein gut integrierter Mensch strahlt daher von Natur aus einen inneren Stolz aus, der nicht auf Leistung oder dem Vergleich mit anderen beruht, sondern in der eigenen Integrität und Übereinstimmung mit eigenen Werten wurzelt. Ein anderes Wort für diese Integrität ist Würde.

Stolz und Scham halten uns im Gleichgewicht.

Stolz und Scham sind also zwei Emotionen, die sich komplementär gegenüberstehen und auf diese Weise unsere Integrationsfähigkeit regulieren. Sie halten uns in der Mitte zwischen zu großer Selbstsicherheit und zu großem Selbstzweifel. Wir brauchen beide Emotionen je nach Situation mal mehr und mal weniger. Im gesunden Menschen wie auch in einer gesunden Gemeinschaft halten sich diese beiden Pole gegenseitig im Gleichgewicht und ermöglichen soziales Lernen und Entwicklung.

Wir Deutschen leben jedoch seit langer Zeit schon in der extremen emotionalen Schieflage, dass wir einerseits ersticken an unausgesprochener Scham und unbewältigter Beschämung und andererseits alles ablehnen, was uns an Stolz auch nur erinnert. Dieses emotionale Ungleichgewicht macht uns krank und beraubt uns der Möglichkeit der Entwicklung und der Wahrnehmung unserer natürlichen Würde.

Wenn Menschen ihre natürliche Würde und ihre Identität genommen werden, dann kollabieren sie innerlich oder reagieren mit instinktivem, richtungslosem Zorn. Entweder sie geben sich selbst auf und passen sich an oder sie werden zu ziellosen Umstürzlern, die chronisch frustriert und aggressiv gegen alles sind, wie ich es in Teil 2 über die Psychologie von „Links“  schon beschrieben habe. Diese beiden Extremreaktionen auf Würdeverlust stehen sich in Deutschland immer fremder und bedrohlicher gegenüber: die große Masse an resignierten Mitläufern inklusive der rückratlosen Opportunisten auf der einen und die empörten Weltverbesserer inklusive der aggressiven Wüstlinge auf der anderen Seite. In vielen Menschen kämpfen diese beiden Reaktionen sogar innerlich gegeneinander an.

Zusammenfassung

Fassen wir zusammen: Unter dem vermeintlichen „Schuldkomplex“ der Deutschen liegt in Wirklichkeit etwas ganz anderes und emotional viel Herausfordernderes: ein Scham-Komplex.

Dieser wurde bei uns fixiert: zunächst durch die Tabuisierung unserer Geschichte, wie „wir“ (als Volk) sie tatsächlich erlebt haben, und anschließend durch den Zwang, von Kind an und täglich Lügen und Betrug als unsere „wahre“ Geschichte verinnerlichen zu müssen. Damit haben wir ein Doppel-Trauma: die existenziellen Traumatisierungen der beiden Weltkriege plus das fortdauernde Verbot der Verarbeitung und die gewaltsame Unterdrückung der Wahrheit.

Diese Konstellation löst aufgrund der fehlenden Integration eine Menge ungelöste und weitervererbte Scham aus, die ebenfalls nicht bewältigt und gesehen werden kann, so dass wir uns (gerne) eine „Schuld“ einreden und einreden lassen, die unsere eigentliche emotionale Überforderung zudeckt und überspielt. Diese Deckelungen und Verhüllungen unserer wahren Geschichte, Reaktionen und Empfindungen müssen wir nun Schicht um Schicht wieder ent-decken und freilegen. Das haben wir noch vor uns.

Das belastendste Problem, in dem wir seit Generationen leben, sind nicht die traumatischen Erlebnisse selbst, sondern die Auswirkungen der instinktiven Schutzreflexe, die wir nun bereits in der fünften Generation leben, weil die Traumata nicht verarbeitet und nicht aufgelöst wurden.

Ohne Auflösung führt jedes Trauma zu einer wachsenden Abspaltung von der Realität, so dass unser Bewusstsein und unser Denken in Illusionsblasen und Träumen (Ideologien) gefangen bleiben. Deshalb sind wir so leicht täuschbar und lenkbar. Vermutlich ist keine Nation auf der Welt aktuell so abgekoppelt von der Realität und deshalb so fremdgesteuert wie wir Deutschen. Und die jüngeren Generationen unserer Gemeinschaft sind tatsächlich noch weiter weg von der Wirklichkeit als die älteren.

Um aus dieser chronischen Volkslähmung der Scham herauszukommen, müssen wir die Freiheit und den Raum finden, unsere historische und die daraus gewachsene aktuelle Realität zu erforschen. Nur so können wir wieder Zugriff bekommen auf gesundes Selbst-Bewusstsein – in beiden Bedeutungen des Wortes – und gesunden Stolz, die uns beide noch so kläglich fehlen.

Neue Freiheit und neuen Raum werden wir bald dafür haben. Dann müssen wir beginnen, sie zu nutzen.

Unsere Herausforderung

Warum ist das alles so wichtig?

Weil wir gerade die Befreiung vom unterdrückenden und lähmenden System miterleben. Weil wir jetzt aus der 100-jährigen psychischen Geiselhaft befreit werden. Dabei werden wir strukturell, wirtschaftlich und politisch befreit. Aber die psychische Befreiung, Verarbeitung und Regeneration sind dann immer noch die wichtigsten Aufgaben, die uns bevorstehen.

Dieser Artikel hat ausführlich erklärt, warum wir für diesen Prozess des Aufwachens und der Gesundung vor allem wieder ein Gespür für Scham und vorallem den gesunden Umgang mit Scham entwickeln müssen. Nur so können wir zu Integrität und unserer wahren Wesens-Identität zurückkehren und stürzen nicht wieder in Lähmung und Selbsterniedrigung ab, woraus dann erneut jene fatale Anfälligkeit für Schuld-Illusionen entsteht. Das ist eine große, vielleicht unsere größte Lernaufgabe als Volk, denn immerhin haben wir diese Fähigkeiten nun bereits über viele Generationen vergessen.

Wir werden deshalb mit viel Scham zu tun haben, worin aber auch eine große Chance zur Entwicklung und Selbsterkenntnis liegt!

All die Menschen, die die Simulationen von „souveränem Staat“, „Demokratie“, „freier Presse“, „unabhängigen Medien“, „freier Wirtschaft“, „unabhängigem Rechtssystem“, „Meinungsfreiheit“, „Friedensmissionen“, „Europäischer Union“, „Fridays for Future“ oder „stabiler Geldwährung“ bisher verinnerlicht hatten, werden nun verarbeiten müssen, dass sie in allem, wirklich in allem, nach Strich und Faden getäuscht wurden. Sie müssen verstehen, wie es dazu kam und dass das nicht ihre Schuld ist. Dass sie keine Wahl hatten und dass wir alle in diesem Boot sitzen. Dass sie jetzt nicht mehr gelähmt und hilflos sind, sondern lernen können, was wirklich passiert ist, wer wir wirklich sind, was unsere Aufgabe ist und was unser Weg.

Dabei sind die neu zu lernenden Fakten und Erklärungen gar nicht die größte Herausforderung. Die gewaltigste Herausforderung sind die emotional aufgeladenen falschen und destruktiven Überzeugungen, mit denen die Menschen Stabilität und Verlässlichkeit verknüpfen, weil sie nicht anderes kennen. Die Bedürfnisse dahinter sind essentiell wichtig und das erste, um das wir uns kümmern müssen.

Und es wird viel Neues geben! Bevor die Menschen das Neue lernen und verstehen können, müssen sie sich ausreichend sicher und in Stabilität fühlen. Die Sicherheit und Wohlfahrt des Volkes wird das vorrangig Wichtige sein.

Die Menschen werden zunächst erschüttert sein, wenn sie feststellen müssen, in welchem Ausmaß sie getäuscht wurden. Denn die bisherigen Simulationen und Lügen der Psychopathen, in denen sie sich stets als die guten Retter, Aufklärer und Friedensstifter inszeniert haben, waren nahezu perfekt und konnten nur von einzelnen durchschaut werden, die sich aber nicht bemerkbar machen konnten, weil auch alle großen Kommunikationskanäle der Gesellschaft von den Psychopathen kontrolliert wurden.

Die Menschen werden es vor allem emotional verarbeiten müssen, dass viele Stars und gelobte Vorbilder, die sie bislang anhimmelten, skrupellose Verbrecher der übelsten Sorte sind. Dass z.B. jener immer freundlich lächelnde und eloquente Friedensnobelpreisträger nicht nur ein Landesverräter ist, sondern eine gewissenlose Marionette, mit der der Club Internationaler Angstmacher das korrupteste und kriminellste Netzwerk der Geschichte steuerte, um die Menschheit zu vernichten. Und dass ausgerechnet der angeblich so widerliche, egozentrische, dumme, frauen- und was-sonst-noch-feindliche neue Präsident der USA plötzlich der Chef der Retter- und Befreier-Truppen ist. Dass ausgerechnet unter ihm die Befreiung diesmal echt, ehrlich und vollständig sein wird. Das wirft unsere gesamte mediale Programmierung der letzten vier Jahre komplett über den Haufen.

Wir müssen auch verarbeiten lernen, dass die Gruppen und Darsteller, die am lautesten gegen Nazis oder „gegen Rechts“ polemisierten und gerne ganz allgemein von Frieden und Umweltschutz faselten, selbst bis zum Kinn in Korruption, Kriegstreiberei, Menschenhandel und faschistischen Methoden der Unterdrückung involviert sind. Dass Organisationen, denen wir unsere Kinder anvertraut haben, Handlanger und Organisatoren der schändlichsten Vergehen an Kindern waren.

Auf all diese Etikettenschwindel und Masken hereingefallen zu sein, wird für viele Menschen tief beschämend sein und sie fassungslos machen. Wir werden eine Menge Orientierungslosigkeit, Lähmung, Irritation und den ganzen Cocktail damit aufschäumender, vielleicht schon lange aufgestauter Emotionen erleben. Da wird den Menschen schwindelig werden. Es wird also Zeit brauchen, all das anzuerkennen und zu integrieren. Es braucht Zeit, die langanhaltende, tiefsitzende Indoktrination von „Links“ loszuwerden, die bereits bei den Kleinkindern anfing und alle Institutionen, alle Medien, alle öffentlichen Ämter und alle Bildungsformen durchseuchte. Wir werden unsere Wahrnehmung komplett umstellen müssen, so dass wir unserer Intuition wieder vertrauen können. Vor allem werden wir unsere Vergangenheit komplett neu lernen müssen, bevor wir gesund in die Zukunft gehen können.

Natürlich wird es uns demnächst, vom ersten Tag der Befreiung an, objektiv besser gehen. Wir werden mehr Sicherheit, mehr Stabilität, mehr Transparenz, mehr Möglichkeiten, mehr Geld und in allem mehr Menschlichkeit und menschlichen Maßstab erleben. Aber bis unsere Psyche dies aufnehmen und nutzen kann, bis wir uns im Neuen auch besser fühlen, wird einige Zeit vergehen, in der wir übergangsweise von außen gestützt werden müssen. Ich würde dafür grob geschätzt zwei Jahren veranschlagen, bis wir – als ganzes Volk – beginnen können, auf eigenen Füßen zu stehen.

Das bedeutet auch, dass wir uns selbst wieder ernst nehmen und unseren wahren Werten folgen müssen, statt auf emotionalisierte Aktionsprogramme und Ideologie-Shows hereinzufallen. Wir müssen wieder lernen, bei uns selbst anzufangen, statt selbstvergessen von der Rettung der Welt zu tstolzräumen. Und wir haben jetzt Jahre, wenn nicht Jahrzehnte vor uns, in denen wir uns in erster Linie um uns selbst kümmern müssen. Wir selbst sind der Trümmerhaufen, also sind wir selbst auch die Baustelle.

Wir Deutschen haben hohe Idealvorstellungen. Und je höher die Idealvorstellungen und moralischen Werte, desto sensibler wird man für Scham, weil man dann seine hohen Maßstäbe so viel schneller verfehlen und essentieller an ihnen scheitern kann. Wir müssen lernen und verstehen, dass unsere Scham uns also auch zeigt, wie großherzig und wie tief mitfühlend wir wirklich sind.

Die Scham wirklich zu bewältigen heißt, das Neue, Verstörende und Irritierende zu verstehen und zu integrieren ohne sich lähmen zu lassen. Wir können dann auch erstmal ruhig vorsichtig und schüchtern sein, dann aber ohne blockiert zu sein.

Für uns bedeutet das jetzt vor allem, unsere Geschichte und unsere jetzige Lage im Ganzen zu verstehen, bevor wir wieder agieren und Neues aufbauen. Erst wenn wir diese Herausforderung weit genug bewältigt haben, können wir uns unserer neuen Zukunft zuwenden. Denn sie gehört uns schon, aber wir begreifen sie noch nicht.

Zur Fortsetzung mit Teil 5 hier klicken.

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Aus aktuellem Anlass zu deiner Beruhigung

Aktualisierte Version vom 26. März 2020

Dieser Artikel als Podcast inkl. 3-Ebenen-Meditation ab 23:00

Grund zur Freude

Dieser Artikel erklärt dir, warum du vor „Corona“ und vor dem, was gerade in Deutschland und weltweit passiert, gar keine Angst zu haben brauchst, sondern dich viel mehr freuen kannst. Denn jetzt werden Dinge realisiert und neue Strukturen für unser Zusammenleben geschaffen, auf die die meisten Menschen schon seit Jahren sehnlichst warten.

Die Perspektiven und Erklärungen, die ich hier geben werde, sollen dir ein umfassendes Verständnis der Situation ermöglichen, so dass du aktuelle Nachrichten und Veränderungen einordnen kannst und verstehst, worum es hier eigentlich geht. Vor allem soll dir der Artikel die Chance geben, deine Sichtweise auf die Dinge so zu verändern, dass du keine Angst mehr hast. Denn Angst, Unsicherheit und Desorientierung schwächen uns und sind keine Hilfe.

Seit zwei Tagen scheint hier die Sonne und haben wir Temperaturen so angenehm wie sonst im Mai, die Vögel geben ein lebendiges Frühlingskonzert und streiten sich um Territorien oder Balzpartner und die Kinder spielen im Garten, quieken und krähen ganz ausgelassen und freuen sich über die unerwarteten Ferien. Das ist ein kleiner Ausblick auf das, was uns bald erwartet und unser Leben wieder mehr prägen wird: Natürlichkeit, Menschlichkeit und Anbindung an das Wesentliche.

Es dürfte wohl jedem reflektierenden Menschen klar sein, dass sich dafür aber in dem System und der Gesellschaftsordnung, in denen wir bislang leben, nicht bloß hier und da ein wenig ändern müsste, sondern dass dafür unser gesamtes gesellschaftliches, politisches und wirtschaftliches System grundsätzlich umgestellt werden muss. Man kann sagen: das, was bisher oben war, muss ganz nach unten oder ganz weg, und das, was lange Zeit verdrängt und unterdrückt wurde, muss endlich wieder sichtbar gemacht und nach oben gehoben werden.

Das ist ein großer, ja ein riesiger Wechsel. Und die meisten Menschen spüren diese Veränderung auch schon, ohne sie genau benennen zu können: „Irgendetwas Großes passiert da gerade“, „Hinter den aktuellen Geschehnissen steckt viel mehr als es scheint“, „Hier geht es um etwas ganz anderes als um einen Virus“.

Was wirklich hinter „Corona“ steckt

Wie ermöglicht man einen so großen Wandel, ohne dass dabei alles in die Brüche geht, die Menschen in panische Angst und Verzweiflung fallen und dann Verwirrung und Chaos ausbrechen? Man braucht dafür einen kontrollierten Übergang und der muss sehr gut geplant sein. Man muss für alle möglichen Eventualitäten vorsorgen und alle Aspekte des menschlichen Lebens in einem großen Zusammenhang sehen und verstehen – also sowohl Politik, Geopolitik, Wirtschaft und internationale Beziehungen, als auch Psychologie, die Wirkung von Medien und die Gewohnheiten und Bedürfnisse der Menschen.

Im Grunde muss dieser Plan für den großen Wechsel drei Dinge enthalten:

  1. Die Menschen darauf vorbereiten, so dass sie aktiv mitmachen und mithelfen können.
  2. Die Kontrollierenden und Machthaber des alten Systems inklusive ihre Helfer, Soldaten und Bediensteten entfernen.
  3. Die Basis für das Neue soweit vorbereiten, dass direkt neue Strukturen, Prozesse und Hilfsmittel eingesetzt und genutzt werden können. Denn es soll keine orientierungslosen Übergangszeiten geben, in denen Kraft und Fokus verloren gehen würden.

Also nochmal die Frage: wie ermöglicht man diese enorme Veränderung fast aller Systeme, die den Menschen vertraut sind, zu etwas Neuem, Besseren, ohne dabei Schaden anzurichten? Wie führt man ein komplettes Update des ganzen Betriebssystems durch, während der Computer benutzt wird, mit nur einem ganz kurzen Ausfall und Neustart, die kaum stören?

Du kennst die Antwort schon, nicht wahr? Weil wir es gerade alle erleben. Aber ich will dir noch ein paar Fragen anbieten, die dir den Hintergrund des Plans uns des bevorstehenden Wandels geben:

  • Wie erzwingt man die Freigabe sehr guter, aber bisher unterdrückter Heilmittel?
  • Wie löst man den weltweiten und sehr mächtigen Einfluss der Pharma-Industrie auf?
  • Wie erklärt man den wirtschaftlichen Zusammenbruch, ohne aufzudecken, dass man die großen Konzernmonopole zerschlägt?
  • Wie vertreibt man all das schlechte, manipulative und wertlose Geld aus den Aktienmärkten?
  • Wie bringt man alle Völker unabhängig von Rasse, Klasse, politischer Zugehörigkeit dazu zusammenzuarbeiten?
  • Wie rechtfertigt man, dass man den Zentralbanken die Kontrolle über die Wirtschaft und die Bankensysteme entzieht?
  • Wie verhindert man Massenkollateralschäden?
  • Wie schränkt man Reisen und Verkehr ein, um sicherzustellen, dass die gefährlichen alten Machthaber und ihre Helfer nicht entkommen können?
  • Wie beschlagnahmt man Beweise und Eigentum der großen Kriminellen ohne dass sich die Medien oder die Öffentlichkeit einmischen?
  • Wie erreicht man das alles, ohne Massenpanik?
    (Nachtrag 21.03.: Antworten auf diese Fragen gibt H.-J. Müller in diesem gleichzeitig erstellten Video. Schöner “Zufall”!)

Diese Fragen sind nicht von mir, sondern kommen von einem anonymen Kommentator im Diskussionsforum, in dem auch die Informationsquelle „Q“ schreibt. Wir wissen nicht, wer hinter „Q“ steht, aber wir wissen dass diese Quelle sowohl mit den obersten Rängen des US-Militärs als auch mit dem amerikanischen Präsidenten in Verbindung steht, weltweit vernetzt ist und für die Menschheit arbeitet, nicht bloß für ein Land oder eine Interessengruppe. Seit Ende 2017 informiert sie auf der anonymen Internetplattform “8kun” (bzw. vorher „8chan“) Menschen über das, was aktuell hinter den Kulissen passiert und was kommen wird. Sie ist mittlerweile weltweit in vieler Munde und begeistert Menschen, die ebenso echten Frieden, echte Freiheit und menschliche Entwicklung wollen. (Mehr zu „Q“ siehe unten bei den Lesetipps.)

Lass uns zu den oben aufgelisteten Fragen noch folgende hinzufügen, um das Bild vollständig zu machen:

  • Wie sorgt man dafür, dass Kinder und Familien sicher sind, wenn große Militäroperationen anstehen und Terroranschläge geplant sind?
  • Wie kann man plausibel rechtfertigen, dass der Verkehr für einige Zeit lahmgelegt wird, dass Grenzen geschlossen werden und die Menschen in ihrem Land und zuhause bleiben?
  • Wie erklärt man das plötzliche Verschwinden vieler Politiker, einflussreicher Geschäftsmänner und prominenter Hollywoodstars von den öffentlichen Bühnen ohne dass ihre Familien Schaden in der Öffentlichkeit nehmen?
  • Wie kann man den Menschen deutlich vor Augen führen, dass ihre sogenannte „Regierung“ aus inkompetenten, unwissenden und hilflosen Marionetten besteht, die irgendwelche gelernten Texte sprechen und gegen die Bevölkerung agieren?
  • Wie beweist man durch Erfahrung und für alle sichtbar, dass es diese „Regierung“ überhaupt nicht braucht und wir sogar ohne sie viel besser (und freier) leben?
  • Wie bringt man die Menschen dazu, aus dem Hamsterrad auszusteigen und den Stressmodus zu verlassen, um zur Ruhe zu kommen und dann neue große Informationen aufnehmen zu können?
  • Wie kann man etwas vollkommen Neues Schritt-für-Schritt so einführen, dass die Menschen es annehmen und miteinander darüber sprechen können?
  • Wie bringt man die Menschen dazu, zu kooperieren und mitzuhelfen, auch wenn sie noch gar nicht verstehen, worum es wirklich geht?

Die Antwort auf all die aufgezählten Fragen kennst du schon: Corona. All diese Dinge werden möglich, indem man einen Virus erfindet, der real überhaupt nicht gefährlich ist. Man erzeugt aber über die Medien eine große Virus-Hysterie, damit die Leute die Geschichte glauben, obwohl der Virus harmloser ist als eine übliche Grippe. Man begründet mit dieser „Bedrohung“ den Einsatz von Militär, die Einschränkung des öffentlichen Lebens und alle möglichen Sperrungen und Verbote.

Corona soll nur als Deckmantel funktionieren und wir sind nicht gefährdet. Zur Beruhigung der Corona-Angst:

  • Ernstzunehmende Virologen entwarnen schon längst mit wissenschaftlichen Fakten, z.B. hier zusammengefasst und erklären, dass jede normale Grippe schlimmer ist als dieser „Covid-19“. Siehe auch (a) dieses Video von Dr. Wolfgang Wodarg, (b) diesen guten und besonnenen Beitrag oder (c) diesen Hinweis-Artikel.
  • Abseits vom Medienspektakel und „Hörensagen“ kennt kaum jemand Menschen, die wirklich an diesem Virus erkrankt sind (vgl. diese Umfrage hier). Das Ansteckendste an der Sache scheinen die Idee vom Virus und die Angst zu sein.
  • Die Corona-Tests können zu 80% falsch liegen, das heißt, vier von fünf „positiv“ getesteten Personen haben ihn gar nicht (weitere Infos hier). Das erklärt die angeblich hohen Zahlen in den Stastiken. Denken wir daran: das Narrativ der Medien soll funktionieren, nicht der Virus.

Wenn du Grippesymptome hast, leg dich ins Bett, ruh dich aus und werde wieder gesund. Lass dich von Nahestehenden pflegen, meide in der Zeit die Nachrichten und kümmere dich um dein Wohlbefinden und deine Genesung.

Es funktioniert

Wenn die Menschen zuhause bleiben und keine Veranstaltungen mit vielen Menschen mehr stattfinden, dann können (a) Terroristen und Schläfer nicht mehr viel anrichten und (b) das Militär und die Polizei die notwendigen Zugriffe und Verhaftungen schnell und effizient durchführen. Die Zivilbevölkerung ist dann sicher, obwohl die Zielpersonen sich in zivilen Lebensbereichen verstecken. Die Kinder sind zuhause, die Eltern ebenfalls und das öffentliche Leben wird bis auf das Notwendigste heruntergefahren – dadurch entsteht Sicherheit.

Nicht vor dem harmlosen Virus, sondern vor dem Krieg und vor terroristischer Gewalt, die hier in einem letzten Gefecht beendet werden. Die Anführer von Mafiabanden und Clans, Leiter hoch-krimineller Netzwerke, korrupte Politiker, Richter, Manager usw. zu verhaften, ist dabei sicher nicht die gefährlichste Aufgabe. Besonders riskant ist es, Terrorzellen, unterirdische Waffenlager und versteckte radikale ISIS-Kämpfer mitten in Großstädten und umgeben von Unwissenden und Unschuldigen auszuheben.

Das ist Sache des Militärs. Und wir haben gerade das stärkste Militär der Welt vor Ort – hier in Europa und vor allem in Deutschland – um genau das zu tun. Es kam zunächst unter dem Deckmantel einer „europäischen Übung“ mit dem vielversprechenden Namen „Defender 2020“ und wurde dann von einem Tag auf den anderen ersetzt durch einen realen Einsatz vom SHAEF (Oberkommando der allierten Streikräfte in Nordwest- und Mitteleuropa seit 1944, mehr z.B. in diesem Telegram-Post (und folgende)). Da Deutschland seit 1945 Besatzungszone der Alliierten ist, ist das völkerrechtlich abgesichert. Die gute Nachricht, die viele erstaunen wird und die dazu gehört, ist: die Amerikaner, die Russen, die Chinesen und die Briten arbeiten hier Hand in Hand zusammen und für die gleiche gute Sache.

Also, die erste Pflicht in solchen Zeiten ist: Ruhe bewahren.

Dazu gehört auch, den Anweisungen der Ordnungskräfte zu folgen, die über Medien, Polizeidurchgaben usw. an uns gerichtet werden. Sie alle stehen schon seit längerem unter dem Befehl der Besatzungskräfte, die es diesmal wirklich gut mit uns meinen. Sie wollen Weltfrieden und Wohlfahrt für alle. Auch unsere Regierung steht – wie im Grundgesetz festgelegt – unter dem Befehl der Besatzungsmächte – und das sind die Alliierten.

Der Weg in eine neue Freiheit

Wir werden in diesen Wochen vom Status der Besatzung befreit, an den die meisten gar nicht mehr denken. Aber er ist real und völkerrechtlich korrekt. Deutschland ist seit 1945 Besatzungszone und steht unter Kriegsrecht, weil es nie einen offiziellen Frieden gab. Die Details dazu sind hier nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass wir jetzt Frieden bekommen und dadurch wieder ein souveränes Land und damit ein souveränes Volk werden können.

Aktuell werden weltweit alle Grenzen geschlossen, um in einer konzertierten Aktion innerhalb von ca. zwei Wochen alle Protagonisten des kriminellen Weltbeherrscher-Netzwerkes einzukassieren und ihre Söldner-Truppen zu entwaffnen.

Damit endet nun auch endlich der psychologische Krieg gegen uns und die 70-jährigen Simulationen von „Demokratie“, „freier Wirtschaft“, „unabhängigen Medien“, „unabhängigem Rechtssystem“, „Meinungsfreiheit“, „Europäischer Union“, „stabiler EU-Geldwährung“ usw. (Siehe dazu auch meine älteren Artikel „Der letzte Akt der Demokratie“, „Wacht auf, Ihr Dichter und Denker!“ und „Für die Rückkehr zu einer Solidarität der Stärke“).

Wir werden Zeit brauchen, um uns an den neuen Zustand und das Aufwachen aus der Täuschung und der Unterdrückung zu gewöhnen. Das ist ok. Reiben wir uns die Augen, schauen wir uns erstaunt um und schütteln wir Schritt für Schritt die alten Indoktrinationen und unsere misstrauischen Schutzreflexe ab. Das ist alles menschlich und keiner zwingt dich. Der Übergang wird natürlich holprig werden, aber je ruhiger und gelassener wir es angehen, desto besser können wir auch mitgehen.

Damit das funktioniert:

Informier dich!

Deine zweite Pflicht in der aktuellen Situation ist es, dich zu informieren. Und das heißt in diesem Falle: deinen Geist für Informationen, Wissen und Verstehen zu öffnen, die für dich evtl. völlig neu sind. Diese Sache ist zu wichtig und geht dich viel zu sehr direkt an, als dass du sie bloß mit gewohnten Abwehrreflexen wegschieben kannst. Versuch solche Kurzschluss-Reaktionen wie „Ach das ist doch alles Blödsinn!“, „Das sind nur Verschwörungstheorien“, „Das glaube ich alles nicht“, „Denen da oben kann man sowieso nie trauen“, „Die wollen uns wieder nur täuschen“ oder auch „Das habe ich ja schon immer gesagt“ bewusst beiseite zu stellen und dich dem Neuen zu widmen. Je früher du dich auf das einstellst, was jetzt kommt und auf jeden Fall kommen wird, desto leichter wird der Übergang für dich und deine Nächsten um dich herum werden. Denn nur so kannst du verstehen, dass alles gut ist, sehr gut sogar, und dass du keine Angst zu haben brauchst. Vielleicht kannst du dann sogar anderen helfen, besser zu verstehen und zu vertrauen. Wie immer gilt: hilf erst dir selbst und dann den anderen.

Die Massenmedien, und dazu zählen alle Fernsehsender, alle größeren Zeitungen, alle gängigen Online-Nachrichtenseiten und die großen Internet-Plattformen wie youtube und facebook, gehören zum alten System, das jetzt komplett beendet und ersetzt wird. Du musst dich also leider auch langsam an den Gedanken gewöhnen, dass du bisher gar nicht oder völlig falsch informiert und manipuliert wurdest. Das ist nicht deine Schuld, es gab kaum Möglichkeiten, dem zu entkommen. Schon den Kindern erzählt man in der Schule das Falsche und nimmt ihnen die Fähigkeit, Lüge von Wahrheit zu unterscheiden. Die Lehrer sind auch schon mit dem Falschen aufgewachsen und kennen die wahren Zusammenhänge nicht mehr.

Das ist auch eine Sache, die sich jetzt ändern wird. Und weil wir ursprünglich alle von Natur aus spüren konnten, wenn jemand lügt und manipuliert, werden es die Kinder, die diesem natürlichen Zustand noch am nächsten sind, damit am leichtesten haben. Wir Erwachsenen müssen uns diese Fähigkeit erst wieder zurückerobern.

Also sei skeptisch und hör auf deine Intuition (nicht auf die gewohnten Glaubenssätze in deinem Kopf und nicht auf die Angst). Es geht nicht darum, das, was du hier liest, blind zu glauben, sondern nur darum, dass du anfängst, es als Möglichkeit in Betracht zu ziehen und die Welt um dich daraufhin wach und aufmerksam zu beobachten. Stell dir immer wieder die Frage: „Was ist richtig?“ und prüfe Informationen auf ihre Plausibilität.

Zum Einlesen, Anschauen und Verstehen

  • Eine ganz frische und gute Einführung ganz im Sinne dieses Artikels, auch für Einsteiger findest du hier auf connective.event (Lese-Empfehlung!) und mit vielen Hintergrund-Informationen auch hier (Text + Video).
  • In den Medien tauchen in Artikeln zum Thema „Corona“ auffällig häufig die Zahlen 17, und 22 auf (manchmal auch als 170, als 1.7, 2200 usw.). Diese Zahlen stehen für die Kräfte, die hinter dem Plan zur Befreiung und hinter dem großen Wechsel stehen, den sie „Das große Erwachen“ nennen. Sie benutzen auch den Großbuchstaben Q als Erkennungskürzel (das ist der 17. Buchstabe im Alphabet). Wenn das alles neu für dich ist, solltest du dich hier in diesem ausführlichen Q-bezogenen Blog beginnen zu informieren. Dort gibt es auch massenweise Links zum Weiterrecherchieren und Vertiefen nach Lust und Laune und einen Telegram-Kanal für Aktuelles.
  • Einen leicht verdaulichen Überblick über wichtige Veränderungen findest du auf Christas Sternenlichter Blog.
  • Tägliche Aufklärung zur Gesamtlage und dem, was kommen wird, gibt in ruhiger, sortierter und sehr tiefgehend informierter Weise Hans-Joachim Müller. Gute Einführungstexte von Müller findest du hier: Teil 1 und Teil 2. Im Übrigen über H.-J. Müllers VK-Seite und seinen Telegram Kanal. Er will ab heute (20.3.) oder morgen auch täglich abends Nachrichten sprechen.
  • Alle Videos von Ewiger Bund (youtube-Kanal) klären hervorragend und familienfreundlich über unsere wahre Geschichte und das authentische Wesen der Deutschen und des ursprünglichen Kaiserreichs auf. Der beste Einstieg in das Lernen über uns selbst als Volk und das Lösen 100-jähriger Falschprogrammierung. Meine Empfehlung: alle Videos ansehen!
  • Ich selbst schreibe gerade hier im Blog Catwise an einer mehrteiligen Artikel-Reihe über die psychologischen Aspekte unserer Situation, warum wir so entfremdet sind von unserem Wesenkern und wie wir wieder in die Verantwortung kommen. Zur Genesung deutscher Wesens-Kern-Kraft: Teil 1. Teile 2-4 dann als Link jeweils am Ende eines Artikels.
  • Das, was nun weltweit kommen soll, ist eine vollkommen neue Organisation der (Finanz-)Wirtschaft, der politischen Souveränität und der Ressourcenverteilung auf diesem Planeten. Es geht um weltweiten Frieden, Wohlstand, Schutz, Freiheit und Auflösung des Schuldensystems. Das mag für viele utopisch klingen, aber wir müssen aufpassen, dass wir unsere gelernte Paranoia und unseren depressiven Pessimismus nicht über unser Denken stellen. Die Dinge verändern sich und wir können mehr oder weniger darauf vorbereitet sein. Die wichtigsten Punkte dieser Veränderungen findest du unter dem Stichwort NESARA oder GESARA im Internet.
    Deutsche Übersetzungen dazu sind leider noch rar (neu 25.3.: Jetzt gibt es diesen sehr guten Artikel hier dazu, deshalb andere Links hier gestrichen). Du findest eine weitere Einführung mit Hintergrundinfos hier (bezahlfrei aktuell leider nur noch über den Google-Cache). Recherchiere kritisch! Es geht um die Grundidee, die wir bereits in der Verwirklichung sehen. Die Webseite www.nesara.org z.B. hat nichts damit zu tun und könnte eine Desinformationsseite sein.
  • Weitere gute Kanäle zum besseren Verstehen des Neuen sind:
    – Ausführliche Erklärungen zum aktuellen Geschehen auf Catherines Youtube-Kanal
    – Die wichtigsten youtube-Kanäle von Aufklärenden gesammelt im Quarantäne TV
    Akademie Engelsburg (youtube)

Was tun?

Ruhe und Wissen stärken dein Immunsystem gegen den Systemvirus Angst. Nutze diese Zeit (traditionell die Fasten- und Besinnungszeit vor Ostern!) für Ruhe und Sammlung. Verbring Zeit mit deiner Familie, mit Menschen, die dir lieb sind oder für dich alleine – was auch immer dir Kraft gibt. Sammle deine Energien für den Wandel, der uns allen bevorsteht und für deine Gesundheit.

Update 18.05.20: Kleine Handreichung für ruhige und freie Sicht im Systemwechsel (auf catwise.de)

Mach dir keine Sorgen um Gesundheit und Sicherheit. Für beides ist längst gesorgt und nur deine innere Unsicherheit kann dir schaden.

Sei kein Schaf. Mach dir über Geld keine Sorgen. Das bisherige Sklaven- und Hamsterradsystem, in dem das Geld Wunder oh Wunder immer knapper wurde obwohl es sich gigantisch vermehrte und in dem wir bis zu 70% vom Verdienten dem „Staat“ als Steuern zahlen mussten, endet hier. Good-bye! Ebenso das weltweite Spinnennetz der Kriminellen, die dieses „Steuer-Geld“ für ihre Machenschaften, Korruption und Kontrolle benutzten. Du wirst in Zukunft genug Geld haben – ob du arbeitest oder nicht. Du wirst frei sein zu wählen, ob, was und wie viel du gerne und freiwillig arbeiten möchtest. Ich hoffe, diese guten Botschaften schockieren dich nicht allzu sehr. Alles wird sich mit der Zeit zeigen.

Zentrier dich. Verlangsame ganz bewusst dein Tempo in allem, was du tust und wie du dich bewegst. Das mag am Anfang ungewohnt sein, nach etwas Eingewöhnung wird es Wunder wirken. Zur Selbst-Balancierung ist es außerdem eine der besten Übungen, dich für 5-15 Minuten frei in Zeitlupe zu bewegen. Lass dabei ruhige Musik spielen, die dich unterstützt, dich langsam und intuitiv zu bewegen. Der Körper zentriert sich dann selbst. Oder du sitzt einfach still und achtest auf deinen Atem und spürst deinen Körper, so wie er ist. Ich hänge unten eine Audio-Datei an mit einer 17-minütigen „Meditation“ zur Verbindung von Kopf, Herz und Bauch, die einigen schon gut geholfen hat.

(Ergänzung 24.3.:) Geh an die neue frische Luft! Seit Sonntag, dem 22.3., ist unsere Luft so sauber und klar wie seit 30 Jahren nicht mehr. Keine Chemtrails mehr in ganz Deutschland (fb-postings dazu). Es ist wunderbar!

Zu Ostern wird es ziemlich sicher bereits erste große Entlastungen geben. Im Mai wird die neue Zukunft schon sichtbare Formen annehmen und ganz neue Kräfte freisetzen.

Bis dahin: lass es dir gut gehen, bewahre Ruhe und freu dich auf das Kommende!

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3-Ebenen-Meditation zur Verbindung von Bauch, Herz und Kopf.

Die Psychologie von „Rechts“


Dieser Artikel als Podcast

Einleitung zu Teil 3

Dies ist der dritte Teil einer Artikel-Reihe darüber, wie wir Verantwortungsfähigkeit entwickeln können. Wohlgemerkt: die Fähigkeit zur Verantwortung. Denn wenn die einmal wiederhergestellt ist, dann kommt die Verantwortung ganz von selbst. Andersherum macht es keinen Sinn: es bringt nichts, nach Verantwortung zu rufen und sie einzufordern, solange die Fähigkeit dazu fehlt.

Um unsere Verantwortungsfähigkeit wieder zu entdecken, müssen wir zuerst einmal unsere derzeitige verantwortungs-gelähmte Situation verstehen. Verantwortung hat etwas mit antworten zu tun. Deshalb müssen wir in diesen ersten Teilen der Textreihe einen Blick dafür entwickeln, worauf wir nun eigentlich zu antworten (und nicht zu reagieren) haben, bevor wir uns den neuen Wegen und Möglichkeiten der Entwicklung und Rückeroberung von Verantwortlichkeit zuwenden können. Das wird dann Inhalt der letzten Teile sein.

In den beiden vorhergehenden Teilen dieser Reihe haben wir uns dafür die zwei wichtigsten Phänomene von blockierter und degenerierter menschlicher Entwicklung angeschaut: den Psychopathen als Ergebnis schwerer, ungelöster Traumatisierungen, der keine Fähigkeit mehr zum Fühlen und zu Empathie hat, und das pseudo-politische Phänomen „Links“ als Ergebnis früher psychischer Entwicklungshemmungen und -defizite, die zu emotionaler, mentaler und sozialer Verwahrlosung, Abhängigkeit und Degeneration führen. In beiden Fällen haben wir es mit – zum Teil extremen – Abweichungen von der gesunden Entwicklung zu tun, die durch gewisse Einflüsse auf den Menschen erzeugt werden. Diese Einflüsse sind Bestandteil der Kultur, die einen Menschen umgibt. Deshalb ist die Entwicklung von Kultur der entscheidende Aspekt für einen Ausweg aus dieser Misere der epidemischen Degeneration. Auf diesen Aspekt zielt diese Artikel-Reihe ab.

In Teil 2 habe ich bereits darauf hingewiesen, dass wir die Abweichungen vom gesunden, integrierten Menschsein als „böse“ bezeichnen können, dabei aber nicht aus dem Auge verlieren dürfen, dass dieses „Böse“ eine Krankheit und Entartung vom ursprünglich Guten ist. Wenn wir diesen Zusammenhang nicht erkennen oder nicht wahrhaben wollen, dann bleiben wir im simplen Schubladen-Denken stecken und verstehen nichts. Wir bleiben dann wirkungslos, weil wir die Verbindung zu uns selbst und unserer ursprünglichen Kraft nicht herstellen, sondern weiter in der mental konstruierten Trennung leben, die eben genau die Ursache unserer 100-jährigen Hilflosigkeit ist: die Trennung von „Gut“ und „Böse“ als separate Entitäten, die sich angeblich bekriegen. Tun sie nicht. Sie hängen voneinander ab und sind nicht gleichwertig: das Gute ist nämlich die Grundlage für das sogenannte Böse. Deshalb kann man Letzteres zu Ersterem zurückführen. So wie man einen Krankheitszustand zu einem Zustand von Gesundheit zurückführen kann. Wir kommen darauf zurück.

Fassen wir noch einmal zusammen aus den ersten beiden Teilen: die instinktiv und angst-gesteuerten Psychopathen streben ausschließlich nach Macht über alles und jeden. Chronisch im Überlebensmodus des Stammhirns gefangen, funktionieren sie nur noch als gefühllose Maschinen ohne Ethik, Werte und Menschlichkeit. Solange niemand sie auf ihrer Maschinenebene stoppt, ist es Teil ihrer Machtstrategie, so viele der gesunden Menschen zu schwächen wie möglich, indem sie deren gesunde Entwicklung möglichst früh, also schon bei Kindern und sogar Kleinkindern, stören und blockieren. So produzieren sie immer mehr „linke“ Menschen, die hilflos und abhängig in den Fängen ihres Kontrollsystems hängen und sich sogar daran festhalten, um einen letzten Rest an Sicherheitsgefühl zu behalten.

So ergibt sich aus den Psychopathen an den Schaltstellen und aus allen Parias von „Links“ als Masse kontrollierter Systemlinge eine groteske Anti-Kultur, die Geist und Menschlichkeit zerstört. Würde die Welt nur noch aus diesen zwei Gruppen bestehen, würde sie innerhalb weniger Tage im puren Chaos untergehen und die Menschheit vernichten, weil beide nur in und von der Zerstörung leben können. Diesen beiden zerstörerischen Kräften im Menschen müssen wir uns stellen: der mechanischen Zerstörung von Leben und Lebendigkeit durch Angst (Psychopath) und der Lähmung und Degeneration durch Entwicklungshemmung und Kulturlosigkeit („Links“).

Mir geht es in diesen ausführlichen Beschreibungen der ersten Teile darum, verständlich zu machen, dass wir den gefühllosesten Psychopathen die Macht über unser Leben und Zusammenleben überlassen haben, indem wir auf unsere eigene verzichtet haben. Erst mit diesem Wissen können wir dann nämlich die Macht zurücknehmen und aus unserer Wesenskraft heraus wieder eine Kultur entwickeln, in der Menschen und vor allem Kinder sich geistig, emotional und sozial gesund und frei entwickeln können. Das Phänomen „Links“ verschwindet dann von selbst und wird durch persönliche Fähigkeiten, Charakterstärke und Selbständigkeit ersetzt.

Diese Aspekte sind natürlich der größte Feind des degenerierten Angst-Systems und werden von ihm mit allen Mitteln bekämpft. Und damit kommen wir zur Antithese des bisher Dargestellten:

Die Psychologie von „Rechts“

Nach detaillierter Analyse des Phänomens „Links“ müssen wir nun noch schauen, was es denn mit „Rechts“ auf sich hat. Eine erste Schwierigkeit dabei ist, dass uns „Rechts“ seit über 70 Jahren von medial gehypten und gesteuerten Wortführern im Sinne maximaler Verwirrung vordefiniert wird.

Z.B. wird uns eingebläut, dass Hitler und die Nazis „rechts“ waren. Wie bitte? Die Nationssozialisten und Faschisten waren rechts? Jaja, das sollen wir glauben. Tatsächlich beruhte das Nazi-System auf „Links“-Ideen und -Motiven, aber um erfolgreich zu sein und an die Macht zu kommen, mussten sie sich von rücksichtlosen und kaltschnäuzigen Psychopathen kapern (d.h. sich mit sehr viel Geld finanzieren) lassen. Natürlich war es umgekehrt: die Machtgierigen haben sich eine „linke“ Masse herangezogen, indoktriniert und instrumentalisiert, um per Masse und Gewalt Intelligenz und Werte zu vernichten. Und seit dem (gewollten und geplanten) Zusammenbruch des letzten werte-basierten Systems wird uns von eben diesen die Parole ausgegeben, die Nazis seien „rechts“.

Merke: die Bösen, die Übeltäter und die Für-schuldig-Erklärten sind „Rechts“, ergo muss „Links“ gut sein. Für jemanden, der lieber nicht so gern selbständig denkt oder es nicht kann, ist das eine ausreichend (einfache) Welterklärung, nach der man sich richten kann.

In der ursprünglichen politischen Verwendung der Begriffe bezeichnete „Rechts“ die konservativen Kräfte, die den Prinzipien der Monarchie zusprachen. Später, im 20. Jahrhundert stand „Rechts“ primär für die Prinzipien der freien Marktwirtschaft und damit in Opposition zu den Ideen der Verstaatlichung und Kollektivierung von Wirtschaft und Eigentum, das von „Links“ angestrebt wurde. Sozialismus und Faschismus sind daher per definitionem totalitäre Umsetzungen von „Links“-Vorstellungen.

Hierarchien der Verantwortung

Was wir als roten Faden durch „Rechts“ erkennen können ist die Betonung des Erhalts von Ordnung und die Bevorzugung einer hierarchischen Ordnung der Verantwortung. Dieser Zusatz ist essentiell: die Hierarchie steht nicht nur für Macht, sondern immer auch und primär für Verantwortung. Das ist der Unterschied zu den „Links“-destruktiven Psychopathen-Systemen, die zwar auch ganz viel Macht und Hierarchien aufbauen, dabei aber „Verantwortung“ nicht können und nicht kennen. Deshalb verstecken sie sich und wollen nicht gesehen werden. Je mächtiger, desto unsichtbarer, unerreichbarer und unverantwortlicher.

Verantwortung bedeutet, ein Gesicht zu haben und zu zeigen, denn Verantwortung kann immer nur der Einzelne übernehmen, der sich zeigt. Das liegt schlichtweg jenseits der emotionalen und psychischen Reifestufe von „Links“. Natürlich wollen sie nicht, dass wir das verstehen. Wir sollen denken: „,Rechts‘ gleich ‚Hierarchie‘ gleich ‚Einer-hat-die-Macht‘ gleich ‚Machtmissbrauch‘“, kurz: „‚Rechts‘ ist Machtmissbrauch, ergo schlecht.“ Dafür wird uns Hitler tagaus-tagein in allen Unterrichtsfächern, im Fernsehen, in Zeitungen, im Kino usw. als einleuchtend böses Beispiel präsentiert.

Das Verantwortungsprinzip von „Rechts“ ist untrennbar mit Integrität und Kompetenz verknüpft. Daran erkennen wir bereits, dass sich eine „rechte“ Haltung entwicklungs-psychologisch gesehen auf eine höhere Reifestufe gründet. Es muss sich um eine Stufe handeln, auf der Individualität und eigene Identität bereits als höhere Werte, als Fundament von Zusammenleben und Kultur wahrgenommen werden – und nicht mehr als Überforderung oder Bedrohung.

Wir haben es hier nicht mehr mit der Reifestufe eines Kleinkindes zu tun, wie wir es in der Analyse von „Links“ gesehen haben, sondern mit einem Schulkind, etwa ab dem 8. Lebensjahr. Denn erst in diesem Alter kann das Kind seinen Selbstbezug und seinen Gruppenbezug miteinander balancieren und die eigenen Fähigkeiten mit dem Gefühl von Zugehörigkeit zu einer Gruppe (z.B. Schulklasse, Fußballmannschaft etc.) verbinden. Es kann sich nun für eine Gruppe und ihre Ziele einsetzen, ohne sich selbst aufzugeben oder die eigene Identität zu verlieren. Das ist der große Unterschied zur Verschmelzung mit einer Gruppe bei „Links“, in der die eigene Identität ersetzt wird durch Zugehörigkeit und Selbstauflösung.

Das Alpha-Prinzip

Das reifere Schulkind kann in der Gruppe und in sozial konstruktiver Weise seine Einzigartigkeit hervorheben. Hervorragend in einer Gruppe oder aus der Masse kann nur derjenige sein, der ein besonderes Talent, besondere Kompetenzen oder gesteigerte Leistungsfähigkeit zeigt. Daraus leitet sich das Alpha-Prinzip ab: der Alpha einer Gruppe ist derjenige, der in Bezug auf die Gruppenfunktion die stärksten Fähigkeiten mitbringt. Im Schachclub ist der beste Schachspieler der Alpha. Im Tanzclub ist der beste Tänzer der Alpha (alle wollen mit ihm tanzen oder sehen zu ihm hin). In der Militär-Kompanie ebenso wie in einem (gesunden) Unternehmen ist der mit den besten Führungsfähigkeiten der Alpha. In einem sozialen Gefüge ist der mit der größten Verantwortungsfähigkeit der Alpha, so wie der Alpha-Wolf im Wolfsrudel. Es ist nicht der stärkste Wolf, sondern der, der am meisten Empathie- mit Durchsetzungsfähigkeit hat. Wölfe finden das prima, weil es ihr Überleben sichert.

Wir Menschen leben nicht in einem beständigen Rudel und benötigen deshalb unterschiedliche Alphas, weil die unterschiedlichen Gruppen und Kontexte, in denen wir uns bewegen, jeweils unterschiedliche Anforderungen stellen. Jede Situation, jeder Kontext und jede gemeinschaftliche Aufgabe benötigt einen entsprechenden Alpha, der jeweils der Bestgeeignetste ist, um diese Gruppe zu führen, und sie beisammen, stark, leistungsfähig und gesund zu halten.

Solidarität der Stärke

Gruppen, Organisationen, Gemeinschaften oder Länder mit Strukturen nach dem Alpha-Prinzip sind deshalb um ein Vielfaches stärker und robuster als mit jeder anderen Gruppenstruktur. Das liegt daran, dass sie auf der Solidarität der Stärke aufbauen und nicht auf der Pseudo-Solidarität mit den Schwächsten und Minderheiten, die ihr Kapital nur aus dem Opfersein schlagen kann und stets auf die stärkeren anderen (und deren schlechtes Gewissen) angewiesen ist. Der Opfer-Kult schwächt eine Gruppe und zerreibt sie. Solidarität der Stärke steigert die Fähigkeiten, die Stabilität und die Effektivität der Gruppe.

Es ist erstaunlich, was in Deutschland in wenigen Jahren ab 1933 in Sachen Leistungsfähigkeit, Autarkie und Selbstbewusstsein erreicht wurde. Weil eine Solidarität der Stärke (wieder) entstand. Wir dürfen so etwas natürlich gar nicht denken, geschweige denn aussprechen, weil man uns verboten hat, überhaupt noch etwas Positives in unserer Vergangenheit zu finden. Vor allem aber wurde die echte Solidarität selbst tabuisiert. Wir dürfen die natürliche Notwendigkeit von Hierarchien gar nicht mehr anerkennen. Es gilt als unmodern, unmodisch, altbacken, was auch immer. Warum wohl? Warum schwärmen heute alle jüngeren Generationen (vor allem die nach 1980 Geborenen) im Chor mit den Bestseller-Autoren und den akademischen Trittbrettfahrern von „hierarchielosen Organisationen“, „flachen Strukturen“, „Teamwork“, „Selbststeuerung“ usw. und wollen partout von Hierarchie und Alpha-Prinzipien nichts mehr hören und wissen? Wer hat unsere Unwissenheit mit soviel unreflektierter Antipathie geimpft gegen gesunde Leistungsstrukturen und Rangordnungen? Ja, sogar gegen Leistung selbst? Ganz bestimmt niemand, der uns stark machen will. Solidarität soll heute nur noch heißen: „Das beste ist, wenn wir gemeinsam schwach und inkompetent sind, uns von niemandem etwas sagen lassen und herumdilettieren wie in der Spielecke im Kindergarten. Und wenn wir Hunger haben, schreien wir nach den anderen, von denen wir sonst nichts wissen wollen“. Woran erinnert und das nochmal?

Erlaubt ist offiziell seit 1945 in Deutschland: Opfer sein, so laut wie möglich nach Hilfe von oben schreien und sich ansonsten im Hamsterrad für „das System“ verausgaben. Verpflichtend dabei ist: zu denken, dass solche Errungenschaften und Leistungen wie in den 1930ern nur unter Opferung von Kultur, Freiheit, Moral, Integrität und Menschlichkeit möglich sind. Ist das tatsächlich so? Wir machen diese Denkvorgaben, diese intellektuellen Tabus und diese verordnete Verblödung so lange mit bis… wir sie eben nicht mehr mitmachen.

Das väterliche Element

Wenn wir in der prägenden Entwicklungsphase für Solidarität und Leistung (etwa 8 bis 14 Jahre) zu wenig gefördert, gehemmt oder sehr autoritär gedrillt werden, dann entstehen jene Versionen von „Rechts“, in denen die Suche nach oder sogar die Abhängigkeit von einem „starken Führer“ chronisch fixiert und zur Basis einer ganzen Lebensphilosophie werden. Dann geht es immer darum, anerkannt, geführt und gefördert zu werden. Wir erkennen darin zum einen die natürliche Sichtweise des Kindes, das vom Erwachsenen Unterstützung braucht und erwartet, und zum anderen das Vater-Prinzip. Das Element des Väterlichen (das natürlich auch von einer Frau und Mutter gelebt werden kann) steht für die Förderung durch Herausforderung, Ermutigung und Anerkennung. Es ist das Komplementär zum mütterlichen Element von Geborgenheit, Einbettung, Versorgung und Raumgebung, wie wir es im 2. Teil schon umrissen hatten. Beide Elemente haben nichts mit dem Geschlecht zu tun. Ein Mann kann beide ebenso in sich tragen und vermitteln wie eine Frau. Allerdings gibt es biologische Parameter, die den Ausdruck des einen oder anderen Prinzips jeweils erleichtern oder erschweren.

Beide Prinzipien werden gebraucht: in den ersten Lebensmonaten vor allem das mütterliche, dann mit zunehmendem Alter des Kindes die Ergänzung vom väterlichen, das immer mehr an Bedeutung gewinnt, je mehr das Kind sich mit der Welt auseinandersetzt und in der Welt wirkt. Das Bedürfnis nach führendem Vater-Prinzip wächst in der Kindheitsentwicklung mit dem Beginn der Krabbelphase erst langsam an und zielt auf Selbständigkeit und Selbstwirksamkeit ab. Dazu gehören auch: Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung, Selbstkompetenz, Selbstpositionierung. Parallel dazu bedeuten diese Fähigkeiten auch die Ablösung aus dem Mutterfeld, um mehr und mehr Autonomie und Selbst-Abgrenzung zu finden. Dieser Prozess dauert insgesamt ca. 20 Jahre – wenn es gut läuft. Und er ist so fragil, dass er immer in Gefahr ist, unterbrochen zu werden, so dass man auf einer Stufe stehen bleibt und alle weiteren Reifestufen nur noch als Überforderung und Selbst-Bedrohung erlebt.

Wir können z.B. in der Rückwärtsorientierung zum Mütterlichen steckenbleiben, wenn das unterstützende Vater-Prinzip fehlt. Dann erleben wir die Herausforderungen von Separation, von Eigenständigkeit, von offener Welterkundung und von Konfrontation mit dem Unbekannten als überwältigende Bedrohung und werden einen Charakter und eine Lebensphilosophie entwickeln, die uns davor schützen und all das von uns fernhalten. Je nachdem, ob das Väterliche als abwesend, schwächlich, überfordernd oder sogar gefährlich erlebt wird, entwickeln sich unterschiedliche psychische Defensivmechanismen dagegen, die sich irgendwo einfinden zwischen hoffnungsvoller Sehnsucht und radikaler Angst und Ablehnung. Dann fehlt allerdings auch die Unterstützung der progressiven Kräfte in uns und wir begegnen jeder Herausforderung mit regressiven Reaktionen: zurück in die Sicherheit, Passivität und Anspruchslosigkeit im Mutter-Raum.

Mit anderen Worten: wir müssen das Vater-Prinzip positiv erlebt haben oder zumindest unser Bedürfnis danach positiv wahrnehmen können, um ein positives Verhältnis zu machtvoller Führung zu bekommen. Ansonsten misstrauen wir jeglicher führenden und fordernden Macht oder bekämpfen sie sogar. Positive Führung beruht auf dem Prinzip des alten lateinischen Sponsorings, in dem der Ältere den Jüngeren großzügig fördert und sich für dessen Entwicklung verantwortlich fühlt. Dafür muss eine hohe persönliche Reifestufe erreicht sein, die durch die Phasen des Egoismus komplett hindurch gegangen ist, um zu einem eigenen, authentisch-verinnerlichten Altruismus zu gelangen. Durch die Verneinung von Egoismus, Individualisierung und Besonderheit, wie sie von „Links“ gewünscht wird, ist Altruismus nicht erreichbar, sondern höchstens fremdgesteuerte, willenlose Selbstlosigkeit. Jemand, der kein Ego hat, kann es auch nicht zurücknehmen. Jemand, der kein starkes Ich hat, kann sich auch nicht zur Verfügung stellen. Gesunder Altruismus beruht auf gesundem Egoismus und die Reihenfolge der Entwicklung muss dafür eingehalten sein. Wer zu früh im Altruismus gefördert wird und zu wenig Unterstützung für Egoismus bekommt, der bleibt unselbständig, bedürftig und abhängig. Aus dieser Position kann er dann auch niemand anderen stark machen, sondern immer nur weitere Abhängigkeiten herstellen.

Die Hierarchie von Förderung und Treue

Positive väterliche Führung erzeugt auf natürliche Weise ein Echo von Dankbarkeit, Loyalität, Selbstbewusstsein, Stolz und Verantwortungsbewusstsein. Durch ein Sponsor-Verhältnis zwischen Förderern und Geförderten entsteht eine natürliche Hierarchie dieser Merkmale, in der verantwortliche Fürsorge von oben nach unten und dankbare Loyalität zurück nach oben fließen.

Echte Autorität, Stolz und Solidarität in den gemeinsamen Werten machen eine solche hierarchische Ordnung widerstandsfähig und leistungsfähig – in jedem menschlichen Feld. Wir hören diese Begriffe auch von „Rechts“, während sie von „Links“ scheinbar abgelehnt und verhöhnt, in Wirklichkeit jedoch gar nicht verstanden und deshalb gehasst werden.

Menschen lernen und entwickeln sich dadurch, dass sie die Dynamiken und Strukturen, die sie erleben, als psychische Struktur und Dynamik in sich selbst verinnerlichen. Wir werden, was wir erleben. Dieses Verinnerlichen findet vor allem in der Kindheit statt und kristallisiert sich dann in dem, was wir „Charakter“ oder „Persönlichkeit“ nennen. Dabei lernt und verinnerlicht das Kind unterschiedliche Aspekte seiner Erfahrung und seiner Umwelt je nach der Entwicklungsphase, in der es sich gerade befindet. Ein Zweijähriges achtet zum Beispiel nicht auf Meinungen und reagiert auch nicht auf Nuancen in den sozialen Geschlechterrollen. Ein sechsjähriges Kind hingegen saugt beides in sich auf wie ein Schwamm und bildet daraus sein Verständnis der sozialen Welt. Dafür ist es bei Weitem nicht mehr so sensibel dafür, ob es mal für zwei Stunden alleingelassen wird.

Wenn wir in einer hierarchischen Ordnung aufwachsen und leben, verinnerlichen wir diese Ordnung in uns. Wenn wir im Chaos leben, wird unser Innenleben entsprechend chaotisch. Dann fühlen wir uns im Chaos mehr zuhause als in der Ordnung, auch wenn es uns darin schlecht geht. Wenn wir in Vernachlässigung aufwachsen, dann verinnerlichen wir diese und vernachlässigen uns und unser Inneres selbst. Mit so einer Prägung später im Leben etwas Neues zu lernen, ist dann sehr mühsam, weil unser Nervensystem eher am Gewohnten festhält als sich dem Besseren zu öffnen.

In dem Maße, in dem Menschen eine klare, verlässliche Ordnung verinnerlicht haben, sind sie sortierter, entscheidungsfähiger, unabhängiger und damit leistungsstärker. Das ist eine alltags-psychologische Binsenweisheit. Solche Menschen können schlichtweg mehr erreichen. Den Unzufriedenen, die diese Ordnung nicht in sich tragen und dafür keine Anstrengung machen wollen, bleiben zwei Energiequellen für Aggression und Gegenbehauptung: Neid und Hass. Mit dem Neid werden sie nach „Gerechtigkeit“ schreien und haben wollen, was andere sich erarbeitet haben, ohne dafür etwas tun zu müssen. Der Hass wird sie jegliche Ordnung, Erfolg und Stärke bekämpfen lassen, damit sie ihre reale Unterlegenheit nicht sehen müssen.

Deshalb werden sie auch stets gegen „Rechts“ kämpfen, solange man ihnen sagt, dass das der Inbegriff dieser Werte und Stärken ist. Das sollte uns bekannt vorkommen und es geht darum, die Beweggründe hinter diesem Verhalten zu erkennen. Dieses Fordern und Beanspruchen, ohne selbst zu geben, funktioniert nur solange andere die Ordnung aufrechterhalten, denn im Chaos der Hungrigen und Inkompetenten könnte man niemanden mehr bekämpfen, keine großen Reden mehr schwingen und keine Empörungs-Aufführungen mehr veranstalten – man ginge einfach zugrunde.

Extremes „Rechts“ und falscher Führerkult

Auch in der Entwicklungsstufe von Gruppensolidarität und in der Ausrichtung auf eine führende Alpha-Figur kann man stecken bleiben. Das kann passieren, wenn Kinder und Jugendliche entweder einen hyper-dominanten und autoritären Vater über sich haben oder wenn die Vaterrolle so schwach und autoritätslos vertreten ist, dass das Kind sein Bedürfnis nach einem fördernden Mentor nur in übertriebene Wunschfantasien und Hoffnungen projizieren kann.

Erstere Variante fanden wir noch vorherrschend in der preußischen Erziehung am Anfang des letzten Jahrhunderts, das die Menschen gegenüber dem Vaterelement unterwürfig machte und blind für den Unterschied zwischen echter und aufgesetzter Autorität. Nur so konnten sie einem irren Fanatiker wie Hitler zujubeln, wie Alice Miller es so akkurat herausgearbeitet hat.

Der bedeutungs- und wirkungslose Vater ist die typische und prägende Variante seit den 1970ern, in denen der Feminismus die Deutungshoheit erobert hatte und nicht nur Vaterschaft, sondern im Grunde jede Männlichkeit mit korruptem Patriarchat gleichgesetzt und zum Abschuss freigegeben hatte. Die Väter duckten sich weg und verschwanden in ihrem Job, hinter der Zeitung, in der Garage, im Sport oder zuweilen in gesprächsoffenen Männergruppen. Wenn ihre Söhne und Töchter dann alt genug waren, sich für außerordentliche Leistungen zu interessieren, bemühten sich viele Väter darum, gute „Kumpels“ und fordernde „Coaches“ zu werden. Aber die Kinder wollen nicht gefordert werden, sondern gefördert! Sie sehnen sich danach, in ihren eigenen Talenten gesehen und unterstützt zu werden. Stattdessen lernten sie, dass sie gute Noten, Sportmedaillen oder den „richtigen“ Berufswunsch vorlegen mussten, um überhaupt irgendeine Anerkennung vom Vater zu erhalten. Wenn sie aber die Erfahrung machten, dass es „nie gut genug ist“, dass Vater so oder so kein Interesse an ihnen hat, dann konnte es eben passieren, dass sie in der Suche nach dem Vater und Führenden stecken blieben.

Da aber jegliche politische Ideologisierung dieser Vatersuche seit 1945 völlig verpönt und tabuisiert war, konnte man – außer in einigen bedeutungslosen karnevalesken Neo-Nazi-Garagen-Inszenierungen – nur in der Wirtschaft die Hierarchie und patriarchale Förderung finden, für die man sich allerdings in die Manege von Leistungs-, Karriere- und oft skrupellosem Konkurrenz-Kampf werfen musste. Ansonsten blieb für die feinsinnigeren Vater-Sucher noch die anstrengungsfreie und konsumfreundliche Welt der Gurus und pseudo-religiösen Personen-Kulte, für die der New-Age-Markt seit den 68ern ein immer größeres Angebot lieferte. Oder man blieb im Dorf und blieb in der Kirche mit ihren patres und Pastoren.

Darin erkennen wir eine Extremisierung, sprich Entwicklungsblockade von „Rechts“ durch ein grundlegendes Vater-Defizit, die nur deshalb so schwer zu identifizieren ist, weil das Vater-Prinzip von Verantwortung, Förderung und Loayalität und jede Suche danach aus dem öffentlichen und politischen Feld komplett verbannt und tabuisiert wurde. Abgesehen von ein paar strategisch aufgestellten Abschuss-Attrappen und von oben gesteuerten Bauernfängern gehört die Leitung alleine „Links“, das mit sich selbst redet und „Demokratie“, „Parteien“ und „Volksvertretung“ vorgaukelt.

Die Suche nach Hier-archie (göttlicher Ordnung), Führung, Sinn und emotional eigentlich nach Anerkennung, Selbstfindung und Selbstpositionierung in der Gesellschaft wurde dermaßen ent-politisiert und de-sozialisiert, dass sie nur noch als Selbstverwirklichung jeder-für-sich oder – noch aggressiver – ich-gegen-die-anderen gelebt werden konnte.

Wirklich „rechts-radikal“ sind darin diejenigen geworden, die selbst dann noch an einem Mentor, Vorgesetzten, Vorbild, Priester, Lehrer oder sonst einer Vaterfigur festhalten, wenn er oder sie ihnen bereits schadet, ihre Entwicklung blockiert, ihre Identität zersetzt, ihren Willen und ihre Talente übergeht oder sie sogar missbraucht. Wenn die selbstgewählte Ersatz-Vaterfigur also gegen ihre Natur und ihre Werte agiert und sie im blinden Gehorsam Moral, Eigenständigkeit und Verantwortung aufgeben. Krank daran ist, dass der falsche Vater aus dem Mündel eine Maschine macht, keinen aufrichtigen Menschen. Das Bedürfnis nach einem Leitenden wird fehlgeleitet in die Hörigkeit, naive Gefolgschaft und Selbstaufgabe.

So entstehen jene kranken Hierarchien von Pflicht statt Verantwortung, von Kontrolle statt Vertrauen und von Angst statt Loyalität, die nicht frei und solidarisch machen, sondern unterwürfig und abhängig. Also jene Strukturen aus Selbstunsicherheit und Missbrauch, wie sie in den letzten Jahren immer mehr in allen möglichen Bereichen der Gesellschaft aufgedeckt wurden: in der Kirche, in „Glaubensgemeinschaften“, bei Ärzten und Therapeuten und ihren Patienten, bei selbsternannten „Heilern“ und ihren Anhängern und überall, wo Menschen in Abhängigkeitsbeziehungen miteinander arbeiten. Besonders zu nennen ist dabei das unüberschaubare Netzwerk der Bruderschaften, Logen, Orden und Geheimbünde, die strengst hierarchisch strukturiert und kontrolliert sind. Diese lichtscheuen Macht-Zirkel nach dem Ponzi-Schema funktionieren nur mit Menschen, die einen authentisch fördernden Vater nie hatten. Sie suchen ihr Leben lang das Protektorat des Mächtigeren, um ein Stück vom Macht- und Kontroll-Kuchen zu erlangen. Und sie gehen dafür – wörtlich – über Leichen.

Oh, wir glauben, wir hätten die Nazi-Zeit mit ihren Vater-Projektionen und ihren dunklen Unterdrückungsstrukturen überwunden! Fest die Augen zugedrückt, Kinder, damit ihr nicht seht, was ihr nicht sehen wollt: diese Strukturen haben sich nur ins Unsichtbare hinter die Kulissen zurückgezogen, um von dort noch verheerender und giftiger zu wirken. Wir haben nichts davon überwunden, sondern nur aus dem Blick verdrängt. Dadurch sind die pervertierten Kräfte von „Rechts“ nur umso wirkmächtiger geworden. Weder geistig noch emotional oder sozial haben wir auch nur begonnen, diese Kräfte zu integrieren und zu heilen.

Deswegen besteht der Anfang zu etwas wirklich Neuem und zu Genesung darin, hinzuschauen und all das bloß eifrig Weggeschobene und frenetisch Weggewünschte ans Licht zu holen. Wie sonst könnten wir – blind – jemals Verantwortung lernen?

Zusammenfassung

Jetzt können wir zusammenfassen: „Links“ sucht eine (Er)Lösung und „das Gute“ im Mutter-Prinzip während „Rechts“ auf das Vater- und das Alpha-Prinzip ausgerichtet ist. Der Einfluss des väterlichen Elements folgt entwicklungspsychologisch auf den des mütterlichen, d.h. es wird erst in einer fortgeschrittenen Phase bedeutsam. Dieses spätere, väterliche Element fördert die Polarität und Begegnung in der Abgrenzung und schließt das vorhergehende Mutterprinzip in sich mit ein. Es kann dafür eine integrierende Verantwortung übernehmen. Das Väterliche umschließt das Mütterliche und erhält es.

„Links“ möchte Verantwortung und das Persönliche loswerden, weil es sich nach Entlastung und Verschmelzung sehnt. „Rechts“ will und fordert Verantwortungsübernahme des Einzelnen, der Person. Das sind verschiedene Entwicklungsstufen: der Säugling, das Kleinkind einerseits und das Schulkind und der Jugendliche andererseits.

Wir können sagen, dass jeder von uns einmal „Links“ war und dem etwa ab dem dritten Lebensjahr entwachsen ist – die einen mehr, die anderen weniger –, um eine höhere Reifestufe zu erlangen, die aber natürlich die frühere Stufe umfasst, auf ihr aufbaut und sie erweitert. Was wir als politische oder gesellschaftliche Haltung „rechts“ nennen, ist die höhere Entwicklungsstufe, die die Sicht von „Links“ überwunden hat.

Wir sehen an dieser Analyse aber auch, wie unsinnig und irreführend diese Bezeichnungen von „Links“ und „Rechts“ und jede Art solcher Dichotomien sind. Um die Phänomene hinter diesen Bezeichnungen zu verstehen, müssen wir die natürliche Abfolge und Dynamik von Reifestufen und das potentielle Stehenbleiben auf einer Stufe verstehen. Das Gerede von „Links“, „Rechts“ und „Mitte“ ist dann vollkommen überflüssig. Dieses spaltende, pseudo-objektive Vokabular sollten wir genauso überwinden wie die frühen Entwicklungsstufen selbst.

Nichts an diesen Stufen ist pathologisch. Falsch ist nur, kindliche Perspektiven mit Meinungen, politischen Interessen oder diskussionsfähigen Weltanschauungen zu verwechseln. Bedürfnisse, Emotionen, Wünsche oder Fantasien sind keine Meinungen und schon gar keine gesellschaftlich relevanten Standpunkte. Auch nicht, wenn sie als theoretische Traktate, wortreiche Ideologien, Parteien oder „Politiker“ auftreten. Ein Mensch mit der Haltung eines Kleinkindes braucht keine Diskussionsplattform oder Machtposition, sondern Entwicklungshilfe und Betreuung.

Pathologisch wird das Ganze aber, wenn solche Menschen Macht über andere, über Systeme und vor allem über Gewalt bekommen und damit das notwendige Regulativ verlieren. In diesem Zustand leben wir gesellschaftlich und politisch seit über hundert Jahren. Gesunde, weiterentwickelte, verantwortungsfähige Menschen müssen das Regulativ wieder übernehmen. Das steht nun an.

Wo wir jetzt stehen und was als Nächstes kommt

Wir erleben gerade den Anbruch einer neuen Epoche, in der das väterliche Element wieder in gesunder Weise hervorkommt und wirksam wird. Ohne dass die meisten es hätten benennen können, sehnen sich die Menschen schon seit Jahrzehnten immer dringender danach. Der Zerfall unserer Werte und Kultur lässt sich ganz leicht mit dem sukzessiven Verlust der maskulinen Kraft der Werterhaltung und des Schutzes erklären.

Eine der politisch ausgeschlachteten Reaktionen auf den Verlust von Väterlichkeit war der Feminismus, der es aber nie geschafft hat, sich von seiner Destruktivität und seinem Hass zu lösen, die aus der Enttäuschung über diesen Mangel an Vaterkraft entsprungen sind. Aus dieser verzweifelten und aussichtslosen Revolte der Frauen, die sich in dieser Strömung bestärkt fühlten, wurden nur ein hilfloser Kampf gegen Männer, eine kompensatorische Maskulinisierung der Frauen am Allgemeinen (besser: Neutralisierung und Verleugnung von Weiblichkeit) und damit eine zusätzliche Spaltung der Gesellschaft zwischen Männern und Frauen und sogar Jungen und Mädchen. Das hat uns alle noch weiter geschwächt.

Noch verheerender wirkte sich das Vakuum von Vaterkraft jedoch auf die Jungen und Männer aus. Ohne positive Identifikations-Figuren wurden sie immer mehr in die paradoxe Lage gedrängt, für den Kampf gegen alles Männliche am meisten belohnt zu werden. Also für die Selbstverleugnung. Dieses gesellschaftliche Double-bind hat deutliche Spuren hinterlassen: wir sehen immer mehr erwachsene „Männer“, die das Männliche mehr ablehnen als suchen, ohne es überhaupt zu kennen geschweige denn zu verstehen. Sie sind gezwungen, in einer prä-pubertären Anti-Haltung zu verharren und erwachsen-Sein zu spielen, indem sie gegen alles sind – besonders gegen alles, was nach maskuliner Kraft und Verantwortlichkeit aussieht. Dadurch bleiben sie – bestenfalls – Jungen oder – schlimmer noch – geschlechtslose Unentschiedene, die in einen aussichtslosen Kampf gegen ihre eigene Entfaltung verheddert sind. So waren wir kurz davor, Männlichkeit komplett abzuschaffen. Derart widernatürlich sind wir bereits geworden.

Die davon geprägten Generationen (etwa ab Jahrgang 1980) werden es sicher nicht leicht haben, sich an neue gesunde Zustände zu gewöhnen, die so gar nicht den ihnen eingepflanzten Ideologien entsprechen.

Ich schreibe dies am ersten März 2020. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir auf deutschem Boden real und greifbar erleben, wie es ist, wenn verantwortliche Männlichkeit auf die gesellschaftliche Bühne zurückkehrt und für Recht und Gesundheit sorgt wie Odysseus mit Pfeil und Bogen bei seiner Rückkehr zu seiner treuen Penelope. Den ungebetenen Freiern und korrupten Schmarotzern, die sich gegen jedes Recht und jede Moral überall breit gemacht haben, wird dabei kurzerhand der Prozess gemacht – im juristisch korrekten Sinne des Wortes und mit militärischer Bestimmtheit. Wir werden durch direkte Erfahrung wieder verstehen, warum wir die männliche Kraft der Abgrenzung und der Verteidigung brauchen, damit Werte und Integrität erhalten bzw. wieder aufgerichtet werden können; und auch warum Kampfbereitschaft und Militär notwendige Teile unseres gesellschaftlichen Immunsystems sind. Das wollen die selbsternannten „Pazifisten“ und Anti-Patriarchaten natürlich nicht wahr haben, sondern lieber weiter selbstgefällig und marihuana-verqualmt die bequeme Versklavung, phlegmatische Unterwerfung und lustlose Verblödung aufrechterhalten, die sie als „Frieden“ propagieren.

Wir haben enorme Veränderungen vor uns. Wir stehen bereits mitten drin in ihren Anfängen. Das Kranke und Degenerierte, das wir gewohnt sind „oben“ und als „Führung“ zu sehen, wird komplett fortgeräumt werden müssen und einen Platz zugewiesen bekommen, der unseren natürlichen und gesunden Werten entspricht. Das sind die Werte, die unsere menschliche Entwicklung und das Individuum in seiner Entfaltung fördern und unterstützen. Diese Werte brauchen maskulinen Schutz und beherzte Umsetzung.

Während wir so von den feindlichen, parasitären Elementen befreit werden, kommen wir langsam zur Besinnung und zu mehr und mehr Ermutigung, diese Chance zur Gesundung zu nutzen, mitzugestalten und zu erhalten.

Im nächsten Artikel wird es um die Verwirrungen und die hinderlichen emotionalen sowie mentalen Angewohnheiten gehen, die wir dafür abschütteln müssen, bevor wir befähigt sein können – und andere befähigen können – Führung und Verantwortung zu übernehmen.

Für die Fortsetzung mit Teil 4 hier klicken.

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Die Psychologie von “Links”


Dieser Artikel als Podcast

Einleitung zu Teil 2

Im ersten Teil dieser Reihe haben wir das Profil eines Psychopathen skizziert, wie er über hunderte von Jahren alle wichtigen Schaltposten unserer gesellschaftlichen Institutionen eingenommen hat, und wie das System von Angst und Unterdrückung aussieht, das von diesem Psychopathen-Netzwerk aufgebaut wurde und über uns alle herrscht.

Über uns alle? Nicht ganz. Vor drei Jahren fing eine international agierende Gruppe an sichtbar zu werden, die innerhalb des Psychopathen-Systems im Stillen und über viele Jahre hinweg Macht und Stärke aufgebaut hat, aber nicht von ihm kontrolliert, korrumpiert und schon gar nicht gelähmt ist. Sie hat zum Gegenschlag ausgeholt, um das gesamte globale Psychopathen-Netz zu zerschlagen und Raum für etwas Neues, Gesundes zu schaffen. Dieser Plan und seine enormen Erfolge, die immer sichtbarer werden – obwohl die Haus-Presse der Psychopathen sie komplett ignoriert oder diffamiert – sollen den Menschen Hoffnung, Klarheit und freundschaftliches Engagement für menschliche Kultur und Freiheit vermitteln. Diese positiven und erhebenden Qualitäten werden in der Numerologie mit der Zahl 17 verbunden, die eben auch für Wahrheit steht. Der 17. Buchstabe im deutschen (und englischen) Alphabet ist das Q. Wo also seit drei Jahren immer häufiger ein „Q“ oder die 17 prominent auftauchen, machen sich dieser Impuls und diese Botschaft bemerkbar und ziehen all jene Menschen an, die darin ihre Hoffnung auf globale Gesundung und Befreiung wiedererkennen und in die Tat umgesetzt sehen. Und sie stoßen all jene ab und machen sie äußerst nervös, die im und vom Psychopathen-System leben – und diese haben guten Grund dazu.

Wir werden in Kürze eine historisch einzigartige und erstaunliche Befreiung vom weltweiten Psychopathen-Parasit erleben, die uns dann vor die immense Aufgabe stellt, eine neue Kultur aufzubauen – diesmal ohne Fremdsteuerung mit dem Ziel unserer Unterdrückung (und Üblerem), was wir nun seit 100 Jahren nicht mehr kennen. Wir werden die neue Freiheit nutzen müssen als Chance. Wenn die Hausreinigung der Institutionen und Organisationen beendet ist – das wird dieses Jahr und schon recht bald sein – liegt es an uns, etwas Neues aufzubauen, das unserem Wesen, unseren Talenten und Stärken und unserer Berufung entspricht. Ich glaube, dass diejenigen, die dann als Leitfiguren am meisten gebraucht werden, sich an diese Aufgabe erst noch gewöhnen müssen so wie der jugendlich-leichtsinnige Simba, der aus dem jahrelangen Exil plötzlich der König der Löwen sein soll.

Diese Artikel-Reihe ist keine Nachrichtensammlung der aktuellen Geschehnisse, sondern zielt darauf ab, einen Weg speziell für uns Deutsche zur Verantwortungsfähigkeit und einer neuen Kultur der Verantwortung aufzuzeigen. Damit adressiere ich vor allem diejenigen, die sich berufen fühlen, in irgendeiner Weise eine führende oder mitgestaltende Aufgabe in diesem Neuaufbau zu übernehmen – und unter diesen nur an diejenigen, die bereit sind, bei sich selbst anzufangen.

Zu dem Was und Wie dieses neuen Weges komme ich zum Ende dieser Reihe. In Vorbereitung dafür ist die erste Herausforderung – wie in Teil 1 von mir angestoßen – ein tieferes Verständnis der Situation zu entwickeln, in der wir uns befinden. Zweitens brauchen wir gewisse Einsichten über uns selbst und das geistig-kulturelle Milieu, das uns umgibt und uns geprägt hat, damit wir es transformieren können (nicht abschütteln, das ist nicht möglich) und daraus lernen. Das ist mehr als nur ein erneutes „Das darf nie wieder passieren!“. Es ist ein Lernen, das mit dem Griff an die eigene Nase beginnt und in der eigenen Verstrickung innerhalb des morbiden Systems die Lernaufgabe (und nicht nur das verachtenswerte Böse) sieht.

Mir geht es deshalb auch nicht um historische Aufklärung – diese betreiben mittlerweile schon viele bessere Autoren – sondern um psychologische Ausleuchtung, die meiner Ansicht nach in der alternativen Bericht-Szene bisher weitgehend fehlt und zuweilen zu grotesken und mit geradezu religiös anmutendem Eifer verfochtenen Erklärungsansätzen führt. Die Faktensammlungen werden immer reichhaltiger und auch das zusammenhängende Gesamtbild für immer mehr Menschen sichtbar. Aber im Umgang damit stehen viele mit ihrer Verwirrung allein und es fehlt ihnen das geistige Band, das eine Verbindung zwischen ihnen als Einzelne und den Möglichkeiten des Umgangs damit herstellt. Die Tastaturen laufen heiß in den Kommentarspalten der Diskussionsforen mit all ihren gegeneinander antretenden Vorschlägen, was jetzt zu tun sei. Und ich sage: Nichts. Aktionismus wird am allerwenigsten benötigt, wenn man gerade erst beginnt, aus dem Koma der Fremdbestimmung und Manipulation aufzuwachen. Die viel wichtigeren Fragen sind erstmal: Wo bin ich? Wer bin ich? Und: was will ich? Dann vielleicht: Wer ist da noch? Danach kann man dann anfangen, Pläne zu machen. Und danach, viel später also, kann man die Ärmel hochkrempeln – wenn das sinnvoll erscheint.

Wenn ich also mit dieser Artikel-Reihe bei dem ein oder anderen Leser eine erhöhte Neugier und Aufmerksamkeit für die psychischen Aspekte und die geistigen, menschlichen und kulturellen Zusammenhänge unserer bisherigen Situation wecken kann, dann habe ich schon alles erreicht, worum es mir im ersten Schritt geht. Ich meine, dass wir jetzt nichts so sehr brauchen, als besser Sehen und Verstehen zu lernen. Und das bezieht sich nicht nur auf „die da draußen“, sondern auch auf uns selbst und unsere Nächsten.

Vielleicht will ich’s aber auch nur ein für allemal für mich selbst klar kriegen in meinem Kopf. Fangen wir also an.

Einsichten

Im ersten Artikel dieser Reihe habe ich die Dynamik beschrieben, mit der Psychopathen eine alles kontrollierende Machtstruktur aufbauen müssen, weil sie nie ihre treibende Angst loswerden und deshalb nie genug Macht haben können. Die gefühllosen, maschinenartigen Strukturen, die sie aufbauen, beruhen auf dem Wechselspiel von Angst und Kontrolle, in dem sie einerseits die Menschen verunsichern, destabilisieren und traumatisieren und andererseits die von ihnen komplett kontrollierten Strukturen als Ersatz-Sicherheit, -Stabilität und „-Rettung“ anbieten und installieren.

In einem solchen Psychopathen-Angst-System leben wir derzeit und es durchzieht alle Bereiche unserer Gesellschaft. Diese lange Einleitung war notwendig, um zwei essentielle Dinge zu verstehen, denen wir uns bewusst sein müssen, um die Macht dieser Anti-Menschen und ihrer Angst-Systeme über uns zu brechen.

Das sogenannte Böse

Erstens: es handelt sich nicht um eine „Verschwörung“, sondern um eine Störung des menschlichen Geistes, um eine Krankheit. Das Machtsystem, das unsere Kultur und ihre Werte innerhalb von etwa zehn bis zwölf Generationen nahezu komplett zerfressen und vernichtet hat, ist eine Krankheit und Lähmung des menschlichen Geistes.

Wir können die Quelle solcher Krankheiten als „das Böse“, „den Teufel“, „Satan“, „Luzifer“, „Ahriman“, die „Unterwelt“ oder sonst wie bezeichnen, aber diese mytho-poetische, alttestamentliche Sprache ist irreführend und nicht mehr zeitgemäß, weil sie unser Denken in einem Weltbild arretiert, in dem diese „bösen“ Kräfte außerhalb und getrennt von uns sein sollen. Damit ist nicht nur unser Denken blockiert, sondern vor allem unsere Wahrnehmung beschränkt, was wiederum einer der Gründe dafür ist, warum wir diesem „Bösen“ so vielfach und naiv zum Opfer fallen. Wir begegnen dem sogenannten „Bösen“ nicht nur ganz real und konkret in unserem Alltag und müssen damit umgehen, sondern wir müssen auch einsehen, dass die darin wirkenden Kräfte Teil von uns sind und aus unserer Natur entstehen. Nur so können wir lernen, sie zu erkennen und zu begreifen als das, was sie wirklich sind. Und nur so können wir lernen, eine reife, verantwortliche Haltung ihnen gegenüber einzunehmen statt sie an übermenschliche Kräfte oder „irgendwen da draußen“ zu delegieren, wie das vielleicht der geistigen Entwicklung und religiösen Sprache des Mittelalters noch angemessen war.

Vor allem entspricht diese Schwarz-Weiß-Logik von Gut und Böse und ihre territoriale Aufteilung auf ein Innen (gut) und ein Außen (böse) oder ein Wir (gut) und ein Anderes (böse) gerade einmal der geistigen Entwicklungsstufe eines 4-jährigen Kindes, das sich nur so vor einer unverarbeitbaren Überwältigung schützen kann. Es kann seine junge und noch instabile eigene Identität nur aufrechterhalten, indem es alles Unangenehme, Aversive und Unverständliche nach außen projiziert und der Welt zuschreibt. Zur Not eben in Fantasiefiguren, die es sich vorstellt. Für ein Kind ist das gesund und richtig.

Wenn wir allerdings bei dieser kindlich-fantasievollen Abwehrstrategie stehen bleiben, hindert uns das daran, erwachsen und geistig reifer zu werden. Die heute dominierenden religiösen, „spirituellen“ und mytho-psychologischen Beruhigungs-Zentren sind überladen mit solchen Welterklärungsangeboten. Sie stehen uns beim Weiterwachsen ebenso im Wege wie die kleinkindliche Überzeugung, das Böse (sprich: das Unangenehme, Überfordernde, Angstmachende) dadurch loszuwerden, indem man es „wegmacht“. Man kann ein lästiges Insekt wegfuchteln oder den nervigen Wecker kaputtschlagen, aber schon bei „bösen Ideen“ (solchen, die wir lieber nicht hören wollen) hat es gar keinen Sinn, den Sprecher zu verprügeln oder ihm das Reden zu verbieten. Denn in der nicht-physischen Dimension ist die Wirkung plötzlich umgekehrt: man vergrößert die Wirkung und Macht des Ungewollten, je mehr man es bekämpft und damit abspaltet. Denn die Abspaltung ist das Böse. Mit der mechanischen Kategorisierung in Gut und Böse verstehen wir weder deren Hintergrundkräfte noch lernen wir, sie besser und schneller zu unterscheiden, wenn sie uns begegnen. Und darum geht es vor allen anderen Dingen: wir müssen lernen, das Aversive, Widernatürliche und Geistverneinende zu erkennen und zu durchschauen. Das sogenannte „Böse“, das sich in grauenhaft unmenschlichen Verhaltensweisen zeigen kann, kommt nicht aus irgendeiner weit entfernten „Hölle“, sondern ist eine extreme Abweichung vom Guten, Gesunden und Menschlichen, das wir sind. Nur insoweit wie wir das einsehen, können wir den Bezug zu uns selbst herstellen und eine Wirkkraft entwickeln, um das „Böse“ wieder zurück zu verwandeln in das ursprünglich Gesunde und Gute, aus dem es kommt, von dem es abgewichen ist, aber von dem es nie vollständig abgelöst wurde. Diese Wirkkraft beruht auf unserem Bewusstsein für diese Kräfte in uns. Wir werden auf diese Prinzipien von Integration, Heilung und Wachstum in den letzten Teilen dieser Artikel-Reihe zurückkommen, wenn es um die Entwicklung von Verantwortungsfähigkeit geht.

Das Bedürfnis, getäuscht zu werden

Zweitens: eine weitere elementare Erkenntnis, die ansteht, fordert von uns, dass wir über einen unserer größten Schatten springen: es gilt einzusehen, dass die Psychopathen, ihr System und „das Böse“ nur deswegen Macht über unser Leben haben, weil wir ihnen diese Macht geben. Das ist der schwierigere Teil an der Sache. Es ist leicht, die Machthaber zu verfluchen, zu hassen und vernichten zu wollen. Aber einzusehen, dass wir als Opfer auch ein Teil der Dynamik sind und durch unser Opfersein dazu beitragen, diese aufrecht zu erhalten, braucht erstens eine Menge Mut zur Selbsterkenntnis und zweitens die Unterscheidung zwischen Ohnmacht und Bewusstlosigkeit.

Wir können unser Bewusstsein erweitern, auch wenn wir ohnmächtig sind. Mit Bewusstsein können wir erkennen, dass Ohnmächtig-Sein ein situativer Zustand ist und keine Eigenschaft. Das heißt, ich bin immer nur in einer bestimmten Situation und in Bezug auf etwas Bestimmtes ohnmächtig. Wir können auch erkennen, dass „sich ohnmächtig fühlen“ nicht heißt, dass man auch ohnmächtig ist, sondern nur bedeutet, dass man dieses oder jenes nicht tun kann. Aber vielleicht kann man etwas anderes tun? Ohnmacht ist relativ. Wenn uns aber Bewusstsein fehlt, interpretieren wir Ohnmacht als absolut und diese Interpretation ist gefährlich. Denn dann entwickeln wir eine Identität der Ohnmacht. Wir bauen Ohnmacht in unser Selbstbild und unsere Lebensphilosophie ein. Wir beschreiben uns selbst als ohnmächtig und beschränken dadurch unser Selbstbewusstsein und unsere Wahrnehmung für Möglichkeiten und Freiheiten. Wir werden innerlich zu Sklaven.

Ein Sklave ist ein Mensch, der sich so sehr über Unfreiheit und Gefangenschaft definiert, dass er überzeugt ist, nur ein anderer könne seine Ketten lösen. Er braucht einen Master, um in die Freiheit zu kommen.

Zu einem Sklavensystem gehören immer auch diejenigen, die die Rolle der Sklaven übernehmen. Zu einer Täuschung und einem Betrug gehören immer auch die, die sich täuschen und betrügen lassen. Dass wir in unserem Weltbild und in allen Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens getäuscht und manipuliert werden zeigt nicht nur, wie raffiniert die Machthaber sind, sondern vielmehr noch, wie groß das Bedürfnis vieler Menschen ist, getäuscht und manipuliert zu werden.

Ebenso zeigt die totalitäre Kontrolle, die uns überall umgibt und immer mehr einengt, wie groß das Bedürfnis danach ist, kontrolliert zu werden. Und die Untergrabung von Individualität, Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung sind auch ein Zeichen dafür, dass wir lange Zeit davon befreit sein wollten – also kindlich bleiben wollten. Dadurch haben wir leider die falschen an die Macht gelassen. Die Tatsache, dass die Psychopathen ein komplett kriminelles und korruptes System aufziehen konnten, ohne von der Masse erkannt und durchschaut zu werden, ist auch ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Menschen dies nicht sehen und lieber in naiver Ahnungslosigkeit bleiben wollten. Es gibt eine Kraft in uns, die sich gegen Entwicklung und Reifung stemmt. Und wenn wir ihr nachgeben, dann – und nur dann – haben die geistig Gestörten und Kriminellen die Chance, die Macht über uns zu gewinnen.

Erst wenn unser Bedürfnis nach Wahrheit und individueller Freiheit größer ist als unsere Trägheit und Bequemlichkeit, können wir die Machenschaften der Gestörten durchschauen und die Macht wieder zurückerobern. Das klingt wie eine Selbstverständlichkeit, ist es aber keineswegs. Im Moment befinden wir uns in einer Übergangszeit, in der wir geradezu dazu gezwungen werden, die Macht und damit die Verantwortung (wieder) zu uns zu nehmen, weil die Macht des Kranken zuletzt so weit fortgeschritten war, dass wir als nächstes unsere essentielle Lebensgrundlage und die letzten Reste menschlicher Werte verloren hätten. Dann wäre das geistig-menschliche Potenzial, der menschliche Geist selbst, zerstört worden. Aber es gibt stärkere Kräfte, die dies verhindern und uns den Abgrund nur zeigen wollen, damit wir in unsere Verantwortung hineinwachsen. Das ist eine Lernerfahrung, die notwendig ist für geistige Reifung.

Wir müssen also uns selbst in die Untersuchung des Desasters mit hineinnehmen, um es zu verstehen und ändern zu können. Solange wir nur auf andere als „die Schuldigen“ zeigen, haben wir den Kern der Sache und unsere eigene Verwicklung damit noch nicht verstanden.

Nochmal anders formuliert: unser Hauptproblem heutzutage sind nicht die notorischen Lügner und Betrüger auf den öffentlichen Bühnen und dahinter – die könnten an einem einzigen Tag weggeräumt, verhaftet und ersetzt werden – sondern die riesige Masse, die diese Lügen glaubt und an ihnen festhalten will. Wir haben nicht bloß ein juristisches, sondern ein mentales und kulturelles Defizit. Bewusstsein ist stärker als mechanisches Vor-sich-hin-Leben, aber das gewohnte Mechanische ist bequemer und leichter. Gewohnheiten ändern, Umdenken und Verstehen ist anstrengend.

Und wenn wir nicht gefordert und herausgefordert werden, dann machen wir keine Anstrengungen, sondern verharren so lange wie möglich da, wo wir sind. Das Baby wird nicht geboren, weil es sich auf die neue Welt da draußen freut und endlich dort hinauswill, sondern weil es ihm zu eng wird in der Gebärmutter. Es hat keine Ahnung, was passieren wird, aber es beginnt zu kämpfen, erlebt dann eine Art Weltuntergang (die Wehen) und wird in etwas Neues, Unbekanntes gedrängt. Anders geht es nicht. Die Natur weiß das. Unsere Psyche ist jedoch supra-natürlich. Wenn wir psychisch nicht geboren, d.h. nicht erwachsen und reif werden, sondern uns an Altes klammern und immer nur „zurück“ wollen, dann kann die Natur nicht mehr helfen. Und wenn jetzt nicht Kultur hilft, werden wir regressiv statt progressiv. Es ist genau diese Tendenz, diese Trägheit, die von denen, die uns kontrollieren und benutzen wollen, gefördert und ausgenutzt wird, weil wir als herumwandelnde Kleinkinder viel leichter zu kontrollieren und – falls nötig – zu vernichten sind.

Diese Einleitung bringt uns zu einem zentralen Phänomen unserer Zeit, das uns als eines der dominantesten Behinderungen und Hemmnisse gegen Verantwortungsfähigkeit und Kultur begegnet:

Die Psychologie von Links

Die ursprüngliche politische Bedeutung von „Links“ und „Rechts“ in der französischen Nationalversammlung am Ende des 18. Jahrhunderts ist längst aufgehoben und ersetzt worden durch einen ganzen Wust beliebiger Gesinnungs-Dichotomien und Zuschreibungen, aus denen jeder sich heraussuchen kann, was ihm gerade gefällt. Das dazu passende mediale Kauderwelsch versucht uns mit allen Mitteln beizubringen, dass „Links“ immer irgendwie gut und richtig ist, während „Rechts“ als neues Synonym für alles Schlechte, Gefährliche, Böse, Unterdrückende usw. steht.

Vor über zweihundert Jahren wurden diese Bezeichnungen verwendet, um die Parteien der Deputierten in der französischen Nationalversammlung einzuteilen in einerseits die Veränderungswilligen bzw. Revolutionären (auf der linken Seite) und andererseits die eher Konservativen, die damals den Erhalt der Monarchie befürworteten (auf der rechten Seite).

Heute sollen wir gedankenlos glauben, dass die Nationalsozialisten unter Hitler und die Faschisten „rechts“ waren, obwohl der Sozialismus, die Ideen der Verstaatlichung und vor allem die der Gleichmachung aller Menschen typische Charakteristika von „Links“ sind. Die Verwirrung ist vollständig und beabsichtigt, denn wenn man den Menschen „Links“ als Ideologie aufoktroyieren will, um sie schwächen und besser steuern zu können, dann muss man alles offensichtlich Schlechte in einen anderen Topf werfen, den man dann „Rechts“ nennt.

Wir wollen in diesem Artikel die eigentlichen Beweggründe und damit die Psychologie hinter dem Phänomen „Links“ (und später dann auch „Rechts“) aufdecken und zu erkennen lernen.

Zunächst ist für unsere Untersuchung wichtig, dass jede Spaltung und Dichotomisierung bei gleichzeitigem Verhindern von Dialog und Synthese bzw. Zusammenarbeit, immer beide Seiten schwächt und Entwicklung blockiert. Wenn wir das einmal verstanden haben, dann ist es egal, wer wen wie nennt. Entscheidend ist: gibt es einen Dialog oder nicht? Heute tut man so, als wären Dialogunfähigkeit und die Ablehnung von Zusammenarbeit nicht nur löblich, sondern ganz selbstverständlich.

Wenn – wie damals in Frankreich – die Linken Veränderung für stetige Verbesserung wollen und die Rechten den Erhalt von dem, was sich bewährt hat, dann ist erst die Kombination aus beidem sinnvoll: schütze und erhalte das Gute und sorge von da aus immer weiter für Verbesserungen. Wenn ein Mensch beide Haltungen in sich trägt und bei täglichen Entscheidungen in einer Synthese kombiniert, dann nennen wir das: gesunder Menschenverstand. Politisch wird uns allerdings seit über 50 Jahren eine immer extremere Polarisierung dieser beiden Grundeinstellungen gegeneinander präsentiert – mit schwerwiegenden Folgen: alles Gute und Werthaltige wird zerstört oder vernachlässigt und Veränderungen sind stets so, dass die sozialen, ökonomischen und gesundheitlichen Verhältnisse immer prekärer werden (nur der „Elite“ der Machthaber und den Lobbyisten geht es immer besser dabei).

Mit anderen Worten: der gesunde Menschenverstand hat im Politischen und Kulturellen schon seit langem ausgesetzt. Eine Zusammenführung, ein gesundes Ausbalancieren, von „Links“ und „Rechts“ findet nicht statt. Stattdessen sind wir gelähmte Zuschauer von immer absurderen Partei-Spielen und Grabenkämpfen, in denen es nur noch darum geht, alle anderen Meinungen und Haltungen prinzipiell und gänzlich zu bekämpfen. Von Zusammenarbeit, Zuhören und Lernbereitschaft ist keine Spur. Das allein zeigt uns schon, mit wem wir es hier in der Regie wohl zu tun haben.

Jenseits der politischen Theaterbühne, auf der uns täglich die Komödie „Demokratie“ gespielt wird, bekommen die Darsteller von „Links“, „Rechts“, „Mitte“ usw. selbstverständlich ihre Skripte alle aus einer Hand und werden von einem Regisseur angeleitet. Sonst würde alles nicht so reibungslos, ergebnislos und volksverachtend über die Bühne gehen. Uns interessiert hier aber nicht die Mechanik der schein-politischen Dramaturgie, sondern die Psychologie hinter dem, was uns als Zuschauer in den Kopf „geschauert“ wird. Unsere echte Herausforderung besteht nicht darin, ein neues oder überarbeitetes Theaterstück (mit den gleichen Darstellern unter der gleichen Regie) zu inszenieren, sondern das Theater zu verlassen.

Das Stück „Demokratie“ wird als Endlos-Seifenoper gegeben mit dem Effekt, dass die Spaltung in „Lager“ und „Gruppierungen“ in den Köpfen der Menschen immer weiter vorangetrieben wird zu immer kleineren Splittergruppen, von denen sich dann jede immer massiver hinter ihren Meinungen und Wunschvorstellungen verbarrikadiert. Strategisches Ziel: niemand kann mehr den geringsten Einfluss auf das Gesamtsystem haben; niemand kann sich auch nur vorstellen, Einfluss zu haben. Solidarität wird ersetzt durch eine Ich-bezogene Anspruchshaltung und Stärke wird bekämpft. Dadurch wird verhindert, dass Solidarität und Stärke zusammenfinden. Darum geht es dem Kontrollsystem. So kommt man dann auf der Bühne am größten raus, wenn man sich als Vertreter einer geschundenen Minderheit inszenieren kann. Die Parole im Dauer-Schmu ist: „Der Schwächste ist der Stärkste!“ und „Das machtloseste Opfer hat die meiste Macht“. So ein Schwachsinn geht natürlich nur im Film, aber wenn die Menschen ihre Weltanschauungen aus dem Fernsehen übernehmen, dann muss die Realität draußen bleiben. Gut: dann kann man die Getäuschten in der Realität leichter kontrollieren und, wenn notwendig, auch gegeneinander aufhetzen.

Wieso ist das für Menschen überhaupt attraktiv? Um diese Frage beantworten zu können und damit unsere Situation besser zu verstehen, werden wir uns im Folgenden mit der sozialen und psychischen Bedeutung von „Links“ beschäftigen, um zu klären, was sich eigentlich hinter diesen Schablonen verbirgt.

Das „Links“-Motiv

Der rote Faden, der sich durch die geschichtlichen Selbstzeugnisse und Ansichten von „Links“ zieht, ist das Motiv der Kollektivierung. Kollektivierung von was? Oberflächlich betrachtet von Eigentum und materiellen Gütern, bei genauem Hinsehen aber vor allem von geistiger oder körperlicher Anstrengung. Letztere kann man nur kollektivieren, indem man sie de-individualisiert und über die Menschen als Masse (statt auf Einzelpersonen) verteilt – nach dem Gießkannenprinzip. Warum sollten Menschen das wollen? Z.B. weil sie sich davon versprechen, dass auch Identität und Verantwortung vergemeinschaftet werden und damit der Einzelne von der Aufgabe „befreit“ wird, sich persönlich und geistig zu entwickeln. Da man Identität und Verantwortung aber gar nicht kollektivieren kann, kann man sie nur marginalisieren und auflösen.

Hinter jedem Motiv, besonders wenn es als Appell oder Forderung auftritt, steht immer eine Erwartung oder ein Bedürfnis. Menschen, die sich „Links“ zuordnen, scheinen interessanterweise nicht gerne über Bedürfnisse hinter ihren Forderungen zu sprechen. Bedürfnisse sind nämlich stets etwas Persönliches und damit eine Sache des Einzelnen. Das widerspricht ihrer gewünschten Einschmelzung und Auflösung des Individuums in einer Kollektivmasse. Auch wenn Entpersönlichung und abstrakte Verallgemeinerung ein grundsätzliches Problem jeder Theorie und Ideologie sind, begegnen wir hier einem speziellen Kern-Aspekt der „linken“ Motivik: der Marginalisierung, Verneinung oder sogar Auflösung von allem, was an den Einzelnen, das Individuum und vor allem das Einzigartige oder Besondere erinnert.

Warum will „Links“ das Individuum und den Einzelnen auf alle möglichen Arten und Weisen abschaffen? Weil dies Merkmale einer fortgeschrittenen Entwicklungsstufe und sie nicht selbstverständlich, bequem und einfach zu erreichen sind. Es kostet Anstrengung. Individualisierung, Charakterentwicklung, Eigenständigkeit, Selbstsicherheit und Einzigartigkeit sind Ergebnisse anstrengender Reifeprozesse. Sie sind verbunden mit Spannung, Reibung, Verlusten, Unangenehmem und immer mit dem realen Risiko zu scheitern und den Anschluss zu verlieren. Mit anderen Worten: sie sind eine stetige Herausforderung von Stufe zu Stufe. Und diese kann jederzeit umschlagen in eine Überforderung, wenn wir z.B. nicht genug Unterstützung erfahren oder zu früh oder zu heftig mit Anforderungen konfrontiert sind, die wir nicht bewältigen können. Dann bleiben wir vor der zu hohen Stufe stehen und stagnieren auf der Reifestufe, die wir bereits erreicht haben.

Überforderung ist – unbewältigt – ein Trauma. Sie führt nicht nur dazu, dass wir stehen und stecken bleiben, sondern auch dazu, dass wir uns in passiver, hilfloser Manier zurücksehnen nach dem (früheren) Zustand der Forderungslosigkeit, nach Ruhe und Bequemlichkeit. Eine zentrale Traumareaktion ist stets die Vermeidung von allem, was uns an das Trauma erinnern könnte, um den damit verbundenen Schmerz zu vermeiden und auszublenden.

Die Sehnsucht nach der Verschmelzung mit dem großen Ganzen, das einen hält, versorgt, füttert und trägt, ist angemessen und richtig auf der Reifestufe eines Säuglings. Bereits mit dem Krabbeln beginnt (psychisch) jedoch schon die Konfrontation mit dem Gegenpol, der neu, aufregend, aber auch herausfordernd ist: das In-die-Welt-Gehen auf eigene Faust („aufs eigene Konto“, sagen die Spanier dazu), das dann ein paar Stufen weiter zur Selbst-Ständigkeit und schließlich zur Auto-Nomie („sich selbst benennen/bestimmen“) führt.

Je schwerer mir diese Verselbständigung (in Kindheit oder Jugend) fällt oder je weniger sie mir gelingt, desto mehr werde ich mich nach den „guten alten Zuständen“ der Verantwortungslosigkeit und anstrengungsfreien Geborgenheit sehnen, weil ich damit am meisten Wohlbefinden und Stimmigkeit verbinde. Denn das ist der natürliche Mechanismus unseres Nervensystems: wichtigstes Kriterium für alles ist und bleibt immer das Gefühl von Sicherheit (Ruhe, keine Aufregung, Entspannung) und Wohlbefinden (geborgen und versorgt sein). Und jeder verbindet etwas anderes damit je nach persönlicher Erfahrung.

Diese frühen biografischen, körperlich-psychischen Erfahrungen – das Angenehme wie das Unangenehme – sind die Grundlage für unseren Charakter, für unsere Weltanschauungen, Vorlieben und für unsere Lieblings-Theorien und ‑Ideologien. Diese Grundlagen sind tief emotional und meist unbewusst insofern, als dass sie auf non-verbalen Körpererfahrungen beruhen.

Die frühkindliche Perspektive

Um die Sehnsucht von „Links“ nach dem versorgenden, übergreifenden, immer-präsenten und vor allem möglichst mächtigen Wesen (oder „System“) zu verstehen, betrachten wir nun die entsprechende Phase der frühkindlichen Entwicklung einmal genauer.

Wir können die folgenden Zusammenfassungen mit zwei Brillen lesen: einmal als Beschreibung einer natürlichen Entwicklungsstufe des Kindes und einmal als eine Liste von Merkmalen jener Menschen, die in ihren psychischen, mentalen oder sozialen Fähigkeiten auf eben dieser Stufe steckengeblieben sind. In der zweiten Lesart werden vielleicht schon Parallelen zu Erscheinungsformen von „Links“ erkennbar.

Bedürftigkeit

Zu dieser Entwicklungsstufe gehören ganz charakteristisch: ein Selbsterleben als klein, schwach und vor allem bedürftig. Daraus ergibt sich ein ganz selbstverständliches Empfinden des Rechts auf Versorgung (mit Nahrung, Kontakt, Wärme, … allem Lebenselementaren). Wenn diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden, wird dies als „Rechtsbruch“, als Ungerechtigkeit erlebt. Es wird als „falsch“ im natürlichsten und tiefsten Sinne des Wortes empfunden und dieses Falschsein liegt in dem „da draußen“, bei den undefinierten Mächten, die dem Versorgungsanspruch gerecht werden müssten. Zusammen mit dem dann entstehenden Gefühl existenzieller Gefährdung, führt dies zu einer Generalmobilmachung aller Kräfte, um sich durch Schreien, Zornausbrüche und Aufstände lautstark bemerkbar zu machen.

Mangel an Ausdrucksfähigkeiten

Die generalisierte und richtungslose Grundaktivierung und Empörung bleiben in ihrem Ausdruck sehr simpel, denn es fehlen noch kommunikative und mentalisierende Kompetenzen. Es gibt auf dieser Entwicklungsstufe noch keine Möglichkeit, sich selbst und die anderen aus einer anderen Perspektive als der eigenen zu sehen. Nicht einmal die Möglichkeit einer anderen Perspektive ist vorstellbar. Das heißt, es gibt keine Fähigkeiten dazu, sich selbst, die eigene Situation oder den Kontext zu verstehen. Reaktionen auf die Welt sind noch reflexartig, instinktiv und stark affektiv aufgeladen, nicht mental oder strategisch.

Mangel an Differenzierungsvermögen

Ein Kind kann in den ersten zwei Lebensjahren noch keinen Unterschied machen zwischen Gleichheit, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung. Es erlebt Mangel und Überforderung als Benachteiligung – im Verhältnis zu seinen Erwartungen und Bedürfnissen. Auf dieser Stufe sind Erwartungen und Bedürfnisse der Maßstab für alles und das Zentrum der (rudimentären) Identität. Das Kind kann sich als abhängiges und bedürftiges Wesen bei Frustration nur als hilfloses Opfer fühlen, das auf die Macht eines umfassenden Größeren angewiesen ist. Wenn also Gleichheit fehlt („Der andere hat mehr als ich!“), dann ist das auch eine Ungerechtigkeit, weil Gerechtigkeit und Richtigkeit nichts anderes bedeuten als die Gleichversorgung durch jene zuständige Versorgermacht.

Das Kind wird sie notfalls rabiat einfordern. Eine laute Forderung nach „Gerechtigkeit“ meint auf dieser Stufe nichts weiter als Gleichheit und Gleichbehandlung, sprich Gleichmachung, denn es soll ja nur der unangenehme Unterschied verschwinden.

Abstraktere Vorstellungen von Gerechtigkeit, Unterschiede in „Wertigkeit“ und „Berechtigungen“ können nicht verstanden werden und werden wie jeder nicht-einschätzbare, nicht-kontrollierbare Unterschied als bedrohlich erlebt.

Zur Not können die eigene Angst und Frustration auch dadurch gemildert werden, dass alle anderen ebenfalls frustriert werden. Dann ist beruhigende Gleichheit unmittelbar körperlich und affektiv spürbar und das primär ersehnte Gefühl von Zu- und Zusammengehörigkeit erreicht. „Ich bin nicht allein“ ist auf dieser Stufe das einzige Kriterium, um Angst und Gefühle von Unterlegenheit oder Schwäche abzusenken. Das Sitzen im gleichen Boot ist wichtiger als jeder andere Maßstab, denn dann fühle ich mich unmittelbar sicher. Komplexe Lösungen und Zukunftsgedanken kenne ich nicht. Gemeinsam leiden und untergehen ist besser als eine Separierung, auch wenn sie das ganze Boot retten würde. Ein Säugling hat keine existenzielle Angst vor irgendetwas, auch nicht vor dem Tod, sondern nur vor dem Alleingelassen-Werden.

Diese Reduzierung auf die rudimentärste konkret-materielle Ebene der Wahrnehmungsfähigkeit wird verstärkt durch das nächste Charakteristikum:

Realitätsmangel

Genauer gesagt: es fehlt eine rudimentäre, ich-bezogene mentale Verarbeitungsfähigkeit für körperliche und soziale Realität. Denn die inneren Landkarten zur Verarbeitung von Erfahrungen setzen sich noch überwiegend aus den eigenen instinktiven und affektiven Reaktionen zusammen. Das bedeutet: „die Welt ist so, wie ich sie empfinde“. Entscheidend für das „Verstehen“ der Welt sind auf dieser Stufe die inneren Reaktionen auf die Welt: Zufriedenheit, Wohlbefinden, Unwohlsein, Schmerz, Aufregung, Beruhigung usw.

„Denken“, innere Bilder und Ideen sind noch weitgehend abgekoppelt von der äußeren Wirklichkeit. Das „Verständnis“ der Welt ist eine unreflektierte und verschwommene Projektion von Bedürfnissen, Affekten und Hoffnungen in abstrakte Konstrukte und Weltanschauungen. „Die Welt“ und „die anderen“ sind vorerst noch subjektive Konstrukte, die das Kind sich mit hoffungsvollen Fantasien (später dann: Ideologien) zurecht imaginiert, um sie den eigenen Bedürfnissen und Kapazitäten anzupassen. Die innere Welt ist dabei stärker als die Wahrnehmung der Außenwelt. Objektive soziale und psychologische Gesetzmäßigkeiten, Grenzen oder Einschränkungen gibt es in dieser Körper-Ich-zentrierten Welt nicht. Wenn es im Kontakt mit der äußeren Welt Widerstand gibt, ist das ein Zeichen, dass diese „böse“ oder „falsch“ ist und mit Kraftaufwand (Gewalt) geändert werden muss. Die innere Hoffnung auf „Allmacht“ dient auch als Schutz vor:

Ohnmacht und Unterlegenheit

Das Kleinkind ist der realen Welt ausgeliefert und von ihr überfordert, wenn nicht stets ein Erwachsener dabei ist, der zwischen den beiden vermittelt. Ansonsten machen sich Angst und Überforderung breit.

Ohnmacht und das Erleben von Unterlegenheit können nur als angenehm und „richtig“ erlebt werden, wenn dabei alle Bedürfnisse erfüllt werden, also wenn es verlässlichen Schutz, Fürsorge und Versorgung von außen gibt. Ansonsten entstehen aus chronisch unerfüllten Bedürfnissen Forderungen und stress-geladene Dauer-Empörung gepaart mit dem Abdriften in Versorgungs-Wunschfantasien à la Schlaraffenland.

Das Bedürfnis nach Eingebettet-Sein und Zugehörigkeit

Eingebettet-Sein und Zugehörigkeit sind Basis und Voraussetzung für die später erst aufkommende Suche nach Selbständigkeit und Identität. Säugling und Kleinkind sind mit Wachstum und körperlicher Bewusstwerdung beschäftigt. Das ist tagesfüllendes Programm der ersten zwei Jahre. Dafür brauchen sie die sichere und versorgende Einbettung, Bindung genannt, und orientieren sich an allem, was unmittelbar als befriedigend und entlastend erlebt wird. Damit können sie dann gesichtslos (identitätslos) verschmelzen.

Das Bedürfnis, Teil eines größeren Ganzen (Familie, Stamm) zu sein, ist Voraussetzung dafür, sich sicher und geschützt zu fühlen. Identität hingegen fordert Separierung und wirkt deshalb auf dieser Stufe bedrohlich. Stattdessen identifiziert man sich als abhängiges Fragment einer Gruppe und fühlt sich gerade ohne Individualität in der diffusen „Gruppenidentität“ richtig, stark und mächtig. Dementsprechend müssen alle anderen Gruppen „falsch“ oder „schlecht“ sein, denn zu ihnen gibt es keine Zugehörigkeit und Bindung. Abgrenzung basiert also noch auf einer rudimentär-instinktiven Schwarz-Weiß-Logik: Eine Gruppe ist beruhigend („richtig“) oder fremd und angsteinflößend („falsch“).

Verantwortungslosigkeit

Ein Baby oder Kleinkind kann keine Verantwortung übernehmen. Das Wissen, Können und die Kraft, die für Verantwortung notwendig sind, erfährt das Kind als Kräfte, von denen es getragen wird, die von außen kommen und die noch ganz unpersönlich als „etwas Starkes“ wahrgenommen werden. Dieses größere, umfassendere Etwas gibt Halt und Sicherheit, während das Kind von Verantwortung nichts weiß. Verantwortung kann nur da sein, wo Macht und Kompetenz sind.

Geschlechtslosigkeit

Auf dieser Stufe sind Bewusstsein, Selbstempfinden und Verhalten geschlechtslos. Damit ist auch die Identität noch völlig unabhängig von Geschlechtlichkeit. Die biologisch reale und wichtige Polarität zwischen Männlich und Weiblich ist auf dieser Stufe (noch) bedeutungslos und kann nicht wahrgenommen werden. Eine Konfrontation mit dieser Polarität oder den damit verbundenen Energien und Verhaltensweisen stellt auf dieser Entwicklungsstufe eine massive Überforderung und Bedrohung der Integrität dar. Deshalb wird sich das Kind davor instinktiv und automatisch schützen.

Zurückgebliebene und die Sehnsucht nach der Mutter

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass wir hier eine Perspektive wiedergeben, die sich entwicklungspsychologisch zusammenfassen lässt als das Bedürfnis oder die Sehnsucht nach der guten, voll-versorgenden Mutter.

Dieser Exkurs der entwicklungs-psychologischen Perspektive ist wichtig, um zu verstehen, was es bedeutet, auf dieser Stufe stehenzubleiben. Durch Mangel an Unterstützung, Förderung und Versorgung kann der Mensch in kindlichen Bedürfnissen, Ansichten und Bewältigungsstrategien stecken bleiben. Sein Nervensystem und seine Psyche werden dann solange nach dem Fehlenden suchen, bis es gefunden wird oder er einsieht, dass es nicht mehr notwendig ist. . Das Problem des Steckenbleibens auf einer so frühen Stufen wie der oben beschriebenen ist jedoch nicht nur die fixierte Kleinkindpsyche und ihre Sucht nach passiven, regressiven Versorgungszuständen, sondern die Tatsache, dass jede nachfolgende Entwicklung auf den frühen Stufen aufbaut. Je mehr also das Fundament der Entwicklung fehlt, desto geringer die Chancen, die Herausforderungen späterer Stufen zu bewältigen bzw. überhaupt zu lernen und zu reifen. Stattdessen wird eine solche Person in Konfliktsituationen immer auf bestehende kleinkindliche Strategien zurückgreifen, was dazu führt, dass die Welt zu einer permanenten Überforderung und quasi-Bedrohung wird. Dieser chronische Konflikt zwischen unreifer Person und überfordernder Welt führt zum chronisch frustrierten Bedürfnis nach regressivem Geschützt-Werden, das sich nur noch in Fantasien und Vorstellungen ausleben kann.

Damit haben wir die Verständnisgrundlage für das Phänomen „Links“. Es erscheint heute nahezu unverkleidet auf allen möglichen öffentlichen Bühnen als die neurotisch-verzerrte, aber ideologisch voll legitimierte Sehnsucht nach der nährenden Mama. An dieser Sehnsucht ist nichts falsch, sie ist vollkommen natürlich und lebensnotwendig für einen Säugling und ein Kleinkind, sie sollte nur nicht verwechselt werden mit irgendetwas, das mit Erwachsensein zu tun hat.

Aus diesen primären Prägungen und inneren Strukturen ergeben sich später, im Nachhinein all die verschiedenen Ideologien, Theorien, Utopien und Forderungen, die von ihren eigenen Quellen und Motiven nichts mehr wissen und nichts mehr wissen wollen. Wenn wir unsere frühkindlichen Konflikte nicht anders lösen und unseren Kern von Integrität nicht anders bewahren konnten, als dadurch, alles Unangenehme, Stressende und Schmerzhafte abzuspalten und nach draußen in die Welt zu projizieren, haben wir als Heranwachsende und für den Rest unseres Lebens das Problem, nun das Gefühl zu haben, ständig und überall vom Schlechten und Gefährlichen umgeben zu sein und das einzige Gute nur als winziges, ohnmächtiges und hilfsbedürftiges Potential in uns zu tragen. In welcher Farbschattierung von „Links“ wir dann landen, ist nur noch eine Frage der sonstigen biografischen Einflüsse. Wirklich lösen könnten wir die chronische Unzufriedenheit und Überlastung von der Welt wie sie ist nur dadurch, dass wir beginnen, uns auf uns selbst, unsere eigenen Emotionen und Bedürfnisse zu fokussieren – und genau das will der „Linke“ am wenigsten. Sein Blick ist auf die Bilder seiner eigenen Wunschfantasien und Träume fixiert und er glaubt, „in die Zukunft“ zu sehen. In Wirklichkeit schaut er permanent in die eigene frühe und verdrängte Vergangenheit, die dadurch in seiner Wahrnehmung zu seiner entsprechend ausweglosen Gegenwart wird.

Aus einer frühkindlichen Perspektive gesehen muss die komplexe soziale Welt eine Überforderung sein, umso mehr, wenn es keine oder eine zu wenig schützende, versorgende, beruhigende, einhüllende Kraft gibt, die den Kontakt mit der erwachsenen Realität abfedert, reduziert und vereinfacht. Dass uns genau diese (mütterlichen) Kräfte seit Jahrzehnten, vielleicht seit über hundert Jahren sukzessive immer mehr verloren gehen, ist nicht schwer zu erkennen. „Links“ und seine wachsende hypnotisch-anziehende Kraft auf die Massen – vor allem auf die jungen Generationen – sind nur zwei der offensichtlichsten Symptome aus diesem Mangel. Wir kommen auf die Aufgabe, die uns daraus für die Zukunft erwächst, in einem späteren Teil noch ausführlich zurück.

Zunächst wollen wir aber betrachten, was passiert, wenn diese fürsorgliche Kraft mehr und mehr fehlt. Dann entstehen aus der eintretenden Überforderung Schutzreflexe, die sich mit der Zeit in genau solchen Charakteristika chronifizieren können, wie wir sie im Auftreten von „Links“ wiedererkennen können. Diese werden wir im Folgenden betrachten.

Radikalismus und Extremismus

Wovon auch immer „Links“ spricht und andere überzeugen will: es klingt stets existenziell dringend und alarmierend. Wer ständig an der Kante des Überlebens existiert, der wird von permanentem instinktivem Stress im Stammhirn geleitet. Deshalb tritt „Links“ so schnell radikal, engstirnig, kompromiss- und rücksichtslos auf. Es gilt stets „alles oder nichts“, „jetzt sofort oder nie“, „dies oder der Untergang“, „wer nicht meiner Sache dient, der ist mein Feind“.

Mit dem Stammhirn kann man nicht diskutieren. Und einfühlen kann man sich auch nicht. Es geht immer nur ums Überleben und jede Reaktion hat gleich den Charakter von Überreaktion und Panik. Was gebraucht würde ist Beruhigung, aber diese fehlt „Links“ am allermeisten. „Links“ steht in seinem chronischen Zustand von Bedroht-Sein ohne Ausnahme in Opposition zu Ruhe, Gelassenheit, Vertrauen und Zuversicht. „Links“ ist die Ideologie von Stress.

Hang zum Kollektivismus

Im Kollektivismus werden Identität, Verantwortung und Bestimmung auf ein diffuses „Wir“ übertragen, das eine seltsam doppelschneidige Natur hat: es schließt jeden mit ein und gleichzeitig jeden Einzelnen, der für sich steht, aus. Diese Doppelbödigkeit ist gewollt, denn durch die Ablehnung des Einzelnen wird jeder von der eigenständigen und anstrengenden Begegnung mit der Welt entlastet. Wenn alles allen gehört und auch jede Herausforderung oder Schwierigkeit immer auf ein anonymes „Wir“ verteilt werden, kann jeder sich zurücklehnen und unendlich entlastet fühlen. „Ich mache nichts. Wir müssen es machen.“ „Wir“ ist definiert als „Egal-wer-nur-nicht-ich“, also niemand Spezifisches, also im Grunde niemand. Die Postanschrift für jegliche An- und Aufforderung ist stets „Unbekannt“ und so müssen viele reale Anforderungen unbeantwortet bleiben. Obwohl diese „Entlastung“ reine Augenwischerei ist, wird sie als „Befreiung“ erlebt, weil sie jegliche persönlichen Anforderungen massiv reduziert oder sogar grundsätzlich abprallen lässt. Kollektivismus ist das theoretische Teflon gegen Verantwortungsbewusstsein. Doch diese Idee vom Kollektiv macht Sinn als Ausdruck der Sehnsucht nach einem druckfreien, anspruchsfreien Nichts-tun-Müssen und Nicht-kompetent-sein-Müssen, das der Entwicklungsstufe der ersten Lebensmonate entspricht. Dorthin zurück zu wollen heißt, Geborgenheit und Versorgung ohne eigene Investitionen zu erwarten. Es bedeutet, so angenommen werden zu wollen, wie man ist und an irgendeine Veränderung oder Entwicklung nicht denken zu müssen.

Um sich vor der Überlastung der realen Welt der Über-6-Monate-Alten zu schützen gibt es grundsätzlich zwei Wege: entweder man entwickelt Kompetenzen oder man muss die eigene Inkompetenz und Abhängigkeit als Maßstab für alle und alles setzen. „Links“-ideologisierter Kollektivismus wählt den zweiten Weg und propagiert Inkompetenz und Entwicklungslähmung als Bedingungen für Wohlbefinden.

Da jedoch durch den erwünschten Mangel an Kompetenz die realen Anforderungen und Herausforderungen immer größer und überwältigender werden und keine versorgende Übermutter sich dieser passiven Säuglingswesen annimmt, kann aus dieser Wunschfantasie nie Wirklichkeit werden. Die Leerstelle für den anonymen, mächtigen Verantwortungsträger und General-Entlaster wird dann von Kräften und Menschen besetzt, die sich „Links“ nie wirklich gewünscht hat und die dessen irreale Ideen in ein System der Unterdrückung umwandeln.

Richtungsloser Zorn

Eine häufige Auffälligkeit bei ambitionierten Vertretern von „Links“ ist ihr latenter Zorn und ihre leicht entzündbare Tendenz zu Zornesausbrüchen. Zorn ist keine Emotion, sondern eine prä-emotionale, instinktive Reaktion auf die Gefährdung der eigenen Integrität. Integrität meint Intaktheit und Unverletztheit des Organismus – sowohl körperlich als auch psychisch. Die basale, affektive Schutzreaktion von Zorn besteht vor allem aus einer starken Aktivierung (Erregung) und Bereitschaft zum Kampf gegen eine Bedrohung. Im Gegensatz zu Wut ist Zorn deshalb keine soziale, interaktive Reaktion, die etwas signalisieren soll, sondern eine extreme Mobilisierung von Kampfenergien ohne Richtung, die eine unmittelbare Bekämpfung oder Befreiung ermöglichen soll. Dafür muss sich ein Wesen schon stark in die Ecke gedrängt fühlen.

Unsere Integrität ist immer dann bedroht, wenn wir nicht so sein können, wie wir unserem Wesen oder unserer Natur nach sind. Wenn man einem Baby eine gewisse Zeit lang den Kopf festhält, wird es irgendwann sehr zornig und hoch aktiviert sein, um seinen Kopf mit viel Kraftaufwand zu befreien und wieder bewegen zu können. Sobald das Köpfchen frei ist, hört der Zorn auf. Eine viel tiefergehende Verletzung der Integrität entsteht durch Missachtung oder sogar Demütigung. Ein Kleinkind kann seine Integrität und damit seine Würde nur so weit aufrechterhalten, wie es sich von anderen so gesehen fühlt, wie es sich selbst wahrnimmt. Das ist für ein Kind notwendige Bedingung für gesunde Entwicklung. Nicht gesehen zu werden, erzeugt Zorn, weil das bedeutet, anders sein zu müssen als es ist, um gesehen zu werden. Daher liegt unter jeder Entfremdung immer auch Zorn. Sie sieht manchmal aus wie Wut, ist aber viel unpersönlicher und generalisierter.

Zorn an sich ist nicht zerstörerisch, sondern nur Energie für Aktion. Und zwar für solche Aktionen, die die eigene Würde und Integrität wiederherstellen sollen. Die Integrität kann bedroht oder verletzt werden, wenn eine Grenze überschritten, ein Bedürfnis missachtet oder eine Äußerung unterdrückt wird. Wenn dann mein sichtbarer Zorn schon den anderen zum Zittern bringt, dann nehme ich ihm damit die Macht, meine Integrität weiter zu bedrohen – ich fühle mich stärker und überlegen. Allerdings ist dieses Machtgefühl dann von der Demonstration von Zorn oder Groll abhängig und ebenso werde ich das Gefühl meiner Würde nur in der Gegen-Drohung und Empörung spüren können. Eben dies passiert bei Menschen, die chronisch Missachtung, Demütigung, Unterlegenheit und Fremdbestimmung erfahren und internalisiert haben. Ihr Gefühl von Würde erreichen sie nur im Zustand basal-instinktiver Mobilmachung, weil es sich jenseits dieser rudimentären Stufe nicht entwickeln konnte.

Diese chronische Verteidigungs-Aktivierung ist ohne Ziel und Richtung und kann deshalb auf alles und jeden gelenkt werden, solange sie sich nur irgendwie abreagieren kann. Bevorzugt sind es aber diejenigen, die ein Minderwertigkeits- oder Unterlegenheitsgefühl auslösen. Das kann also jeder sein, der mehr hat, mehr kann, mehr weiß, mehr bekommt oder mehr beachtet wird. Deshalb hat „Links“ historisch gesehen und logisch immer eine große Affinität zu unkontrollierter Gewalt und Chaos, denn darin erleben sich die Ohnmächtigen und Gedemütigten doch einmal als mächtig und ungebremst. Sie kämpfen nicht für etwas, sondern brauchen nur irgendeine Rechtfertigung zum Zuschlagen, Zerstören und Abfackeln. So ein Zerstörungs-Delirium befreit vorübergehend von der Erniedrigung im Angesicht der (sozialen) Realität am Rande der Gesellschaft. „Ich zerstöre, also bin ich.“ ist die Kurzformel der motivierenden Kräfte, die wie wildgewordene Verdauungssäuren alles zerlegen in der Hoffnung, es dadurch überwinden und unterwerfen zu können.

Warum reagiert „Links“ so unmittelbar und unverhältnismäßig auf jegliche Andersartigkeit mit Zorn? Weil Identität und soziale Selbstsicherheit äußerst fragil sind bei Menschen, bei denen diese auf einer durchlöcherten und wackeligen Integrität stehen, was dazu führt, dass sie auf die kleinste Verunsicherung oder Frustration bereits mit Zorn und Angriff reagieren. Sie erleben jede Abweichung sofort als Demütigung und Angriff auf ihr Existenzrecht. Zusätzlich wird die unablässige innere Selbstverunsicherung als Signal interpretiert, dass die Welt bedrohlich ist, also dass sie ständig bekämpft werden muss. Wenn sich aus dieser affektiven Grundkonstitution dann eine persönliche Haltung und Weltanschauung entwickelt, dann entsteht ein weiteres Charakteristikum von „Links“, nämlich:

Hass und Anti-Haltung

Hass ist kein Gefühl, sondern ein Gedankenkonstrukt, dass eher dazu dient, Emotionen und affektive Impulse mental zu kontrollieren und zurückzuhalten. Auf jemanden wütend sein kann man nur einige Stunden, vielleicht auch Tage, aber Gefühle sind sehr volatil und verfliegen ganz schnell. Hass hingegen kann man über Jahre und sogar ein ganzes Leben aufrechterhalten und sogar schüren, weil man dafür erstens Wut und Zorn unterdrücken und gleichzeitig immer wieder erinnern und anstacheln muss. Hassen kann man nur, wenn man sich immer wieder an das erinnert, was einen verletzt hat. Hass verschiebt die Wut des Unterlegenen oder Ohnmächtigen in den Bereich der Fantasie und Vorstellungen. Deshalb ist er mehr mental als emotional.

Wer sich nicht wirklich auseinandersetzen und konfrontieren kann, der kann sich eine starke Identität in der Fantasie zurechtlegen, in der er alle anderen besiegt und vernichtet. Diese Ersatz-Identität, die nicht auf Erfahrung und Begegnung, sondern auf Illusionen und Vermeidung beruht, kann nur aufrechterhalten werden, indem man sich eine grundsätzliche Anti-Haltung zulegt und zumindest mental gegen alles ist. Das ist eine Art mentale Abgrenzungsprothese für denjenigen, der nie gelernt hat, konstruktive Grenzen im Kontakt mit anderen auszuhandeln und aufrecht zu halten. Mit anderen Worten: wer nicht wirklich „Nein“ sagen kann, der kann sich immer noch in eine Lebensphilosophie flüchten, in der er in seinem Kopf zu allem und immer „Nein“ sagt. Das ist die Position des ewigen Widerstands und der Opposition gegen alles Reale. Gut kann immer nur das sein, was (noch) nicht ist: Fantasien von zukünftiger Bedürfnis-Erfüllung, Hoffnungen auf ideelle Zustände und Fiktionen vom „Besseren“ und „Guten“ – also immer nur das Irreale. Nur die Begegnung mit der Realität, vor allem mit der Überlegenheit anderer Menschen und Lebenshaltungen, macht den Wunschfantasien ernste Konkurrenz, weshalb diese umso mehr gehasst und marginalisiert werden müssen.

Illusionismus – Abkopplung von der Realität

Aus einer chronischen Überforderung durch die Wirklichkeit entsteht eine Trennung zwischen angenehmen Ideen und Theorien einerseits und unangenehmen Erfahrungen andererseits. Diese Abspaltung von Realitätswahrnehmung und mentalen Konstrukten ist ein Schutz- und Abwehrmechanismus und einer der offensichtlichsten Eigenschaften von „Links“. Wenn ein Mensch kontinuierlich Überforderung und Missachtung erfährt, dann kann er seine Bedürfnisse, positiven Gefühle und Würde nur noch in den Bereich der Imagination und Zukunftsbilder hinüberretten. So wie ein leidendes Kind sich in eine schmerzfreie Bilderwelt flüchtet, so kann auch ein Erwachsener in einer Prägung stecken bleiben, in der die reale Welt schrecklich ist und nur seine Vorstellungen schön sind. Je stärker die Verdrängung der realen Erfahrung, desto diffuser und vager die Vorstellungen der Rettung. „Links“ tritt stets mit solchen Zukunftsprojektionen auf: „Jetzt geht es euch schlecht, aber in der Zukunft wird es das Paradies für euch sein“. Das Problem von „Links“ ist nur, dass es das Gute immer nur in der Zukunft (Vorstellung) gibt und nie jetzt. Realitätsverbundene Menschen können damit nach einiger Zeit nichts mehr anfangen. Im Club bleiben dann nur diejenigen, die sowieso mit der Wirklichkeit auf Kriegsfuß stehen und gerne im Kollektiv träumen möchten.

„Links“ bleibt konsequent dabei: „Wenn die Theorie nicht zur Realität passt, dann ist die Realität falsch, niemals die Theorie“. Warum? Weil die Theorie der emotionale Schutz vor Minderwertigkeitsgefühlen, Ohnmacht und Frustration ist. Also ein mentales Betäubungsmittel.

Dadurch wird „Links“ durch und durch anti-organisch und anti-natürlich. Es hat kein Verständnis für das gesunde Tempo und den richtigen Rhythmus von Entwicklungsprozessen. Alles muss sofort gemacht werden und da sein. Und das geht eben nur mit Gewalt. Statt Veränderung gibt es Revolution, statt Bewegung gibt es Chaos und statt Wachstum gibt es Überwerfung. Ein Grundzug von „Links“ ist seine Ungeduld, weil es kein Vertrauen in irgendetwas hat, sondern sich nur die künstliche, selbstgemachte Verbesserung und Manipulation anhand der eigenen Ideen vorstellen kann. „Links“ muss stets alles manipulieren und zurechtbiegen – auch sich selbst.

Wir dürfen uns nicht verwirren lassen, dass „Links“ sich auch mit ökologischen und pseudo-naturschützenden Ideologien schmückt und heutzutage ganz „grün“ daherkommt. Das ist bloß Tarnung. Seine Protagonisten haben keinen schützenden oder wertschätzenden Bezug zur Natur – weder in sich selbst noch um sich herum. Wo auch immer sie eingreifen, zerstören sie Natur, weil ihnen ihre Konzepte und Ideen stets wichtiger sind als natürliche Zusammenhänge. Sie bauen Windräder, die Vögel und Bienen in Massen umbringen, legen neue Radwege an, für die massenweise alte Bäume gefällt werden müssen, und richten 30er-Zonen auf Hauptverkehrsstraßen ein, wodurch die Abgasbelastung um ein Vielfaches steigt. Für „Links“ sind „ökologisch“, „Umweltschutz“ und „Naturnähe“ nur ein weiterer Teil von Marketing und Bauernfängerei. Und zwar über den einzigen Hebel, den sie haben: ihre erfundene Moral des besseren Menschen und ihre Appelle an das von ihnen bestimmte Gewissen. Denn diese Konstrukte können sie ohne Realitätsbezug aus Idealvorstellungen und Wünschen zusammenschustern. Es bleibt alles emotionale Manipulation und moralische Erpressung, wie das im Übrigen auch Kinder mit ihren Eltern probieren.

Sprachverwirrung und -verdrehung

In seiner mentalen Welt der Wunsch- und Bedürfnisprojektionen erfindet „Links“ seine eigene Sprache, in der nicht nur Worte von ihrer realen Bedeutung und überhaupt jeder spezifischen Bedeutung abgekoppelt werden, sondern auch Semantik, Grammatik und Sprachstruktur aufgelöst werden. (Man nannte die ersten Versuche dazu z.B. „Rechtschreibreform“ – eine programmatische Degeneration von Schrift-Kultur zugunsten der Inkompetenten und Überforderten). „Links“ abbiegen heißt also, sich von den Gesetzmäßigkeiten der Erfahrungswelt möglichst komplett abzutrennen. Hat man dies einmal erreicht, kann man in der eigenen Fantasiewelt machen was man will und der Welt dann die innere Strukturlosigkeit als „neue Kultur“ verkaufen. Bei „Links‘“ ist das nicht das lustige Pippi-Langstrumpf-Spiel, als das es manchmal dargestellt wird, sondern existenzieller Selbstschutz. Auch die Sprache wird nicht „irgendwie“ verändert, sondern so, dass sie nicht mehr an die überfordernde Realität erinnert, sondern die illusorische Wunschwelt aufrechterhält. Das ist nicht selten genau das Gegenteil von der unbeliebten Wirklichkeit: der sogenannte „Anti-Faschismus“ ist real faschistisch gesinnt, die „Toleranz-Demonstrationen“ sind real Ausdruck von Intoleranz, die in der „Solidarität gegen x“ real nur eine Komplizenschaft ist; „bunt“ ist real der eintönige Farbton von „alles in einen Topf“, die „Freiheit“ darin entpuppt sich als sehr enger Käfig und die „Demokratie“ als Diktatur mit Schaufensterpuppen. Wenn es von „Familien“- oder „Kinderschutz“ spricht, sind real soziale Zerrüttung, staatliche Bevormundung und forcierte Auflösung gemeint. Ebenso ist „Friedenspolitik“ das Etikett für reale Kriegshandlungen. Wenn „Links“ mit Versprechen um die Ecke kommt, können wir sicher sein, dass real das Gegenteil dabei herauskommen wird.

Wer es gewohnt ist, Worte und Konzepte mit einer gewissen Redlichkeit und Kohärenz zu benutzen, der kann gar nicht nachvollziehen, dass Menschen Begriffe und Konzepte derart austauschbar und beliebig nur als Manipulationsmittel und sinnlose Sprechblasen ohne Aufrichtigkeit benutzen können. „Links“ ist es egal, ob es konsistent, verlässlich, ehrlich, integer und anständig ist, solange es nur irgendwie den gewünschten Effekt hat. Natürlich erzeugt das nur Chaos und kann nicht funktionieren, weil „Links“ auf diese Weise jede Kommunikation, jede gemeinsame Ausrichtung und jede Interaktion ad absurdum führt. Denn „Links“ zerstört damit jede Basis von Vertrauen, weil es Vertrauen nicht kennt und nicht aufbauen kann. Es tastet sich nur linkisch und planlos immer weiter vorwärts durch Versuch und Irrtum, Belohnung und Bestrafung. Und es fühlt sich in der Verwirrung, im geistigen Chaos und in der Verwahrlosung recht wohl und zuhause, weil diese Zustände so vertraut sind und am wenigsten überfordern. Das schafft ein paradoxes Gefühl von Sicherheit in realer Unsicherheit.

Verbohrtheit und Lernunfähigkeit

Aus diesem Zustand von Abspaltung und Betäubung entsteht die zuweilen frappierende Unfähigkeit von „Links“ durch Fakten, sprich durch Erfahrung und Beobachtung, zu lernen. Daher die Verbohrtheit und der wahrlich blinde Fundamentalismus, der sich über jegliche Wirklichkeit und Gesetzmäßigkeit hinwegsetzt. Naturgesetze und Logik haben bei Hardcore-Vertretern von „Links“ nicht die geringste Chance, weil die emotionale Überforderung bereits eine vollständige Auslastung erzeugt. Neurobiologisch gesprochen: der Neokortex ist komplett ausgelastet mit der Aufgabe, Unstimmigkeiten und traumatische Emotionen zu unterdrücken und in Schach zu halten, so dass Denken, Erinnern und Lernen unmöglich sind. Wir haben es hier mit dermaßen überforderten Kindern zu tun, dass nur noch basale soziale und affektive Funktionen stabil sind, solange sie nicht in eine Umgebung kommen, in der sich ihr Nervensystem beruhigen und aus dem Schockzustand herauskommen kann.

Pseudo-Solidarität mit den Schwachen

Da stärkere, kompetentere Menschen in denen mit Integritäts-Defiziten Unterlegenheitsgefühle, Zorn und Hass auslösen, müssen sich die Abgehängten zu den anderen Abgehängten begeben. Diese gezwungene „Freundschaft“ verhält sich wie Staubmäuse: sie sammeln sich einfach von selbst in irgendwelchen dunklen Ecken. In der selbstgefälligen Fantasiesprache von „Links“ heißt das dann „Solidarität“. Das ist es nicht wirklich, weil Solidarität auf gemeinsamen Werten und das engagierte Eintreten dafür beruht. Was „Links“ meint ist eine Art Deal: „Gib mir das Gefühl von Zugehörigkeit und Bedeutung, dann bestätige ich dich auch.“ Man verbindet sich nicht mit Gleichgesinnten, sondern mit Auch-Empörten, die ebenfalls keine Richtung, aber umso mehr Grund zum Schreien und Revoltieren haben. Das spendet dem brüchigen und schwachen Identitätsgefühl des Einzelnen Trost und eine Ersatz-Identität in der Gruppe.

Deshalb ist „Links“ notorisch auf der Suche nach Minderheiten und Schwachen. Nicht, weil es diesen wirklich helfen will, sondern weil es sie zur Aufrechterhaltung der identitätsstiftenden Empörung und als Rechtfertigung für seine chronische Aufständigkeit braucht. Wer das Lebensgefühl einer schlechten, chancenlosen Welt schon früh verinnerlicht hat, der kann auch später nur darauf bauen, als das größte Opfer, als die ärmste Minderheit oder als der benachteiligste Geschädigte Aufmerksamkeit (Medien) und Zuwendung (Versorgung durch das System) zu bekommen. Aus der Opfersicht sind alle Menschen mit Kraft und Erfolg Täter und damit schuldig. Das heißt, sie schulden ihnen als den Abgehängten etwas. Den Erfolgreichen und Zufriedenen muss man von „Links“ also ständig eine Art soziale Kontoüberziehung einreden, nicht nur damit ihr Gewissen sie zur Abgabe zwingt, sondern vor allem, damit sich die Abgehängten zumindest moralisch überlegen fühlen können: „Wir können nichts, aber wir sind das Gewissen der Gesellschaft und der Erfolgreichen!“

Machtbesessenheit und Kontrolle

Die Angst vor den Kompetenteren und Stärkeren führt dazu, dass „Links“ stets fasziniert ist von Systemen der Kontrolle, Überwachung und vollständigen Bestimmung der Menschen. Diese Kontrolle soll immer so installiert werden, dass Entwicklung, Leistung, Selbstbestimmung und geistige Freiheit gehemmt werden. Man kann die Systemkonstruktionen von „Links“ als technokratische Großprojektionen von Mutter-Kind-Abhängigkeitsbeziehungen verstehen, wobei jedoch ihre abstrakten und entmenschlichten Macht-Maschinerien in der Praxis immer ganz schnell zu Perversionen mütterlicher Überkontrolle und Kastrationen von Lebendigkeit führen. Warum ist das so? Weil „Links“-Orientierte in ihren eigenen Systemen immer nur die Versorgten und Empfänger sein wollen, nicht aber die Verantwortungsträger. Dadurch kreieren sie immer ein Macht-Vakuum, das zwar in ihrer Fantasie stets von einer nicht näher definierten, alles-versorgenden Beschützerkraft ausgefüllt wird, in der Wirklichkeit jedoch nur von machtbesessenen Betrügern ausgenutzt wird, denn nur sie versprechen das Unmögliche, das „Links“ hören und glauben möchte.

Das führt dazu, dass „Links“ die eigenen Ohnmachtserfahrungen, die es mit aller Gewalt unterdrücken und „abschaffen“ will, letztlich immer wieder aufs Neue reinszeniert und sich nicht nur selbst, sondern am liebsten gleich die ganze Menschheit den perversesten Machthabern als Opfer ausliefert. „Links“ wird so – konsequent ausgeführt – immer ein Programm des Widerstands gegen jede Herausforderung, also gegen das Leben selbst – bis zur Selbstvernichtung.

Variationen davon innerhalb von „Links“ findet man nur in den ideologischen Rechtfertigungen und theoretischen Konstrukten, mit denen der jeweilige Bedarf an Selbstbetrug und Unterdrückung gerechtfertigt wird. Das Motiv bleibt stets das gleiche.

Anti-Spiritualität und Geist-Feindlichkeit

Durch die Fixierung auf eine frühe, existenzielle Entwicklungsstufe und in der Frustration ihrer Grundbedürfnisse bleibt „Links“ immerfort mit dem Konkreten, Materiellen, mit den greifbarsten Umständen beschäftigt. Die Anpassung der alltäglichsten Umstände an die eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse wird zu einer monomanischen Besessenheit. Zu Geist und Spiritualität gibt es in diesem puren Materialismus keinen Zugang und keinen Bezug, außer dass sie als Unbekannte, Unberechenbare und damit Störende bekämpft und abgeschafft werden müssen. Religion ist für Links höchstens „Opium fürs Volk“: ein kontrollierbares Betäubungsmittel im Dienste der Massenmanipulation.

Alles Transpersonale, das den Mittelpunkt jeder Spiritualität und Metaphysik bildet, wird von „Links“ ersetzt durch Un-Persönliches, nämlich das Kollektiv. Persönliches und Individuelles wird nicht erhöht, sondern bekämpft, denn auf dieser prä-personalen, körperverhafteten Stufe gibt es noch nicht einmal persönliches Bewusstsein. So wie „über-sich-Hinauswachsen“ missverstanden wird als „sich- Auflösen“ in der Masse, wird Bewusstseinserweiterung missverstanden als Bewusstseinsauflösung im Kollektiv-Delirium und in der Verschmelzung mit dem Anonymen, Namenlosen, Gesichtslosen. Auf der Suche nach dem Ursprünglichen, Guten kennt „Links“ nichts anderes als die Rückkehr zu formlosem, sinnlosem Material, d.h. ins Chaos. Seine Bestrebungen gehen immer nur nach unten, in Richtung Zerfall, Zerrüttung und Geistlosigkeit und das Ergebnis seiner Bemühungen ist deshalb immer Bedeutungslosigkeit, Belanglosigkeit und Verwirrung.

Asexualität und Geschlechtsverwirrung

Ein extremes Beispiel für das gewaltsame Festhalten an einer kleinkindlichen Entwicklungsstufe ist der derzeitige Kampf gegen die Realität der biologischen Geschlechtlichkeit. Geschlechterpolarität und Geschlechtsidentität sind Herausforderungen, die jeden überfordern, dem schon grundlegende Fähigkeiten der Identitätsbildung, Selbstsicherheit und Lebensbewältigung fehlen. Auch hier liegt die Generallösung von „Links“ wieder darin, die Welt an die eigenen Defizite anzupassen und damit jede Entwicklungsherausforderung aufzulösen. Dementsprechend muss die Welt also vom Druck der sexuellen Identität und Positionierung befreit werden. Und noch einen Schritt weiter: auch die eigene Abkopplung von der körperlichen Wirklichkeit (meist als Traumareaktion) und die daraus entstehende Desorientierung und Überforderung müssen der Welt als „Programm“ aufoktroyiert werden: alles, was an die faktische, körperlich-biologische Wirklichkeit erinnert, muss verwischt und aufgelöst werden, weil Wirklichkeit an sich schon als zu bedingt und zu einengend erlebt wird. Einmal abgekoppelt kann man dann mit Worten und Konzepten frei jonglieren. „Geschlecht“ ist nichts weiter als ein mentales Konstrukt, das für den körper-befreiten (sprich: dissoziierten) Menschen frei wählbar und austauschbar ist. Wer „Geschlecht“ nicht wahrnehmen kann oder nicht wahrhaben darf, der kann es sich nur ausdenken. Der Nachteil ist, dass eine solche Identität nur auf austauschbaren Vorstellungen beruht und es keine Sicherheit geben kann außer die der sozialen Bestätigung. Dann brauche ich ständig eine Bestätigung von außen für mein selbst erfundenes „Geschlecht“ oder meine Identität der Geschlechts-Ablehnung. Etwas eigenes habe ich jedoch nie.

Der natürliche, rudimentär-instinktive Impuls zur Sexualität bleibt im Körper dennoch vorhanden, nur dass er dann psychisch nicht integriert werden kann und deshalb in abgespaltener, neurotisch-pervertierter Form zutage tritt. Auf den dafür extra geschaffenen, sozial isolierten Plattformen und Marktplätzen kann man die daraus entstehenden, emotional verwirrten und empathielosen Impulse dann ausleben wie man will. Es ist für einen gesunden Menschen unvorstellbar, zu was solche Menschen fähig sind, wenn sie ihr Trauma und ihre Hemmungslosigkeit mit politischer oder sozialer Macht über andere verbinden und ausleben. Was sie auf bunten Straßenparaden als „neue Kultur“ verkaufen und was sie in Lehrbüchern für Kinder verbreiten ist noch verhältnismäßig harmlos im Vergleich zu den systematischen Machenschaften, die unter „Verbrechen an der Menschheit“ einzuordnen sind. Die extremsten Exzesse der psychischen Perversion sexueller Energie und ihrer Verknüpfung mit Gewalt und Traumatisierung sind denjenigen bestens bekannt, die einmal hinter die Abschirmungen des „Satanismus“ geblickt haben. Der wiederum hat sich über Hollywood und die Musikindustrie bereits unterschwellig einen Weg in die Gemüter von Kindern und Jugendlichen gebahnt. Sodom und Gomorrha sind Stätten der vollkommenen Verwirrung. „Gottlosigkeit“ ist in letzter Instanz der Verlust der Verbindung zur Wirklichkeit unserer Natur, unseres Körpers und unseres Wesens. Und wo kein richtender Engel mit dem Feuer erscheint, da kommt doch immer noch die Natur mit ihren Gesetzen und beendet die Fortpflanzungsfähigkeit durch die psychische, soziale und schließlich physische Degeneration.

Kinder an die Macht?

Es ist leicht zu erkennen, dass „Links“, wenn es sich formend und bestimmend manifestiert, zur schnellen Degeneration von Kultur und Gesellschaft auf allen Ebenen führt. Weder Kleinkinder, noch Kinder, noch Jugendliche sind dafür reif, gesellschaftsbestimmende Entscheidungen zu treffen oder Vorgaben zu machen. Es ist ihnen psycho-sozial nicht möglich – egal, ob sie selbst das einsehen oder nicht (Einsicht ist bereits ein Zeichen von Reife). Die Destruktivität und „Bösartigkeit“ der Entwicklungsstufe „Links“ entstehen nicht bloß aus dem erheblichen Mangel an Reife und Entwicklung – und damit an Verantwortungsbewusstsein und -fähigkeit – sondern nur, wenn diese kombiniert werden mit (politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, moralischer) Macht. Ohne Macht sind sie ebenso harmlos, wie sie bedürftig, orientierungslos und abhängig sind. Wir müssen also bewusst darin werden, wem oder was wir Macht geben und zugestehen. Darauf kommen wir später als wichtige Lernaufgabe für uns zurück.

Zunächst soll dieser Punkt nochmals betont werden: so „krank“ und asozial die oben aufgezählten Charakteristika in der Welt der Erwachsenen auch wirken und so zerstörerisch und widernatürlich sie in der Gestaltung alles Sozialen und Politischen auch sind – sie sind keine Vergiftungen aus menschenfremden Sphären oder irgendwelche „böse Entitäten“, die wie Viren in uns eindringen; sondern es sind die Auswirkungen und Symptome von psychischer Entwicklungsstagnation, die deshalb so grotesk wirken, weil sie prä-personal und prä-sozial sind, sich aber im Personalen und Sozialen äußern. Das Kranke entsteht durch die Abweichung, die zu einer immer größeren Dysbalance mit sich selbst und der Umwelt führt.

Dies mag vorerst nur nach einer theoretischen Nuancierung klingen, aber es hat enorme Auswirkungen auf die Frage, was wir daraus lernen und vor allem, wie wir mit dem Phänomen „Links“ umgehen können. Dazu werde ich im letzten Teil dieser Reihe kommen.

Fassen wir in Bezug auf die „Linken“ nochmal zusammen. Der Kern ihres Grundmotives ist gleichzeitig ihr größter blinder Fleck: der Mangel in Bezug auf nährendes, mütterliches Geborgensein. Dieser Mangel an Mütterlichkeit zieht sich motivisch als roter Faden durch alles, was als „Links“ daherkommt. Es ist ein typischer, in verschiedenen Variationen wiedererkennbarer Versuch, mit diesem Mangel fertig zu werden, indem er zusammen mit den daraus entstandenen Emotionen und dem Kampf ums Überleben als psychisches Gesamtpaket in die (soziale und politische) Welt hineinprojiziert wird.

Die Projektion nach außen dient einer der Hauptmotive von „Links“: Eigenverantwortung abgeben. Man kann alle Ansätze von „Links“ – die theoretischen, die sozialen, die pädagogischen, die ideologischen, die organisatorischen – als spezifischen Versuch beschreiben, dem Einzelnen Verantwortung zu nehmen. Wenn ich keine Verantwortung für meinen Lebensstandard übernehmen will, dann fordere ich eine Gesellschaft, in der alle den gleichen Lebensstandard bekommen. Wenn ich keine Verantwortung für Erfolg und Misserfolg übernehmen will, dann fordere ich ein System ohne Maßstäbe. Ohne Verantwortung für meine Emotionen werde ich ein System verlangen, dass nichts Unangenehmes in mir auslöst (ansonsten ist es falsch). Keine Verantwortung für Kinder, Mitarbeiter oder Schutzbefohlene übernehmen wollen heißt dann, dass ich jede meiner Handlungen durch etwas Unpersönliches, von mir Losgelöstes rechtfertigen möchte. Es bedeutet, dass ich mir eine Lebensphilosophie zurecht schneidern muss, in der immer „das System“, „das Kollektiv“ oder einfach „die anderen“ („Links“ sagt: „wir alle“) sich kümmern und alles richten sollen, während ich meinen Impulsen, meiner Bequemlichkeit und meinen unmittelbaren Bedürfnissen folgen kann. Dafür wehre ich mich dagegen, verantwortlich gemacht zu werden, also muss ich mich gegen jede Art von Hierarchie, ja gegen jede Art von Organisation, Verlässlichkeit und Pflichtgefühl wehren. All das muss weg. „Es soll alles anders werden, aber ich will so bleiben wie ich bin! Die Welt soll so sein, dass ich’s bequem habe und nicht gefordert werde.“ So spricht „Links“ und setzt damit den eigenen Überforderungszustand als Maßstab für die Welt.

Die Folge davon ist, dass keine Anstrengungen mehr unternommen werden, dass es keinen konstanten Einsatz mehr für Erhalt und Verbesserung gibt, dass nichts mehr organisiert und geleitet wird (niemand möchte geleitet werden, alle wollen ihren Impulsen folgen) und dass sich also „Links“ nicht mehr verlässlich kümmert. Das Ergebnis sind die…

Hauptsymptome von „Links“: Verwahrlosung und chronische Negativität

Wie auch immer „Links“ sich kundtut, es wirkt stets verwahrlost. Intellektuell verwahrlost in unsauberen, emotional aufgeputschten Pseudo-Argumenten. Emotional verwahrlost im Mangel an Geduld und Empathie für andere und einer Neigung zu affektiver Überspanntheit und aggressiven Ausfällen. Motivational verwahrlost in der „Null-Bock“-Haltung und dem willenlosen Nachplappern von Kollektiv-Forderungen nach mehr Bequemlichkeit und Entlastung. Kulturell und sozial verwahrlost im Mangel an Sinn für Ästhetik und Ordnung und im entsprechend chaotischen Leben in gesellschaftlichen Randbereichen (man schaue sich die Protagonisten und ihre „Lagerstätten“ der sogenannten „links-autonomen“ Szene und ähnlichem an, deren Zustand Bände spricht über Achtlosigkeit, Vernachlässigung und Lieblosigkeit). Persönlich verwahrlost im Mangel an Selbstreflexion, Kritikfähigkeit und Selbstkontrolle (Disziplin) – eigentlich eine Verwahrlosung des Selbstwertgefühls.

Das zweite Hauptmerkmal von „Links“ ist eine konstante Negativität. Vertreter von „Links“ können sehr unterschiedliche Standpunkte vertreten, aber sie wirken immer frustriert, empört und gegen etwas. Sie sind nur für etwas, wenn es eine Anti-Bewegung darstellt: Opposition, Revolution, Demonstration, Tumult, Straßenschlachten und Widerstand – sei es körperlich, emotional oder intellektuell. Ihr emotionales Erlebensspektrum scheint tatsächlich beschränkt zu sein auf Aversionen. Vergeblich wartet man bei „Links“ auf eine kleinste Äußerung von z.B. Freude, Heiterkeit, Leichtigkeit, Dankbarkeit, Verspieltheit, Humor oder Anziehung. Niemals aber wird man Stolz bei ihnen erleben. Ganz im Gegenteil haben wir es meistens mit physisch oder metaphorisch irgendwie weggeduckten, vermummt-versteckten, „No-future“-Gestalten zu tun, die sich nur mit zwei Dingen beschäftigen: was ihnen fehlt und wie sie Rache üben können.

Vielleicht lässt sich „Links“ psychologisch am einfachsten und treffendsten definieren als die Lebenseinstellung und Weltanschauung chronischer Negativität.

So offenbart es sich jedenfalls unter dem bunten Mantel großartiger Theorien und Revolutionsideen in seiner Wesensart stets hungrig-suchend statt satt und großzügig, mehr verzweifelt als willensstark, frustriert statt optimistisch, mehr als Opfer denn als Täter, mehr abgehängt als vorausgehend, mehr abstrakt-abgehoben als konkret-zupackend, mehr monologisch-ausschweifend als dialogisch-lösungsorientiert, mehr jammernd-klagend als kraftvoll-optimistisch, mehr schwarz-weiß als differenziert und eher gewaltbereit als friedensstiftend.

Ich bin mit alledem so wortreich und ausführlich, damit unsere Wahrnehmung sich für diese Grundstimmung und emotionale Einfärbung öffnet. Denn diese gilt es zu erkennen und zu adressieren. Alles andere ist nur Oberflächenfärbung und bedarf keiner Auseinandersetzung, wenn wir weiterkommen wollen. Mir geht es darum, den Tonfall und Duktus zu identifizieren, damit wir uns nicht mehr von noch so ausgefeilten Theoriekonstrukten ablenken lassen. Motiv und Motivation sind entscheidend und diese müssen erkannt werden – ganz besonders dort, wo sie aufwendig verschleiert und verklärt werden.

Wenn wir einmal fähig sind, das Grundmotiv jeder Ausdrucksform von „Links“ heraushören zu können – und darum geht es in diesem Artikel – dann wird es uns immer leichter fallen, all die unausgesprochenen Fantasie-Annahmen und die unreflektierten, axiomatischen „Wenn-danns“ zu erkennen, mit denen es seine utopischen, zuckersüßen Luftschlösser baut. Die eigentliche Überschrift „linker“ Versprechen lautet stets: „Ich habe einen Traum. (Mehr habe ich nicht.)“ Die Umsetzungsversuche dieser Träume beruhen alle auf der tragischen und allzu menschlichen Verwechslung von Wunsch und Wirklichkeit verbunden mit Ungeduld, Überspanntheit und Ignoranz der realen Umstände und Gesetzmäßigkeiten. Der medizinische Begriff für diesen Zustand ist chronischer Stress mit dissoziativer Störung. Deshalb führt „Links“, je mehr es die Führung übernimmt, umso schneller ins Desaster.

Jedes „linke“ System, das jemals ausprobiert wurde, hat ein riesiges Loch in seiner Mitte, das tatsächlich primär ein psychisches Loch ist. Ein Mangel an Real-Sein und Substanz. Wenn dieses Loch nicht glücklicherweise von konstruktiven, werterhaltenden (nicht-linken) Bemühungen und Fähigkeiten gefüllt wird, wird es sofort automatisch und blind von noch pathologischeren Kräften korrumpiert und ausgenutzt, die weder mütterlich noch konstruktiv sind. Denn in der realen Welt sind die „linken“ Ansätze ohne eigene Kraft, ohne autonome Willensstärke und ohne Immunsystem. Deshalb werden sie so schnell korrumpiert von Kräften, meist von psychopathischen Mono- und Megalomanen, die sich die Schwäche und die Sehnsucht von „Links“ nach Macht und Selbstbestätigung zu Nutze machen (Siehe dazu auch Teil 1 dieser Reihe).

Was dann „Links“ so durchsetzungsstark gemacht hat sind nicht seine hervorragenden Konzepte und Utopien, sondern Gier, Machtversessenheit, Angst und Hass – sprich: Rücksichtslosigkeit und Radikalismus. Im Denken, im Fühlen und im Handeln. Die Psychopathen verwandeln die luftigen und löcherigen Systeme und Fabrikate von „Links“ in kürzester Zeit in jene menschenfeindlichen, geistlosen Monster, wie wir sie seit Anfang des letzten Jahrhunderts weltweit erleiden und mit ansehen müssen. Bis heute.

Ohne diesen Einfluss primitiver destruktiver Kräfte außerhalb von „Links“ scheitern die „Linken“ ansonsten schon viel früher schlichtweg an ihrer Irrealität und ihrem Mangel an Befähigung. Je mehr sie in der mentalen Welt ideologisierter Wunschfantasien leben, desto mehr verachten sie das, was sie am meisten bräuchten: Kompetenz und die Auseinandersetzung mit der Realität. Solche Anstrengungen meiden sie geflissentlich zu Gunsten ihrer maßstabslosen und bequemen Selbstgefälligkeit.

„Links“ ist unbrauchbar

Aus all dem folgt, dass „Links“ für sich genommen politisch und gesellschaftlich unbrauchbar weil substanzlos ist. Es ist ein psychologischer, genauer gesagt ein entwicklungs-psychologischer Rückstand und muss als solcher verstanden werden. Sozial taucht es in allen möglichen Variationen und „Farben“ auf: wir hatten es schon in rot, in braun, neuerdings in grün und immer gern in schwarz – farblos. Da es kein eigenes Gesicht hat, zeigt es sich in wechselnden Masken, doch der Tonfall darunter bleibt der gleiche. Politisch und historisch lässt sich seine Bedeutung in einem Satz zusammenfassen: „Links“ ist die beste psychologische Massenvernichtungswaffe von Psychopathen gegen gesunde Völker und die Menschheit. Und wir müssen sie durchschauen, um gegen sie gefeit zu sein.

„Links“ wird nur dann wirksam – und dann auch gleich bedrohlich für Gesellschaft und friedliches Zusammenleben – wenn es als naive Zorn-Masse und als desorientiertes Empörungs-Kollektiv von steuernden Soziopathen und Psychopathen gegen Ordnung, Kultur und menschliche Entwicklung eingesetzt wird. „Links“ ist das ausreichend unreife und ohnmächtige, psychisch-soziale Material, das am leichtesten und effektivsten missbraucht werden kann. Daraus entstehen, wie schon erwähnt, die totalitären, faschistischen und repressiven Regimes, wie wir sie bis heute noch haben und die „Links“ im Nachhinein immer „gar nicht wollte“. Seltsamerweise läuft in der Realisierung „linker“ Fantasien immer etwas ganz und gar schief.

Die Träumer von „Links“ bemerken den Betrug und Verrat – wenn überhaupt – erst, wenn es viel zu spät ist. Sie haben und hatten auch keine Chance, etwas dagegen zu tun, weil sie den Kräften, die sich ihrer bedienen nichts entgegenzusetzen haben. Sie haben dafür wie oben beschrieben kein Immunsystem, zu wenig Realitätskompetenz, keine eigene Werte-Zentrierung und keine kohäsive Zielorientierung. Und was tun sie? Sie reagieren mit neuen Luftschlössern und herbei-phantasierten Versprechen. Sie können nicht anders als die emotional aufgeladenen Theoriebastler und Wort-Illusionisten, die sie sind und stets in Opposition zur Wirklichkeit stehen.

Besonders aber im ängstlichen Hass gegen „Rechts“.

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