Gedanken über Würde und existenzielle Notwendigkeit des eigenständigen Denkens


Version vom 17.9.21

Es zeichnet einen gesunden Menschen aus, dass er verstehen will.

Verstehen ist ein geistiges Grundbedürfnis des Menschen, d.h. es ist ein Aspekt seiner Wesensnatur. Ohne das Streben nach Verstehen fehlt ein elementarer Aspekt des menschlichen Lebens, nämlich das Geistige, das, was einen Menschen von einem „menschlichen Wesen“ und jeder anderen Vorstufe mit menschlichem Potenzial unterscheidet.

An diesem einfachen Maßstab gemessen sind die meisten Menschen um uns herum – und vermutlich auf der Erde insgesamt – aktuell krank, im Koma oder geistig tot. Die Zeichen der Zeit werden immer deutlicher, dass sich das Verhältnis Wache zu Schlafenden diesbezüglich bald sehr stark ändern wird. Die Denk- und Verstehens-Verweigerer oder ‑Unfähigen haben bereits begonnen, einem radikalen und neuartigen sozialen Selektionsprozess zum Opfer fallen, der sogar existenziell physisch nur zu überleben ist, wenn man sich engagiert zu verstehen, aufzustehenund für sich einzustehen.

Der Selektionsmechanismus für das Überleben der nächsten Jahre lautet: selbstbestimmt oder fremdbestimmt? Diejenigen, die nach 17 Monaten Dauerdarstellung absurdester Angstfantasien, Diktatur-Mechanismen und Unmenschlichkeit immer noch dem vollkommen irrationalen und in sich widersprüchlichen Narrativ einer „Pandemie“ mit einem biologischen „Killer-Virus“ glauben, leben unter einer so umfassenden Fremdsteuerung, dass sie sich unter dem irrsinnigen Titel einer „Impfung“ ebenso ängstlich und gehorsam einen Stoff injizieren lassen, der nach allen aktuell zur Verfügung stehenden Informationen totsicher ist, nämlich sicher tödlich. (Die sehr wahrscheinlichen Einschränkungen, dass ca. 30% der verwendeten Injektionen Kochsalz-Placebos und damit wirkungslos sind, ändern nichts an dem Prinzip, um das hier geht.)

Nicht weil sie gegen ihren Willen gezwungen werden, sondern weil sie keinen eigenen Willen haben. Nicht bloß, weil jemand sie umbringen will, sondern weil sie nicht genug geistige Integrität besitzen, um sich gegen die Massenpsychose der lemmingartigen Selbstvernichtung zu schützen.

Ist das Selbstmord? Nein, es ist keine absichtsgeladene Handlung mit einer eigenen Richtung zum Tod. Es ist keine Handlung und hat auch keine eigenbestimmte Richtung, es ist bloß ein Verhalten, eine Reaktion auf Reize und Außensteuerung. Es ist die letzte und vernichtende Unterlassung in einer langen Kette von Unterlassungen und Vernachlässigungen über viele Generationen hinweg. Und dieses Fehlen, dieses Vakuum, dieser Mangel an Richtung, Denken und Selbstbestimmung, ist nicht nur die Ursache für den Mechanismus, sondern auch Ursache für jenes dunkle namenlose Grauen, das uns nur erfassen kann, wenn wir wissen, was Geist für den Menschen und seine Würde bedeutet und in welche Abgründe wir schauen müssen, wenn davon nichts weiter übrig bleibt als menschenähnliche Wesen ohne das Licht des Denkens.

Es geht in dem Selektionsprozess nicht um Entscheidungen, sondern um Entscheidungsfähigkeit. Es ist ein komplexer psycho-sozialer Mechanismus, der all jene aussortiert, denen die Kraft zur Reflexion, Abwägung, Wahlfreiheit und vor allem die mentale Konzeption von Werten fehlen. Wem diese rationalen Fähigkeiten fehlen oder bei wem sie keinen Einfluss auf das Verhalten haben, führt der emotional und sozial gesteuerte Prozess in eine Sackgasse, aus der es kein Zurück mehr gibt. Systemisch betrachtet ist es ein raffinierter Selbstreinigungsmechanismus, der jenseits von Moral- und Schuldfragen liegt, weil er allein auf der Basis der gegebenen Bewusstseinszustände funktioniert und ein grundethisches Ziel verfolgt, das es bloß zu verstehen, aber nicht nach persönlichem Wohlbefinden zu beurteilen gilt: die Wiederherstellung einer lebens- und entfaltungsfähigen menschlichen Kultur und damit das Überleben der Menschheit.

Eine ethisch noch grundlegendere Begründung ist nicht denkbar. Die Menschheit muss sich – ethisch gesehen – von selbstzerstörenden und parasitär entwicklungshemmenden Aspekten befreien, wenn sie ansonsten geistig ersticken, also sterben würde. Welches andere ethische Argument könnte man dagegen setzen? Was hat höheren Wert als der Fortbestand der Menschheit und des menschlichen Bewusstseins (Geistes)?

Dies ist keine „natürliche Selektion“, sondern eine menschengemachte. Nur durch den Menschen und sein Handeln kann der (menschliche) Geist wirken, daher haben wir es hier vor allem mit einer geistigen Selektion zu tun – einer Art Prüfung, bei der man nur dann in die nächste Klasse versetzt wird, wenn man die Bedingungen für sie erfüllt.

Die Prüfungslogik dieses Auswahlverfahrens ist denkbar simpel: Man empfiehlt allen, sich von der Klippe zu stürzen, weil es „sozial“ sei und von einflussreichen Autoritäten gefordert wird – man solle dies und denen einfach glauben. Die, die es nicht tun, haben bestanden. Die anderen… sind nach der Prüfung nicht mehr Teil der Geschichte. Und die „nächste Klasse“, die Zukunft nach dieser Reifeprüfung, ist dann der Anfang einer neuen Epoche und Keim einer neuen Menschheits-Zivilisation, deren Start-Niveau und Basis als Konsequenz dieser Prüfung der gesunde Menschenverstand und rationale Denkfähigkeiten sind. Prä-rationale und Irrationale werden „sitzen bleiben“.

Die sogenannte „Impfung“ ist in Wirklichkeit eine Biowaffe mit eingebautem Russisch-Roulette, die den Menschen an den Kopf gehalten wird mit nur einer Frage: „Ist Dir Dein Leben Dein höchster Wert?“ oder, etwas anders formuliert: „Das System oder Du?“.

Wenn die Antwort ein eindeutiges und überzeugtes „Ja, ich!“ ist, dann verschwindet die Waffe wieder. In allen anderen Fällen beginnt das Russische Roulette und wiederholt sich in immer neuen Runden bis der Betroffene tot umfällt oder sich für sein Leben einsetzt.

Es ist kein Wissens- oder Reaktions-Test, sondern ein Haltungs-Test, eine Prüfung unserer eigenen Lebensphilosophie. Wer keine hat, oder wer seinem Leben gedanklich keinen Wert zumisst, fällt durch und stirbt. Denn es ist Krieg und diesen Krieg kann man nur überleben, wenn man überleben will. Unser Körper will instinktiv überleben, aber was ist mit den Menschen, die das gar nicht mehr wahrnehmen? Will auch ihr Geist, will ihre Psyche leben? Haben sie ein Selbstbewusstsein für ihren Körper, für ihr Leben und seinen Wert? Die Antwort mag erschreckend sein, weil wir darauf nie vorbereitet wurden: ein großer Teil der unter uns Lebenden hat diesen Willen und diese Wertschätzung nicht. Ihr Geist, ihre Psyche liegt im Tiefschlaf, im Koma und ist kaum noch an das Hiesiege, Körperliche angebunden.

Mit welcher kohärenten Moralphilosophie wollen wir begründen, dass auch diejenigen gerettet werden müssen, die ihrem Leben keinen Wert beimessen, wenn wir nicht bloß aus Sentimentalität oder projizierten Ängsten heraus entscheiden wollen? Wie wollen wir begründen, dass all diese Körper gerettet werden müssten, wenn in ihnen keine Psyche, kein Geist aktiv ist? Ein Wert dieser noch so gerade eben Lebenden mag im Fiktiven und Potenziellen vorstellbar sein. Welchen Wert aber haben wir einem Leben beizumessen, dessen Eigentümer ihm keinen Wert gibt bzw. dessen Eigentümer abwesend ist und sich selbst in der größten Katastrophendrohung nicht einsetzt und für das Leben entscheidet?

Die praktische, rationale Frage darüber hinaus für uns Überlebende ist: was passiert mit unserer Zivilisation und der Menschheit, wenn sie sich zu über die Hälfte aus Menschen zusammensetzt, die der grundlegendsten Basis und Voraussetzung von allem – ihrem individuellen, einmaligen Leben – keinen nennenswerten Wert beimessen? Daraus lässt sich keine gesunde, vitale Zivilisation aufbauen – aus solchen Körpern ohne bestimmenden und steuernden Geist, ohne Lebenswillen und Wertschätzung. So eine wertelose und richtungslose Masse an Menschen ist geistig bankrott und am Ende.

Was wäre unsere Entscheidung, wenn wir über den Fortgang der Menschheit entscheiden müssten?

Die Entscheidung selbst wurde bereits getroffen. Wir müssen jetzt noch die philosophisch-ethische Dimension dieser ursprünglichen Frage verstehen, um dann vielleicht verstehen zu können, warum die getroffenen Entscheidungen richtig und gut sind.

Verstehen wollen

Dieser Blog und alle Artikel dieses Blogs richten sich ausschließlich an Menschen, die (mehr und besser) verstehen wollen. Mir ist bewusst, dass das anteilig nur wenige sind. Quantität spielt jedoch keine Rolle.

Eines der für gesunde Menschen am schwierigsten zu verstehenden Merkmale unserer aktuellen Zeit ist, dass die meisten ihrer Mitmenschen gar keine Bestrebungen zeigen zu verstehen, zu hinterfragen oder auch nur aufzumerken – nicht einmal im Angesicht der gröbsten Widersprüche und Ungereimtheiten, der offensichtlichsten Lügen und Verbrechen und der himmelschreiendsten Ungerechtigkeiten und Machtmissbräuche. Ganz im Gegenteil scheinen sie sogar ihre gesamte Lebenskraft dafür aufzuwenden, sich von jeder Art der Wirklichkeitserkennung und Reflexion abzuschotten und sich dagegen zu wehren als ginge es um ihr Leben. Sie verteidigen aber nicht ihr Leben, das sie im aktuellen kollektiven Wahn mit hysterischer Begeisterung für einen Zwei-Wochen-Urlaub oder ein Restaurantbesuch bereit sind wegzuwerfen. Sie verteidigen nur das, was sie fälschlicherweise für ihr Leben halten: ihre Weltbilder und Gewohnheiten. Etwas anderes kennen sie nicht.

Aus geistiger Sicht sind diese Menschen wie tot. Manche sagen, sie würden bloß „tief schlafen“, aber ihre Resistenz gegen selbst brutalste Aufweck-Impulse von außen lässt höchstens noch ein Koma vermuten. Das Potenzial, in eine rudimentäre Selbstbestimmung hinein „geweckt“ zu werden mag es bei einigen wenigen noch geben. Es spricht jedoch nach 17 Monaten intensiver Weltbild-Erschütterungen viel mehr dafür, dass es ein Aufwachen im Sinne des Reflektierens für die meisten nie geben wird. Vermutlich haben sich die meisten durch ihre Fraglosigkeit und durch ihre komplette geistige Selbstaufgabe und Fremdsteuerung dazu führen lassen, sich in ihrem Gehorsamkeitstaumel ein tödliches Gift injizieren zu lassen, von dem sie keine uns bekannte Medizin mehr wird befreien können (das Gerücht, dass die neue Frequenz-Medizin zur Wiederherstellung der gesunden genetischen Grundinformation, ist dabei bereits berücksichtigt). Es stellt sich hier aber nicht nur die technische Frage nach dem Können, sondern primär die moralische Frage nach dem Wollen und Sollen. Vernunftbasierte Medizin und Therapie beschäftigen sich stets mit dem Lebenden, das leben will, und mit den Lebenden, die leben wollen, nicht mit den Toten oder jenen, die sich dem Tödlichen gleichgültig aussetzen.

Die geistig und intellektuell Totgeweihten mögen noch eine Zielgruppe sein für emotionale Hospizarbeit und betreutes Siechen. Die Gesunden und Lebenden werden allerdings lernen müssen, sich vor allem den Werten des Lebens und damit den Lebenden zuzuwenden und sie von den Toten und Lebensmüden zu unterscheiden, auch wenn dies eine Menge Abschied bedeutet – vor allem anderen Abschied von enttäuschten Weltbildern und anderen Illusionen.

Sub-mentales Bewusstsein

Viele Kulturen und Subkulturen auch im 21. Jahrhundert beruhen noch auf nicht-mentalen, sozial-affektiven Strukturen und Machtmechanismen. In der europäischen Kultur des 16. bis 19. Jahrhunderts war das anders, sie beruhte hochgradig auf der Motivation zu denken und zu verstehen.

In unserer heutigen Kultur wirkt jedoch ein Denk- und Verstehens-Tabu. Dieses war nicht schwer zu etablieren. Man musste nur über zwei bis drei Generationen hinweg dafür sorgen, dass bereits Kinder ihren Impuls zum eigenständigen Denken und Verstehen mit Abweisung, Missachtung und Ausschluss, also mit Schmerz verbinden. Wenn man es schafft, damit schon bei Grundschulkindern zu beginnen, dann kann man ziemlich sicher sein, dass die allermeisten sich für den Rest ihres Lebens nicht nur nicht mehr ans Denken heranwagen, sondern sogar aktiv mithelfen, es zu bekämpfen, wo immer es auftaucht. Einige Reaktionen auf meine Blogartikel liefern ausreichend Beweismaterial für diese Symptome. Für die Betroffenen ist die ehemalige Unterdrückung ihres Drangs nach Verstehen und damit eines der wichtigsten Aspekte unserer menschlichen Natur so schmerzhaft, dass sie seit ihrer Kindheit alles zu tun bereit sind, um diese Verwundung und Entwürdigung nie wieder zu spüren. So kreiert man über wenige Generationen eine Armee – ein Volk – radikaler Anti-Rationaler und intellektueller Blockwarte.

Ihr Weltverständnis beruht dann nur noch auf Emotionen. Richtig für sie ist alles, was sich gut anfühlt. Gut anfühlen kann sich aus der Sicht eines Kindes nur, was von Autoritäten erlaubt ist. Deshalb fragen die meisten nur noch danach, welche Anschauungen erlaubt, sanktioniert und medial kolportiert werden. Konzeptionen von Richtigkeit und Wirklichkeit sind im Rahmen dieser geistigen Traumatisierung nicht mehr erreichbar, weil sie in den mentalen Tabu-Bereich fallen.

Falsch ist, was unangenehme Gefühle auslöst. Es wird deshalb mit starker Eigenmotivation (und meist sprachloser Verzweiflung) bekämpft – nicht intellektuell, sondern mit institutioneller und physischer Gewalt – eben genauso wie wir es als Kinder von unseren Lehrern gelernt haben: Recht hat der Stärkere, Mächtigere bzw. der, der anderen Schmerzen zufügen kann. So vernichtet man jegliche Denkfähigkeit in einer Kultur und wirft eine Gesellschaft zurück auf das Niveau archaischer Stammeskulturen.

Das ist und so funktioniert Faschismus. Und wir leben mitten darin – nur dass er mittlerweile auf geistiger Ebene so erfolgreich war, dass die meisten das nicht einmal mehr erkennen, geschweige denn danach fragen können. Die selbsternannten „Anti-Faschisten“ sind der Extrembeleg, um nicht zu sagen die Karikatur dieses Zustandes. Sie kämpfen mit Gewalt gegen jede Form der eigenständigen Meinungsbildung und gegen jeden Diskurs, um ihre eigene Ohnmacht und Überforderung zu überdecken. Falls wir ein lebendes Beispiel für geistiges Zombietum bräuchten, könnten die sogenannten „Anti-Faschisten“ als Lehrbuch-Version dienen. Sie benutzen eine lose zusammengewürfelte Pseudo-Intellektualität, die Schlagworte und Parolen statt Begriffe und Sätze verwendet, um jede echte Intellektualität und intellektuelle Begegnung zu verhindern. Dies ist übrigens das Grundprinzip aller sogenannten „linken“ Ideologien und Gesinnungen, welche letztlich immer auf anti-intellektuelle Emotionalisierung und emotionale Manipulation hinauslaufen und deshalb zunächst logisch-analytisch und dann real-praktisch stets in den Sackgassen der Widersprüchlichkeit und Irrationalität landen – wo nur noch blinde Gewalt als „Ausweg“ gezündet werden kann.

Unser Problem ist jedoch nicht, dass es diese nieder-inferenten Bewusstseinsstufen gibt und auch nicht, dass sie von der Masse und Mehrheit verkörpert werden. Unser Problem ist, dass die Rationalen jede Macht an diese niederen Bewusstseinsstufen abgegeben haben.

Auf Menschen auf der emotionalen Bewusstseinsstufe ist kein Verlass. Sie sind unberechenbar. Man kann mit ihnen keine funktionierende Welt der Hochtechnologie organisieren, geschweige denn aufbauen. Vielleicht könnte man mit ihnen kleine isolierte Stammeskulturen aufbauen, die irgendwo in den Wäldern leben und von den Kräften der Natur gelenkt und vor allem begrenzt werden. Aber in unserer heutigen komplexen, hochtechnologischen Welt ist diese Stufe aufgrund ihrer völligen Überforderung gefährlich, denn sie ist nicht verantwortungsfähig und von der geschaffenen Realität vollkommen überfordert.

Selbst die einfachsten Geschäftsbeziehungen beruhen auf einem Mindestmaß an Verbindlichkeit und Verlässlichkeit. Diese sind auf der emotionalen Stufe nur ansatzweise simulierbar durch massiven äußeren Druck, durch Zwang, unnachgiebiges Verhaltens-Training – also Routinisierung und Mechanisierung – und durch Androhungen und Anwendung von harten, emotional wirksamen Strafen. Dass man auf diese Weise eine Zeit lang die Fassade einer rationalen Zivilisation aufrecht erhalten kann, können wir an der Geschichte Europas der letzten 80 Jahre ablesen.

Das Ergebnis liegt nun aber auch vor: totale intellektuelle Hilflosigkeit und totale Systemabhängigkeit von über 80% der Menschen. In der gegenwärtigen jungen „Erwachsenen“-Generation sind es annähernd 100%. Die Vermeidung von geistigem Wachstum und persönlicher Verantwortung führte innerhalb von drei Generationen zu einem Kontinent der Zombies, denen die Grundzüge des Menschlichen so sehr entgleiten, dass sie auf sich gestellt in der Realität nicht mehr überlebensfähig sind (siehe den beschriebenen Prüfungs-Mechanismus).  

Emotionale Traumareaktionen

Ich habe schon mehrfach erlebt, dass Menschen, die mich gut kannten und mit denen eine nahe, freundschaftliche Beziehung bestand, plötzlich auf einen einzigen Gedanken oder eine These von mir damit reagierten, dass sie kreidebleich wurden, nicht mehr fließend sprechen konnten und den Kontakt von jetzt auf gleich mit der Begründung abbrachen, ich sei – z.B. – „ein Nazi“ (oder so etwas Ähnliches). Mir wurde an diesen Beispielen unmittelbar deutlich, wie sehr manche Menschen ihr Weltbild, ihr Selbstbild und ihr soziales Verhalten auf der Basis von unverarbeiteten Traumareaktionen aufbauen. Diese Traumareaktionen sind ihnen nicht bewusst und können deshalb von ihnen nicht reflektiert werden. Es kann ihnen deshalb leicht passieren, dass sie durch ein einziges Wort hinabgestürzt werden auf eine frühkindliche und dissoziierte Bewusstseinsstufe, auf der es nur noch darum geht, das eigene Überleben zu retten und rationales, logisch-begriffliches Denken abgeschaltet sind als wären sie tatsächlich physisch bedroht.

Wenn wir diese Prägung einmal auf ein ganzes Volk (das ist übrigens auch eines der Trauma-reaktivierenden Tabu-Worte in Deutschland) extrapolieren, dann erkennen wir den Grund dafür, warum unsere gegenwärtige Kultur und öffentliche Stimmung dermaßen einheitlich auf die Zerstörung von Geist und Kultur ausgerichtet ist. Wir haben es mit einer transgenerationalen Trance der Bewusstseinsvermeidung zu tun. Und diese gibt es nur als Traumareaktion. Aus solchen posttraumatischen Sackgassen kann man sich nicht selbst befreien. Man muss herausgeholt werden. Leider gehört es zu den typischen Traumareaktionen dazu, sich gegen Hilfe und allein schon gegen den Gedanken an Hilfe mit aller Kraft zu wehren, nämlich immer dann, wenn Hilfe mit Grenzüberschreitung, Missbrauch und Kontrollverlust – also dem gewohnten Machtmissbrauch – assoziiert ist. Es ist ein äußerst heikler und fragiler Prozess und häufig selbst für Profis schwer zu handhaben.

Die Unfähigkeit stolz zu sein

Eines der deutlichsten Symptome der Krankheit des modernen Menschen und der nun endenden Menschheitsepoche ist die Unfähigkeit stolz zu sein.

Daraus ergibt sich zumindest in der westlichen Welt jene leicht zu verifizierende Diagnose von flächendeckenden Minderwertigkeitskomplexen und des damit verbundenen allgemeinen psycho-somatischen Kräfteverfalls in Bezug auf fast alle Aspekte des Menschseins.

Der medial und politisch aufoktroyierte, nicht bloß rhetorische Kampf gegen jede Art von Stolz ist ein deutlicher Aspekt dieser Unfähigkeit und wird von ihr von Generation zu Generation erneuert und verstärkt. Je mehr ein Teil unserer Natur blockiert oder traumatisiert ist, desto größer ist der Aufwand, den wir betreiben, um den Schmerz darüber nicht zu spüren. Zorn, Geschrei und Boshaftigkeit sind stets die Insignien von Nicht-Stolzen. Wer stolz ist, kann sich erlauben, still aufzutreten und die anderen gelten zu lassen wie sie sind – solange sie keine Grundwerte angreifen.

Die neurotisch schwer lädierten Menschenwesen bemerken diese Unfähigkeit und all die daraus resultierenden Mängel und Defizite gar nicht. Ihr Bewusstsein ist vollkommen eingenommen von dem Kampf um ihr rudimentäres, schwaches Identitätsgefühl, das fataler Weise von genau dem System abhängig ist, dessen Hauptmechanismus darin besteht, Identität zu zerstören. Damit ist die Grunddynamik des Untergangs und der Selbstzerstörung einer schwer defizienten Kultur bereits beschrieben.

Das Empfinden von Stolz ist eng verknüpft mit Würde. Würde ist das subjektive Erleben und die Verkörperung von Integrität. Integrität, Intaktheit und Selbstkongruenz sind die funktionalen Aspekte von dem, was wir Würde nennen.

Stolz ist jener psychosomatische Grundzustand, der uns und anderen vermittelt, dass wir im Einklang sind mit unseren Werten und Idealen – mit denen der Gruppe oder Gesellschaft auf der sozialen Ebene und mit unseren eigenen auf der mentalen und geistigen Ebene. Menschen, die sich abfällig oder zerstörerisch gegen Stolz äußern, äußern sich unwissend und blind gegen die Übereinstimmung mit und die Bedeutung von Werten und Idealen. Was auch immer sie dazu bewegt – das ist krank und gegen das Menschsein.

Dieser Blog

Von manchen Lesern höre oder lese ich, meine Texte seien „provokant“. Mal abgesehen davon, dass die Tatsache, dass man sich provoziert fühlt, dieses Gefühl nichts über den tatsächlichen Charakter eines Textes aussagt, sondern nur über die eigene Reaktion auf etwas, lohnt sich dennoch die Frage: was wird denn durch meine Texte provoziert? Was wird denn hervorgerufen oder hervorgelockt (s. „pro-vocare“, lat. = hervorrufen)? Was wird denn übertragen oder evoziert?

Die Antwort ist: eigenständiges Denken. Und Denken überdie bisherigen Denkhorizonte und Denkschablonen hinaus. Die Intention hinter diesen Texten ist es, Nachdenken und Reflektieren in Schriftform zu fixieren. Das ist eine heikle Angelegenheit in einer Zeit, in der zwar das Denken mehr gebraucht wird denn je, aber den meisten Menschen sehr schwer fällt und Abwehrreaktionen auslöst, weil es sie (erstmal) überfordert – was natürlich gerade diejenigen niemals zuzugeben bereit sind, die ihre geliebten Meinungen und emotional geladenen Selbstbilder ohne Reflexion aufrecht erhalten und vor jedem Zweifel schützen wollen.

Wirkliches Denken ist heutzutage eines der verpöntesten und tabuisiertesten Vorgänge überhaupt. Noch verpönter ist jedoch, öffentlich zu denken. Das wird strengstens geächtet – und zwar nicht nur von Institutionen, sondern vor allem von der Masse an Kleingeistern, denen es auf die Hühneraugen ihrer selbstgefälligen Persönlichkeits-Einbildung tritt. Da sie kein einziges fundiertes Gegenargument haben und bei jedem Versuch, z.B. meine Texte zu interpretieren und in ihre wenigen gewohnten Schubladen zu stecken, weit sichtbar beweisen, dass sie die Texte schlichtweg nicht verstehen, können sie nur noch auf die üblichen Strategien der Marginalisierung zurück greifen: beschimpfen, verdrehen, stigmatisieren, ächten, diskreditieren oder bedrohen. Natürlich ohne jemals argumentativ, rational oder logisch vorzugehen (was implizit eine Auszeichnung ist: offensichtlich gibt es auf der rationalen Ebene erstmal gar keine stichhaltigen Einwände).

Für diese Menschen sind diese Texte gar nicht gedacht. Aber wenn sie sie trotzdem lesen, fühlen sie sich dabei zuweilen gereizt. So gereizt, dass sie aus ihrer Unruhe heraus etwas gegen diese Texte, gegen diese Blogseite und gegen den Autor unternehmen müssen. Sie müssen dieses störende Phänomen so wie alles, das nicht zu ihren Anschauungen passt, irgendwie „wegschaffen“. Wenn sie es schon nicht aus der Welt bekommen, so müssen sie es wenigstens aus ihrem Blickfeld entfernen.

Klingt das sehr infantil? Das ist es.

Eigenständiges Denken lernen

Das, was die meisten Menschen „Denken“ nennen ist nicht viel mehr als eine verbale Schutzfolie um ihre innere Desorientierung und verletzte Integrität herum, mit welcher sie alles, was sie an das Schmerzhafte ihrer inneren Zerrissenheit erinnern könnte, aus ihrem Bewusstsein fern halten, und sich gleichzeitig eine Oberfläche anlegen, mit welcher sie sich an ihre anti-intellektuelle Umgebung anpassen können ohne aufzufallen. Sie benutzen den Teil ihres Gehirns, der zum Denken fähig wäre nur für soziale Mimikry und kollektive Verschmelzung, und zwar in der Funktionsweise eines Anrufbeantworters: es werden einmalig von außen vorgegebene Wortketten eingesprochen, die dann als fixe Reaktion bei Bedarf innerlich oder nach außen hin wieder abgespult werden.

Dafür wurden ihre potentiellen Denkfunktionen meist schon in der Grundschule und damit für den Rest ihres Lebens wie eine Festplatte auf ein simples Archiv-System herab formatiert, für das nur institutionelle und medial sanktionierte Autoritäten Schreib- und Zugriffsrechte haben (erst Eltern, dann Lehrer, dann Behörden und systemkonforme Medien). Diese können in den Gehirnen der Menschen schreiben, ändern und löschen, was und wie sie wollen.

Das ist nicht nur bedauerlich, sondern gefährlich. Wenn eine große und immer größere Anzahl von Menschen erfolgreich auf das Äquivalent von Computern und Robotern herab formatiert wurde, dann sind diese Menschen nicht nur unterhalb und außerhalb menschlichen Bewusstseins, sondern sie bekämpfen es, weil es sie überfordert und ängstigt. Jeder Mensch, der deshalb erwartet, dass jeder ihm nicht nur ohne Rationalität begegnen, sondern ihm gegenüber sogar die Illusion aufrecht erhalten müsse, es gäbe Rationalität gar nicht oder sie sei schlecht und böse, stellt in genau dem Maße eine Bedrohung für die Menschheit dar, in dem er soziale oder institutionelle Macht über andere ausübt. Wenn Menschen in beliebigen Machtpositionen nicht eigenständig denken können, dann ist das mehr als ein Verlust, es ist eine Gefährdung menschlicher Kultur und letztlich der Menschheit selbst, wenn man bedenkt, wohin die Reise mit solchen Zombie-Köpfen führt.

Ergo befinden sich die rationalen Menschen im Krieg mit den Kräften und den Vertretern des prärationalen und irrationalen Bewusstseins. Das ist eine Erkenntnis, mit der sich die meisten rationalen Menschen sehr schwer tun, denn sie wollen keinen Krieg. Sie wollen verstehen, sie wollen Kreativität, Produktivität, Entwicklung und immer neue Innovation – aber keinen Krieg. Sie müssen jedoch im Angesicht der tatsächlichen Bedrohung, die seit Frühjahr 2020 für denkfähige Menschen überhaupt nicht mehr zu übersehen ist, erkennen, dass sie ihre Werte schützen und verteidigen müssen – und zwar gegen alle Menschen in Machtpositionen mit infra- und anti-rationalem Bewusstsein.

Sie müssen sich der moralischen Frage stellen: Wenn es hart auf hart kommt, wer soll dann überleben und bestimmen: diese oder die Rationalen? Wenn wir dieser Frage und ihrer lebenswichtigen Bedeutung nicht ausweichen, ist die Antwort rational eindeutig: der, der die höheren Werte des Menschseins vertritt. Jeder, der menschliche Werte angreift oder überhaupt zu Gewalt und Unterdrückung in irgendeiner Form greift, hat sein Recht auf Schutz vor Gewalt verwirkt und muss mit allen notwendigen Mitteln gestoppt werden – gegebenenfalls mit Gewalt. Wer vorsätzlich tötet, der hat sein Recht auf Lebensschutz verwirkt.

Wir befinden uns hier natürlich im Außenbezirk der vom bisherigen System sanktionierten Denkterritorien, aber wir können uns das Phlegma der Unterlassung und der ängstlichen Vermeidung aus konditionierten Gefühlsreflexen heraus nicht mehr leisten, wenn die Konsequenz unser Untergang ist – alles andere wäre irrational. Diese radikale – wurzelbezogene – Hinwendung zu elementarsten und existenziellen Fragen, Antworten wirkt nicht ohne Grund wie eine militärische Denkaufgabe über die Kernfragen in extremen Ausnahmesituationen. Wir befinden uns schon seit Jahrzehnten mitten darin.

Wir müssen uns eine aufrichtige rationale Bresche durch alles diffuse, unreflektierte emotional-moralische Dickicht schlagen, wenn wir verstehen wollen, was gerade in der Welt passiert und welchem existenziell-moralischen Zweck es dient.

Der verzweifelte Kampf der mentalen Messies

In der deutschen Kultur der letzten 75 Jahre zählt zu der programmatischen Entgeisterung der Menschen auch die autistoide Tendenz, sich nur noch um Objekte und Maschinen zu kümmern und alles wirklich Soziale und Menschliche zu vernachlässigen. Repräsentativ für diese soziale Dissoziation sind jene Menschen, die ihr größtes Engagement auf die wöchentliche Pflege von Auto, Vorgarten und Wohnzimmer richten. Sie schaffen überall Ordnung – nur nicht in sich selbst. Sie wollen hervorragend sein – in Mittelmäßigkeit und Gewöhnlichkeit. Während die Bürgersteige und Hofeinfahrten so sauber sind, dass man auf ihnen picknicken könnte, ist das Innenleben und vor allem das geistige Leben dieser Menschen ein wirres Durcheinander und vergammelndes Gerümpel.

Dieser inner-psychische Messie-Zustand ist zunehmend schwerer zu maskieren, weil ein zivilisiertes Leben schwerlich ohne eine geklärte und geordnete psychische Verfasstheit aufrecht zu erhalten ist. Die Menschen halten es in ihren zwanghaft gepflegten Kontroll- und Reinigungsstrukturen immer schwerer aus, können aber nicht benennen, was ihnen fehlt. Sie versuchen es mit noch strengeren Regeln und noch selbstaufopfernderem Gehorsam, aber dadurch zerstören sie selbst noch den letzten Rest von sozialer Gesundheit und Integrität. Was sie nicht sehen und benennen können, ist Vernunft. Zur Vernunft kommen könnten sie erst, wenn sie zur Vernunft gebracht werden. Und das geht für den ängstlich Zusammengezogenen nur über die Amplifikation seiner Routinen und Einstellungen bis ins Unerträgliche, von dem aus er dann vielleicht eines Tages bereit ist, Auswege und überhaupt neue Wege anzuerkennen. Alles andere ist nur Maskerade und fortgesetzte Selbsttäuschung.

Eigenständiges Denken und Wissbegier gehen Hand in Hand. Entsprechend fehlt den modernen Normalangepassten beides gleichermaßen. All ihr „Wissen“ ist aus der Konserve, die ihnen mit täglicher Wiederholung von den Apparaten der Bevölkerungsbetreuung zugefüttert wird. Was ihnen bei ihrer lebenslangen geistigen Dosennahrung vollkommen fehlt, ist vor allem die Idee, dass es andere Ansichten, andere Informationen und andere Erklärungen geben könnte. Dieser Mangel Erkenntnisfähigkeit bildet die engen Wände der Gefängniszelle, in denen die meisten vegetieren und um möglichst verlässliche Schmerz- und Gefühlsfreiheit kämpfen.

Wenn solche Insassen der Betäubungs- und Bequemlichkeits-Systeme auf diesen Blog und seine Texte stoßen, dann greifen ihre Selbstschutzmechanismen sofort und bäumen sich auf gegen den vage erkennbaren Angriff auf ihre Sedierung, nämlich die Andeutungen von intellektueller Freiheit und überhaupt von geistigen Dimensionen, die über ihre staatlich kastrierten Mini-Freiheiten mit Bequemlichkeits-Bonus weit hinaus gehen. In ihrer selbstverliebten emotionalen Sichtweise ist dieser Blog nicht bloß provokativ, sondern gerade deshalb „irgendwie“ falsch, böse und anti-irgendwas.

Je nach ihrem gelerntem Ablehnungs-Vokabular ist er „faschistisch“, „nationalsozialistisch“, „rechtsradikal“, „lieblos“, „respektlos“, „arrogant“, „unmenschlich“, „unsozial“, „aggressiv“ , „frauenfeindlich“ oder „reaktionär“ – Worte, die für sie im Grunde alle das Gleiche bezeichnen, nämlich jene verschwommene emotional-soziale Störung und Gefahr, die sie in sich aufkommen fühlen. Ihre entsprechenden emotionalen Allergie-Reaktionen, die im Grunde Immunreaktionen ihres Selbstbildes sind, sind Bestätigungen für die Wirkungsfähigkeit solcher Texte.

In hochpotenter und nicht-nivellierter Dosierung und Verdünnung sind intellektuelle und trans-rationale Inhalte immer nur für die Wenigen sinnvoll, die ihnen bereits mit einem gehörigem Maß an mentaler Reife, Selbstreflexion und eigenständigem Denken begegnen können. Wer im Kontakt mit diesen Texten nicht assoziativ abdriftet und nicht in Angst oder Verzweiflungsanfälle kippt, der kann an und mit ihnen wachsen. Was sie provozieren ist freie Denkentfaltung. Wen das stört, der bekommt natürlicherweise erstmal Stromschläge von seinen eigenen schützenden Abwehrmechanismen, die versuchen, die irrationale Oberhand zu behalten und das Phänomen neuer Horizonte sowie die eigenen affektiven Erstreaktionen so schnell wie möglich wieder auszublenden. Das ist ohne Realitätsverleugnung schwierig und braucht deshalb zuweilen eine erhöhte Lautstärke der affektiven Selbstbestätigung oder ein vehementeres Klammern an systemgegebene Stütz-Lügen, Täuschungen und Ablenkungen, die von Realitäten abschirmen und Vertrautheit und Sicherheitsgefühle wiederherstellen.

Mir war von Anfang dieses Blogs an bewusst, dass meine Artikel manchen Menschen deshalb ein Dorn im Auge – oder besser: in ihrem Persönlichkeitsballon – sein würden. Das liegt schlichtweg daran, dass ich mich an keine der gängigen kollektiven Denk-Vorgaben und -Tabus halte, sondern den Regeln des eigenständigen Denkens treu bleibe und die Grundlinie gesunder Rationalität nicht unterschreite.

Wer sich davon bedroht, angegriffen oder „verletzt“ fühlt, möge es gelassen nehmen und sich anderem zuwenden: diese Texte wurden für andere geschrieben und bedürfen keiner weiteren Beachtung.

Es geht in diesem Blog nicht um Wissensvermittlung, sondern um die Darstellung gewisser Denk- und Klärungsprozesse. Wissen wird vorausgesetzt. Das Wissen jedoch, das hier weitgehend vorausgesetzt ist, damit nicht allzu viele intellektuelle Schlaglöcher die freudige Fahrt zu neuen geistigen Horizonten verhindern, entspricht ganz und gar nicht der Standard-Programmierung der politisch korrekt-geschalteten „Allgemeinbildung“. Ganz im Gegenteil, es widerspricht ihm massiv. Aus der Sicht des überzeugten Mitläufers und systemischen Emporkömmlings ist all das Ketzerei und Blasphemie. Mögen seine Empörung und seine intellektuellen Hygiene-Automatismen ihn vor weiteren Erkenntnissen und den schmerzlichen Anfängen eigenen Denkens beschützen und behüten. 

Wer mit den Artikeln dieses Blogs Schwierigkeiten hat, der hat vor allem emotionale Schwierigkeiten. Das ist keine Pauschalbeurteilung, sondern das Fazit aus über hundert schriftlichen oder mündlichen Rückmeldungen, die ich bisher schon erhalten habe. Alle Rückmeldungen mit negativer Tendenz (die etwa ein Sechstel aller Rückmeldungen bilden) sind sowohl in ihrem Sprachstil als auch inhaltlich meist emotional sehr aufgeladen, unsachlich, abwertend (meist vor allem gegen den Autor als Person gerichtet – zu diesem Merkmal emotionalen Bewusstseins kommen wir noch), sie setzen sich so gut wie nie mit Textaussagen auseinander, sondern höchstens mit einzelnen Worten oder aus dem Kontext gerissenen Satzfragmenten, und sie formulieren keine Argumente, sondern Glaubenssätze, Beschuldigungen oder Flüche, oft in zynischer oder sarkastischer Ausdrucksweise. Was man in ihnen gar nicht findet: Neugier, ernstgemeinte, nicht-rhetorische Fragen, den Wunsch nach Austausch, die Bereitschaft zu einem Gespräch oder überhaupt auch nur Signale von Dialogfähigkeit.

Das Hauptmerkmal der Reaktionen derer, die sich gestört fühlen und empört sind, ist, dass in ihnen weder eine Tendenz zum Verstehen noch auch nur ein implizit erkennbares Konzept von Verstehen überhaupt vorkommt. Es ist zu vermuten, dass diese Leser gar keinen Bezug zum intellektuellen Verstehen haben geschweige denn dazu, dass das eigene Verständnis sich ändern und wachsen könnte. Ihre Denkfunktionen sind von allen Seiten zusammengedrückt von den Schubladen „richtig“, „falsch“ und „mir egal“. Ob etwas richtig oder falsch ist, hängt dabei allein von ihren Emotionen ab: alles, was ihnen gefällt, weil sie es kennen oder weil es gewohnt klingt, ist „richtig“, alles andere „falsch“ – es sei denn es löst gar keine Emotionen aus, dann ist es „mir egal“.

Ihr schwerwiegendstes Gegenargument ist: „Das gefällt mir nicht“ bzw. „Das fühlt sich für mich gar nicht gut an“. Dagegen lässt sich schwerlich noch etwas sagen. Aber auch sonst hat ihr Kommunikationsstil überwiegend Einbahnstraßen-Charakter. Sie bestätigen oder weisen ab, loben oder verurteilen, behaupten oder stellen richtig, unterstreichen oder streichen durch. Ihre Äußerungen haben auch in einem (scheinbaren) Dialog stets die Qualität von Endgültigkeit, Frag- und Zweifellosigkeit und einem Schlussstrich unter alles, nach dem bitte gefälligst nichts mehr zu kommen hat. Sie ziehen ständig Schlussstriche: unter alles Gesagte, unter jeden Ausdruck, besonders gern aber unter den Kontakt überhaupt, denn ihre Grundbotschaft bleibt am Ende die: „Ich will damit nichts mehr zu tun haben! Weg damit!“. Ihre Glaubenssätze und Überzeugungen haben stets etwas von Zementpfeilern, die nicht verrückbar sind, weil sie offensichtlich ihr ganzes Weltbild tragen müssen.

Ihr Weltbild, zu dem auch ihr Selbstbild gehört, ist vor langer Zeit – meist zwischen dem sechsten und zehnten Lebensjahr – fest einzementiert worden durch emotional einschlägige und überwiegend unverdaute, unreflektierte Erfahrungen. Ihre Überzeugungen erhalten ihre innere Stabilität nicht durch eine intellektuelle Überprüfung, sondern durch ihre Effektivität, Schmerz zu vermeiden. Deshalb sind sie nicht nur existenziell, sondern auch hochgradig persönlich und nicht berührbar. Sie können auch je nach Situation und Gefühlslage andere sein, denn ihr Maßstab ist kein intellektueller – was denkende Menschen oft verwirrt – sondern der emotionale Maßstab von Selbstschutz, Selbststabilisierung und Identitätserhalt.

Diese Menschen glauben, „denken“ und behaupten stets das, was ihnen materiell, sozial oder emotional die größten Belohnungen und Annehmlichkeiten verspricht. Sie lehnen z.B. Faschismus ab, wenn das gerade sozial opportun ist, aber sie haben überhaupt keine Hemmungen, faschistische Haltungen einzunehmen oder faschistisch zu sprechen und zu agieren – vorausgesetzt die Gruppe ihrer Wahl befürwortet das. Von außen mag dies wie ein Widerspruch aussehen, aber in ihrem Bewusstsein gibt es keine Widersprüche, weil es keine intellektuelle Prüfinstanz, keine denkerische Redlichkeit gibt. Ihre Leitlinie ist das Wohlbefinden und der Selbsterhalt und wenn man dafür dieses oder jenes sagen, dieses oder jenes Wort benutzen oder diese oder jene Haltung vortäuschen muss, dann tun sie es ohne Skrupel, weil sie keine andere Ethik als den sozialen Selbsterhalt haben. Ein achtjähriges Kind hat nicht viel andere Wahl, weil es nicht selbständig ist. Und wenn Menschen auf dieser Bewusstseinsstufe stehen bleiben und nur noch biologisch altern, dann haben sie keine andere Wahl als sich von ihrer Umgebung steuern zu lassen und im geistigen Zwergenwuchs zu verharren.

Zwei Merkmale an dieser prä-rationalen Bewusstseinsstufe fallen in Gesprächs- oder anderen intellektuell fordernden Situationen besonders auf: die Fixierung auf das Persönliche und die Kontext-Blindheit.

Die Fixierung auf das Persönliche bemerkt man sowohl an ihrer idiosynkratischen, oft existenziell aufgeladenen Denk- und Ausdrucksweise als auch an ihrer Tendenz, bei kleinsten Unstimmigkeiten sofort persönlich angreifend und diffamierend zu werden. Ungewohnte Meinungen oder Gedanken sind für sie wie störende Objekte, die sie schnell loswerden wollen und die naheliegendste Art und Weise dafür ist, die Denker und Sprecher als Personen beiseite zu räumen oder zumindest sozial zu ächten und mundtot zu machen. Alle faschistischen Systeme arbeiten so und können nur so funktionieren, weil sie auf prä-rationalen Mechanismen und Bewusstseinsgraden fußen.

Kontextblindheit zeigt sich in der Unfähigkeit, Gedanken und Handlungen im Kontext zu betrachten. Manchmal bekomme ich als „Beleg“ für meine „falschen Ansichten“ nur einzelne Worte oder halbe Sätze aus meinen Texten präsentiert, die bei jemandem augenscheinlich einen Hygiene-Reflex ausgelöst haben, so als wäre etwas Schmutziges in sein Bewusstsein gekommen. Dass hinter einer Aussage eine Intention stecken kann und dass diese Intention von den Vermutungen und Assoziationen des Lesers abweichen könnte, ist auf der Bewusstseinsebene, welche Gedanken wie Gegenstände betrachtet, nicht implizierbar. Wie häufig schon musste ich mir sagen lassen, was meine „eindeutige Ausrichtung“, meine „Tendenzen“ und meine „Intention“ sind und wie falsch, unmoralisch und „unmenschlich“ sie seien! Meine Beteuerungen, dass ich mich in diesen Intentionen nicht im Geringsten wiederfinde, waren zwecklos: Diagnose und Urteil standen schon fest und waren zur Vollstreckung bereits freigegeben. Der Angeklagte brauchte sich gar nicht mehr zu äußern und Verteidigung war sinnlos. Wenn es um die intellektuelle Hygiene von prä-rationalen Menschen geht, finden die Säuberungen ohne Gespräch statt. Gegenüber dem Denken hilft ihnen nur noch kommunikationsfreie Gewalt.

Wenn ich danach fragte, welche Belege es denn für die harten Beschuldigungen und die drastischen Konsequenzen gäbe, waren die Antworten kennzeichnend: konkrete gedankliche Belege konnten nie genannt werden, sondern nur Gefühle, die durch einzelne Worte oder Sätze ausgelöst wurden. Unterm Strich ist das pseudo-Gegen-Argument der Denkverweigerer gegen meine (und ähnliche) Gedankengänge immer das gleiche: „Sie lösen unangenehme Gefühle in mir aus!“.

Ich vermute, dass es mit sehr viel Behutsamkeit, Geduld und Beharrlichkeit über einige Monate hinweg durchaus möglich wäre, einige dieser Menschen an das eigenständige Denken heranzuführen und ihnen die Dimension geistigen Wachstums und Verstehens zu eröffnen. Aber meine Blogtexte hier sind dafür ungeeignet, weil sie sich diesbezüglich – wenn überhaupt – an Fortgeschrittene richten (und selbst die haben zuweilen zu knabbern habe ich mir sagen lassen) und eigentlich an niemanden gerichtet sind, sondern primär nur den Windungen meines akuten Denkens folgen und sich dabei bloß an vage imaginierte Leser wenden. Dass emotionale Schema-Denker auch über diese Texte stolpern oder darauf gestupst werden, ist im Grunde kein Problem, es ist allerdings so, dass einige davon sich dazu entschließen, mir als Autor das Leben schwer zu machen. Das ist der Preis, den ich für meine Ausdrucksfreiheit zahle in einem System, in dem Gleichschaltung und anti-intellektuelle Machtspiele (bisher) das Sagen hatten. Nun denn, es sind massive Veränderungen auch diesbezüglich in Sichtweite.

Die Frage, wie solche geistigen Kinder es in unserer Gesellschaft schaffen, ein erwachsenes Leben zu simulieren und eine halbwegs geschäftsfähige Fassade aufrecht zu erhalten, lässt sich ebenso leicht wie erschreckend beantworten: erstens schaffen sie es nur in kleinen geschützten Nischen, die meist penibel vom Denken und von Denkern sauber gehalten werden und zweitens beruhte unsere bisherige Gesellschaft die letzten 30 Jahre oder länger in all ihren Aspekten auf eben diesem geistig kindlichen Bewusstseinsniveau inklusive anti-rationaler Zerstörungslust. So gut wie alle maßgeblichen Institutionen sind bis in ihre Führungspositionen von solchen unzurechnungsfähigen, psychisch unmündigen Kindmenschen besetzt und gesteuert. Allen voran die akademischen, sozialen, medizinisch-therapeutischen und „kulturellen“ Institutionen, weil sie sich von rationalen und Realitätskompetenzen weiter und länger abkoppeln können ohne dass sie gleich zusammenbrechen, was sich wirtschaftliche und naturwissenschaftlich verankerte Unternehmungen nicht so leicht leisten können.

Eigenständiges Denken

Eigenständiges, echtes Denken ist etwas sehr Intimes. Es ist nicht so sehr persönlich wie das emotionale Bewusstsein alles persönlich nimmt, sondern gerade weil es über das Persönliche und das Selbstbezogene hinaus geht ist es zerbrechlicher und empfindlicher. Dadurch auch empfänglicher, feiner, seismografischer. Im Vergleich zum Denken wirken alle emotionalen Reaktionen und Dynamiken auffallend grob, einfältig und – ehrlich gesagt: plump.

Denken ist die erste (aber nicht die einzige oder letzte) Fähigkeit des Menschen, von der man sagen kann, dass sie in alle Richtungen und vor allem nach oben hin offen ist. Wer gelernt hat, in Begriffen und begrifflichen Zusammenhängen zu denken, der steht mit einem Fuß bereits im Geistigen und außerhalb des Biologisch-Physischen. Er wird unabhängig vom Instinkt, von Launen und affektiven Reflexen, von sozialen Gebundenheiten und Moden sowie von äußeren Referenzpunkten und Leitplanken. Mit dem Denken beginnt die wahre Selbst- und Eigenständigkeit, die wiederum der Beginn einer realisierten Individualität ist.

Wer anfängt zu denken, der kommt recht schnell zu dem Wunsch, mehr zu verstehen und nicht bloß Informationen und Fertig-Konzepte zu übernehmen, sondern eigene Landkarten über sich und die Welt aufzubauen, die in sich plausibel und kohärent sind.

Mich hat es – besonders auch mit diesen Blogtexten – nie angetrieben, fremder Menschen Blasen zum Platzen zu bringen. Es geht und ging mir nur darum, mich aus meinen Blasen schreibend-denkend zu befreien. Nach einigen Jahren verschwinden auf diese Weise eine Menge Blasen, die für andere immer noch die einzige vertraute intellektuelle Heimat und Atmosphäre darstellen. Es wird dann zunehmend schwieriger bis unmöglich, mit diesen Menschen unter ihren vielzähligen Glaubens- und Einbildungs-Glocken noch irgendeine sinnvolle Kommunikation aufzubauen. Für sie sind diese Texte und ihre Inhalte Alien-Zeugs. Und das sind sie auch. Denken ist extra-terrestrisch und eine der ersten extra-terrestrischen Fähigkeiten, auf die jeder Mensch in seiner Entwicklung potenziell stößt – wenn man einmal davon absieht, dass der Mensch an sich extra-terrestrischen Ursprung hat: auf der Erde aber nicht von der Erde.

Die meisten sind von ihren ersten Erfahrungen des Denkens jedoch so erschrocken, dass sie für den Rest ihres Lebens die Finger davon lassen (und Angst vor „Aliens“ haben). Damit ist dann leider auch erstmal jeder weiterer Schritt in Richtung Geist und Vergeistigung blockiert und der Zustand dieses zentralen menschlichen Potenzials verbleibt in der Form eines trüben Gastes auf der dunklen Erde.

Denken bringt ein erstes Licht in das mechanisch-instinktive Leben. Es ist ganz sicher nicht das hellst mögliche Licht, das für den Menschen zugänglich ist, aber wer nicht einmal die Fackel seines Verstandes anzünden kann, der bekommt auch keinen Zugang zu der Lampe der Vernunft – von dem Leuchtfeuer der Liebe ganz zu schweigen.

Apropos Liebe, diejenigen Leser, die mir ankreiden, meinen Texten würde es „an Liebe fehlen“, sind meistens auch diejenigen, die völlig offen lassen, was sie damit meinen. Jenes Wort-Etikett „Liebe“, das so gerne angeführt wird, um sich jeder weiteren begrifflichen und moralischen Untersuchung und damit auch feinerer Aufmerksamkeit und Verantwortung zu entziehen, bezeichnet bei genauer Betrachtung – die gerade deshalb nicht erwünscht ist – eine selbstgewählte Mischung aus Wohlbefinden, guter Laune mit Großzügigkeitsanwandlungen, unverbindlich-freundliche Zuwendung und desinformierter naiver Toleranz im laisser-faire– und Mir-egal-Stil. Sie endet meist dort, wo der Hunger oder die Verdauungsbeschwerden beginnen, wenn man letzte Nacht schlecht geschlafen hat oder wenn jemand Dinge sagt (oder schreibt), die nicht auf der eigenen Präferenz-und-Positiv-Liste stehen. Wer solche Stimmungen, Launen, theoretische Glaubenssätze und ideologischen Schemata für Liebe hält, der glaubt auch, dass Liebe nicht über die fröhlichen Abhängigkeiten eines Kindes hinausgeht und dass sie am besten zu erreichen ist, wenn man sich wie ein Kind benimmt. Die Hippies haben diesen Weg bereits ideologisch und praktisch voll ausgetreten und bemerkt, dass er eine Sackgasse ist, an deren dunklem Ende eine Menge Hässlichkeiten und Krankheiten warten und aus der heraus die mentale Befreiung einem kalten Drogenentzug gleicht, weshalb die meisten die Dauer-Sedierung und mentale Ausblendung bevorzugen.

Ich beschreibe in meinen Texten die Realität, ihre Fakten und Zusammenhänge, wie ich sie erkenne. Nicht nur ihre hübschen und angenehmen Seiten, sondern auch ihre Schatten, ihre Brutalität, ihre Roheit, ihre Korruptheit und Gebrechlichkeit. Nicht, um sie zu verurteilen, sondern um sie zu umarmen. Wie können wir etwas umarmen, wenn wir es nicht einmal zu sehen und zu benennen bereit sind?

All diejenigen, die glauben, sich in Richtung „Liebe“ zu bewegen, indem sie nur auf das Wohlige, Heimelige und Leichte schauen und alles andere verleugnen und schönreden, bewegen sich damit in eine immer tiefere Spaltung hinein – auch wenn sie das natürlich ebenfalls nicht wahrhaben und wahrnehmen wollen. Innere Spaltung ist die Wurzel von Hass. Die Grundlage des Wegschauens, Schönfarbens und Verschweigens ist jene Be- und Verurteilung, die diese „Liebe-und-Herz“-Experten meinen Texten vorwerfen, weil sie sich ihrer bei sich selbst nicht bewusst sind und sie stattdessen auf alles projizieren, was nicht zu ihren Selbstschutzmechanismen und virtuellen Weltbildern passt.

Ich habe hier ansonsten keinen Anlass, mich über Liebe zu äußern. Das meiste, was über die Liebe gesagt wird, ist bestenfalls ein mentaler Zwischenstand auf dem Weg zu ihr und meistens geistloser, naiver Unsinn. Je näher man dem wahren Phänomen dessen kommt, was den Titel Liebe verdient, desto stiller wird man und desto schwieriger und auch uninteressanter wird es, darüber verbal zu kommunizieren – nicht weil einem die Worte fehlen oder man nur noch in präverbale Zustände regrediert, sondern weil jene Worte, die hoch genug hinan reichen, nicht mehr verstanden werden. Das Gerassel und Geklingel derer, die Worte wie „Liebe“, „Herz“ und „Mitgefühl“ als Standard-Repertoire ihres Selbstmarketings um sich verteilen, finde ich abscheulich.

Der kleine Keim von so etwas wie Liebe beginnt mit Aufmerksamkeit und echtem Respekt. Solange diese in grotesken Ausmaßen fehlen (z.B. bei denen, die meinen Texten solche Mängel vorwerfen), kann man sich getrost von all diesen wohlklingenden PR-Schablonen abwenden – sie sind das übliche grinsende soziale Täuschungsmanöver, durch das die widerlichste Form der Täuschung hindurch schimmert: die Selbsttäuschung.

Echte Aufmerksamkeit und Wertschätzung – die Vorstufen für Liebe – sind integrativ und umfassend. Und wer das Denken, die Neugier und die Fähigkeit zu zweifeln nicht integrieren und umfassen kann, der lehnt das ab, was den Menschen zum Menschen macht. Das ist der Grund, warum das eigenständige Denken eine notwendige Stufe auf der Treppe zu höheren Bewusstseinsstufen inklusive „Liebe“ ist: nur so sind wir ganz und intakt. Nur so sind wir vollständig und präsent. Die Selbstbetrugs-Experten, die sich ihre spirituelle, moralische oder soziale Überlegenheit durch den aktiven Kampf gegen alles Rationale und gegen das klare Denken – oft sogar gegen Informationen und Fakten – zusammenreimen, sind meist auch schon viel zu sehr mit sich und ihrer irrealen Bessersein-Ideologie beschäftigt, um zu erkennen, dass sie ihren gesamten selbstgefälligen Lebensstandard inklusive des Luxus‘, sich von der Wirklichkeit weitgehend abzukoppeln, jenen Menschen zu verdanken haben, die ihr Denken, ihre Aufmerksamkeit und ihre Neugier benutzen, um die Realität besser zu gestalten, und sich nicht so viele Sorgen um ihr „spirituelles“ und moralisches Image machen.

Die Letztgenannten haben etwas, das den moralischen Life-Style-Aktivisten fehlt: echten, in ihrer Identität und ihrem Können verankerten Stolz. Es gibt einen Stolz, der aus dem Licht des Verstandes und des Begreifens entsteht, und der durch keine sozial angepasste Fassade imitierbar ist. Gesunder Stolz ist ein Zeichen von Integrität und Selbstbewusstheit – ein intuitives und erfahrungsverankertes Wissen über die eigenen Fähigkeiten und über die innere Kongruenz des eigenen Denkens und Handelns mit der Ethik unseres Menschseins.

Menschen, die dieses Wissen und diese Integrität nicht haben, weil ihnen Bewusstsein für und Zugriff auf ihr Denk- und Verstehenspotenzial fehlen, können diesen Stolz nicht ausstehen. Sie schreien sich die Kehle und schreiben sich die Finger wund mit ihren psychologischen, sozialen, politischen, historischen, moralischen, biologischen oder sogar energetischen Abwertungen von jeglicher Art von Stolz. Zuletzt las ich irgendwo die dazu passende Verkündigung, dass die Emotion von Stolz eine der niedrigsten Schwingungen des Menschen sei mit der Implikation, dass man sich davor hüten solle, denn niedrige Schwingungen machen ja krank und dumpf.

Man kann den Mangel an Integrität bei einem Menschen ganz leicht und unmittelbar an seinem Stolz ablesen – und natürlich auch an seinem Verhältnis zu Stolz überhaupt. Auf einem prä-mentalen Bewusstseinsniveau ist dieser Stolz nicht erreichbar, weil es an Selbst-Bewusstheit fehlt. Was dort nur möglich ist, ist Arroganz. Was ist Arroganz? Die Kombination aus einer festen Haltung oder Überzeugung der Überlegenheit und der Ablehnung von Kontakt, Wechselseitigkeit und Begegnung. Arrogante Menschen sind ständig damit beschäftigt, sich abzuschotten und zu isolieren, während stolze Menschen ständig Kontakt und Austausch suchen. Stolze Menschen wollen lernen und erfahren, während arrogante Menschen sich nur selbst schützen und behaupten wollen. Stolz beruht auf Zentrierung in sich und Bewusstsein, während Arroganz auf Angst, innerer Zerrissenheit und Selbstunsicherheit beruht.

Wir können davon ausgehen, dass Menschen, die sich gegen Stolz äußern, entweder nicht verstehen, wovon sie sprechen, oder zu der kläffenden Gruppe der Ängstlich-Arroganten gehören, die von einer Mischung aus Neid und Verzweiflung getrieben werden. Es ist praktisch, das schnell erkennen zu können.

Stolz nicht empfinden oder nicht zeigen zu können ist eine psychische Störung und eine massive emotionale und soziale Einschränkung. Solchermaßen Eingeschränkte mögen sich noch so viel in Gruppen organisieren und Institutionen gegen den Stolz gesunder Menschen gründen, sie werden aus dem Leid ihrer emotionalen Behinderung nicht herauskommen. Dafür wäre es notwendig, sich den eigenen Schamkomplexen und erlebten Beschämungen zuzuwenden, denn solange diese nicht verarbeitet und integriert werden, ist der Zugang zu Stolz psychisch (und wahrscheinlich auch neuro-chemisch) blockiert. Scham ist der Antagonist von Stolz, und wer in chronischen Scham-Schleifen gefangen ist, was ein typisches Merkmal unverarbeiteter Traumata ist, für den ist Stolz unerreichbar. Der schmerzhafte und langwierige Weg ist der der Heilung und Integration, an deren Ende Freiheit und würdevolle Intaktheit stehen. Der schmerzvermeidende und bequeme Weg ist der der Unterdrückung und Ausblendung, an deren Ende Unsicherheit, Hass und Missgunst stehen. Letztere äußern sich z.B. im Kampf gegen alles, das an Stolz erinnern oder Stolz aufkommen lassen könnte, also im Kampf gegen Kompetenz, gegen Wissen, gegen Kraft und Stärke, gegen Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und natürlich gegen eigenständiges klares Denken und Verstehen. All dies muss bekämpft und abgeschafft werden, nur damit sie den emotionalen Hinkefüßlern nicht auf ihre schmerzhaften Hühneraugen treten.

Wenn man lernt, eigenständig zu denken…

Wenn man lernt zu denken, wirklich selber zu denken, was statistisch gesehen ein Minderheiten-Phänomen ist, dann ist eine der überraschendsten Erkenntnisse, die man auf dem damit begonnen Wege irgendwann erlangt, wie unglaublich wenig im Allgemeinen aktiv gedacht, also nachgedacht und bedacht wird. So gut wie alles, was in der Welt unter der Bezeichnung „Denken“ gehandelt wird, ist nichts weiter als ein Wiedergeben von gelernten Verknüpfungen zwischen Worten, Schemata, Konzepten, gleich dem  Beschreiben und Auslesen einer Festplatte. Die Menschen bilden sich aber eine Menge ein auf diese gesammelten kognitiven Bandansagen in ihrem Kopf, vor allem, wenn sie dafür anerkannt und belohnt werden, sie im richtigen Moment abzuspielen. Deshalb muss man sehr behutsam sein, ihnen zu sagen, dass dies nur die Duplo-Variante ist und dass die Architektur des Geistes darüber noch ein ganzes Stück hinausgeht.

Wenn man also lernt zu denken, dann erkennt man, dass es nur sehr wenige Menschen können. Das ist vor allem deshalb schade, weil eigenständiges Denken Freude macht. Denn es macht frei. Es gibt einem eine Freiheit, die auf keinem anderen Wege zu erreichen möglich ist. Wer Freiheit sucht und sie auf einem anderen Wege finden will als über die Entwicklung des selbständigen und unabhängigen Denkens, der landet psychologisch gesehen bloß in der Nachbarzelle oder im Gefängnisinnenhof, der dann fraglos als spirituelle Bergspitze gefeiert wird.

Dass die Fähigkeit zum Denken eine Bewusstseins-Steigerung bedeutet, hat sich in den meisten spirituellen Wellness-Kreisen noch nicht so herumgesprochen. Es könnte daran liegen, dass weder die Kunden und noch weniger die Anbieter in dieser Branche ein Interesse an so etwas wie Bewusstseinssteigerung oder Freiheit haben, sondern vielmehr nach Zufriedenheit, Ruhe und Ausgeglichenheit und in alledem vor allem Anstrengungsfreiheit suchen. Sie müssen diese psychosomatischen Basisbedürfnisse nur mit schillernderen Etiketten und viel Marketingaufwand aufmotzen, um ihre Banalität zu übertönen und jenen kleinen Funken echter Bewusstseinssuche zu paralysieren. Erlöse uns von allem mental Anstrengenden, wie auch wir uns lösen wollen von aller mentalen Anstrengung.

Wenn man denken lernt, lernt man, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Es geht plötzlich nicht mehr so sehr um Wissen im Sinne von Informationssammlung, sondern mehr und mehr um Verstehen. Dadurch ändert sich die eigene Stellung zur Welt, zum gesamten Kosmos. Ein Philosoph des letzten Jahrhunderts soll einmal verraten haben, dass nichts so anarchistisch ist, wie das (eigenständige) Denken. Einen Geschmack von dieser Tatsache bekommt jeder, der bemerkt, dass er durch dieses (eigenständige) Denken sukzessive alle Weltbilder zerstört und durch Welt-Schau ersetzt.

Während das handelsübliche Konservendenken dem Luft-Element zugeordnet werden kann und dazu neigt, in bodenlose Sphären abzuheben, gehört echtes Be- und Nachdenken dem Element des Feuers an: es legt alle Schablonen, die wir über die Welt legen, in Schutt und Asche, d.h. es trennt sie in Erde (Realität) und Luft (Ideen, Annahmen,…). Dass Denken wie Feuer ist, klingt erstmal recht romantisch, aber die meisten schrecken davor zurück, weil es in eben dieser Dimensionszugehörigkeit vor allem anderen dekonstruierend ist.

Richtiges Denken ist das geistige Äquivalent zur Magensäure und anderen Verdauungssäften: wir brauchen es, um Informationen, Ideen, Meinungen und jede Art von Eindruck intellektuell verarbeiten zu können. Bevor wir mit dieser scharfen Waffe konstruktiv, d.h. im Sinne unserer menschlichen Natur umgehen können, brauchen wir ausreichend Wissen, wie und woran wir richtiges Denken erkennen können.

Wir müssen lernen, mit diesen potenten Kräften des Denkens umzugehen. Vor der Feuertaufe (mit Geist) muss daher eine Wassertaufe (mit Wissen)stattfinden. Erst die Einweihung durch einen Wassertäufer (Johannes), dann jene durch einen Feuertäufer (Jesus). Die Reihenfolge ist wichtig.

Auf der Ebene von bloßen Gedanken- und Meinungssammlungen jedoch, die unser fantastisch intelligentes Gehirn zu einer halbtoten Archiv-Verwaltung degradiert, kann man im besten Falle noch gerade so eben „mitdenken“: nämlich mentale Puzzleteile so zusammenfügen, dass man am Ende eine praktisch meistens funktionierende Vorstellung von der Welt hat. Reifes Denken hingegen, das sich auf sich selbst bezieht, ist eher mit einem Schredder vergleichbar, der selbstkonstruierte Vorstellungen und Annahmen in wertlose Schnipsel verwandelt.

Dieser geistige Zerlegungsprozess, in dem wir tatsächlich genau das zerstören, was die Wohlbefindens-Sucher immer zerstören wollen, nämlich das sogenannte „Ego“, räumt einfach nur auf und weg, so dass der Blick freier wird. Letztlich frei von den falschen Annahmen über uns selbst. (Das ist übrigens das, was mit dem allseits denunzierten und zu überwindenden „Ego“ gemeint sein sollte. Aber es wird von genau dem, was dieses „Ego“ ausmacht, nämlich emotionale Vernebelung und Eintrübung, niemals klar definiert, weil sonst die Unsinnigkeit der angepriesenen Methoden und vor allem die sich selbst schützende emotionale, anti-mentale Struktur erkennbar würde – „Ach wie gut, dass niemand weiß…“.)

Es geht bei dem Schritt in ein umfassenderes Bewusstsein nicht um „mehr Herz-Energie“, „Liebe“, „Harmonie“, „Freundlichkeit“, warme Füße oder bessere Verdauung. Es geht nicht um die quantitative Vermehrung von Bekanntem und Erwünschtem. Sondern es geht um einen qualitativen Wechsel der eigenen Perspektive auf diese vagen Gefühle und Bedürfnisse, auf sich selbst und auf die Welt. Die erstgenannten Aspekte sind nichts weiter als die Etiketten für Wunsch-Projektionen nach Erlösung von den Lasten des Lebens und Menschseins ohne Bewusstseinsentwicklung und mit der kindlichen Hoffnung auf ein fantasiertes Schlaraffenland, in dem alle körperlichen und sozialen Bedürfnisse auf wunderbare unverstandene Weise erfüllt werden.

Bewusstwerdung

Bewusstwerden ist das Gegenteil von Loswerden.

Während ersteres bei der Bewältigung von Schwierigem hilft, indem es Anstrengungen macht, darüber hinaus zu wachsen, ist Zweiteres nicht mehr als die Unterwerfung und Resignation gegenüber einem Problem, wobei man sich durch Abspaltung und Verdrängung selbst vortäuschen kann, das Problem sei entfernt, weil es nicht mehr sichtbar ist. In Wirklichkeit hat man bloß das eigene Erkennen eingeschränkt. Dies ist der alltägliche Selbstbetrug der Bequemen. Wer so an die realen Probleme des Lebens heran geht, der kann irgendwann gar nichts mehr sehen, erkennen und verstehen und muss den Korridor der eigenen Wahrnehmung und des Denkens auf ein lebensnotwendiges Minimum schmälern.

Wenn wir traurig sind, können wir traurige Musik hören, traurige Filme schauen oder traurige Geschichten oder Gedichte lesen, um unseren Zustand und die Gefühle bewusster zu machen, indem wir Ausdruck und Worte für sie finden. Wir können aber auch besonders spaßige, aufregende oder mitreißende Eindrücke suchen, um von unserer Traurigkeit weg- und abgelenkt zu werden. Damit spalten wir uns. Unsere moderne Kultur bietet im Grunde nur noch diesen zweiten Weg der Ablenkung an, was sowohl der Grund für die zunehmende psychische Spaltung und fahrige Oberflächlichkeit, als auch für den Zwang ist, immer flachere, flirrendere und flüchtigere Reize suchen zu müssen, weil die Ablenkung sonst nicht mehr funktioniert.

Mit Texten und intellektuellen Diskursen ist es nicht anders. Man kann mit Problemen und Bedrängnissen so umgehen, dass man sich möglichst ganz anderem zuwendet und das eigene Denken mit süßlich-zerstreuenden, wohlklingenden, seichten und vor allem unverfänglichen und gewohnten Schablonen besetzt.

Der Intellektuelle, der sich im Angesicht der offensichtlichsten Misere und menschlichen Katastrophe, wie wir sie in diesen Jahren überdeutlich um die Ohren gehauen bekommen, nur noch schöngeistigen Fachstudien oder naiver Fantasiebildung hingibt, spaltet sich nicht nur selbst von der Realität der Welt ab, in der er lebt, sondern er entzieht dieser Welt auch Denkkraft, womit er den Untergang und die geistige Erblindung der Menschen fördert. Das ist in noch viel höherem Maße unmoralisch, weil verräterischer und destruktiver als all der banale und widerwärtige Medienrummel.

Dem gleichen Muster entsprechen all jene intellektuellen Reflexe, mit denen Menschen dem Horror des Status quo ausweichen, indem sie sich und anderen nur noch rosarote Rhetorik und euphemistische Wunschbilder erlauben und alles andere tabuisieren. Dann haben wir jenes aktuell wuchernde Phänomen von Glückseligkeits-Geschwätz mit seinen konturlosen Denkschablonen, das sich mit viel Wort- und Bild-Aufwand selbst dazu zu überreden versucht, dass unsere dringendsten Probleme der Klimaschutz, die sozialere Verteilung von Steuergeldern oder die jüngsten Scharmützel im Nahen Osten seien, dass wir lernen müssten, „alles in Licht und Liebe aufzulösen“, dass wir „unser Bewusstsein anheben müssen zu universeller Liebe“ (indem wir alle Probleme und Schwierigkeiten ignorieren und jegliche Form des Darüber-Nachdenkens ausschließen), dass wir „nur wieder so dankbar und liebevoll werden müssen wie Kinder“, dass „die Lösung für alle Probleme im Herzen liegt“ (weshalb auch niemand seinen Verstand benutzen soll) oder dass es nur darum ginge, „mehr zu lächeln und die eigene Schwingung zu erhöhen auf die Frequenz von Mitgefühl für alle Lebewesen“.

Die Grundaussage ist dabei immer die gleiche: schau nicht hin, denk nicht nach, versuche nicht, zu verstehen; wenn du mit etwas nicht fertig wirst, klebe einen großen bunten Sticker darüber, der den aktuellen politisch korrekten Vorgaben deiner sozialen Zugehörigkeitsgruppe gerecht wird. Kurz: betrüge dich selbst, übernimm keine Verantwortung und sorge dafür, dass dich nichts dabei stört und niemand dich darauf aufmerksam macht.

Die Alternative ist, sich intellektuell in die Probleme hinein zu knien. Aber das ist anstrengend. Und wer das tut, riskiert stets, sowohl von den Vertretern der rosaroten oder bunten „Happy-go-lucky“-Fraktion als auch von den Machern, die ununterbrochen im Notstands-Modus agieren, angegriffen und ausgeschlossen zu werden. Allerdings kann man nur durch Nachdenken zu einer Lösung des Problems auf eine Art und Weise beitragen, von der dann später auch die intellektuell Kindlichen und Überforderten profitieren. Der Denker ist ja der einzige von diesen allen, der über sich hinausdenkt und somit potenziell die Ebene des echten Kollektivs erreicht – wovon die anderen immer nur schwätzen und träumen, während sie die Zukunft der Menschen zerstören.

Das Ziel einer vertiefenden Auseinandersetzung ist zunächst einmal das Gegenteil von Weglaufen und Augen-Zuhalten, nämlich die Bewusstwerdung durch begriffliches und gedankliches Erfassen. So bemächtigen wir uns einer Sache mit unserem Verstand und können so – nur so – gezielt gestaltend darauf einwirken. Alles andere ist Träumen und Hoffen – was angesichts der Waffen und vor allem der totalitären Entschlossenheit der Gegenseite das Ende der Menschheit bedeuten würde – nicht nur geistig, sondern auch physisch.

Wenn ich in meinen Artikeln den Status Quo der Menschen in unseren Breitengraden auch nur annähernd unmittelbar so beschreiben würde, wie es einer überprüfbaren und realistischen Wahrnehmung entspricht, dann würden mir vermutlich 80% der Besucher meiner Texte den Kopf abreißen wollen. Nicht, weil meine Beschreibungen objektiv falsch wären, sondern, weil sie nicht auszuhalten sind. Wir müssen bei aller Wahrheitsliebe (je größer desto mehr) Rücksicht nehmen auf die archaischen Grundströmungen in unserer Kultur, die Informationen und Ansichten behandeln wie einen Geruch: wenn er unangenehm ist, wird der Träger angegriffen und eliminiert. Und wenn er angenehm ist, wird der Träger gefeiert und hofiert. Dieses intellektuelle Dschungelverhalten ist leider für die meisten Menschen das maßgebliche Leitsystem in ihrem Bezug zu allem Gedanklichen, zu Meinungen, Ansichten oder Erkenntnissen. Daraus ergibt sich, dass sie nur so, also quasi affektiv-instinktiv an gesellschaftliche, politische oder psychologische Themen, überhaupt an jedes abstraktere Thema herangehen können.

Und wenn sie dann den letzten Absatz lesen, halten sie ihn für eine Diffamierung und Abwertung, denn das sind die einzigen Dynamiken, die sie kennen: beruhigender Applaus oder Diffamierung, diffamieren oder diffamiert werden. Also verleumden und schmähen sie „zurück“ und mit aller Kraft, weil sie ja Recht haben, d.h. gewinnen wollen. Es gilt, den anderen klein und mundtot zu machen. Es geht um Macht, nicht um Verstehen und Erkenntnis.

Mein Ruf ist bei manchen meiner Zeitgenossen schon reichlich ruiniert, seit sie meinen Blog gefunden haben. Eine Geschäftspartnerin, mit der ich bisher gute persönliche und geschäftliche Beziehungen hatte, ist urplötzlich und felsenfest überzeugt, ich sei ein verkappter Rechtsradikaler, Nazi, Faschist, Menschenhasser und Geschichtsfälscher. Deshalb muss sie genauso urplötzlich ihre Welt vor mir – als Person wohlgemerkt! – schützen und von mir befreien. In ihren Augen ist mein Blog eine schriftliche Unterwanderung von Werten wie Freiheit, freier Weltbildentfaltung, Menschenwürde und Menschenrechten. Auf die Nachfrage, welchen Äußerungen von mir dies denn zu entnehmen sei, bekomme ich keine Antwort. Ich entspreche schlichtweg nicht mehr ihren moralischen Hygienebedürfnissen – rational begründen lässt sich das nicht und wir sollten es auch nicht erwarten. Irgendwie fühlen sich meine Texte für sie emotional schmutzig an. Es sind alles nur Gefühle. (Korrekt ist: ich ent-wandere hier ihren sogenannten „Werten“ und der meisten Menschen Weltbilder, aber ich unterwandere sie nicht, sondern überwandere sie – das aber ist aus dem Gefühlsbewusstsein heraus nicht unterscheidbar, diese Unterscheidung beginnt erst auf der mental-begrifflichen Stufe.)

Aus der Sicht von emotional-bildhaftem (zweidimensionalem) Bewusstsein kommt es auf Verstehen und kohärente Begriffsverwendung ja auch gar nicht an, weil es diese auf dieser Stufe gar nicht gibt. Sobald etwas wie meine Blogtexte irgendwelche Gefühle oder Verwirrung auslösen, sind sie zumindest verdächtig. Und wo Verdacht ist, da ist mindestens Misstrauen angebracht. Und wo man Misstrauen spürt, da darf und muss man Anderes und Fremdes von sich und dem eigenen Kreis fernhalten und abweisen, vor allem jede Art von Einfluss unterbinden. Denn wenn das emotional-soziale Bewusstsein Verunsicherung erlebt, sucht es stets Halt in der noch basaleren Stufe des Magisch-Instinktiven, und dort dreht sich alles um Macht und Kontrolle. Es darf dann dem Unbekannten vor allem kein Gehör schenken, denn auf dieser Stufe läuft schon der, der zuhört, Gefahr, in Hörigkeit und Gehorsam zu verfallen und so die Kontrolle über das eigene Territorium zu verlieren. Auch darf man nicht nachfragen oder sich auf verbalen Austausch einlassen, denn da wird man mit Behauptungen konfrontiert, denen man weder mit physischer noch emotional-sozialer Macht etwas entgegensetzen kann.

Für das zwei- und umso mehr für das eindimensionale Bewusstsein besteht die existentielle und tatsächlich angstmachende Bedrohung im Ausdruck höherer Bewusstseinsdimensionen darin, dass sie es mit ihrer Intuition bzw. ihrer Imagination nicht greifen können und dass ihre schiere Existenz bereits die eigene Identität ankratzt und kränkt. Sie spüren, dass sie den einzigen Boden und damit den einzigen Halt verlieren, den sie kennen. Deshalb kämpfen sie mit Zähnen und Klauen und vergessen dabei all ihre sonst wohlklingende Moral, mit der sie sich schmücken, wenn sie in ihrem vertraut dämmrigen Bewusstseinszwielicht ungestört sind, wo keine Zweifel auftauchen und keine begrifflichen Anforderungen gestellt sind. Sie nennen ihre Abschottung gegen alles Intellektuelle dann „Distanzierung“ und meinen das territorial oder sozial: sich von etwas fern halten. Die mentale Distanzierung für Überblick und Verständnis kennen sie nicht. Auf dieser Stufe sitzen wir dann am liebsten im Kreis, singen Lieder oder sprechen über Gefühle, halten uns an den Händen und bestätigen uns gegenseitig, nicht nur wie gut und „in Ordnung“ wir sind, so wie wir sind, sondern vor allem, dass Worte nichts als Schall und Rauch sind und dass wir in diesem gemütlichen mythischen Nebel frei sind von den bedrohlichen Anforderungen potenzieller Entwicklung oder höherer Bewusstseinsebenen. Auch wenn die äußere Form eine andere: die meisten Tagungen, Konferenzen, Kommissionen, Ausschüsse, Gremien, Räte, Vereinstreffen und Logen finden auf diesem Level statt, nur dass sie sich nach außen hin mehr Mühe geben, den Rest einer pseudo-rationalen Fassade aufrecht zu erhalten.

Mentales Bewusstsein hingegen würde man an seiner Fähigkeit erkennen, zu zweifeln und die Perspektive zu wechseln bzw. andere Perspektiven zu berücksichtigen – und zwar vollkommen unabhängig davon, was andere denken und sagen, was die Mehrheit vertritt und was gerade opportun ist. Reifes mentales Bewusstsein bringt die Fähigkeit hervor, an den eigenen Gedanken zu zweifeln, sogar an den eigenen Zweifeln zu zweifeln und somit zu immer umfassenderen Perspektiven zu kommen.

Emotional-mythisches Bewusstsein lebt nur in einer Perspektive, die es deshalb stets als „die Wahrheit“ voraussetzt. Sie beruht auf Gefühlen und Gewohnheiten, also auf der sozialen Prägung und dem sozialen Umfeld. Es kann nicht zweifeln, sondern hat stets Angst, das „Falsche“ zu tun, d.h. etwas zu tun, das gegen gegebene soziale Regeln oder gegen den Willen eines Mächtigeren in der Gruppe der gegenwärtigen emotionalen Zugehörigkeit verstößt. Regeln und alles, was „richtig“, „gut“ und „erlaubt“ ist, ändern sich beliebig mit der Gruppe, der man sich gerade zugehörig fühlt und entsprechen ansonsten dem, was einem als Kind eingeprägt wurde. Richtig ist deshalb, was die Eltern und Lehrer für richtig erklärten. Später sind es andere Autoritäten, die dadurch definiert werden, dass ihnen erhöhter sozialer Einfluss zugeschrieben wird, wenn sie z.B. im Fernsehen auftreten oder auf einer funktionellen Machtposition sitzen. Jede Richtung wird auf dieser Bewusstseinsstufe stets nur durch soziale Machtpositionen bestimmt, etwas anderes ist dem kindlichen Bewusstsein nicht bekannt.

Der Machtkampf der Bewusstseinsstufen

Menschen, die glauben, aus meinen Texten meine persönlichen Werte herauslesen zu können, sind entweder psycho-exegetische Genies mit übersinnlichen Lese-Fähigkeiten oder sie leben in einer Welt der Projektionen, in der sie alles, was sie nicht verstehen oder was nicht in ihre gewohnten Schubladen passt, verurteilen und mit den Etiketten versehen, die für sie das Maximal-Böse ohne Wenn und Aber repräsentieren.

Damit ist für sie dann auch schon alles gerechtfertigt, was sie dann gegen alle ansonsten geltenden sozialen Regeln, Grund- und Menschenrechte, gegen Anstand und Würde und sogar gegen das Gebot der Gewaltfreiheit tun, denn auf dem Bewusstseinsniveau von emotionalen Dogmen und festen Denkschablonen gelten diese Regeln nur für die Menschen, die man mag, die „dazugehören“ und die die gleichen Ansichten haben, wie man selbst, kurz: die gefühlt zum eigenen Stamm gehören. Alle anderen sind Außenseiter, Barbaren, Ketzer und ideologische Heiden – also Kastenlose und damit Rechtlose. Und denen gegenüber muss und will man nicht tolerant sein.

Jenes so gern geforderte aber ungern erfüllte Toleranz-Gebot wird von ihnen nur gegen jene angeführt, die sie zu überfordern drohen und von denen sie gefälligst in Ruhe gelassen werden wollen. Man selbst toleriert nur die Gleichgesinnten, Gleichdenkenden und modernerweise die Gleichgeschalteten. So funktionieren das Clan-Bewusstsein und der ausschließliche Stammesbezug des limbischen Kleinkind- und Säugetier-Gehirns, das zu rationalen und logischen Bezügen nicht fähig ist. Da Menschen sich auf dieser Verarbeitungsstufe nur an Affekten und Gefühlen orientieren können, bewerten sie alles nur auf der Basis ihrer Gefühle und können nicht verstehen, dass Gefühle nur etwas über den eigenen aktuellen Bezug zu eigenen Prägungen, Vorlieben, Verletzungen und Bedürfnissen sagen, jedoch nichts über die Welt wie sie ist.

Das ist ebenfalls der Grund, warum sie sich auch untereinander (metaphorisch) die Köpfe einschlagen: sie schreien alle nach Toleranz und Frieden und richten dabei Blutbäder an. Auf dieser Stufe kann man nur entweder kuscheln oder wegstoßen. Je nach Gefühl, kann ein- und derselbe Mensch oder ein- und derselbe Gedanke mal „geliebt“ und umarmt und kurz darauf gehasst und weggeprügelt werden. Denn die Richtschnur für alles sind nur die schwankenden und situativen Affekte und Gefühle, also Launen und aktuelle Befindlichkeiten.

Natürlich ist diese kindliche Bewusstseinsstufe nicht geschäftsfähig und wenn es eine Führerscheinpflicht für alle rational-logischen Bereiche des Lebens gäbe, dürften sie daran gar nicht teilnehmen – zu ihrem Schutz und zum Schutz des Ganzen. In einem freien Markt würde sich das allerdings von selbst regulieren, denn rationale Menschen werden um die Irrationalen immer einen großen Bogen machen, weil sie nicht verlässlich, nicht zurechnungsfähig und vor allem: wenig produktiv und weder interessant noch inspirierend sind.

Das ist auch einer der Gründe, warum es stets launische Intuitiviker sind, die nach immer mehr Regulierung, Gesetzen und Richtlinien rufen, weil das ihre einzige Möglichkeit ist, auf dem Markt mitzumischen, der sie ansonsten konstant überfordert. Hyper-Regulationismus und Dirigismus wie in jeder Unterart des Sozialismus, in jeder Diktatur oder in deren technokratischer Kombination, in der wir heute leben, beruhen immer darauf, dass die Überforderten und Abgehängten per Gesetz mehr bekommen wollen ohne etwas dafür zu leisten.

Je fähiger ein Mensch ist, desto mehr wird er für freien Handel und freie Wirtschaft plädieren. Angst davor und Empörung dagegen haben nur diejenigen, die wissen, dass sie im freien Wettbewerb und Vergleich auf all die Privilegien, Macht und Selbstbevorteilung verzichten müssten, die sie sich in Zwangssystemen so bequem durch institutionelle Gewalt erbeuten können. Die modernen Räuberbanden lassen sich ein sozialistisches System einrichten, nennen es „freiheitliche Demokratie“ oder “soziale Marktwirtschaft“ und lassen sich dann als Regierung von ihren Sklaven feiern und bedienen.

Ein freier Markt würde nicht gegen die Irrationalen, Launischen und Denkfaulen sein, sondern ihnen nur die Macht- und Herrschaftsprivilegien entziehen. Ein freier Markt würde aus sich heraus Angebote schaffen, in denen die emotionalen Launen-Menschen auf ihre Weise wirken könnten, ohne Leistungskonkurrenz, aber durchaus als Konsumenten und somit Marktteilnehmer. Er würde außerdem eine Vielzahl von Angeboten schaffen, mit denen jeder auf ein höheres Verständnisniveau kommen und in die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen hineinwachsen könnte. Denn genau das wäre ja im Sinne des Ganzen und somit jedes Einzelnen. Das heißt, ein freier Marktplatz der Kräfte, Ideen, Gedanken und Motivationen würde mit der Zeit eine sich verfeinernde und steigernde Kultur hervorbringen.

Was wir also brauchen sind nicht mehr Kontrolle und Steuerung, sondern mehr Freiheit für Ideen, Diskurs und Handel unter Menschen. Das wäre dann auch seit 100 Jahren endlich mal wieder etwas erfrischend Menschen- und Freiheitsbejahendes.

Diese Schritte können aber nur von rationalen Menschen gemacht und organsiert werden und zwar aus dem Verständnis, dass sie es primär für sich und Ihresgleichen machen, um Wachstum – vor allem geistiges Wachstum – zu ermöglichen, und nicht aus irgendwelchen dubiosen „sozialen“ Gründen oder angeblichem Altruismus heraus. Soziales Engagement und Altruismus machen nur Sinn und sind nur dann gesund, wenn sie auf festen, unumstößlichen eigenen Werten und vor allem auch Ressourcen und Kompetenzen beruhen, also im Wesen des Handelnden verankert sind. Ansonsten sind sie nichts weiter als Fremdbestimmung, Hörigkeit und Selbstaufgabe, also Selbst-Entmächtigung zugunsten anderer oder mechanischer Kräfte.

Kein gesunder Mensch kann das wollen. Es ist ein Zwang, der auf Unfreiheit beruht und geistige Entwicklung ausschließt. Wer sich selbst ernst- und wahrnehmen kann, der wird sich gemäß seines Wesens entwickeln wollen – weil Entfaltung selbst, zuvorderst geistige Entfaltung, ein zentraler Aspekt des menschlichen Wesens ist. Daran sehen wir, wie wenige Menschen sich selbst ernst nehmen können.

Nur aus der Wahrnehmung unseres Wesens werden unsere authentischen Werte erkennbar, also das, was für uns wertvoll und essentiell wichtig ist. Wir dürfen das nicht verwechseln mit den Ideologien und Vorgaben anderer, die ihre Anforderungen an und Zwänge gegen uns auch gern als „Werte“ verkaufen, damit wir unserem Wesen untreu werden und ihnen blind folgen. Es mag ja sein, dass es ihre Werte sind (meist ist es jedoch nur Gier und Selbstbereicherung), aber es sind nicht unsere Werte und sie entsprechen nicht unserem Wesen.

Rational ist es, den eigenen (Wesens-) Werten zu folgen. Und ein rationaler Mensch wird erkennen, dass er seine Werte umso mehr leben kann, je mehr er anderen auch hilft, die ihren zu leben. Im Kern sind Werte im Übrigen für alle Menschen identisch – menschliche Werte eben. Deshalb würde eine florierende menschliche Entfaltungskultur entstehen, allein schon durch die Freiheit, den eigenen Werten zu folgen. Das ist etwas, das wir gar nicht kennen und in den nächsten Jahrzehnten zu entdecken haben werden.

Wenn es diese Freiheit aber nicht mehr oder noch nicht gibt (Status quo der letzten 100 Jahre), dann muss sie erst erkämpft werden. Und zwar von denen, die sich eine bessere Welt vorstellen und erschaffen können und die in keiner anderen (unfreieren) Welt mehr leben wollen. Das sind die rationalen Menschen und natürlich jene, die eine noch höhere Bewusstseinsintensität haben, also die Trans-Rationalen.

Emotional-ideologische Hygiene

Die Emotions-Mystiker und Irrationalen sind dem nicht gewachsen. Sie verstehen das alles nicht und fürchten sich davor. Nicht, weil es sie tatsächlich bedroht, sondern weil sie es nicht einschätzen und begreifen können. Eine höhere Integrations- und Bewusstseinsstufe ist von niedrigeren aus nicht verstehbar, normalerweise nicht einmal sichtbar. Was die Menschen auf der kindlichen Stufe der Bewusstseinsentwicklung gemeinsam haben, ist, dass sie intellektuellen, begrifflichen Auseinandersetzungen mit allen Mitteln aus dem Wege gehen. Auf Aufforderungen zu einem Dialog und rationalem Gedankenaustausch reagieren sie mit Rückzug oder sogar hoch aggressiv bis hin zu grob gewalttätig und rücksichtslos. Mentales Bewusstsein und die Begegnung mit ihm machen ihnen Angst. Sie versuchen deshalb stets, sie irgendwie zu entfernen.

Damit kommen wir zu dem Phänomen der ideologischen Hygiene. Irrationale Menschen und Menschen, die ihren Denkapparat nur zum Speichern und Wiedergeben vorformatierter Etiketten und Schablonen verwenden, versuchen alles mental und intellektuell Herausfordernde aus ihrem Lebensumkreis zu verbannen. Das empfinden sie als eine Art Reinlichkeit, die ausschließlich um ihr soziales und emotionales Wohl- und Sicherheitsbefinden kreist. Da für sie alles Unangenehme und Störende falsch ist, sind natürlich auch Gedanken, die schlechte Gefühle auslösen schlecht, belastend und „schmutzig“. Gedanken und Ideen werden sie aber nur los, indem sie anderen verbieten, sie zu äußern oder sich eben aller Menschen entledigen, die solche Gedanken haben.

Wer in ein mytho-emotionales Kollektiv- und Zugehörigkeitsgefühl eintauchen will wie es z.B. die Revolutions-Kommunisten, die Nationalzionisten, parallel dazu bis zum heutigen Tage die Maoisten und der westliche Konsum-Sozialismus zelebrieren, der muss sich vor allem aller anderen Ideen und Gedanken entledigen. Am sichersten ist es, wenn man gleich alle Denker und Ideenerfinder verbannt oder wegsperrt. Nicht, weil sie bedrohlich sind, sondern weil sie sich bedrohlich anfühlen. Das ist wichtig zu erkennen. Nur das Gefühl und die Angst entscheiden. Dass solche Bewegungen gar nicht strategisch sind und auch gar kein lohnenswertes Ziel verfolgen, können wir mittlerweile durchgängig historisch belegen: sie zerstören sich letztlich nur selbst, weil sie nur vor allem Geistigen und Gesunden weglaufen und es bekämpfen können. Ihre Motivation sind Angst vor der Realität und Ratiophobie – die Furcht vor dem rationalen Denken und Machtverlust.

Die Vertreter und Mitläufer solcher ideologischer Hygiene-Zwänge sind stets bereit, die hehrsten und wohlklingendsten Etiketten für ihre totalitären Säuberungen zu verwenden. Da Begriffsinhalte und Bedeutung von Worten für sie keine Rolle spielen und sich stets den aktuellen Launen, Gefühlen, Bedürfnissen und Impulsen unterordnen müssen, können sie sich täglich der gerade wirksamsten Mode von Schlagworten anpassen. Heutzutage bevorzugen es die Irrationalen, ihr Ideologie-Monopol mit Bezeichnungen wie „Antifaschismus“, “Toleranz“, „Solidarität“, „Weltoffenheit“, „Anti-Nationalismus“, „Gleichstellung“, „Klimaschutz“, „Schutz der Menschenwürde“ und stets mit „humanitärem“ Irgendwas und „Freiheit“ anzupreisen.

Wenn man sie nach der Definition und Bedeutung auch nur eines dieser Worte fragt, wird es meistens unmittelbar peinlich oder – um dem auszuweichen – aggressiv und gewalttätig, denn sie benutzen diese Worte nicht als Begriffe im Kontext eines mentalen Verstehens, sondern als emotional sanktionierte Wohlfühl-Signale der Zugehörigkeit zu einer Clique, die aus ihrer Sicht das Sagen hat oder haben sollte. Also die Meinungshoheit. Warum? Weil sie sich am besten anfühlt. Warum fühlt sie sich am besten an? Weil sie die eigenen Bedürfnisse am besten befriedigt und die eigenen Verletzungen und Schatten am besten hilft aus- und wegzublenden. Und weil sie die meiste Macht und Selbstglorifizierung ermöglichen. Das ist Psycho-Ideologie und Psycho-Politik: „Ich setze mit aller Macht das durch, was ich für mich persönlich – egal warum – am angenehmsten finde.“ – eine Ethik des unmittelbaren Wohlbefindens und der Bedürfnisbefriedigung.

Das bedeutet, dass diese Menschen keine Werte haben, denn Werte sind etwas Festes, Wesenhaftes und können deshalb niemals von schwankenden Emotionen oder affektiven Reaktionen und Launen abhängen. Sie sind sich ihrer Werte und Ihres Wesens gar nicht bewusst. Sie agieren bloß aus dem aktuellen Affekt heraus. Aber natürlich behaupten sie in diskursnahen Situationen so früh wie möglich, dass sie Werte hätten und dass „ihre Werte nun mal anders sind als die der anderen“. Die Strategie hat inhaltlich keinen Wert, denn sie könnten nicht einmal sagen, was sie mit dem Begriff „Werte“ genau meinen, sie hat nur rhetorischen und dominativen Wert, denn das Ziel ist es, durch sie jedes weitere Gespräch und damit Nachdenken zu unterbinden. Nach dem Motto: „Werte sind Geschmackssache und etwas ganz Persönliches, über Geschmack kann man nicht streiten, und wenn man nicht streiten kann, dann braucht man auch gar nicht erst darüber zu sprechen.“

An der Logik dahinter ist alles falsch: Werte sind weder Geschmackssache noch etwas Persönliches, Geschmack ist sehr wohl streitbar, weil er eine Sache der Bildung ist und es gibt eine Welt, in der Diskurs unterschiedlicher Ansichten tatsächlich ohne Streit stattfinden kann. Was sie eigentlich sagen wollen ist: „Ich sage dazu nichts mehr und ich erwarte, dass auch alle anderen dazu jetzt den Mund halten!“

Was diese Menschen mit „Werte“, „Meinungen“, „Ansichten“ und „Weltanschauungen” meinen, sind ihre Gefühle und emotionale Reaktionen. Die sind tatsächlich persönlich. Und zwar so persönlich und idiosynkratisch, dass sie über die Welt, objektive Werte, Ethik, Schönheit, Sinn, Würde und Nützlichkeit überhaupt nichts aussagen. Sie sagen nur etwas darüber aus, wie jemand in seiner bisherigen Biografie geprägt und programmiert wurde:

Gewaltgeprägte Menschen halten Gewalt für einen nützlichen Wert. Unterdrückte Menschen halten Unterdrückung für „angebracht“ und „wertvoll“. Mental überforderte Menschen halten Mentales für „unsozial“ oder „unmoralisch“. Wer von Gehässigkeit und Hässlichkeiten geprägt wurde, findet Hässliches „schön“. Und wer einen Rest seiner Würde nur durch Anpassung und Zugehörigkeit bewahren konnte, der wird sein Leben lang Gruppenzugehörigkeit und Unterwerfung unter das Diktat einer anonymen und undefinierten „Allgemeinheit“ für den „höchsten Wert der Menschenwürde“ halten. All das nicht gedanklich, begrifflich-verstehend, sondern emotional-reaktiv, schematisch, d.h. programmiert, nicht reflektiert.

In der emotionalen Welt der Bedürfnisse und Stimmungen ist ein „Wert“ das, was einem selbst einen unmittelbaren Vorteil bringt. Selbst alles Langfristige ist dabei meist schon nicht mehr berücksichtigt, von der Perspektive anderer ganz zu schweigen, denn dafür müsste man schon abstrahieren, also denken.

Manipulation und Zwang entsprechen zweifellos den „eigenen persönlichen Werten“, wenn man sie zu seinem eigenen Vorteil einsetzen kann. Wenn jemand anderes die gleiche Manipulation gegen einen einsetzt, entspricht dies nicht den „eigenen persönlichen Werten“, weil es ja gegen einen selbst geht. So absurd und irrational das auch klingen mag, das ist die (Psycho-)Logik, nach der in unserer aktuellen Kultur die meisten Menschen leben. Sie sind darum bemüht, Strafe und Schmerz zu vermeiden und es ansonsten bequem und behaglich zu haben.

Ihre Lieblings-Werte-Worte sind „Toleranz“, „Meinungsfreiheit“ und „Gefühl“. Sie bringen sie bei jeder Gelegenheit gerne an, ganz besonders aber dann, wenn etwas mit ihren Anerkennungs- und Kontrollbedürfnissen im Konflikt steht, weil sie gelernt haben, dass sie mit diesen Schlagworten Belohnungen und Applaus ernten. Besonders wichtig sind diese Signalworte ihnen, wenn sie Angst um ihren Vorteil oder vor etwas Unangenehmem haben, z.B. vor mentaler Überforderung. Dann schreien sie nach „mehr Toleranz!“ und meinen damit, dass man sie in Ruhe lassen soll. Meinungsfreiheit an sich ist ihnen suspekt und sie endet spätestens dort, wo jemand eine andere Meinung hat. Ab dem Punkt setzen ihre psycho-ideologischen Hygienemaßnahmen ein, die auch vor Gewalt und linker Manipulation keinen Halt machen, um das Gute, Saubere, Reinliche ihrer irrationalen Welt zu beschützen und zu retten.

Begründen tun sie letztlich alles mit ihrem Gefühl. Richtig ist für sie alles, was sich „irgendwie“ gut anfühlt und schlecht ist alles, was „irgendwie“ unangenehme Gefühle auslöst. Es läuft darauf hinaus, dass sie alles gut finden, was ihnen vertraut ist und Sicherheit gibt und alles bekämpfen, was unbekannt ist und Verunsicherung auslöst. Damit ist jede Entwicklung im Geistigen gestoppt und die chronische Regression ins Kindlich-Hilflose vorprogrammiert.

Etiketten-Schwindel für Etiketten-Denker

Man kann auf jeden Renault einen Mercedes-Stern kleben. Aber wen kann man damit täuschen? Nur jemanden, der keine Ahnung von Autos hat.

Man kann auch auf einen wässrigen Supermarkt-Apfel ein Demeter-Etikett kleben. Aber wen kann man damit täuschen? Doch nur jemanden, der keinen Geschmackssinn für die Qualität von Äpfeln hat.

Man kann auch gewalttätige Randalierer, die jeden Andersdenkenden verprügeln wollen, „Anti-Faschisten“ nennen, aber wen kann man damit täuschen? Doch nur jemanden, der nicht weiß, was Faschismus ist.

Es gibt auch Menschen, die an dieser Stelle automatisch ihren Standard-Einwurf machen, nämlich, dass man doch auf jedes Auto kleben könne, was man wolle, denn es sind doch nur Autos, dass alle Äpfel doch gleich sind und das Recht haben sollten ein „Demeter“-Aufkleberchen zu bekommen und dass jede Gruppe sich doch nennen kann oder genannt werden wie wer auch immer will. Aber wen können sie dazu überreden? Doch nur jemanden, der die Bedeutung von Kennzeichen und Bezeichnungen nicht kennt.

Die Voraussetzungen für solche „Alles gleich“- und „Alles erlaubt“-Haltungen sind Unwissenheit, Mangel an Verständnis und Mangel an Differenzierung im Denken. Wenn man nichts versteht, dann kann man auch drauflos schwätzen, wie es einem gerade in den Sinn kommt. Wenn man das Konzept von richtig und falsch nicht versteht oder es bekämpft (weil man Angst vor Bewertungen hat), dann kann alles richtig oder falsch sein – je nach Lust und Laune.

Solche infantilen Intellektstufen sind solange kein Problem, wie sie keine gesellschaftliche, soziale oder institutionelle Macht haben. Da man in der modernen Welt ohne funktionierenden Intellekt nicht weit kommt, richten sich solche Menschen ganz von selbst in kürzester Zeit zu Grunde. Denn wer will mit ihnen schon irgendetwas tun außer Seemannsgarn zu spinnen und ab und zu vielleicht Autos oder andere Menschen zu demolieren? Wenn sie auch nur die geringste Entscheidungsgewalt über andere oder Einfluss auf andere haben, dann reißen sie sie mit ins Chaos und zerstören die Grundlage menschlichen Zusammenlebens, das auf Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und dem Einhalten von Regeln und Prinzipien beruht.

Wer auf der rationalen Ebene nicht mitkommt, der kann nur betreut leben und muss über Kontrolle auf der Spur gehalten werden. Unser Problem bis heute war, dass fast alle Menschen, die institutionell irgendeine Machtposition hatten (in Regierungen, Verwaltungen, sozialen Einrichtungen etc.), auf dieser Daseins-Stufe von Unverständnis und Kontrollzwängen agierten. Und je höher ihre Machtposition desto abhängiger waren sie von Außensteuerung und -lenkung. D.h. je höher wir diese Machtleiter nach oben verfolgten, desto größer wurde das Selbststeuerungs- und Verantwortungsvakuum, das stets ausgefüllt wurde von desintegrierten (und desintegrierenden) mechanischen und instinktiven Kräften, die stets nur ihrer Eigendynamik folgen, wenn sie nicht von strukturierenden Kräften reguliert und begrenzt werden. Die blinde (bewusstseinslose) Mechanik der Desintegration ist das, was im mytho-religiösen Sprachgebrauch als „Satan“ oder „Widersacher Gottes“ bezeichnet wird. Im Vokabular des mentalen Bewusstseins ist es nicht als Wesen, sondern als Prinzip zu begreifen: das Wirkprinzip von Isolation, Fragmentierung und schließlich Zerstörung.

Die ordnungsschaffenden Gegenkräfte liegen in dem, was wir Bewusstsein nennen: im Einfluss des Geistigen auf das Materielle. Was den Menschen auf emotionalem Bewusstseinsniveau zur Ordnung, Selbstbeherrschung und Reflexionsfähigkeit in der Begegnung mit der Realität fehlt, ist der Zugang zu einer mentalen, d.h. abstrahierenden und relativierenden Perspektive auf sich und die Welt. Dafür wollen wir als nächstes einen Blick auf die unterschiedlichen aufeinander aufbauenden Stufen von Bewusstsein werfen.

Stufen des Bewusstseins

Wir können Bewusstsein definieren als die Intensität des Geistigen im Erleben von sich selbst und Welt.

Bewusstsein zeigt sich konkret in erster Linie in der Art und Weise, wie wir uns und die Welt wahrnehmen und einen Bezug zwischen Eindrücken und der eigenen Identität herstellen. Das hat wenig mit Intelligenz zu tun, obwohl es mit steigendem Bewusstseinsgrad auch leichter wird, höhere Intelligenz zu entwickeln. Intelligenz jedoch ist weitgehend unabhängig von der Intensität der Selbst-Repräsentation, also von der Enge oder Weite der Identifikation. Identifikation ist ein Bewusstseinsaspekt. Je niedriger die Bewusstseinsfrequenz, desto undifferenzierter und allgemeiner und in dem Sinne breiter ist die Identifikation. Mit steigender Bewusstseinsintensität, d.h. also mit steigernder Differenzierung und Abstrahierung in der Wahrnehmung, desto präziser, feiner und damit auch schmaler wird das Feld der Selbstzuschreibungen und Identifikationen.

Bewusstsein entwickelt sich stetig, so wie eine Temperatur nur stetig steigen oder sinken kann. Wir können jedoch innerhalb des Kontinuums von Null-Bewusstsein bis zu vollständiger Selbst-Präsenz Stufen unterscheiden, die sich fundamental in ihren inhärenten Qualitäten unterscheiden, so wie sich die Aggregatzustände von Wasser eindeutig voneinander unterscheiden.

Die erste Stufe entspricht dem Aggregatzustand von Eis. Sie stellt das eindimensionale Bewusstsein dar, das wir als magisch-instinktiv bezeichnen können. Es umfasst ein Gewahrsein von körperlichen und energetischen Zuständen und Veränderungen und entspricht in etwa dem Bewusstseinsgrad eines Fötus gegen Ende der Schwangerschaft bis hin zu dem eines Neugeborenen. Selbst- und Welterleben setzen sich auf dieser Stufe nur aus unmittelbaren Reizen, Empfindungen und Reflexen zusammen, es gibt keine Repräsentation von „Ich“, sondern nur zeitlose Erlebnisse in der Polarität von Wohlbefinden und Schmerz. Referenzpunkt für alles sind vitale Strömungen und die basalen Überlebens- und (später dann) Fortpflanzungs-Mechanismen.

Die zweite Stufe entspricht dem flüssigen Wasser. Das zweidimensionale Bewusstsein umfasst zusätzlich zu den Körperempfindungen auch Emotionen und soziale Reiz-Reaktions-Muster. Also auch die Fähigkeit, sozial zu lernen, sich anzupassen, Rollen zu verinnerlichen, innere Bilder zu entwickeln wie im Traum und daraus einfache Geschichten und Narrative zu entwickeln, die aus Erlebnissen durch Erinnerung und bildliche Vorstellungskraft Erfahrungen machen, die weiter erzählt werden können. Deshalb können wir diese Bewusstseinsstufe, die einem Kleinkind bis etwa zum Grundschulalter entspricht, auch „mythisches Bewusstsein“ nennen, denn die Referenzpunkte für das Selbst- und Welterleben entstehen durch bildhafte Geschichten.

Zweidimensionales Bewusstsein ist also bildhaftes Bewusstsein, ihm entspricht ein Weltbild (besser: Welt-Kaleidoskop), das aus Bilder-Geschichten oder von Bild-Schirmen eins zu eins übernommen wird: es ist ein nicht-räumliches, nicht-kausales, nicht-logisches und irrationales Sammelsurium an Abbildungen, das durch Emotionen moduliert und zusammengehalten wird. Eine Unterscheidung zwischen Bild und Welt ist auf dieser Bewusstseinsstufe noch nicht möglich, weil es noch nicht genug Abstraktionsfähigkeit gibt. Konkrete Bilder und die durch sie ausgelösten Emotionen werden für die Welt gehalten. Menschen auf dieser Bewusstseinsstufe können nicht zwischen Fantasien oder Projektionen und Realität unterscheiden. Bedeutung hat für sie alles, was starke Gefühle oder Reflexe auslöst. Bildhaftes Bewusstsein lebt somit streng genommen immer in der Vergangenheit: in Erinnerungen, aufgenommenen Geschichten und sozial eingeprägten Mustern. Eine bewusste, d.h. reflektierende Wahrnehmung der 3D-Realität ist auf dieser Stufe nicht möglich.

Nebenbemerkung: es gibt einen interessanten Zusammenhang zwischen dieser zweiten Stufe und der Ablehnung von sexueller Polarität bzw. genauer der Ablehnung geschlechtlicher Realität. Der Ruf nach „asexuellen“ oder geschlechtsunabhängigen Rollen und- Konzepten bzw. der Ruf nach der Abkopplung gesellschaftlicher Normen von biologischen und hormonellen Tatsachen kommt ausschließlich von denen, die von der mentalen Stufe und der Mentalisierung ihrer natürlichen Sexualität – aus welchen Gründen auch immer –  überfordert sind. Es ist tatsächlich nicht der Ruf nach Asexualität oder Transsexualität (das sind Funktionen der vierten Bewusstseinsdimension), sondern nach frühkindlichen prä-sexuellen (Un‑)Bewusstheitsgraden, um dem enormen Schmerz einer beeinträchtigten oder verletzten Bewusstwerdung zu entkommen. Sie wollen im Grunde nichts anderes als die Mentalisierung und Bewusstwerdung von Geschlechtlichkeit für alle und alles bekämpfen, weil sie ihnen Angst macht. Entwicklungspsychologisch ist das auch verständlich, denn in der natürlichen psychischen Entwicklung des Kindes laufen der Übergang zum mentalen Bewusstsein und die Geschlechtsidentität parallel ab und unterstützen sich also auch gegenseitig. Wer in der Entwicklung seiner Geschlechtsidentität aus dem unmittelbaren Körpergewahrsein heraus gestört und emotional manipuliert wird, der wird dementsprechend auch in seiner allgemeinen kognitiven Entwicklung gestört und auf emotional-abhängigem Kleinkind-Niveau fixiert. Und umgekehrt.

Kleine machtpsychologische Zwischenfrage: welche Kräfte und Bestrebungen könnten daran ein Interesse haben?

Halten wir nun schon mal fest: eine volle eigene Geschlechtsidentität ist nur im Übergang vom emotional-sozialen Rollen- und Verhaltens-Bewusstsein zum mentalen Bewusstsein der Selbstreflexion und Selbstdefinition möglich.

Wenn wir also nun zur nächsten Stufe, dem mentalen Bewusstsein kommen, dann können wir an der Analogie zum gasförmigen Zustand des Wasserdampfes verdeutlichen, dass Bewusstsein so wie auch Wasser sich mit seiner Intensitäts- bzw. „Temperatur“-Steigerung mehr und mehr von einer körperlichen, begrenzten Struktur ablöst hin zu etwas, das in und zwischen Körpern liegt. Im Gas sind immer noch die gleichen Wassermoleküle vorhanden wie im Eis, aber nun viel freier, beweglicher und formbarer. Man kann Gas auch komprimieren und in einen festen Körper „sperren“, aber man könnte nicht umgekehrt Eis zu einer luftigen, expandierenden Wolke machen. Dementsprechend wachsen die Freiheits- und Beweglichkeitsgrade des Bewusstseins.

Das mentale Bewusstsein ist dreidimensional, es umfasst die ersten beiden Dimensionen und zusätzlich die Dimension einer begrifflichen, d.h. abstrakten Selbst- und Weltrepräsentation. Deshalb beginnt erst auf dieser Stufe das, was wir guten Gewissens als Denken bezeichnen können. Aller prä-mentaler Umgang mit Worten und „Sprache“ beschränkt sich auf Laute, Signale, Zeichen und Symbole. Wirkliches Sprechen im abstrahierend-begrifflichen Sinne beginnt erst auf dieser Stufe, die einem gesund entwickelten Kind zwischen dem sechsten bis etwa 14. Lebensjahr entspricht. Auf dieser Stufe können wir über uns und die Welt nachdenken und „in Gedanken handeln“, d.h. planen, (voraus-) berechnen und abschätzen. Die fortgeschrittenen Fähigkeiten des mentalen Bewusstseins ermöglichen es, aus neuen Begriffen zu lernen, neue konkrete Ideen aus allgemeinen Prinzipien oder Erkenntnissen zu deduzieren und somit erfinderisch zu sein. Wir lernen auf dieser Stufe weniger durch Erfahrungen, sondern viel mehr und schneller durch Dialog, Reflexion und die Anwendung von Denk-Prinzipien wie Logik, Plausibilität, Kohärenz – im Übrigen natürlich alles Kategorien, mit denen die früheren Bewusstseinsstufen nichts anfangen können.

Die Rückkehr zu einer gesunden Form dieser dritten Bewusstseinsstufe ist das Thema dieses Artikels und damit die Ausrichtung darauf, diese dritte Dimension zu verstehen und in ihrer integrativen Kompetenz bezüglich der vorausgehenden Bewusstseinsstufen. Es ist zunächst einmal unsere mental-abstrahierenden Bewusstseinsfähigkeiten, die zu einer (ersten) Integration der aktuellen Widersprüche und Konflikte führen und nicht, wie gerne von der zweiten Dimension schwärmerisch gewünscht wird, Gefühle, Intuition oder „herzerfüllende Liebe“.

Dennoch wollen wir auch noch einen Blick auf die nächst-höhere Stufe werfen, denn auf sie läuft die aktuelle Entwicklung mittelfristig hinaus, sobald die gesellschaftliche Organisation und Kultur der Menschheit gewisse Integrations- und Gesundungsprozesse durchlaufen haben. In einigen Jahrzehnten, ich würde vermuten, in zwei bis drei Generationen wird dann der nächste Schritt möglich und sichtbar werden, dass nämlich die fortschrittlichsten Menschen-Gemeinschaften von der vierten Bewusstseinsstufe geprägt und dominiert sein werden. Dies ist die Stufe, von der aus die aktuellen Umwandlungen und umfassenden Reparaturen auf allen Ebenen des menschlichen Lebens auf der Erde gesteuert werden.

Diese vierte Bewusstseinsdimension entspricht in unserer Analogie dem Plasma: ein hochenergetischer Zustand, der als „elektrisch“ bezeichnet werden könnte. In diesem Aggregatszustand erkennen wir den Übergang von Materie zu Energie oder Licht. Die vierte und vierdimensionale Bewusstseinsstufe ist losgelöst von jeder körperlich-räumlichen und konkreten Erfahrung und umfasst die Wahrnehmung der Wahrnehmung. Auf dieser Stufe beginnt psychisches Selbstbewusstsein. Zuvor gab es körperliche, emotionale und mentale Selbst-Erfahrungen und ‑Repräsentationen, was jedoch erst mit dieser höheren Bewusstseinsschwingung möglich wird, ist die Bewusstheit der eigenen psychischen Präsenz in allem Räumlichen. Damit findet eine weitere Abstraktion und Ich-Verminderung statt, indem sich das Bewusstsein vom fixen Raum-Zeit-Kontinuum frei macht und dieses nur noch als eine mögliche von vielen verschiedenen möglichen Projektionsweisen des Selbst- und Welt-Gewahrseins erkennt. Dadurch wird die eigene Identität zeit-unabhängig, was mit einem gesamt-biografischen Bewusstsein beginnt und sich zunehmend zu dem unmittelbaren Gewahrsein entwickelt, dass Vergangenheit und Zukunft zwei psychische Projektionsaspekte der Gegenwart sind, in denen man sich frei bewegen kann. Dieser Hinweis bezieht sich auch auf das Thema „Zeitreisen“, welches von den ersten drei Bewusstseinsstufen aus stets nur konkretistisch oder mythisch-märchenhaft und damit nur falsch interpretiert werden kann.

Die hier primär begrifflich-rationale Art und Weise der Beschreibung kommt bei der Darstellung der trans-rationalen Stufe natürlicherweise an ihre Grenzen. Wir müssen uns an dieser Stelle mit Andeutungen und Analogien zufrieden geben. Tatsächlich umfasst die vierte Bewusstseinsdimension das, was wir von einer stabilen dritten Stufe aus als Zustände von besonderer Präsenz, Wachheit und Selbstgewahrsam erleben können. Die Umstände und Erfahrungen, die diese Zustände temporärer vierdimensionaler Bewusstheit begleiten, sind nicht der vierten Dimension, was ohne Anleitung und Begleitung meist nicht erkannt wird, so dass viele Menschen von solchen Erfahrungen zu einer Jagd nach diesen Bedingungen für solche Zustände verführt werden, nicht selten mit fragwürdigen Hilfsmitteln und schädlichen „Abkürzungen“. Nach vielen erfolglosen Stabilisierungsversuchen resignieren sie dann irgendwann und werden pessimistisch oder verzweifelt-depressiv.

Wie alle Bewusstseinsstufen wird auch die vierte Stufe nur durch einen Prozess der Abstraktion, der Loslösung und Ich-Verminderung, Ich-Verkleinerung oder „Ich-Überwindung“ ent-deckt. Und wie alle Bewusstseinssteigerungen braucht auch diese Hilfe und Unterstützung von der angestrebten höheren Frequenz. Die spezifische stabile Ich-Ablösung von Stufe drei zu Stufe vier findet durch das Durchleuchten des mentalen, perspektivischen Ichs statt, welches durch diesen Prozess zunächst als Objekt statt identifikatives Subjekt und schließlich als virtuelles Objekt der wahrnehmenden und erfolgreich separierten Psyche erkannt wird.

Die Steigerung der Bewusstseinsfrequenz lässt sich allgemein als Steigerung der Durchlässigkeit und Resonanzfähigkeit erklären. So wie ein Eisblock hochgradig undurchlässig und kaum schwingungsfähig, Wasser schon deutlich mehr und Gas bereits leitfähig für sehr feine Schwingungen ist, so zeigt sich auch die Zunahme an Bewusstseinsintensität an wachsender Resonanzfähigkeit und Durchlässigkeit gegenüber sowohl äußeren Einflüssen als auch der Eigenwahrnehmung.

Magisch-instinktive (1D-) Identität neigt dazu, bei stärkeren Schwingungen zu brechen und zu fragmentieren, auch schon, wenn es emotionalem, sozialen Frequenzen ausgesetzt ist; das emotionale (2D-) Bewusstsein kann zwar soziale und gefühlsbetonte Schwingung, aber nicht die von Gedanken und Ideen aufnehmen. Mentales (3D-) Bewusstsein schwingt bereits feiner „zwischen den Zeilen“ aller sinnlichen Wahrnehmungen; und trans-rationales, integrales Bewusstsein ist so lichtdurchlässig, dass es die psychischen Kräfte innerhalb und zwischen Gedanken verarbeiten und mit ihnen schwingen kann; es ist deshalb nicht weniger sondern mehr als rational und umfasst die Dimension des klaren, räumlich-zeitlichen Denkens.

Zu jeder einzelnen Stufen ließe sich jeweils ein ganzes Buch füllen. Jean Gebser hat mit der Differenzierung dieser Epochen- und Kulturkonstituierenden Bewusstseinsstrukturen bereits in den 1950er Jahren begonnen, da allerdings noch in starker Abhängigkeit und begrifflicher Begrenzung einer hochgradig mental-fixierten Denktradition, die sich nur mit viel Mühe von der allgemeinen regressiven Sehnsucht nach magischer Eindimensionalität befreien konnte (wie sie in den Massenpsychosen rund um die zwei Weltkriege und parallelen Revolutionen eskalierten). Erst seit etwa 2017 endete diese Abwärtsdynamik und wir können seitdem die ersten mächtig hervorbrechenden Aufwärtsströmungen nutzen, um uns ein neues Bild unseres Werdens zu machen.

Im Folgenden werfen wir noch ein paar Blicke auf einige Aspekte, die das dreidimensionale Bewusstsein markant vom zweidimensionalen unterscheiden und eine Rolle spielen in Bezug auf das Thema dieses Artikels: Denken und Verstehen. Denn das ist der Kampf, den wir nun zuerst zu bestehen haben.

Geschichten- vs. Geschichtsbewusstsein

Erst auf der mentalen Bewusstseinsstufe entsteht die Fähigkeit, Fakten und Überlieferungen zu einem kausalen historischen Verständnis zu verknüpfen. Das bedeutet, erst auf der mentalen Bewusstseinsstufe gibt es ein Geschichtsverständnis. Erst auf dieser Ebene ist es möglich, Mythen und Legenden von realen Gegebenheiten zu unterscheiden, weil es dafür abstrakt-begriffliche Differenzierung braucht. Man kann diesen Unterschied nicht erleben, sondern nur durch Denken erfassen.  

Für zweidimensionales Bewusstsein ist Geschichte nichts Historisch-Faktisches, sondern etwas Persönliches, eine Frage der emotionalen Präferenzen, Wunschbilder und sozialen Prägungen. Menschen auf der emotionalen Bewusstseinsfrequenz interessieren sich nicht für Geschichte, sondern nur für Geschichten – und zwar nur für solche, die ihren emotionalen Bedürfnissen entsprechen. Mit historischen Analysen und Aufdeckungen realer Zusammenhänge können sie nichts anfangen und sie bekämpfen sie mit aller Kraft, sobald sie nicht ihren vertrauten Mythen und Vorstellungen entsprechen. Wir dürfen nicht vergessen, dass das emotionale Bewusstsein sich Identität nur aus Geschichten bilden kann und auch sein Weltbild nur aus Bildern und Narrativ-Fragmenten zusammen reimt. Tatsächlichkeit und Faktizität spielen dabei gar keine Rolle – diese Kategorien gibt es auf dieser erlebens- und gefühlsgesteuerten Eben nicht. Um Historie und überhaupt alles Weltgeschehen zu erfassen, muss man in abstrakten Begriffen und Kategorien denken können. Man muss vor allem von dem persönlichen, erfahrungszentrierten Wahrnehmungsradius des eigenen Lebens abstrahieren können und eine nicht-persönliche Perspektive einnehmen können. Für das persönlich-emotionale Bewusstsein ist das unmöglich, für diese Verarbeitungsstufe ist „die Welt“ nur die Projektionsfläche nach außen verlagerter eigener Gefühle, Intuitionen, Bedürfnisse und verdrängten Anteile.

Alles, was Aufklärung genannt werden kann, kann nur vom mentalen Bewusstsein genutzt, genossen und gewertschätzt werden. Für alle früheren Stufen stellt es eine massive Bedrohung – nämlich ihrer infra-mentalen Identität – dar. Für emotional projizierte Weltbilder bedeutet Aufklärung Tod und Vernichtung, und etwas anderes ist für sie nicht bekannt und nicht imaginierbar.

Da die Medien ganz besonders in unseren Landen seit Jahrzehnten ohne Ausnahme höchstens noch auf der Frequenz von emotionalem Bewusstsein und meist auf niedrigerer Frequenz senden und auch unser gesamtes Bildungssystem in seiner Grunddynamik durch und durch mythisch-religiös funktioniert und dominiert, ist es für den allergrößten Teil der Menschen äußerst ungewohnt und schwierig, sich auf eine rational-mentale Frequenz einzustellen.

Deshalb ist es für die meisten auch so unsäglich schwer, sich für tatsächliches Weltgeschehen, für reale Geopolitik, für faktische Geschichte und historische Ursachen zu interessieren, geschweige denn, sie zu verarbeiten. Sie haben sich an gewisse Narrative gewöhnt, die ihnen ein emotional vertrautes Selbst- und Weltbild vermitteln, dessen Wirkkraft und Stabilität auf kindlicher Simplifizierung, Redundanz, Beruhigung und einer Mischung aus Lähmung und unberührter Zufriedenheit besteht.

Aus dieser ritualisierten Weltanschauung, die bequem,  gemütlich und beruhigend ist, werden die Menschen jäh geweckt, sobald sie mit einer mentalen, d.h. rational-logischen und kausal-faktischen Aufklärung konfrontiert werden. Sie würden sie niemals von sich aus suchen, sie vermeiden sie sogar mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Aber was passiert, wenn reale Tatsachen ihnen so präsentiert werden, dass sie keine Ausweichmöglichkeiten mehr haben, weil die gewohnten regressiven Medien einfach abgeschaltet wurden?

Seine Weltbilder-Sammlung zerfällt und seine Denkschubladen lösen sich in Luft auf. Aus der prä-mentalen Sicht und auch aus defizienter, materialistisch fixierter mentaler Sicht ist das das Ende der Welt. Und je nachdem, wie persönlich und vor allem auch materiell man in diese mythisch-emotionale Weltbilder verstrickt und investiert war, ist es auch das Ende der eigenen Identität und damit für manche von dem, was sie ihr „Leben“ nannten.

Auf prä-mentalen Bewusstseinsstufen kann man keine Entscheidungen fällen, Dinge geschehen einfach und man reagiert. Echte Ent-Scheidungen bedürfen des kausalen und zeitlichen Denkens mit Vorstellungen von Möglichkeiten und Konsequenzen. Außerdem braucht es für eine Entscheidung einen wertebezogenen Referenzpunkt, ansonsten bleibt es bei Reaktionsmustern auf der Basis früherer Erfahrungen. Am Ende einer zweidimensionalen Vorstellung und im Übergang zu einer dreidimensionalen Realisation liegt also für alle Menschen unterhalb des mentalen Bewusstseins nicht eine eigene Entscheidung, sondern eine Bestimmung, die sich als pure Konsequenz aus ihren Fantasiebildern und ihren Reaktionen ergibt. Man könnte auch sagen, dass sie sich nicht selbst neu ausrichten können und daher aus-gerichtet werden.

Das Jüngste Gericht am Scheideweg

Wer es fassen kann, der möge es fassen: die aktuelle Bedrohung der Menschheit und damit aller Menschen weltweit kann man nur mit gesundem Menschenverstand überwinden.

Alle sub-rationalen Bewusstseinsstufen haben so gut wie keine Chance, diese Krise und Reparatur der maximalen Entfremdung zu überleben, denn sie ist primär keine Krise unserer körperlichen Integrität, unseres sozialen Zusammenhalts, unserer Moral oder unserer Intuition, sondern eine Herausforderung unserer Steuerungsfähigkeiten, d.h. unserer Fähigkeiten, uns zu orientieren und Entscheidungen zu treffen. Wer auf sub-rationaler Bewusstseinsstufe lebt und agiert und sich dementsprechend ausschließlich instinktiv, emotional („intuitiv“) oder sozial orientiert, der hat zunächst jenes relativ harmlose Killer-Virus-Narrativ geglaubt und seine totalitären Begleiterscheinungen entsprechend mitgemacht. Das existenziell Entscheidende kommt jedoch erst im zweiten Schritt: als Konsequenz wird sich der „Corona“-Gläubige oder Autoritätshörige ebenso gehorsam „impfen“ lassen. Die tödliche Gefahr dieses zweiten Schrittes kann man nur mit dem Verstand, d.h. mit dem skeptischen, prüfenden Denken erkennen. Intuitiv und gefühlsmäßig ist nicht zu ermitteln, dass es sich hierbei um ein Risiko von Totalverlust (Tod) mit 0% Gewinnchancen handelt. Auf so eine Dynamik kann man sich nur irrational einlassen.

Nur wer verstanden hat, dass diese „Impfung“ tödlich ist, kann sich richtig entscheiden, denn es gibt keinen rationalen Grund, sich für die gewaltsame Beendigung des Lebens ohne irgendeinen Vorteil zu entscheiden. Es macht keinen persönlichen Sinn, an einem fundamental sinnlosen Spiel teilzunehmen, bei dem man ausschließlich verlieren kann. Es macht jedoch einen universellen, kollektiven Sinn, wenn das „Spiel“ so kreiert wurde, dass die meisten Entscheidungsunfähigen (d.h. Prä- und Irrationalen) darin untergehen, d.h. somit aus dem Kollektiv aussortiert werden. Und zwar von ihrer eigenen Dynamik, denn dieses mörderische „Spiel“ wurde von den irrationalsten Machtjunkies kreiert und von ihren irrationalen Strukturen gefördert. D.h. universell betrachtet ist es kein Mord, sondern Selbstmord innerhalb bzw. unterhalb einer bestimmten Bewusstseinsschicht der Menschheit.

Die Logik dieser Dynamik ist keine von Risiko- und Gewinn-Verhältnis, sondern es ist die Logik von Selektion und Aussonderung. Die Linie zur Unterscheidung liegt nicht innerhalb des Spiels – z.B. in einer bestimmte Art des Mitmachens, im Glück oder in besonderen Spielfähigkeiten – sondern allein in der Tatsache, ob man mitspielt oder nicht. Es ist eine Alles-oder-nichts-Logik, man kann nur teilnehmen und alles verlieren oder nicht teilnehmen und dadurch existenziell verschont bleiben. Es gibt nichts zu gewinnen, sondern nur zu retten. (Deshalb der wiederholte militärstrategische Hinweis auf die Spieltheorie.)

„Gerettet“ werden kann man nur, wenn man sich aktiv gegen die Teilnahme, also gegen die vollkommene Selbstaufgabe stellt – oder von jemandem aktiv abgehalten wird, der die Vormundschaft für einen übernimmt, aber das läuft auf das gleiche hinaus: nur der Rational-Vernünftige, der eine mental fokussierte, verstandesbasierte Entscheidung treffen und durchhalten kann, hat die innere Fundierung, um trotz des massiven Drucks auf den reaktiven, emotionalen und sozialen Bewusstseinsebenen bei Vernunft zu bleiben und sich von der Vernunft lenken zu lassen. Mit anderen Worten: die Menschen werden getestet, ob sie sich vom gesunden Menschenverstand leiten lassen, auch wenn es gegen ihr Gefühl, gegen ihre Gewohnheiten, gegen ihre Bequemlichkeit, gegen ihre soziale Programmierung, gegen ihre Konserven-Moral und gegen ihre gelernten Konzepte und Vorstellungen geht.

Bestehen können diesen Test nur diejenigen, die etwas anderes und Unabhängiges in sich tragen, von dem sie sich lenken lassen. Dies muss eine innere Instanz sein, die den Wert des eigenen Lebens und der Selbstbestimmung gegen alle Widrigkeiten hochhalten und verteidigen kann. Es ist nicht so sehr ein Intelligenz-Test, als vielmehr ein Integritäts-Test: nur bei genügend Integrität, also genügend psychischer Intaktheit, die Verstand und Vernunft, also seine Entscheidungskraft mit einschließt, kann man diesen Test bestehen und der Todesklippe entkommen. Ansonsten stürzt man ab.

Das ist der Clou bei der ganzen Angelegenheit. Es ist ein Stresstest der Selbststeuerung, ob sie unter massivstem Druck von Fremdsteuerung noch bestand hat oder zusammenbricht. Hier findet der längst überfällige kosmische Bewusstseins-TÜV statt: die erforderliche Selbststeuerung kann nur aufrecht erhalten werden, wenn man eine Bewusstseinsintensität und -kompetenz  hat, die oberhalb der Manipulations-, Täuschungs- und Verführungsversuche der sozialen Steuerungssysteme liegen. Wenn sie kollabiert, führt das an der Tod-oder-Leben-Schranke der letalen Injektion zur Aussortierung aus dem Kollektiv.

So ist eine zeitliche Schwelle kreiert, die im Großen und Ganzen nur bestimmte Menschen mit einer hohen Integrität überschreiten können. Hinter dieser Schwelle, also ab einem gewissen Zeitpunkt, besteht das Menschheitskollektiv dann (fast) nur noch aus den Menschen, die diese Prüfung bestanden haben. Falls wir nach einem irdischen Äquivalent für ein Jüngstes Gericht suchen wollten, wäre das wohl der Favorit: man überlebt diesen „Tag“ nur mit einer vordefinierten Bewusstseinsintensität und findet sich danach in einem Kollektiv wieder, dessen Bewusstseinsbasis und -durchschnitt eine viel höhere Stufe repräsentiert.

Wenn auch schon seit Jahrzehnten viel von einem bevorstehenden „Bewusstseinssprung der Menschheit“ gesprochen wurde, so wurde wohl selten bis nie diese Dynamik beachtet: dass es gar nicht darum geht, die individuelle Bewusstseinsfrequenz vieler Menschen zu erhöhen, sondern darum, dass das Durchschnittsbewusstsein der lebenden Menschen einen Sprung nach oben macht. Dies lässt sich viel leichter, schneller und wahrscheinlicher erreichen, indem die Repräsentanten der unteren Bewusstseinsfrequenzen entfernt werden bzw. sich selbst entfernen. Dieser Selektionsprozess ist viel organischer und systemenergetisch betrachtet auch viel wahrscheinlicher. Und er ist mindestens ebenso effektiv, wenn nicht sogar effektiver, weil schneller, stabiler und risikofreier, denn nur so kann das Grund(selbst-)bewusstsein der Menschen innerhalb kurzer Zeit (d.h. innerhalb weniger Monate) auf jene höhere Stufe katapultiert werden, die für die post-apokalyptische Welt notwendig ist. Es ist also gar nicht notwendig, den fragwürdigen Versuch zu unternehmen, alle oder die meisten Menschen in ihrem individuellen Bewusstsein zu befördern – was bei genauer Betrachtung auch unmöglich ist.

Das Jüngste Gericht ist kein Prozess der Machtdemonstration und Bestrafung, wie es die konkret-physische (1D-) Bewusstseinsstufe stets fürchtet, und auch kein Beschuldigungs-, Erniedrigungs- oder Verbannungsprozess, wie es die emotional-soziale (2D-) Bewusstseinsstufe imaginiert. Es ist nicht einmal ein Bewertungs- und Verurteilungsprozedere auf rein rationaler Ebene, sondern eine trans-rationale Verwirklichung von Richten im Sinne von Ausrichten und Richtigstellen. Es ist eine Art natürliche Kurskorrektur nach einer zu extremen Entfremdung und sie bringt eine Wieder-Einrichtung mit sich wie ein Wiedereinrenken eines Gelenks.

Und warum ist das Gericht das „jüngste“? Vielleicht sollten wir „jung“ hier nicht im Sinne von „neu“ oder „kürzlich“ verstehen, sondern im Sinne von eng, spitz zulaufend oder noch besser: konzentriert. So wie wir von der Verjüngung einer Röhre sprechen, die wie ein Gewehrlauf immer weiter verdichtet, um letztlich auf einen vorgestellten Punkt zuzulaufen. Das „Jüngste Gericht“ ist dann eine sich konzentrierende, sich zuspitzende Neu-Ausrichtung und Berichtigung, die eben auch alles Nicht-zu-berichtigende aussortiert und entmachtet. Es ist wie das neutestamentliche (und koranische) Nadelöhr, durch das nur schmale, fein gedrehte Fäden hindurch passen und keine groben Seile (das alt-arabische Wort für „dickes Seil“ ist in seiner Schreibweise sehr ähnlich dem Wort für „Kamel“, daher wohl der bis heute tradierte Übersetzungsfehler, ein „Kamel“ passe nicht durch das Nadelöhr. Das Kamel war irgendein Übersetzer.)

Der Hinweis auf das Nadelöhr und das schmalste Gericht zeigt uns, dass es darum geht, so klein und wenig wie möglich zu sein, um auf die „andere Seite“ des Prozesses zu gelangen und dass es hinderlich ist, wenn man zu viel ist, hat oder mit sich herumträgt.  Wer in diesem Epochenwechsel und Zeitenwandel weiterkommen will, muss also hindurch. Das Jüngste Gericht ist das sich-verjüngende, konzentrierende Gerichtet-Werden des Durchgangs ins kosmisch notwendige Neue. Und was sagt das Gericht? „Geh richtig!“, also „Geh recht!“. So wird man in diesem Durchgang durch das ein schmal zulaufendes Gerichtet-Werden hindurch für das Neue ausgerichtet, um ihm ge-recht zu werden.

Bewusstsein, nicht Kompetenz

Weil es so schnell zu Vermischungen und Missverständnissen führt, sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass es bei diesen Betrachtungen um die Veränderung von Bewusstseinsintensitäten geht und nicht um Wissen, Fähigkeiten, Intelligenz oder besondere Eigenschaften.

Menschen können viel wissen und sehr kompetent sein – z.B. fachlich, technisch, rhetorisch, sozial usw. – ohne dass dies etwas über ihre Bewusstseinsfrequenz aussagt. Das ist oft verwirrend, weil wir in unserer Kultur gelernt haben, Wissen und Kompetenz mit Autorität und geistiger Reife gleichzusetzen. Diese Dimensionen sind jedoch völlig unabhängig voneinander und können, müssen aber nicht zusammen auftreten.

Woran erkennen wir eine höhere Bewusstseinsfrequenz?

Diese Frage klingt sehr einfach, die Antwort ist jedoch vertrackter als es scheinen mag, denn höhere Bewusstseinsfrequenzen können von niedrigeren per se nicht erkannt werden. Sie werden höchstens als anders und fremd und dabei meistens als angsteinflößend erlebt und dann als bedrohlich interpretiert. Man müsste diese Frage für jede Bewusstseinsdimension separat beantworten. Der Kürze wegen beantworten wir sie hier nur für die mentale Stufe, denn das Format dieser Blogtexte richtet sich an diese mentale Stufe und ihre Verstehens-Kapazitäten und -Neigungen.

Die mentale Bewusstseinsdimension zeichnet sich gegenüber ihren Vorstufen durch folgende Tendenzen ab:

  1. Verstehen wollen und sich für wachsendes Verständnis engagieren.
  2. Starke Motivation, sich aus der Abhängigkeit von Empfindungen, emotionalen Reaktionen und persönlichen Mustern lösen und unabhängig davon denken, erkennen und verstehen zu können.
  3. Suche nach immer umfassenderen Abstraktionen, Prinzipien, Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhangs-Modellen.
  4. Streben nach Kohärenz, Logik und Plausibilität in Erklärungsmodellen, Welt- und Selbstbildern; Erkennen von Mangel an Plausibilität, logischen Brüchen und irrationalen Verknüpfungen.
  5. Engagement für Dialog und Austausch mit Argumenten, Belegen, rationalen Verknüpfungen.
  6. Interesse an anderen Perspektiven, Anschauungen und Erkenntnissen. Neugier gegenüber allem Geistigem und allem, das das Verstehen erweitern könnte.
  7. Fragen nach Begründungen und Beweisführungen hinter Meinungen (statt z.B. nach Autoritäten oder Zustimmungs-Quoten).
  8. die Fähigkeit, aus Gesprächen und Mitteilungen anderer zu lernen, d.h. die eigenen Ansichten zu erweitern.
  9. Zielorientierte, intentionale Handlungs- und Ausdrucksweise, die begründet und verändert werden kann; daher auch strategisches Denken und Handeln.
  10. Moralische Integrität, d.h. Kongruenz zwischen Werten, inneren Haltungen und dem eigenen Verhalten.
  11. Beginn von Verantwortungsfähigkeit als kognitive repräsentierte und beständige Selbstpositionierung und Selbst-Einbeziehung in Bezug auf Intentionen, Handlungen und ihren Konsequenzen und in Verbindung mit eigenen Werten und ethischen Prinzipien.

Diese Liste ist nicht vollständig, aber sie dürfte die wichtigsten Merkmale der mentalen Bewusstseinsdimension enthalten. 

Bewusstseinsintensivierung und Heilung

Es sei noch darauf hingewiesen, dass die meisten psychologischen Therapien und Coaching-Ansätze darauf abzielen, jemanden auf dieses Bewusstseinsniveau zu bringen. Das gilt nicht für die breite Phalanx von Pseudo-Therapien, deren Zieleffekte sich auf die Stabilisierung von Wohlbefinden, psychosomatischer Zufriedenheit, sozialer Anpassung und/oder wirtschaftliche Eingliederung beschränken. Sie tendieren dazu, Menschen auf der Stufe von emotional-sozialem Bewusstsein zu arretieren und ihnen Erleichterungen von der permanenten Reibung mit der Realität durch regressive Zustände der Selbstvergessenheit und einer infra-mentalen, kindlichen Identität zu verschaffen.

Interessant an diesem Therapie-Aspekt ist für unsere Analyse hier, dass Bewusstseinserweiterung stets auch heilsam wirkt. Dabei heilen nicht höhere Bewusstseinsfrequenzen selbst, aber sie wirken magnetisch auf sowohl ordnende (geistige) als auch vitale (körperliche) Kräfte, wodurch Heilungs- und Wiederherstellungsprozesse gefördert und beschleunigt werden. Das ist der Grund, warum alle ernstzunehmenden psychosomatischen Therapieansätze versuchen, die Bewusstseinsfrequenz von Menschen auf die mentale Bewusstseinsebene anzuheben – sei es in Bezug auf einen spezifischen Aspekt ihres Wesens oder sei es allgemein in der Erweiterung ihrer Wahrnehmung und kognitiven Verarbeitung von sich und der Welt.

Heilungsprozesse sind so gut wie immer mit Schmerzen verbunden. Ich hatte an anderer Stelle schon näher erläutert, warum dies in der Natur der Sache liegt, denn nur durch den Schmerz wird das Gewahrsein an die Bruchstelle zwischen wesenhaft richtiger Ordnung und vorhandener Unordnung oder Abweichung gebracht, was wir als Verletzung beschreiben. Der Schmerz leitet den Heilungsprozess ein, d.h. er zieht das Gewahrsein und damit Gesundungskräfte an. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass die Konfrontation mit einem intensiveren oder „höheren“ Bewusstsein in den meisten Fällen Schmerz auslöst. Je größer der Unterschied desto größer der Schmerz. Daher kommen auch die vielen und teils immensen Abwehrreaktionen gegen Begegnungen mit einer höheren Bewusstseinsfrequenz. Es ist so wie wenn wir zu schnell vom Dunklen ins Licht kommen und die Augen durch das zu starke Licht schmerzen. Nicht das Licht ist falsch oder schlecht, sondern die Augen brauchen Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Eine Kultur der akademischen Einfältigkeit

Diese Abmilderung und Begleitung zu höherem Bewusstsein wird im menschlichen Leben durch die Kultur vermittelt, in der er lebt. Da wir jedoch seit vielen Generationen keine Kultur der Höherorientierung mehr haben, sondern fast ausschließlich nur noch die Regression auf primitivere, d.h. zwei- oder eindimensionale Bewusstseinsstrukturen gefördert und verstärkt wird, sind die meisten Menschen bereits in der Begegnung mit mentalem Bewusstsein massiv überfordert und desorientiert. Sie reagieren dann damit, dass sie sich in ihren gewohnten Verarbeitungsweisen umso mehr abschotten und isolieren – in Gruppen oder für sich alleine.

Besonders gewöhnungsbedürftig ist es, den Mangel an mentalem Bewusstsein bei Akademikern zu erkennen. Dabei ist er bei ihnen besonders verheerend, denn sie besetzen in der Gesellschaft die geistig und intellektuell mächtigsten und verantwortungsvollsten Positionen.

Aber Intellekt ohne mentales Bewusstsein – gibt es das? Wissen ohne Neugier? Fachkompetenz ohne Verständnis? Diskussionen ohne Dialogfähigkeit? Eloquenz ohne Inhalt? Konzepte ohne Realitätsbezug? Glaubensdogmen ohne Reflexion? Meinungen ohne Begründungen? Erklärungen ohne Logik? Hypothesen und Theorien ohne Rationalität? Strategien und Praxis-Empfehlungen ohne Realitätsanbindung? Autorität und Prestige ohne Integrität? Und Bildungs- und Führungsaufgaben ohne Verantwortung?

Diese skurril anmutenden Kombinationen stellen den realen gegenwärtigen Zustand unserer akademischen Klasse dar auf den sich unserer Kultur herab gearbeitet hat – nicht den Zustand jedes einzelnen Akademikers, aber des allgemeinen Standards und der allgemeinen Ausrichtung. Verstehen kann man diesen defizienten Zustand nur, wenn man Wissen, Kompetenzen, soziale Rollen und Verhaltensweisen von der Bewusstseinsfrequenz unabhängig betrachtet.

Wie ich an anderer Stelle schon ausführlicher dargestellt habe, sind Akademiker innerhalb unseres Bildungssystems zum größten Teil Menschen, die gelernt haben und darauf gedrillt wurden, ihren Intellekt dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und sozialer Anerkennung unterzuordnen. Das bisherige sogenannte „Bildungssystem“ fördert Menschen mit geringem oder zerschossenem Selbstwertgefühl, indem es ihnen eine Ersatzidentität in der Form von Abschlüssen, Titeln und prestigeträchtigen Positionen funktionaler Autorität anbietet.

Es ist wie eine Kirche ein hierarchisches System, in dem man durch Hörigkeit, Gehorsam und geistige Unterwerfung nach oben kommt, um als Gegenleistung von diesem System immer mehr Macht geliehen zu bekommen. Gefördert wird also infra-mentales, prä-rationales Bewusstsein, das sich an emotionaler Abhängigkeit und sozialen Machthierarchien und entsprechenden Anreizen orientiert. Vielen wird die Kinnlade herunterfallen, wenn sie einsehen, dass die Akademiker und Intellektuellen mittlerweile – spätestens seit Beginn des 21. Jahrhunderts ganz sicher – die Kinder der Nation sind – und die hilflosesten und abgekoppeltsten obendrein.

Nur so lässt sich der Zustand unserer Gesellschaft und die völlige Verwirrung und Orientierungslosigkeit verstehen, denn wir haben fast keine Intellektuellen mit verantwortungsfähigem Bewusstsein mehr (und die wenigen, die es haben, werden vom System exkommuniziert und mundtot gemacht). Das erklärt, warum unsere Richter und Staatsanwälte so abgrundtief unmoralisch urteilen und agieren. Das erklärt, warum so viele Ärzte ihre Patienten mit Pharmaprodukten quälen und in den Tod schicken. Diese naiven Jünger der Medizin spritzen nur deshalb besonders eifrig und mit all dem moralischen Stolz gehorsamer Kinder eine bekanntlich tödliche Genmanipulation in ihre ebenso naiv-folgsamen Patienten, weil sie glauben, dass irgendwer irgendwann irgendwie ja ganz sich schon die Verantwortung dafür übernommen und es abgesegnet hat.

So erklärt sich auch, warum Pädagogen die Kinder nicht nur ideologisch und vollkommen irrational mit dem indoktrinieren, was ihnen gestern von einer Behörde vorgelegt wurde, sondern sie auch mit aller Hitzigkeit und Frömmigkeit dazu zwingen, Anti-Atem-Masken zu tragen. Das erklärt, warum wir auf dem Buch-, Kunst- und Medienmarkt mit so viel geistigem Müll der absurdesten und krankesten Art zugeschüttet werden. Es erklärt auch, warum gerade so viele Akademiker und Akademiker-Kinder geradezu emotional entrückt dem himmelschreienden Unsinns-Mythos vom Klimawandel und „Klimaschutz“ hinterherlaufen (und ebenso natürlich den vollkommen irrealen Corona- und Impf-Narrativen).

Auf der emotionalen Bewusstseinsfrequenz gibt es noch nicht die Fähigkeit, von eigenen affektiven Reaktionen, Gefühlen und Launen zu abstrahieren, deshalb ist auf dieser Stufe alles persönlich. Aus dem gleichen Grund ist alles, was nicht persönlich ist, uninteressant und bedeutungslos. Einer der Hauptgründe, warum sich die Menschen schon seit Jahrzehnten nicht mehr für Politik und umfassende gesellschaftliche Bewegungen und Bezüge interessieren – allen voran die jungen Generationen, die in den letzten drei Jahrzehnten aufgewachsen sind – liegt nicht an einer angeblichen „Politik-Verdrossenheit“, sondern an der prägenden Regression unserer Kultur von mentalen Referenzpunkten (so noch bis in die 1950er Jahre hinein) herab zu nur noch emotional-sozialen Referenzpunkten (bis in die 1990er Jahre) und seitdem zunehmend sogar nur noch zu archaisch-instinktiven Referenzpunkten.

Es ist nicht Desinteresse, sondern die Unfähigkeit, übergreifenden Begriffen eine Bedeutung zuzuordnen und überhaupt realitätsverknüpfte abstrakte Bezüge herzustellen. Das scheinbare und sogenannte „politische“ Engagement der Menschen der letzten Jahrzehnte ist bis ganz nach oben in die Partei- und Organisationsspitzen hinein nichts weiter als eine emotionale oder großteils sogar nur noch magisch-intuitive Aktivierung für die eigenen unmittelbaren Bedürfnisse und Weltbild-Illusionen. Alles Politische der letzten über 70 Jahre scheiterte nicht an einigen Fehlern, sondern an der fundamentalen Inkompetenz, im Sinne von Ganzheiten zu denken und von der eigenen persönlichen Selbstbereicherung zu abstrahieren. Maßgeblich dafür ist nicht, was die Protagonisten sagen oder tun und wie altruistisch und kollektivbezogen sie sich gerieren, sondern nur, was sie zu ihrem Verhalten motiviert und was dadurch erreicht bzw. verhindert wird.

Wenn wir mit rationalem Bewusstsein betrachten würden, aus welcher Motivation heraus die Führungscharaktere unserer Welt agieren und auf welchen Intentionen ihre Macht- und Organisationsstrukturen aufbauen, würden wir sofort alles daran setzen, 99% von ihnen abzusetzen und in den meisten Fällen sogar auf Lebenszeit wegzusperren (zu unserem und ihrem eigenen Schutz). Dass dies bisher nicht nur nicht geschehen ist, sondern von den meisten Menschen bis heute (Spätsommer 2021) als unverständlicher Extremismus empört abgelehnt wird, belegt, auf welcher Bewusstseinsstufe sich die Masse der Menschen bewegt – und auf welcher nicht.

Auf der emotionalen und umso mehr auf der instinktiven Bewusstseinsstufe geht es nur darum, sich unmittelbar wohl zu fühlen. Ihre Referenzpunkte im Leben sind soziale Bedürfnisse, Gefühlszustände, Emotionen. Nach ihnen richtet sich alles – eben auch das Denken, der Umgang mit Wissen, Bildung, mit Worten und Konzepten. Menschen können sehr „gebildet“ sein im Sinne von viel Wissen (Informationssammlungen), vielen Meinungen und diversen Fachkompetenzen ohne jedoch jemals eine mental-rationale Perspektive auf sich selbst und die Welt entwickelt zu haben. Sie funktionieren gut in vorstrukturierten Kontexten, die ihnen vorgeben, was sie tun und sagen müssen, um das „Richtige“ zu tun, um dazuzugehören, sich soziale Anerkennung zu sichern und sich innerhalb der System-Vorgaben Prestige und Privilegien zu „verdienen“. Dafür muss man kein einziges Mal eigene Ziele formulieren, man muss niemals sein Verhalten, sein Konsequenzen oder die Ethik dahinter kritisch reflektieren und man kann unterhalb des Radars für Zweifel, Fragen, Selbstreflexion und eigenständigem Denken funktionieren.

Ja, wir dachten, wir wären von dieser Form von Hörigkeit 1945 – Simsalabim! – magisch befreit worden und hätten sie für alle Ewigkeit hinter uns gebracht. Das war und ist das allseits geliebte Wohlfühl-Narrativ für alle Gewissensgeplagten und Verunsicherten, die sich gerne in irrationale Geschichten einwickeln und autoritär beruhigen lassen. Dieses Narrativ zusammen mit all den gängigen Abwehrreaktionen gegen jede Form von Aufklärung, historische Prüfung und differenzierte Analysen ist der offenkundige Beleg dafür, dass wir heute mindestens den gleichen magisch-mythischen Bezug zur Welt und zur Realität haben wie es die berauschten Anhänger oder Mitläufer der Nazi-Ideologien waren.

Heute nennt es sich „Anti-Faschismus“ und ist auf noch primitivere und verblendetere Weise faschistisch als seine ideologischen Vorgänger, die angeblich bekämpft werden. Dass Faschismus und jede erzwungene Form von Sozialismus Formen der politischen Linksradikalität sind, lässt sich den Mythosgläubigen gar nicht mehr nahebringen. Sie sind so radikal link, dass ihnen sogar die Fähigkeit abhanden gekommen ist, die Bedeutung dieser Begriffe zu erfassen und sagen zu können, wogegen genau sie kämpfen. Radikal link zu sein, bedeutet, sich so sehr selbst zu täuschen, dass man sich von intellektuellen Trickdieben und Dünnbrettbohrern über den Tisch ziehen lässt und sich darüber sogar noch eine seltsame Abart von „Stolz“ und Überheblichkeit konstruiert. Die Opfer dieser Dynamik kämpfen und pöbeln unter beliebigen anti-rationalen Parolen solange es sich „irgendwie richtig anfühlt“.

Wie so häufig ist das Gegenteil von diesem zwanghaft verteidigten Mythos der Fall: das Nazi-Regime war erst der Anfang und nur ein erster grober Probedurchlauf für die vollständige Ent-Mentalisierung und affektiv-emotionale Totalsteuerung der großen Mehrheit vor allem des theodischen Volkes. Heute erst haben wir sie realisiert. Das Prinzip dafür musste erst entdeckt und vorbereitet werden: erzähl den Menschen, dass sie gegen das Böse kämpfen und sag ihnen genau, was sie dafür tun, sagen und denken dürfen; tabuisiere jeden mental-rationalen Impuls und belohne affektive Folgsamkeit und unreflektiertes Agieren; sorge vor allem dafür, dass die Kinder möglichst früh von eigenständigem Denken ferngehalten und für intellektuelle Imitationen der Systemvorgaben belohnt werden.

Menschen, die dieser Indoktrination so früh schon und so intensiv unterworfen waren, dass sie Teil ihrer Identität wurde (sog. „Gutmenschen“ im chronischen Kampf gegen Fakten und Realität), reagieren auf solche Betrachtungen allergisch. Sie bedrohen den Mythos ihrer Identität und ihres Weltbildes. Der Mythos ist objektiv und nachprüfbar falsch, aber subjektiv psychisch essentiell, denn ohne diese Narrative und emotionalen Selbstzuschreibungen, wissen sie nicht, wer und wie sie sind. Das ist die Schwelle zwischen dem emotional-mythischen und dem mental-rationalen Bewusstsein, die natürlicherweise im Alter von etwa 5-6 Jahren und dann mit viel Leichtigkeit und Entwicklungsbegeisterung überschritten werden sollte.

Schon 10 Jahre später ist dies sehr viel schwieriger und schmerzhafter, weil sich über diese 10 Jahre hinweg eine rein emotionale und irratonale Identität gebildet hat, die von nichts so sehr geprägt ist wie von Angst. Denn die komplexe Welt der mentalen Konstrukte macht dem emotionalen Bewusstsein schlichtweg Angst – das ist die affektiv kontrahierende Reaktion auf Orientierungslosigkeit, Hilflosigkeit und Überforderung. Wir können nun verstehen, was aus dieser Angst vor der kindlichen Schwelle zum Mentalen wurde nach weiteren 10, 20 oder 30 Jahren Unterdrückung, Verhinderung und Identitätsverfestigung…

Bewusstwerdung zur kulturellen Wiederbelebung

Wir haben uns in unserer Kultur lange genug  nach den Unverständigsten, nach den mental Einfältigen und den Mytho-Ideologen gerichtet. Und wo sind wir damit gelandet? In der Abspaltung von unserer Natur bis hin zu Selbstzerstörung.

Wir leben deshalb in einer Dynamik der Gewalt, weil Menschen zu Gewalt neigen, wann immer sie sich überfordert und ohnmächtig fühlen. Ohnmächtig sind wir, weil wir ein blindes Technokraten-System kreiert haben, das auf Bedürfnisse und Notwendigkeiten gar nicht mehr eingeht und gar nicht mehr eingehen kann. Überfordert sind wir, weil genau dieses System Menschen daran hindert, zu verstehen und rational kompetenter zu werden.

Was aber kann Verständnis und Kompetenze ersetzen, wenn sie nicht vorhanden sind? … wenn sie nicht einmal mehr auf den allgemein bekannten Landkarten als Möglichkeiten und Vorbilder existieren? Nichts.

Stattdessen bahnen sich Selbstschutzmechanismen ihren Weg und versuchen, soviel wie möglich von der eigenen Integrität zu wahren in einer Kultur (besser: Nicht-Kultur), die gegen Integrität arbeitet. Unsere Kultur beruht auf einem Double-bind: sie zwingt immer mehr zu Identifikation mit ihren Schemata und Schablonen, die aber gleichzeitig alle danach streben, Identität aufzulösen und zu zerstören.

Das bedeutet nicht weniger, als dass die Menschen sich mit wachsendem Bewusstsein immer intensiver und offensichtlicher im Kampf mit dem System befinden, das gleichzeitig aber das einzige System ist (war), das sie für ihren existenziellen Schutz und notwendige Infrastruktur hatten.

Dieses System musste eines Tages von rationalen und trans-rationalen Kräften beendet und durch das Fundament für eine rationale und trans-rationale Kultur ersetzt werden. Dieses „eines Tages“ erleben wir gerade.

Wege in eine neue Kultur

Eine Kultur, die auf der Wesensnatur des Menschen aufbaut und sich am geistigen Ausdrucks- und Entfaltungspotenzial des Menschen orientiert, wird sich von unserer Kultur der letzten 150 Jahre völlig unterschieden.

Ihr niedrigster Standard, also ihre funktionale Untergrenze wird die mentale Bewusstseinsfrequenz, das dreidimensionale Bewusstsein sein. Um so eine Kultur aufzubauen, die den gesunden Gegenpol zur degenerierten Anti-Kultur der letzten Jahrzehnte darstellt, muss es vor allem personell massive Veränderungen geben. Die, die in den bisherigen Macht- und Steuerungsstrukturen oben waren, werden in den zukünftigen unten sein. Und jene, die ihre Integrität, ihren gesunden Menschenverstand und ihre Verantwortungsfähigkeiten – wenn überhaupt – bisher nur ganz unten, unterhalb des Systemradars einbringen konnten, werden in den neuen konstruktiven Strukturen oben sein. Die Besetzungen der ehemaligen Machtspitzen werden gänzlich verschwinden. Und die Super-Gesunden, die bisher untertauchen oder verschwinden mussten, werden auftauchen und die Führung übernehmen.

Die Macher der neuen Welt werden mindestens rational sein. Die Führer der neuen Welt werden aus trans-rationalem Bewusstsein und integrierter Selbstpräsenz heraus operieren. Natürlich wird es immer auch Menschen geben, die auch über das Alter von sechs Jahren hinaus nur ein- oder zweidimensionales Bewusstsein entwickeln werden. In der neuen Kultur werden sie einen Platz finden, an dem sie ihrem Wesen gemäß ihr Potenzial entfalten können. Es wird jedoch keine Dynamik mehr geben, die kindliches, traumatisiertes oder regressives Bewusstsein in Machtpositionen zulässt.

Meine Blogartikel wie dieser hier können von Menschen genutzt werden, die sich auf diese neuen, feineren Frequenzen einstellen wollen.

Ich werde zuweilen gefragt, warum ich meine Texte nicht so schreibe, dass sie auch von Menschen mit zweidimensionalem Bewusstsein verstanden oder zumindest problemlos verdaut werden können. Die Kurzantwort lautet: weil das nicht möglich ist. Das Thema und die dafür notwendige sprachliche Komplexität und Differenzierung ist für zweidimensionales Bewusstsein nicht erfassbar.

Die längere Antwort lautet: schon die beiden Prämissen, die in der Frage stecken, teile ich nicht: erstens die Annahme, dass meine Texte überhaupt irgendjemanden bestimmtes adressieren wollten – tun sie nicht. Und zweitens die Annahme, dass zweidimensionales Bewusstsein verstehensfähig wäre – das ist es nicht. Meine Texte sind wie Musikkonzerte, die aufgezeichnet und veröffentlicht werden, aber sie richten sich nicht an bestimmte Adressaten. Dass auch Menschen im emotional-mythischen Bewusstsein meine Texte lesen und in ihr schemenhaftes Weltbild einbauen ist in diesem Format nicht zu verhindern.

Würde ich bildhaft und erlebensnah schreiben, z.B. in Romanform, als Erlebnisbericht oder im fragmentierten Nachrichtenstil, wären meine Texte auch für diese Stufe gut verdaulich – vorausgesetzt, sie enthalten keine Widersprüche zu ihren bereits festen Vorstellungen von der Welt. Das Problem ist jedoch, dass die Hauptaspekte meiner Texte weder vorstellbar noch erlebbar und deshalb auf eine 2D-Bewusstseinsfläche gar nicht übertragbar sind. Sie würden bei einer „Übersetzung“ ins Emotional-Bildhafte schlichtweg verloren gehen. Ich und andere müssen also damit leben, dass manche meiner Texte bei rein mythisch-emotionaler Rezeption Unbehagen und Abwehrreaktionen auslösen. Wenn es eine Altersfreigabe für solche Texte gäbe, würde ich ein Etikett wie „FSK 18“ daran anbringen: „FSK mentales Bewusstsein+“ – aber das würde die infra-rationalen Leser wahrscheinlich noch argwöhnischer und begieriger und schließlich noch empörter machen – ihr größtes Verlangen ist ja stets dazuzugehören bzw. genauer sich nicht ausgeschlossen zu fühlen. Die Rationalen müssen entweder damit leben lernen oder sich verstecken und im Untergrund mit Handzetteln kommunizieren. Und das wäre langfristig unser aller Ende.

Die meisten Fragen nach der Anpassung an niedrigeres Bewusstsein beruhen bei genauerem Hinsehen auf Angst. Angst ist ein wichtiger Referenzpunkt für ein- und zweidimensionales Bewusstsein, für die Frequenzen von mentalem Bewusstsein und höher ist sie jedoch höchstens noch ein Stör- und Verzerrungsfaktor, den es auszugleichen und zu transformieren gilt.

Wenn wir die Angst und überhaupt die Steuerung durch Emotionen, Reflexe und Gewohnheiten überwinden, dann haben wir bereits eine großen Schritt in Richtung mentaler Klarheit und rationalen Verstandes gemacht. Erst dadurch werden wir fähig, uns selbst zu steuern und uns eigenständig eine Richtung zu geben. Diese Selbst-Ausrichtung wird uns mehr und mehr aufrichten. Wir werden jenen gesunden Stolz verkörpern können, den wir nur durch Eigenständigkeit, Einsicht und Verständnis gewinnen können. Nicht aufgrund einer sozialen Orientierung, weil wir besser als andere wären, sondern weil unser Denken und Handeln kongruent sind mit unseren Werten und unserem Wesen.

Deshalb werden wir in Zukunft wieder mehr stolze, d.h. mit sich selbst kongruente und gesunde Menschen sehen. Sie sind Vorbild für den zukünftigen Standard. Auf dem Weg in die neue Kultur, in der das selbst-verständlich sein wird, können wir uns darin üben, uns gegenseitig nach bestem Vermögen und immer wieder neu dazu zu ermutigen, jene Zuversicht, jenes Selbstbewusstsein und jene Würde so sichtbar wie möglich zu repräsentieren und zu verkörpern, die nur für eigenständig und rational denkende Wesen erreichbar sind.

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23 Kommentare
  1. Martina
    Martina sagte:

    Ich lese Ihren Blog gerne. Manchmal fällt es schon schwer, denn ja, es findet sich immer etwas Knirschiges. Das ist für mich Reiz und Herausforderung in einem.
    Zu Ende gelesen habe ich jetzt noch nicht.
    Es ist mir ein Bedürfnis mich für Ihre Definition des Faschismus jetzt gleich zu bedanken. Seit Jahren suche ich zu dem Thema nach einer passenden Formulierung, die die gesamte Bandbreite nach meinem Wissensstand umfasst. Da ist sie nun.

    Freundliche Grüße aus Thüringen

    Antworten
    • Philipp
      Philipp sagte:

      Hallo Martina, Dein Kommentar macht mich darauf aufmerksam, dass ich in diesem Artikel Faschismus gar nicht definiert, sondern bloß charakterisiert habe. Das will ich hier als Anhang jetzt nachholen:

      Definition Faschismus: die Verschmelzung (oder Bündelung, von ital. fascio „Bund“) von staatlicher mit wirtschaftlicher Leitung/Steuerung.

      So einfach ist es. Mit anderen Worten: faschistisch ist es, politische und wirtschaftliche Macht zu kombinieren, um politische/ideologische Ziele durchzusetzen und politische Macht zu steigern.

      Das ist ja mittlerweile Alltag: man darf nur einkaufen, wenn man sich dieser oder jener Ideologie unterwirft, Menschen machen ihre Geschäfte von den politischen Gesinnungen oder Äußerungen ihrer Geschäftspartner abhängig und für den Mangel an politischer Folgsamkeit wird man als erstes und meist wirtschaftlich bestraft bis hin zur Existenzvernichtung. Juristisch gesehen sind alle Staatskonstruktionen („Länder“) der letzten Jahrzehnte nur als (gewinnorientierte!) Firmen geführt worden und unterlagen somit dem Handelsrecht. Auch das ist Faschismus und zwar der psychologisch hinterhältigste: die offizielle Politik nur noch als eine Simulation bzw. Inszenierung von wirtschaftlichen Unternehmen aufführen zu lassen, während diese Firmen von den tatsächlichen politischen Mächten gesteuert werden, die jedoch unsichtbar bleiben.

      Somit ist der Faschismus eine Form des Dirigismus, und zwar eine mildere oder weniger radikale als der Sozialismus oder Kommunismus, weil letztere jegliche Form von Leistungsfähigkeit, Kompetenz und Individualität benachteiligen oder bestrafen. Faschismus ist ergo eine linkspolitische Ideologie (wie alle dirigistischen Ideologien, die nämlich darin bestehen, dem Staat (in der Praxis: der jeweiligen Regierungs-Bande) stets mehr Macht zu geben als dem Individuum Rechte und Freiheiten). Faschismus hat mit Rassismus nichts zu tun und ist auch mit dem „Führerprinzip“ nur lose verbunden.

      Der intelligente Selbstdenker kann sich fragen, warum wir im Internet in den einschlägigen Seiten und Wörterbüchern überhaupt keine Definition von Faschismus finden (nicht einmal unter der Überschrift „Definition“), sondern an ihrer Stelle nur langatmige Wortwolken, die es trotz vagem Geschwurbel noch schaffen, grob falsch zu sein („rechtsradikale politische Bewegung“ usw). Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass wir seit Jahrzehnten weltweit in faschistischen Staatsstrukturen par excellence leben und eben deshalb alle Institutionen bis in die Wörterbücher hinab staatlich-ideologisch gesteuert sind – oder psychologisch: der „Verbraucher“ will es nicht genauer wissen und will es nicht sehen, in welchen moralischen und menschlichen Abgrund sich alle miteinander gelähmt und bequem hinabrutschen lassen. So benutzt jeder das Wort, aber fast keiner kann es als Begriff definieren. Ein schön handliches Beispiel für die Grundaussagen dieses Artikels.

      Antworten
      • Martina
        Martina sagte:

        Wirklich froh bin ich hier solch eine handhabbare Definition und Charakteristik von Ihnen bekommen zu haben. Um das Thema kreise ich gedanklich schon ein paar Jahre, weil ich schon länger meine, dass wir im Faschismus angekommen sind. Nur kann ich das nicht so exakt ausdrücken. Jetzt hab ich einen Faden. Danke.- Ja, ich hab viel gesucht und nirgends eine exakte Definition gefunden. Und wenn etwas begrifflich nicht exakt beschrieben ist, nun ja dann gibt es ein schönes dehnbares Gummiband, das je nach Bedarf zur Diffamierung, Gleichschaltung oder Ausschaltung benutzt werden kann.

        Das Wort Verbraucher ist, meines Erachtens nach, ein fürchterliches Ungetüm. Es würdigt uns als Mensch herab und reduziert uns auf unsere körperlich-materiellen Funktionen. Dabei sind wir alle soviel mehr. – Und sind diese Sprachungetüme nicht auch Zeichen einer faschistischen Gesellschaft?

        Antworten
  2. Jens
    Jens sagte:

    Lieber Philipp,

    es ist jedes Mal eine Freude, wenn ich einen neuen Blogeintrag auf dieser Seite finde. Erstens weiß ich dann, dass mein Geist zu einer neuen Runde des Denkens herausgefordert wird. Zweitens ist es jedes Mal wieder das Gefühl, auf dem Pfad nach Hause ein Stückchen weiterzulaufen.
    Es ist für mich so eigenartig zu lesen, dass Leser dich anfeinden, dir Etiketten an den Kopf knallen. Die Mechanismen dahinter vermagst du vortrefflich zu erklären, allein, mir sind sie völlig fremd. Immer, wenn ich mich durch deine Texte arbeite (und das ist wörtlich zu nehmen), ist bei mir dieses Gefühl von unendlicher Erleichterung. Da finde ich endlich Worte, Gedanken, Sätze, die mich daran glauben lassen, dass ich nicht allein bin. Und das zeigt sich keineswegs in dauernder Zustimmung. Da gibt es Aussagen, die mir „quer“ kommen, da gibt es Gedanken, die ich zunächst nicht nachvollziehen kann – aber hier beginnt für mich die Freude. Ich habe seit jeher nichts so sehr geliebt, wie das Denken und konnte überhaupt nie nachvollziehen, wie es keine Freude bereiten kann, seinen Geist auszudehnen. Grundvoraussetzung für das Denken ist ja zunächst einmal die Beobachtung, die genaue Betrachtung dessen, was in der äußeren Realität (oder eben auch in einem gelesen Text) und dem Inneren des Geistes vor sich geht und ob hier Deckungsgleichheit oder eben Inkongruenz besteht. Aus dieser Dynamik ergibt sich für mich dann überhaupt erst der Impuls zunächst mich selbst zu orientieren und dann aus dieser Selbstpositionierung heraus den Raum zu erweitern, nach Lösungen für Probleme zu schauen, größere Kontexte zu erkennen – eben, verstehen zu wollen.
    Allerdings habe ich mich bislang mit diesem Ansatz sehr allein gefühlt. Und das nicht erst jetzt mit meinen fast 50 Jahren, sondern schon so lange ich mich erinnern kann. Ich habe sämtliche Mechanismen der Selbstverleugnung und Anpassung durchlaufen, bis hin zur massiven körperlichen Erkrankung. Und der Prozess der Wiederfindung ist selbstverständlich (für mein Selbst verständlich) noch lange nicht abgeschlossen. Dennoch verspüre ich mittlerweile wieder Stolz und Selbstwert, dank deiner Ausführung vermag ich sie jetzt als Zeichen steigender Integrität zu deuten.
    Warum ich das schreibe? Weil ich mich bedanken möchte für eine Reihe der wertvollsten, inspirierendsten und liebevollsten Texte, die ich lesen durfte. Weil ich dich darin bestärken möchte (auch wenn ich weiß, dass du dieser Bestärkung sicher nicht bedarfst), deinen Blog weiter zu betreiben.
    Wenn ich, und hier regrediere ich auf den 5jährigen im Angesicht der Fee, einen Wunsch erfüllt haben wollte, dann wäre es der, mit Menschen deiner Vernunft, deines Verstandes und Willens zur Erkenntnis in persönlichem Kontakt und Austausch zu stehen. Möge die Zeit nach dem „jüngsten Gericht“ dazu beitragen, dass sich diese Menschen untereinander finden.
    Mit tief empfundenem Respekt grüßt aus dem hohen Norden
    Jens

    Antworten
    • Peter Berner
      Peter Berner sagte:

      Lieber Jens, dann spiele ich mal den Gesandten der guten Fee und schreibe Ihnen, dass ich – der ich ebenfalls im hohen Norden wohne und genauso wie Sie und Philipp diese unbändige Liebe zum LOGOS verspüre, die Sie hier sehr schön charakterisiert haben – meinerseits mich sehr freuen würde, mit Ihnen in einen persönlichen Austausch treten zu können. Sie finden, wenn Sie wollen, meine Adressdaten auf meiner Internetseite pberner.de.

      Antworten
  3. Jochen Häntzschel
    Jochen Häntzschel sagte:

    Lieber Philipp,
    nach unserem letzten Austausch per E-Mail habe ich den damals von Dir angekündigten Artikel ersehnt und war schon enttäuscht weil es sich so hinzog. Ich dachte schon, dieses Eisen wird zu heiß und muss deshalb fein gesponnenen aus Stahlwolle zum sanften Glätten gesponnen werden. Um so mehr habe ich mich heute gefreut und ihn regelrecht gefressen. Alles, was mir immer klar war ist drin ohne Kompromisse. Ich habe daraus ein Hörbuch gemacht und werde es noch einige Male hören aber auch lesen. Zum Inhalt konstruktiv äußern werde ich mich erst können, wenn Deine vielen Aspekte und Überlegungen für mich ein Gesamtbild ergeben und resonieren. Du zeigst, wozu deutsche Sprach- und Geisteskultur fähig ist. Ich hätte nicht geglaubt, so etwas noch zu erleben. Danke.

    Antworten
    • angie
      angie sagte:

      Genau so ist es. Ich hätte nicht geglaubt, so etwas noch zu erleben. Wenn ich ohne große blaue Flecken durch den coronisierten Wahnsinn komme, dann wegen zwei Menschen, die eine unglaubliche Arbeit leisten : Philipp Alsleben und Raik Garve.

      Antworten
    • Maria
      Maria sagte:

      Lieber Jochen,
      hast du das Hörbuch nur für dich gemacht oder würdest du es auch weitergeben?
      Ich bin sehr interessiert!
      Herzlich, Maria

      Antworten
  4. Murat Akgöz
    Murat Akgöz sagte:

    Lieber Philipp,
    ich bin sehr glücklich darüber, durch eine Freundin auf Deinen Blog gestossen zu sein.
    Es ist seit langer Zeit mal wieder ein Text, der mich intellektuell so herausgefordert hat. Vieles konnte ich sofort verstehen und bejahen, es gab aber auch immer wieder Stellen, an denen ich hängen bleiben hätte können. Da ich aber gespannt über den weiteren Inhalt war, habe ich diese teilweise ohne den Versuch, die Tiefsinnigkeit zu begreifen, weitergelesen.
    Eines ist sicher:
    Ich werde den Text bestimmt nochmal lesen. Es sind so viele Absätze, teilweise sogar auch nur einzelne Sätze, über die man wohl stundenlang sinnieren kann.
    Danke für das Teilen Deines wundervollen Reichtums an Gedanken 🙂
    Bei den persönlichen Angaben habe ich unter Website meine Telegram-Seite angegeben. Die ist glaube ich nur für Dich ersichtlich, da ich hier keine Werbung machen will ist das so, denke ich, in Ordnung. Mein letztes Video ist dasjenige, wofür alle anderen 16 die Vorbereitung waren. Seit dem 17. im Februar habe ich auch keins mehr gemacht, weil ich alles mitgeteilt habe, was man zum Verständnis dessen, was wir gerade erleben wissen muss, um zu verstehen, dass etwas gewaltig nicht stimmt. Wenn man das erst einmal begriffen hat, kann sich jeder seine eigenen Gedanken über das aktuelle Geschehen und die Zusammenhänge machen.
    Seit nun 1 1/2 Jahren denke ich ständig darüber nach, warum einige Menschen überhaupt nicht erkennen können und wollen, was hier gerade passiert. Warum sind diese Menschen so resistent gegen alle Fakten, die man ihnen vorlegt. Ich bin zu vielen verschiedenen Ergebnissen gekommen, darunter auch vieles, was sich mit Deinen Gedanken deckt. Nun tut es wirklich gut, diese Gedanken und noch viele weitere gebündelt und so gut in Worte gefasst vorzufinden. Vielen Dank dafür 🙂
    Liebe Grüße,
    Murat

    Antworten
  5. Gaby
    Gaby sagte:

    hallo Philipp,
    ich freue mich auf eine Zeit, wo Texte wie deine von, in 3D-Bewusstsein vibrierenden, 16-18 Jährigen gelesen und besprochen werden. Wenn Plasma-erprobte Zeitreisende die Machtpositionen unseres Planaten nomadisch besetzen.Wenn wir uns wieder als das ineinander erkennen können und dürfen, wer und was wir sind.Da ich deine Beurteilung der augenblicklichen Geschehnisse teile, werden mein Enkeltöchter dieses Glück wohl erleben. Und sie ahnen schon jetzt mit ihren 5 Jahren, wer von den Erwachsenen in ihrem Umfeld wohl die Klippe runter springt.Und den Schmerz darüber in ihren offenen Kinderaugen zu sehen und weiter mit ihnen zusammen standhaft den Kaiser nackt zu nennen , stärkt meine und ihre Intergrietät.DANKE!

    Antworten
  6. angie
    angie sagte:

    Der Artikel hat mir viele offene Fragen der letzten Monate beantwortet. Nun ist wirklich nur noch eine letzte Frage offen im Puzzle: Was ist mit den Kindern? AB WANN zählt der freie Wille?

    Was ist (demnächst) mit den Sechsjährigen, die ja bewußtseinsmäßig nicht verloren sind? Sollen die dem niedrigen Bewußtseinsstand ihrer Eltern geopfert werden?

    Und was ist mit den jetzt Fünfzehn-, Sechzehnjährigen, die (zum Zweck der Zugehörigkeit, aber gegen den Willen ihrer Eltern) geimpft werden wollen aber im Grunde auch noch nicht für immer bewußtseinsmäßig verloren sind? Sie könnten sich noch weiterentwickeln. Sind diese Opfer NOT-WENDIG ?

    Das ist die letzte offene Frage in der Landkarte des coronisierten Wahnsinns.

    Antworten
  7. Frank-Robert Belewsky
    Frank-Robert Belewsky sagte:

    Lieber Philipp Alsleben. Danke für all deine texte, vor allem die über unsere Deutsche Geschichte. Du sprichst mir aus der Seele ich habe Deine Seite und Deine Gedanken heute am 18.09.2021 entdeckt, durch eine Freundin. Ich hatte gestern einen Vortrag gegeben und eine Teilnehmerin hat gesagt, ich muß Dich kennenlernen. Naja und nun schreibe ich Dir. Das ist eine echte Freude, Deinen Texten zu folgen. Balsam für meinen Verstand und meine Gefühle. Ich bin seit meiner Kindheit ein Rebell und habe von Anbeginn die massive Manipulation unseres Bildungssystems durchschaut und für Unruhe im Denken meiner sog. Beherrscher und Kontrolleure, genannt Lehrer, gesorgt. Das tue ich bis heute. ich bin seit 26 Jahren in einem franziskanischen Lehrorden, wo ich wirklich Denken und Fühlen gelernt habe, mit einem messerscharfen Unterscheidungsvermögen für das was Wahr ist und was nicht. Sei wirklich stolz auf Deine Texte ! Genieße zu lesen, das Deine Texte eine meisterliche Note haben. herzliche Grüße aus Berlin. bruder im Geiste Frank-Robert

    Antworten
  8. Nathalie
    Nathalie sagte:

    Namasté lieber Philipp und tausend Dank, dass du deine so wertvollen und bewussten Gedanken schriftlich fixiert hast.

    Ich stimme dir bei allem zu und bin bisher zu denselben Erkenntnissen gelangt, was unter anderem deshalb gelang, weil ich meine eigene Wahrnehmung wahrnehme, mich und alles beobachte, mir meine Gedanken und Gefühle aus jeder Perspektive anschaue, Themen auch unabhängig von meinen Gefühlen dazu beleuchte und mich dabei gleichzeitig von meinen eigenen Programmen und Projektionen und denen anderer befreien und mich selbst “kontrollieren”, bzw bewusste Entscheidungen treffen kann.

    Einzelne deiner Gedanken ließen sich für mich auch eins zu eins auf andere Themen übertragen, bei denen die kognitive Dissonanz der meisten Menschen greift.

    PS:

    Das ist kein Blog-Artikel, sondern schon mindestens eine Abhandlung, wenn nicht ein Buch, so lang, tiefgehend und ausführlich ist dein Text.

    Ich kann das sagen, weil ich ihn vertont, also eingelesen und als Audio auf Telegram geteilt habe 😍🤣💚

    https://t.me/SeelenWegeGemeinsamGehen/2808

    Antworten
  9. Ruth
    Ruth sagte:

    Lieber Philipp,
    ich möchte mich in meinem Kommentar auf folgenden Abschnitt beziehen:
    “Ein Wert dieser noch so gerade eben Lebenden mag im Fiktiven und Potenziellen vorstellbar sein. Welchen Wert aber haben wir einem Leben beizumessen, dessen Eigentümer ihm keinen Wert gibt bzw. dessen Eigentümer abwesend ist und sich selbst in der größten Katastrophendrohung nicht einsetzt und für das Leben entscheidet?”
    Das sagt genau das aus, was ich ich mir bei vielen denke. Und dann wieder kenne ich so manch vermeintlich “Lebensmüden” und sehe bei ihm in vielen Dingen ein sehr hohes Bewusstsein. Es kommt mir vor, als ob nur ein kleiner Teil der Vernunft weggeschnitten worden wäre (leider ein entscheidender). Es handelt sich oft um Menschen, die durchaus fähig sind, nicht nur Dinge nachzuplappern, sondern einen wachen, reifen und alles andere als einen lebensmüden Geist zeigen. Sie haben einen blinden Fleck. Was ist da passiert? Ich messe ihrem Leben einen sehr hohen Wert bei.
    Ich frage mich dann eher, warum die Gehirnwäsche nicht bei jedem von uns angeschlagen hat. (Vielleicht sind wir, die den Test bestanden haben, aber auch manipuliert, nur an anderer Stelle). Solche Fragen treiben mich um und ich konnte es nicht lassen, sie mal zu teilen.
    Ich schätze es sehr, das du deine Wise-Heiten mit uns teilst und danke dir dafür von Herzen.
    Ruth

    Antworten
  10. Hubert
    Hubert sagte:

    Ich möchte hier auf die Gefahren dieser Massenpsychose hinweisen. Die selbstständig und rational denkenden Menschen werden von den Machthabern als Feinde empfunden. Und diese Feinde muss man bekämpfen. Im kommenden Chaos, das die Machthaber selbst verursachen werden, wird das verwirrte und nach einfachen Lösungen suchende Volk “Sündenböcke” suchen. Da die Medien in Händen der Mächtigen liegen, ist es ihnen ein Leichtes, die Schuld den Ungeimpften zu geben. Daraus kann sich dann so etwas wie ein “Hexenjagd” (wie im Mittelalter) entwickeln. Ich hoffe natürlich, dass es nicht so weit kommt und dass die Vernunft siegt. Aber ich sehe auch, dass es im Moment in Richtung des “Nicht denken Wollens” und des “Oh ihr Mächtigen, sagt mir was ich tun soll” hinausläuft. Aber ich sehe auch eine Gegenbewegung und ich hoffe, diese ist schneller und wirksamer als die platte Propaganda der Medien.

    Antworten
  11. Grit
    Grit sagte:

    Lieber Philipp,

    danke dir, auch für diese umfassenden Betrachtungen und dafür, dass du es teilst – auch wenn die Meisten deine Sichtweise vielleicht als Angriff empfinden, weil sie nur unbewusst darauf reagieren, emotional gesteuert, ausgehend von ihrer reaktiven Datenbank…
    Du kannst erkennen, woher es kommt und es nicht persönlich nehmen – das ist ein echter Vorteil 🙂

    Es freut mich auch, so viele Kommentare zu lesen, die beweisen, dass weder DU noch ICH die Einzigen sind, die sich am Denken erfreuen, ohne gefühllose, rein vom Verstand gesteuerte Monster zu sein.

    Denn das ist es doch, was man den s.g. Führungskräften in Politik, Wirtschaft und Finanzwelt oft vor wirft.
    Sie wären herzlos, gierig, machtbesessen und völlig verkopft.
    Deshalb – um aus dem gepanzerten, völlig verkopften Sein heraus zu kommen, ist es so wichtig, endlich wieder Fühlen zu lernen – wird vielerorts behauptet. Gefühle und Emotionen zulassen, dem Bauchgefühl folgen, statt dem Verstand…
    Doch wenn sooo wenig wirklicher Verstand vorhanden ist – so wenig Fähigkeit zum selbstständigen denken, dann ist das eine Irreführung. Folge mir, rief der Blinde – ich kenne den Weg! Und alle folgtem ihm in den Abgrund…

    Diejenigen, die Menschen anleiten ihrem Bauchgefühl zu folgen, ihren Körper zu spüren, mehr im Herzen zu sein, mehr verbunden mit den Gefühlen – meinen sicherlich, das bewustlose und sinnfreie befolgen von auswendig gelernten Konzepten und Regeln zu beenden… Zuerst mal wirklich anzukommen im ISTZustand und SICH spüren und damit bewusst werden…

    Um zu eigenen, selbstständigen, geistigen Denkprozessen zu kommen – ist es sicherlich wesentlich und unvermeidlich, auch bewussten Zugang zu den eigenen Gefühlen und Emotionen zu haben. Sich selbst zu erkennen, zu beobachten, zu reflektieren – sich in Bezug zu setzen und zu wählen WER und WIE man sein will und zu dem zu werden…. Dabei räumt man automatisch seine reaktiven Datenbanken auf – denn jeder Trigger ist ein Hinweis, neugierig die Ursache aufzudecken und zu neutralisieren…

    Wer keine Gefühle fühlt, sich dessen nicht bewusst ist, kann auch nicht selbstbestimmt denken!

    Doch in dieser Welt wirkt der Umgang damit auf mich völlig verdreht und verzerrt.
    So wie der Umgang mit Liebe, Vertrauen und Solidarität…
    Und diese Verzerrung nimmt immer mehr Fahrt auf, dass es kaum noch zu ertragen ist…
    Inwischen wird behauptet, dass schwarz weiß ist und weiß schwarz und viele stimmen bewusstlos zu.
    Kaum jemand will sagen, dass der Kaiser keine Kleider an hat, warum wohl?

    Aber vielleicht kommt es mir nur so vor, weil ich an einem anderen Punkt stehe?

    Ich denke auch, der Scheideweg ist JETZT da…
    Es ist nicht mehr eine Meinung, die man haben kann und jeder Zeit ändern – es ist eine Wahl, die konkrete Konsequenzen hat, die man nicht rückgängig machen kann.
    Obwohl – nichts ist unmöglich 🙂

    So sehr mich das Ganze entsetzt, weil das Ausmaß des Irrsinns dadurch so sichtbar wird, dass es selbst mich fassunsglos macht, ist es doch auch hilfreich, weil es die Spreu vom Weizen trennt, auf eine Art, wie es kaum etwas anders tun könnte.

    Nein, ich bin nicht für Spaltung – aber ich bin auch nicht für Augenwischerei.
    Wenn so getan wird, als ist alles EINS – doch es zeigt sich deutlich, dass es nicht so ist, dann ist das keine Spaltung, sondern nur ein sichtbar werden von etwas, was vorher unsichtabr, wenn auch latent spürbar war.

    JA, die Verteufelung des Denkens – ist mir oft im Leben begegnet – das wurde mir durch deinen Text noch mal viel bewusster… Wie oft ich dafür angeklagt wurde, dass ich die Dinge durchdacht hatte und bestrebt war, Gedankenexperimente zu machen und Gedanken mal bis zu Ende zu denken – nur Wenige hatten da Spass dran.
    Und manchmal, das gebe ich ehrlich zu, zweifelte ich auch daran, ob es gut ist – so viel zu denken und solche Freude daran zu haben, die ganze Welt neu denken zu wollen… Bewusstes Träumen und denken zu verknüpfen, Zugang in ganz neue Diemnsionen zu haben und das dann auch noch umzusetzen, den Himmel auf die Erde zu bringen 🙂
    Vielleicht lasse ich mich zu wenig gehen, vielleicht kontrolliere ich mich selbst zu sehr?
    Aber 1000 mal besser, sich selbst zu kontrollieren, als sich von anderen kontrollieren zu lassen :-))
    Denn wenn ICH die Steuerung in der Hand habe, dann liegt es an mir – was ich mir erlaube und was nicht und das wiederum hängt damit zusammen, wer ich gedenke zu Sein und WIE ich gedenke zu SEIN.
    Festgewachsen, dogmatisch und unflexibel wollte ich noch nie sein – sondern lebendig wachsend mit dem was wirklich ist… Und ja, diesen Stolz, wenn das gelingt, den kenne ich gut und den Unterschied zu Arroganz 🙂

    Und was auch immer deutlicher wird, dass man nach “Unten” hin verstehen und nachvollziehen kann, weil man selbst da hindurch gegangen ist – aber zu erwarten, dass jemand MICH versteht, wenn er/sie da nicht ist, ist einfach naiv, weil das nun mal nicht möglich ist… Da kann man erklären wie man will, das macht keinen Sinn…

    Antworten
  12. Maria Simon
    Maria Simon sagte:

    Einen wunder-schönen guten Abend,
    ich will schreiben, kurz und knapp: ich bin stolz, dass ich jede von dir verfasste Wortkette verstehen kann. Es geht ums Wachsen und du hilfst dabei…Ring für Ring wachse ich wie ein Baum in die Breite , in die Höhe und die Tiefe….in meinen ur-eigensten, ur-sprünglichsten, menschlichsten DREIKLANG hinein…KÖRPER/GEIST/SEELE und damit in das wahrhaftige und mächtige WIR…..

    von HERZEN möchte ich dir meine Wertschätzung und Hochachtung nochmals und nochmals aussprechen, für dein SEiN und WIRKEN

    DANKE
    maria

    Antworten
  13. angie
    angie sagte:

    Hallo Philipp,
    Danke für diese Arbeit. Deine Blog-Artikel sind einer der Hauptpfeiler, die mir helfen, den coronisierten Wahnsinn durchzustehen. Dieser Artikel hat mir die zentrale Frage beantwortet, die seit Jahresbeginn offen war: Was ist der Zweck der „Impfung“?
    Jetzt, nach deinem Artikel, hat sich allerdings wieder die Tür zu einer weiteren Frage geöffnet: Was ist mit den Kindern? Die Impf-Empfehlung ist nun bei 12 Jahren angekommen. Sie werden sie noch einmal absenken.
    Wie passen die Kinder ins Bild? Kann es wirklich Teil des Plans sein, Kinder an dem kosmischen Bewußtseins-TÜV teilnehmen zu lassen, die gar nicht selbst entscheiden? Kinder, die geimpft werden, erhalten ja aus ihrer Sicht zwangsweise das Schicksal, das ihre bereits durch den TÜV gefallenen Eltern für sie ausgesucht haben.
    Passt es wirklich in die Erklärungs-Landkarte, dass das gewollt ist? Ich schließe es beileibe nicht aus. Aber es gibt Menschen, die der Meinung sind, Q würde niemals Kinder opfern. Ich persönlich bin mir angesichts der Dimensionen des „Plans“ da nicht so sicher. Andererseits wäre es grotesk, einen unvorstellbaren, globalen Aufwand zu treiben, um Kinder zu retten, und dann andere Kinder den im Wege des Selektionsprozesses aussortierten Eltern quasi hinterher zu werfen.
    Hier bin ich ratlos. Ich habe schon überlegt, ob Kinder nur ein Placebo bekommen. Aber wie will man das logistisch sicherstellen? Fragen über Fragen.
    Hast Du hierzu eine mögliche Antwort? Es wäre sehr nett, wenn Du die Zeit findest zu antworten. Und vielleicht dürfte ich Deine Antwort in meinem telegram Kanal (@gedankenreiseland) posten.
    Danke und lg,
    angie

    Antworten
    • Philipp
      Philipp sagte:

      Zunächst einmal: es werden ausschließlich Kinder an der Bio-Waffe sterben.

      Der “Plan” liegt jenseits von Einzelschicksalen und jenseits unserer emotionalen Kodierungen und Präferenzen – das ist die erste größte Hürde, die viele von einem besseren und umfassenderen Verständnis abhält.

      Die Frage aus der übergeordneten zivilisations-regenerierenden Sicht wäre: Welche Kinder sollten überleben und welche nicht? bzw. Welche Intensität von Schock wird benötigt, damit etwas komplett Neues beginnen kann und in die Köpfe übernommen wird?
      Denken wir an Noah: die Sintflut vernichtete alle (Nicht-“Gläubigen”), darin sind Kinder eingeschlossen. Genetik und das Beenden genetischer Stammbäume scheinen bei solchen Radikal-Erneuerungen eine wichtige Rolle zu spielen.

      Allerdings hat die Menschheit längst viel mehr und intelligentere Technologie in der Hand, als wir “Normalverbraucher” uns vorstellen können (MedBetten, Strahlen-Gentherapien, …). Es wird gemunkelt, dass es längst Technologien gibt, die die Wirkung der “Impfung”-Biowaffe rückgängig machen können. Das wäre militärisch auch nur logisch: man lässt sich nicht auf Waffensysteme ein – schon gar nicht in eigener Anwendung -, die man nicht kontern kann. Außerdem wirkt die B-Waffe wahrscheinlich nicht bei allen Humanoiden gleichermaßen, sodern je nach deren genetischer Struktur. Die Selektion ist ganz gewiss nicht nur psychisch/geistig, sondern auch genetisch.

      Antworten

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